Binomialkoeffizient einfach erklärt: Formel & Beispiele

Der Binomialkoeffizient einfach erklärt: Formel, Schritt-für-Schritt-Anleitung, Taschenrechner-Methode und Textaufgaben mit vollständig durchgerechneten Beispielen.

📅 Aktualisiert 28. Juni 202626 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Der Binomialkoeffizient ist eines der wichtigsten Werkzeuge in der Wahrscheinlichkeitsrechnung. Er verrät dir auf einen Blick, auf wie viele Arten du eine kleine Gruppe aus einer großen Menge auswählen kannst – ohne die Reihenfolge zu beachten. Ob du die Lotto-Chancen selbst ausrechnen, mögliche Pizza-Kombinationen zählen oder Komitees bilden möchtest: Sobald du den Binomialkoeffizienten verstanden hast, kannst du in vielen Bereichen die Anzahl der Möglichkeiten bestimmen. In diesem Artikel lernst du, den Binomialkoeffizienten berechnen zu können – von Hand, mit dem Taschenrechner und in Textaufgaben.

Schnellantwort

Der Binomialkoeffizient (nk)\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) – gelesen als „n über k" – gibt an, wie viele Möglichkeiten es gibt, kk Objekte aus einer Menge von nn Objekten auszuwählen, ohne die Reihenfolge zu beachten. Die Formel lautet: (nk)=n!k!(nk)!\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) = \frac{n!}{k! \cdot (n-k)!}. Er wird immer dann eingesetzt, wenn ohne Zurücklegen und ohne Beachtung der Reihenfolge gewählt wird.

Vorwissen

Bevor wir starten, solltest du dieses Konzept kennen:

  • Fakultät (!): Das Ausrufezeichen in der Mathematik bedeutet „Fakultät". Du multiplizierst die Zahl mit allen ganzen Zahlen, die kleiner sind als sie, bis hinunter zur 1.
    • Formel: n!=n(n1)(n2)...1n! = n \cdot (n-1) \cdot (n-2) \cdot ... \cdot 1
    • Beispiel: 4!=4321=244! = 4 \cdot 3 \cdot 2 \cdot 1 = 24

Aufgabentyp 1: Binomialkoeffizient von Hand berechnen

Der Binomialkoeffizient gibt an, wie viele Möglichkeiten es gibt, kk Objekte aus einer Menge von nn Objekten auszuwählen, ohne die Reihenfolge zu beachten.

Man schreibt ihn als (nk)\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) und liest es als „n über k".

  • nn: Die Gesamtzahl der Objekte, aus denen du wählen kannst (steht immer oben).
  • kk: Die Anzahl der Objekte, die du auswählst (steht immer unten).

Die Formel zur Berechnung lautet:

(nk)=n!k!(nk)!\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) = \frac{n!}{k! \cdot (n-k)!}

Eine wichtige Regel dabei ist, dass 0!0! immer gleich 11 ist. Das brauchen wir für Sonderfälle.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Lies die obere Zahl (nn) und die untere Zahl (kk) aus dem Binomialkoeffizienten ab.
  2. Schritt 2: Setze die Werte für nn und kk in die Formel n!k!(nk)!\frac{n!}{k! \cdot (n-k)!} ein.
  3. Schritt 3: Berechne den Wert in der Klammer im Nenner (nk)(n-k).
  4. Schritt 4: Schreibe die Fakultäten als lange Multiplikationsketten aus. Ein Trick ist, die größte Fakultät im Zähler nur so weit auszuschreiben, bis sie der größten Fakultät im Nenner entspricht. So kannst du riesige Teile direkt kürzen.
  5. Schritt 5: Multipliziere die übrigen Zahlen im Zähler und Nenner und teile sie, um das Endergebnis zu erhalten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Berechne den Binomialkoeffizienten (52)\left(\begin{array}{c} 5 \\ 2 \end{array}\right) von Hand.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    Wir haben n=5n = 5 und k=2k = 2.

  2. Schritt 2
    In die Formel einsetzen

    Wir setzen die Werte in die Formel ein:

    (52)=5!2!(52)!\left(\begin{array}{c} 5 \\ 2 \end{array}\right) = \frac{5!}{2! \cdot (5-2)!}

  3. Schritt 3
    Klammer ausrechnen

    Wir berechnen die Differenz in der Klammer:

    =5!2!3!= \frac{5!}{2! \cdot 3!}

  4. Schritt 4
    Fakultäten ausschreiben und kürzen

    Wir schreiben die Fakultäten aus. Wir sehen, dass 3!3! im Nenner steht, also schreiben wir 5!5! nur bis zur 3 aus:

    =543!2!3!= \frac{5 \cdot 4 \cdot 3!}{2! \cdot 3!}

    Jetzt können wir 3!3! im Zähler und Nenner kürzen:

    =542!= \frac{5 \cdot 4}{2!}

    =5421= \frac{5 \cdot 4}{2 \cdot 1}

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    =202= \frac{20}{2}

    =10= 10

Ergebnis:

(52)=10\left(\begin{array}{c} 5 \\ 2 \end{array}\right) = 10

Beispiel 2

Aufgabe

Berechne den Binomialkoeffizienten (64)\left(\begin{array}{c} 6 \\ 4 \end{array}\right) von Hand.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=6n = 6 und k=4k = 4.

  2. Schritt 2
    In die Formel einsetzen

    (64)=6!4!(64)!\left(\begin{array}{c} 6 \\ 4 \end{array}\right) = \frac{6!}{4! \cdot (6-4)!}

  3. Schritt 3
    Klammer ausrechnen

    =6!4!2!= \frac{6!}{4! \cdot 2!}

  4. Schritt 4
    Fakultäten ausschreiben und kürzen

    Wir kürzen mit der größeren Fakultät im Nenner, also 4!4!:

    =654!4!2!= \frac{6 \cdot 5 \cdot 4!}{4! \cdot 2!}

    =652!= \frac{6 \cdot 5}{2!}

    =6521= \frac{6 \cdot 5}{2 \cdot 1}

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    =302= \frac{30}{2}

    =15= 15

Ergebnis:

(64)=15\left(\begin{array}{c} 6 \\ 4 \end{array}\right) = 15

Beispiel 3

Aufgabe

Berechne den Binomialkoeffizienten (77)\left(\begin{array}{c} 7 \\ 7 \end{array}\right) von Hand.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=7n = 7 und k=7k = 7.

  2. Schritt 2
    In die Formel einsetzen

    (77)=7!7!(77)!\left(\begin{array}{c} 7 \\ 7 \end{array}\right) = \frac{7!}{7! \cdot (7-7)!}

  3. Schritt 3
    Klammer ausrechnen

    =7!7!0!= \frac{7!}{7! \cdot 0!}

  4. Schritt 4
    Fakultäten ausschreiben und kürzen

    Wir wissen, dass 0!=10! = 1 ist. Wir können auch 7!7! kürzen:

    =7!7!1= \frac{7!}{7! \cdot 1}

    =11= \frac{1}{1}

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    =1= 1

Ergebnis:

(77)=1\left(\begin{array}{c} 7 \\ 7 \end{array}\right) = 1. Es gibt nur eine Möglichkeit, 7 aus 7 Dingen auszuwählen: Man nimmt alle.

Beispiel 4

Aufgabe

Berechne den Binomialkoeffizienten (81)\left(\begin{array}{c} 8 \\ 1 \end{array}\right) von Hand.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=8n = 8 und k=1k = 1.

  2. Schritt 2
    In die Formel einsetzen

    (81)=8!1!(81)!\left(\begin{array}{c} 8 \\ 1 \end{array}\right) = \frac{8!}{1! \cdot (8-1)!}

  3. Schritt 3
    Klammer ausrechnen

    =8!1!7!= \frac{8!}{1! \cdot 7!}

  4. Schritt 4
    Fakultäten ausschreiben und kürzen

    Wir kürzen mit 7!7!:

    =87!1!7!= \frac{8 \cdot 7!}{1! \cdot 7!}

    Da 1!=11! = 1 ist, bleibt übrig:

    =81= \frac{8}{1}

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    =8= 8

Ergebnis:

(81)=8\left(\begin{array}{c} 8 \\ 1 \end{array}\right) = 8. Es gibt 8 Möglichkeiten, 1 Ding aus 8 Dingen auszuwählen.

Beispiel 5

Aufgabe

Berechne den Binomialkoeffizienten (40)\left(\begin{array}{c} 4 \\ 0 \end{array}\right) von Hand.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=4n = 4 und k=0k = 0.

  2. Schritt 2
    In die Formel einsetzen

    (40)=4!0!(40)!\left(\begin{array}{c} 4 \\ 0 \end{array}\right) = \frac{4!}{0! \cdot (4-0)!}

  3. Schritt 3
    Klammer ausrechnen

    =4!0!4!= \frac{4!}{0! \cdot 4!}

  4. Schritt 4
    Fakultäten ausschreiben und kürzen

    Wir wissen, dass 0!=10! = 1 ist. Wir können 4!4! kürzen:

    =4!14!= \frac{4!}{1 \cdot 4!}

    =11= \frac{1}{1}

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    =1= 1

Ergebnis:

(40)=1\left(\begin{array}{c} 4 \\ 0 \end{array}\right) = 1. Es gibt nur eine Möglichkeit, 0 Dinge aus 4 auszuwählen: Man nimmt nichts.

Aufgabentyp 2: Binomialkoeffizient mit dem Taschenrechner berechnen

Für größere Zahlen wie (306)\left(\begin{array}{c} 30 \\ 6 \end{array}\right) ist die Berechnung von Hand sehr mühsam. Zum Glück haben die meisten wissenschaftlichen Taschenrechner eine spezielle Funktion dafür.

Diese Funktion heißt oft nCr. Das „n" und „r" stehen für „n" und „k" (in manchen Ländern wird „r" statt „k" verwendet). Das „C" steht für „Combinations" (Kombinationen).

Du findest die Taste meist als Zweitbelegung über einer anderen Taste (z.B. über dem Geteilt-Zeichen). Du musst also erst die SHIFT- oder 2nd-Taste drücken.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Bestimme die obere Zahl (nn) und die untere Zahl (kk).
  2. Schritt 2: Tippe die Zahl für nn in den Taschenrechner ein.
  3. Schritt 3: Drücke die SHIFT- oder 2nd-Taste und dann die Taste mit der nCr-Funktion.
  4. Schritt 4: Tippe die Zahl für kk ein.
  5. Schritt 5: Drücke die Gleichheitstaste (=) und lies das Ergebnis vom Display ab.
Taschenrechner mit nCr-Funktion und Eingabe
Taschenrechner mit nCr-Funktion und Eingabe

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Berechne (64)\left(\begin{array}{c} 6 \\ 4 \end{array}\right) mit dem Taschenrechner.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=6n = 6 und k=4k = 4.

  2. Schritt 2 & 3 & 4 & 5 · Ergebnis
    Im Taschenrechner eingeben
    1. Tippe 6 ein.
    2. Drücke SHIFT und dann die nCr-Taste.
    3. Tippe 4 ein.
    4. Drücke =.

    Das Display zeigt 15 an.

Ergebnis:

(64)=15\left(\begin{array}{c} 6 \\ 4 \end{array}\right) = 15

Beispiel 2

Aufgabe

Berechne (306)\left(\begin{array}{c} 30 \\ 6 \end{array}\right) mit dem Taschenrechner.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=30n = 30 und k=6k = 6.

  2. Schritt 2 & 3 & 4 & 5 · Ergebnis
    Im Taschenrechner eingeben
    1. Tippe 30 ein.
    2. Drücke SHIFT und dann die nCr-Taste.
    3. Tippe 6 ein.
    4. Drücke =.

    Das Display zeigt 593775 an.

Ergebnis:

(306)=593.775\left(\begin{array}{c} 30 \\ 6 \end{array}\right) = 593.775

Beispiel 3

Aufgabe

Berechne die Anzahl der möglichen Lotto-Ziehungen „6 aus 49", also (496)\left(\begin{array}{c} 49 \\ 6 \end{array}\right), mit dem Taschenrechner.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=49n = 49 (Gesamtzahl der Kugeln) und k=6k = 6 (Anzahl der gezogenen Kugeln).

  2. Schritt 2 & 3 & 4 & 5 · Ergebnis
    Im Taschenrechner eingeben
    1. Tippe 49 ein.
    2. Drücke SHIFT und dann die nCr-Taste.
    3. Tippe 6 ein.
    4. Drücke =.

    Das Display zeigt 13983816 an.

Ergebnis:

Es gibt 13.983.816 verschiedene Möglichkeiten, 6 aus 49 Zahlen zu ziehen.

Beispiel 4

Aufgabe

In einer Klasse mit 25 Schülern soll ein Komitee aus 3 Schülern gebildet werden. Berechne die Anzahl der Möglichkeiten mit dem Taschenrechner.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    Wir wählen 3 Schüler aus einer Gesamtmenge von 25. Also ist n=25n = 25 und k=3k = 3.

  2. Schritt 2 & 3 & 4 & 5 · Ergebnis
    Im Taschenrechner eingeben
    1. Tippe 25 ein.
    2. Drücke SHIFT und dann die nCr-Taste.
    3. Tippe 3 ein.
    4. Drücke =.

    Das Display zeigt 2300 an.

Ergebnis:

(253)=2.300\left(\begin{array}{c} 25 \\ 3 \end{array}\right) = 2.300. Es gibt 2.300 Möglichkeiten, das Komitee zu bilden.

Beispiel 5

Aufgabe

Beim Pokern erhält ein Spieler 5 Karten aus einem Deck von 52 Karten. Berechne die Anzahl der möglichen Starthände, (525)\left(\begin{array}{c} 52 \\ 5 \end{array}\right), mit dem Taschenrechner.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    n und k identifizieren

    n=52n = 52 (Karten im Deck) und k=5k = 5 (Karten auf der Hand).

  2. Schritt 2 & 3 & 4 & 5 · Ergebnis
    Im Taschenrechner eingeben
    1. Tippe 52 ein.
    2. Drücke SHIFT und dann die nCr-Taste.
    3. Tippe 5 ein.
    4. Drücke =.

    Das Display zeigt 2598960 an.

Ergebnis:

Es gibt 2.598.960 verschiedene Starthände beim Pokern.

Aufgabentyp 3: Anwendung in Textaufgaben (Kombinationen)

Der Binomialkoeffizient ist die Antwort auf eine ganz bestimmte Art von Auswahlproblem. Du benutzt ihn immer dann, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Ohne Zurücklegen: Jedes Objekt kann nur einmal ausgewählt werden. (Wenn du eine Eiskugel Sorte Schoko gewählt hast, kannst du nicht nochmal Schoko wählen, da du ja verschiedene Sorten willst).

  2. Ohne Beachtung der Reihenfolge: Es ist egal, in welcher Reihenfolge die Objekte ausgewählt werden. (Ein Eis mit Schoko und Vanille ist dasselbe wie ein Eis mit Vanille und Schoko).

Wenn du eine Textaufgabe liest, frage dich immer diese beiden Dinge. Wenn die Antwort bei beiden „Ja" ist, dann kannst du die Anzahl der Möglichkeiten mit dem Binomialkoeffizienten (nk)\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) berechnen.

  • nn ist die Gesamtzahl der Dinge, aus denen du wählen kannst (z.B. alle Eissorten).
  • kk ist die Anzahl der Dinge, die du tatsächlich auswählst (z.B. die Anzahl der Kugeln).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Lies die Aufgabe sorgfältig durch und verstehe, was ausgewählt werden soll und woraus ausgewählt wird.
  2. Schritt 2: Prüfe die Bedingungen – wird ohne Zurücklegen gewählt? Spielt die Reihenfolge eine Rolle? Wenn beides zutrifft (ohne Zurücklegen, ohne Reihenfolge), verwendest du den Binomialkoeffizienten.
  3. Schritt 3: Finde die Gesamtzahl der Objekte (nn) und die Anzahl der ausgewählten Objekte (kk).
  4. Schritt 4: Schreibe den Binomialkoeffizienten in der Form (nk)\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) auf.
  5. Schritt 5: Berechne den Wert mit dem Taschenrechner (oder von Hand, falls verlangt).
  6. Schritt 6: Gib die Antwort in einem vollständigen Satz an, der sich auf die ursprüngliche Frage bezieht.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Luisa hat Sommerferien und geht in eine Eisdiele, die 10 verschiedene Eissorten anbietet. Sie möchte ein Eis mit 2 verschiedenen Kugeln. Berechne, wie viele verschiedene Möglichkeiten Luisa hat, ihr Eis zusammenzustellen.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Sachzusammenhang verstehen

    Luisa wählt 2 Eissorten aus insgesamt 10 verfügbaren Sorten aus.

  2. Schritt 2
    Bedingungen prüfen
    • Ohne Zurücklegen? Ja, denn sie möchte verschiedene Kugeln. Sie kann nicht zweimal die gleiche Sorte wählen.
    • Ohne Reihenfolge? Ja, denn ob sie zuerst Schoko und dann Vanille bekommt oder umgekehrt, ändert nichts an der Kombination. Es ist dasselbe Eis.

    Da beide Bedingungen erfüllt sind, benutzen wir den Binomialkoeffizienten.

  3. Schritt 3
    n und k bestimmen
    • Gesamtzahl der Eissorten: n=10n = 10
    • Anzahl der Kugeln, die sie wählt: k=2k = 2
  4. Schritt 4
    Binomialkoeffizient aufstellen

    Wir müssen (102)\left(\begin{array}{c} 10 \\ 2 \end{array}\right) berechnen.

  5. Schritt 5
    Berechnen

    Mit dem Taschenrechner: 10 nCr 2=4510\ nCr\ 2 = 45.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Antwortsatz formulieren

    Luisa hat 45 verschiedene Möglichkeiten, ihr Eis zusammenzustellen.

Ergebnis:

(102)=45\left(\begin{array}{c} 10 \\ 2 \end{array}\right) = 45

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Lehrer möchte für einen Test 4 Aufgaben aus einem Aufgabenpool von 15 Aufgaben auswählen. Wie viele verschiedene Tests kann er erstellen?

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Sachzusammenhang verstehen

    Es werden 4 Aufgaben aus einer Gesamtmenge von 15 Aufgaben ausgewählt.

  2. Schritt 2
    Bedingungen prüfen
    • Ohne Zurücklegen? Ja, der Lehrer wird nicht dieselbe Aufgabe zweimal im selben Test verwenden.
    • Ohne Reihenfolge? Ja, es ist egal, ob Aufgabe 5 vor Aufgabe 8 im Test steht oder umgekehrt. Die Gruppe der 4 Aufgaben bleibt dieselbe.

    Wir verwenden den Binomialkoeffizienten.

  3. Schritt 3
    n und k bestimmen
    • Gesamtzahl der Aufgaben: n=15n = 15
    • Anzahl der ausgewählten Aufgaben: k=4k = 4
  4. Schritt 4
    Binomialkoeffizient aufstellen

    (154)\left(\begin{array}{c} 15 \\ 4 \end{array}\right)

  5. Schritt 5
    Berechnen

    Mit dem Taschenrechner: 15 nCr 4=136515\ nCr\ 4 = 1365.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Antwortsatz formulieren

    Der Lehrer kann 1.365 verschiedene Tests erstellen.

Ergebnis:

(154)=1.365\left(\begin{array}{c} 15 \\ 4 \end{array}\right) = 1.365

Beispiel 3

Aufgabe

Für ein Basketballteam sollen 5 Spieler aus einer Gruppe von 12 Spielern für die Startaufstellung ausgewählt werden. Wie viele verschiedene Startaufstellungen sind möglich?

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Sachzusammenhang verstehen

    Es wird eine Gruppe von 5 Spielern aus 12 verfügbaren Spielern ausgewählt.

  2. Schritt 2
    Bedingungen prüfen
    • Ohne Zurücklegen? Ja, ein Spieler kann nicht zweimal in der Aufstellung sein.
    • Ohne Reihenfolge? Ja, wir nehmen an, dass die Positionen (Center, Guard etc.) hier keine Rolle spielen, sondern nur, welche 5 Spieler auf dem Feld stehen. Es geht um die Gruppe, nicht die Anordnung.

    Wir verwenden den Binomialkoeffizienten.

  3. Schritt 3
    n und k bestimmen
    • Gesamtzahl der Spieler: n=12n = 12
    • Anzahl der Spieler in der Aufstellung: k=5k = 5
  4. Schritt 4
    Binomialkoeffizient aufstellen

    (125)\left(\begin{array}{c} 12 \\ 5 \end{array}\right)

  5. Schritt 5
    Berechnen

    Mit dem Taschenrechner: 12 nCr 5=79212\ nCr\ 5 = 792.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Antwortsatz formulieren

    Es sind 792 verschiedene Startaufstellungen möglich.

Ergebnis:

(125)=792\left(\begin{array}{c} 12 \\ 5 \end{array}\right) = 792

Beispiel 4

Aufgabe

Eine Pizzeria bietet 8 verschiedene Beläge an. Du möchtest eine Pizza mit genau 3 verschiedenen Belägen bestellen. Wie viele verschiedene Pizzen kannst du zusammenstellen?

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Sachzusammenhang verstehen

    Man wählt 3 Beläge aus einer Liste von 8 möglichen Belägen.

  2. Schritt 2
    Bedingungen prüfen
    • Ohne Zurücklegen? Ja, du wählst 3 verschiedene Beläge.
    • Ohne Reihenfolge? Ja, eine Pizza mit Salami, Pilzen und Paprika ist dieselbe wie eine mit Pilzen, Paprika und Salami.

    Wir verwenden den Binomialkoeffizienten.

  3. Schritt 3
    n und k bestimmen
    • Gesamtzahl der Beläge: n=8n = 8
    • Anzahl der ausgewählten Beläge: k=3k = 3
  4. Schritt 4
    Binomialkoeffizient aufstellen

    (83)\left(\begin{array}{c} 8 \\ 3 \end{array}\right)

  5. Schritt 5
    Berechnen

    Mit dem Taschenrechner: 8 nCr 3=568\ nCr\ 3 = 56.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Antwortsatz formulieren

    Du kannst 56 verschiedene Pizzen zusammenstellen.

Ergebnis:

(83)=56\left(\begin{array}{c} 8 \\ 3 \end{array}\right) = 56

Beispiel 5

Aufgabe

Aus einem Bücherregal mit 20 verschiedenen Büchern möchtest du dir 2 Bücher für den Urlaub ausleihen. Wie viele verschiedene Paare von Büchern kannst du auswählen?

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Sachzusammenhang verstehen

    Es werden 2 Bücher aus einer Sammlung von 20 Büchern ausgewählt.

  2. Schritt 2
    Bedingungen prüfen
    • Ohne Zurücklegen? Ja, es sind verschiedene Bücher, du kannst nicht dasselbe Buch zweimal auswählen.
    • Ohne Reihenfolge? Ja, ob du zuerst Buch A und dann Buch B einpackst oder umgekehrt, ist egal. Du hast am Ende dieselben zwei Bücher dabei.

    Wir verwenden den Binomialkoeffizienten.

  3. Schritt 3
    n und k bestimmen
    • Gesamtzahl der Bücher: n=20n = 20
    • Anzahl der ausgewählten Bücher: k=2k = 2
  4. Schritt 4
    Binomialkoeffizient aufstellen

    (202)\left(\begin{array}{c} 20 \\ 2 \end{array}\right)

  5. Schritt 5
    Berechnen

    Mit dem Taschenrechner: 20 nCr 2=19020\ nCr\ 2 = 190.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Antwortsatz formulieren

    Du kannst 190 verschiedene Paare von Büchern auswählen.

Ergebnis:

(202)=190\left(\begin{array}{c} 20 \\ 2 \end{array}\right) = 190

Wichtige Erkenntnisse

  • Der Binomialkoeffizient (nk)\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right) berechnet die Anzahl der Möglichkeiten, kk Elemente aus einer Menge von nn Elementen auszuwählen.
  • Er wird verwendet, wenn die Auswahl ohne Zurücklegen und ohne Beachtung der Reihenfolge erfolgt.
  • Formel für die Handrechnung: n!k!(nk)!\frac{n!}{k! \cdot (n-k)!}
  • Taschenrechner-Funktion: Die Taste nCr.
  • Spezialfälle: (nn)=1\left(\begin{array}{c} n \\ n \end{array}\right) = 1, (n0)=1\left(\begin{array}{c} n \\ 0 \end{array}\right) = 1 und (n1)=n\left(\begin{array}{c} n \\ 1 \end{array}\right) = n.

Häufige Fragen

Was ist ein Binomialkoeffizient?

Der Binomialkoeffizient $\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right)$ – gelesen als „n über k" – gibt an, auf wie viele Arten du k Objekte aus einer Menge von n Objekten auswählen kannst, ohne die Reihenfolge zu beachten. Er ist ein zentrales Werkzeug der Wahrscheinlichkeitsrechnung und taucht überall auf, wo Kombinationen gezählt werden – von Lottozahlen bis zu Teamaufstellungen.

Wie berechnest du den Binomialkoeffizienten von Hand?

Setze n und k in die Formel n! / (k! · (n−k)!) ein. Der wichtigste Trick: Schreibe die größte Fakultät im Zähler nur so weit aus, bis sie der größten Fakultät im Nenner entspricht – dann kannst du direkt kürzen. So wird aus 5! / (2! · 3!) schnell (5 · 4) / (2 · 1) = 10. Denke daran: 0! = 1.

Wann verwendest du den Binomialkoeffizienten in Textaufgaben?

Du verwendest den Binomialkoeffizienten, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: Die Auswahl erfolgt ohne Zurücklegen (jedes Objekt kommt höchstens einmal vor) und ohne Beachtung der Reihenfolge (die Reihenfolge der gewählten Elemente spielt keine Rolle). Trifft beides zu, ist $\left(\begin{array}{c} n \\ k \end{array}\right)$ die richtige Formel.

Was bedeutet die nCr-Taste am Taschenrechner?

Die nCr-Taste am wissenschaftlichen Taschenrechner berechnet den Binomialkoeffizienten direkt. „C" steht für „Combinations" (Kombinationen), „n" und „r" entsprechen n und k. Du gibst zuerst n ein, drückst SHIFT und dann nCr, gibst k ein und bestätigst mit =. Das Ergebnis erscheint sofort auf dem Display.

Was sind die Spezialfälle des Binomialkoeffizienten?

Es gibt drei wichtige Spezialfälle: $\left(\begin{array}{c} n \\ n \end{array}\right) = 1$ – es gibt nur eine Möglichkeit, alle Elemente auszuwählen. $\left(\begin{array}{c} n \\ 0 \end{array}\right) = 1$ – es gibt nur eine Möglichkeit, nichts auszuwählen. $\left(\begin{array}{c} n \\ 1 \end{array}\right) = n$ – es gibt genau n Möglichkeiten, ein einzelnes Element auszuwählen.

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