Intervalle für eine Normalverteilung zu finden ist eine der praxisrelevantesten Aufgaben in der Stochastik. Stell dir vor, du arbeitest in der Qualitätskontrolle für ein Hightech-Unternehmen, das Smartphone-Akkus herstellt. Die angegebene Akkulaufzeit beträgt 20 Stunden, aber natürlich gibt es winzige Abweichungen. Wenn die Abweichung zu groß ist, sind die Kunden unzufrieden. Wenn die Akkus zu gut sind, kostet das die Firma unnötig Geld. Deine Aufgabe: Finde den genauen Bereich (das Intervall), in dem 95 % aller Akkus liegen. Mit diesem Wissen kann das Unternehmen garantieren: „95 % unserer Akkus halten zwischen X und Y Stunden." Das ist keine Schätzung, sondern knallharte Mathematik. Die Normalverteilung gibt dir das Werkzeug, um solche kritischen Entscheidungen präzise und sicher zu treffen.
Vorwissen
Bevor wir starten, solltest du diese Konzepte kennen:
- Normalverteilung (Glockenkurve): Eine symmetrische Verteilung, die viele natürliche Phänomene beschreibt. Sie wird durch den Erwartungswert (Mitte) und die Standardabweichung (Breite) bestimmt.
- Beispiel: Die Körpergrößen von erwachsenen Männern sind ungefähr normalverteilt mit einem Mittelwert von 180 cm.

- Wahrscheinlichkeit als Fläche: Bei der Normalverteilung entspricht die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wert in einem bestimmten Intervall liegt, der Fläche unter der Kurve über diesem Intervall.
- Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Person zwischen 175 cm und 185 cm groß ist, ist die gefärbte Fläche unter der Glockenkurve zwischen diesen beiden Werten.

- Taschenrechner-Befehl
normCdf: Berechnet die Wahrscheinlichkeit (Fläche) für ein gegebenes Intervall.- Syntax:
- Beispiel:
normCdf(175, 185, 180, 7)berechnet die Wahrscheinlichkeit, dass eine Zufallsgröße mit µ = 180 und zwischen 175 und 185 liegt.
Aufgabentyp 1: Einseitiges Intervall aus Wahrscheinlichkeit bestimmen
Manchmal kennen wir die Wahrscheinlichkeit und wollen die dazugehörige Grenze finden. Wir fragen also: „Welchen Wert unterschreiten z. B. genau 25 % aller Werte?" Wir suchen also für eine gegebene Wahrscheinlichkeit .
Hierfür benutzen wir die Umkehrung von normCdf, den Befehl invNorm (Inverse Normalverteilung).
normCdf: Nimmt Grenzen (x-Werte) gibt Wahrscheinlichkeit (Fläche)invNorm: Nimmt Wahrscheinlichkeit (Fläche) gibt Grenze (x-Wert)
Wichtig: Der invNorm-Befehl erwartet immer die gesamte Fläche links von der gesuchten Grenze .

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte identifizieren: Lies den Erwartungswert µ, die Standardabweichung σ und die gegebene Wahrscheinlichkeit p aus der Aufgabenstellung ab.
invNorm-Befehl anwenden: Da die Wahrscheinlichkeit in der Form gegeben ist, kannst du direkt deninvNorm-Befehl verwenden. Die Fläche links von ist genau . Syntax:invNorm(p, µ, σ).- Ergebnis notieren: Gib den berechneten Wert für an und runde ihn auf die geforderte Anzahl von Nachkommastellen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Kaffeemaschine füllt Tassen mit einer normalverteilten Menge an Kaffee. Der Erwartungswert beträgt ml und die Standardabweichung ml. Bestimme die Füllmenge , die in 25 % der Fälle unterschritten wird. Es gilt also .
- Schritt 1Werte identifizieren
Aus dem Text entnehmen wir:
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2`invNorm`-Befehl anwenden
Wir suchen die Grenze für die gegebene linksseitige Wahrscheinlichkeit. Wir setzen die Werte in den
invNorm-Befehl ein: - Schritt 3 · ErgebnisErgebnis notieren
Der Taschenrechner liefert:
In 25 % der Fälle beträgt die Füllmenge weniger als 196,63 ml.
Beispiel 2
Die Reaktionszeit von Autofahrern ist normalverteilt mit Sekunden und Sekunden. Finde die Zeit , sodass 95 % der Fahrer eine schnellere (also kleinere) Reaktionszeit haben. Es gilt .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2`invNorm`-Befehl anwenden
Wir setzen die Werte in den
invNorm-Befehl ein: - Schritt 3 · ErgebnisErgebnis notieren
Der Taschenrechner liefert:
95 % der Fahrer haben eine Reaktionszeit von weniger als 0,997 Sekunden.
Beispiel 3
Das Gewicht von Eiern einer bestimmten Hühnerfarm ist normalverteilt mit g und g. Die leichtesten 10 % der Eier werden aussortiert. Bestimme das maximale Gewicht , das ein Ei haben darf, um aussortiert zu werden. Es gilt .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2`invNorm`-Befehl anwenden
Wir setzen die Werte in den
invNorm-Befehl ein: - Schritt 3 · ErgebnisErgebnis notieren
Der Taschenrechner liefert:
Eier, die leichter als 49,87 g sind, werden aussortiert.
Beispiel 4
Die tägliche Sonnenscheindauer im Sommer an einem bestimmten Ort ist normalverteilt mit Stunden und Stunden. Bestimme die Stundenzahl , die an 62 % der Tage nicht überschritten wird. Es gilt .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2`invNorm`-Befehl anwenden
Wir setzen die Werte in den
invNorm-Befehl ein: - Schritt 3 · ErgebnisErgebnis notieren
Der Taschenrechner liefert:
An 62 % der Tage scheint die Sonne weniger als 7,96 Stunden.
Beispiel 5
Eine Zufallsgröße X ist normalverteilt mit und . Finde den Wert , für den gilt.
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2`invNorm`-Befehl anwenden
Wir setzen die Werte in den
invNorm-Befehl ein: - Schritt 3 · ErgebnisErgebnis notieren
Der Taschenrechner liefert:
Der Wert ist . Das ist logisch, denn aufgrund der Symmetrie der Normalverteilung liegen genau 50 % der Werte links vom Erwartungswert.
Aufgabentyp 2: Symmetrisches Intervall bestimmen
Beim symmetrischen Intervall der Normalverteilung sucht man einen Bereich, der symmetrisch um den Erwartungswert µ liegt. Dieses Intervall hat die Form . Wir kennen die Wahrscheinlichkeit für diesen mittleren Bereich und wollen den Abstand herausfinden.
Der Trick besteht darin, die Symmetrie der Glockenkurve auszunutzen:
- Die Gesamtfläche unter der Kurve ist 1 (oder 100 %).
- Der mittlere Bereich hat die Fläche .
- Die beiden äußeren Bereiche (die „Schwänze") müssen sich also die restliche Fläche teilen. Ihre Gesamtfläche ist .
- Wegen der Symmetrie ist jeder der beiden Schwänze genau gleich groß. Die Fläche des linken Schwanzes ist also .
Mit dieser linken Schwanzfläche können wir invNorm verwenden, um die untere Grenze des Intervalls, , zu finden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte identifizieren: Lies den Erwartungswert µ, die Standardabweichung σ und die zentrale Wahrscheinlichkeit p aus der Aufgabe ab.
- Linke Randwahrscheinlichkeit berechnen: Berechne die Fläche des linken „Schwanzes": .
- Untere Intervallgrenze finden: Verwende
invNormmit der berechneten linken Wahrscheinlichkeit: . - Abstand c berechnen: Die untere Grenze ist . Umgestellt ergibt sich: .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Die Körpergröße von Frauen ist normalverteilt mit cm und cm. Bestimme den Abstand vom Mittelwert, sodass 90 % aller Frauen im symmetrischen Intervall liegen. Es gilt .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Zentrale Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2Linke Randwahrscheinlichkeit berechnen
- Schritt 3Untere Intervallgrenze finden
- Schritt 4 · ErgebnisAbstand c berechnen
Der Abstand beträgt ca. 11,51 cm. Das Intervall ist also etwa [156,49 cm, 179,51 cm].
Beispiel 2
Eine Maschine füllt Zuckertüten mit g und g. Bestimme , sodass 95 % der Füllgewichte im Intervall liegen. Es gilt .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Zentrale Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2Linke Randwahrscheinlichkeit berechnen
- Schritt 3Untere Intervallgrenze finden
- Schritt 4 · ErgebnisAbstand c berechnen
Der Abstand beträgt ca. 29,40 g.
Beispiel 3
Der IQ ist normalverteilt mit und . In welchem symmetrischen Intervall um 100 liegen 50 % der Bevölkerung? Bestimme für .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Zentrale Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2Linke Randwahrscheinlichkeit berechnen
- Schritt 3Untere Intervallgrenze finden
- Schritt 4 · ErgebnisAbstand c berechnen
Der Abstand beträgt ca. 10,12 IQ-Punkte.
Beispiel 4
Die Lebensdauer einer Glühbirne sei normalverteilt mit Stunden und Stunden. Bestimme , sodass 30 % der Glühbirnen eine Lebensdauer im Intervall haben. Es gilt .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Zentrale Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2Linke Randwahrscheinlichkeit berechnen
- Schritt 3Untere Intervallgrenze finden
- Schritt 4 · ErgebnisAbstand c berechnen
Der Abstand beträgt ca. 30,84 Stunden.
Beispiel 5
Eine Zufallsgröße X ist normalverteilt mit und . Bestimme für .
- Schritt 1Werte identifizieren
- Erwartungswert:
- Standardabweichung:
- Zentrale Wahrscheinlichkeit:
- Schritt 2Linke Randwahrscheinlichkeit berechnen
- Schritt 3Untere Intervallgrenze finden
- Schritt 4 · ErgebnisAbstand c berechnen
Der gesuchte Wert ist .
Aufgabentyp 3: Gespiegeltes Intervall mit gleicher Wahrscheinlichkeit finden
Die Symmetrie der Normalverteilung hat eine interessante Konsequenz: Intervalle, die am Erwartungswert „gespiegelt" werden, haben dieselbe Wahrscheinlichkeit (also dieselbe Fläche unter der Kurve).
Was bedeutet „spiegeln"? Wenn eine Intervallgrenze einen bestimmten Abstand links vom Erwartungswert hat, hat die gespiegelte Grenze denselben Abstand rechts vom Erwartungswert und umgekehrt.
Ein Intervall wird durch seine Grenzen und definiert. Wir können ihre Position relativ zu beschreiben:
- (Abstand nach links)
- (Abstand nach rechts)
Das gespiegelte Intervall hat dieselbe Wahrscheinlichkeit. Wir erhalten es, indem wir die Abstände tauschen:
- (Jetzt Abstand nach links)
- (Jetzt Abstand nach rechts)

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Erwartungswert und Intervallgrenzen identifizieren: Notiere den Erwartungswert µ sowie die untere Grenze und die obere Grenze des gegebenen Intervalls.
- Abstände zum Erwartungswert berechnen: und .
- Gespiegeltes Intervall konstruieren: Tausche die Abstände: und .
- Ergebnis im Sachzusammenhang formulieren: Gib das neue Intervall an und formuliere die Antwort als Ereignis im gegebenen Kontext.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Die Füllmenge von Tintenpatronen ist normalverteilt mit ml und ml. Betrachtet wird das Ereignis, dass eine Patrone zwischen 7,98 ml und 8,04 ml Tinte enthält. Gib ein anderes Ereignis an, das dieselbe Wahrscheinlichkeit hat.
- Schritt 1Erwartungswert und Intervallgrenzen identifizieren
- Erwartungswert:
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 2Abstände zum Erwartungswert berechnen
- Abstand unten:
- Abstand oben:
- Schritt 3Gespiegeltes Intervall konstruieren
- Neue untere Grenze:
- Neue obere Grenze:
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis im Sachzusammenhang formulieren
Das Ereignis „Eine zufällig ausgewählte Patrone enthält zwischen 7,96 ml und 8,02 ml Tinte" hat dieselbe Wahrscheinlichkeit.
Beispiel 2
Die Temperatur in einem Kühlhaus ist normalverteilt mit °C und °C. Die Wahrscheinlichkeit für eine Temperatur zwischen 3,8 °C und 4,3 °C wird betrachtet. Finde ein anderes Temperaturintervall mit der gleichen Wahrscheinlichkeit.
- Schritt 1Erwartungswert und Intervallgrenzen identifizieren
- Erwartungswert:
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 2Abstände zum Erwartungswert berechnen
- Abstand unten:
- Abstand oben:
- Schritt 3Gespiegeltes Intervall konstruieren
- Neue untere Grenze:
- Neue obere Grenze:
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis im Sachzusammenhang formulieren
Das Intervall [3,7 °C, 4,2 °C] hat dieselbe Wahrscheinlichkeit.
Beispiel 3
Die Laufzeit von 1500-m-Läufern ist normalverteilt mit s und s. Finde ein Intervall, das die gleiche Wahrscheinlichkeit hat wie das Intervall [235 s, 255 s].
- Schritt 1Erwartungswert und Intervallgrenzen identifizieren
- Erwartungswert:
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 2Abstände zum Erwartungswert berechnen
- Abstand unten:
- Abstand oben:
- Schritt 3Gespiegeltes Intervall konstruieren
- Neue untere Grenze:
- Neue obere Grenze:
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis im Sachzusammenhang formulieren
Das Intervall [225 s, 245 s] hat dieselbe Wahrscheinlichkeit.
Beispiel 4
Eine Zufallsgröße X ist normalverteilt mit . Das Intervall wird betrachtet. Gib ein anderes Intervall mit gleicher Wahrscheinlichkeit an.
- Schritt 1Erwartungswert und Intervallgrenzen identifizieren
- Erwartungswert:
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 2Abstände zum Erwartungswert berechnen
- Abstand unten:
- Abstand oben:
- Schritt 3Gespiegeltes Intervall konstruieren
- Neue untere Grenze:
- Neue obere Grenze:
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis im Sachzusammenhang formulieren
Das Intervall [40, 50] hat dieselbe Wahrscheinlichkeit.
Beispiel 5
Das Gewicht von Äpfeln ist normalverteilt mit g. Das Intervall ist gegeben. Gib ein anderes Intervall mit der gleichen Wahrscheinlichkeit an.
- Schritt 1Erwartungswert und Intervallgrenzen identifizieren
- Erwartungswert:
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 2Abstände zum Erwartungswert berechnen
- Abstand unten:
- Abstand oben:
- Schritt 3Gespiegeltes Intervall konstruieren
- Neue untere Grenze:
- Neue obere Grenze:
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis im Sachzusammenhang formulieren
Das gespiegelte Intervall ist [140, 160]. Da das ursprüngliche Intervall bereits symmetrisch zum Erwartungswert war, ist das gespiegelte Intervall identisch mit dem Ausgangsintervall.
Aufgabentyp 4: Intervall aus komplexen Bedingungen bestimmen
Manchmal sind die Intervallgrenzen und nicht direkt gegeben, sondern durch Bedingungen im Text beschrieben. Zum Beispiel: „Die obere Grenze ist doppelt so weit vom Mittelwert entfernt wie die untere Grenze."
In solchen Fällen müssen wir die Textbeschreibung in die Sprache der Mathematik übersetzen. Der Schlüssel ist, eine Hilfsvariable (nennen wir sie ) einzuführen, die eine Eigenschaft wie z. B. einen Abstand beschreibt. Dann können wir beide Grenzen und mithilfe dieser einen Variable ausdrücken.
Dadurch erhalten wir eine Gleichung mit nur einer Unbekannten, die wir mit dem solve-Befehl (Löser) des Taschenrechners lösen können.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Informationen und Bedingungen analysieren: Lies µ, σ und die Zielwahrscheinlichkeit aus dem Text. Analysiere die Bedingungen, die die Intervallgrenzen und beschreiben.
- Grenzen mit einer Hilfsvariable ausdrücken: Führe eine Hilfsvariable ein (z. B. für einen Abstand). Formuliere und als Terme, die von abhängen.
- Gleichung für den Taschenrechner aufstellen: Setze die Terme für und in die Wahrscheinlichkeitsgleichung ein: .
- Gleichung mit
solvelösen: Gib die Gleichung in densolve-Befehl ein:solve(normCdf(...) = p, x). - Gesuchte Größe berechnen: Setze die gefundenen Werte für wieder in die Terme aus Schritt 2 ein, um die finalen Werte für oder zu berechnen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Zufallsgröße ist normalverteilt mit und . Die Grenzen und eines Intervalls sind beide größer als der Erwartungswert. Der Abstand von zu ist doppelt so groß wie der Abstand von zu . Bestimme die Werte für , für die gilt: .
- Schritt 1Informationen und Bedingungen analysieren
- , ,
- Bedingungen: , ,
- Schritt 2Grenzen mit einer Hilfsvariable ausdrücken
Wir definieren die Hilfsvariable als den Abstand von zu : . Da , ist .
- Untere Grenze:
- Obere Grenze: Der Abstand von ist . Also .
- Schritt 3Gleichung für den Taschenrechner aufstellen
- Schritt 4Gleichung mit `solve` lösen
Wir geben in den Taschenrechner ein:
solve(normCdf(125+x, 125+2x, 125, 2) = 0.1, x)Der Rechner liefert zwei Lösungen für : und .
- Schritt 5 · ErgebnisGesuchte Größe berechnen
Wir suchen die Werte für . Wir setzen die gefundenen -Werte in unsere Definition für ein:
Die gesuchten Werte für sind ca. 125,50 und 127,54.
Beispiel 2
Eine Zufallsgröße ist normalverteilt mit und . Die untere Grenze ist kleiner als , die obere Grenze ist größer als . Der Abstand von zu ist dreimal so groß wie der Abstand von zu . Bestimme und , wenn .
- Schritt 1Informationen und Bedingungen analysieren
- , ,
- Bedingungen: , ,
- Schritt 2Grenzen mit einer Hilfsvariable ausdrücken
Sei der Abstand von zu : . Da , ist .
- Untere Grenze:
- Obere Grenze: Der Abstand von ist . Also .
- Schritt 3Gleichung für den Taschenrechner aufstellen
- Schritt 4Gleichung mit `solve` lösen
solve(normCdf(50-x, 50+3x, 50, 5) = 0.8, x)Der Rechner liefert eine positive Lösung für : .
- Schritt 5 · ErgebnisGesuchte Größe berechnen
Die Grenzen sind und .
Beispiel 3
Eine Zufallsgröße ist normalverteilt mit und . Die obere Grenze eines Intervalls ist fix bei . Bestimme die untere Grenze , sodass .
- Schritt 1Informationen und Bedingungen analysieren
- , ,
- Bedingungen: , ist gesucht.
- Schritt 2Grenzen mit einer Hilfsvariable ausdrücken
Die gesuchte Größe ist direkt die untere Grenze. Wir können sie im Rechner als Variable verwenden.
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 3Gleichung für den Taschenrechner aufstellen
- Schritt 4Gleichung mit `solve` lösen
Der Rechner liefert die Lösung .
- Schritt 5 · ErgebnisGesuchte Größe berechnen
Die Lösung ist direkt der gesuchte Wert für .
Die untere Grenze ist .
Beispiel 4
Eine Zufallsgröße ist normalverteilt mit und . Die Breite des Intervalls beträgt 3, also . Bestimme die Grenzen und , wenn .
- Schritt 1Informationen und Bedingungen analysieren
- , ,
- Bedingung:
- Schritt 2Grenzen mit einer Hilfsvariable ausdrücken
Wir können durch ausdrücken: . Unsere Hilfsvariable ist selbst.
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 3Gleichung für den Taschenrechner aufstellen
- Schritt 4Gleichung mit `solve` lösen
solve(normCdf(a, a+3, 10, 1) = 0.95, a)Der Rechner liefert die Lösung .
- Schritt 5 · ErgebnisGesuchte Größe berechnen
Die Grenzen sind und .
Beispiel 5
Eine Zufallsgröße ist normalverteilt mit und . Die untere Grenze ist um 5 größer als der Erwartungswert. Die obere Grenze ist variabel. Bestimme , sodass .
- Schritt 1Informationen und Bedingungen analysieren
- , ,
- Bedingung:
- Schritt 2Grenzen mit einer Hilfsvariable ausdrücken
Die untere Grenze ist fix. Die gesuchte Größe ist die obere Grenze . Wir können sie im Rechner als Variable verwenden.
- Untere Grenze:
- Obere Grenze:
- Schritt 3Gleichung für den Taschenrechner aufstellen
- Schritt 4Gleichung mit `solve` lösen
Der Rechner liefert die Lösung .
- Schritt 5 · ErgebnisGesuchte Größe berechnen
Die Lösung ist direkt der gesuchte Wert für .
Die obere Grenze ist .
Wichtige Erkenntnisse
- Von Wahrscheinlichkeit zu Wert: Verwende den -Befehl. Er ist die Umkehrung von
normCdf. - Einseitiges Intervall : Dies ist der einfachste Fall. Du kannst direkt verwenden.
- Symmetrisches Intervall : Der Schlüssel ist die Berechnung der linken Randwahrscheinlichkeit . Damit findest du die untere Grenze und daraus .
- Gespiegeltes Intervall: Ein Intervall hat dieselbe Wahrscheinlichkeit wie das gespiegelte Intervall .
- Komplexe Bedingungen: Übersetze die Textbeschreibung in Formeln für die Grenzen und (oft mit einer Hilfsvariable ) und löse die Gleichung mit dem
solve-Befehl deines Taschenrechners.
Häufige Fragen
Was sind Intervalle bei der Normalverteilung?
Bei der Normalverteilung gibt ein Intervall den Wertebereich an, in dem ein bestimmter Anteil aller Werte liegt. Die Wahrscheinlichkeit entspricht der Fläche unter der Glockenkurve über diesem Intervall. Je nach Aufgabe suchst du entweder eine einseitige Grenze c mit P(X < c) = p, ein symmetrisches Intervall um den Erwartungswert oder ein gespiegeltes Intervall mit gleicher Wahrscheinlichkeit.
Wie verwendest du den invNorm-Befehl, um eine Intervallgrenze zu berechnen?
Der invNorm-Befehl ist die Umkehrung von normCdf: Er nimmt eine Wahrscheinlichkeit (Fläche links von der gesuchten Grenze) und gibt den zugehörigen x-Wert zurück. Die Syntax lautet invNorm(p, µ, σ). Für P(X < c) = 0,25 mit µ = 200 und σ = 5 gibst du invNorm(0,25, 200, 5) ein und erhältst c ≈ 196,63.
Wie bestimmst du ein symmetrisches Intervall bei der Normalverteilung?
Für ein symmetrisches Intervall [µ − c, µ + c] mit zentraler Wahrscheinlichkeit p berechnest du zunächst die linke Randwahrscheinlichkeit: p_links = (1 − p) / 2. Dann findest du die untere Grenze mit x_unten = invNorm(p_links, µ, σ). Der gesuchte Abstand ergibt sich als c = µ − x_unten.
Was ist ein gespiegeltes Intervall bei der Normalverteilung?
Ein gespiegeltes Intervall entsteht, wenn du die Abstände der Grenzen zum Erwartungswert µ vertauschst. Hat das ursprüngliche Intervall die Grenzen a = µ − d₁ und b = µ + d₂, dann ist das gespiegelte Intervall [µ − d₂, µ + d₁]. Dank der Symmetrie der Glockenkurve haben beide Intervalle exakt dieselbe Wahrscheinlichkeit.
Wie löst du komplexe Intervallbedingungen mit dem solve-Befehl?
Bei komplexen Bedingungen führst du eine Hilfsvariable x ein, die z. B. einen Abstand beschreibt, und drückst beide Grenzen a und b damit aus. Dann stellst du die Gleichung normCdf(a(x), b(x), µ, σ) = p auf und löst sie mit dem solve-Befehl des Taschenrechners: solve(normCdf(...) = p, x). Die Lösung für x setzt du abschließend in die Terme für a und b ein.