Lagebeziehungen von Geraden: Anwendungen einfach erklärt

Angewandte Lagebeziehungen von Geraden verständlich erklärt: Schnittpunkte prüfen, parallele Geraden bestimmen und Lagebeziehungen in geometrischen Körpern untersuchen – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Beispielen.

📅 Aktualisiert 30. Juni 202655 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Angewandte Lagebeziehungen von Geraden begegnen dir überall, wo Wege, Bahnen oder Strahlen im Raum modelliert werden – ob in der Flugsicherung, beim Programmieren von Spielen oder in der Robotik. Stell dir vor, du programmierst ein Videospiel: Ein Laserstrahl wird abgefeuert – trifft er den Gegner? Oder stell dir die Flugsicherung am Flughafen vor: Zwei Flugzeuge sind im Anflug. Werden sich ihre Routen kreuzen? Ein winziger Rechenfehler könnte katastrophale Folgen haben. Genau das ist Vektorrechnung in Aktion – die Grundlage für Kollisionserkennung in Spielen, GPS-Navigation und Robotik. Mit dem, was du hier lernst, kannst du die unsichtbaren Pfade von Objekten berechnen und vorhersagen.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz die Grundlagen:

  • Die Geradengleichung in Parameterform: Beschreibt alle Punkte auf einer unendlich langen, geraden Linie.

    • Formel: g:x=p+tug: \vec{x} = \vec{p} + t \cdot \vec{u}
    • Beispiel: g:x=(123)+t(456)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 4 \\ 5 \\ 6 \end{pmatrix}. Der Punkt (123)(1|2|3) liegt auf der Geraden und für jeden Wert von tt erhält man einen weiteren Punkt.
  • Richtungsvektor zwischen zwei Punkten: Zeigt von einem Punkt zum anderen.

    • Formel: u=BA\vec{u} = \vec{B} - \vec{A}
    • Beispiel: Für die Punkte A(111)A(1|1|1) und B(345)B(3|4|5) ist der Richtungsvektor u=(345)(111)=(234)\vec{u} = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 3 \\ 4 \end{pmatrix}.
  • Mittelpunkt einer Strecke: Der Punkt, der genau in der Mitte zwischen zwei Endpunkten liegt.

    • Formel: M=(xA+xB2yA+yB2zA+zB2)M = \left( \frac{x_A+x_B}{2} \mid \frac{y_A+y_B}{2} \mid \frac{z_A+z_B}{2} \right)
    • Beispiel: Der Mittelpunkt der Strecke zwischen A(246)A(2|4|6) und B(81012)B(8|10|12) ist M(579)M(5|7|9).

Aufgabentyp 1: Schnittpunkt von Geraden im Sachzusammenhang prüfen

In Anwendungsaufgaben sind Geraden oft durch Start- und Zielpunkte beschrieben, z.B. die Flugbahnen von Drohnen oder Flugzeugen. Um herauszufinden, ob sich diese Bahnen kreuzen, müssen wir prüfen, ob die beiden Geraden einen gemeinsamen Punkt haben.

Der Weg dahin ist immer gleich:

  1. Für jede Flugbahn eine Geradengleichung aufstellen.
  2. Die beiden Geradengleichungen gleichsetzen.
  3. Das entstehende lineare Gleichungssystem (LGS) lösen.

Das Ergebnis des LGS verrät uns, ob es einen Schnittpunkt gibt:

  • Eindeutige Lösung: Die Bahnen schneiden sich.
  • Keine Lösung (Widerspruch): Die Bahnen sind parallel oder windschief (sie verfehlen sich).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Geradengleichungen aufstellen

  • Für die erste Gerade g1g_1: Wähle einen der beiden Punkte als Stützvektor. Berechne den Richtungsvektor, indem du die Ortsvektoren der beiden Punkte voneinander abziehst (Endpunkt minus Startpunkt).
  • Wiederhole dies für die zweite Gerade g2g_2 mit den anderen beiden Punkten. Wichtig: Verwende einen anderen Parameter (z.B. tt für g1g_1 und ss für g2g_2).

Schritt 2: Geradengleichungen gleichsetzen

  • Setze die beiden Geradengleichungen gleich: g1=g2g_1 = g_2.
  • Das ergibt eine Vektorgleichung der Form p1+tu1=p2+su2\vec{p}_1 + t \cdot \vec{u}_1 = \vec{p}_2 + s \cdot \vec{u}_2.

Schritt 3: Lineares Gleichungssystem (LGS) aufstellen

  • Schreibe die Vektorgleichung als drei einzelne Gleichungen für die x-, y- und z-Koordinaten auf.

Schritt 4: LGS lösen

  • Wähle zwei der drei Gleichungen aus, um die Werte für die Parameter tt und ss zu berechnen.

Schritt 5: Probe durchführen

  • Setze die berechneten Werte für tt und ss in die dritte, bisher ungenutzte Gleichung ein.
  • Fall A (Wahre Aussage): Wenn die Gleichung aufgeht (z.B. 5=55=5), gibt es einen Schnittpunkt. Fahre mit Schritt 6 fort.
  • Fall B (Widerspruch): Wenn die Gleichung nicht aufgeht (z.B. 0=70=7), gibt es keinen Schnittpunkt. Die Geraden sind windschief oder parallel. Du bist hier fertig.

Schritt 6: Schnittpunkt berechnen (nur bei Fall A)

  • Setze den Wert für tt in die Gleichung für g1g_1 (oder ss in g2g_2) ein und rechne den Ortsvektor des Schnittpunkts aus.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Zwei Drohnen bewegen sich mit konstanter Geschwindigkeit entlang gerader Bahnen. Die erste Drohne beginnt ihre Flugroute am Punkt A(060)A(0|6|0) und fliegt in Richtung des Punktes B(200)B(2|0|0). Die zweite Drohne startet am Punkt C(003)C(0|0|3) und bewegt sich in Richtung des Punktes D(105)D(1|0|5). Untersuchen Sie rechnerisch, ob sich die Flugbahnen der beiden Drohnen kreuzen.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Geradengleichungen aufstellen
    • Drohne 1 (Gerade g):

      • Stützvektor: pg=A=(060)\vec{p}_g = \vec{A} = \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: ug=BA=(200)(060)=(260)\vec{u}_g = \vec{B} - \vec{A} = \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ -6 \\ 0 \end{pmatrix}
      • Gleichung: g:x=(060)+t(260)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ -6 \\ 0 \end{pmatrix}
    • Drohne 2 (Gerade h):

      • Stützvektor: ph=C=(003)\vec{p}_h = \vec{C} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: uh=DC=(105)(003)=(102)\vec{u}_h = \vec{D} - \vec{C} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 2 \end{pmatrix}
      • Gleichung: h:x=(003)+s(102)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 2 \end{pmatrix}
  2. Schritt 2 & 3
    Gleichsetzen und LGS aufstellen

    Wir setzen g=hg=h:

    (060)+t(260)=(003)+s(102)\begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ -6 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 2 \end{pmatrix}

    Das führt zu folgendem LGS:

    (I):0+2t=0+1s  2t=s\text{(I)}: 0 + 2t = 0 + 1s \ \to \ 2t = s

    (II):66t=0+0s  66t=0\text{(II)}: 6 - 6t = 0 + 0s \ \to \ 6 - 6t = 0

    (III):0+0t=3+2s  0=3+2s\text{(III)}: 0 + 0t = 3 + 2s \ \to \ 0 = 3 + 2s

  3. Schritt 4
    LGS lösen

    Aus Gleichung (II) können wir direkt tt berechnen:

    66t=0+6t6 - 6t = 0 \quad |+6t

    6=6t:66 = 6t \quad |:6

    t=1t = 1

    Jetzt setzen wir t=1t=1 in Gleichung (I) ein, um ss zu finden:

    s=2t=21s = 2t = 2 \cdot 1

    s=2s = 2

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Probe durchführen

    Wir setzen die berechneten Werte t=1t=1 und s=2s=2 in die ungenutzte Gleichung (III) ein:

    0=3+2s0 = 3 + 2s

    0=3+220 = 3 + 2 \cdot 2

    0=3+40 = 3 + 4

    0=70 = 7

    Das ist ein Widerspruch. Das Gleichungssystem hat keine Lösung.

Ergebnis:

Die Flugbahnen der beiden Drohnen kreuzen sich nicht.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Wanderweg verläuft geradlinig von Punkt A(110)A(1|1|0) nach B(354)B(3|5|4). Ein zweiter Weg startet bei C(152)C(1|5|2) und führt nach D(425)D(4|2|5). Prüfen Sie, ob sich die Wege kreuzen und geben Sie ggf. die Koordinaten der Kreuzung an.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Geradengleichungen aufstellen
    • Weg 1 (Gerade g):

      • Stützvektor: A=(110)\vec{A} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: BA=(354)(110)=(244)\vec{B} - \vec{A} = \begin{pmatrix} 3 \\ 5 \\ 4 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix}
      • g:x=(110)+t(244)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix}
    • Weg 2 (Gerade h):

      • Stützvektor: C=(152)\vec{C} = \begin{pmatrix} 1 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: DC=(425)(152)=(333)\vec{D} - \vec{C} = \begin{pmatrix} 4 \\ 2 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \\ -3 \\ 3 \end{pmatrix}
      • h:x=(152)+s(333)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ -3 \\ 3 \end{pmatrix}
  2. Schritt 2 & 3
    Gleichsetzen und LGS aufstellen

    g=h  (110)+t(244)=(152)+s(333)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 5 \\ 2 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ -3 \\ 3 \end{pmatrix}

    (I):1+2t=1+3s  2t=3s\text{(I)}: 1 + 2t = 1 + 3s \ \to \ 2t = 3s

    (II):1+4t=53s\text{(II)}: 1 + 4t = 5 - 3s

    (III):4t=2+3s\text{(III)}: 4t = 2 + 3s

  3. Schritt 4
    LGS lösen

    Aus (I) folgt: t=32st = \frac{3}{2}s. Wir setzen dies in (III) ein:

    4(32s)=2+3s4 \cdot \left(\frac{3}{2}s\right) = 2 + 3s

    6s=2+3s3s6s = 2 + 3s \quad |-3s

    3s=2:33s = 2 \quad |:3

    s=23s = \frac{2}{3}

    Jetzt berechnen wir tt mit der Formel aus (I):

    t=32s=3223t = \frac{3}{2}s = \frac{3}{2} \cdot \frac{2}{3}

    t=1t = 1

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Probe durchführen

    Wir setzen t=1t=1 und s=23s=\frac{2}{3} in die ungenutzte Gleichung (II) ein:

    1+4t=53s1 + 4t = 5 - 3s

    1+41=53231 + 4 \cdot 1 = 5 - 3 \cdot \frac{2}{3}

    1+4=521 + 4 = 5 - 2

    5=35 = 3

    Das ist ein Widerspruch. Die Wege kreuzen sich nicht.

Ergebnis:

Die Wanderwege kreuzen sich nicht. Sie sind windschief.

Beispiel 3

Aufgabe

Zwei Lichtstrahlen werden in einem Labor modelliert. Strahl 1 geht von P1(227)P_1(2|2|7) aus und zielt auf P2(436)P_2(4|3|6). Strahl 2 startet bei Q1(524)Q_1(5|2|4) und geht durch Q2(146)Q_2(1|4|6). Untersuchen Sie, ob sich die Lichtstrahlen treffen.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Geradengleichungen aufstellen
    • Strahl 1 (Gerade g):

      • g:x=(227)+t((436)(227))=(227)+t(211)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 7 \end{pmatrix} + t \cdot \left( \begin{pmatrix} 4 \\ 3 \\ 6 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 7 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 7 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -1 \end{pmatrix}
    • Strahl 2 (Gerade h):

      • h:x=(524)+s((146)(524))=(524)+s(422)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \left( \begin{pmatrix} 1 \\ 4 \\ 6 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -4 \\ 2 \\ 2 \end{pmatrix}
  2. Schritt 2 & 3
    Gleichsetzen und LGS aufstellen

    g=h  (227)+t(211)=(524)+s(422)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 7 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ -1 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -4 \\ 2 \\ 2 \end{pmatrix}

    (I):2+2t=54s\text{(I)}: 2 + 2t = 5 - 4s

    (II):2+t=2+2s  t=2s\text{(II)}: 2 + t = 2 + 2s \ \to \ t = 2s

    (III):7t=4+2s\text{(III)}: 7 - t = 4 + 2s

  3. Schritt 4
    LGS lösen

    Wir setzen die Information aus (II), t=2st=2s, in Gleichung (III) ein:

    7(2s)=4+2s+2s,47 - (2s) = 4 + 2s \quad |+2s, -4

    3=4s:43 = 4s \quad |:4

    s=34s = \frac{3}{4}

    Nun berechnen wir tt:

    t=2s=234t = 2s = 2 \cdot \frac{3}{4}

    t=32t = \frac{3}{2}

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Probe durchführen

    Wir setzen t=32t=\frac{3}{2} und s=34s=\frac{3}{4} in die ungenutzte Gleichung (I) ein:

    2+2t=54s2 + 2t = 5 - 4s

    2+232=54342 + 2 \cdot \frac{3}{2} = 5 - 4 \cdot \frac{3}{4}

    2+3=532 + 3 = 5 - 3

    5=25 = 2

    Das ist ein Widerspruch. Die Strahlen treffen sich nicht.

Ergebnis:

Die Lichtstrahlen treffen sich nicht.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein U-Boot startet bei A(101050)A(10|10|-50) und bewegt sich in Richtung B(3030100)B(30|30|-100). Ein zweites U-Boot startet bei C(0025)C(0|0|-25) und bewegt sich in Richtung D(4040125)D(40|40|-125). Untersuchen Sie die Bahnen auf einen Schnittpunkt.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Geradengleichungen aufstellen
    • U-Boot 1 (Gerade g):

      • Stützvektor: A=(101050)\vec{A} = \begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ -50 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: ug=BA=(202050)\vec{u}_g = \vec{B} - \vec{A} = \begin{pmatrix} 20 \\ 20 \\ -50 \end{pmatrix}
      • g:x=(101050)+t(202050)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ -50 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 20 \\ 20 \\ -50 \end{pmatrix}
    • U-Boot 2 (Gerade h):

      • Stützvektor: C=(0025)\vec{C} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ -25 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: uh=DC=(4040100)\vec{u}_h = \vec{D} - \vec{C} = \begin{pmatrix} 40 \\ 40 \\ -100 \end{pmatrix}
      • h:x=(0025)+s(4040100)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ -25 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 40 \\ 40 \\ -100 \end{pmatrix}

    Vorab-Check auf Parallelität:

    Der Richtungsvektor von h ist (4040100)=2(202050)\begin{pmatrix} 40 \\ 40 \\ -100 \end{pmatrix} = 2 \cdot \begin{pmatrix} 20 \\ 20 \\ -50 \end{pmatrix}. Die Richtungsvektoren sind Vielfache voneinander, also sind die Geraden parallel. Sie können sich nicht schneiden, es sei denn, sie sind identisch.

  2. Schritt 2 & 3
    Gleichsetzen und LGS aufstellen

    g=h  (101050)+t(202050)=(0025)+s(4040100)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ -50 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 20 \\ 20 \\ -50 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ -25 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 40 \\ 40 \\ -100 \end{pmatrix}

    (I):10+20t=40s\text{(I)}: 10 + 20t = 40s

    (II):10+20t=40s\text{(II)}: 10 + 20t = 40s

    (III):5050t=25100s\text{(III)}: -50 - 50t = -25 - 100s

  3. Schritt 4 · Ergebnis
    LGS lösen

    Aus (I) folgt: 10=40s20t10 = 40s - 20t. Dividieren durch 10: 1=4s2t1 = 4s - 2t.

    Wir lösen (I) nach tt auf: 20t=40s10  t=2s0.520t = 40s - 10 \ \to \ t = 2s - 0.5.

    Einsetzen in (III):

    5050(2s0.5)=25100s-50 - 50(2s - 0.5) = -25 - 100s

    50100s+25=25100s-50 - 100s + 25 = -25 - 100s

    25100s=25100s+100s-25 - 100s = -25 - 100s \quad |+100s

    25=25-25 = -25

    Dies ist eine wahre Aussage, aber sie hängt nicht von ss ab. Das System hat unendlich viele Lösungen, was bei parallelen Geraden bedeutet, dass sie identisch sind. Aber sind sie das? Wir prüfen, ob der Startpunkt von g auf h liegt:

    (101050)=(0025)+s(4040100)\begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ -50 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ -25 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 40 \\ 40 \\ -100 \end{pmatrix}

    Aus der ersten Zeile: 10=40s  s=1/410 = 40s \ \to \ s = 1/4. Aus der dritten Zeile: 50=25100s  25=100s  s=1/4-50 = -25 - 100s \ \to \ -25 = -100s \ \to \ s = 1/4. Der Punkt liegt auf der Geraden. Die Geraden sind identisch.

Ergebnis:

Die Bahnen sind identisch. Sie schneiden sich an jedem Punkt.

Beispiel 5

Aufgabe

Eine Seilbahngondel fährt von der Talstation A(001)A(0|0|1) zur Bergstation B(10106)B(10|10|6). Ein Vogel fliegt geradlinig vom Punkt C(1102)C(1|10|2) zum Punkt D(1015)D(10|1|5). Kreuzt die Flugbahn des Vogels das Seil der Seilbahn?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Geradengleichungen aufstellen
    • Seilbahn (Gerade g):

      • g:x=(001)+t((10106)(001))=(001)+t(10105)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + t \cdot \left( \begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ 6 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ 5 \end{pmatrix}
    • Vogel (Gerade h):

      • h:x=(1102)+s((1015)(1102))=(1102)+s(993)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 10 \\ 2 \end{pmatrix} + s \cdot \left( \begin{pmatrix} 10 \\ 1 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 1 \\ 10 \\ 2 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 1 \\ 10 \\ 2 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 9 \\ -9 \\ 3 \end{pmatrix}
  2. Schritt 2 & 3
    Gleichsetzen und LGS aufstellen

    g=h  (001)+t(10105)=(1102)+s(993)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 10 \\ 10 \\ 5 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1 \\ 10 \\ 2 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 9 \\ -9 \\ 3 \end{pmatrix}

    (I):10t=1+9s\text{(I)}: 10t = 1 + 9s

    (II):10t=109s\text{(II)}: 10t = 10 - 9s

    (III):1+5t=2+3s\text{(III)}: 1 + 5t = 2 + 3s

  3. Schritt 4
    LGS lösen

    Wir können die linken Seiten von (I) und (II) gleichsetzen, da beide 10t10t sind:

    1+9s=109s+9s,11 + 9s = 10 - 9s \quad |+9s, -1

    18s=9:1818s = 9 \quad |:18

    s=12s = \frac{1}{2}

    Jetzt setzen wir s=12s=\frac{1}{2} in Gleichung (I) ein, um tt zu finden:

    10t=1+9(12)=1+4.5=5.510t = 1 + 9 \cdot \left(\frac{1}{2}\right) = 1 + 4.5 = 5.5

    10t=5.5:1010t = 5.5 \quad |:10

    t=0.55t = 0.55

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Probe durchführen

    Wir setzen t=0.55t=0.55 und s=0.5s=0.5 in die ungenutzte Gleichung (III) ein:

    1+5t=2+3s1 + 5t = 2 + 3s

    1+50.55=2+30.51 + 5 \cdot 0.55 = 2 + 3 \cdot 0.5

    1+2.75=2+1.51 + 2.75 = 2 + 1.5

    3.75=3.53.75 = 3.5

    Das ist ein Widerspruch.

Ergebnis:

Die Flugbahn des Vogels kreuzt das Seil der Seilbahn nicht.

Aufgabentyp 2: Parallele Gerade durch einen Punkt bestimmen

Zwei Geraden sind parallel, wenn ihre Richtungsvektoren in die gleiche oder genau entgegengesetzte Richtung zeigen. Mathematisch bedeutet das, dass der eine Richtungsvektor ein Vielfaches des anderen ist:

u1=ku2\vec{u}_1 = k \cdot \vec{u}_2

Am einfachsten ist es, für die neue, parallele Gerade genau denselben Richtungsvektor zu verwenden wie für die gegebene Gerade. Der Stützvektor der neuen Geraden ist einfach der Ortsvektor des Punktes, durch den sie verlaufen soll.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Richtungsvektor identifizieren

  • Lies den Richtungsvektor aus der Gleichung der gegebenen Geraden ab.
  • Übernimm diesen Vektor unverändert für deine neue, parallele Gerade.

Schritt 2: Stützvektor bestimmen

  • Die Aufgabe gibt dir einen Punkt vor, durch den die neue Gerade verlaufen soll. Manchmal musst du diesen Punkt erst berechnen (z.B. als Mittelpunkt zweier anderer Punkte).
  • Wandle die Koordinaten dieses Punktes in einen Ortsvektor um. Das ist dein Stützvektor.

Schritt 3: Geradengleichung aufstellen

  • Setze den Stützvektor aus Schritt 2 und den Richtungsvektor aus Schritt 1 in die allgemeine Geradengleichung g:x=p+tug: \vec{x} = \vec{p} + t \cdot \vec{u} ein.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Betrachten Sie die Gerade k:x=(231)+r(324)k: \vec{x} = \begin{pmatrix} 2 \\ 3 \\ 1 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ -2 \\ 4 \end{pmatrix}. Formulieren Sie die Gleichung einer zu kk parallelen Geraden, die durch den Mittelpunkt der Strecke AB\overline{AB} mit den Endpunkten A(137)A(1|3|7) und B(551)B(5|5|1) verläuft.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Richtungsvektor identifizieren

    Die gegebene Gerade kk hat den Richtungsvektor uk=(324)\vec{u}_k = \begin{pmatrix} 3 \\ -2 \\ 4 \end{pmatrix}. Da die neue Gerade gg parallel zu kk sein soll, verwenden wir denselben Richtungsvektor:

    ug=(324)\vec{u}_g = \begin{pmatrix} 3 \\ -2 \\ 4 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Stützvektor bestimmen

    Die Gerade soll durch den Mittelpunkt MM der Strecke AB\overline{AB} verlaufen. Wir berechnen zuerst die Koordinaten von MM:

    M=(xA+xB2yA+yB2zA+zB2)M = \left( \frac{x_A+x_B}{2} \mid \frac{y_A+y_B}{2} \mid \frac{z_A+z_B}{2} \right)

    M=(1+523+527+12)M = \left( \frac{1+5}{2} \mid \frac{3+5}{2} \mid \frac{7+1}{2} \right)

    M=(628282)=(344)M = \left( \frac{6}{2} \mid \frac{8}{2} \mid \frac{8}{2} \right) = (3|4|4)

    Der Ortsvektor dieses Punktes ist unser Stützvektor:

    pg=(344)\vec{p}_g = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Geradengleichung aufstellen

    Wir setzen den Stütz- und Richtungsvektor zusammen:

    g:x=(344)+s(324)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ -2 \\ 4 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die parallele Gerade durch den Mittelpunkt M(344)M(3|4|4) lautet g:x=(344)+s(324)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 4 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ -2 \\ 4 \end{pmatrix}.

Beispiel 2

Aufgabe

Finden Sie die Gleichung einer Geraden hh, die parallel zur Geraden g:x=(105)+t(120)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} ist und durch den Punkt P(723)P(7|2|3) verläuft.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Richtungsvektor identifizieren

    Der Richtungsvektor der Geraden gg ist ug=(120)\vec{u}_g = \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix}. Für unsere parallele Gerade hh übernehmen wir diesen Vektor:

    uh=(120)\vec{u}_h = \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Stützvektor bestimmen

    Die Gerade hh soll durch den Punkt P(723)P(7|2|3) verlaufen. Der Ortsvektor zu diesem Punkt ist unser Stützvektor:

    ph=(723)\vec{p}_h = \begin{pmatrix} 7 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Geradengleichung aufstellen

    Wir kombinieren Stütz- und Richtungsvektor zur Geradengleichung für hh:

    h:x=(723)+s(120)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 7 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die parallele Gerade durch P(723)P(7|2|3) lautet h:x=(723)+s(120)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 7 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -1 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix}.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein gerader Zaun wird durch die Punkte A(1020)A(10|2|0) und B(1080)B(10|8|0) beschrieben. Ein zweiter, paralleler Zaun soll am Punkt C(1520)C(15|2|0) beginnen. Geben Sie die Geradengleichung für den zweiten Zaun an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Richtungsvektor identifizieren

    Zuerst benötigen wir den Richtungsvektor des ersten Zauns. Wir berechnen ihn aus den Punkten A und B:

    uZaun1=BA=(1080)(1020)=(060)\vec{u}_{Zaun1} = \vec{B} - \vec{A} = \begin{pmatrix} 10 \\ 8 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 10 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix}

    Da der zweite Zaun parallel sein soll, hat er denselben Richtungsvektor:

    uZaun2=(060)\vec{u}_{Zaun2} = \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Stützvektor bestimmen

    Der zweite Zaun beginnt am Punkt C(1520)C(15|2|0). Der Ortsvektor zu diesem Punkt ist der Stützvektor:

    pZaun2=(1520)\vec{p}_{Zaun2} = \begin{pmatrix} 15 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Geradengleichung aufstellen

    Die Gleichung für den zweiten Zaun lautet:

    gZaun2:x=(1520)+t(060)g_{Zaun2}: \vec{x} = \begin{pmatrix} 15 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Der zweite, parallele Zaun wird beschrieben durch gZaun2:x=(1520)+t(060)g_{Zaun2}: \vec{x} = \begin{pmatrix} 15 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 6 \\ 0 \end{pmatrix}.

Beispiel 4

Aufgabe

Eine Straße verläuft entlang der Geraden g:x=(0010)+r(110)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 10 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}. Eine parallele Versorgungsleitung soll durch einen Punkt PP verlaufen, der genau in der Mitte zwischen A(20305)A(20|30|5) und B(30505)B(30|50|5) liegt. Bestimmen Sie die Gleichung der Versorgungsleitung.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Richtungsvektor identifizieren

    Der Richtungsvektor der Straße ist ug=(110)\vec{u}_g = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}. Die Versorgungsleitung ist parallel, also hat sie denselben Richtungsvektor:

    uLeitung=(110)\vec{u}_{Leitung} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

  2. Schritt 2
    Stützvektor bestimmen

    Der Stützvektor ist der Ortsvektor des Mittelpunkts MM von AA und BB. Wir berechnen MM:

    M=(20+30230+5025+52)M = \left( \frac{20+30}{2} \mid \frac{30+50}{2} \mid \frac{5+5}{2} \right)

    M=(502802102)=(25405)M = \left( \frac{50}{2} \mid \frac{80}{2} \mid \frac{10}{2} \right) = (25|40|5)

    Der Stützvektor ist also:

    pLeitung=(25405)\vec{p}_{Leitung} = \begin{pmatrix} 25 \\ 40 \\ 5 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Geradengleichung aufstellen

    Die Gleichung für die Versorgungsleitung lautet:

    h:x=(25405)+s(110)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 25 \\ 40 \\ 5 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die parallele Versorgungsleitung hat die Gleichung h:x=(25405)+s(110)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 25 \\ 40 \\ 5 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}.

Beispiel 5

Aufgabe

Geben Sie die Gleichung einer Geraden an, die parallel zur z-Achse ist und durch den Punkt Q(456)Q(4|5|6) verläuft.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Richtungsvektor identifizieren

    Die z-Achse verläuft senkrecht nach oben. Ein Punkt auf der z-Achse ist z.B. (000)(0|0|0), ein anderer (001)(0|0|1). Der Richtungsvektor der z-Achse ist also:

    uz=(001)(000)=(001)\vec{u}_z = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

    Da unsere gesuchte Gerade parallel zur z-Achse sein soll, hat sie denselben Richtungsvektor.

  2. Schritt 2
    Stützvektor bestimmen

    Die Gerade soll durch den Punkt Q(456)Q(4|5|6) verlaufen. Der Ortsvektor zu diesem Punkt ist unser Stützvektor:

    p=(456)\vec{p} = \begin{pmatrix} 4 \\ 5 \\ 6 \end{pmatrix}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Geradengleichung aufstellen

    Wir setzen die Vektoren zusammen:

    g:x=(456)+t(001)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 4 \\ 5 \\ 6 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die gesuchte Gerade parallel zur z-Achse lautet g:x=(456)+t(001)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 4 \\ 5 \\ 6 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}.

Aufgabentyp 3: Lagebeziehung von Geraden in geometrischen Körpern

Bei Aufgaben mit geometrischen Körpern wie Quadern oder Pyramiden sind die Geraden oft durch die Kanten oder Diagonalen des Körpers definiert. Die Punkte, die du zum Aufstellen der Geradengleichungen brauchst, sind die Eckpunkte des Körpers.

Der Lösungsweg ist genau derselbe wie bei Aufgabentyp 1. Der einzige Unterschied ist der erste Schritt: Du musst die richtigen Punkte aus der Beschreibung des Körpers auswählen, um die Geradengleichungen aufzustellen.

  • Eine Kante wird durch zwei benachbarte Eckpunkte definiert.
  • Eine Diagonale wird durch zwei nicht benachbarte Eckpunkte definiert.

Sobald du die beiden Geradengleichungen hast, prüfst du sie auf Schnittpunkte, indem du sie gleichsetzt und das LGS löst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Relevante Punkte identifizieren

  • Lies die Aufgabenstellung genau und identifiziere, welche Eckpunkte des Körpers die beiden Geraden definieren.

Schritt 2: Geradengleichungen aufstellen

  • Stelle für beide Geraden die Gleichung in Parameterform auf, genau wie in Aufgabentyp 1.

Schritt 3: Geradengleichungen gleichsetzen

  • Setze die beiden Geradengleichungen gleich (g=hg=h), um die Untersuchung auf einen Schnittpunkt zu beginnen.

Schritt 4: LGS aufstellen und lösen

  • Stelle das LGS mit drei Gleichungen auf und löse es, um die Werte für die Parameter (z.B. rr und ss) zu finden.

Schritt 5: Probe und Interpretation

  • Führe die Probe mit der dritten Gleichung durch.
  • Wenn es eine eindeutige Lösung gibt, schneiden sich die Geraden. Wenn es einen Widerspruch gibt, sind sie windschief oder parallel.

Schritt 6: Schnittpunkt berechnen

  • Falls sich die Geraden schneiden, setze den Parameterwert in die entsprechende Geradengleichung ein, um die Koordinaten des Schnittpunkts zu berechnen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Im dreidimensionalen Raum sind vier Eckpunkte eines Quaders gegeben: A(500)A(5|0|0), C(003)C(0|0|3), D(520)D(5|2|0) und F(023)F(0|2|3). Die Gerade gg verläuft durch AA und FF, die Gerade hh durch CC und DD. Untersuchen Sie die gegenseitige Lage der Geraden gg und hh. Berechnen Sie die Koordinaten des Schnittpunktes, falls einer existiert.

Quader mit Geraden g durch A und F sowie h durch C und D
Quader mit Geraden g durch A und F sowie h durch C und D
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1 & 2
    Punkte identifizieren und Geradengleichungen aufstellen
    • Gerade g durch A(5|0|0) und F(0|2|3):

      • Stützvektor: pg=A=(500)\vec{p}_g = \vec{A} = \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: ug=FA=(023)(500)=(523)\vec{u}_g = \vec{F} - \vec{A} = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} -5 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix}
      • g:x=(500)+r(523)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} -5 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix}
    • Gerade h durch C(0|0|3) und D(5|2|0):

      • Stützvektor: ph=C=(003)\vec{p}_h = \vec{C} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix}
      • Richtungsvektor: uh=DC=(520)(003)=(523)\vec{u}_h = \vec{D} - \vec{C} = \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ -3 \end{pmatrix}
      • h:x=(003)+s(523)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ -3 \end{pmatrix}
  2. Schritt 3 & 4
    Gleichsetzen und LGS lösen

    g=h  (500)+r(523)=(003)+s(523)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} -5 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 5 \\ 2 \\ -3 \end{pmatrix}

    (I):55r=5s\text{(I)}: 5 - 5r = 5s

    (II):2r=2s  r=s\text{(II)}: 2r = 2s \ \to \ r = s

    (III):3r=33s\text{(III)}: 3r = 3 - 3s

    Wir setzen die Information aus (II), r=sr=s, in Gleichung (I) ein:

    55r=5r+5r5 - 5r = 5r \quad |+5r

    5=10r:105 = 10r \quad |:10

    r=12r = \frac{1}{2}

    Da r=sr=s, ist auch s=12s = \frac{1}{2}.

  3. Schritt 5
    Probe durchführen

    Wir setzen r=12r = \frac{1}{2} und s=12s = \frac{1}{2} in die ungenutzte Gleichung (III) ein:

    3r=33s3r = 3 - 3s

    312=33123 \cdot \frac{1}{2} = 3 - 3 \cdot \frac{1}{2}

    32=332\frac{3}{2} = 3 - \frac{3}{2}

    32=32\frac{3}{2} = \frac{3}{2}

    Die Aussage ist wahr. Die Geraden schneiden sich.

  4. Schritt 6 · Ergebnis
    Schnittpunkt berechnen

    Wir setzen r=12r = \frac{1}{2} in die Gleichung für gg ein:

    S=(500)+12(523)=(500)+(2.511.5)=(2.511.5)\vec{S} = \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + \frac{1}{2} \cdot \begin{pmatrix} -5 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 5 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + \begin{pmatrix} -2.5 \\ 1 \\ 1.5 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2.5 \\ 1 \\ 1.5 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Geraden schneiden sich im Punkt S(2.511.5)S(2.5|1|1.5).

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist eine Pyramide mit der Grundfläche A(400)A(4|0|0), B(440)B(4|4|0), C(040)C(0|4|0), D(000)D(0|0|0) und der Spitze S(226)S(2|2|6). Untersuchen Sie die Lage der Kante AS\overline{AS} und der Kante BC\overline{BC}.

Pyramide mit Kante AS und Kante BC eingezeichnet
Pyramide mit Kante AS und Kante BC eingezeichnet
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Punkte identifizieren und Geradengleichungen aufstellen
    • Gerade g durch A(4|0|0) und S(2|2|6) (Kante AS):

      • g:x=(400)+t((226)(400))=(400)+t(226)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \left( \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 6 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} -2 \\ 2 \\ 6 \end{pmatrix}
    • Gerade h durch B(4|4|0) und C(0|4|0) (Kante BC):

      • h:x=(440)+s((040)(440))=(440)+s(400)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 4 \\ 4 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \left( \begin{pmatrix} 0 \\ 4 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 4 \\ 4 \\ 0 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 4 \\ 4 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -4 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}
  2. Schritt 3 & 4
    Gleichsetzen und LGS lösen

    g=h  (400)+t(226)=(440)+s(400)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} -2 \\ 2 \\ 6 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 4 \\ 4 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -4 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}

    (I):42t=44s\text{(I)}: 4 - 2t = 4 - 4s

    (II):2t=4\text{(II)}: 2t = 4

    (III):6t=0\text{(III)}: 6t = 0

    Aus Gleichung (II) folgt: 2t=4  t=22t = 4 \ \to \ t = 2. Aus Gleichung (III) folgt: 6t=0  t=06t = 0 \ \to \ t = 0.

  3. Schritt 5 · Ergebnis
    Interpretation

    Wir haben für tt zwei unterschiedliche Werte (t=2t=2 und t=0t=0) erhalten. Das ist ein direkter Widerspruch. Das Gleichungssystem hat keine Lösung.

Ergebnis:

Die Kanten AS\overline{AS} und BC\overline{BC} sind windschief zueinander.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Würfel hat die Eckpunkte A(000)A(0|0|0), B(300)B(3|0|0), C(330)C(3|3|0), D(030)D(0|3|0), E(003)E(0|0|3), F(303)F(3|0|3), G(333)G(3|3|3) und H(033)H(0|3|3). Untersuchen Sie die Lage der Raumdiagonalen AG\overline{AG} und BH\overline{BH}.

Würfel mit Raumdiagonalen AG und BH
Würfel mit Raumdiagonalen AG und BH
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1 & 2
    Punkte identifizieren und Geradengleichungen aufstellen
    • Gerade g durch A(0|0|0) und G(3|3|3) (Diagonale AG):

      • g:x=(000)+t(333)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix}
    • Gerade h durch B(3|0|0) und H(0|3|3) (Diagonale BH):

      • h:x=(300)+s((033)(300))=(300)+s(333)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \left( \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -3 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix}
  2. Schritt 3 & 4
    Gleichsetzen und LGS lösen

    g=h  t(333)=(300)+s(333)g=h \ \to \ t \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -3 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix}

    (I):3t=33s\text{(I)}: 3t = 3 - 3s

    (II):3t=3s\text{(II)}: 3t = 3s

    (III):3t=3s\text{(III)}: 3t = 3s

    Aus (II) folgt direkt t=st=s. Wir setzen dies in (I) ein:

    3t=33t+3t3t = 3 - 3t \quad |+3t

    6t=3:66t = 3 \quad |:6

    t=12t = \frac{1}{2}

    Da t=st=s, ist auch s=12s = \frac{1}{2}.

  3. Schritt 5
    Probe durchführen

    Die Gleichungen (II) und (III) sind identisch, eine Probe ist hier trivial, aber wir können den Wert in (III) einsetzen: 312=3123 \cdot \frac{1}{2} = 3 \cdot \frac{1}{2}, was stimmt. Die Geraden schneiden sich.

  4. Schritt 6 · Ergebnis
    Schnittpunkt berechnen

    Wir setzen t=12t = \frac{1}{2} in die Gleichung für gg ein:

    S=12(333)=(1.51.51.5)\vec{S} = \frac{1}{2} \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 1.5 \\ 1.5 \\ 1.5 \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Raumdiagonalen schneiden sich im Mittelpunkt des Würfels bei S(1.51.51.5)S(1.5|1.5|1.5).

Beispiel 4

Aufgabe

Ein dreiseitiges Prisma hat die Grundfläche A(200)A(2|0|0), B(020)B(0|2|0), C(000)C(0|0|0) und die Deckfläche D(205)D(2|0|5), E(025)E(0|2|5), F(005)F(0|0|5). Untersuchen Sie die Lage der Kante AD\overline{AD} und der Kante BE\overline{BE}.

Dreiseitiges Prisma mit Kanten AD und BE
Dreiseitiges Prisma mit Kanten AD und BE
Fortschritt
1 / 1
  1. Schritt 1 & 2 · Ergebnis
    Punkte identifizieren und Geradengleichungen aufstellen
    • Gerade g durch A(2|0|0) und D(2|0|5) (Kante AD):

      • Richtungsvektor: ug=DA=(205)(200)=(005)\vec{u}_g = \vec{D} - \vec{A} = \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix}
      • g:x=(200)+t(005)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix}
    • Gerade h durch B(0|2|0) und E(0|2|5) (Kante BE):

      • Richtungsvektor: uh=EB=(025)(020)=(005)\vec{u}_h = \vec{E} - \vec{B} = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 5 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix}
      • h:x=(020)+s(005)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix}

    Analyse der Richtungsvektoren:

    Die Richtungsvektoren ug\vec{u}_g und uh\vec{u}_h sind identisch. Daher sind die Geraden parallel oder identisch.

    Prüfung auf Identität:

    Wir prüfen, ob der Stützpunkt von gg, also A(200)A(2|0|0), auf der Geraden hh liegt:

    (200)=(020)+s(005)\begin{pmatrix} 2 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0 \\ 2 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix}

    Aus der ersten Zeile: 2=0+0s  2=02 = 0 + 0s \ \to \ 2=0. Das ist ein Widerspruch.

Ergebnis:

Die Kanten AD\overline{AD} und BE\overline{BE} sind (echt) parallel.

Beispiel 5

Aufgabe

Gegeben ist derselbe Würfel wie zuvor mit Eckpunkt G(333)G(3|3|3). Untersuchen Sie die Lage der Kante CG\overline{CG} und der Flächendiagonale BD\overline{BD} der Grundfläche (B(300)B(3|0|0), D(030)D(0|3|0)).

Würfel mit Kante CG und Flächendiagonale BD
Würfel mit Kante CG und Flächendiagonale BD
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Punkte identifizieren und Geradengleichungen aufstellen
    • Gerade g durch C(3|3|0) und G(3|3|3) (Kante CG):

      • g:x=(330)+t((333)(330))=(330)+t(003)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \left( \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 3 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix}
    • Gerade h durch B(3|0|0) und D(0|3|0) (Diagonale BD):

      • h:x=(300)+s((030)(300))=(300)+s(330)h: \vec{x} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \left( \begin{pmatrix} 0 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} \right) = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -3 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix}
  2. Schritt 3 & 4
    Gleichsetzen und LGS lösen

    g=h  (330)+t(003)=(300)+s(330)g=h \ \to \ \begin{pmatrix} 3 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 3 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 3 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + s \cdot \begin{pmatrix} -3 \\ 3 \\ 0 \end{pmatrix}

    (I):3=33s\text{(I)}: 3 = 3 - 3s

    (II):3=3s\text{(II)}: 3 = 3s

    (III):3t=0\text{(III)}: 3t = 0

    Aus Gleichung (I) folgt: 0=3s  s=00 = -3s \ \to \ s = 0. Aus Gleichung (II) folgt: 3=3s  s=13 = 3s \ \to \ s = 1.

  3. Schritt 5 · Ergebnis
    Interpretation

    Wir haben für ss zwei unterschiedliche Werte (s=0s=0 und s=1s=1) erhalten. Das ist ein Widerspruch. Das Gleichungssystem hat keine Lösung.

Ergebnis:

Die Kante CG\overline{CG} und die Diagonale BD\overline{BD} sind windschief zueinander.

Wichtige Erkenntnisse

  • Geradengleichung aufstellen: Du brauchst immer einen Stützvektor (Ortsvektor zu einem Punkt auf der Geraden) und einen Richtungsvektor (Vektor zwischen zwei Punkten auf der Geraden).

  • Lagebeziehung prüfen: Der Schlüssel ist fast immer, die beiden Geradengleichungen gleichzusetzen und das resultierende Lineare Gleichungssystem (LGS) zu analysieren.

  • Ergebnisse des LGS deuten:

    • Eindeutige Lösung: Die Geraden schneiden sich in einem Punkt.
    • Keine Lösung (Widerspruch): Die Geraden sind windschief oder echt parallel.
    • Unendlich viele Lösungen: Die Geraden sind identisch.
  • Parallele Geraden: Haben denselben Richtungsvektor (oder ein Vielfaches davon). Um eine parallele Gerade zu erstellen, übernimm einfach den Richtungsvektor und nutze den neuen Punkt als Stützvektor.

Häufige Fragen

Was sind angewandte Lagebeziehungen von Geraden?

Angewandte Lagebeziehungen von Geraden beschreiben, wie zwei Geraden im dreidimensionalen Raum zueinander liegen – ob sie sich schneiden, parallel verlaufen, windschief sind oder identisch sind. In der Praxis tauchen diese Fragen z. B. bei Flugbahnen, Laserstrahlen oder Kanten geometrischer Körper auf. Das mathematische Werkzeug dazu ist die Parameterform der Geradengleichung kombiniert mit einem linearen Gleichungssystem.

Wie prüfst du rechnerisch, ob sich zwei Geraden schneiden?

Du stellst für beide Geraden je eine Gleichung in Parameterform auf und setzt sie gleich. Das ergibt ein lineares Gleichungssystem (LGS) mit drei Gleichungen. Löst du zwei davon nach den Parametern t und s auf, prüfst du das Ergebnis in der dritten Gleichung (Probe):

  • Geht die Probe auf, gibt es einen Schnittpunkt.
  • Entsteht ein Widerspruch, sind die Geraden windschief oder parallel.
Was ist der Unterschied zwischen windschieven und parallelen Geraden?

Parallele Geraden haben denselben Richtungsvektor (oder ein skalares Vielfaches davon) – sie verlaufen gleichmäßig nebeneinander und treffen sich nie. Windschiefe Geraden dagegen haben unterschiedliche Richtungsvektoren und liegen in verschiedenen Ebenen; sie sind also weder parallel noch schneiden sie sich. Beide Fälle führen beim Lösen des LGS zu einem Widerspruch in der Probe.

Wie stellst du eine parallele Gerade durch einen gegebenen Punkt auf?

Lies den Richtungsvektor aus der gegebenen Geraden ab und übernimm ihn unverändert für die neue, parallele Gerade. Als Stützvektor verwendest du den Ortsvektor des vorgegebenen Punktes. Manchmal musst du diesen Punkt zuerst berechnen, z. B. als Mittelpunkt einer Strecke. Anschließend setzt du beide Vektoren in die Parameterform $g: \vec{x} = \vec{p} + t \cdot \vec{u}$ ein.

Wann haben zwei Geraden unendlich viele Schnittpunkte?

Zwei Geraden haben unendlich viele gemeinsame Punkte, wenn sie identisch sind. Das erkennst du daran, dass das LGS beim Gleichsetzen eine stets wahre Aussage liefert (z. B. $-25 = -25$), die unabhängig vom Parameter gilt. Um Identität zu bestätigen, prüfst du zusätzlich, ob der Stützpunkt einer Geraden auch auf der anderen Geraden liegt.

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