Wahrscheinlichkeiten mit Kombinatorik berechnen

Wahrscheinlichkeiten mit Kombinatorik berechnen – von der Variation mit Wiederholung bis zum Binomialkoeffizienten. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und vielen Beispielen verständlich erklärt.

📅 Aktualisiert 28. Juni 202633 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Schon mal überlegt, wie hoch die Chance ist, im Lotto zu gewinnen? Oder eine bestimmte Kartenhand beim Pokern zu bekommen? Die Kombinatorik ist der ultimative Schlüssel, um die wahren Wahrscheinlichkeiten hinter Glücksspielen, Zufällen und sogar der Sicherheit deines Handy-PINs zu verstehen. Es geht nicht ums Raten, sondern ums Wissen. Mit den Methoden, die du hier lernst, kannst du die Anzahl aller Möglichkeiten in komplexen Situationen blitzschnell berechnen. Das ist nicht nur für die nächste Matheprüfung nützlich, sondern auch, um zu verstehen, wie die Welt des Zufalls wirklich funktioniert.

Vorwissen

Bevor wir starten, frischen wir kurz zwei wichtige Grundlagen auf:

  • Laplace-Experiment: Das ist ein Zufallsexperiment, bei dem jedes mögliche Ergebnis die exakt gleiche Wahrscheinlichkeit hat.

    • Formel: P(Ereignis)=Anzahl der gu¨nstigen ErgebnisseAnzahl aller mo¨glichen ErgebnisseP(\text{Ereignis}) = \frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}}
    • Beispiel: Beim Würfeln eines fairen Würfels ist die Wahrscheinlichkeit, eine 3 zu würfeln, 16\frac{1}{6}, weil es ein günstiges Ergebnis (die 3) und sechs mögliche Ergebnisse (1, 2, 3, 4, 5, 6) gibt.
  • Fakultät (!): Das Ausrufezeichen hinter einer Zahl bedeutet, dass du diese Zahl mit allen ganzen Zahlen vor ihr bis zur 1 multiplizierst.

    • Beispiel: 4!4! (gesprochen: „vier Fakultät") ist 4321=244 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1 = 24.

Aufgabentyp 1: Wahrscheinlichkeit berechnen (Ziehen mit Zurücklegen)

Wahrscheinlichkeiten mit Kombinatorik berechnen beginnt oft mit dem Modell des Ziehens mit Zurücklegen. Stell dir eine Urne mit Kugeln vor. „Mit Zurücklegen" bedeutet, dass jede gezogene Kugel sofort wieder in die Urne zurückgelegt wird. Sie kann also mehrmals gezogen werden.

In diesem Fall ist auch die Reihenfolge wichtig. Das bedeutet, die Ziehung (Rot, Blau) ist ein anderes Ergebnis als (Blau, Rot).

Dieses Modell nennt man „Variation mit Wiederholung". Es beantwortet die Frage: Wie viele Möglichkeiten gibt es, kk mal aus nn Objekten zu ziehen, wenn die Reihenfolge zählt und Objekte wiederholt werden können?

Die Formel zur Berechnung der Gesamtzahl aller Möglichkeiten ist sehr einfach:

Anzahl der Mo¨glichkeiten=nk\text{Anzahl der Möglichkeiten} = n^{k}

  • nn: Die Gesamtzahl der verfügbaren Objekte (z. B. 9 Mitglieder).
  • kk: Die Anzahl der Züge oder Positionen, die besetzt werden (z. B. 3 Ämter).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Situation analysieren

Lies die Aufgabe und achte auf Schlüsselwörter. Wenn Objekte mehrmals ausgewählt werden können („Person kann mehrere Rollen haben") und die Reihenfolge eine Rolle spielt („Sprecher, Schriftführer, …"), handelt es sich um eine Variation mit Wiederholung.

Schritt 2: n und k bestimmen

  • Finde nn, die Gesamtzahl der Elemente, aus denen du wählst.
  • Finde kk, die Anzahl der Züge, die du machst.

Schritt 3: Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

Setze nn und kk in die Formel nkn^{k} ein und berechne das Ergebnis. Dies ist die „Anzahl aller möglichen Ergebnisse" für die Laplace-Formel.

Schritt 4: Wahrscheinlichkeit berechnen

Für die Wahrscheinlichkeit eines einzigen, spezifischen Ergebnisses ist die „Anzahl der günstigen Ergebnisse" fast immer 1. Setze die Werte in die Laplace-Formel ein:

P(Ereignis)=1Anzahl aller mo¨glichen ErgebnisseP(\text{Ereignis}) = \frac{1}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}}

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Debattierclub hat neun Mitglieder. Es sollen die Positionen Sprecher, Schriftführer und Kassenwart (drei Ämter) durch eine zufällige Ziehung besetzt werden. Dabei kann eine Person auch mehrere Rollen besetzen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass eine bestimmte vorhergesagte Besetzung eintritt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • „kann eine Person auch mehrere Rollen besetzen" \to Ziehen mit Zurücklegen.
    • „Sprecher, Schriftführer, Kassenwart" sind unterschiedliche Rollen \to Die Reihenfolge ist wichtig.

    Es handelt sich um eine Variation mit Wiederholung.

  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Mitglieder ist n=9n = 9.
    • Die Anzahl der zu besetzenden Ämter ist k=3k = 3.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    Wir verwenden die Formel nkn^{k}:

    Mo¨glichkeiten=93\text{Möglichkeiten} = 9^{3}

    =999=729= 9 \cdot 9 \cdot 9 = 729

    Es gibt 729 mögliche Besetzungen.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Wir suchen die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Besetzung (z. B. Person A ist Sprecher, Person B ist Schriftführer, Person C ist Kassenwart). Die Anzahl der günstigen Ergebnisse ist also 1.

    P(bestimmte Besetzung)=Anzahl der gu¨nstigen ErgebnisseAnzahl aller mo¨glichen ErgebnisseP(\text{bestimmte Besetzung}) = \frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}}

    P(bestimmte Besetzung)=1729P(\text{bestimmte Besetzung}) = \frac{1}{729}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, dass genau diese Besetzung eintritt, beträgt 1729\frac{1}{729}.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Zahlenschloss hat 4 Rädchen mit den Ziffern 0 bis 9 (also 10 Ziffern pro Rädchen). Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, durch einmaliges zufälliges Raten die richtige Kombination zu finden?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Jede Ziffer (0–9) kann an jeder der vier Positionen vorkommen, auch mehrfach (z. B. 1111) \to Ziehen mit Zurücklegen.
    • Die Reihenfolge der Ziffern ist entscheidend (1234 ist anders als 4321) \to Die Reihenfolge ist wichtig.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Ziffern zur Auswahl ist n=10n = 10.
    • Die Anzahl der Stellen im Code ist k=4k = 4.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    Wir verwenden die Formel nkn^{k}:

    Mo¨glichkeiten=104\text{Möglichkeiten} = 10^{4}

    =10101010=10.000= 10 \cdot 10 \cdot 10 \cdot 10 = 10.000

    Es gibt 10.000 mögliche Kombinationen.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Es gibt nur eine richtige Kombination. Die Anzahl der günstigen Ergebnisse ist 1.

    P(richtige Kombination)=110.000P(\text{richtige Kombination}) = \frac{1}{10.000}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, die richtige Kombination zu raten, beträgt 110.000\frac{1}{10.000}.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein fairer Würfel wird dreimal geworfen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, genau die Sequenz „6, dann 1, dann 4" zu würfeln?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Bei jedem Wurf kann jede der sechs Zahlen erneut kommen \to Ziehen mit Zurücklegen.
    • Die Sequenz ist genau vorgegeben, also ist die Reihenfolge wichtig.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der möglichen Augenzahlen pro Wurf ist n=6n = 6.
    • Die Anzahl der Würfe ist k=3k = 3.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    Wir verwenden die Formel nkn^{k}:

    Mo¨glichkeiten=63\text{Möglichkeiten} = 6^{3}

    =666=216= 6 \cdot 6 \cdot 6 = 216

    Es gibt 216 mögliche Wurfsequenzen.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Die Sequenz „6, 1, 4" ist genau ein günstiges Ergebnis.

    P(„6, 1, 4")=1216P(\text{„6, 1, 4"}) = \frac{1}{216}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit für genau diese Wurfsequenz beträgt 1216\frac{1}{216}.

Beispiel 4

Aufgabe

Aus dem Alphabet mit 26 Buchstaben wird ein Passwort der Länge 2 gebildet. Buchstaben dürfen wiederholt werden. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, zufällig das Passwort „XY" zu erraten?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • „Buchstaben dürfen wiederholt werden" \to Ziehen mit Zurücklegen.
    • „XY" ist anders als „YX" \to Die Reihenfolge ist wichtig.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Buchstaben ist n=26n = 26.
    • Die Länge des Passworts ist k=2k = 2.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    Wir verwenden die Formel nkn^{k}:

    Mo¨glichkeiten=262\text{Möglichkeiten} = 26^{2}

    =2626=676= 26 \cdot 26 = 676

    Es gibt 676 mögliche Passwörter.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Das Passwort „XY" ist ein günstiges Ergebnis.

    P(„XY")=1676P(\text{„XY"}) = \frac{1}{676}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, das Passwort „XY" zu erraten, beträgt 1676\frac{1}{676}.

Beispiel 5

Aufgabe

Bei einem Multiple-Choice-Test gibt es 5 Fragen mit je 4 Antwortmöglichkeiten (A, B, C, D). Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, durch reines Raten die exakte Lösungssequenz (z. B. A, C, B, D, A) zu treffen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Für jede Frage gibt es dieselben 4 Antwortmöglichkeiten \to Ziehen mit Zurücklegen.
    • Die Reihenfolge der Antworten ist entscheidend für das Ergebnis \to Die Reihenfolge ist wichtig.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Antwortmöglichkeiten pro Frage ist n=4n = 4.
    • Die Anzahl der Fragen ist k=5k = 5.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    Wir verwenden die Formel nkn^{k}:

    Mo¨glichkeiten=45\text{Möglichkeiten} = 4^{5}

    =44444=1024= 4 \cdot 4 \cdot 4 \cdot 4 \cdot 4 = 1024

    Es gibt 1024 mögliche Antwortsequenzen.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Es gibt nur eine korrekte Lösungssequenz.

    P(alles richtig)=11024P(\text{alles richtig}) = \frac{1}{1024}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, durch reines Raten alles richtig zu beantworten, beträgt 11024\frac{1}{1024}.

Aufgabentyp 2: Wahrscheinlichkeit berechnen (Ziehen ohne Zurücklegen, Reihenfolge egal)

Beim zweiten wichtigen Modell der Kombinatorik werden gezogene Objekte nicht zurückgelegt. Jedes Objekt kann also nur einmal ausgewählt werden.

Zusätzlich ist hier die Reihenfolge egal. Das bedeutet, ein Team aus {Anna, Ben} ist dasselbe wie ein Team aus {Ben, Anna}.

Dieses Modell nennt man „Kombination ohne Wiederholung". Es beantwortet die Frage: Wie viele Möglichkeiten gibt es, eine Gruppe von kk Objekten aus einer Gesamtmenge von nn Objekten auszuwählen?

Die Formel dafür ist der Binomialkoeffizient:

Anzahl der Mo¨glichkeiten=(nk)=n!k!(nk)!\text{Anzahl der Möglichkeiten} = \binom{n}{k} = \frac{n!}{k! \cdot (n-k)!}

  • nn: Die Gesamtzahl der verfügbaren Objekte (z. B. 9 Mitglieder).
  • kk: Die Größe der Gruppe, die ausgewählt wird (z. B. 3 Teammitglieder).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Situation analysieren

Lies die Aufgabe und achte auf Schlüsselwörter. Wenn Objekte nur einmal ausgewählt werden können („jede Person nur ein Posten") und die Reihenfolge keine Rolle spielt („ein Team", „eine Gruppe"), handelt es sich um eine Kombination ohne Wiederholung.

Schritt 2: n und k bestimmen

  • Finde nn, die Gesamtzahl der Elemente, aus denen du wählst.
  • Finde kk, die Anzahl der Elemente, die du auswählst.

Schritt 3: Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

Setze nn und kk in die Formel (nk)\binom{n}{k} ein und berechne das Ergebnis. Dies ist die „Anzahl aller möglichen Ergebnisse".

Schritt 4: Wahrscheinlichkeit berechnen

Für die Wahrscheinlichkeit einer einzigen, spezifischen Gruppe ist die „Anzahl der günstigen Ergebnisse" wieder 1. Setze die Werte in die Laplace-Formel ein:

P(Ereignis)=1Anzahl aller mo¨glichen ErgebnisseP(\text{Ereignis}) = \frac{1}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}}

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Debattierclub hat neun Mitglieder. Es wird ein dreiköpfiges Team ohne feste Rollen durch zufällige Ziehung gebildet. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes vorhergesagtes Trio ausgewählt wird.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Jedes Mitglied kann nur einmal im Team sein \to Ziehen ohne Zurücklegen.
    • „ohne feste Rollen" \to Die Reihenfolge ist egal.

    Es handelt sich um eine Kombination ohne Wiederholung.

  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Mitglieder ist n=9n = 9.
    • Die Größe des Teams ist k=3k = 3.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    Wir verwenden die Formel (nk)\binom{n}{k}:

    (93)=9!3!(93)!=9!3!6!\binom{9}{3} = \frac{9!}{3! \cdot (9-3)!} = \frac{9!}{3! \cdot 6!}

    =9876!(321)6!= \frac{9 \cdot 8 \cdot 7 \cdot 6!}{(3 \cdot 2 \cdot 1) \cdot 6!}

    Wir kürzen 6!6!:

    =987321=5046=84= \frac{9 \cdot 8 \cdot 7}{3 \cdot 2 \cdot 1} = \frac{504}{6} = 84

    Es gibt 84 mögliche Teams.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Wir suchen die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Trio. Die Anzahl der günstigen Ergebnisse ist 1.

    P(bestimmtes Trio)=184P(\text{bestimmtes Trio}) = \frac{1}{84}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, dass genau dieses Trio ausgewählt wird, beträgt 184\frac{1}{84}.

Beispiel 2

Aufgabe

Beim Lotto „6 aus 49" werden 6 Zahlen aus den Zahlen 1 bis 49 gezogen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem Tipp die sechs richtigen Zahlen zu treffen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Jede Zahl kann nur einmal gezogen werden \to Ziehen ohne Zurücklegen.
    • Die Reihenfolge der gezogenen Zahlen ist für den Gewinn egal \to Die Reihenfolge ist egal.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Zahlen ist n=49n = 49.
    • Die Anzahl der zu ziehenden Zahlen ist k=6k = 6.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    (496)=49!6!(496)!=49!6!43!\binom{49}{6} = \frac{49!}{6! \cdot (49-6)!} = \frac{49!}{6! \cdot 43!}

    =494847464544654321= \frac{49 \cdot 48 \cdot 47 \cdot 46 \cdot 45 \cdot 44}{6 \cdot 5 \cdot 4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1}

    =13.983.816= 13.983.816

    Es gibt fast 14 Millionen mögliche Zahlenkombinationen.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Ein Tipp ist eine günstige Kombination.

    P(6 Richtige)=113.983.816P(\text{6 Richtige}) = \frac{1}{13.983.816}

Ergebnis:

Die Chance auf den Jackpot beträgt 113.983.816\frac{1}{13.983.816}.

Beispiel 3

Aufgabe

Aus einer Klasse mit 20 Schülern soll ein Komitee von 4 Schülern gebildet werden. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Quartett von Schülern ausgewählt wird?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Jeder Schüler kann nur einmal im Komitee sein \to Ziehen ohne Zurücklegen.
    • In einem Komitee gibt es keine festen Rollen \to Die Reihenfolge ist egal.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Schüler ist n=20n = 20.
    • Die Größe des Komitees ist k=4k = 4.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    (204)=20!4!(204)!=20!4!16!\binom{20}{4} = \frac{20!}{4! \cdot (20-4)!} = \frac{20!}{4! \cdot 16!}

    =201918174321=4.845= \frac{20 \cdot 19 \cdot 18 \cdot 17}{4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1} = 4.845

    Es gibt 4.845 mögliche Komitees.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Ein bestimmtes Quartett ist ein günstiges Ergebnis.

    P(bestimmtes Quartett)=14.845P(\text{bestimmtes Quartett}) = \frac{1}{4.845}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit für dieses Quartett beträgt 14.845\frac{1}{4.845}.

Beispiel 4

Aufgabe

In einem Obstkorb liegen 5 verschiedene Früchte (Apfel, Banane, Kirsche, Orange, Birne). Du nimmst blind 3 Früchte heraus. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du genau Apfel, Banane und Kirsche greifst?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Jede Frucht kann nur einmal genommen werden \to Ziehen ohne Zurücklegen.
    • Es ist egal, in welcher Reihenfolge du die Früchte greifst \to Die Reihenfolge ist egal.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Früchte ist n=5n = 5.
    • Die Anzahl der Früchte, die du nimmst, ist k=3k = 3.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    (53)=5!3!(53)!=5!3!2!\binom{5}{3} = \frac{5!}{3! \cdot (5-3)!} = \frac{5!}{3! \cdot 2!}

    =5421=10= \frac{5 \cdot 4}{2 \cdot 1} = 10

    Es gibt 10 mögliche Kombinationen von 3 Früchten.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Die Kombination {Apfel, Banane, Kirsche} ist ein günstiges Ergebnis.

    P(Apfel, Banane, Kirsche)=110P(\text{Apfel, Banane, Kirsche}) = \frac{1}{10}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, genau diese drei Früchte zu greifen, beträgt 110\frac{1}{10}.

Beispiel 5

Aufgabe

Aus einem Kartenspiel mit 32 Karten werden 2 Karten gezogen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, genau die beiden Karten „Herz Ass" und „Karo König" zu ziehen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation analysieren
    • Jede Karte kann nur einmal gezogen werden \to Ziehen ohne Zurücklegen.
    • Die Reihenfolge, in der du die beiden Karten auf der Hand hältst, ist egal \to Die Reihenfolge ist egal.
  2. Schritt 2
    n und k bestimmen
    • Die Gesamtzahl der Karten ist n=32n = 32.
    • Die Anzahl der gezogenen Karten ist k=2k = 2.
  3. Schritt 3
    Gesamtzahl der Möglichkeiten berechnen

    (322)=32!2!(322)!=32!2!30!\binom{32}{2} = \frac{32!}{2! \cdot (32-2)!} = \frac{32!}{2! \cdot 30!}

    =323121=496= \frac{32 \cdot 31}{2 \cdot 1} = 496

    Es gibt 496 mögliche Kartenpaare.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Das Paar {„Herz Ass", „Karo König"} ist ein günstiges Ergebnis.

    P(Herz Ass, Karo Ko¨nig)=1496P(\text{Herz Ass, Karo König}) = \frac{1}{496}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, genau dieses Kartenpaar zu ziehen, beträgt 1496\frac{1}{496}.

Aufgabentyp 3: Der Unterschied zwischen Reihenfolge wichtig und egal

Der entscheidende Punkt beim Wahrscheinlichkeiten mit Kombinatorik berechnen ist die Frage: „Spielt die Reihenfolge eine Rolle?"

Betrachten wir die Auswahl von 3 Personen (A, B, C) aus einer Gruppe, ohne Zurücklegen.

Fall 1: Reihenfolge ist wichtig (Variation ohne Wiederholung)

  • Dies ist der Fall, wenn es um spezifische Posten oder Plätze geht (z. B. Präsident, Vize, Schatzmeister oder Gold, Silber, Bronze).
  • Die Anordnung (A, B, C) ist anders als (B, A, C).
  • Es gibt mehr Möglichkeiten, weil jede Gruppe von Personen intern noch auf verschiedene Weisen angeordnet werden kann.
  • Formel: n!(nk)!\frac{n!}{(n-k)!}

Fall 2: Reihenfolge ist egal (Kombination ohne Wiederholung)

  • Dies ist der Fall, wenn es um eine unspezifische Gruppe oder ein Team geht.
  • Die Gruppe {A, B, C} ist genau dieselbe wie {B, A, C}.
  • Es gibt weniger Möglichkeiten, weil alle verschiedenen Anordnungen derselben Leute als ein einziges Ergebnis gezählt werden.
  • Formel: (nk)\binom{n}{k}

Der Zusammenhang: Die Anzahl der Möglichkeiten mit wichtiger Reihenfolge ist immer um den Faktor k!k! größer als die Anzahl der Möglichkeiten, bei denen die Reihenfolge egal ist. k!k! ist die Anzahl der Arten, wie man kk Elemente anordnen kann.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Szenario 1 analysieren (Reihenfolge wichtig)

Identifiziere die Situation, in der die Reihenfolge zählt (z. B. Ämter, Plätze). Berechne die Anzahl der Möglichkeiten, oft durch schrittweises Überlegen (z. B. 9 Optionen für den 1. Platz, dann 8 für den 2. usw.) oder mit der Formel n!(nk)!\frac{n!}{(n-k)!}.

Schritt 2: Szenario 2 analysieren (Reihenfolge egal)

Identifiziere die Situation, in der die Reihenfolge nicht zählt (z. B. Team, Gruppe). Berechne die Anzahl der Möglichkeiten mit dem Binomialkoeffizienten (nk)\binom{n}{k}.

Schritt 3: Den Unterschied begründen

Vergleiche die beiden Ergebnisse. Erkläre, dass die größere Zahl aus Szenario 1 daher kommt, dass jede einzelne Gruppe aus Szenario 2 auf mehrere Weisen angeordnet werden kann, und jede dieser Anordnungen als separate Möglichkeit gezählt wird.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Debattierclub mit neun Mitgliedern vergibt Posten; dabei kann eine Person nicht mehrere Posten gleichzeitig besetzen. Begründe, warum die Anzahl der Möglichkeiten zur Besetzung von drei spezifischen Ämtern (Sprecher, Schriftführer, Kassenwart) unterschiedlich ist von der Anzahl der Möglichkeiten, ein dreiköpfiges Team ohne feste Rollen zu bilden.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Szenario 1 analysieren (Ämter – Reihenfolge wichtig)

    Bei der Besetzung von Ämtern ist die Reihenfolge entscheidend. Ob Anna Sprecherin und Ben Schriftführer ist, ist eine andere Besetzung als wenn Ben Sprecher und Anna Schriftführerin ist.

    • Für den Sprecher gibt es 9 Möglichkeiten.
    • Danach für den Schriftführer noch 8 Möglichkeiten.
    • Zuletzt für den Kassenwart noch 7 Möglichkeiten.

    Anzahl der Möglichkeiten = 987=5049 \cdot 8 \cdot 7 = 504.

  2. Schritt 2
    Szenario 2 analysieren (Team – Reihenfolge egal)

    Bei einem Team ohne feste Rollen ist die Reihenfolge der Auswahl egal. Das Team {Anna, Ben, Carla} ist dasselbe wie {Ben, Carla, Anna}. Wir berechnen dies mit dem Binomialkoeffizienten:

    (93)=9!3!(93)!=987321=84\binom{9}{3} = \frac{9!}{3! \cdot (9-3)!} = \frac{9 \cdot 8 \cdot 7}{3 \cdot 2 \cdot 1} = 84.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Den Unterschied begründen

    Die Anzahl der Möglichkeiten ist unterschiedlich (504 vs. 84), weil bei der Ämtervergabe jede Anordnung derselben drei Personen als neue Möglichkeit zählt. Ein Team aus 3 Personen (z. B. A, B, C) kann auf 3!=321=63! = 3 \cdot 2 \cdot 1 = 6 verschiedene Weisen auf die Ämter verteilt werden. Daher ist die Anzahl der Möglichkeiten für die Ämter genau 6-mal so groß wie die Anzahl der möglichen Teams: 846=50484 \cdot 6 = 504.

Ergebnis:

Bei Ämtern zählt jede Anordnung separat (504 Möglichkeiten), bei Teams nicht (84 Möglichkeiten).

Beispiel 2

Aufgabe

Aus einer Klasse von 10 Schülern sollen Preise vergeben werden. Begründe den Unterschied zwischen der Anzahl der Möglichkeiten für die Vergabe von Gold-, Silber- und Bronzemedaillen und der Auswahl von drei Schülern, die alle einen identischen Buchpreis erhalten.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Szenario 1 analysieren (Medaillen – Reihenfolge wichtig)

    Gold, Silber und Bronze sind unterschiedliche Ränge. Die Reihenfolge ist also wichtig.

    • Für Gold gibt es 10 Schüler.
    • Für Silber verbleiben 9 Schüler.
    • Für Bronze verbleiben 8 Schüler.

    Anzahl der Möglichkeiten = 1098=72010 \cdot 9 \cdot 8 = 720.

  2. Schritt 2
    Szenario 2 analysieren (Buchpreise – Reihenfolge egal)

    Alle drei Buchpreise sind identisch. Es ist also egal, wer als Erster, Zweiter oder Dritter ausgewählt wird; sie bilden einfach die Gruppe der Gewinner.

    (103)=10!3!7!=1098321=120\binom{10}{3} = \frac{10!}{3! \cdot 7!} = \frac{10 \cdot 9 \cdot 8}{3 \cdot 2 \cdot 1} = 120.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Den Unterschied begründen

    Es gibt 720 Möglichkeiten für die Medaillen, aber nur 120 für die Buchpreise. Der Grund ist, dass jede Gruppe von drei Gewinnern auf 3!=63! = 6 verschiedene Weisen mit Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet werden kann. Bei den Buchpreisen fallen diese Unterscheidungen weg. Daher gilt: 1206=720120 \cdot 6 = 720.

Ergebnis:

Die Medaillenvergabe hat 720 Möglichkeiten, die Buchpreisvergabe nur 120.

Beispiel 3

Aufgabe

In einem Pferderennen starten 8 Pferde. Erkläre den Unterschied zwischen der Anzahl der möglichen Zieleinläufe für die ersten beiden Plätze und der Anzahl der Möglichkeiten, zwei Pferde für ein Dopingtest-Team auszuwählen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Szenario 1 analysieren (Zieleinlauf – Reihenfolge wichtig)

    Der 1. und 2. Platz sind klar unterschieden. Die Reihenfolge ist wichtig.

    • Für den 1. Platz gibt es 8 Pferde.
    • Für den 2. Platz gibt es noch 7 Pferde.

    Anzahl der Möglichkeiten = 87=568 \cdot 7 = 56.

  2. Schritt 2
    Szenario 2 analysieren (Dopingtest – Reihenfolge egal)

    Für den Dopingtest werden einfach zwei Pferde ausgewählt. Es ist egal, welches Pferd zuerst und welches als zweites ausgewählt wird.

    (82)=8!2!6!=8721=28\binom{8}{2} = \frac{8!}{2! \cdot 6!} = \frac{8 \cdot 7}{2 \cdot 1} = 28.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Den Unterschied begründen

    Es gibt 56 mögliche Zieleinläufe, aber nur 28 mögliche Test-Teams. Jedes Paar von Pferden (z. B. Pferd A und Pferd B) kann auf 2!=22! = 2 Weisen die ersten beiden Plätze belegen (A–B oder B–A). Bei der Teamauswahl wird dieses Paar nur einmal gezählt. Daher ist 282=5628 \cdot 2 = 56.

Ergebnis:

Zieleinlauf: 56 Möglichkeiten, Dopingtest-Team: 28 Möglichkeiten.

Beispiel 4

Aufgabe

Aus 7 verschiedenen Eissorten soll Eis bestellt werden. Begründe den Unterschied zwischen der Anzahl der Möglichkeiten, eine Waffel mit zwei verschiedenen Kugeln zu bestellen (wobei die untere Kugel zuerst gewählt wird) und der Anzahl der Möglichkeiten, einen Becher mit zwei verschiedenen Sorten zu bestellen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Szenario 1 analysieren (Waffel – Reihenfolge wichtig)

    Bei der Waffel ist die Reihenfolge wichtig, da eine Sorte unten und die andere oben ist. „Schoko unten, Vanille oben" ist anders als „Vanille unten, Schoko oben".

    • Für die untere Kugel gibt es 7 Sorten.
    • Für die obere Kugel gibt es noch 6 Sorten.

    Anzahl der Möglichkeiten = 76=427 \cdot 6 = 42.

  2. Schritt 2
    Szenario 2 analysieren (Becher – Reihenfolge egal)

    Im Becher liegen die Kugeln nebeneinander. Die Reihenfolge, in der sie hineingegeben werden, spielt keine Rolle.

    (72)=7!2!5!=7621=21\binom{7}{2} = \frac{7!}{2! \cdot 5!} = \frac{7 \cdot 6}{2 \cdot 1} = 21.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Den Unterschied begründen

    Es gibt 42 Waffel-Kombinationen, aber nur 21 Becher-Kombinationen. Jedes Paar von Eissorten kann auf 2!=22! = 2 Arten in der Waffel angeordnet werden, zählt im Becher aber nur als eine Möglichkeit. Daher ist 212=4221 \cdot 2 = 42.

Ergebnis:

Die Waffel hat 42, der Becher nur 21 verschiedene Kombinationen.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Unternehmen mit 12 Mitarbeitern muss eine Delegation für eine Konferenz zusammenstellen. Erkläre den Unterschied zwischen der Anzahl der Möglichkeiten, einen Delegationsleiter und einen Stellvertreter zu bestimmen, und der Anzahl der Möglichkeiten, ein zweiköpfiges Team zu entsenden.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Szenario 1 analysieren (Leiter & Stellvertreter – Reihenfolge wichtig)

    Die Rollen „Leiter" und „Stellvertreter" sind unterschiedlich. Die Reihenfolge der Auswahl ist wichtig.

    • Für den Leiter gibt es 12 Mitarbeiter.
    • Für den Stellvertreter gibt es noch 11 Mitarbeiter.

    Anzahl der Möglichkeiten = 1211=13212 \cdot 11 = 132.

  2. Schritt 2
    Szenario 2 analysieren (Team – Reihenfolge egal)

    Ein zweiköpfiges Team hat keine definierten Rollen. Es ist egal, wer zuerst genannt wird.

    (122)=12!2!10!=121121=66\binom{12}{2} = \frac{12!}{2! \cdot 10!} = \frac{12 \cdot 11}{2 \cdot 1} = 66.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Den Unterschied begründen

    Die Anzahl der Möglichkeiten ist unterschiedlich (132 vs. 66), weil bei der Rollenvergabe jedes Paar von Mitarbeitern auf 2!=22! = 2 Weisen den Posten des Leiters und Stellvertreters besetzen kann. Bei der Teambildung wird jedes Paar nur einmal gezählt. Daher ist 662=13266 \cdot 2 = 132.

Ergebnis:

Leiter & Stellvertreter: 132 Möglichkeiten, zweiköpfiges Team: 66 Möglichkeiten.

Wichtige Erkenntnisse

  • Schlüsselwörter sind alles! Lies die Aufgabe genau und entscheide zuerst, um welches der Modelle es sich handelt.

  • Mit Zurücklegen + Reihenfolge wichtig: (z. B. PIN-Code) \to Formel: nkn^{k}

  • Ohne Zurücklegen + Reihenfolge egal: (z. B. Lotto, Team) \to Formel: (nk)\binom{n}{k}

  • Ohne Zurücklegen + Reihenfolge wichtig: (z. B. Ämter, Medaillen) \to Formel: n!(nk)!\frac{n!}{(n-k)!} oder schrittweise Multiplikation.

  • Die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Ergebnis ist bei Laplace-Experimenten immer 1Gesamtzahl der Mo¨glichkeiten\frac{1}{\text{Gesamtzahl der Möglichkeiten}}.

Häufige Fragen

Was sind Wahrscheinlichkeiten mit Kombinatorik und warum brauche ich sie?

Wahrscheinlichkeiten mit Kombinatorik berechnen bedeutet, mithilfe von Zählmethoden die Gesamtzahl aller möglichen Ergebnisse zu bestimmen und diese in die Laplace-Formel einzusetzen: P(Ereignis) = günstige Ergebnisse / alle möglichen Ergebnisse. Du brauchst diese Methode immer dann, wenn es zu viele Möglichkeiten gibt, um sie einzeln aufzulisten – etwa bei Lotto, PIN-Codes oder der Auswahl eines Teams aus einer Gruppe.

Wie erkenne ich, ob ich die Formel für Ziehen mit oder ohne Zurücklegen verwenden muss?

Das entscheidende Merkmal steckt in der Aufgabenstellung: Wenn Objekte mehrfach ausgewählt werden können (z. B. dieselbe Ziffer mehrmals im Code), handelt es sich um Ziehen mit Zurücklegen – Formel: nk. Wenn jedes Objekt nur einmal vorkommen kann (z. B. Lottozahlen), handelt es sich um Ziehen ohne Zurücklegen. Achte zusätzlich auf Schlüsselwörter wie „darf wiederholt werden" oder „jede Person nur einmal".

Wie berechne ich den Binomialkoeffizienten Schritt für Schritt?

Den Binomialkoeffizienten C(n, k) berechnest du in drei Schritten: 1. Bestimme n (Gesamtzahl der Objekte) und k (Anzahl der ausgewählten Objekte). 2. Setze in die Formel n! / (k! · (n−k)!) ein. 3. Kürze die Fakultäten, indem du den größeren Fakultätsterm im Zähler und Nenner weghebst. Für C(9,3) gilt zum Beispiel: (9·8·7) / (3·2·1) = 84.

Was ist der Unterschied zwischen Reihenfolge wichtig und Reihenfolge egal in der Kombinatorik?

Wenn die Reihenfolge wichtig ist, zählt jede Anordnung derselben Objekte als eigenes Ergebnis – etwa bei Ämtern oder Medaillenrängen. Die Formel lautet n! / (n−k)!. Ist die Reihenfolge egal, wird jede Gruppe nur einmal gezählt – etwa bei Teams oder Lotto. Die Formel ist der Binomialkoeffizient C(n, k). Die Anzahl der Möglichkeiten mit wichtiger Reihenfolge ist stets um den Faktor k! größer.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, beim Lotto 6 Richtige zu tippen?

Beim Lotto „6 aus 49" wird die Gesamtzahl der möglichen Kombinationen mit dem Binomialkoeffizienten berechnet: C(49, 6) = 49! / (6! · 43!) = 13.983.816. Da ein Tipp genau eine dieser Kombinationen darstellt, beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Volltreffer 1 zu 13.983.816 – also ungefähr 0,000007 %.

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