Parameter der Binomialverteilung einfach erklärt

Lerne, wie du die Parameter der Binomialverteilung – Stichprobengröße n, Trefferwahrscheinlichkeit p und Trefferanzahl k – Schritt für Schritt berechnest. Mit vielen Beispielen und klarem Schema.

📅 Aktualisiert 28. Juni 202625 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Die Parameter der Binomialverteilung zu bestimmen ist eine der zentralen Aufgaben in der Stochastik. Stell dir vor, du entwickelst ein Videospiel: Wie hoch muss die Wahrscheinlichkeit für einen seltenen Gegenstand sein, damit Spieler ihn nicht zu oft, aber auch nicht zu selten finden? Oder ein Pharmaunternehmen testet einen neuen Impfstoff – wie viele Personen müssen getestet werden, um mit 99%iger Sicherheit sagen zu können, dass er wirksam ist? Das sind keine Schätzfragen, sondern mathematische Probleme. Die Antwort liegt darin, die Parameter der Binomialverteilung – also die Stichprobengröße nn, die Erfolgswahrscheinlichkeit pp oder die Trefferzahl kk – zu finden. Wenn du das beherrschst, kannst du die Logik hinter vielen realen Systemen knacken.

Vorwissen

Bevor wir die Parameter bestimmen, sollten wir uns an ein paar Grundlagen erinnern:

  • Binomialverteilung (Bernoulli-Kette): Ein Zufallsexperiment, das nur zwei Ausgänge hat (Treffer/Niete), eine feste Anzahl an Wiederholungen nn und eine konstante Trefferwahrscheinlichkeit pp.

    • Beispiel: Ein Würfel wird 10-mal geworfen (n=10n=10). Ein „Treffer" ist das Würfeln einer 6 (p=1/6p=1/6).
  • Signalwörter für Wahrscheinlichkeiten:

    • „mindestens k" bedeutet XkX \geq k (k oder mehr Treffer).
    • „höchstens k" bedeutet XkX \leq k (k oder weniger Treffer).
    • „mehr als k" bedeutet X>kX > k, was dasselbe ist wie Xk+1X \geq k+1.
    • „weniger als k" bedeutet X<kX < k, was dasselbe ist wie Xk1X \leq k-1.
  • Die Gegenereignis-Regel: Manchmal ist es einfacher, die Wahrscheinlichkeit des Gegenteils zu berechnen.

    • Formel: P(Ereignis)=1P(Gegenereignis)P(\text{Ereignis}) = 1 - P(\text{Gegenereignis})
    • Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, mindestens eine 6 zu würfeln, ist 1P(keine 6 wu¨rfeln)1 - P(\text{keine 6 würfeln}).
  • Wichtige Umformung für den Taschenrechner: Dein Taschenrechner kann meist nur P(Xk)P(X \leq k). Für „mindestens k" brauchst du diese Umformung:

    • Formel: P(Xk)=1P(Xk1)P(X \geq k) = 1 - P(X \leq k-1)
    • Beispiel: P(X3)=1P(X2)P(X \geq 3) = 1 - P(X \leq 2). Die Wahrscheinlichkeit für mindestens 3 Treffer ist 1 minus die Wahrscheinlichkeit für höchstens 2 Treffer.

Aufgabentyp 1: Stichprobengröße n gesucht

Manchmal kennen wir die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen Versuch (pp), aber wir wissen nicht, wie oft wir den Versuch durchführen müssen (nn), um ein bestimmtes Ergebnis mit einer gewünschten Sicherheit zu erreichen.

Ziel: Finde die kleinste ganze Zahl für nn, die eine gegebene Wahrscheinlichkeitsbedingung erfüllt.

Beispiel-Frage: „Wie oft muss man mindestens würfeln, um mit mindestens 90% Wahrscheinlichkeit mindestens eine Sechs zu bekommen?"

Hier sind die Trefferwahrscheinlichkeit pp (1/6), die Trefferanzahl kk (mindestens 1) und die Zielwahrscheinlichkeit (mindestens 90%) gegeben. Gesucht ist der Stichprobenumfang nn.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen: Identifiziere pp, die Bedingung für kk und die geforderte Gesamtwahrscheinlichkeit PP. Stelle daraus eine Ungleichung auf.
  2. Ungleichung für den Taschenrechner umformen: Forme mithilfe der Gegenereignis-Regel (P(Xk)=1P(Xk1)P(X \geq k) = 1 - P(X \leq k-1)) um, sodass du eine berechenbare Form erhältst. Achte auf das Umdrehen des Relationszeichens beim Multiplizieren mit einer negativen Zahl.
  3. Systematisches Probieren mit dem Taschenrechner: Setze systematisch verschiedene ganze Zahlen für nn ein. Beginne mit einer Schätzung und passe sie an, bis die Bedingung zum ersten Mal erfüllt ist.
  4. Antwort formulieren: Gib die kleinste ganze Zahl für nn an, die die Bedingung erfüllt, und formuliere einen Antwortsatz.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Auf einer Meeresfarm werden Muscheln gezüchtet. Erfahrungsgemäß enthalten 30% der Muscheln eine Perle. Ermitteln Sie die Anzahl der Muscheln, die man mindestens öffnen muss, damit mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 95% mindestens eine Perle zu finden ist.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • Trefferwahrscheinlichkeit pp: Eine Muschel enthält eine Perle. p=0,3p = 0{,}3.
    • Trefferanzahl kk: „mindestens eine Perle" X1\to X \geq 1.
    • Gesamtwahrscheinlichkeit PP: „mindestens 95%" P0,95\to P \geq 0{,}95.
    • Gesucht: Stichprobenumfang nn.

    Die Bedingung lautet: Pn;0,3(X1)0,95P_{n;\, 0{,}3}(X \geq 1) \geq 0{,}95

  2. Schritt 2
    Ungleichung für den Taschenrechner umformen

    Wir nutzen die Gegenereignis-Regel P(X1)=1P(X0)P(X \geq 1) = 1 - P(X \leq 0).

    1P(X0)0,951 - P(X \leq 0) \geq 0{,}95

    Jetzt formen wir um, um P(X0)P(X \leq 0) zu isolieren:

    1P(X0)0,9511 - P(X \leq 0) \geq 0{,}95 \quad | -1

    P(X0)0,05(1)-P(X \leq 0) \geq -0{,}05 \quad | \cdot (-1)

    Achtung, das Relationszeichen dreht sich um!

    P(X0)0,05P(X \leq 0) \leq 0{,}05

    Da P(X0)P(X \leq 0) dasselbe ist wie P(X=0)P(X=0), lautet unsere finale Bedingung: Pn;0,3(X=0)0,05P_{n;\, 0{,}3}(X = 0) \leq 0{,}05

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren mit dem Taschenrechner

    Wir suchen das kleinste nn, das P(X=0)0,05P(X=0) \leq 0{,}05 erfüllt. Wir testen Werte für nn mit p=0,3p=0{,}3 und k=0k=0.

    • Test mit n=8n=8: P8;0,3(X=0)0,0576P_{8;\, 0{,}3}(X=0) \approx 0{,}0576. Das ist >0,05> 0{,}05. Nicht erfüllt.
    • Test mit n=9n=9: P9;0,3(X=0)0,0403P_{9;\, 0{,}3}(X=0) \approx 0{,}0403. Das ist 0,05\leq 0{,}05. Erfüllt!
Ergebnis:

Die kleinste Anzahl an Muscheln ist 9. Man muss also mindestens 9 Muscheln öffnen.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Basketballspieler hat eine Freiwurfquote von 80%. Wie viele Würfe muss er mindestens machen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99% mindestens einmal zu treffen?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • pp (Trefferwahrscheinlichkeit): 0,800{,}80
    • kk (Trefferanzahl): X1X \geq 1
    • PP (Gesamtwahrscheinlichkeit): >0,99> 0{,}99
    • Gesucht: nn

    Bedingung: Pn;0,8(X1)>0,99P_{n;\, 0{,}8}(X \geq 1) > 0{,}99

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    1P(X0)>0,991 - P(X \leq 0) > 0{,}99

    P(X0)>0,01-P(X \leq 0) > -0{,}01

    P(X0)<0,01P(X \leq 0) < 0{,}01

    Pn;0,8(X=0)<0,01P_{n;\, 0{,}8}(X = 0) < 0{,}01

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren

    Wir testen Werte für nn mit p=0,8p=0{,}8 und k=0k=0.

    • Test mit n=2n=2: P2;0,8(X=0)=(0,2)2=0,04P_{2;\, 0{,}8}(X=0) = (0{,}2)^2 = 0{,}04. Das ist >0,01> 0{,}01.
    • Test mit n=3n=3: P3;0,8(X=0)=(0,2)3=0,008P_{3;\, 0{,}8}(X=0) = (0{,}2)^3 = 0{,}008. Das ist <0,01< 0{,}01. Erfüllt!
Ergebnis:

Er muss mindestens 3 Freiwürfe machen.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Glücksrad hat 10 Felder, von denen eines gewinnt. Wie oft muss man mindestens drehen, damit die Wahrscheinlichkeit, mindestens einmal zu gewinnen, bei mindestens 50% liegt?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • pp (Gewinnwahrscheinlichkeit): 1/10=0,11/10 = 0{,}1
    • kk (Trefferanzahl): X1X \geq 1
    • PP (Gesamtwahrscheinlichkeit): 0,50\geq 0{,}50
    • Gesucht: nn

    Bedingung: Pn;0,1(X1)0,50P_{n;\, 0{,}1}(X \geq 1) \geq 0{,}50

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    1P(X=0)0,501 - P(X = 0) \geq 0{,}50

    P(X=0)0,50-P(X = 0) \geq -0{,}50

    P(X=0)0,50P(X = 0) \leq 0{,}50

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren

    Wir testen Werte für nn mit p=0,1p=0{,}1 und k=0k=0.

    • Test mit n=6n=6: P6;0,1(X=0)0,531P_{6;\, 0{,}1}(X=0) \approx 0{,}531. Das ist >0,50> 0{,}50.
    • Test mit n=7n=7: P7;0,1(X=0)0,478P_{7;\, 0{,}1}(X=0) \approx 0{,}478. Das ist 0,50\leq 0{,}50. Erfüllt!
Ergebnis:

Man muss mindestens 7-mal drehen.

Beispiel 4

Aufgabe

Bei der Produktion von Schrauben sind 5% defekt. Wie viele Schrauben muss man einer Lieferung mindestens entnehmen, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 90% mindestens eine defekte Schraube zu finden?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • pp (defekte Schraube): 0,050{,}05
    • kk (Trefferanzahl): X1X \geq 1
    • PP (Gesamtwahrscheinlichkeit): 0,90\geq 0{,}90
    • Gesucht: nn

    Bedingung: Pn;0,05(X1)0,90P_{n;\, 0{,}05}(X \geq 1) \geq 0{,}90

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    1P(X=0)0,901 - P(X = 0) \geq 0{,}90

    P(X=0)0,10-P(X = 0) \geq -0{,}10

    P(X=0)0,10P(X = 0) \leq 0{,}10

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren

    Wir testen Werte für nn mit p=0,05p=0{,}05 und k=0k=0.

    • Test mit n=45n=45: P45;0,05(X=0)0,099P_{45;\, 0{,}05}(X=0) \approx 0{,}099. Das ist 0,10\leq 0{,}10. Erfüllt!
    • Test mit n=44n=44: P44;0,05(X=0)0,104P_{44;\, 0{,}05}(X=0) \approx 0{,}104. Das ist >0,10> 0{,}10.
Ergebnis:

Man muss mindestens 45 Schrauben entnehmen.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Medikament wirkt bei 98% der Patienten. Wie viele Patienten müssen mindestens behandelt werden, damit die Wahrscheinlichkeit, dass es bei allen wirkt, unter 20% sinkt?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • pp (Medikament wirkt): 0,980{,}98
    • kk (Trefferanzahl): „bei allen wirkt" X=n\to X = n
    • PP (Gesamtwahrscheinlichkeit): <0,20< 0{,}20
    • Gesucht: nn

    Bedingung: Pn;0,98(X=n)<0,20P_{n;\, 0{,}98}(X = n) < 0{,}20

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    Die Form P(X=k)P(X=k) kann direkt im Taschenrechner verwendet werden. Keine Umformung nötig.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren

    Wir testen Werte für nn mit p=0,98p=0{,}98 und k=nk=n.

    • Test mit n=80n=80: P80;0,98(X=80)0,199P_{80;\, 0{,}98}(X=80) \approx 0{,}199. Das ist <0,20< 0{,}20. Erfüllt!
    • Test mit n=79n=79: P79;0,98(X=79)0,203P_{79;\, 0{,}98}(X=79) \approx 0{,}203. Das ist >0,20> 0{,}20.
Ergebnis:

Es müssen mindestens 80 Patienten behandelt werden.

Aufgabentyp 2: Trefferwahrscheinlichkeit p gesucht

In diesem Fall kennen wir die Anzahl der Versuche (nn) und das Ergebnis (z. B. höchstens 10 Treffer mit 90% Wahrscheinlichkeit), aber wir kennen die grundlegende Erfolgswahrscheinlichkeit pp nicht.

Ziel: Finde den Wert für pp (oft als Dezimalzahl oder Prozentsatz), der eine gegebene Wahrscheinlichkeitsgleichung erfüllt.

Beispiel-Frage: „Ein Schütze schießt 100-mal. Mit 90% Wahrscheinlichkeit erzielt er höchstens 10 Treffer. Wie hoch ist seine Trefferwahrscheinlichkeit pp?"

Hier sind nn (100), kk (höchstens 10) und die Gesamtwahrscheinlichkeit (90%) gegeben. Gesucht ist die Trefferwahrscheinlichkeit pp.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Informationen sammeln und Gleichung aufstellen: Identifiziere den Stichprobenumfang nn, die Bedingung für kk und die exakte Gesamtwahrscheinlichkeit PP. Stelle daraus eine Gleichung auf.
  2. Gleichung für den Taschenrechner prüfen: Überprüfe, ob die Gleichung bereits in einer berechenbaren Form wie P(Xk)P(X \leq k) oder P(X=k)P(X=k) vorliegt. Meistens ist hier keine Umformung nötig.
  3. Systematisches Probieren für p: Setze systematisch verschiedene Werte für pp (z. B. 0,1; 0,2; 0,15) in die Gleichung ein. Beobachte, wie sich das Ergebnis verändert, und nähere dich so dem Zielwert an.
  4. Antwort formulieren: Gib den Wert für pp an, der die Gleichung am besten erfüllt, und achte auf die geforderte Rundung.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Lisa ist Anfängerin beim Bogenschießen. Sie schießt im Training 100-Mal auf die Scheibe. Ermitteln Sie, wie hoch die Trefferwahrscheinlichkeit von Lisa ist, wenn sie mit einer Wahrscheinlichkeit von 90% höchstens 10 Treffer erzielt. Runden Sie auf 2 Nachkommastellen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
    • Stichprobenumfang nn: 100100
    • Trefferanzahl kk: „höchstens 10 Treffer" X10\to X \leq 10.
    • Gesamtwahrscheinlichkeit PP: „Wahrscheinlichkeit von 90%" P=0,90\to P = 0{,}90.
    • Gesucht: Trefferwahrscheinlichkeit pp.

    Die Bedingung lautet: P100;p(X10)=0,90P_{100;\, p}(X \leq 10) = 0{,}90

  2. Schritt 2
    Gleichung für den Taschenrechner prüfen

    Die Form P(X10)P(X \leq 10) kann direkt mit der kumulierten Binomialverteilung im Taschenrechner berechnet werden. Keine Umformung nötig.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für p

    Wir suchen das pp, das die Gleichung erfüllt. Wir testen verschiedene Werte für pp.

    • Test mit p=0,10p=0{,}10: P100;0,10(X10)0,5832P_{100;\, 0{,}10}(X \leq 10) \approx 0{,}5832. Das ist viel zu niedrig.
    • Test mit p=0,08p=0{,}08: P100;0,08(X10)0,8243P_{100;\, 0{,}08}(X \leq 10) \approx 0{,}8243. Näher dran, aber immer noch zu niedrig.
    • Test mit p=0,07p=0{,}07: P100;0,07(X10)0,9092P_{100;\, 0{,}07}(X \leq 10) \approx 0{,}9092. Sehr nah an 0,90!
    • Test mit p=0,071p=0{,}071: P100;0,071(X10)0,8996P_{100;\, 0{,}071}(X \leq 10) \approx 0{,}8996. Das ist fast exakt 0,90.
Ergebnis:

Der Wert für p liegt bei ca. 0,071. Auf zwei Nachkommastellen gerundet ist das 0,07. Lisas Trefferwahrscheinlichkeit liegt bei ca. 7%.

Beispiel 2

Aufgabe

Bei einer Qualitätskontrolle werden 50 Bauteile geprüft. Mit einer Wahrscheinlichkeit von ca. 88% findet man höchstens 2 defekte Teile. Wie hoch ist der Anteil p der defekten Teile in der Gesamtproduktion? Runden Sie auf ganze Prozent.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
    • nn: 5050
    • kk: X2X \leq 2
    • PP: =0,88= 0{,}88
    • Gesucht: pp

    Bedingung: P50;p(X2)=0,88P_{50;\, p}(X \leq 2) = 0{,}88

  2. Schritt 2
    Gleichung prüfen

    Die Form P(X2)P(X \leq 2) ist für den Taschenrechner geeignet.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für p
    • Test mit p=0,05p=0{,}05: P50;0,05(X2)0,5405P_{50;\, 0{,}05}(X \leq 2) \approx 0{,}5405. Zu niedrig.
    • Test mit p=0,03p=0{,}03: P50;0,03(X2)0,8108P_{50;\, 0{,}03}(X \leq 2) \approx 0{,}8108. Näher dran.
    • Test mit p=0,02p=0{,}02: P50;0,02(X2)0,9216P_{50;\, 0{,}02}(X \leq 2) \approx 0{,}9216. Zu hoch.
    • Der Wert liegt also zwischen 2% und 3%. 0,92160{,}9216 ist näher an 0,880{,}88 als 0,81080{,}8108. Wir testen dazwischen.
    • Test mit p=0,025p=0{,}025: P50;0,025(X2)0,8704P_{50;\, 0{,}025}(X \leq 2) \approx 0{,}8704. Das ist sehr nah an 0,88.
Ergebnis:

Der Anteil p liegt bei ca. 2,5%. Auf ganze Prozent gerundet sind das 3%.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Callcenter tätigt 20 Anrufe. Die Wahrscheinlichkeit, dass genau 5 davon erfolgreich sind, beträgt 17,62%. Wie hoch ist die Erfolgswahrscheinlichkeit p bei einem einzelnen Anruf?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
    • nn: 2020
    • kk: X=5X = 5
    • PP: =0,1762= 0{,}1762
    • Gesucht: pp

    Bedingung: P20;p(X=5)=0,1762P_{20;\, p}(X = 5) = 0{,}1762

  2. Schritt 2
    Gleichung prüfen

    Die Form P(X=5)P(X = 5) ist für den Taschenrechner geeignet.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für p
    • Test mit p=0,20p=0{,}20: P20;0,2(X=5)0,1746P_{20;\, 0{,}2}(X = 5) \approx 0{,}1746. Sehr nah!
    • Test mit p=0,21p=0{,}21: P20;0,21(X=5)0,1817P_{20;\, 0{,}21}(X = 5) \approx 0{,}1817. Weiter weg.
    • Test mit p=0,19p=0{,}19: P20;0,19(X=5)0,1663P_{20;\, 0{,}19}(X = 5) \approx 0{,}1663. Weiter weg.
    • Test mit p=0,205p=0{,}205: P20;0,205(X=5)0,1783P_{20;\, 0{,}205}(X = 5) \approx 0{,}1783. Das ist noch näher.
Ergebnis:

Die Erfolgswahrscheinlichkeit liegt sehr nah bei 20,5%. Wenn eine einfache Antwort gesucht ist, ist 20% eine sehr gute Näherung.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Test besteht aus 10 Multiple-Choice-Fragen mit je 4 Antwortmöglichkeiten. Ein Schüler rät bei allen Fragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er höchstens 3 Fragen richtig beantwortet, beträgt ca. 77,6%. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit p, eine einzelne Frage richtig zu raten?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
    • nn: 1010
    • kk: X3X \leq 3
    • PP: =0,776= 0{,}776
    • Gesucht: pp

    Bedingung: P10;p(X3)=0,776P_{10;\, p}(X \leq 3) = 0{,}776

  2. Schritt 2
    Gleichung prüfen

    Die Form P(X3)P(X \leq 3) ist für den Taschenrechner geeignet.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für p
    • Test mit p=0,20p=0{,}20: P10;0,2(X3)0,8791P_{10;\, 0{,}2}(X \leq 3) \approx 0{,}8791. Zu hoch.
    • Test mit p=0,30p=0{,}30: P10;0,3(X3)0,6496P_{10;\, 0{,}3}(X \leq 3) \approx 0{,}6496. Zu niedrig.
    • Test mit p=0,25p=0{,}25: P10;0,25(X3)0,7759P_{10;\, 0{,}25}(X \leq 3) \approx 0{,}7759. Das ist fast exakt!
Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, eine Frage richtig zu raten, beträgt 25%. Das ergibt Sinn, da es 4 Antwortmöglichkeiten gibt und nur eine richtig ist (1/4 = 0,25).

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Gärtner pflanzt 30 Samen. Die Wahrscheinlichkeit, dass mehr als 25 davon keimen, beträgt 82,45%. Wie hoch ist die Keimwahrscheinlichkeit p eines einzelnen Samens? Runden Sie auf ganze Prozent.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Gleichung aufstellen
    • nn: 3030
    • kk: „mehr als 25" X>25X26\to X > 25 \to X \geq 26
    • PP: =0,8245= 0{,}8245
    • Gesucht: pp

    Bedingung: P30;p(X26)=0,8245P_{30;\, p}(X \geq 26) = 0{,}8245

  2. Schritt 2
    Gleichung umformen

    Wir formen um: P(X26)=1P(X25)P(X \geq 26) = 1 - P(X \leq 25).

    1P(X25)=0,82451 - P(X \leq 25) = 0{,}8245

    P(X25)=0,1755-P(X \leq 25) = -0{,}1755

    P(X25)=0,1755P(X \leq 25) = 0{,}1755

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für p
    • Test mit p=0,90p=0{,}90: P30;0,9(X25)0,1755P_{30;\, 0{,}9}(X \leq 25) \approx 0{,}1755. Das ist ein Volltreffer!
Ergebnis:

Die Keimwahrscheinlichkeit beträgt 90%.

Aufgabentyp 3: Trefferanzahl k gesucht

Hier kennen wir die Rahmenbedingungen: die Anzahl der Versuche (nn) und die Erfolgswahrscheinlichkeit (pp). Wir wollen aber eine Grenze für die Anzahl der Erfolge kk finden, die eine bestimmte Wahrscheinlichkeitsaussage wahr macht.

Ziel: Finde die kleinste ganze Zahl für kk, die eine gegebene Wahrscheinlichkeitsbedingung (oft eine Ungleichung) erfüllt.

Beispiel-Frage: „Bei 250 Prüfungen mit einer Bestehensquote von 70%, wie hoch muss die Zahl kk mindestens sein, damit die Wahrscheinlichkeit für mindestens kk bestandene Prüfungen unter 60% liegt?"

Hier sind nn (250) und pp (0,7) gegeben. Gesucht ist die Schwelle kk.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen: Identifiziere den Stichprobenumfang nn, die Trefferwahrscheinlichkeit pp und die Bedingung für die Gesamtwahrscheinlichkeit PP. Das kk bleibt als Variable in der Ungleichung.
  2. Ungleichung für den Taschenrechner umformen: Forme die Ungleichung so um, dass du eine berechenbare Form wie P(Xk1)P(X \leq k-1) erhältst. Nutze die Gegenereignis-Regel und achte auf das Umdrehen des Relationszeichens.
  3. Systematisches Probieren für k: Setze systematisch ganze Zahlen für kk (bzw. für den Ausdruck in der umgeformten Ungleichung, z. B. k1k-1) in den Taschenrechner ein. Teste Werte, bis die Bedingung zum ersten Mal erfüllt ist.
  4. Antwort formulieren: Gib die kleinste ganze Zahl für kk an, die die ursprüngliche Bedingung erfüllt. Achtung: Wenn du mit k1k-1 gerechnet hast, musst du am Ende wieder 1 addieren, um auf kk zu kommen!

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Bei einer Fahrschulkette geht man von 250 praktischen Führerscheinprüfungen aus. Die Bestehensquote liegt bei 70%. Ermitteln Sie, wie groß die Zahl k mindestens gewählt werden muss, damit die Wahrscheinlichkeit für mindestens k bestandene praktische Prüfungen kleiner oder gleich 60% ist.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • Stichprobenumfang nn: 250250
    • Trefferwahrscheinlichkeit pp: 0,70{,}7
    • Bedingung: „mindestens k bestandene Prüfungen" Xk\to X \geq k.
    • Gesamtwahrscheinlichkeit PP: „kleiner oder gleich 60%" P0,60\to P \leq 0{,}60.
    • Gesucht: die kleinste ganze Zahl kk.

    Die Bedingung lautet: P250;0,7(Xk)0,60P_{250;\, 0{,}7}(X \geq k) \leq 0{,}60

  2. Schritt 2
    Ungleichung für den Taschenrechner umformen

    Wir nutzen die Regel P(Xk)=1P(Xk1)P(X \geq k) = 1 - P(X \leq k-1).

    1P(Xk1)0,6011 - P(X \leq k-1) \leq 0{,}60 \quad | -1

    P(Xk1)0,40(1)-P(X \leq k-1) \leq -0{,}40 \quad | \cdot (-1)

    Achtung, das Relationszeichen dreht sich um!

    P(Xk1)0,40P(X \leq k-1) \geq 0{,}40

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für k

    Wir suchen das kleinste kk, für das die Bedingung gilt. Wir testen also Werte für k1k-1 in P(Xk1)P(X \leq k-1) und prüfen, wann das Ergebnis erstmals 0,40\geq 0{,}40 ist.

    • Test mit k1=172k-1 = 172: P250;0,7(X172)0,3620P_{250;\, 0{,}7}(X \leq 172) \approx 0{,}3620. Das ist <0,40< 0{,}40. Nicht erfüllt.
    • Test mit k1=173k-1 = 173: P250;0,7(X173)0,4146P_{250;\, 0{,}7}(X \leq 173) \approx 0{,}4146. Das ist 0,40\geq 0{,}40. Erfüllt!

    Der kleinste Wert für k1k-1 ist also 173.

Ergebnis:

Wenn k1=173k-1 = 173 ist, dann ist k=173+1=174k = 173 + 1 = 174. Der Wert von k muss mindestens 174 betragen.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Münzwurf wird 100-mal durchgeführt. Wie klein darf k höchstens sein, damit die Wahrscheinlichkeit, höchstens k-mal „Kopf" zu werfen, unter 5% liegt?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • nn: 100100
    • pp: 0,50{,}5
    • Bedingung: „höchstens k-mal Kopf" Xk\to X \leq k
    • PP: <0,05< 0{,}05
    • Gesucht: größtes kk

    Bedingung: P100;0,5(Xk)<0,05P_{100;\, 0{,}5}(X \leq k) < 0{,}05

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    Die Form ist bereits für den Taschenrechner geeignet.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für k

    Wir suchen das größte kk, das die Bedingung erfüllt.

    • Test mit k=42k=42: P(X42)0,0666P(X \leq 42) \approx 0{,}0666. Das ist >0,05> 0{,}05.
    • Test mit k=41k=41: P(X41)0,0443P(X \leq 41) \approx 0{,}0443. Das ist <0,05< 0{,}05. Erfüllt!
    • Test mit k=40k=40: P(X40)0,0284P(X \leq 40) \approx 0{,}0284. Auch erfüllt, aber wir suchen das größte k.
Ergebnis:

Der größte Wert für k, der die Bedingung erfüllt, ist 41. k darf also höchstens 41 sein.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Pharmaunternehmen stellt fest, dass ein Medikament bei 15% der Patienten Nebenwirkungen zeigt. Bei einer Studie mit 80 Patienten, wie hoch muss k mindestens sein, damit die Wahrscheinlichkeit von mehr als k Patienten mit Nebenwirkungen unter 10% liegt?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • nn: 8080
    • pp: 0,150{,}15
    • Bedingung: „mehr als k" X>kXk+1\to X > k \to X \geq k+1
    • PP: <0,10< 0{,}10
    • Gesucht: kleinstes kk

    Bedingung: P80;0,15(X>k)<0,10P_{80;\, 0{,}15}(X > k) < 0{,}10

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    P(X>k)=1P(Xk)P(X > k) = 1 - P(X \leq k).

    1P(Xk)<0,101 - P(X \leq k) < 0{,}10

    P(Xk)<0,90-P(X \leq k) < -0{,}90

    P(Xk)>0,90P(X \leq k) > 0{,}90

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für k

    Wir suchen das kleinste kk, das P(Xk)>0,90P(X \leq k) > 0{,}90 erfüllt.

    • Test mit k=15k=15: P(X15)0,857P(X \leq 15) \approx 0{,}857. Das ist <0,90< 0{,}90.
    • Test mit k=16k=16: P(X16)0,913P(X \leq 16) \approx 0{,}913. Das ist >0,90> 0{,}90. Erfüllt!
Ergebnis:

Das kleinste k, das die Bedingung erfüllt, ist 16.

Beispiel 4

Aufgabe

In einer Stadt regnet es an 40% der Tage. Man beobachtet 365 Tage. Wie viele Regentage k muss man mindestens erwarten, damit die Wahrscheinlichkeit, genau k oder mehr Regentage zu haben, größer als 95% ist?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • nn: 365365
    • pp: 0,400{,}40
    • Bedingung: „k oder mehr" Xk\to X \geq k
    • PP: >0,95> 0{,}95
    • Gesucht: kleinstes kk

    Bedingung: P365;0,4(Xk)>0,95P_{365;\, 0{,}4}(X \geq k) > 0{,}95

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    1P(Xk1)>0,951 - P(X \leq k-1) > 0{,}95

    P(Xk1)>0,05-P(X \leq k-1) > -0{,}05

    P(Xk1)<0,05P(X \leq k-1) < 0{,}05

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für k

    Wir suchen das kleinste k, also testen wir Werte für k1k-1.

    • Test mit k1=130k-1=130: P(X130)0,045P(X \leq 130) \approx 0{,}045. Das ist <0,05< 0{,}05. Erfüllt!
    • Test mit k1=131k-1=131: P(X131)0,058P(X \leq 131) \approx 0{,}058. Das ist >0,05> 0{,}05.

    Wenn k1=130k-1=130 ist, ist P(X130)<0,05P(X \leq 130) < 0{,}05 erfüllt. Das heißt P(X131)>0,95P(X \geq 131) > 0{,}95 ist erfüllt. Das kleinste k ist also 131.

Ergebnis:

Man muss mindestens 131 Regentage erwarten.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Online-Shop hat eine Konversionsrate von 5% (d. h. 5% der Besucher kaufen etwas). An einem Tag besuchen 1000 Leute die Seite. Wie hoch kann k maximal sein, damit die Wahrscheinlichkeit von höchstens k Käufen bei mindestens 99% liegt?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Informationen sammeln und Ungleichung aufstellen
    • nn: 10001000
    • pp: 0,050{,}05
    • Bedingung: „höchstens k Käufe" Xk\to X \leq k
    • PP: 0,99\geq 0{,}99
    • Gesucht: größtes kk

    Bedingung: P1000;0,05(Xk)0,99P_{1000;\, 0{,}05}(X \leq k) \geq 0{,}99

  2. Schritt 2
    Ungleichung umformen

    Die Form ist bereits für den Taschenrechner geeignet.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Systematisches Probieren für k

    Wir suchen das kleinste kk, für das die Wahrscheinlichkeit 0,99\geq 0{,}99 wird.

    • Test mit k=64k=64: P(X64)0,988P(X \leq 64) \approx 0{,}988. Das ist <0,99< 0{,}99.
    • Test mit k=65k=65: P(X65)0,992P(X \leq 65) \approx 0{,}992. Das ist 0,99\geq 0{,}99. Erfüllt!
Ergebnis:

Das kleinste k, für das die Wahrscheinlichkeit von höchstens k Käufen bei mindestens 99% liegt, ist 65.

Wichtige Erkenntnisse

  • Drei Aufgabentypen: Du kannst nach der Stichprobengröße nn, der Trefferwahrscheinlichkeit pp oder der Trefferanzahl kk gefragt werden.
  • Der Master-Plan ist immer gleich: 1. Ungleichung aufstellen, 2. Für den Taschenrechner umformen, 3. Systematisch probieren.
  • Die wichtigste Umformung: P(Xk)=1P(Xk1)P(X \geq k) = 1 - P(X \leq k-1). Merke dir, dass aus k\geq k auf der einen Seite k1\leq k-1 auf der anderen wird.
  • Vorsicht bei Ungleichungen: Wenn du eine Ungleichung mit einer negativen Zahl (meist −1) multiplizierst, musst du das Relationszeichen umdrehen (aus \leq wird \geq und umgekehrt).
  • Systematisches Probieren: Das ist kein Raten, sondern ein gezieltes Testen. Beginne mit einer plausiblen Schätzung und arbeite dich an den Zielwert heran.

Häufige Fragen

Was sind die Parameter der Binomialverteilung?

Die Parameter der Binomialverteilung sind die Stichprobengröße n (Anzahl der Versuche), die Trefferwahrscheinlichkeit p (Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs beim einzelnen Versuch) und die Trefferanzahl k (Anzahl der Erfolge). In Aufgaben ist meist einer dieser Parameter unbekannt und muss rechnerisch bestimmt werden – mithilfe einer Ungleichung und systematischem Probieren am Taschenrechner.

Wie findest du die Stichprobengröße n bei der Binomialverteilung?

Um n zu finden, stellst du zunächst eine Ungleichung auf und formst sie mithilfe der Gegenereignis-Regel P(X ≥ k) = 1 − P(X ≤ k−1) um, bis du eine Form erhältst, die dein Taschenrechner berechnen kann. Dann setzt du systematisch verschiedene ganze Zahlen für n ein und suchst die kleinste ganze Zahl, bei der die Bedingung erstmals erfüllt ist.

Wie bestimmst du die Trefferwahrscheinlichkeit p durch systematisches Probieren?

Um p zu bestimmen, stellst du eine Gleichung auf, in der n, k und die Gesamtwahrscheinlichkeit P bekannt sind. Anschließend testest du systematisch verschiedene Werte für p – zum Beispiel 0,1; 0,2; 0,15 – im Taschenrechner und näherst dich so dem gesuchten Wert an. Oft sind nur zwei bis vier Testschritte nötig, um eine gute Näherung zu finden.

Wie gehst du vor, wenn die Trefferanzahl k gesucht ist?

Wenn k gesucht ist, kennst du bereits n und p. Du stellst eine Ungleichung auf, formst sie für den Taschenrechner um und testest dann systematisch ganze Zahlen für k. Wichtig: Hast du mit dem Ausdruck k−1 gerechnet, musst du am Ende 1 addieren, um den richtigen Wert für k zu erhalten.

Warum musst du beim Umformen von Ungleichungen das Relationszeichen umdrehen?

Wenn du eine Ungleichung mit −1 multiplizierst, um zum Beispiel P(X ≤ k−1) zu isolieren, musst du das Relationszeichen umdrehen: aus wird und umgekehrt. Diese Regel gilt für jede Multiplikation oder Division mit einer negativen Zahl und ist eine der häufigsten Fehlerquellen beim Umformen von Wahrscheinlichkeitsungleichungen.

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