Kugelscharen einfach erklärt: Mittelpunkte & Ebenen

Kugelscharen auf Geraden verstehen, spezifische Kugeln bestimmen und Berührungen mit Ebenen berechnen – mit vollständigen Schritt-für-Schritt-Beispielen und einem klaren Schema.

📅 Aktualisiert 30. Juni 202625 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Hast du dich jemals gefragt, wie 3D-Spiele oder Simulationsprogramme funktionieren? Wie eine Software erkennt, ob ein virtueller Ball eine Wand trifft oder zwei Raumschiffe kollidieren? Die Antwort liegt in der Vektorgeometrie, und Kugelscharen sind ein perfektes Beispiel dafür. Stell dir vor, du programmierst eine Seifenblase, die durch den Raum fliegt. Ihre möglichen Positionen bilden eine „Schar" von Kugeln auf einer Linie. Wenn du jetzt berechnen musst, wann diese Seifenblase eine unsichtbare Wand (eine Ebene) berührt, brauchst du genau die Mathematik, die wir hier lernen. Das ist keine trockene Theorie – das ist der Maschinenraum der virtuellen Welten!

Vorwissen

Bevor wir in die Kugelscharen eintauchen, wiederholen wir kurz die Grundlagen:

  • Parameterform einer Geraden: Beschreibt alle Punkte auf einer Geraden durch einen Stützvektor und einen Richtungsvektor.

    • Formel: g:x=p+tvg: \vec{x} = \vec{p} + t \cdot \vec{v}
    • Beispiel: x=(123)+t(011)\vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 2 \\ 3 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ -1 \end{pmatrix} beschreibt eine Gerade durch den Punkt (1|2|3).
  • Kugelgleichung: Beschreibt alle Punkte, die einen festen Abstand (Radius) von einem Mittelpunkt haben.

    • Formel: (x1m1)2+(x2m2)2+(x3m3)2=r2(x_1 - m_1)^2 + (x_2 - m_2)^2 + (x_3 - m_3)^2 = r^2
    • Beispiel: (x14)2+(x20)2+(x35)2=9(x_1 - 4)^2 + (x_2 - 0)^2 + (x_3 - 5)^2 = 9 ist eine Kugel mit Mittelpunkt M(4|0|5) und Radius r=3r=3.
  • Abstand zweier Punkte im Raum: Die Länge der direkten Verbindung zwischen zwei Punkten.

    • Formel: d=(x2x1)2+(y2y1)2+(z2z1)2d = \sqrt{(x_2-x_1)^2 + (y_2-y_1)^2 + (z_2-z_1)^2}
    • Beispiel: Der Abstand zwischen A(1|1|1) und B(3|1|2) ist (31)2+(11)2+(21)2=4+0+1=5\sqrt{(3-1)^2 + (1-1)^2 + (2-1)^2} = \sqrt{4+0+1} = \sqrt{5}.
  • Abstand eines Punktes von einer Ebene (Hesse-Form): Der kürzeste Abstand vom Punkt zur Ebene.

    • Formel: Für eine Ebene E:ax1+bx2+cx3d=0E: ax_1 + bx_2 + cx_3 - d = 0 und einen Punkt P(p1p2p3)P(p_1|p_2|p_3) ist der Abstand D=ap1+bp2+cp3da2+b2+c2D = \frac{|a \cdot p_1 + b \cdot p_2 + c \cdot p_3 - d|}{\sqrt{a^2+b^2+c^2}}.
    • Beispiel: Der Abstand von P(1|1|1) zur Ebene E:2x1+1x2+2x31=0E: 2x_1 + 1x_2 + 2x_3 - 1 = 0 ist D=21+11+21122+12+22=43=43D = \frac{|2\cdot1 + 1\cdot1 + 2\cdot1 - 1|}{\sqrt{2^2+1^2+2^2}} = \frac{|4|}{3} = \frac{4}{3}.

Aufgabentyp 1: Kugelschar auf einer Geraden analysieren

Eine Kugelschar ist eine unendliche Menge von Kugeln, die eine gemeinsame Eigenschaft haben. In diesem Fall liegen alle ihre Mittelpunkte auf einer einzigen Geraden.

Um eine solche Schar zu beschreiben, gehen wir so vor:

  1. Wir stellen die Geradengleichung auf, auf der die Mittelpunkte liegen. Ein beliebiger Punkt auf dieser Geraden hat Koordinaten, die vom Parameter tt abhängen: Mt(m1(t)m2(t)m3(t))M_t(m_1(t)|m_2(t)|m_3(t)).
  2. Diese allgemeinen Mittelpunktskoordinaten setzen wir in die Kugelgleichung ein. Das Ergebnis ist die Gleichung der Kugelschar, die von tt und dem Radius rr abhängt.

Um aus dieser unendlichen Schar bestimmte Kugeln zu finden, bekommen wir zusätzliche Bedingungen. Zum Beispiel:

  • Die Kugel hat einen bestimmten Radius r=5r=5.
  • Die Kugel geht durch einen bestimmten Punkt, z. B. den Ursprung O(000)O(0|0|0).

Diese Bedingungen setzen wir in die Schar-Gleichung ein und lösen sie nach dem Parameter tt auf. Oft erhalten wir zwei Lösungen für tt, also zwei Kugeln, die die Bedingungen erfüllen.

Schnittverhalten zweier Kugeln prüfen: Zwei Kugeln mit Mittelpunkten M1M_{1}, M2M_{2} und Radien r1r_{1}, r2r_{2}...

  • schneiden sich, wenn der Abstand ihrer Mittelpunkte dd kleiner ist als die Summe ihrer Radien: d<r1+r2d < r_1 + r_2.
  • berühren sich, wenn der Abstand genau der Summe der Radien entspricht: d=r1+r2d = r_1 + r_2.
  • haben keine gemeinsamen Punkte, wenn der Abstand größer ist: d>r1+r2d > r_1 + r_2.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Geradengleichung für die Mittelpunkte aufstellen

Bestimme die Parameterform der Geraden g:x=p+tvg: \vec{x} = \vec{p} + t \cdot \vec{v}, auf der alle Kugelmittelpunkte liegen.

Schritt 2: Allgemeinen Mittelpunkt MtM_t definieren

Lies die Koordinaten eines allgemeinen Mittelpunkts MtM_t aus der Geradengleichung ab. Die Koordinaten werden den Parameter tt enthalten, z. B. Mt(p1+tv1p2+tv2p3+tv3)M_t(p_1+t\cdot v_1 | p_2+t\cdot v_2 | p_3+t\cdot v_3).

Schritt 3: Gleichung der Kugelschar aufstellen

Setze die Koordinaten von MtM_t in die allgemeine Kugelgleichung ein: (x1m1(t))2+(x2m2(t))2+(x3m3(t))2=r2(x_1 - m_1(t))^2 + (x_2 - m_2(t))^2 + (x_3 - m_3(t))^2 = r^2.

Schritt 4: Gegebene Bedingungen einsetzen

Nimm die zusätzlichen Informationen aus der Aufgabenstellung (z. B. einen festen Radius und einen Punkt, der auf der Kugel liegt) und setze sie in die Schar-Gleichung ein.

Schritt 5: Parameter tt berechnen

Die Gleichung aus Schritt 4 enthält nur noch die Unbekannte tt. Löse diese Gleichung. Oft ist es eine quadratische Gleichung, die null, eine oder zwei Lösungen haben kann.

Schritt 6: Mittelpunkte der gesuchten Kugeln bestimmen

Setze die gefundenen Werte für tt (z. B. t1t_1 und t2t_2) in die Koordinaten des allgemeinen Mittelpunkts MtM_t aus Schritt 2 ein, um die konkreten Mittelpunkte M1M_1 und M2M_2 zu erhalten.

Schritt 7: Schnittverhalten prüfen (falls gefordert)

Berechne den Abstand dd zwischen den Mittelpunkten M1M_1 und M2M_2. Vergleiche dd mit der Summe der Radien r1+r2r_1 + r_2, um zu entscheiden, ob sich die Kugeln schneiden, berühren oder nicht.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Mittelpunkte einer Kugelschar liegen auf der Geraden gg, die durch A(010)A(0|1|0) und B(222)B(2|2|2) geht. Bestimme die Mittelpunkte der beiden Kugeln aus der Schar, die den Radius r=3r=3 haben und durch den Ursprung O(000)O(0|0|0) gehen. Prüfe anschließend, ob sie sich schneiden.

Fortschritt
7 / 7
  1. Schritt 1
    Geradengleichung für die Mittelpunkte aufstellen

    Stützvektor p=OA=(010)\vec{p} = \vec{OA} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}.

    Richtungsvektor v=AB=(202120)=(212)\vec{v} = \vec{AB} = \begin{pmatrix} 2-0 \\ 2-1 \\ 2-0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}.

    Die Geradengleichung lautet: g:x=(010)+t(212)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    Allgemeinen Mittelpunkt $M_t$ definieren

    Ein allgemeiner Mittelpunkt hat die Koordinaten Mt(2t1+t2t)M_t(2t | 1+t | 2t).

  3. Schritt 3
    Gleichung der Kugelschar aufstellen

    (x12t)2+(x2(1+t))2+(x32t)2=r2(x_1 - 2t)^2 + (x_2 - (1+t))^2 + (x_3 - 2t)^2 = r^2.

  4. Schritt 4
    Gegebene Bedingungen einsetzen

    Wir wissen: Der Radius ist r=3r=3 und die Kugel geht durch den Punkt O(000)O(0|0|0). Wir setzen x1=0,x2=0,x3=0x_1=0, x_2=0, x_3=0 und r=3r=3 ein.

    (02t)2+(0(1+t))2+(02t)2=32(0 - 2t)^2 + (0 - (1+t))^2 + (0 - 2t)^2 = 3^2

  5. Schritt 5
    Parameter $t$ berechnen

    (2t)2+((1+t))2+(2t)2=9(-2t)^2 + (-(1+t))^2 + (-2t)^2 = 9

    4t2+(1+t)2+4t2=94t^2 + (1+t)^2 + 4t^2 = 9

    8t2+(1+2t+t2)=98t^2 + (1 + 2t + t^2) = 9

    9t2+2t+1=99t^2 + 2t + 1 = 9

    9t2+2t8=09t^2 + 2t - 8 = 0

    Wir lösen diese quadratische Gleichung mit der Mitternachtsformel (t=b±b24ac2at = \frac{-b \pm \sqrt{b^2-4ac}}{2a}):

    t1,2=2±2249(8)29t_{1,2} = \frac{-2 \pm \sqrt{2^2 - 4 \cdot 9 \cdot (-8)}}{2 \cdot 9}

    t1,2=2±4+28818t_{1,2} = \frac{-2 \pm \sqrt{4 + 288}}{18}

    t1,2=2±29218=2±27318=1±739t_{1,2} = \frac{-2 \pm \sqrt{292}}{18} = \frac{-2 \pm 2\sqrt{73}}{18} = \frac{-1 \pm \sqrt{73}}{9}

    Wir haben zwei Lösungen: t1=1+7390,84t_1 = \frac{-1 + \sqrt{73}}{9} \approx 0{,}84 und t2=17391,06t_2 = \frac{-1 - \sqrt{73}}{9} \approx -1{,}06.

  6. Schritt 6
    Mittelpunkte der gesuchten Kugeln bestimmen

    Wir setzen t1t_1 und t2t_2 in Mt(2t1+t2t)M_t(2t | 1+t | 2t) ein.

    Für t1=1+739t_1 = \frac{-1 + \sqrt{73}}{9}: M1 ⁣(2+27398+7392+2739)M1(1,681,841,68)M_1\!\left(\frac{-2+2\sqrt{73}}{9} \,\Big|\, \frac{8+\sqrt{73}}{9} \,\Big|\, \frac{-2+2\sqrt{73}}{9}\right) \approx M_1(1{,}68 | 1{,}84 | 1{,}68)

    Für t2=1739t_2 = \frac{-1 - \sqrt{73}}{9}: M2 ⁣(22739873922739)M2(2,120,062,12)M_2\!\left(\frac{-2-2\sqrt{73}}{9} \,\Big|\, \frac{8-\sqrt{73}}{9} \,\Big|\, \frac{-2-2\sqrt{73}}{9}\right) \approx M_2(-2{,}12 | -0{,}06 | -2{,}12)

  7. Schritt 7 · Ergebnis
    Schnittverhalten prüfen

    Der Abstand der Mittelpunkte dd ist die Länge des Vektors M1M2\vec{M_1M_2}.

    M1M2=m2m1=(t2t1)(212)=(2739)(212)\vec{M_1M_2} = \vec{m_2} - \vec{m_1} = (t_2-t_1) \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix} = \left(\frac{-2\sqrt{73}}{9}\right) \cdot \begin{pmatrix} 2 \\ 1 \\ 2 \end{pmatrix}

    d=273922+12+22=27399=27393=27335,7d = \left|\frac{-2\sqrt{73}}{9}\right| \cdot \sqrt{2^2+1^2+2^2} = \frac{2\sqrt{73}}{9} \cdot \sqrt{9} = \frac{2\sqrt{73}}{9} \cdot 3 = \frac{2\sqrt{73}}{3} \approx 5{,}7

    Die Summe der Radien ist r1+r2=3+3=6r_1 + r_2 = 3 + 3 = 6.

Ergebnis:

Da d5,7<6d \approx 5{,}7 < 6 ist, schneiden sich die beiden Kugeln.

Beispiel 2

Aufgabe

Die Mittelpunkte einer Kugelschar liegen auf der z-Achse. Eine Kugel aus dieser Schar hat den Radius r=5r=5 und geht durch den Punkt P(304)P(3|0|4). Bestimme die Mittelpunkte der möglichen Kugeln.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Geradengleichung für die Mittelpunkte aufstellen

    Die z-Achse kann als Gerade dargestellt werden mit Stützvektor (000)\begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} und Richtungsvektor (001)\begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}. g:x=(000)+t(001)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix}.

  2. Schritt 2
    Allgemeinen Mittelpunkt $M_t$ definieren

    Ein allgemeiner Mittelpunkt auf der z-Achse hat die Koordinaten Mt(00t)M_t(0 | 0 | t).

  3. Schritt 3
    Gleichung der Kugelschar aufstellen

    (x10)2+(x20)2+(x3t)2=r2(x_1 - 0)^2 + (x_2 - 0)^2 + (x_3 - t)^2 = r^2. x12+x22+(x3t)2=r2x_1^2 + x_2^2 + (x_3 - t)^2 = r^2.

  4. Schritt 4
    Gegebene Bedingungen einsetzen

    Wir wissen: r=5r=5 und die Kugel geht durch P(304)P(3|0|4). Wir setzen x1=3,x2=0,x3=4x_1=3, x_2=0, x_3=4 und r=5r=5 ein.

    32+02+(4t)2=523^2 + 0^2 + (4 - t)^2 = 5^2

  5. Schritt 5
    Parameter $t$ berechnen

    9+(4t)2=259 + (4 - t)^2 = 25

    (4t)2=16(4 - t)^2 = 16

    Wir ziehen die Wurzel: 4t=±44 - t = \pm 4

    Das führt zu zwei Fällen: Fall 1: 4t=4    t1=04 - t = 4 \implies t_1 = 0 Fall 2: 4t=4    t2=84 - t = -4 \implies t_2 = 8

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Mittelpunkte der gesuchten Kugeln bestimmen

    Wir setzen die tt-Werte in Mt(00t)M_t(0 | 0 | t) ein.

    Für t1=0t_1 = 0 ist der Mittelpunkt M1(000)M_1(0|0|0). Für t2=8t_2 = 8 ist der Mittelpunkt M2(008)M_2(0|0|8).

Ergebnis:

Die beiden möglichen Mittelpunkte sind der Ursprung und der Punkt (008)(0|0|8).

Beispiel 3

Aufgabe

Die Mittelpunkte einer Kugelschar liegen auf der Geraden g:x=(111)+t(100)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 0 \end{pmatrix}. Welche Kugel aus der Schar berührt die x2x3x_2x_3-Ebene und hat den kleinstmöglichen Radius?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1 & 2
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Ein allgemeiner Mittelpunkt auf der Geraden ist Mt(1+t11)M_t(1+t | 1 | 1).

  2. Schritt 3
    Bedingung verstehen

    Die x2x3x_2x_3-Ebene ist durch die Gleichung x1=0x_1 = 0 definiert. Eine Kugel berührt diese Ebene, wenn der Abstand ihres Mittelpunktes zur Ebene gleich ihrem Radius ist.

    Der Abstand eines Punktes Mt(1+t11)M_t(1+t | 1 | 1) von der Ebene x1=0x_1=0 ist einfach der Betrag seiner x1x_1-Koordinate. Also ist der Radius r=1+tr = |1+t|.

  3. Schritt 4
    Kleinstmöglichen Radius finden

    Wir suchen den kleinstmöglichen Radius. Der Radius ist r=1+tr = |1+t|. Der Wert dieses Ausdrucks ist am kleinsten, wenn der Inhalt der Betragsstriche null ist.

    1+t=0    t=11+t = 0 \implies t = -1.

    Der kleinstmögliche Radius ist somit r=1+(1)=0r = |1+(-1)| = 0. Eine Kugel mit Radius 0 ist ein Punkt.

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Mittelpunkt bestimmen

    Wir setzen t=1t = -1 in die Koordinaten von MtM_t ein:

    M1(1+(1)11)=M(011)M_{-1}(1+(-1) | 1 | 1) = M(0|1|1).

Ergebnis:

Die gesuchte „Kugel" ist also nur der Punkt M(011)M(0|1|1), der in der x2x3x_2x_3-Ebene liegt. Dies ist die Kugel mit dem kleinstmöglichen Radius (r=0r=0).

Beispiel 4

Aufgabe

Zwei Kugeln einer Schar haben ihre Mittelpunkte auf der Geraden g:x=t(340)g: \vec{x} = t \cdot \begin{pmatrix} 3 \\ 4 \\ 0 \end{pmatrix}. Beide Kugeln haben den Radius r=10r=10 und gehen durch den Punkt P(500)P(5|0|0). Bestimme die Mittelpunkte der beiden Kugeln.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1 & 2
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Ein allgemeiner Mittelpunkt ist Mt(3t4t0)M_t(3t | 4t | 0).

  2. Schritt 3
    Gleichung der Kugelschar

    (x13t)2+(x24t)2+(x30)2=r2(x_1 - 3t)^2 + (x_2 - 4t)^2 + (x_3 - 0)^2 = r^2

  3. Schritt 4
    Bedingungen einsetzen

    Wir wissen: r=10r=10 und die Kugel geht durch P(500)P(5|0|0).

    (53t)2+(04t)2+(00)2=102(5 - 3t)^2 + (0 - 4t)^2 + (0 - 0)^2 = 10^2

  4. Schritt 5
    Parameter $t$ berechnen

    (53t)2+(4t)2=100(5 - 3t)^2 + (-4t)^2 = 100

    2530t+9t2+16t2=10025 - 30t + 9t^2 + 16t^2 = 100

    25t230t+25=10025t^2 - 30t + 25 = 100

    25t230t75=025t^2 - 30t - 75 = 0

    Wir teilen durch 5, um die Zahlen zu verkleinern: 5t26t15=05t^2 - 6t - 15 = 0

    Mit der Mitternachtsformel: t1,2=6±(6)245(15)25t_{1,2} = \frac{6 \pm \sqrt{(-6)^2 - 4 \cdot 5 \cdot (-15)}}{2 \cdot 5}

    t1,2=6±36+30010t_{1,2} = \frac{6 \pm \sqrt{36 + 300}}{10}

    t1,2=6±33610=6±42110=3±2215t_{1,2} = \frac{6 \pm \sqrt{336}}{10} = \frac{6 \pm 4\sqrt{21}}{10} = \frac{3 \pm 2\sqrt{21}}{5}

    Die beiden Lösungen sind t1=3+22152,43t_1 = \frac{3 + 2\sqrt{21}}{5} \approx 2{,}43 und t2=322151,23t_2 = \frac{3 - 2\sqrt{21}}{5} \approx -1{,}23.

  5. Schritt 6 · Ergebnis
    Mittelpunkte bestimmen

    Wir setzen die tt-Werte in Mt(3t4t0)M_t(3t | 4t | 0) ein.

    M1 ⁣(9+621512+82150)M1(7,39,730)M_1\!\left(\frac{9+6\sqrt{21}}{5} \,\Big|\, \frac{12+8\sqrt{21}}{5} \,\Big|\, 0\right) \approx M_1(7{,}3 | 9{,}73 | 0)

    M2 ⁣(962151282150)M2(3,74,930)M_2\!\left(\frac{9-6\sqrt{21}}{5} \,\Big|\, \frac{12-8\sqrt{21}}{5} \,\Big|\, 0\right) \approx M_2(-3{,}7 | -4{,}93 | 0)

Ergebnis:

Die Mittelpunkte der beiden Kugeln sind M1(7,39,730)M_1 \approx (7{,}3 | 9{,}73 | 0) und M2(3,74,930)M_2 \approx (-3{,}7 | -4{,}93 | 0).

Beispiel 5

Aufgabe

Die Mittelpunkte einer Kugelschar liegen auf der Geraden g:x=(005)+t(110)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 5 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}. Alle Kugeln der Schar gehen durch den Ursprung. Bestimme den Mittelpunkt der Kugel mit dem kleinsten Radius.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1 & 2
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Ein allgemeiner Mittelpunkt ist Mt(tt5)M_t(t | t | 5).

  2. Schritt 3
    Bedingung verstehen

    Alle Kugeln gehen durch den Ursprung O(000)O(0|0|0). Das bedeutet, der Radius jeder Kugel ist genau der Abstand ihres Mittelpunktes MtM_t vom Ursprung.

    Wir berechnen das Quadrat des Radius (um die Wurzel zu vermeiden): r2=d(Mt,O)2=(t0)2+(t0)2+(50)2r^2 = d(M_t, O)^2 = (t-0)^2 + (t-0)^2 + (5-0)^2

    r2=t2+t2+25=2t2+25r^2 = t^2 + t^2 + 25 = 2t^2 + 25.

  3. Schritt 4
    Kleinsten Radius finden

    Wir suchen den kleinsten Radius. Das ist gleichbedeutend mit der Suche nach dem kleinsten r2r^2. Der Ausdruck 2t2+252t^2 + 25 ist eine nach oben geöffnete Parabel mit dem Scheitelpunkt bei t=0t=0. Der Ausdruck wird also minimal, wenn t=0t=0 ist.

  4. Schritt 5 · Ergebnis
    Mittelpunkt bestimmen

    Wir setzen t=0t=0 in die Koordinaten von MtM_t ein:

    M0(005)M_0(0 | 0 | 5).

Ergebnis:

Der Mittelpunkt der Kugel mit dem kleinsten Radius ist M(005)M(0|0|5). Der Radius dieser Kugel ist r=2(0)2+25=5r = \sqrt{2(0)^2 + 25} = 5.

Aufgabentyp 2: Kugeln bestimmen, die eine Ebene berühren

Eine häufige Anforderung beim Arbeiten mit Kugelscharen ist, Kugeln zu finden, die eine gegebene Ebene berühren. Die zentrale Bedingung dafür ist einfach, aber wirkungsvoll:

Der Abstand vom Kugelmittelpunkt MM zur Ebene EE muss exakt dem Radius rr der Kugel entsprechen.

d(M,E)=rd(M, E) = r

Um dies zu berechnen, nutzen wir die Hesse'sche Normalenform für den Abstand. Wenn die Mittelpunkte der Kugeln wieder auf einer Geraden liegen, hängen die Koordinaten von MM vom Parameter tt ab. Die Abstandsformel wird dann zu einer Gleichung, die tt und rr enthält.

Oft ist der Radius rr ebenfalls eine Variable. In diesem Fall lösen wir die Gleichung nach tt auf und erhalten einen Ausdruck für tt, der von rr abhängt. Setzen wir diesen Ausdruck in die Geradengleichung für die Mittelpunkte ein, erhalten wir die Koordinaten der Mittelpunkte in Abhängigkeit von rr.

Den Berührpunkt finden: Der Berührpunkt BB ist der Punkt auf der Ebene, der dem Mittelpunkt MM am nächsten ist. Der Vektor MB\vec{MB} steht senkrecht auf der Ebene, ist also parallel zum Normalenvektor n\vec{n} der Ebene.

Die Länge des Vektors MB\vec{MB} ist genau der Radius rr. Um den Berührpunkt zu finden, gehen wir vom Mittelpunkt MM aus um die Länge rr in Richtung (oder entgegengesetzt der Richtung) des Normalenvektors.

OB=OM±rn0\vec{OB} = \vec{OM} \pm r \cdot \vec{n_0}

Dabei ist n0\vec{n_0} der auf die Länge 1 normierte Normalenvektor: n0=nn\vec{n_0} = \frac{\vec{n}}{|\vec{n}|}.

Kugel berührt Ebene am Berührpunkt B
Kugel berührt Ebene am Berührpunkt B

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Geradengleichung und allgemeinen Mittelpunkt MtM_t bestimmen

Stelle die Geradengleichung auf, auf der die Mittelpunkte liegen, und notiere die Koordinaten von MtM_t in Abhängigkeit von tt.

Schritt 2: Abstandsformel (Punkt-Ebene) aufstellen

Notiere die Formel für den Abstand eines Punktes von einer Ebene. Bringe die gegebene Ebenengleichung in die Form ax1+bx2+cx3d=0ax_1+bx_2+cx_3-d=0.

Schritt 3: Abstandsgleichung formulieren und lösen

Setze die Koordinaten von MtM_t in die Abstandsformel ein. Setze diesen Abstand gleich dem Radius rr. Dies ergibt eine Betragsgleichung mit der Unbekannten tt. Löse diese Gleichung, indem du die beiden Fälle (positiver und negativer Inhalt der Betragsstriche) betrachtest. Die Lösungen für tt können von rr abhängen.

Schritt 4: Mittelpunkte bestimmen

Setze die in Schritt 3 gefundenen Ausdrücke für tt (z. B. t1(r)t_1(r) und t2(r)t_2(r)) in die Koordinaten von MtM_t ein. Das Ergebnis sind die Koordinaten der Mittelpunkte in Abhängigkeit von rr.

Schritt 5: Berührpunkte bestimmen

(a) Lies den Normalenvektor n\vec{n} aus der Ebenengleichung ab.

(b) Berechne seine Länge n|\vec{n}| und normiere ihn: n0=1nn\vec{n_0} = \frac{1}{|\vec{n}|} \cdot \vec{n}.

(c) Berechne die Ortsvektoren der Berührpunkte mit der Formel p=m±rn0\vec{p} = \vec{m} \pm r \cdot \vec{n_0}. Um zu entscheiden, ob du addieren oder subtrahieren musst, schaue dir das Vorzeichen des Terms innerhalb des Betrags in der Abstandsberechnung aus Schritt 3 an. Ist es positiv, liegt MM auf der Seite, in die n\vec{n} zeigt, und du musst subtrahieren, um zur Ebene zu kommen. Ist es negativ, musst du addieren.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Mittelpunkte von Kugeln mit Radius rr liegen auf der Geraden g:x=t(110)g: \vec{x} = t \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}. Sie berühren die Ebene E:4x13x3=10E: 4x_1 - 3x_3 = 10. Gib die Koordinaten der Mittelpunkte und Berührpunkte in Abhängigkeit von rr an.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Ein allgemeiner Mittelpunkt ist Mt(tt0)M_t(t | t | 0).

  2. Schritt 2
    Abstandsformel vorbereiten

    Die Ebene lautet E:4x1+0x23x310=0E: 4x_1 + 0x_2 - 3x_3 - 10 = 0. Der Normalenvektor ist n=(403)\vec{n} = \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ -3 \end{pmatrix}.

  3. Schritt 3
    Abstandsgleichung lösen

    Der Abstand von MtM_t zu EE muss rr sein.

    r=4t+0t301042+02+(3)2r = \frac{|4 \cdot t + 0 \cdot t - 3 \cdot 0 - 10|}{\sqrt{4^2 + 0^2 + (-3)^2}}

    r=4t1016+9=4t1025=4t105r = \frac{|4t - 10|}{\sqrt{16 + 9}} = \frac{|4t - 10|}{\sqrt{25}} = \frac{|4t - 10|}{5}

    5r=4t105r = |4t - 10|

    Wir lösen die Betragsgleichung: Fall 1: 5r=4t10    4t=5r+10    t1=1,25r+2,55r = 4t - 10 \implies 4t = 5r + 10 \implies t_1 = 1{,}25r + 2{,}5 Fall 2: 5r=(4t10)=4t+10    4t=5r+10    t2=1,25r+2,55r = -(4t - 10) = -4t + 10 \implies 4t = -5r + 10 \implies t_2 = -1{,}25r + 2{,}5

  4. Schritt 4
    Mittelpunkte bestimmen

    Wir setzen t1t_1 und t2t_2 in Mt(tt0)M_t(t|t|0) ein.

    M1(1,25r+2,51,25r+2,50)M_1(1{,}25r + 2{,}5 \mid 1{,}25r + 2{,}5 \mid 0)

    M2(1,25r+2,51,25r+2,50)M_2(-1{,}25r + 2{,}5 \mid -1{,}25r + 2{,}5 \mid 0)

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Berührpunkte bestimmen

    a) Normalenvektor n=(403)\vec{n} = \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ -3 \end{pmatrix}.

    b) Länge n=5|\vec{n}| = 5. Normierter Vektor n0=15(403)\vec{n_0} = \frac{1}{5} \begin{pmatrix} 4 \\ 0 \\ -3 \end{pmatrix}.

    c) Für M1M_1 war der Term im Betrag 4t110=4(1,25r+2,5)10=5r+1010=5r>04t_1 - 10 = 4(1{,}25r+2{,}5)-10 = 5r+10-10 = 5r > 0. Wir müssen subtrahieren.

    p1=m1rn0=(1,25r+2,51,25r+2,50)r(4/503/5)=(0,45r+2,51,25r+2,50,6r)\vec{p_1} = \vec{m_1} - r \cdot \vec{n_0} = \begin{pmatrix} 1{,}25r+2{,}5 \\ 1{,}25r+2{,}5 \\ 0 \end{pmatrix} - r \cdot \begin{pmatrix} 4/5 \\ 0 \\ -3/5 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 0{,}45r+2{,}5 \\ 1{,}25r+2{,}5 \\ 0{,}6r \end{pmatrix}

    Für M2M_2 war der Term 4t210=5r<04t_2 - 10 = -5r < 0. Wir müssen addieren.

    p2=m2+rn0=(1,25r+2,51,25r+2,50)+r(4/503/5)=(0,45r+2,51,25r+2,50,6r)\vec{p_2} = \vec{m_2} + r \cdot \vec{n_0} = \begin{pmatrix} -1{,}25r+2{,}5 \\ -1{,}25r+2{,}5 \\ 0 \end{pmatrix} + r \cdot \begin{pmatrix} 4/5 \\ 0 \\ -3/5 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} -0{,}45r+2{,}5 \\ -1{,}25r+2{,}5 \\ -0{,}6r \end{pmatrix}

Ergebnis:

Die Berührpunkte sind P1(0,45r+2,51,25r+2,50,6r)P_{1}(0{,}45r+2{,}5 \mid 1{,}25r+2{,}5 \mid 0{,}6r) und P2(0,45r+2,51,25r+2,50,6r)P_{2}(-0{,}45r+2{,}5 \mid -1{,}25r+2{,}5 \mid -0{,}6r).

Beispiel 2

Aufgabe

Eine Kugel mit Mittelpunkt auf der y-Achse soll die Ebene E:x1+x2+x3=6E: x_1 + x_2 + x_3 = 6 berühren. Der Berührpunkt ist B(222)B(2|2|2). Bestimme den Mittelpunkt und den Radius der Kugel.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Ein Punkt auf der y-Achse hat die Form M(0m20)M(0 | m_2 | 0).

  2. Schritt 2
    Bedingung verstehen

    Der Vektor vom Mittelpunkt MM zum Berührpunkt BB muss senkrecht zur Ebene stehen, also ein Vielfaches des Normalenvektors n\vec{n} sein.

    Der Normalenvektor von EE ist n=(111)\vec{n} = \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix}.

    Der Vektor MB\vec{MB} ist bm=(222)(0m20)=(22m22)\vec{b} - \vec{m} = \begin{pmatrix} 2 \\ 2 \\ 2 \end{pmatrix} - \begin{pmatrix} 0 \\ m_2 \\ 0 \end{pmatrix} = \begin{pmatrix} 2 \\ 2-m_2 \\ 2 \end{pmatrix}.

    Da MB\vec{MB} parallel zu n\vec{n} sein muss, gilt: (22m22)=k(111)\begin{pmatrix} 2 \\ 2-m_2 \\ 2 \end{pmatrix} = k \cdot \begin{pmatrix} 1 \\ 1 \\ 1 \end{pmatrix}

    Aus der ersten und dritten Zeile sehen wir sofort, dass der Faktor k=2k=2 sein muss.

    Jetzt betrachten wir die zweite Zeile: 2m2=k1=22 - m_2 = k \cdot 1 = 2 m2=0m_2 = 0

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Mittelpunkt und Radius bestimmen

    Der Mittelpunkt ist also M(000)M(0|0|0), der Ursprung.

    Der Radius ist der Abstand von MM zu BB. r=d(M,B)=(20)2+(20)2+(20)2=4+4+4=12=23r = d(M,B) = \sqrt{(2-0)^2 + (2-0)^2 + (2-0)^2} = \sqrt{4+4+4} = \sqrt{12} = 2\sqrt{3}.

Ergebnis:

Der Mittelpunkt ist M(000)M(0|0|0) und der Radius ist r=23r = 2\sqrt{3}.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Mittelpunkte von Kugeln mit Radius r=6r=6 liegen auf der Geraden g:x=(101)+t(010)g: \vec{x} = \begin{pmatrix} 1 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} + t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 1 \\ 0 \end{pmatrix}. Bestimme die Mittelpunkte der Kugeln, die die x1x3x_1x_3-Ebene berühren.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Ein allgemeiner Mittelpunkt ist Mt(1t1)M_t(1 | t | 1).

  2. Schritt 2 & 3
    Abstandsgleichung

    Die x1x3x_1x_3-Ebene ist durch die Gleichung x2=0x_2 = 0 gegeben. Der Abstand eines Punktes Mt(1t1)M_t(1|t|1) von dieser Ebene ist der Betrag seiner x2x_2-Koordinate: d=td = |t|.

    Die Bedingung ist, dass dieser Abstand dem Radius r=6r=6 entspricht.

    t=6|t| = 6

    Dies hat zwei einfache Lösungen: t1=6t_1 = 6 und t2=6t_2 = -6.

  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Mittelpunkte bestimmen

    Wir setzen die tt-Werte in Mt(1t1)M_t(1|t|1) ein.

    Für t1=6t_1=6: M1(161)M_1(1|6|1) Für t2=6t_2=-6: M2(161)M_2(1|-6|1)

Ergebnis:

Die beiden Mittelpunkte sind M1(161)M_1(1|6|1) und M2(161)M_2(1|-6|1).

Beispiel 4

Aufgabe

Für welchen Radius rr berühren sich die beiden Kugeln aus der ersten Beispielaufgabe? Die Mittelpunkte waren M1(1,25r+2,51,25r+2,50)M_1(1{,}25r + 2{,}5 \mid 1{,}25r + 2{,}5 \mid 0) und M2(1,25r+2,51,25r+2,50)M_2(-1{,}25r + 2{,}5 \mid -1{,}25r + 2{,}5 \mid 0).

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Abstand der Mittelpunkte berechnen

    d2=(x2x1)2+(y2y1)2+(z2z1)2d^2 = (x_2-x_1)^2 + (y_2-y_1)^2 + (z_2-z_1)^2

    x2x1=(1,25r+2,5)(1,25r+2,5)=2,5rx_2-x_1 = (-1{,}25r+2{,}5) - (1{,}25r+2{,}5) = -2{,}5r y2y1=(1,25r+2,5)(1,25r+2,5)=2,5ry_2-y_1 = (-1{,}25r+2{,}5) - (1{,}25r+2{,}5) = -2{,}5r z2z1=00=0z_2-z_1 = 0 - 0 = 0

    d2=(2,5r)2+(2,5r)2+02d^2 = (-2{,}5r)^2 + (-2{,}5r)^2 + 0^2 d2=6,25r2+6,25r2=12,5r2d^2 = 6{,}25r^2 + 6{,}25r^2 = 12{,}5r^2

    d=12,5r2=r12,5d = \sqrt{12{,}5r^2} = r \cdot \sqrt{12{,}5}

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Bedingung anwenden

    d=2rd = 2r

    r12,5=2rr \cdot \sqrt{12{,}5} = 2r

    Da r>0r>0 sein muss, können wir durch rr teilen:

    12,5=2\sqrt{12{,}5} = 2

    12,5=412{,}5 = 4

    Dies ist ein Widerspruch. Das bedeutet, es gibt keinen Radius rr, für den sich die beiden Kugeln berühren. Da 12,53,54>2\sqrt{12{,}5} \approx 3{,}54 > 2, gilt stets d>2rd > 2r — der Abstand ist immer größer als die Summe der Radien. Die Kugeln haben für kein r>0r > 0 gemeinsame Punkte.

Ergebnis:

Es gibt keinen Radius r>0r > 0, für den sich die beiden Kugeln berühren.

Beispiel 5

Aufgabe

Eine Kugel mit Mittelpunkt auf der Geraden g:x=t(001)g: \vec{x} = t \cdot \begin{pmatrix} 0 \\ 0 \\ 1 \end{pmatrix} berührt die Ebene E:3x1+4x2=25E: 3x_1 + 4x_2 = 25. Bestimme den Mittelpunkt und den Radius der Kugel.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Allgemeiner Mittelpunkt

    Der Mittelpunkt liegt auf der z-Achse: Mt(00t)M_t(0 | 0 | t).

  2. Schritt 2 & 3
    Abstandsgleichung

    Die Ebene ist E:3x1+4x2+0x325=0E: 3x_1 + 4x_2 + 0x_3 - 25 = 0. Der Abstand von MtM_t zu EE ist der Radius rr.

    r=30+40+0t2532+42+02r = \frac{|3 \cdot 0 + 4 \cdot 0 + 0 \cdot t - 25|}{\sqrt{3^2 + 4^2 + 0^2}}

    r=259+16=2525=255=5r = \frac{|-25|}{\sqrt{9+16}} = \frac{25}{\sqrt{25}} = \frac{25}{5} = 5

  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis interpretieren

    Der Abstand des Mittelpunktes von der Ebene ist immer 5, egal welchen Wert tt hat. Das liegt daran, dass die Gerade (die z-Achse) parallel zur Ebene ist. Der Normalenvektor der Ebene n=(340)\vec{n}=(3|4|0) steht senkrecht auf dem Richtungsvektor der Geraden v=(001)\vec{v}=(0|0|1), da ihr Skalarprodukt 0 ist.

    Das bedeutet, dass jede Kugel mit Mittelpunkt auf der z-Achse und Radius r=5r=5 die Ebene berührt. Es gibt also unendlich viele Lösungen.

Ergebnis:

Der Radius ist eindeutig r=5r=5. Die Mittelpunkte sind alle Punkte auf der z-Achse, also M(00t)M(0|0|t) für jedes beliebige tRt \in \mathbb{R}.

Wichtige Erkenntnisse

  • Eine Kugelschar auf einer Geraden wird durch einen allgemeinen Mittelpunkt MtM_t beschrieben, dessen Koordinaten vom Parameter tt abhängen.

  • Um spezifische Kugeln zu finden, setzt man gegebene Bedingungen (z. B. Radius, Punkt auf Kugel) in die Schar-Gleichung ein und löst nach tt.

  • Das Schnittverhalten zweier Kugeln wird durch den Vergleich des Mittelpunktsabstands dd mit der Summe der Radien r1+r2r_1+r_2 bestimmt.

  • Eine Kugel berührt eine Ebene, wenn der Abstand ihres Mittelpunkts zur Ebene genau ihrem Radius entspricht: d(M,E)=rd(M, E) = r.

  • Der Berührpunkt BB liegt auf der Geraden durch den Mittelpunkt MM, die senkrecht zur Ebene steht. Man findet ihn mit OB=OM±rn0\vec{OB} = \vec{OM} \pm r \cdot \vec{n_0}.

Häufige Fragen

Was sind Kugelscharen und wie werden sie beschrieben?

Eine Kugelschar ist eine unendliche Menge von Kugeln, deren Mittelpunkte alle auf einer gemeinsamen Geraden liegen. Man beschreibt sie durch einen allgemeinen Mittelpunkt M_t, dessen Koordinaten vom Parameter t abhängen. Setzt man diesen allgemeinen Mittelpunkt in die Kugelgleichung ein, erhält man die Gleichung der Kugelschar, die sowohl t als auch den Radius r als Variable enthält.

Wie bestimmst du die Mittelpunkte spezifischer Kugeln aus einer Kugelschar?

Du setzt die gegebenen Bedingungen – zum Beispiel einen festen Radius oder einen Punkt, durch den die Kugel verläuft – in die Schar-Gleichung ein. Das ergibt eine Gleichung, die nur noch t als Unbekannte enthält. Löst du diese (oft quadratische) Gleichung, erhältst du die Parameterwerte t₁ und t₂, aus denen du durch Einsetzen in M_t die konkreten Mittelpunkte berechnest.

Wann berührt eine Kugel eine Ebene?

Eine Kugel berührt eine Ebene genau dann, wenn der Abstand ihres Mittelpunkts zur Ebene gleich ihrem Radius ist: d(M, E) = r. Diesen Abstand berechnest du mit der Hesseschen Normalenform. Liegt der Mittelpunkt auf einer Geraden (Kugelschar), hängt der Abstand vom Parameter t ab, und du löst die entstehende Betragsgleichung.

Wie findest du den Berührpunkt einer Kugel mit einer Ebene?

Der Berührpunkt B liegt auf der Senkrechten vom Mittelpunkt M zur Ebene. Du berechnest ihn mit der Formel OB = OM ± r · n₀, wobei n₀ der normierte Normalenvektor der Ebene ist. Das Vorzeichen wählst du anhand des Terms im Betrag der Abstandsformel: ist er positiv, subtrahierst du; ist er negativ, addierst du.

Wann schneiden sich zwei Kugeln aus einer Kugelschar?

Zwei Kugeln schneiden sich, wenn der Abstand ihrer Mittelpunkte d kleiner als die Summe ihrer Radien ist: d < r₁ + r₂. Gilt d = r₁ + r₂, berühren sie sich von außen. Ist d > r₁ + r₂, haben sie keine gemeinsamen Punkte. Den Abstand d berechnest du direkt aus den Koordinaten der Mittelpunkte.

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