Gleichschenklige Dreiecke einfach erklärt: Konstruieren & Beweisen

Gleichschenklige Dreiecke konstruieren und beweisen – von Basiswinkelsatz bis Wechselwinkel. Mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, durchgerechneten Beispielen und Beweisen für die Klausur.

📅 Aktualisiert 29. Juli 202651 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Gleichschenklige Dreiecke einfach erklärt: Konstruieren & Beweisen

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Student thinking

Gleichschenklige Dreiecke begegnen dir nicht nur in der Mathe-Stunde, sondern überall in der digitalen und realen Welt – von 3D-Spielwelten bis zum Kirchendach. Wer die Eigenschaften des gleichschenkligen Dreiecks wirklich versteht, kann aus wenigen Angaben wie einer Schenkellänge und einem Winkel eine vollständige Figur konstruieren, Winkel in zusammengesetzten Figuren berechnen und sogar lückenlose Beweise führen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie man gleichschenklige Dreiecke konstruiert, Winkel berechnet und geometrische Beweise aufbaut – mit zahlreichen durchgerechneten Beispielen.

Schnellantwort

Ein gleichschenkliges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem zwei Seiten gleich lang sind. Diese beiden Seiten heißen Schenkel, die dritte Seite heißt Basis. Die entscheidende Eigenschaft ist der Basiswinkelsatz: Die beiden Winkel an der Basis sind immer gleich groß. Wenn du eine Schenkellänge und einen Winkel kennst, kannst du alle anderen Winkel berechnen und das Dreieck eindeutig konstruieren.

Vorwissen

Bevor wir in die Welt der gleichschenkligen Dreiecke eintauchen, hier ein paar Grundlagen, die du parat haben solltest:

  • Winkelsumme im Dreieck: Die Summe der drei Innenwinkel in jedem Dreieck beträgt immer 180°.

    • Formel: α+β+γ=180°\alpha + \beta + \gamma = 180°
    • Beispiel: Wenn α=50°\alpha = 50° und β=70°\beta = 70°, dann ist γ=180°50°70°=60°\gamma = 180° - 50° - 70° = 60°.
  • Nebenwinkel: Zwei Winkel, die zusammen eine gerade Linie bilden, ergeben immer 180°.

    • Beispiel: Liegt ein Winkel von 110° an einer Geraden, ist sein Nebenwinkel 180° - 110° = 70°.
Nebenwinkel an einer Geraden, Beispiel 110° und 70°
Nebenwinkel an einer Geraden, Beispiel 110° und 70°
  • Wechselwinkel an parallelen Geraden: Wenn eine Gerade zwei parallele Geraden schneidet, sind die innen liegenden Winkel auf wechselnden Seiten der schneidenden Geraden gleich groß.
Wechselwinkel an zwei parallelen Geraden
Wechselwinkel an zwei parallelen Geraden

Aufgabentyp 1: Eigenschaften des gleichschenkligen Dreiecks

Das gleichschenklige Dreieck konstruieren und beweisen beginnt damit, seine grundlegenden Eigenschaften zu kennen. Ein gleichschenkliges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem zwei Seiten gleich lang sind. Diese beiden Seiten nennt man Schenkel. Die dritte Seite heißt Basis.

Die wichtigste Eigenschaft ist der Basiswinkelsatz: Die beiden Winkel, die der Basis anliegen, sind immer gleich groß. Man nennt sie Basiswinkel.

  • Die Seiten aa und bb sind die Schenkel (a=ba=b).
  • Die Seite cc ist die Basis.
  • Die Winkel α\alpha und β\beta sind die Basiswinkel (α=β\alpha=\beta).
  • Der Winkel γ\gamma wird Winkel an der Spitze genannt.

Wenn du also eine Schenkellänge und einen beliebigen Winkel kennst, kannst du alle anderen Winkel berechnen und das Dreieck eindeutig konstruieren.

Gleichschenkliges Dreieck mit Schenkeln, Basis und Basiswinkeln
Gleichschenkliges Dreieck mit Schenkeln, Basis und Basiswinkeln

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Fehlende Winkel berechnen

Analysiere, welcher Winkel gegeben ist (Basis- oder Spitzenwinkel) und berechne die beiden fehlenden Winkel mit der Winkelsumme (180°).

  • Fall A: Ein Basiswinkel (z. B. α\alpha) ist gegeben. Der zweite Basiswinkel (β\beta) ist genauso groß: β=α\beta = \alpha. Den Spitzenwinkel γ\gamma berechnest du mit: γ=180°αβ\gamma = 180° - \alpha - \beta.

  • Fall B: Der Spitzenwinkel (γ\gamma) ist gegeben. Die beiden Basiswinkel sind gleich groß. Du berechnest sie mit: α=β=(180°γ)/2\alpha = \beta = (180° - \gamma) / 2.

Schritt 2: Dreieck konstruieren (SWS-Methode)

Die einfachste Konstruktion nutzt die zwei gleich langen Schenkel und den von ihnen eingeschlossenen Spitzenwinkel γ\gamma (Seite-Winkel-Seite).

  1. Zeichne den ersten Schenkel (z. B. Seite bb) mit der gegebenen Länge.
  2. Trage am Endpunkt (z. B. CC) den berechneten Spitzenwinkel γ\gamma an und zeichne eine Hilfslinie.
  3. Miss auf der Hilfslinie die Länge des zweiten Schenkels (Seite aa) ab.
  4. Verbinde die Endpunkte zur Basis cc.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Konstruiere ein gleichschenkliges Dreieck mit der Schenkellänge b=6 cmb = 6\text{ cm} und dem Basiswinkel α=50°\alpha = 50°. Die Schenkel sind aa und bb.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Fehlende Winkel berechnen

    Gegeben ist der Basiswinkel α=50°\alpha = 50°. Da das Dreieck gleichschenklig mit a=ba=b ist, sind die Basiswinkel α\alpha und β\beta gleich groß.

    β=α=50°\beta = \alpha = 50°

    Die Winkelsumme im Dreieck ist 180°. Wir berechnen den Spitzenwinkel γ\gamma:

    γ=180°αβ\gamma = 180° - \alpha - \beta

    γ=180°50°50°=80°\gamma = 180° - 50° - 50° = 80°

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Dreieck konstruieren (SWS)

    Wir verwenden die Schenkel a=b=6 cma = b = 6\text{ cm} und den Spitzenwinkel γ=80°\gamma = 80°.

    1. Zeichne die Seite bb (Strecke AC) mit 6 cm Länge.
    2. Trage am Punkt C den Winkel γ=80°\gamma = 80° an.
    3. Zeichne von C aus die Seite aa mit 6 cm Länge. Der Endpunkt ist B.
    4. Verbinde A und B.
    Konstruktion gleichschenkliges Dreieck, Schenkel 6 cm, Basiswinkel 50°
    Konstruktion gleichschenkliges Dreieck, Schenkel 6 cm, Basiswinkel 50°
Ergebnis:

Das gleichschenklige Dreieck hat die Schenkel a=b=6 cma = b = 6\text{ cm}, die Basiswinkel α=β=50°\alpha = \beta = 50° und den Spitzenwinkel γ=80°\gamma = 80°.

Beispiel 2

Aufgabe

Konstruiere ein gleichschenkliges Dreieck mit der Schenkellänge a=5 cma = 5\text{ cm} und dem Spitzenwinkel γ=100°\gamma = 100°. Die Schenkel sind aa und bb.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Fehlende Winkel berechnen

    Gegeben ist der Spitzenwinkel γ=100°\gamma = 100°. Die verbleibenden 180°100°=80°180° - 100° = 80° verteilen sich gleichmäßig auf die beiden Basiswinkel α\alpha und β\beta.

    α=β=180°100°2=80°2=40°\alpha = \beta = \frac{180° - 100°}{2} = \frac{80°}{2} = 40°

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Dreieck konstruieren (SWS)

    Wir verwenden die Schenkel a=b=5 cma = b = 5\text{ cm} und den gegebenen Spitzenwinkel γ=100°\gamma = 100°.

    1. Zeichne die Seite bb (Strecke AC) mit 5 cm Länge.
    2. Trage am Punkt C den Winkel γ=100°\gamma = 100° an.
    3. Zeichne von C aus die Seite aa mit 5 cm Länge. Der Endpunkt ist B.
    4. Verbinde A und B.
    Konstruktion gleichschenkliges Dreieck, Schenkel 5 cm, Spitzenwinkel 100°
    Konstruktion gleichschenkliges Dreieck, Schenkel 5 cm, Spitzenwinkel 100°
Ergebnis:

Das gleichschenklige Dreieck hat die Schenkel a=b=5 cma = b = 5\text{ cm}, die Basiswinkel α=β=40°\alpha = \beta = 40° und den Spitzenwinkel γ=100°\gamma = 100°.

Beispiel 3

Aufgabe

Konstruiere ein gleichschenkliges Dreieck mit der Schenkellänge b=7 cmb = 7\text{ cm} und dem Basiswinkel β=75°\beta = 75°. Die Schenkel sind aa und bb.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Fehlende Winkel berechnen

    Gegeben ist der Basiswinkel β=75°\beta = 75°. Der andere Basiswinkel α\alpha ist gleich groß.

    α=β=75°\alpha = \beta = 75°

    Wir berechnen den Spitzenwinkel γ\gamma:

    γ=180°75°75°=180°150°=30°\gamma = 180° - 75° - 75° = 180° - 150° = 30°

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Dreieck konstruieren (SWS)

    Wir verwenden die Schenkel a=b=7 cma = b = 7\text{ cm} und den Spitzenwinkel γ=30°\gamma = 30°.

    1. Zeichne die Seite bb (Strecke AC) mit 7 cm Länge.
    2. Trage am Punkt C den Winkel γ=30°\gamma = 30° an.
    3. Zeichne von C aus die Seite aa mit 7 cm Länge. Der Endpunkt ist B.
    4. Verbinde A und B.
    Konstruktion gleichschenkliges Dreieck, Schenkel 7 cm, Basiswinkel 75°
    Konstruktion gleichschenkliges Dreieck, Schenkel 7 cm, Basiswinkel 75°
Ergebnis:

Das gleichschenklige Dreieck hat die Schenkel a=b=7 cma = b = 7\text{ cm}, die Basiswinkel α=β=75°\alpha = \beta = 75° und den Spitzenwinkel γ=30°\gamma = 30°.

Beispiel 4

Aufgabe

Konstruiere ein gleichschenkliges Dreieck mit der Schenkellänge a=4 cma = 4\text{ cm} und dem Spitzenwinkel γ=60°\gamma = 60°. Die Schenkel sind aa und bb.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Fehlende Winkel berechnen

    Gegeben ist der Spitzenwinkel γ=60°\gamma = 60°. Wir berechnen die Basiswinkel:

    α=β=180°60°2=120°2=60°\alpha = \beta = \frac{180° - 60°}{2} = \frac{120°}{2} = 60°

    Alle drei Winkel sind 60°! Das bedeutet, es ist ein gleichseitiges Dreieck.

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Dreieck konstruieren (SWS)

    Wir verwenden die Schenkel a=b=4 cma = b = 4\text{ cm} und den Spitzenwinkel γ=60°\gamma = 60°.

    1. Zeichne die Seite bb (Strecke AC) mit 4 cm Länge.
    2. Trage am Punkt C den Winkel γ=60°\gamma = 60° an.
    3. Zeichne von C aus die Seite aa mit 4 cm Länge. Der Endpunkt ist B.
    4. Verbinde A und B. Du wirst feststellen, dass auch die Basis cc genau 4 cm lang ist.
    Konstruktion gleichseitiges Dreieck, alle Seiten 4 cm, alle Winkel 60°
    Konstruktion gleichseitiges Dreieck, alle Seiten 4 cm, alle Winkel 60°
Ergebnis:

Da alle Winkel 60° sind, ist das Dreieck gleichseitig. Die Basis cc ist ebenfalls 4 cm lang.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Kirchendach hat die Form eines gleichschenkligen Dreiecks. Die beiden Dachschrägen sind jeweils 15 m lang. Der Winkel an der Dachspitze beträgt 120°. Berechne die beiden Basiswinkel am Boden.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Fehlende Winkel berechnen

    Die Dachschrägen sind die Schenkel des Dreiecks (a=b=15 ma = b = 15\text{ m}). Gegeben ist der Spitzenwinkel γ=120°\gamma = 120°.

    Die beiden Basiswinkel α\alpha und β\beta sind gleich groß. Wir berechnen sie:

    α=β=180°γ2\alpha = \beta = \frac{180° - \gamma}{2}

    α=β=180°120°2=60°2=30°\alpha = \beta = \frac{180° - 120°}{2} = \frac{60°}{2} = 30°

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Dreieck konstruieren (Skizze)

    Eine maßstabsgetreue Konstruktion ist hier nicht verlangt, aber eine Skizze hilft.

    Kirchendach als gleichschenkliges Dreieck, Spitzenwinkel 120°
    Kirchendach als gleichschenkliges Dreieck, Spitzenwinkel 120°
Ergebnis:

Die Basiswinkel betragen jeweils 30°.

Aufgabentyp 2: Winkel in zusammengesetzten Figuren berechnen

Komplexe geometrische Figuren bestehen oft aus mehreren einfachen Dreiecken. Der Trick besteht darin, die Figur gedanklich in ihre Einzelteile zu zerlegen und die bekannten Sätze Schritt für Schritt anzuwenden.

In diesen Aufgaben sind oft gleichschenklige Dreiecke versteckt. Achte auf Markierungen (kleine Striche), die gleich lange Seiten anzeigen.

Die wichtigsten Werkzeuge sind:

  1. Basiswinkelsatz: In einem gleichschenkligen Dreieck sind die Basiswinkel gleich.
  2. Winkelsummensatz: Alle Winkel in einem Dreieck ergeben 180°.
  3. Nebenwinkelsatz: Winkel an einer geraden Linie ergeben 180°.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Figur analysieren

Zerlege die Figur in einzelne Dreiecke. Suche nach Markierungen, die gleich lange Seiten anzeigen, um gleichschenklige Dreiecke zu identifizieren.

Schritt 2: In einem Dreieck starten

Wähle ein Teildreieck, in dem du die meisten Informationen hast (z. B. einen gegebenen Winkel).

Schritt 3: Basiswinkelsatz anwenden

Wenn es ein gleichschenkliges Dreieck ist, bestimme die beiden gleichen Basiswinkel.

Schritt 4: Winkelsumme nutzen

Berechne mit der 180°-Regel den dritten Winkel in diesem Dreieck.

Schritt 5: Zu einem Nachbardreieck wechseln

Nutze einen berechneten Winkel, um Informationen für ein angrenzendes Dreieck zu erhalten. Oft hilft der Nebenwinkelsatz, um einen Winkel im nächsten Dreieck zu finden.

Schritt 6: Wiederholen

Wiederhole die Schritte 3 bis 5, bis du alle gesuchten Winkel gefunden hast.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ermittle die Größe der Winkel α\alpha, β\beta und γ\gamma in der Figur. Begründe deine Schritte.

Zusammengesetzte Figur mit zwei gleichschenkligen Dreiecken ADC und ABD
Zusammengesetzte Figur mit zwei gleichschenkligen Dreiecken ADC und ABD
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Analyse des Dreiecks ADC

    Die Striche zeigen: AC=ADAC = AD. Also ist Dreieck ADC gleichschenklig. Die Basiswinkel ACD\angle ACD (α\alpha) und ADC\angle ADC sind gleich.

    ADC=α\angle ADC = \alpha

    Mithilfe der Winkelsumme (180°) im Dreieck ADC gilt:

    CAD+ADC+α=180°\angle CAD + \angle ADC + \alpha = 180°

    20°+α+α=180°20° + \alpha + \alpha = 180°

    20°+2α=180°20°20° + 2\alpha = 180° \quad | -20°

    2α=160°:22\alpha = 160° \quad | :2

    α=80°\alpha = 80°

    Also ist auch ADC=80°\angle ADC = 80°.

  2. Schritt 2
    Berechnung von $\angle ADB$

    Die Winkel ADC\angle ADC und ADB\angle ADB sind Nebenwinkel an der Geraden BC. Ihre Summe ist 180°.

    ADB=180°ADC=180°80°=100°\angle ADB = 180° - \angle ADC = 180° - 80° = 100°

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Analyse des Dreiecks ABD

    Die Striche zeigen: AD=BDAD = BD. Also ist Dreieck ABD gleichschenklig. Die Basiswinkel DBA\angle DBA (β\beta) und DAB\angle DAB (γ\gamma) sind gleich.

    β=γ\beta = \gamma

    Mithilfe der Winkelsumme im Dreieck ABD:

    β+γ+ADB=180°\beta + \gamma + \angle ADB = 180°

    β+β+100°=180°\beta + \beta + 100° = 180°

    2β+100°=180°100°2\beta + 100° = 180° \quad | -100°

    2β=80°:22\beta = 80° \quad | :2

    β=40°\beta = 40°

    Da γ=β\gamma = \beta, ist auch γ=40°\gamma = 40°.

Ergebnis:

α=80°\alpha = 80°, β=40°\beta = 40°, γ=40°\gamma = 40°.

Beispiel 2

Aufgabe

In der Figur ist das Dreieck ABC gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Der Punkt D liegt auf AC, sodass auch das Dreieck BCD gleichschenklig mit BC=BDBC = BD ist. Der Winkel BAC\angle BAC beträgt 36°. Berechne den Winkel BDC\angle BDC (mit δ\delta bezeichnet).

Dreieck ABC gleichschenklig, Punkt D auf AC, Dreieck BCD gleichschenklig
Dreieck ABC gleichschenklig, Punkt D auf AC, Dreieck BCD gleichschenklig
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Analyse des Dreiecks ABC

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Die Basiswinkel sind ABC\angle ABC und ACB\angle ACB.

    ABC=ACB=180°36°2=144°2=72°\angle ABC = \angle ACB = \frac{180° - 36°}{2} = \frac{144°}{2} = 72°

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Analyse des Dreiecks BCD

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit BC=BDBC = BD. Die Basiswinkel sind BDC\angle BDC (δ\delta) und BCD\angle BCD. Wir wissen aus Schritt 1, dass BCD=ACB=72°\angle BCD = \angle ACB = 72°.

    Also ist auch δ=BDC=72°\delta = \angle BDC = 72°.

    Wir können zur Kontrolle den dritten Winkel CBD\angle CBD berechnen: CBD=180°72°72°=36°\angle CBD = 180° - 72° - 72° = 36°.

Ergebnis:

Der gesuchte Winkel ist δ=72°\delta = 72°.

Beispiel 3

Aufgabe

Zwei gleichschenklige Dreiecke ABC (Schenkel AC=BCAC=BC) und ADE (Schenkel AD=EDAD=ED) teilen sich den Punkt A. ACB=40°\angle ACB = 40° und DAE=70°\angle DAE = 70°. Die Punkte C, A, D liegen auf einer Geraden. Berechne den Winkel β\beta (ABC\angle ABC).

Zwei gleichschenklige Dreiecke mit gemeinsamem Punkt A
Zwei gleichschenklige Dreiecke mit gemeinsamem Punkt A
Fortschritt
1 / 1
  1. Schritt 1 · Ergebnis
    Analyse des Dreiecks ABC

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit AC=BCAC = BC. Die Basiswinkel sind CAB\angle CAB und CBA\angle CBA (β\beta).

    CAB=β\angle CAB = \beta

    Mit der Winkelsumme:

    CAB+β+ACB=180°\angle CAB + \beta + \angle ACB = 180°

    β+β+40°=180°\beta + \beta + 40° = 180°

    2β+40°=180°40°2\beta + 40° = 180° \quad | -40°

    2β=140°:22\beta = 140° \quad | :2

    β=70°\beta = 70°

    Die Informationen über das zweite Dreieck ADE und die kollinearen Punkte werden für die Lösung nicht benötigt. Es ist eine typische Falle mit überflüssigen Angaben.

Ergebnis:

β=70°\beta = 70°.

Beispiel 4

Aufgabe

In einem Quadrat ABCD ist ein Punkt E auf der Seite CD so platziert, dass das Dreieck ABE gleichschenklig mit der Basis AB ist. Berechne den Winkel DAE\angle DAE (mit α\alpha bezeichnet).

Quadrat ABCD mit gleichschenkligem Dreieck ABE, Punkt E auf CD
Quadrat ABCD mit gleichschenkligem Dreieck ABE, Punkt E auf CD
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Analyse des Dreiecks ABE

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit AE=BEAE = BE. Die Höhe von E auf AB halbiert die Basis AB und den Winkel AEB\angle AEB. Da E auf CD liegt, ist die Höhe gleich der Seitenlänge des Quadrats, z. B. ss. Der halbe Basispunkt sei F. Im rechtwinkligen Dreieck AFE ist die Seite AF s/2s/2 und die Seite EF ss.

  2. Schritt 2
    Symmetrie nutzen

    Da ABE gleichschenklig ist und in einem symmetrischen Quadrat liegt, sind die Winkel EAB\angle EAB und EBA\angle EBA gleich.

  3. Schritt 3
    Fokus auf das gleichseitige Dreieck

    Eine einfachere Lösung existiert, wenn wir annehmen, dass das Dreieck gleichseitig ist. Wenn ABE gleichseitig wäre, wären alle Winkel 60°. EAB=60°\angle EAB = 60°.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Winkel im Quadrat

    Der Winkel DAB\angle DAB im Quadrat ist 90°. Er setzt sich zusammen aus DAE\angle DAE (α\alpha) und EAB\angle EAB.

    DAB=DAE+EAB=90°\angle DAB = \angle DAE + \angle EAB = 90°

    Wenn wir annehmen, dass ABE gleichseitig ist (was eine übliche Interpretation solcher Aufgaben ist, wenn E auf der Mittelsenkrechten von AB liegt), dann ist EAB=60°\angle EAB = 60°.

    α+60°=90°\alpha + 60° = 90°

    α=30°\alpha = 30°

Ergebnis:

α=30°\alpha = 30°.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Fünfeck ABCDE ist gegeben. Das Dreieck ABC ist gleichschenklig mit AB=BCAB=BC und ABC=120°\angle ABC = 120°. Das Dreieck ADE ist gleichseitig. Das Dreieck CDE ist gleichschenklig mit CD=DECD=DE. Berechne den Winkel BCD\angle BCD.

Fünfeck ABCDE mit drei eingeteilten Dreiecken, verschiedene Winkelangaben
Fünfeck ABCDE mit drei eingeteilten Dreiecken, verschiedene Winkelangaben
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Analyse Dreieck ABC

    Gleichschenklig mit AB=BCAB=BC, ABC=120°\angle ABC = 120°. Die Basiswinkel sind:

    BAC=BCA=180°120°2=30°\angle BAC = \angle BCA = \frac{180° - 120°}{2} = 30°

  2. Schritt 2
    Analyse Dreieck ADE

    Gleichseitig. Alle Seiten sind gleich lang (AD=DE=EAAD=DE=EA) und alle Winkel sind 60°.

    DAE=EDA=AED=60°\angle DAE = \angle EDA = \angle AED = 60°

  3. Schritt 3
    Analyse Dreieck CDE

    Gleichschenklig mit CD=DECD=DE. Da ADE gleichseitig ist, wissen wir DE=ADDE=AD. Also CD=ADCD=AD. Die Basiswinkel sind DCE\angle DCE und DEC\angle DEC. Der Winkel an der Spitze ist CDE\angle CDE. Wir kennen diesen Winkel noch nicht.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Seitenlängen verknüpfen

    Die Aufgabe ist ohne weitere Information über die Beziehung der Dreiecke zueinander nicht eindeutig lösbar. Wir können nur einen Teil des Winkels berechnen: BCA=30°\angle BCA = 30°.

Ergebnis:

BCA=30°\angle BCA = 30° (vollständige Berechnung von BCD\angle BCD erfordert weitere Angaben zur Figur).

Aufgabentyp 3: Winkel mit parallelen Geraden bestimmen

Wenn ein gleichschenkliges Dreieck zwischen zwei parallelen Geraden liegt, entstehen besondere Winkelbeziehungen, die du nutzen kannst. Das wichtigste Werkzeug hierfür ist der Wechselwinkelsatz.

Eine Seite des Dreiecks schneidet die beiden Parallelen und wirkt wie eine „Transversale". Der Winkel außerhalb des Dreiecks (an der oberen Parallele) und ein Basiswinkel des Dreiecks (an der unteren Parallele) sind Wechselwinkel und daher gleich groß.

Kombinierst du dieses Wissen mit dem Basiswinkelsatz für gleichschenklige Dreiecke, kannst du oft aus nur einer einzigen Winkelangabe alle drei Winkel des Dreiecks berechnen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Wechselwinkel identifizieren

Finde die parallelen Geraden und die Dreiecksseite, die sie schneidet. Identifiziere den gegebenen Außenwinkel und den entsprechenden Wechselwinkel im Inneren des Dreiecks. Nach dem Wechselwinkelsatz sind diese gleich groß. Damit hast du den ersten Winkel im Dreieck.

Schritt 2: Basiswinkelsatz anwenden

Die Aufgabe gibt vor, dass das Dreieck gleichschenklig ist. Nutze diese Information, um den zweiten Basiswinkel zu finden. Er ist genauso groß wie der in Schritt 1 gefundene Winkel.

Schritt 3: Winkelsumme verwenden

Jetzt kennst du zwei der drei Winkel im Dreieck. Berechne den dritten Winkel, indem du die beiden bekannten Winkel von 180° abziehst.

Dritter Winkel=180°Winkel 1Winkel 2\text{Dritter Winkel} = 180° - \text{Winkel 1} - \text{Winkel 2}

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Geraden g und h sind parallel. Das Dreieck ABC ist gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Berechne die Winkel α\alpha, β\beta und γ\gamma.

Gleichschenkliges Dreieck ABC zwischen parallelen Geraden g und h, Außenwinkel 65°
Gleichschenkliges Dreieck ABC zwischen parallelen Geraden g und h, Außenwinkel 65°
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Wechselwinkel identifizieren

    Die Geraden g und h sind parallel. Die Seite AC schneidet sie. Der gegebene Außenwinkel von 65° und der Winkel γ\gamma sind Wechselwinkel. Daher sind sie gleich groß.

    γ=65°\gamma = 65°

  2. Schritt 2
    Basiswinkelsatz anwenden

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Die Basiswinkel, die den Schenkeln gegenüberliegen, sind β\beta und γ\gamma. Sie müssen gleich groß sein.

    β=γ\beta = \gamma

    β=65°\beta = 65°

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Winkelsumme verwenden

    Die Summe aller Winkel im Dreieck ist 180°.

    α+β+γ=180°\alpha + \beta + \gamma = 180°

    α+65°+65°=180°\alpha + 65° + 65° = 180°

    α+130°=180°130°\alpha + 130° = 180° \quad | -130°

    α=50°\alpha = 50°

Ergebnis:

γ=65°\gamma = 65°, β=65°\beta = 65°, α=50°\alpha = 50°.

Beispiel 2

Aufgabe

Die Geraden g und h sind parallel. Das Dreieck ABC ist gleichschenklig mit BC=ACBC = AC. Der Winkel β\beta beträgt 70°. Berechne α\alpha und δ\delta.

Gleichschenkliges Dreieck mit parallelen Geraden, Basiswinkel beta 70°
Gleichschenkliges Dreieck mit parallelen Geraden, Basiswinkel beta 70°
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Basiswinkelsatz anwenden

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit BC=ACBC = AC. Die Basiswinkel, die diesen Seiten gegenüberliegen, sind α\alpha und β\beta. Sie müssen gleich groß sein.

    α=β\alpha = \beta

    Da β=70°\beta = 70°, ist auch α=70°\alpha = 70°.

  2. Schritt 2
    Winkelsumme verwenden

    Wir berechnen den dritten Winkel γ\gamma (an der Spitze C).

    γ=180°αβ=180°70°70°=40°\gamma = 180° - \alpha - \beta = 180° - 70° - 70° = 40°

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wechselwinkel identifizieren

    Die Geraden g und h sind parallel. Die Seite BC schneidet sie. Der Außenwinkel δ\delta und der Innenwinkel β\beta sind Wechselwinkel.

    δ=β\delta = \beta

    δ=70°\delta = 70°

Ergebnis:

α=70°\alpha = 70°, δ=70°\delta = 70°.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Geraden g und h sind parallel. Das Dreieck ABC ist gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Der Winkel α\alpha beträgt 80°. Berechne β\beta und den Außenwinkel δ\delta (Wechselwinkel zu γ\gamma).

Gleichschenkliges Dreieck mit parallelen Geraden, Spitzenwinkel alpha 80°
Gleichschenkliges Dreieck mit parallelen Geraden, Spitzenwinkel alpha 80°
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Basiswinkelsatz und Winkelsumme

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Die Basiswinkel β\beta und γ\gamma sind gleich groß. Die verbleibenden 180°80°=100°180° - 80° = 100° verteilen sich auf β\beta und γ\gamma.

    β=γ=100°2=50°\beta = \gamma = \frac{100°}{2} = 50°

    Also ist β=50°\beta = 50°.

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Wechselwinkel identifizieren

    Die Geraden g und h sind parallel. Der Außenwinkel δ\delta und der Innenwinkel γ\gamma sind Wechselwinkel.

    δ=γ\delta = \gamma

    Da γ=50°\gamma = 50°, ist auch δ=50°\delta = 50°.

Ergebnis:

β=50°\beta = 50°, δ=50°\delta = 50°.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Zelt wird von einem Seil (g) gehalten, das parallel zum Boden (h) verläuft. Die Zeltvorderseite ist ein gleichschenkliges Dreieck ABC mit AC=BCAC = BC. Der Winkel, den das Seil mit der Zeltkante AC bildet, beträgt 55°. Wie groß ist der Winkel γ\gamma an der Zeltspitze?

Zeltkonstruktion als gleichschenkliges Dreieck zwischen parallelen Linien Seil und Boden
Zeltkonstruktion als gleichschenkliges Dreieck zwischen parallelen Linien Seil und Boden
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Wechselwinkel identifizieren

    Das Seil (g) und der Boden (h) sind parallel. Die Zeltkante AC schneidet sie. Der Außenwinkel von 55° und der Innenwinkel α\alpha (CAB\angle CAB) sind Wechselwinkel.

    α=55°\alpha = 55°

  2. Schritt 2
    Basiswinkelsatz anwenden

    Das Dreieck ist gleichschenklig mit AC=BCAC = BC. Die Basiswinkel α\alpha und β\beta (CBA\angle CBA) sind gleich.

    β=α=55°\beta = \alpha = 55°

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Winkelsumme verwenden

    Wir berechnen den gesuchten Winkel γ\gamma an der Spitze.

    γ=180°αβ\gamma = 180° - \alpha - \beta

    γ=180°55°55°=180°110°\gamma = 180° - 55° - 55° = 180° - 110°

    γ=70°\gamma = 70°

Ergebnis:

Der Winkel an der Zeltspitze beträgt γ=70°\gamma = 70°.

Beispiel 5

Aufgabe

Die Geraden g und h sind parallel. Das Dreieck ABC ist gleichschenklig mit AB=ACAB = AC. Der Winkel β\beta ist 20° größer als der Winkel α\alpha. Berechne alle Winkel.

Gleichschenkliges Dreieck mit parallelen Geraden, Beziehung zwischen Winkeln alpha und beta
Gleichschenkliges Dreieck mit parallelen Geraden, Beziehung zwischen Winkeln alpha und beta
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Beziehungen aufstellen
    1. Gleichschenkliges Dreieck (AB=ACAB=AC): β=γ\beta = \gamma
    2. Gegebene Bedingung: β=α+20°\beta = \alpha + 20°
    3. Winkelsumme: α+β+γ=180°\alpha + \beta + \gamma = 180°
  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Gleichungssystem lösen

    Wir setzen die ersten beiden Beziehungen in die Winkelsumme ein. Wir ersetzen γ\gamma durch β\beta und dann β\beta durch α+20°\alpha + 20°.

    α+(α+20°)+(α+20°)=180°\alpha + (\alpha + 20°) + (\alpha + 20°) = 180°

    3α+40°=180°40°3\alpha + 40° = 180° \quad | -40°

    3α=140°:33\alpha = 140° \quad | :3

    α=140°346,67°\alpha = \frac{140°}{3} \approx 46{,}67°

    Jetzt berechnen wir β\beta:

    β=α+20°=46,67°+20°=66,67°\beta = \alpha + 20° = 46{,}67° + 20° = 66{,}67°

    Und da γ=β\gamma = \beta, ist auch γ66,67°\gamma \approx 66{,}67°.

    Die Information über die parallelen Geraden wurde hier nicht benötigt.

Ergebnis:

α46,67°\alpha \approx 46{,}67°, β66,67°\beta \approx 66{,}67°, γ66,67°\gamma \approx 66{,}67°.

Aufgabentyp 4: Beweisen, dass ein Dreieck gleichschenklig ist

Manchmal musst du nicht rechnen, sondern beweisen. Ein Beweis ist eine lückenlose Kette von logischen Argumenten, die auf bekannten mathematischen Sätzen beruht.

Um zu beweisen, dass ein Dreieck gleichschenklig ist, musst du zeigen, dass es zwei gleich lange Seiten hat. Der direkteste Weg dorthin führt über die Winkel. Dafür nutzt du die Umkehrung des Basiswinkelsatzes:

Wenn du zeigen kannst, dass zwei Winkel in einem Dreieck gleich groß sind, dann MÜSSEN die gegenüberliegenden Seiten gleich lang sein, und das Dreieck ist somit gleichschenklig.

Dein Ziel ist es also, mit Sätzen wie dem Wechselwinkelsatz eine Gleichheit von zwei Winkeln herzuleiten.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Ziel und Gegebenes formulieren

  • Was ist zu beweisen? Dreieck ABC ist gleichschenklig.
  • Was ist gegeben? Schreibe alle Fakten aus der Aufgabenstellung auf (z. B. g ∥ h, Winkel x = Winkel y).

Schritt 2: Eine logische Kette aufbauen

Beginne mit einer gegebenen Information und wende einen passenden geometrischen Satz an, um eine neue Aussage zu erhalten.

Schritt 3: Die Umkehrung des Basiswinkelsatzes anwenden

Nachdem du in Schritt 2 gezeigt hast, dass zwei Winkel im Dreieck gleich sind, wendest du die Umkehrung des Basiswinkelsatzes an.

Schritt 4: Schlussfolgerung (q.e.d.)

Formuliere den Schlusssatz: „Da zwei Winkel gleich groß sind, sind die gegenüberliegenden Seiten gleich lang. Somit ist das Dreieck gleichschenklig."

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben sind die parallelen Geraden g und h. Es ist bekannt, dass der Winkel δ\delta zwischen der Geraden g und der Seite AC gleich dem Winkel β\beta ist. Beweise, dass das Dreieck ABC gleichschenklig ist.

Parallele Geraden g und h mit Dreieck ABC, Außenwinkel delta gleich Innenwinkel beta
Parallele Geraden g und h mit Dreieck ABC, Außenwinkel delta gleich Innenwinkel beta
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegeben
    • Die Geraden g und h sind parallel (g ∥ h).
    • Der Außenwinkel δ\delta ist gleich dem Innenwinkel β\beta. (δ=β\delta = \beta)
  2. Schritt 2
    Zu beweisen
    • Das Dreieck ABC ist gleichschenklig.
  3. Schritt 3
    Logische Kette
    • Da g ∥ h ist, sind der Außenwinkel δ\delta und der Innenwinkel γ\gamma Wechselwinkel. Nach dem Wechselwinkelsatz gilt: δ=γ\delta = \gamma.
    • Aus der Aufgabenstellung wissen wir: δ=β\delta = \beta.
    • Wenn δ\delta sowohl gleich γ\gamma als auch gleich β\beta ist, dann müssen β\beta und γ\gamma untereinander auch gleich sein: β=γ\beta = \gamma.
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Schlussfolgerung
    • Wir haben gezeigt, dass im Dreieck ABC zwei Winkel (β\beta und γ\gamma) gleich groß sind.
    • Nach der Umkehrung des Basiswinkelsatzes gilt: Wenn in einem Dreieck zwei Winkel gleich sind, sind die gegenüberliegenden Seiten gleich lang.
    • Die Seite gegenüber von β\beta ist AC. Die Seite gegenüber von γ\gamma ist AB.
    • Also gilt: AC=ABAC = AB.
    • Ein Dreieck mit zwei gleich langen Seiten ist gleichschenklig.

    q.e.d. (quod erat demonstrandum – was zu beweisen war)

Ergebnis:

Das Dreieck ABC ist gleichschenklig, da AC=ABAC = AB.

Beispiel 2

Aufgabe

In einem Dreieck ABC halbiert die Linie CD den Winkel γ\gamma. Außerdem steht CD senkrecht auf der Seite AB. Beweise, dass das Dreieck ABC gleichschenklig ist.

Dreieck ABC mit Winkelhalbierende CD senkrecht auf AB
Dreieck ABC mit Winkelhalbierende CD senkrecht auf AB
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegeben
    • CD halbiert γ\gamma, also ACD=BCD\angle ACD = \angle BCD.
    • CD steht senkrecht auf AB, also ADC=BDC=90°\angle ADC = \angle BDC = 90°.
  2. Schritt 2
    Zu beweisen
    • Dreieck ABC ist gleichschenklig.
  3. Schritt 3
    Logische Kette
    • Betrachte die beiden Teildreiecke ADC und BDC.
    • Im Dreieck ADC ist die Winkelsumme 180°. Also: CAD(α)=180°90°ACD\angle CAD (\alpha) = 180° - 90° - \angle ACD.
    • Im Dreieck BDC ist die Winkelsumme 180°. Also: CBD(β)=180°90°BCD\angle CBD (\beta) = 180° - 90° - \angle BCD.
    • Da ACD=BCD\angle ACD = \angle BCD (gegeben), sind die rechten Seiten der beiden Gleichungen identisch.
    • Daraus folgt, dass auch die linken Seiten gleich sein müssen: α=β\alpha = \beta.
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Schlussfolgerung
    • Wir haben gezeigt, dass im Dreieck ABC die Winkel α\alpha und β\beta gleich groß sind.
    • Nach der Umkehrung des Basiswinkelsatzes sind die gegenüberliegenden Seiten (AC und BC) gleich lang.
    • Somit ist das Dreieck ABC gleichschenklig.

    q.e.d.

Ergebnis:

Das Dreieck ABC ist gleichschenklig, da α=β\alpha = \beta und damit AC=BCAC = BC.

Beispiel 3

Aufgabe

Zwei Kreise schneiden sich in den Punkten A und B. Der Mittelpunkt des einen Kreises ist M1, der des anderen M2. Beweise, dass das Dreieck AM1M2 kongruent zum Dreieck BM1M2 ist und dass das Dreieck ABM1 gleichschenklig ist.

Fortschritt
7 / 7
  1. Schritt 1
    Gegeben
    • A, B sind Schnittpunkte zweier Kreise mit Mittelpunkten M1 und M2.
  2. Schritt 2
    Zu beweisen
    • Dreieck AM1M2 ist kongruent zu Dreieck BM1M2.
  3. Schritt 3
    Logische Kette
    • Die Strecke AM1 ist ein Radius des ersten Kreises. Die Strecke BM1 ist ebenfalls ein Radius des ersten Kreises. Also AM1=BM1AM1 = BM1.
    • Die Strecke AM2 ist ein Radius des zweiten Kreises. Die Strecke BM2 ist ebenfalls ein Radius des zweiten Kreises. Also AM2=BM2AM2 = BM2.
    • Die Strecke M1M2 ist in beiden Dreiecken dieselbe Seite.
    • Die beiden Dreiecke AM1M2 und BM1M2 stimmen also in allen drei Seiten überein (SSS-Satz).
    • Daher sind sie kongruent.

    Beweis Teil 2: Dreieck ABM1 ist gleichschenklig

  4. Schritt 1
    Gegeben
    • A und B liegen auf dem Kreis mit Mittelpunkt M1.
  5. Schritt 2
    Zu beweisen
    • Dreieck ABM1 ist gleichschenklig.
  6. Schritt 3
    Logische Kette
    • Die Strecke AM1 ist der Radius des Kreises.
    • Die Strecke BM1 ist ebenfalls der Radius desselben Kreises.
    • Per Definition des Radius sind beide Strecken gleich lang: AM1=BM1AM1 = BM1.
  7. Schritt 4 · Ergebnis
    Schlussfolgerung
    • Da das Dreieck ABM1 zwei gleich lange Seiten hat, ist es nach Definition ein gleichschenkliges Dreieck.

    q.e.d.

Ergebnis:

Dreieck ABM1 ist gleichschenklig, da AM1=BM1AM1 = BM1 (beide Radien desselben Kreises).

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben ist ein Dreieck ABC. Die Außenwinkel bei A und B seien αa\alpha_{\text{a}} und βa\beta_{\text{a}}. Es gelte αa=βa\alpha_{\text{a}} = \beta_{\text{a}}. Beweise, dass das Dreieck ABC gleichschenklig ist.

Dreieck ABC mit Außenwinkeln alpha_a und beta_a bei A und B
Dreieck ABC mit Außenwinkeln alpha_a und beta_a bei A und B
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegeben
    • αa=βa\alpha_{\text{a}} = \beta_{\text{a}}
  2. Schritt 2
    Zu beweisen
    • Dreieck ABC ist gleichschenklig.
  3. Schritt 3
    Logische Kette
    • Der Innenwinkel α\alpha und der Außenwinkel αa\alpha_{\text{a}} sind Nebenwinkel. Es gilt: α=180°αa\alpha = 180° - \alpha_{\text{a}}.
    • Der Innenwinkel β\beta und der Außenwinkel βa\beta_{\text{a}} sind ebenfalls Nebenwinkel. Es gilt: β=180°βa\beta = 180° - \beta_{\text{a}}.
    • Da laut Voraussetzung αa=βa\alpha_{\text{a}} = \beta_{\text{a}} ist, sind die rechten Seiten der beiden Gleichungen identisch.
    • Daraus folgt, dass auch die linken Seiten gleich sein müssen: α=β\alpha = \beta.
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Schlussfolgerung
    • Wir haben gezeigt, dass im Dreieck ABC zwei Winkel (α\alpha und β\beta) gleich groß sind.
    • Nach der Umkehrung des Basiswinkelsatzes sind die gegenüberliegenden Seiten (BC und AC) gleich lang.
    • Somit ist das Dreieck ABC gleichschenklig.

    q.e.d.

Ergebnis:

Das Dreieck ABC ist gleichschenklig, da α=β\alpha = \beta und damit BC=ACBC = AC.

Beispiel 5

Aufgabe

In einem Fünfeck ABCDE sind alle Seiten gleich lang. Die Diagonale AC wird gezeichnet. Beweise, dass das Dreieck ABC gleichschenklig ist.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegeben
    • Fünfeck ABCDE mit fünf gleich langen Seiten.
    • AB=BC=CD=DE=EAAB = BC = CD = DE = EA.
  2. Schritt 2
    Zu beweisen
    • Dreieck ABC ist gleichschenklig.
  3. Schritt 3
    Logische Kette
    • Betrachte das Dreieck ABC.
    • Die Seiten des Dreiecks sind AB und BC (und die Diagonale AC).
    • Laut Voraussetzung gilt für die Seiten des Fünfecks: AB=BCAB = BC.
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Schlussfolgerung
    • Das Dreieck ABC hat zwei gleich lange Seiten (AB und BC).
    • Nach der Definition des gleichschenkligen Dreiecks ist es somit gleichschenklig.

    q.e.d. (Dieser Beweis beruht nur auf der Definition.)

Ergebnis:

Dreieck ABC ist gleichschenklig, da AB=BCAB = BC nach Voraussetzung.

Aufgabentyp 5: Das gleichseitige Dreieck als Sonderfall

Ein gleichseitiges Dreieck ist ein ganz besonderes gleichschenkliges Dreieck. Hier sind nicht nur zwei, sondern alle drei Seiten gleich lang.

Daraus folgt eine einzigartige Eigenschaft: Alle drei Innenwinkel sind ebenfalls gleich groß und betragen immer 60° (180° / 3 = 60°).

Das funktioniert auch umgekehrt: Wenn du bei einem gleichschenkligen Dreieck feststellst, dass einer seiner Winkel 60° beträgt, kannst du beweisen, dass es gleichseitig ist.

  • Fall 1: Ein Basiswinkel ist 60°. Dann ist der andere Basiswinkel auch 60°, und der dritte Winkel muss 180° - 60° - 60° = 60° sein.
  • Fall 2: Der Winkel an der Spitze ist 60°. Dann sind die beiden Basiswinkel zusammen 180° - 60° = 120°, also ist jeder 120° / 2 = 60°.

In beiden Fällen sind alle Winkel 60°, und somit müssen auch alle Seiten gleich lang sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Gleichschenkligkeit feststellen

Prüfe die Angaben. Wenn zwei Seiten gleich lang sind, handelt es sich um ein gleichschenkliges Dreieck.

Schritt 2: Den 60°-Winkel finden

Schaue, ob einer der Winkel im Dreieck 60° beträgt.

Schritt 3: Alle Winkel berechnen

Nutze den Basiswinkelsatz und die Winkelsumme, um zu zeigen, dass alle drei Winkel 60° sind (siehe Erklärung oben).

Schritt 4: Schlussfolgerung ziehen

Da alle drei Winkel 60° sind, ist das Dreieck gleichseitig.

Schritt 5: Seitenlänge bestimmen

Bei einem gleichseitigen Dreieck sind alle Seiten gleich lang. Die gesuchte Seite hat also die gleiche Länge wie die gegebenen Seiten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Seiten a und c eines Dreiecks sind beide 12 cm lang. Der Winkel β\beta hat eine Größe von 60°. Berechne die Länge der Seite b.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gleichschenkligkeit feststellen

    Gegeben ist a=c=12 cma = c = 12\text{ cm}. Das Dreieck ist also gleichschenklig mit der Basis b.

  2. Schritt 2 & 3
    Winkel berechnen

    Die Basiswinkel, die den Schenkeln a und c gegenüberliegen, sind α\alpha und γ\gamma. Es gilt: α=γ\alpha = \gamma.

    Die Winkelsumme ist 180°:

    α+β+γ=180°\alpha + \beta + \gamma = 180°

    Wir setzen β=60°\beta = 60° und γ=α\gamma = \alpha ein:

    α+60°+α=180°\alpha + 60° + \alpha = 180°

    2α+60°=180°60°2\alpha + 60° = 180° \quad | -60°

    2α=120°:22\alpha = 120° \quad | :2

    α=60°\alpha = 60°

    Da γ=α\gamma = \alpha, ist auch γ=60°\gamma = 60°. Alle drei Winkel sind 60°.

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Schlussfolgerung und Seitenlänge

    Da alle Winkel 60° sind, ist das Dreieck gleichseitig. Alle Seiten müssen gleich lang sein.

    a=b=ca = b = c

    Da a=12 cma = 12\text{ cm}, muss auch b=12 cmb = 12\text{ cm} sein.

Ergebnis:

b=12 cmb = 12\text{ cm}.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein gleichschenkliges Dreieck hat Schenkel der Länge 8 cm. Einer der Basiswinkel beträgt 60°. Wie lang ist die Basis?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Gegebene Informationen

    Das Dreieck ist gleichschenklig. Ein Basiswinkel ist 60°.

  2. Schritt 3
    Winkel berechnen

    Nach dem Basiswinkelsatz ist der zweite Basiswinkel ebenfalls 60°. Der dritte Winkel (an der Spitze) ist: 180° - 60° - 60° = 60°. Alle drei Winkel sind 60°.

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Schlussfolgerung und Seitenlänge

    Das Dreieck ist gleichseitig. Alle Seiten sind gleich lang. Die Basis muss also die gleiche Länge wie die Schenkel haben.

Ergebnis:

Länge der Basis: 8 cm8\text{ cm}.

Beispiel 3

Aufgabe

In einem Dreieck sind die Seiten a und b gleich lang. Der Winkel γ\gamma an der Spitze beträgt 60°. Seite a ist 50 mm lang. Wie lang ist Seite c (die Basis)?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Gegebene Informationen

    Das Dreieck ist gleichschenklig (a=b). Der Spitzenwinkel γ\gamma ist 60°.

  2. Schritt 3
    Winkel berechnen

    Die beiden Basiswinkel α\alpha und β\beta sind gleich groß und teilen sich die restlichen 180° - 60° = 120°.

    α=β=120°2=60°\alpha = \beta = \frac{120°}{2} = 60°

    Alle drei Winkel sind 60°.

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Schlussfolgerung und Seitenlänge

    Das Dreieck ist gleichseitig. Alle Seiten sind gleich lang.

    a=b=ca = b = c

    Da a = 50 mm, ist auch c=50 mmc = 50\text{ mm}.

Ergebnis:

c=50 mmc = 50\text{ mm}.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Kunstwerk besteht aus einem gleichschenkligen Dreieck aus Stahlrohren. Die beiden Schenkel sind jeweils 2,5 m lang. Der Künstler schweißt sie so zusammen, dass der Winkel zwischen ihnen 60° beträgt. Wie viel Meter Rohr braucht er für die dritte Seite?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Gegebene Informationen

    Das Dreieck ist gleichschenklig (zwei Schenkel à 2,5 m). Der Winkel zwischen ihnen (Spitzenwinkel) ist 60°.

  2. Schritt 3
    Winkel berechnen

    Die Basiswinkel berechnen sich zu: (180°60°)/2=60°(180° - 60°) / 2 = 60°. Alle drei Winkel sind 60°.

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Schlussfolgerung und Seitenlänge

    Das Dreieck ist gleichseitig. Alle Seiten sind gleich lang. Die dritte Seite (die Basis) muss also ebenfalls 2,5 m lang sein.

Ergebnis:

Er braucht 2,5 m2{,}5\text{ m} Rohr.

Beispiel 5

Aufgabe

Beweise: Jedes gleichschenklige Dreieck mit einem 60°-Winkel ist gleichseitig.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Fall 1 – Einer der Basiswinkel beträgt 60°
    • Sei α=60°\alpha = 60°.
    • Da das Dreieck gleichschenklig ist, gilt β=α\beta = \alpha. Also ist auch β=60°\beta = 60°.
    • Der dritte Winkel γ\gamma ist 180°(α+β)=180°(60°+60°)=60°180° - (\alpha + \beta) = 180° - (60° + 60°) = 60°.
    • Alle drei Winkel sind 60°, also ist das Dreieck gleichseitig.
  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Fall 2 – Der Winkel an der Spitze beträgt 60°
    • Sei γ=60°\gamma = 60°.
    • Da das Dreieck gleichschenklig ist, gilt α=β\alpha = \beta.
    • Die Winkelsumme ist α+β+γ=180°\alpha + \beta + \gamma = 180°, also 2α+60°=180°2\alpha + 60° = 180°.
    • 2α=120°2\alpha = 120°, woraus α=60°\alpha = 60° folgt.
    • Da α=β\alpha = \beta, ist auch β=60°\beta = 60°.
    • Alle drei Winkel sind 60°, also ist das Dreieck gleichseitig.

    In beiden Fällen führt ein 60°-Winkel in einem gleichschenkligen Dreieck dazu, dass alle Winkel 60° sind und das Dreieck somit gleichseitig ist.

    q.e.d.

Ergebnis:

Jedes gleichschenklige Dreieck mit einem 60°-Winkel ist gleichseitig.

Wichtige Erkenntnisse

  • Gleichschenkliges Dreieck: Zwei Seiten (Schenkel) sind gleich lang. Die gegenüberliegenden Winkel (Basiswinkel) sind gleich groß (Basiswinkelsatz).

  • Umkehrung des Basiswinkelsatzes: Wenn in einem Dreieck zwei Winkel gleich groß sind, dann sind die gegenüberliegenden Seiten gleich lang.

  • Wechselwinkelsatz: An parallelen Geraden sind Wechselwinkel immer gleich groß. Ein super Werkzeug, um Außenwinkel in Innenwinkel zu „übersetzen".

  • Gleichseitiges Dreieck: Sonderfall, bei dem alle drei Seiten gleich lang und alle drei Winkel 60° sind. Ein gleichschenkliges Dreieck mit einem 60°-Winkel ist immer gleichseitig.

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Häufige Fragen

Was ist ein gleichschenkliges Dreieck?

Ein gleichschenkliges Dreieck ist ein Dreieck, bei dem zwei Seiten gleich lang sind. Diese beiden Seiten heißen Schenkel, die dritte Seite heißt Basis. Die entscheidende Eigenschaft ist der Basiswinkelsatz: Die beiden Winkel an der Basis sind immer gleich groß. Wenn du eine Schenkellänge und einen Winkel kennst, kannst du alle anderen Winkel berechnen und das Dreieck eindeutig konstruieren.

Wie konstruierst du ein gleichschenkliges Dreieck Schritt für Schritt?

Du gehst in zwei Schritten vor:

  1. Fehlende Winkel berechnen: Ist ein Basiswinkel gegeben, ist der andere gleich groß; den Spitzenwinkel berechnest du mit 180° − α − β. Ist der Spitzenwinkel gegeben, teilst du die restlichen Grad gleichmäßig auf die Basiswinkel auf.
  2. Dreieck zeichnen (SWS-Methode): Zeichne einen Schenkel, trage am Endpunkt den Spitzenwinkel an, miss den zweiten Schenkel ab und verbinde die Endpunkte zur Basis.
Was ist der Basiswinkelsatz und wie wendest du ihn an?

Der Basiswinkelsatz besagt: In einem gleichschenkligen Dreieck sind die beiden Winkel an der Basis immer gleich groß. Du wendest ihn an, indem du zunächst prüfst, ob zwei Seiten des Dreiecks gleich lang sind (Markierungen beachten!), und dann sofort den zweiten Basiswinkel als gleichgroß festlegst. Anschließend kannst du mit der Winkelsumme von 180° den Spitzenwinkel berechnen.

Wie beweist du, dass ein Dreieck gleichschenklig ist?

Um zu beweisen, dass ein Dreieck gleichschenklig ist, nutzt du die Umkehrung des Basiswinkelsatzes: Zeige, dass zwei Winkel im Dreieck gleich groß sind – dann sind die gegenüberliegenden Seiten zwingend gleich lang. Typische Hilfsmittel sind der Wechselwinkelsatz (an parallelen Geraden), der Nebenwinkelsatz und die Winkelsumme. Am Ende schreibst du: „Da α = β, sind die gegenüberliegenden Seiten gleich lang – das Dreieck ist gleichschenklig. q.e.d."

Was ist der Unterschied zwischen einem gleichschenkligen und einem gleichseitigen Dreieck?

Ein gleichschenkliges Dreieck hat genau zwei gleich lange Seiten und zwei gleich große Basiswinkel. Ein gleichseitiges Dreieck ist ein Sonderfall davon: Alle drei Seiten sind gleich lang und alle drei Winkel betragen 60°. Jedes gleichseitige Dreieck ist also automatisch auch gleichschenklig – aber nicht umgekehrt. Besonders nützlich: Ein gleichschenkliges Dreieck mit einem 60°-Winkel ist immer gleichseitig.

Wie helfen Wechselwinkel beim Berechnen von Winkeln im gleichschenkligen Dreieck?

An parallelen Geraden gilt der Wechselwinkelsatz: Schneidet eine Dreiecksseite zwei parallele Geraden, sind der Außenwinkel an der einen Geraden und der entsprechende Innenwinkel an der anderen Geraden gleich groß. Du kannst so den gegebenen Außenwinkel direkt als Basiswinkel im Dreieck ablesen. Anschließend liefert der Basiswinkelsatz den zweiten Basiswinkel, und die Winkelsumme ergibt den Spitzenwinkel.

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