Die Parameter der Binomialverteilung zu bestimmen ist eine der zentralen Aufgaben in der Stochastik. Stell dir vor, du entwickelst ein Videospiel: Wie hoch muss die Wahrscheinlichkeit für einen seltenen Gegenstand sein, damit Spieler ihn nicht zu oft, aber auch nicht zu selten finden? Oder ein Pharmaunternehmen testet einen neuen Impfstoff – wie viele Personen müssen getestet werden, um mit 99%iger Sicherheit sagen zu können, dass er wirksam ist? Das sind keine Schätzfragen, sondern mathematische Probleme. Die Antwort liegt darin, die Parameter der Binomialverteilung – also die Stichprobengröße , die Erfolgswahrscheinlichkeit oder die Trefferzahl – zu finden. Wenn du das beherrschst, kannst du die Logik hinter vielen realen Systemen knacken.
Vorwissen
Bevor wir die Parameter bestimmen, sollten wir uns an ein paar Grundlagen erinnern:
-
Binomialverteilung (Bernoulli-Kette): Ein Zufallsexperiment, das nur zwei Ausgänge hat (Treffer/Niete), eine feste Anzahl an Wiederholungen und eine konstante Trefferwahrscheinlichkeit .
- Beispiel: Ein Würfel wird 10-mal geworfen (). Ein „Treffer" ist das Würfeln einer 6 ().
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Signalwörter für Wahrscheinlichkeiten:
- „mindestens k" bedeutet (k oder mehr Treffer).
- „höchstens k" bedeutet (k oder weniger Treffer).
- „mehr als k" bedeutet , was dasselbe ist wie .
- „weniger als k" bedeutet , was dasselbe ist wie .
-
Die Gegenereignis-Regel: Manchmal ist es einfacher, die Wahrscheinlichkeit des Gegenteils zu berechnen.
- Formel:
- Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, mindestens eine 6 zu würfeln, ist .
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Wichtige Umformung für den Taschenrechner: Dein Taschenrechner kann meist nur . Für „mindestens k" brauchst du diese Umformung:
- Formel:
- Beispiel: . Die Wahrscheinlichkeit für mindestens 3 Treffer ist 1 minus die Wahrscheinlichkeit für höchstens 2 Treffer.
Aufgabentyp 1: Stichprobengröße n gesucht
Manchmal kennen wir die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen Versuch (), aber wir wissen nicht, wie oft wir den Versuch durchführen müssen (), um ein bestimmtes Ergebnis mit einer gewünschten Sicherheit zu erreichen.
Ziel: Finde die kleinste ganze Zahl für , die eine gegebene Wahrscheinlichkeitsbedingung erfüllt.
Beispiel-Frage: „Wie oft muss man mindestens würfeln, um mit mindestens 90% Wahrscheinlichkeit mindestens eine Sechs zu bekommen?"
Hier sind die Trefferwahrscheinlichkeit (1/6), die Trefferanzahl (mindestens 1) und die Zielwahrscheinlichkeit (mindestens 90%) gegeben. Gesucht ist der Stichprobenumfang .
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen: Identifiziere , die Bedingung für und die geforderte Gesamtwahrscheinlichkeit . Stelle daraus eine Ungleichung auf.
- Ungleichung für den Taschenrechner umformen: Forme mithilfe der Gegenereignis-Regel () um, sodass du eine berechenbare Form erhältst. Achte auf das Umdrehen des Relationszeichens beim Multiplizieren mit einer negativen Zahl.
- Systematisches Probieren mit dem Taschenrechner: Setze systematisch verschiedene ganze Zahlen für ein. Beginne mit einer Schätzung und passe sie an, bis die Bedingung zum ersten Mal erfüllt ist.
- Antwort formulieren: Gib die kleinste ganze Zahl für an, die die Bedingung erfüllt, und formuliere einen Antwortsatz.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Auf einer Meeresfarm werden Muscheln gezüchtet. Erfahrungsgemäß enthalten 30% der Muscheln eine Perle. Ermitteln Sie die Anzahl der Muscheln, die man mindestens öffnen muss, damit mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 95% mindestens eine Perle zu finden ist.
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- Trefferwahrscheinlichkeit : Eine Muschel enthält eine Perle. .
- Trefferanzahl : „mindestens eine Perle" .
- Gesamtwahrscheinlichkeit : „mindestens 95%" .
- Gesucht: Stichprobenumfang .
Die Bedingung lautet:
- Schritt 2Ungleichung für den Taschenrechner umformen
Wir nutzen die Gegenereignis-Regel .
Jetzt formen wir um, um zu isolieren:
Achtung, das Relationszeichen dreht sich um!
Da dasselbe ist wie , lautet unsere finale Bedingung:
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren mit dem Taschenrechner
Wir suchen das kleinste , das erfüllt. Wir testen Werte für mit und .
- Test mit : . Das ist . Nicht erfüllt.
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
Die kleinste Anzahl an Muscheln ist 9. Man muss also mindestens 9 Muscheln öffnen.
Beispiel 2
Ein Basketballspieler hat eine Freiwurfquote von 80%. Wie viele Würfe muss er mindestens machen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99% mindestens einmal zu treffen?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- (Trefferwahrscheinlichkeit):
- (Trefferanzahl):
- (Gesamtwahrscheinlichkeit):
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren
Wir testen Werte für mit und .
- Test mit : . Das ist .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
Er muss mindestens 3 Freiwürfe machen.
Beispiel 3
Ein Glücksrad hat 10 Felder, von denen eines gewinnt. Wie oft muss man mindestens drehen, damit die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal zu gewinnen, bei mindestens 50% liegt?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- (Gewinnwahrscheinlichkeit):
- (Trefferanzahl):
- (Gesamtwahrscheinlichkeit):
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren
Wir testen Werte für mit und .
- Test mit : . Das ist .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
Man muss mindestens 7-mal drehen.
Beispiel 4
Bei der Produktion von Schrauben sind 5% defekt. Wie viele Schrauben muss man einer Lieferung mindestens entnehmen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens eine defekte Schraube zu finden?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- (defekte Schraube):
- (Trefferanzahl):
- (Gesamtwahrscheinlichkeit):
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren
Wir testen Werte für mit und .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
- Test mit : . Das ist .
Man muss mindestens 45 Schrauben entnehmen.
Beispiel 5
Ein Medikament wirkt bei 98% der Patienten. Wie viele Patienten müssen mindestens behandelt werden, damit die Wahrscheinlichkeit, dass es bei allen wirkt, unter 20% sinkt?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- (Medikament wirkt):
- (Trefferanzahl): „bei allen wirkt"
- (Gesamtwahrscheinlichkeit):
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
Die Form kann direkt im Taschenrechner verwendet werden. Keine Umformung nötig.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren
Wir testen Werte für mit und .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
- Test mit : . Das ist .
Es müssen mindestens 80 Patienten behandelt werden.
Aufgabentyp 2: Trefferwahrscheinlichkeit p gesucht
In diesem Fall kennen wir die Anzahl der Versuche () und das Ergebnis (z. B. höchstens 10 Treffer mit 90% Wahrscheinlichkeit), aber wir kennen die grundlegende Erfolgswahrscheinlichkeit nicht.
Ziel: Finde den Wert für (oft als Dezimalzahl oder Prozentsatz), der eine gegebene Wahrscheinlichkeitsgleichung erfüllt.
Beispiel-Frage: „Ein Schütze schießt 100-mal. Mit 90% Wahrscheinlichkeit erzielt er höchstens 10 Treffer. Wie hoch ist seine Trefferwahrscheinlichkeit ?"
Hier sind (100), (höchstens 10) und die Gesamtwahrscheinlichkeit (90%) gegeben. Gesucht ist die Trefferwahrscheinlichkeit .
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Informationen sammeln und Gleichung aufstellen: Identifiziere den Stichprobenumfang , die Bedingung für und die exakte Gesamtwahrscheinlichkeit . Stelle daraus eine Gleichung auf.
- Gleichung für den Taschenrechner prüfen: Überprüfe, ob die Gleichung bereits in einer berechenbaren Form wie oder vorliegt. Meistens ist hier keine Umformung nötig.
- Systematisches Probieren für p: Setze systematisch verschiedene Werte für (z. B. 0,1; 0,2; 0,15) in die Gleichung ein. Beobachte, wie sich das Ergebnis verändert, und nähere dich so dem Zielwert an.
- Antwort formulieren: Gib den Wert für an, der die Gleichung am besten erfüllt, und achte auf die geforderte Rundung.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Lisa ist Anfängerin beim Bogenschießen. Sie schießt im Training 100-Mal auf die Scheibe. Ermitteln Sie, wie hoch die Trefferwahrscheinlichkeit von Lisa ist, wenn sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% höchstens 10 Treffer erzielt. Runden Sie auf 2 Nachkommastellen.
- Schritt 1Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
- Stichprobenumfang :
- Trefferanzahl : „höchstens 10 Treffer" .
- Gesamtwahrscheinlichkeit : „Wahrscheinlichkeit von 90%" .
- Gesucht: Trefferwahrscheinlichkeit .
Die Bedingung lautet:
- Schritt 2Gleichung für den Taschenrechner prüfen
Die Form kann direkt mit der kumulierten Binomialverteilung im Taschenrechner berechnet werden. Keine Umformung nötig.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für p
Wir suchen das , das die Gleichung erfüllt. Wir testen verschiedene Werte für .
- Test mit : . Das ist viel zu niedrig.
- Test mit : . Näher dran, aber immer noch zu niedrig.
- Test mit : . Sehr nah an 0,90!
- Test mit : . Das ist fast exakt 0,90.
Der Wert für p liegt bei ca. 0,071. Auf zwei Nachkommastellen gerundet ist das 0,07. Lisas Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei ca. 7%.
Beispiel 2
Bei einer Qualitätskontrolle werden 50 Bauteile geprüft. Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 88% findet man höchstens 2 defekte Teile. Wie hoch ist der Anteil p der defekten Teile in der Gesamtproduktion? Runden Sie auf ganze Prozent.
- Schritt 1Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
- :
- :
- :
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Gleichung prüfen
Die Form ist für den Taschenrechner geeignet.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für p
- Test mit : . Zu niedrig.
- Test mit : . Näher dran.
- Test mit : . Zu hoch.
- Der Wert liegt also zwischen 2% und 3%. ist näher an als . Wir testen dazwischen.
- Test mit : . Das ist sehr nah an 0,88.
Der Anteil p liegt bei ca. 2,5%. Auf ganze Prozent gerundet sind das 3%.
Beispiel 3
Ein Callcenter tätigt 20 Anrufe. Die Wahrscheinlichkeit, dass genau 5 davon erfolgreich sind, beträgt 17,62%. Wie hoch ist die Erfolgswahrscheinlichkeit p bei einem einzelnen Anruf?
- Schritt 1Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
- :
- :
- :
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Gleichung prüfen
Die Form ist für den Taschenrechner geeignet.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für p
- Test mit : . Sehr nah!
- Test mit : . Weiter weg.
- Test mit : . Weiter weg.
- Test mit : . Das ist noch näher.
Die Erfolgswahrscheinlichkeit liegt sehr nah bei 20,5%. Wenn eine einfache Antwort gesucht ist, ist 20% eine sehr gute Näherung.
Beispiel 4
Ein Test besteht aus 10 Multiple-Choice-Fragen mit je 4 Antwortmöglichkeiten. Ein Schüler rät bei allen Fragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er höchstens 3 Fragen richtig beantwortet, beträgt ca. 77,6%. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit p, eine einzelne Frage richtig zu raten?
- Schritt 1Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
- :
- :
- :
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Gleichung prüfen
Die Form ist für den Taschenrechner geeignet.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für p
- Test mit : . Zu hoch.
- Test mit : . Zu niedrig.
- Test mit : . Das ist fast exakt!
Die Wahrscheinlichkeit, eine Frage richtig zu raten, beträgt 25%. Das ergibt Sinn, da es 4 Antwortmöglichkeiten gibt und nur eine richtig ist (1/4 = 0,25).
Beispiel 5
Ein Gärtner pflanzt 30 Samen. Die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als 25 davon keimen, beträgt 82,45%. Wie hoch ist die Keimwahrscheinlichkeit p eines einzelnen Samens? Runden Sie auf ganze Prozent.
- Schritt 1Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
- :
- : „mehr als 25"
- :
- Gesucht:
Bedingung:
- Schritt 2Gleichung umformen
Wir formen um: .
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für p
- Test mit : . Das ist ein Volltreffer!
Die Keimwahrscheinlichkeit beträgt 90%.
Aufgabentyp 3: Trefferanzahl k gesucht
Hier kennen wir die Rahmenbedingungen: die Anzahl der Versuche () und die Erfolgswahrscheinlichkeit (). Wir wollen aber eine Grenze für die Anzahl der Erfolge finden, die eine bestimmte Wahrscheinlichkeitsaussage wahr macht.
Ziel: Finde die kleinste ganze Zahl für , die eine gegebene Wahrscheinlichkeitsbedingung (oft eine Ungleichung) erfüllt.
Beispiel-Frage: „Bei 250 Prüfungen mit einer Bestehensquote von 70%, wie hoch muss die Zahl mindestens sein, damit die Wahrscheinlichkeit für mindestens bestandene Prüfungen unter 60% liegt?"
Hier sind (250) und (0,7) gegeben. Gesucht ist die Schwelle .
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen: Identifiziere den Stichprobenumfang , die Trefferwahrscheinlichkeit und die Bedingung für die Gesamtwahrscheinlichkeit . Das bleibt als Variable in der Ungleichung.
- Ungleichung für den Taschenrechner umformen: Forme die Ungleichung so um, dass du eine berechenbare Form wie erhältst. Nutze die Gegenereignis-Regel und achte auf das Umdrehen des Relationszeichens.
- Systematisches Probieren für k: Setze systematisch ganze Zahlen für (bzw. für den Ausdruck in der umgeformten Ungleichung, z. B. ) in den Taschenrechner ein. Teste Werte, bis die Bedingung zum ersten Mal erfüllt ist.
- Antwort formulieren: Gib die kleinste ganze Zahl für an, die die ursprüngliche Bedingung erfüllt. Achtung: Wenn du mit gerechnet hast, musst du am Ende wieder 1 addieren, um auf zu kommen!
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Bei einer Fahrschulkette geht man von 250 praktischen Führerscheinprüfungen aus. Die Bestehensquote liegt bei 70%. Ermitteln Sie, wie groß die Zahl k mindestens gewählt werden muss, damit die Wahrscheinlichkeit für mindestens k bestandene praktische Prüfungen kleiner oder gleich 60% ist.
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- Stichprobenumfang :
- Trefferwahrscheinlichkeit :
- Bedingung: „mindestens k bestandene Prüfungen" .
- Gesamtwahrscheinlichkeit : „kleiner oder gleich 60%" .
- Gesucht: die kleinste ganze Zahl .
Die Bedingung lautet:
- Schritt 2Ungleichung für den Taschenrechner umformen
Wir nutzen die Regel .
Achtung, das Relationszeichen dreht sich um!
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für k
Wir suchen das kleinste , für das die Bedingung gilt. Wir testen also Werte für in und prüfen, wann das Ergebnis erstmals ist.
- Test mit : . Das ist . Nicht erfüllt.
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
Der kleinste Wert für ist also 173.
Wenn ist, dann ist . Der Wert von k muss mindestens 174 betragen.
Beispiel 2
Ein Münzwurf wird 100-mal durchgeführt. Wie klein darf k höchstens sein, damit die Wahrscheinlichkeit, höchstens k-mal „Kopf" zu werfen, unter 5% liegt?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- :
- :
- Bedingung: „höchstens k-mal Kopf"
- :
- Gesucht: größtes
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
Die Form ist bereits für den Taschenrechner geeignet.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für k
Wir suchen das größte , das die Bedingung erfüllt.
- Test mit : . Das ist .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
- Test mit : . Auch erfüllt, aber wir suchen das größte k.
Der größte Wert für k, der die Bedingung erfüllt, ist 41. k darf also höchstens 41 sein.
Beispiel 3
Ein Pharmaunternehmen stellt fest, dass ein Medikament bei 15% der Patienten Nebenwirkungen zeigt. Bei einer Studie mit 80 Patienten, wie hoch muss k mindestens sein, damit die Wahrscheinlichkeit von mehr als k Patienten mit Nebenwirkungen unter 10% liegt?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- :
- :
- Bedingung: „mehr als k"
- :
- Gesucht: kleinstes
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für k
Wir suchen das kleinste , das erfüllt.
- Test mit : . Das ist .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
Das kleinste k, das die Bedingung erfüllt, ist 16.
Beispiel 4
In einer Stadt regnet es an 40% der Tage. Man beobachtet 365 Tage. Wie viele Regentage k muss man mindestens erwarten, damit die Wahrscheinlichkeit, genau k oder mehr Regentage zu haben, größer als 95% ist?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- :
- :
- Bedingung: „k oder mehr"
- :
- Gesucht: kleinstes
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für k
Wir suchen das kleinste k, also testen wir Werte für .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
- Test mit : . Das ist .
Wenn ist, ist erfüllt. Das heißt ist erfüllt. Das kleinste k ist also 131.
Man muss mindestens 131 Regentage erwarten.
Beispiel 5
Ein Online-Shop hat eine Konversionsrate von 5% (d. h. 5% der Besucher kaufen etwas). An einem Tag besuchen 1000 Leute die Seite. Wie hoch kann k maximal sein, damit die Wahrscheinlichkeit von höchstens k Käufen bei mindestens 99% liegt?
- Schritt 1Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
- :
- :
- Bedingung: „höchstens k Käufe"
- :
- Gesucht: größtes
Bedingung:
- Schritt 2Ungleichung umformen
Die Form ist bereits für den Taschenrechner geeignet.
- Schritt 3 · ErgebnisSystematisches Probieren für k
Wir suchen das kleinste , für das die Wahrscheinlichkeit wird.
- Test mit : . Das ist .
- Test mit : . Das ist . Erfüllt!
Das kleinste k, für das die Wahrscheinlichkeit von höchstens k Käufen bei mindestens 99% liegt, ist 65.
Wichtige Erkenntnisse
- Drei Aufgabentypen: Du kannst nach der Stichprobengröße , der Trefferwahrscheinlichkeit oder der Trefferanzahl gefragt werden.
- Der Master-Plan ist immer gleich: 1. Ungleichung aufstellen, 2. Für den Taschenrechner umformen, 3. Systematisch probieren.
- Die wichtigste Umformung: . Merke dir, dass aus auf der einen Seite auf der anderen wird.
- Vorsicht bei Ungleichungen: Wenn du eine Ungleichung mit einer negativen Zahl (meist −1) multiplizierst, musst du das Relationszeichen umdrehen (aus wird und umgekehrt).
- Systematisches Probieren: Das ist kein Raten, sondern ein gezieltes Testen. Beginne mit einer plausiblen Schätzung und arbeite dich an den Zielwert heran.
Häufige Fragen
Was sind die Parameter der Binomialverteilung?
Die Parameter der Binomialverteilung sind die Stichprobengröße n (Anzahl der Versuche), die Trefferwahrscheinlichkeit p (Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs beim einzelnen Versuch) und die Trefferanzahl k (Anzahl der Erfolge). In Aufgaben ist meist einer dieser Parameter unbekannt und muss rechnerisch bestimmt werden – mithilfe einer Ungleichung und systematischem Probieren am Taschenrechner.
Wie findest du die Stichprobengröße n bei der Binomialverteilung?
Um n zu finden, stellst du zunächst eine Ungleichung auf und formst sie mithilfe der Gegenereignis-Regel P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k−1) um, bis du eine Form erhältst, die dein Taschenrechner berechnen kann. Dann setzt du systematisch verschiedene ganze Zahlen für n ein und suchst die kleinste ganze Zahl, bei der die Bedingung erstmals erfüllt ist.
Wie bestimmst du die Trefferwahrscheinlichkeit p durch systematisches Probieren?
Um p zu bestimmen, stellst du eine Gleichung auf, in der n, k und die Gesamtwahrscheinlichkeit P bekannt sind. Anschließend testest du systematisch verschiedene Werte für p – zum Beispiel 0,1; 0,2; 0,15 – im Taschenrechner und näherst dich so dem gesuchten Wert an. Oft sind nur zwei bis vier Testschritte nötig, um eine gute Näherung zu finden.
Wie gehst du vor, wenn die Trefferanzahl k gesucht ist?
Wenn k gesucht ist, kennst du bereits n und p. Du stellst eine Ungleichung auf, formst sie für den Taschenrechner um und testest dann systematisch ganze Zahlen für k. Wichtig: Hast du mit dem Ausdruck k−1 gerechnet, musst du am Ende 1 addieren, um den richtigen Wert für k zu erhalten.
Warum musst du beim Umformen von Ungleichungen das Relationszeichen umdrehen?
Wenn du eine Ungleichung mit −1 multiplizierst, um zum Beispiel P(X ≤ k−1) zu isolieren, musst du das Relationszeichen umdrehen: aus ≥ wird ≤ und umgekehrt. Diese Regel gilt für jede Multiplikation oder Division mit einer negativen Zahl und ist eine der häufigsten Fehlerquellen beim Umformen von Wahrscheinlichkeitsungleichungen.