Dichtefunktionen einfach erklärt: Eigenschaften & Berechnung

Dichtefunktionen verstehen, Parameter bestimmen und Wahrscheinlichkeiten berechnen – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und durchgerechneten Beispielen für die Klausur.

📅 Aktualisiert 30. Juni 202625 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Stell dir vor, du wartest auf den Bus. Der Fahrplan sagt, er kommt um 14:00 Uhr, aber du weißt, er ist nie exakt pünktlich. Manchmal kommt er eine Minute früher, manchmal drei Minuten später. Wie wahrscheinlich ist es, dass er zwischen 14:01 und 14:02 Uhr ankommt? Für solche Fragen, bei denen es um kontinuierliche Werte wie Zeit, Größe oder Gewicht geht, reichen einfache Wahrscheinlichkeiten nicht aus. Hier kommen Dichtefunktionen ins Spiel. Sie sind wie eine Art „Wahrscheinlichkeitslandschaft": Wo die Landschaft hoch ist, ist ein Ereignis wahrscheinlich; wo sie flach ist, ist es unwahrscheinlich. Dieses Thema ist kein trockenes Mathe-Rätsel, sondern ein Werkzeug, um die Unsicherheit in der echten Welt zu verstehen – von Aktienkursen über die Lebensdauer von Produkten bis hin zur Vorhersage von Wartezeiten.

Schnellantwort

Eine Dichtefunktion f(x)f(x) beschreibt die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariable auf einem Intervall [a,b][a, b]. Damit sie als Dichtefunktion gilt, muss sie zwei Bedingungen erfüllen: Sie darf nirgendwo negative Werte annehmen (f(x)0f(x) \ge 0), und die Gesamtfläche unter ihrem Graphen über dem Intervall muss exakt 1 betragen (abf(x)dx=1\int_{a}^{b} f(x) \,dx = 1). Die Fläche unter der Kurve in einem Teilbereich entspricht der gesuchten Wahrscheinlichkeit.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz die Grundlagen, die du für dieses Thema brauchst:

  • Bestimmtes Integral: Es berechnet die Fläche unter einem Graphen zwischen zwei Grenzen.

    • Formel: abf(x)dx=[F(x)]ab=F(b)F(a)\int_{a}^{b} f(x) \,dx = [F(x)]_{a}^{b} = F(b) - F(a), wobei FF die Stammfunktion von ff ist.
    • Beispiel: Die Fläche unter f(x)=2xf(x)=2x von x=1x=1 bis x=3x=3 ist 132xdx=[x2]13=3212=8\int_{1}^{3} 2x \,dx = [x^2]_{1}^{3} = 3^2 - 1^2 = 8.
  • Stammfunktion: Eine Funktion, deren Ableitung die ursprüngliche Funktion ergibt. Bei Polynomen erhöht sich der Exponent um 1.

    • Regel: Die Stammfunktion von xnx^n ist 1n+1xn+1\frac{1}{n+1}x^{n+1}.
    • Beispiel: Die Stammfunktion von f(x)=x3f(x) = x^3 ist F(x)=14x4F(x) = \frac{1}{4}x^4.
  • Stetige Zufallsvariable: Eine Variable, die jeden beliebigen Wert innerhalb eines Intervalls annehmen kann (nicht nur ganze Zahlen).

    • Beispiel: Die Körpergröße einer Person, die Temperatur oder die Zeit.

Aufgabentyp 1: Eigenschaften einer Dichtefunktion prüfen und Wahrscheinlichkeiten berechnen

Eine Dichtefunktion f(x)f(x) beschreibt die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariable auf einem Intervall [a,b][a, b]. Damit eine Funktion als Dichtefunktion gelten kann, muss sie zwei entscheidende Bedingungen erfüllen:

  1. Nicht-Negativität: Die Funktion darf nirgendwo im Intervall negative Werte annehmen. Schließlich gibt es keine negativen Wahrscheinlichkeiten.

    • Bedingung: f(x)0f(x) \ge 0 für alle xx im Intervall.
  2. Normierung: Die Gesamtfläche unter dem Graphen der Funktion über dem gesamten Intervall muss exakt 1 betragen. Das entspricht einer Gesamtwahrscheinlichkeit von 100%.

    • Bedingung: abf(x)dx=1\int_{a}^{b} f(x) \,dx = 1
Dichtefunktion mit Fläche unter der Kurve gleich 1
Dichtefunktion mit Fläche unter der Kurve gleich 1

Wahrscheinlichkeiten berechnen

Bei stetigen Variablen ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Variable exakt einen bestimmten Wert annimmt, immer null. Stell dir vor, du willst einen Pfeil auf eine Linie werfen – die Chance, einen unendlich dünnen Punkt zu treffen, ist null.

  • Wahrscheinlichkeit für einen Punkt: P(X=c)=ccf(x)dx=0P(X=c) = \int_{c}^{c} f(x) \,dx = 0

Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wert in einem bestimmten Bereich liegt, ist die Fläche unter der Kurve in diesem Bereich.

  • Wahrscheinlichkeit für ein Intervall: P(c<X<d)=cdf(x)dxP(c < X < d) = \int_{c}^{d} f(x) \,dx

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Nicht-Negativität prüfen: Überprüfe, ob f(x)0f(x) \ge 0 für alle xx im Intervall [a,b][a, b] gilt.
  2. Normierung prüfen: Berechne abf(x)dx\int_{a}^{b} f(x) \,dx und stelle fest, ob das Ergebnis exakt 1 ist.
  3. Wahrscheinlichkeit berechnen: Für P(X=c)P(X=c) gilt stets 0; für P(c<X<d)P(c < X < d) berechne cdf(x)dx\int_{c}^{d} f(x) \,dx.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Eine Funktion ff ist durch f(x)=0,5f(x) = 0{,}5 auf dem Intervall I=[2;4]I = [2; 4] definiert. a) Zeigen Sie, dass ff eine Dichtefunktion ist. b) Berechnen Sie P(X=3)P(X=3) und P(2,5<X<4)P(2{,}5 < X < 4).

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Nicht-Negativität prüfen

    Die Funktion ist f(x)=0,5f(x) = 0{,}5. Da 0,50{,}5 eine positive Konstante ist, gilt f(x)0f(x) \ge 0 für alle xx. Die Bedingung ist erfüllt.

  2. Schritt 2
    Normierung prüfen

    Wir berechnen das Integral über das gesamte Intervall [2;4][2; 4]:

    240,5dx\int_{2}^{4} 0{,}5 \,dx

    Die Stammfunktion von 0,50{,}5 ist F(x)=0,5xF(x) = 0{,}5x.

    =[0,5x]24=[0{,}5x]_{2}^{4}

    =(0,54)(0,52)= (0{,}5 \cdot 4) - (0{,}5 \cdot 2)

    =21=1= 2 - 1 = 1

    Das Integral ist 1. Da beide Bedingungen erfüllt sind, ist f(x)f(x) eine Dichtefunktion.

    Konstante Dichtefunktion f(x)=0,5 mit Rechteckfläche = 1
    Konstante Dichtefunktion f(x)=0,5 mit Rechteckfläche = 1
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Die Wahrscheinlichkeit für einen exakten Wert ist immer null:

    P(X=3)=0P(X=3) = 0

    Für das Intervall (2,5;4)(2{,}5; 4) berechnen wir das Integral:

    P(2,5<X<4)=2,540,5dxP(2{,}5 < X < 4) = \int_{2,5}^{4} 0{,}5 \,dx

    =[0,5x]2,54=[0{,}5x]_{2,5}^{4}

    =(0,54)(0,52,5)= (0{,}5 \cdot 4) - (0{,}5 \cdot 2{,}5)

    =21,25=0,75= 2 - 1{,}25 = 0{,}75

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 75%.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=18xf(x) = \frac{1}{8}x auf dem Intervall I=[0;4]I = [0; 4]. a) Zeigen Sie, dass ff eine Dichtefunktion ist. b) Berechnen Sie P(1<X<3)P(1 < X < 3).

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Nicht-Negativität prüfen

    Im Intervall [0;4][0; 4] ist xx immer positiv oder null. Daher ist auch f(x)=18xf(x) = \frac{1}{8}x immer 0\ge 0. Die Bedingung ist erfüllt.

  2. Schritt 2
    Normierung prüfen

    Wir integrieren über das gesamte Intervall [0;4][0; 4]:

    0418xdx\int_{0}^{4} \frac{1}{8}x \,dx

    Die Stammfunktion von 18x\frac{1}{8}x ist F(x)=18x22=x216F(x) = \frac{1}{8} \cdot \frac{x^2}{2} = \frac{x^2}{16}.

    =[x216]04= [\frac{x^2}{16}]_{0}^{4}

    =42160216= \frac{4^2}{16} - \frac{0^2}{16}

    =16160=1= \frac{16}{16} - 0 = 1

    Das Integral ist 1. Beide Bedingungen sind erfüllt.

    Lineare Dichtefunktion f(x)=x/8 auf dem Intervall 0 bis 4
    Lineare Dichtefunktion f(x)=x/8 auf dem Intervall 0 bis 4
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Wir integrieren über das Intervall (1;3)(1; 3):

    P(1<X<3)=1318xdxP(1 < X < 3) = \int_{1}^{3} \frac{1}{8}x \,dx

    =[x216]13= [\frac{x^2}{16}]_{1}^{3}

    =32161216= \frac{3^2}{16} - \frac{1^2}{16}

    =916116=816=0,5= \frac{9}{16} - \frac{1}{16} = \frac{8}{16} = 0{,}5

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 50%.

Beispiel 3

Aufgabe

Ist die Funktion f(x)=3x2f(x) = 3x^2 eine Dichtefunktion auf dem Intervall I=[0;1]I = [0; 1]? Berechnen Sie anschließend P(X>0,5)P(X > 0{,}5).

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Nicht-Negativität prüfen

    Für xx im Intervall [0;1][0; 1] ist x2x^2 immer positiv oder null. Also ist auch f(x)=3x20f(x) = 3x^2 \ge 0. Die Bedingung ist erfüllt.

  2. Schritt 2
    Normierung prüfen

    Wir integrieren über [0;1][0; 1]:

    013x2dx\int_{0}^{1} 3x^2 \,dx

    Die Stammfunktion von 3x23x^2 ist F(x)=x3F(x) = x^3.

    =[x3]01=[x^3]_{0}^{1}

    =1303=1= 1^3 - 0^3 = 1

    Das Integral ist 1. Ja, f(x)f(x) ist eine Dichtefunktion.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    P(X>0,5)P(X > 0{,}5) bedeutet, wir suchen die Wahrscheinlichkeit im Intervall (0,5;1](0{,}5; 1]. Wir berechnen also das Integral von 0,50{,}5 bis zur Obergrenze 11.

    P(X>0,5)=0,513x2dxP(X > 0{,}5) = \int_{0,5}^{1} 3x^2 \,dx

    =[x3]0,51=[x^3]_{0,5}^{1}

    =13(0,5)3= 1^3 - (0{,}5)^3

    =10,125=0,875= 1 - 0{,}125 = 0{,}875

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 87,5%.

Beispiel 4

Aufgabe

Die Funktion f(x)=12sin(x)f(x) = \frac{1}{2} \sin(x) soll als Dichtefunktion auf dem Intervall I=[0;π]I = [0; \pi] dienen. Prüfen Sie, ob dies möglich ist.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1
    Nicht-Negativität prüfen

    Im Intervall [0;π][0; \pi] (von 0° bis 180°) ist der Sinuswert sin(x)\sin(x) immer positiv oder null. Daher ist auch f(x)=12sin(x)0f(x) = \frac{1}{2} \sin(x) \ge 0. Die Bedingung ist erfüllt.

  2. Schritt 2 · Ergebnis
    Normierung prüfen

    Wir integrieren über [0;π][0; \pi]:

    0π12sin(x)dx\int_{0}^{\pi} \frac{1}{2} \sin(x) \,dx

    Die Stammfunktion von sin(x)\sin(x) ist cos(x)-\cos(x).

    =[12cos(x)]0π=[-\frac{1}{2} \cos(x)]_{0}^{\pi}

    =(12cos(π))(12cos(0))= (-\frac{1}{2} \cos(\pi)) - (-\frac{1}{2} \cos(0))

    Wir wissen, dass cos(π)=1\cos(\pi) = -1 und cos(0)=1\cos(0) = 1.

    =(12(1))(121)= (-\frac{1}{2} \cdot (-1)) - (-\frac{1}{2} \cdot 1)

    =(12)(12)= (\frac{1}{2}) - (-\frac{1}{2})

    =12+12=1= \frac{1}{2} + \frac{1}{2} = 1

    Sinusdichtefunktion f(x)=0,5 sin(x) auf dem Intervall 0 bis pi
    Sinusdichtefunktion f(x)=0,5 sin(x) auf dem Intervall 0 bis pi
Ergebnis:

Das Integral ist 1. Ja, die Funktion ist eine Dichtefunktion auf dem Intervall.

Beispiel 5

Aufgabe

Kann die Funktion f(x)=x1f(x) = x-1 eine Dichtefunktion auf dem Intervall I=[0;2]I = [0; 2] sein? Begründen Sie Ihre Antwort.

Fortschritt
1 / 1
  1. Schritt 1 · Ergebnis
    Nicht-Negativität prüfen

    Wir prüfen, ob f(x)=x1f(x) = x-1 im Intervall [0;2][0; 2] immer 0\ge 0 ist.

    Wählen wir einen Testwert, z.B. x=0,5x=0{,}5:

    f(0,5)=0,51=0,5f(0{,}5) = 0{,}5 - 1 = -0{,}5

    Da wir einen negativen Funktionswert gefunden haben, ist die Bedingung der Nicht-Negativität verletzt.

Ergebnis:

Nein, die Funktion kann keine Dichtefunktion auf diesem Intervall sein, da sie negative Werte annimmt. Wir müssen die zweite Bedingung gar nicht mehr prüfen.

Aufgabentyp 2: Parameter in einer Dichtefunktion bestimmen

Manchmal ist eine Funktion gegeben, die einen unbekannten Parameter (oft kk oder cc) enthält, z.B. f(x)=kx2f(x) = k \cdot x^2. Die Aufgabe ist es dann, diesen Parameter so zu bestimmen, dass die Funktion eine gültige Dichtefunktion wird.

Der Schlüssel dazu ist die Normierungsbedingung. Wir wissen, dass die Gesamtfläche unter der Kurve 1 sein muss. Wir nutzen diese Tatsache, um eine Gleichung aufzustellen und sie nach dem unbekannten Parameter aufzulösen.

Die Strategie ist immer dieselbe:

  1. Setze das Integral der Funktion über das gegebene Intervall gleich 1: abf(x)dx=1\int_{a}^{b} f(x) \,dx = 1
  2. Behandle den Parameter kk wie eine Konstante und ziehe ihn vor das Integral: kab...dx=1k \cdot \int_{a}^{b} ... \,dx = 1
  3. Löse das Integral.
  4. Löse die resultierende einfache Gleichung nach kk auf.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Normierungsgleichung aufstellen: Setze abf(x,k)dx=1\int_{a}^{b} f(x, k) \,dx = 1 mit dem gegebenen Intervall.
  2. Integral berechnen: Ziehe kk vor das Integral, bilde die Stammfunktion und werte aus.
  3. Gleichung nach k auflösen: Teile durch den berechneten Zahlenwert.
  4. Wahrscheinlichkeit berechnen (falls gefordert): Setze kk in die Dichtefunktion ein und integriere über das Teilintervall.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Funktion f(x)=kxf(x) = k \cdot x ist auf dem Intervall [0;3][0; 3] gegeben. a) Bestimmen Sie kk, sodass ff eine Dichtefunktion ist. b) Berechnen Sie P(1<X<2)P(1 < X < 2).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Normierungsgleichung aufstellen

    Die Gesamtfläche unter der Kurve muss 1 sein:

    03kxdx=1\int_{0}^{3} k \cdot x \,dx = 1

  2. Schritt 2
    Integral berechnen

    Wir ziehen kk vor das Integral:

    k03xdx=1k \cdot \int_{0}^{3} x \,dx = 1

    Die Stammfunktion von xx ist x22\frac{x^2}{2}.

    k[x22]03=1k \cdot [\frac{x^2}{2}]_{0}^{3} = 1

    k(322022)=1k \cdot (\frac{3^2}{2} - \frac{0^2}{2}) = 1

    k(920)=1k \cdot (\frac{9}{2} - 0) = 1

    k92=1k \cdot \frac{9}{2} = 1

  3. Schritt 3
    Gleichung nach k auflösen

    k=1÷92=129=29k = 1 \div \frac{9}{2} = 1 \cdot \frac{2}{9} = \frac{2}{9}

    Der Parameter ist k=29k = \frac{2}{9}. Die Dichtefunktion lautet f(x)=29xf(x) = \frac{2}{9}x.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeit berechnen

    Wir verwenden die gefundene Funktion, um P(1<X<2)P(1 < X < 2) zu berechnen:

    P(1<X<2)=1229xdxP(1 < X < 2) = \int_{1}^{2} \frac{2}{9}x \,dx

    =29[x22]12= \frac{2}{9} \cdot [\frac{x^2}{2}]_{1}^{2}

    =29(222122)= \frac{2}{9} \cdot (\frac{2^2}{2} - \frac{1^2}{2})

    =29(4212)= \frac{2}{9} \cdot (\frac{4}{2} - \frac{1}{2})

    =2932=618=13= \frac{2}{9} \cdot \frac{3}{2} = \frac{6}{18} = \frac{1}{3}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. 33,3%.

Beispiel 2

Aufgabe

Bestimmen Sie die Konstante cc, sodass f(x)=c(4x2)f(x) = c \cdot (4-x^2) eine Dichtefunktion auf dem Intervall [2;2][-2; 2] ist.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Normierungsgleichung aufstellen

    22c(4x2)dx=1\int_{-2}^{2} c \cdot (4-x^2) \,dx = 1

  2. Schritt 2
    Integral berechnen

    c22(4x2)dx=1c \cdot \int_{-2}^{2} (4-x^2) \,dx = 1

    Die Stammfunktion von 4x24-x^2 ist 4xx334x - \frac{x^3}{3}.

    c[4xx33]22=1c \cdot [4x - \frac{x^3}{3}]_{-2}^{2} = 1

    c((42233)(4(2)(2)33))=1c \cdot ((4 \cdot 2 - \frac{2^3}{3}) - (4 \cdot (-2) - \frac{(-2)^3}{3})) = 1

    c((883)(883))=1c \cdot ((8 - \frac{8}{3}) - (-8 - \frac{-8}{3})) = 1

    c((883)(8+83))=1c \cdot ((8 - \frac{8}{3}) - (-8 + \frac{8}{3})) = 1

    c(883+883)=1c \cdot (8 - \frac{8}{3} + 8 - \frac{8}{3}) = 1

    c(16163)=1c \cdot (16 - \frac{16}{3}) = 1

    c(483163)=1c \cdot (\frac{48}{3} - \frac{16}{3}) = 1

    c323=1c \cdot \frac{32}{3} = 1

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Gleichung nach c auflösen

    c=1÷323=332c = 1 \div \frac{32}{3} = \frac{3}{32}

Ergebnis:

Die Konstante ist c=332c = \frac{3}{32}.

Beispiel 3

Aufgabe

Für welchen Wert von kk ist f(x)=kexf(x) = k \cdot e^{-x} eine Dichtefunktion auf dem Intervall [0;)[0; \infty)?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Normierungsgleichung aufstellen

    0kexdx=1\int_{0}^{\infty} k \cdot e^{-x} \,dx = 1

  2. Schritt 2
    Integral berechnen

    k0exdx=1k \cdot \int_{0}^{\infty} e^{-x} \,dx = 1

    Die Stammfunktion von exe^{-x} ist ex-e^{-x}.

    k[ex]0=1k \cdot [-e^{-x}]_{0}^{\infty} = 1

    Wir werten dies als Grenzwert aus:

    klimz[ex]0z=1k \cdot \lim_{z \to \infty} [-e^{-x}]_{0}^{z} = 1

    klimz(ez(e0))=1k \cdot \lim_{z \to \infty} (-e^{-z} - (-e^{-0})) = 1

    Da ez=1eze^{-z} = \frac{1}{e^z} und eze^z für zz \to \infty unendlich groß wird, geht eze^{-z} gegen 0. Außerdem ist e0=1e^0=1.

    k(0(1))=1k \cdot (0 - (-1)) = 1

    k1=1k \cdot 1 = 1

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Gleichung nach k auflösen

    k=1k = 1

Ergebnis:

Der Parameter ist k=1k=1.

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=kf(x) = k auf dem Intervall [a;b][a; b]. Finden Sie einen allgemeinen Ausdruck für kk in Abhängigkeit von aa und bb.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Normierungsgleichung aufstellen

    abkdx=1\int_{a}^{b} k \,dx = 1

  2. Schritt 2
    Integral berechnen

    kab1dx=1k \cdot \int_{a}^{b} 1 \,dx = 1

    Die Stammfunktion von 1 ist xx.

    k[x]ab=1k \cdot [x]_{a}^{b} = 1

    k(ba)=1k \cdot (b - a) = 1

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Gleichung nach k auflösen

    k=1bak = \frac{1}{b-a}

Ergebnis:

Der Wert von kk ist der Kehrwert der Intervalllänge. Für das Beispiel f(x)=0,25f(x)=0{,}25 auf [1;5][1; 5] war die Intervalllänge 51=45-1=4, also ist k=14=0,25k = \frac{1}{4} = 0{,}25.

Beispiel 5

Aufgabe

Die Funktion f(x)=k(1x)2f(x) = k(1-x)^2 ist auf dem Intervall [0;1][0; 1] gegeben. Bestimmen Sie kk.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Normierungsgleichung aufstellen

    01k(1x)2dx=1\int_{0}^{1} k(1-x)^2 \,dx = 1

  2. Schritt 2
    Integral berechnen

    k01(12x+x2)dx=1k \cdot \int_{0}^{1} (1-2x+x^2) \,dx = 1

    Wir bilden die Stammfunktion von 12x+x21-2x+x^2, was xx2+x33x - x^2 + \frac{x^3}{3} ist.

    k[xx2+x33]01=1k \cdot [x - x^2 + \frac{x^3}{3}]_{0}^{1} = 1

    k((112+133)(002+033))=1k \cdot ((1 - 1^2 + \frac{1^3}{3}) - (0 - 0^2 + \frac{0^3}{3})) = 1

    k((11+13)0)=1k \cdot ((1 - 1 + \frac{1}{3}) - 0) = 1

    k13=1k \cdot \frac{1}{3} = 1

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Gleichung nach k auflösen

    k=3k = 3

Ergebnis:

Der Parameter ist k=3k=3.

Aufgabentyp 3: Dichte- und Verteilungsfunktion skizzieren

Neben der Dichtefunktion f(x)f(x) gibt es eine zweite wichtige Funktion: die Verteilungsfunktion G(x)G(x) (oft auch F(x)F(x) genannt).

  • Die Dichtefunktion f(x)f(x) gibt an, wie „dicht" die Wahrscheinlichkeit an einem Punkt xx ist.
  • Die Verteilungsfunktion G(x)G(x) gibt die kumulierte (angesammelte) Wahrscheinlichkeit an, dass die Zufallsvariable einen Wert annimmt, der kleiner oder gleich xx ist. Also G(x)=P(Xx)G(x) = P(X \le x).

Man erhält die Verteilungsfunktion, indem man die Dichtefunktion von der unteren Grenze des Intervalls bis zu einem Punkt xx integriert:

G(x)=axf(t)dtG(x) = \int_{a}^{x} f(t) \,dt

Geometrische Beziehung

Die beiden Funktionen sind über den Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung direkt miteinander verbunden:

G(x)=f(x)G'(x) = f(x)

Das bedeutet:

  • Die Dichtefunktion f(x)f(x) ist die Ableitung der Verteilungsfunktion G(x)G(x).
  • Geometrisch heißt das: Der Funktionswert von f(x)f(x) an einer Stelle ist genau die Steigung der Tangente an den Graphen von G(x)G(x) an derselben Stelle.
Vergleich von Dichtefunktion und Verteilungsfunktion im Koordinatensystem
Vergleich von Dichtefunktion und Verteilungsfunktion im Koordinatensystem

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Verteilungsfunktion G(x) bestimmen: Berechne G(x)=axf(t)dtG(x) = \int_{a}^{x} f(t) \,dt und definiere GG stückweise für x<ax < a, axba \le x \le b und x>bx > b.
  2. Wertetabellen erstellen: Trage wichtige Werte an den Intervallgrenzen und dazwischen für f(x)f(x) und G(x)G(x) ein.
  3. Graphen skizzieren: Zeichne beide Funktionen und achte auf unterschiedliche Kurvenformen.
  4. Geometrische Beziehung beschreiben: Die Steigung von G(x)G(x) an jeder Stelle x0x_0 ist gleich dem Wert f(x0)f(x_0).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Eine Zufallsvariable hat die Dichtefunktion f(x)=0,5f(x) = 0{,}5 auf dem Intervall [1;3][1; 3]. a) Bestimmen Sie die zugehörige Verteilungsfunktion G(x)G(x). b) Skizzieren Sie beide Graphen und beschreiben Sie die Beziehung.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Verteilungsfunktion G(x) bestimmen

    Wir integrieren f(t)=0,5f(t) = 0{,}5 von der unteren Grenze 11 bis xx.

    G(x)=1x0,5dtG(x) = \int_{1}^{x} 0{,}5 \,dt

    =[0,5t]1x=[0{,}5t]_{1}^{x}

    =0,5x0,51=0,5x0,5= 0{,}5x - 0{,}5 \cdot 1 = 0{,}5x - 0{,}5

    Die stückweise definierte Funktion lautet:

    G(x)={0fu¨x<10,5x0,5fu¨1x31fu¨x>3G(x) = \begin{cases} 0 & \text{für } x < 1 \\ 0{,}5x - 0{,}5 & \text{für } 1 \le x \le 3 \\ 1 & \text{für } x > 3 \end{cases}

    (Zur Kontrolle: G(3)=0,530,5=1,50,5=1G(3) = 0{,}5 \cdot 3 - 0{,}5 = 1{,}5 - 0{,}5 = 1. Das passt.)

  2. Schritt 2
    Wertetabellen erstellen

    Für f(x)=0,5f(x)=0{,}5: Der Wert ist immer 0,5. Für G(x)=0,5x0,5G(x)=0{,}5x-0{,}5: G(1)=0,510,5=0G(1) = 0{,}5 \cdot 1 - 0{,}5 = 0 G(3)=0,530,5=1G(3) = 0{,}5 \cdot 3 - 0{,}5 = 1

  3. Schritt 3
    Graphen skizzieren
    Dichte- und Verteilungsfunktion für konstante Dichtefunktion 0,5
    Dichte- und Verteilungsfunktion für konstante Dichtefunktion 0,5
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Geometrische Beziehung beschreiben

    Die Dichtefunktion f(x)=0,5f(x)=0{,}5 ist konstant. Das bedeutet, die Steigung der Verteilungsfunktion G(x)G(x) muss überall im Intervall [1;3][1; 3] konstant 0,50{,}5 sein. Das sehen wir im Graphen: G(x)G(x) ist eine Gerade mit der Steigung 0,50{,}5.

Ergebnis:

Die konstante Steigung von G(x)G(x) entspricht dem konstanten Wert von f(x)=0,5f(x)=0{,}5.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist die Dichtefunktion f(x)=18xf(x) = \frac{1}{8}x auf dem Intervall [0;4][0; 4]. a) Bestimmen Sie die Verteilungsfunktion G(x)G(x). b) Skizzieren Sie beide Graphen.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Verteilungsfunktion G(x) bestimmen

    Wir integrieren f(t)=18tf(t) = \frac{1}{8}t von 00 bis xx.

    G(x)=0x18tdtG(x) = \int_{0}^{x} \frac{1}{8}t \,dt

    =[18t22]0x= [\frac{1}{8} \frac{t^2}{2}]_{0}^{x}

    =[t216]0x= [\frac{t^2}{16}]_{0}^{x}

    =x2160216=x216= \frac{x^2}{16} - \frac{0^2}{16} = \frac{x^2}{16}

    Die stückweise Funktion lautet:

    G(x)={0fu¨x<0x216fu¨0x41fu¨x>4G(x) = \begin{cases} 0 & \text{für } x < 0 \\ \frac{x^2}{16} & \text{für } 0 \le x \le 4 \\ 1 & \text{für } x > 4 \end{cases}

  2. Schritt 2
    Wertetabellen erstellen

    Für f(x)=18xf(x)=\frac{1}{8}x: f(0)=0,f(4)=0,5f(0)=0, f(4)=0{,}5. Für G(x)=x216G(x)=\frac{x^2}{16}: G(0)=0,G(4)=1G(0)=0, G(4)=1.

  3. Schritt 3
    Graphen skizzieren
    Lineare Dichtefunktion und quadratische Verteilungsfunktion auf 0 bis 4
    Lineare Dichtefunktion und quadratische Verteilungsfunktion auf 0 bis 4
  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Geometrische Beziehung beschreiben

    Der Wert der Dichtefunktion f(x)f(x) steigt linear an. Entsprechend wird die Steigung der Verteilungsfunktion G(x)G(x) immer größer. Bei x=0x=0 ist f(0)=0f(0)=0, also startet G(x)G(x) mit einer Steigung von 0 (waagerechte Tangente). Bei x=4x=4 ist f(4)=0,5f(4)=0{,}5, also hat G(x)G(x) dort die Steigung 0,5.

Ergebnis:

Die zunehmende Steigung von G(x)G(x) spiegelt den linear wachsenden Wert von f(x)f(x) wider.

Beispiel 3

Aufgabe

Eine Dichtefunktion ist f(x)=22xf(x) = 2-2x auf [0;1][0; 1]. Bestimmen und skizzieren Sie die Verteilungsfunktion G(x)G(x).

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Verteilungsfunktion G(x) bestimmen

    G(x)=0x(22t)dtG(x) = \int_{0}^{x} (2-2t) \,dt

    =[2tt2]0x= [2t - t^2]_{0}^{x}

    =(2xx2)(2002)=2xx2= (2x - x^2) - (2 \cdot 0 - 0^2) = 2x - x^2

    Die stückweise Funktion lautet:

    G(x)={0fu¨x<02xx2fu¨0x11fu¨x>1G(x) = \begin{cases} 0 & \text{für } x < 0 \\ 2x - x^2 & \text{für } 0 \le x \le 1 \\ 1 & \text{für } x > 1 \end{cases}

  2. Schritt 2 & 3
    Wertetabellen und Skizze

    Für f(x)=22xf(x)=2-2x: f(0)=2,f(1)=0f(0)=2, f(1)=0. Für G(x)=2xx2G(x)=2x-x^2: G(0)=0,G(1)=1G(0)=0, G(1)=1.

    Fallende Dichtefunktion und zugehörige Verteilungsfunktion auf 0 bis 1
    Fallende Dichtefunktion und zugehörige Verteilungsfunktion auf 0 bis 1
  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Geometrische Beziehung beschreiben

    Die Dichtefunktion f(x)f(x) fällt linear. Entsprechend nimmt die Steigung von G(x)G(x) ab. Bei x=0x=0 ist f(0)=2f(0)=2, also startet G(x)G(x) mit seiner größten Steigung von 2. Bei x=1x=1 ist f(1)=0f(1)=0, also endet G(x)G(x) mit einer Steigung von 0 (waagerechte Tangente).

Ergebnis:

Die abnehmende Steigung von G(x)G(x) entspricht dem fallenden Verlauf von f(x)=22xf(x)=2-2x.

Beispiel 4

Aufgabe

Skizzieren Sie die Dichte- und Verteilungsfunktion für f(x)=3x2f(x) = 3x^2 auf dem Intervall [0;1][0; 1].

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Verteilungsfunktion G(x) bestimmen

    G(x)=0x3t2dtG(x) = \int_{0}^{x} 3t^2 \,dt

    =[t3]0x= [t^3]_{0}^{x}

    =x303=x3= x^3 - 0^3 = x^3

    Die stückweise Funktion lautet:

    G(x)={0fu¨x<0x3fu¨0x11fu¨x>1G(x) = \begin{cases} 0 & \text{für } x < 0 \\ x^3 & \text{für } 0 \le x \le 1 \\ 1 & \text{für } x > 1 \end{cases}

  2. Schritt 2 & 3
    Wertetabellen und Skizze

    Für f(x)=3x2f(x)=3x^2: f(0)=0,f(1)=3f(0)=0, f(1)=3. Für G(x)=x3G(x)=x^3: G(0)=0,G(1)=1G(0)=0, G(1)=1.

    Quadratische Dichtefunktion und kubische Verteilungsfunktion auf 0 bis 1
    Quadratische Dichtefunktion und kubische Verteilungsfunktion auf 0 bis 1
  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Geometrische Beziehung beschreiben

    Die Dichtefunktion f(x)=3x2f(x)=3x^2 wächst quadratisch. Die Steigung der Verteilungsfunktion G(x)=x3G(x)=x^3 nimmt also ebenfalls zu. Sie startet bei x=0x=0 mit Steigung f(0)=0f(0)=0 und wird zum Ende bei x=1x=1 mit Steigung f(1)=3f(1)=3 sehr steil.

Ergebnis:

Die kubische Verteilungsfunktion G(x)=x3G(x)=x^3 hat überall genau den quadratischen Wert f(x)=3x2f(x)=3x^2 als Steigung.

Beispiel 5

Aufgabe

Eine Zufallsvariable ist auf dem Intervall [0;2][0; 2] durch die Dichtefunktion f(x)=34x(2x)f(x) = \frac{3}{4}x(2-x) verteilt. Bestimmen Sie die Verteilungsfunktion G(x)G(x).

Fortschritt
1 / 1
  1. Schritt 1 · Ergebnis
    Verteilungsfunktion G(x) bestimmen

    Zuerst multiplizieren wir den Funktionsterm aus: f(x)=34(2xx2)=32x34x2f(x) = \frac{3}{4}(2x-x^2) = \frac{3}{2}x - \frac{3}{4}x^2.

    Nun integrieren wir:

    G(x)=0x(32t34t2)dtG(x) = \int_{0}^{x} (\frac{3}{2}t - \frac{3}{4}t^2) \,dt

    =[32t2234t33]0x= [\frac{3}{2} \frac{t^2}{2} - \frac{3}{4} \frac{t^3}{3}]_{0}^{x}

    =[34t214t3]0x= [\frac{3}{4}t^2 - \frac{1}{4}t^3]_{0}^{x}

    =(34x214x3)0=34x214x3= (\frac{3}{4}x^2 - \frac{1}{4}x^3) - 0 = \frac{3}{4}x^2 - \frac{1}{4}x^3

    Die stückweise Funktion lautet:

    G(x)={0fu¨x<034x214x3fu¨0x21fu¨x>2G(x) = \begin{cases} 0 & \text{für } x < 0 \\ \frac{3}{4}x^2 - \frac{1}{4}x^3 & \text{für } 0 \le x \le 2 \\ 1 & \text{für } x > 2 \end{cases}

Ergebnis:

Zur Kontrolle: G(2)=34(22)14(23)=34(4)14(8)=32=1G(2) = \frac{3}{4}(2^2) - \frac{1}{4}(2^3) = \frac{3}{4}(4) - \frac{1}{4}(8) = 3 - 2 = 1. Passt.

Wichtige Erkenntnisse

  • Eine Dichtefunktion f(x)f(x) muss zwei Bedingungen erfüllen: f(x)0f(x) \ge 0 (Nicht-Negativität) und abf(x)dx=1\int_{a}^{b} f(x) \,dx = 1 (Normierung auf 1).
  • Die Wahrscheinlichkeit für einen exakten Wert ist bei stetigen Variablen immer null: P(X=c)=0P(X=c) = 0.
  • Die Wahrscheinlichkeit für ein Intervall ist die Fläche unter der Kurve in diesem Bereich: P(c<X<d)=cdf(x)dxP(c < X < d) = \int_{c}^{d} f(x) \,dx.
  • Die Verteilungsfunktion G(x)G(x) ist das Integral der Dichtefunktion: G(x)=axf(t)dtG(x) = \int_{a}^{x} f(t) \,dt.
  • Die Dichtefunktion f(x)f(x) ist die Ableitung der Verteilungsfunktion G(x)G(x): f(x)=G(x)f(x) = G'(x). Der Wert von f(x)f(x) ist die Steigung von G(x)G(x).

Häufige Fragen

Was ist eine Dichtefunktion?

Eine Dichtefunktion f(x) beschreibt die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariable auf einem Intervall [a, b]. Sie zeigt, wie „dicht" die Wahrscheinlichkeit an einem bestimmten Punkt ist. Typische Beispiele für stetige Zufallsvariablen sind Wartezeiten, Körpergrößen oder Temperaturen – also Größen, die jeden beliebigen Wert in einem Bereich annehmen können, nicht nur ganze Zahlen.

Wie prüfst du, ob eine Funktion eine Dichtefunktion ist?

Eine Funktion ist eine gültige Dichtefunktion, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Nicht-Negativität: f(x) ≥ 0 für alle x im Intervall – keine negativen Werte erlaubt.
  2. Normierung: Das Integral über das gesamte Intervall ergibt exakt 1: ∫f(x)dx = 1.

Ist eine der Bedingungen verletzt – zum Beispiel nimmt die Funktion negative Werte an –, scheidet sie als Dichtefunktion aus, ohne dass die zweite Bedingung geprüft werden muss.

Wie berechnest du Wahrscheinlichkeiten mit einer Dichtefunktion?

Wahrscheinlichkeiten bei stetigen Zufallsvariablen werden als Fläche unter der Kurve berechnet. Für ein Intervall (c, d) gilt: P(c < X < d) = ∫cd f(x) dx. Die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen exakten Wert ist dagegen immer null: P(X = c) = 0. Du bildest also die Stammfunktion der Dichtefunktion und wertest sie an den Grenzen aus.

Wie bestimmst du einen unbekannten Parameter k in einer Dichtefunktion?

Nutze die Normierungsbedingung: Setze das Integral der Funktion mit dem unbekannten Parameter k über das gegebene Intervall gleich 1. Ziehe k vor das Integral, berechne das verbleibende Integral und löse die entstehende Gleichung k · Zahl = 1 durch Division nach k auf. Mit dem gefundenen k kannst du anschließend Wahrscheinlichkeiten für beliebige Teilintervalle berechnen.

Was ist der Unterschied zwischen Dichtefunktion und Verteilungsfunktion?

Die Dichtefunktion f(x) gibt an, wie dicht die Wahrscheinlichkeit an einer Stelle x ist – ihr Wert entspricht der Steigung der Verteilungsfunktion. Die Verteilungsfunktion G(x) gibt die kumulierte Wahrscheinlichkeit P(X ≤ x) an und steigt von 0 auf 1. Es gilt: G(x) = ∫ax f(t) dt und G'(x) = f(x). Die Verteilungsfunktion ist also die Stammfunktion der Dichtefunktion.

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