Ebenen in Normalenform einfach erklärt: Schritt für Schritt

Ebenen in Normalenform verstehen, aufstellen und anwenden – mit Schritt-für-Schritt-Erklärungen, durchgerechneten Beispielen zur Punktprobe und zur Normalenvektorprüfung für die Schule.

📅 Aktualisiert 30. Juni 202621 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Die Ebene in Normalenform ist eine der zentralen Darstellungsformen der Vektorgeometrie in der Oberstufe. Hast du dich jemals gefragt, wie in einem Videospiel die Beleuchtung funktioniert? Wie eine Spielfigur einen Schatten wirft oder eine Wand im richtigen Winkel von einer Fackel beleuchtet wird? Die Antwort liegt in der Vektorgeometrie, genauer gesagt bei den Normalenvektoren. Jede flache Oberfläche im Spiel – eine Wand, der Boden, eine Tischplatte – ist eine Ebene. Der Normalenvektor ist ein Pfeil, der exakt im 90°-Winkel von dieser Oberfläche absteht. Er sagt der Game-Engine, wohin die Oberfläche „schaut". Fällt Licht auf die Oberfläche, kann die Engine mit diesem Vektor berechnen, wie das Licht reflektiert wird. Wenn du die Normalenform verstehst, verstehst du eine der fundamentalen Techniken, die moderne 3D-Grafik überhaupt erst möglich machen.

Schnellantwort

Die Normalenform einer Ebene lautet E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0. Sie beschreibt eine Ebene durch einen Normalenvektor n\vec{n}, der senkrecht auf der Ebene steht, und einen Stützvektor p\vec{p}, der die Position der Ebene im Raum festlegt. Jeder Punkt XX liegt genau dann auf der Ebene, wenn der Verbindungsvektor von PP nach XX das Skalarprodukt null mit n\vec{n} ergibt.

Vorwissen

Bevor wir Ebenen auf eine neue Art beschreiben, wiederholen wir kurz drei wichtige Grundlagen:

  • Das Skalarprodukt: Es multipliziert zwei Vektoren und das Ergebnis ist eine einzelne Zahl (ein Skalar).

    • Formel: ab=a1b1+a2b2+a3b3\vec{a} \circ \vec{b} = a_1 \cdot b_1 + a_2 \cdot b_2 + a_3 \cdot b_3
    • Beispiel: (123)(456)=14+2(5)+36=410+18=12\begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix} 4 \\ -5 \\ 6 \end{pmatrix} = 1 \cdot 4 + 2 \cdot (-5) + 3 \cdot 6 = 4 - 10 + 18 = 12
  • Orthogonalität (Rechtwinkligkeit): Zwei Vektoren stehen senkrecht (im 90°-Winkel) aufeinander, wenn ihr Skalarprodukt Null ist.

    • Bedingung: ab    ab=0\vec{a} \perp \vec{b} \iff \vec{a} \circ \vec{b} = 0
    • Beispiel: (214)(322)=23+12+(4)2=6+28=0\begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -4 \end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix} 3 \\ 2 \\ 2 \end{pmatrix} = 2 \cdot 3 + 1 \cdot 2 + (-4) \cdot 2 = 6 + 2 - 8 = 0. Die Vektoren sind also orthogonal.
  • Parameterform einer Ebene: Beschreibt eine Ebene durch einen Aufpunkt und zwei Spannvektoren.

    • Formel: E:x=p+su+tvE: \vec{x} = \vec{p} + s \cdot \vec{u} + t \cdot \vec{v}
    • Beispiel: In E:x=(123)+s(010)+t(001)E: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} ist (123)\begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} der Stützvektor und (010)\begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}, (001)\begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} sind die Spannvektoren.

Aufgabentyp 1: Normalenform aus Punkt und Normalenvektor aufstellen

Stell dir eine unendlich große, flache Tischplatte im Raum vor – das ist unsere Ebene. Um ihre Ausrichtung eindeutig zu beschreiben, brauchen wir nur zwei Dinge:

  1. Einen Normalenvektor n\vec{n}: Das ist ein Vektor, der exakt im 90°-Winkel auf der Ebene steht. Er gibt die „Neigung" oder Orientierung der Ebene an.
  2. Einen Punkt P, der auf der Ebene liegt. Sein Ortsvektor p\vec{p} dient als „Anker" und legt die Position der Ebene im Raum fest.

Die Idee der Normalenform ist: Jeder Vektor, der zwei beliebige Punkte auf der Ebene verbindet, muss senkrecht zum Normalenvektor stehen. Wenn wir einen beliebigen Punkt XX auf der Ebene nehmen, dann ist der Verbindungsvektor von PP nach XX gerade (xp)(\vec{x} - \vec{p}). Da dieser Vektor in der Ebene liegt, muss sein Skalarprodukt mit dem Normalenvektor n\vec{n} null sein.

Das führt uns direkt zur Normalenform der Ebenengleichung:

E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0

Normalenvektor steht senkrecht auf einer Ebene
Normalenvektor steht senkrecht auf einer Ebene

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gegebene Informationen identifizieren: Lies den Normalenvektor n\vec{n} und die Koordinaten des Punktes P aus der Aufgabenstellung ab.
  2. Stützvektor aufstellen: Wandle die Koordinaten des Punktes P in seinen Ortsvektor um. Dieser Vektor ist der Stützvektor p\vec{p} der Ebene.
  3. In die Formel einsetzen: Setze den Normalenvektor n\vec{n} und den Stützvektor p\vec{p} in die allgemeine Normalenform ein: E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Eine Ebene E ist durch den Punkt P(215)P(2|1|5) und den Normalenvektor n=(301)\vec{n} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} gegeben. Gib die Ebenengleichung in Normalenform an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Informationen identifizieren

    Der Normalenvektor ist n=(301)\vec{n} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix}.

    Der gegebene Punkt ist P(215)P(2|1|5).

  2. Schritt 2
    Stützvektor aufstellen

    Der Ortsvektor zum Punkt P ist unser Stützvektor: p=(215)\vec{p} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix}.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    In die Formel einsetzen

    Wir setzen n\vec{n} und p\vec{p} in die allgemeine Formel E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0 ein.

    E:(301)(x(215))=0E: \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} \right) = 0

Ergebnis:

Die Normalenform der Ebene lautet E:(301)(x(215))=0E: \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ -1 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} \right) = 0.

Beispiel 2

Aufgabe

Eine Ebene E verläuft durch den Ursprung P(000)P(0|0|0) und hat den Normalenvektor n=(247)\vec{n} = \begin{pmatrix} -2 \\ 4 \\ 7 \end{pmatrix}. Gib die Ebenengleichung in Normalenform an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Informationen identifizieren

    Der Normalenvektor ist n=(247)\vec{n} = \begin{pmatrix} -2 \\ 4 \\ 7 \end{pmatrix}.

    Der gegebene Punkt ist der Ursprung P(000)P(0|0|0).

  2. Schritt 2
    Stützvektor aufstellen

    Der Ortsvektor zum Ursprung ist der Nullvektor: p=(000)\vec{p} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    In die Formel einsetzen

    Wir setzen n\vec{n} und p\vec{p} in die Formel ein.

    E:(247)(x(000))=0E: \begin{pmatrix} -2 \\ 4 \\ 7 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} \right) = 0

    Dies kann vereinfacht werden zu:

    E:(247)x=0E: \begin{pmatrix} -2 \\ 4 \\ 7 \end{pmatrix} \circ \vec{x} = 0

Ergebnis:

Da der Stützvektor der Nullvektor ist, vereinfacht sich die Normalenform zu E:(247)x=0E: \begin{pmatrix} -2 \\ 4 \\ 7 \end{pmatrix} \circ \vec{x} = 0.

Beispiel 3

Aufgabe

Gib die Normalenform der Ebene E an, die durch den Punkt P(138)P(-1|-3|8) geht und den Normalenvektor n=(111)\vec{n} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} besitzt.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Informationen identifizieren

    Normalenvektor: n=(111)\vec{n} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix}.

    Punkt: P(138)P(-1|-3|8).

  2. Schritt 2
    Stützvektor aufstellen

    Stützvektor: p=(138)\vec{p} = \begin{pmatrix} -1 \\ -3 \\ 8 \end{pmatrix}.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    In die Formel einsetzen

    Wir setzen in die allgemeine Formel ein:

    E:(111)(x(138))=0E: \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} -1 \\ -3 \\ 8 \end{pmatrix} \right) = 0

Ergebnis:

Die Normalenform lautet E:(111)(x(138))=0E: \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} -1 \\ -3 \\ 8 \end{pmatrix} \right) = 0.

Aufgabentyp 2: Prüfen, ob ein Punkt auf einer Ebene liegt (Punktprobe)

Um zu überprüfen, ob ein bestimmter Punkt auf einer Ebene liegt, ist die Normalenform etwas unhandlich. Viel einfacher geht das mit der Koordinatenform. Wir können die Normalenform ganz einfach in die Koordinatenform umwandeln, indem wir das Skalarprodukt ausrechnen.

Ausgangspunkt ist die Normalenform: E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0

Wir können das Distributivgesetz anwenden (wie beim Ausmultiplizieren von Klammern): E:nxnp=0E: \vec{n} \circ \vec{x} - \vec{n} \circ \vec{p} = 0

Jetzt bringen wir den konstanten Teil auf die rechte Seite: E:nx=npE: \vec{n} \circ \vec{x} = \vec{n} \circ \vec{p}

Schreiben wir das mit Koordinaten aus, wobei n=(n1n2n3)\vec{n} = \begin{pmatrix} n_1 \\ n_2 \\ n_3 \end{pmatrix} und x=(x1x2x3)\vec{x} = \begin{pmatrix} x_1 \\ x_2 \\ x_3 \end{pmatrix}:

n1x1+n2x2+n3x3=dn_1x_1 + n_2x_2 + n_3x_3 = d

Hierbei ist dd einfach das Ergebnis des Skalarprodukts np\vec{n} \circ \vec{p}.

Sobald wir diese Form haben, können wir die Koordinaten eines beliebigen Punktes für x1,x2,x3x_1, x_2, x_3 einsetzen. Wenn die Gleichung stimmt (z. B. 10=1010=10), liegt der Punkt auf der Ebene. Wenn sie nicht stimmt (z. B. 5=105=10), liegt er nicht darauf. Das nennt man Punktprobe.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Normalenform der Ebene aufstellen: Falls noch nicht geschehen, stelle die Normalenform E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0 mit den gegebenen Informationen auf.
  2. In Koordinatenform umwandeln: Rechne das Skalarprodukt in der Normalenform aus, um die Koordinatenform n1x1+n2x2+n3x3=dn_1x_1 + n_2x_2 + n_3x_3 = d zu erhalten. Berechne die linke Seite nx\vec{n} \circ \vec{x} und die rechte Seite (die Konstante d=npd = \vec{n} \circ \vec{p}).
  3. Punktprobe durchführen: Nimm die Koordinaten des zu prüfenden Punktes (z. B. A(a1a2a3)A(a_1|a_2|a_3)) und setze sie für x1,x2x_1, x_2 und x3x_3 in die Koordinatengleichung ein.
  4. Ergebnis bewerten: Ergibt die Gleichung eine wahre Aussage (z. B. 5=55=5), dann liegt der Punkt auf der Ebene. Ergibt die Gleichung eine falsche Aussage (z. B. 3=53=5), dann liegt der Punkt nicht auf der Ebene.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Ebene E:(213)(x(142))=0E: \begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 2 \end{pmatrix} \right) = 0. Liegt der Punkt A(311)A(3|1|1) auf der Ebene E?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Normalenform der Ebene aufstellen

    Die Normalenform ist bereits gegeben. Wir identifizieren: n=(213)\vec{n} = \begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix} und p=(142)\vec{p} = \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 2 \end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    In Koordinatenform umwandeln

    Wir formen E:nx=npE: \vec{n} \circ \vec{x} = \vec{n} \circ \vec{p} um.

    Linke Seite: (213)(x1x2x3)=2x11x2+3x3\begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix} x_1 \\ x_2 \\ x_3 \end{pmatrix} = 2x_1 - 1x_2 + 3x_3.

    Rechte Seite: d=(213)(142)=21+(1)4+32=24+6=4d = \begin{pmatrix} 2 \\ -1 \\ 3 \end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 2 \end{pmatrix} = 2 \cdot 1 + (-1) \cdot 4 + 3 \cdot 2 = 2 - 4 + 6 = 4.

    Die Koordinatenform lautet also: E:2x1x2+3x3=4E: 2x_1 - x_2 + 3x_3 = 4.

  3. Schritt 3
    Punktprobe durchführen

    Wir setzen die Koordinaten von A(311)A(3|1|1) in die Koordinatenform ein:

    2(3)(1)+3(1)=42 \cdot (3) - (1) + 3 \cdot (1) = 4

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis bewerten

    61+3=46 - 1 + 3 = 4

    8=48 = 4

    Dies ist eine falsche Aussage.

Ergebnis:

Der Punkt A liegt nicht auf der Ebene E.

Beispiel 2

Aufgabe

Eine Ebene ist durch P(111)P(1|1|1) und n=(520)\vec{n} = \begin{pmatrix} 5 \\ -2 \\ 0 \end{pmatrix} definiert. Prüfe, ob der Punkt B(368)B(3|6|8) auf der Ebene liegt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Normalenform der Ebene aufstellen

    E:(520)(x(111))=0E: \begin{pmatrix} 5 \\ -2 \\ 0 \end{pmatrix} \circ \left( \vec{x} - \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} \right) = 0.

    Wir haben n=(520)\vec{n} = \begin{pmatrix} 5 \\ -2 \\ 0 \end{pmatrix} und p=(111)\vec{p} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    In Koordinatenform umwandeln

    E:nx=npE: \vec{n} \circ \vec{x} = \vec{n} \circ \vec{p}

    Linke Seite: 5x12x2+0x3=5x12x25x_1 - 2x_2 + 0x_3 = 5x_1 - 2x_2.

    Rechte Seite: d=(520)(111)=51+(2)1+01=52+0=3d = \begin{pmatrix} 5 \\ -2 \\ 0 \end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} = 5 \cdot 1 + (-2) \cdot 1 + 0 \cdot 1 = 5 - 2 + 0 = 3.

    Die Koordinatenform ist: E:5x12x2=3E: 5x_1 - 2x_2 = 3.

  3. Schritt 3
    Punktprobe durchführen

    Wir setzen die Koordinaten von B(368)B(3|6|8) ein:

    5(3)2(6)=35 \cdot (3) - 2 \cdot (6) = 3

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis bewerten

    1512=315 - 12 = 3

    3=33 = 3

    Dies ist eine wahre Aussage.

Ergebnis:

Der Punkt B liegt auf der Ebene E.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist die Ebene E:(111)x=6E: \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} \circ \vec{x} = 6. Liegt der Ursprung O(000)O(0|0|0) auf E?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Koordinatenform bestimmen

    Die Ebenengleichung ist bereits in einer fast fertigen Koordinatenform gegeben. Ausgeschrieben lautet sie:

    E:1x1+1x2+1x3=6E: 1x_1 + 1x_2 + 1x_3 = 6.

  2. Schritt 3
    Punktprobe durchführen

    Wir setzen die Koordinaten des Ursprungs O(000)O(0|0|0) ein:

    1(0)+1(0)+1(0)=61 \cdot (0) + 1 \cdot (0) + 1 \cdot (0) = 6

  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis bewerten

    0+0+0=60 + 0 + 0 = 6

    0=60 = 6

    Dies ist eine falsche Aussage.

Ergebnis:

Der Ursprung liegt nicht auf der Ebene E.

Aufgabentyp 3: Normalenvektor einer Ebene in Parameterform überprüfen

Manchmal ist eine Ebene in Parameterform gegeben und wir wollen wissen, ob ein bestimmter Vektor n\vec{n} ein Normalenvektor dieser Ebene ist.

Die Parameterform lautet: E:x=p+su+tvE: \vec{x} = \vec{p} + s \cdot \vec{u} + t \cdot \vec{v}

Die Vektoren u\vec{u} und v\vec{v} sind die Spannvektoren. Sie „spannen" die Ebene auf, ähnlich wie zwei Stifte, die auf einem Tisch liegen und in verschiedene Richtungen zeigen. Jeder Punkt auf dem Tisch kann durch eine Kombination dieser beiden Richtungen erreicht werden.

Die entscheidende Eigenschaft eines Normalenvektors n\vec{n} ist, dass er senkrecht auf der gesamten Ebene steht. Das bedeutet, er muss senkrecht zu jeder denkbaren Richtung innerhalb der Ebene sein. Es reicht aber zu zeigen, dass er senkrecht zu den beiden Spannvektoren steht.

Um die Rechtwinkligkeit zu prüfen, nutzen wir wieder das Skalarprodukt. Ein Vektor n\vec{n} ist also genau dann ein Normalenvektor der Ebene E, wenn beide folgenden Bedingungen erfüllt sind:

  1. nu=0\vec{n} \circ \vec{u} = 0 (n\vec{n} steht senkrecht auf u\vec{u})
  2. nv=0\vec{n} \circ \vec{v} = 0 (n\vec{n} steht senkrecht auf v\vec{v})

Wenn auch nur eine dieser Bedingungen nicht erfüllt ist, ist n\vec{n} kein Normalenvektor der Ebene.

Normalenvektor senkrecht zu beiden Spannvektoren der Ebene
Normalenvektor senkrecht zu beiden Spannvektoren der Ebene

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Spannvektoren identifizieren: Lies die beiden Spannvektoren u\vec{u} und v\vec{v} aus der gegebenen Parameterform der Ebene ab.
  2. Erstes Skalarprodukt berechnen: Bilde das Skalarprodukt aus dem zu prüfenden Vektor n\vec{n} und dem ersten Spannvektor u\vec{u}.
  3. Erstes Ergebnis prüfen: Wenn nu0\vec{n} \circ \vec{u} \neq 0, ist n\vec{n} kein Normalenvektor. Wenn nu=0\vec{n} \circ \vec{u} = 0, fahre mit dem nächsten Schritt fort.
  4. Zweites Skalarprodukt berechnen: Bilde das Skalarprodukt aus dem Vektor n\vec{n} und dem zweiten Spannvektor v\vec{v}.
  5. Zweites Ergebnis prüfen und Fazit ziehen: Wenn nv=0\vec{n} \circ \vec{v} = 0, sind beide Bedingungen erfüllt und n\vec{n} ist ein Normalenvektor. Wenn nv0\vec{n} \circ \vec{v} \neq 0, ist n\vec{n} kein Normalenvektor.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Ebene E:x=(102)+s(103)+t(012)E: \vec{x}=\begin{pmatrix}1 \\ 0 \\ -2\end{pmatrix}+s \cdot\begin{pmatrix}1 \\ 0 \\ -3\end{pmatrix}+t \cdot\begin{pmatrix}0 \\ -1 \\ 2\end{pmatrix}. Zeige, dass der Vektor n=(321)\vec{n}=\begin{pmatrix}-3 \\ -2 \\ -1\end{pmatrix} ein Normalenvektor von E ist.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Spannvektoren identifizieren

    Aus der Ebenengleichung lesen wir die beiden Spannvektoren ab: u=(103)\vec{u} = \begin{pmatrix}1 \\ 0 \\ -3\end{pmatrix} und v=(012)\vec{v} = \begin{pmatrix}0 \\ -1 \\ 2\end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    Erstes Skalarprodukt berechnen

    Wir prüfen die Orthogonalität von n\vec{n} und u\vec{u}: nu=(321)(103)\vec{n} \circ \vec{u} = \begin{pmatrix}-3 \\ -2 \\ -1\end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix}1 \\ 0 \\ -3\end{pmatrix}

    =(3)1+(2)0+(1)(3)= (-3) \cdot 1 + (-2) \cdot 0 + (-1) \cdot (-3)

    =3+0+3=0= -3 + 0 + 3 = 0

  3. Schritt 3
    Erstes Ergebnis prüfen

    Das Ergebnis ist 0. Die erste Bedingung ist erfüllt. Wir müssen die zweite prüfen.

  4. Schritt 4
    Zweites Skalarprodukt berechnen

    Wir prüfen die Orthogonalität von n\vec{n} und v\vec{v}: nv=(321)(012)\vec{n} \circ \vec{v} = \begin{pmatrix}-3 \\ -2 \\ -1\end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix}0 \\ -1 \\ 2\end{pmatrix}

    =(3)0+(2)(1)+(1)2= (-3) \cdot 0 + (-2) \cdot (-1) + (-1) \cdot 2

    =0+22=0= 0 + 2 - 2 = 0

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Zweites Ergebnis prüfen und Fazit ziehen

    Auch das zweite Ergebnis ist 0. Da n\vec{n} zu beiden Spannvektoren senkrecht steht, ist er ein Normalenvektor der Ebene E.

Ergebnis:

n=(321)\vec{n}=\begin{pmatrix}-3 \\ -2 \\ -1\end{pmatrix} ist ein Normalenvektor von E.

Beispiel 2

Aufgabe

Ist n=(111)\vec{n}=\begin{pmatrix}1 \\ 1 \\ 1\end{pmatrix} ein Normalenvektor der Ebene E:x=s(211)+t(033)E: \vec{x}=s \cdot\begin{pmatrix}2 \\ -1 \\ -1\end{pmatrix}+t \cdot\begin{pmatrix}0 \\ 3 \\ -3\end{pmatrix}?

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Spannvektoren identifizieren

    u=(211)\vec{u} = \begin{pmatrix}2 \\ -1 \\ -1\end{pmatrix} und v=(033)\vec{v} = \begin{pmatrix}0 \\ 3 \\ -3\end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    Erstes Skalarprodukt berechnen

    nu=(111)(211)=12+1(1)+1(1)=211=0\vec{n} \circ \vec{u} = \begin{pmatrix}1 \\ 1 \\ 1\end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix}2 \\ -1 \\ -1\end{pmatrix} = 1 \cdot 2 + 1 \cdot (-1) + 1 \cdot (-1) = 2 - 1 - 1 = 0.

  3. Schritt 3
    Erstes Ergebnis prüfen

    Das Ergebnis ist 0. Wir machen weiter.

  4. Schritt 4
    Zweites Skalarprodukt berechnen

    nv=(111)(033)=10+13+1(3)=0+33=0\vec{n} \circ \vec{v} = \begin{pmatrix}1 \\ 1 \\ 1\end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix}0 \\ 3 \\ -3\end{pmatrix} = 1 \cdot 0 + 1 \cdot 3 + 1 \cdot (-3) = 0 + 3 - 3 = 0.

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Zweites Ergebnis prüfen und Fazit ziehen

    Beide Skalarprodukte sind 0.

Ergebnis:

Ja, n=(111)\vec{n}=\begin{pmatrix}1 \\ 1 \\ 1\end{pmatrix} ist ein Normalenvektor von E.

Beispiel 3

Aufgabe

Prüfe, ob n=(210)\vec{n}=\begin{pmatrix}2 \\ 1 \\ 0\end{pmatrix} ein Normalenvektor der Ebene E:x=(111)+s(125)+t(311)E: \vec{x}=\begin{pmatrix}1 \\ 1 \\ 1\end{pmatrix}+s \cdot\begin{pmatrix}1 \\ -2 \\ 5\end{pmatrix}+t \cdot\begin{pmatrix}3 \\ 1 \\ -1\end{pmatrix} ist.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Spannvektoren identifizieren

    u=(125)\vec{u} = \begin{pmatrix}1 \\ -2 \\ 5\end{pmatrix} und v=(311)\vec{v} = \begin{pmatrix}3 \\ 1 \\ -1\end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    Erstes Skalarprodukt berechnen

    nu=(210)(125)=21+1(2)+05=22+0=0\vec{n} \circ \vec{u} = \begin{pmatrix}2 \\ 1 \\ 0\end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix}1 \\ -2 \\ 5\end{pmatrix} = 2 \cdot 1 + 1 \cdot (-2) + 0 \cdot 5 = 2 - 2 + 0 = 0.

  3. Schritt 3
    Erstes Ergebnis prüfen

    Das Ergebnis ist 0. Wir müssen den zweiten Spannvektor prüfen.

  4. Schritt 4
    Zweites Skalarprodukt berechnen

    nv=(210)(311)=23+11+0(1)=6+1+0=7\vec{n} \circ \vec{v} = \begin{pmatrix}2 \\ 1 \\ 0\end{pmatrix} \circ \begin{pmatrix}3 \\ 1 \\ -1\end{pmatrix} = 2 \cdot 3 + 1 \cdot 1 + 0 \cdot (-1) = 6 + 1 + 0 = 7.

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Zweites Ergebnis prüfen und Fazit ziehen

    Das zweite Skalarprodukt ist 77 und nicht 00.

Ergebnis:

n=(210)\vec{n}=\begin{pmatrix}2 \\ 1 \\ 0\end{pmatrix} ist kein Normalenvektor der Ebene E.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Normalenform einer Ebene braucht einen Normalenvektor n\vec{n} (Orientierung) und einen Stützvektor p\vec{p} (Position).

    • Formel: E:n(xp)=0E: \vec{n} \circ (\vec{x} - \vec{p}) = 0
  • Die Koordinatenform ist ideal für die Punktprobe. Man erhält sie durch Ausrechnen der Normalenform.

    • Formel: n1x1+n2x2+n3x3=dn_1x_1 + n_2x_2 + n_3x_3 = d
  • Ein Normalenvektor n\vec{n} steht senkrecht auf einer Ebene, wenn er zu beiden Spannvektoren u\vec{u} und v\vec{v} senkrecht steht.

    • Bedingung: nu=0\vec{n} \circ \vec{u} = 0 und nv=0\vec{n} \circ \vec{v} = 0.

Häufige Fragen

Was ist die Normalenform einer Ebene?

Die Normalenform einer Ebene lautet E: n⃗ ∘ (x⃗ − p⃗) = 0. Sie beschreibt eine Ebene durch zwei Bestandteile: den Normalenvektor n⃗, der senkrecht auf der Ebene steht und ihre Orientierung angibt, und den Stützvektor p⃗, der als Ortsvektor eines bekannten Punktes die Position der Ebene im Raum festlegt. Jeder Punkt X liegt genau dann auf der Ebene, wenn das Skalarprodukt von n⃗ und dem Verbindungsvektor von P nach X gleich null ist.

Wie stellst du eine Ebene in Normalenform auf?

Um eine Ebene in Normalenform aufzustellen, gehst du in drei Schritten vor:

  1. Normalenvektor und Punkt identifizieren: Lies n⃗ und die Koordinaten von P aus der Aufgabe ab.
  2. Stützvektor aufstellen: Wandle die Koordinaten von P in seinen Ortsvektor p⃗ um.
  3. In die Formel einsetzen: Trage n⃗ und p⃗ in E: n⃗ ∘ (x⃗ − p⃗) = 0 ein.
Wie führst du eine Punktprobe mit der Normalenform durch?

Für die Punktprobe wandelst du die Normalenform zuerst in die Koordinatenform n₁x₁ + n₂x₂ + n₃x₃ = d um, indem du das Skalarprodukt ausrechnest und d = n⃗ ∘ p⃗ berechnest. Dann setzt du die Koordinaten des zu prüfenden Punktes ein. Ergibt sich eine wahre Aussage (z. B. 3 = 3), liegt der Punkt auf der Ebene. Bei einer falschen Aussage (z. B. 8 = 4) liegt er nicht darauf.

Was ist der Unterschied zwischen Normalenform und Koordinatenform einer Ebene?

Die Normalenform E: n⃗ ∘ (x⃗ − p⃗) = 0 macht die geometrische Bedeutung des Normalenvektors sichtbar und eignet sich gut zum Aufstellen der Ebenengleichung. Die Koordinatenform n₁x₁ + n₂x₂ + n₃x₃ = d erhält man durch Ausmultiplizieren des Skalarprodukts und ist besonders praktisch für die Punktprobe, weil man Koordinaten direkt einsetzen kann.

Wann ist ein Vektor ein Normalenvektor einer Ebene in Parameterform?

Ein Vektor n⃗ ist genau dann ein Normalenvektor einer Ebene in Parameterform, wenn er senkrecht auf beiden Spannvektoren u⃗ und v⃗ steht. Das prüfst du mit dem Skalarprodukt: Es müssen n⃗ ∘ u⃗ = 0 und n⃗ ∘ v⃗ = 0 gleichzeitig gelten. Ist auch nur eines der Skalarprodukte ungleich null, ist n⃗ kein Normalenvektor der Ebene.

4.62 / 5.0 · 100.000+ Schüler verbessern bereits ihre Noten mit uns

Schneller zu besseren Mathe-Noten — starte heute kostenlos.

Kostenlos testen. Keine Kreditkarte. In wenigen Klicks bist du dabei.