Stell dir vor, du wartest auf den Bus. Der Fahrplan sagt, er kommt um 14:00 Uhr, aber du weißt, er ist nie exakt pünktlich. Manchmal kommt er eine Minute früher, manchmal drei Minuten später. Wie wahrscheinlich ist es, dass er zwischen 14:01 und 14:02 Uhr ankommt? Für solche Fragen, bei denen es um kontinuierliche Werte wie Zeit, Größe oder Gewicht geht, reichen einfache Wahrscheinlichkeiten nicht aus. Hier kommen Dichtefunktionen ins Spiel. Sie sind wie eine Art „Wahrscheinlichkeitslandschaft": Wo die Landschaft hoch ist, ist ein Ereignis wahrscheinlich; wo sie flach ist, ist es unwahrscheinlich. Dieses Thema ist kein trockenes Mathe-Rätsel, sondern ein Werkzeug, um die Unsicherheit in der echten Welt zu verstehen – von Aktienkursen über die Lebensdauer von Produkten bis hin zur Vorhersage von Wartezeiten.
Schnellantwort
Eine Dichtefunktion beschreibt die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariable auf einem Intervall . Damit sie als Dichtefunktion gilt, muss sie zwei Bedingungen erfüllen: Sie darf nirgendwo negative Werte annehmen (), und die Gesamtfläche unter ihrem Graphen über dem Intervall muss exakt 1 betragen (). Die Fläche unter der Kurve in einem Teilbereich entspricht der gesuchten Wahrscheinlichkeit.
Vorwissen
Bevor wir starten, wiederholen wir kurz die Grundlagen, die du für dieses Thema brauchst:
-
Bestimmtes Integral: Es berechnet die Fläche unter einem Graphen zwischen zwei Grenzen.
- Formel: , wobei die Stammfunktion von ist.
- Beispiel: Die Fläche unter von bis ist .
-
Stammfunktion: Eine Funktion, deren Ableitung die ursprüngliche Funktion ergibt. Bei Polynomen erhöht sich der Exponent um 1.
- Regel: Die Stammfunktion von ist .
- Beispiel: Die Stammfunktion von ist .
-
Stetige Zufallsvariable: Eine Variable, die jeden beliebigen Wert innerhalb eines Intervalls annehmen kann (nicht nur ganze Zahlen).
- Beispiel: Die Körpergröße einer Person, die Temperatur oder die Zeit.
Aufgabentyp 1: Eigenschaften einer Dichtefunktion prüfen und Wahrscheinlichkeiten berechnen
Eine Dichtefunktion beschreibt die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariable auf einem Intervall . Damit eine Funktion als Dichtefunktion gelten kann, muss sie zwei entscheidende Bedingungen erfüllen:
-
Nicht-Negativität: Die Funktion darf nirgendwo im Intervall negative Werte annehmen. Schließlich gibt es keine negativen Wahrscheinlichkeiten.
- Bedingung: für alle im Intervall.
-
Normierung: Die Gesamtfläche unter dem Graphen der Funktion über dem gesamten Intervall muss exakt 1 betragen. Das entspricht einer Gesamtwahrscheinlichkeit von 100%.
- Bedingung:

Wahrscheinlichkeiten berechnen
Bei stetigen Variablen ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Variable exakt einen bestimmten Wert annimmt, immer null. Stell dir vor, du willst einen Pfeil auf eine Linie werfen – die Chance, einen unendlich dünnen Punkt zu treffen, ist null.
- Wahrscheinlichkeit für einen Punkt:
Die Wahrscheinlichkeit, dass der Wert in einem bestimmten Bereich liegt, ist die Fläche unter der Kurve in diesem Bereich.
- Wahrscheinlichkeit für ein Intervall:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Nicht-Negativität prüfen: Überprüfe, ob für alle im Intervall gilt.
- Normierung prüfen: Berechne und stelle fest, ob das Ergebnis exakt 1 ist.
- Wahrscheinlichkeit berechnen: Für gilt stets 0; für berechne .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Funktion ist durch auf dem Intervall definiert. a) Zeigen Sie, dass eine Dichtefunktion ist. b) Berechnen Sie und .
- Schritt 1Nicht-Negativität prüfen
Die Funktion ist . Da eine positive Konstante ist, gilt für alle . Die Bedingung ist erfüllt.
- Schritt 2Normierung prüfen
Wir berechnen das Integral über das gesamte Intervall :
Die Stammfunktion von ist .
Das Integral ist 1. Da beide Bedingungen erfüllt sind, ist eine Dichtefunktion.

Konstante Dichtefunktion f(x)=0,5 mit Rechteckfläche = 1 - Schritt 3 · ErgebnisWahrscheinlichkeit berechnen
Die Wahrscheinlichkeit für einen exakten Wert ist immer null:
Für das Intervall berechnen wir das Integral:
Die Wahrscheinlichkeit beträgt 75%.
Beispiel 2
Gegeben ist die Funktion auf dem Intervall . a) Zeigen Sie, dass eine Dichtefunktion ist. b) Berechnen Sie .
- Schritt 1Nicht-Negativität prüfen
Im Intervall ist immer positiv oder null. Daher ist auch immer . Die Bedingung ist erfüllt.
- Schritt 2Normierung prüfen
Wir integrieren über das gesamte Intervall :
Die Stammfunktion von ist .
Das Integral ist 1. Beide Bedingungen sind erfüllt.

Lineare Dichtefunktion f(x)=x/8 auf dem Intervall 0 bis 4 - Schritt 3 · ErgebnisWahrscheinlichkeit berechnen
Wir integrieren über das Intervall :
Die Wahrscheinlichkeit beträgt 50%.
Beispiel 3
Ist die Funktion eine Dichtefunktion auf dem Intervall ? Berechnen Sie anschließend .
- Schritt 1Nicht-Negativität prüfen
Für im Intervall ist immer positiv oder null. Also ist auch . Die Bedingung ist erfüllt.
- Schritt 2Normierung prüfen
Wir integrieren über :
Die Stammfunktion von ist .
Das Integral ist 1. Ja, ist eine Dichtefunktion.
- Schritt 3 · ErgebnisWahrscheinlichkeit berechnen
bedeutet, wir suchen die Wahrscheinlichkeit im Intervall . Wir berechnen also das Integral von bis zur Obergrenze .
Die Wahrscheinlichkeit beträgt 87,5%.
Beispiel 4
Die Funktion soll als Dichtefunktion auf dem Intervall dienen. Prüfen Sie, ob dies möglich ist.
- Schritt 1Nicht-Negativität prüfen
Im Intervall (von 0° bis 180°) ist der Sinuswert immer positiv oder null. Daher ist auch . Die Bedingung ist erfüllt.
- Schritt 2 · ErgebnisNormierung prüfen
Wir integrieren über :
Die Stammfunktion von ist .
Wir wissen, dass und .

Sinusdichtefunktion f(x)=0,5 sin(x) auf dem Intervall 0 bis pi
Das Integral ist 1. Ja, die Funktion ist eine Dichtefunktion auf dem Intervall.
Beispiel 5
Kann die Funktion eine Dichtefunktion auf dem Intervall sein? Begründen Sie Ihre Antwort.
- Schritt 1 · ErgebnisNicht-Negativität prüfen
Wir prüfen, ob im Intervall immer ist.
Wählen wir einen Testwert, z.B. :
Da wir einen negativen Funktionswert gefunden haben, ist die Bedingung der Nicht-Negativität verletzt.
Nein, die Funktion kann keine Dichtefunktion auf diesem Intervall sein, da sie negative Werte annimmt. Wir müssen die zweite Bedingung gar nicht mehr prüfen.
Aufgabentyp 2: Parameter in einer Dichtefunktion bestimmen
Manchmal ist eine Funktion gegeben, die einen unbekannten Parameter (oft oder ) enthält, z.B. . Die Aufgabe ist es dann, diesen Parameter so zu bestimmen, dass die Funktion eine gültige Dichtefunktion wird.
Der Schlüssel dazu ist die Normierungsbedingung. Wir wissen, dass die Gesamtfläche unter der Kurve 1 sein muss. Wir nutzen diese Tatsache, um eine Gleichung aufzustellen und sie nach dem unbekannten Parameter aufzulösen.
Die Strategie ist immer dieselbe:
- Setze das Integral der Funktion über das gegebene Intervall gleich 1:
- Behandle den Parameter wie eine Konstante und ziehe ihn vor das Integral:
- Löse das Integral.
- Löse die resultierende einfache Gleichung nach auf.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Normierungsgleichung aufstellen: Setze mit dem gegebenen Intervall.
- Integral berechnen: Ziehe vor das Integral, bilde die Stammfunktion und werte aus.
- Gleichung nach k auflösen: Teile durch den berechneten Zahlenwert.
- Wahrscheinlichkeit berechnen (falls gefordert): Setze in die Dichtefunktion ein und integriere über das Teilintervall.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Die Funktion ist auf dem Intervall gegeben. a) Bestimmen Sie , sodass eine Dichtefunktion ist. b) Berechnen Sie .
- Schritt 1Normierungsgleichung aufstellen
Die Gesamtfläche unter der Kurve muss 1 sein:
- Schritt 2Integral berechnen
Wir ziehen vor das Integral:
Die Stammfunktion von ist .
- Schritt 3Gleichung nach k auflösen
Der Parameter ist . Die Dichtefunktion lautet .
- Schritt 4 · ErgebnisWahrscheinlichkeit berechnen
Wir verwenden die gefundene Funktion, um zu berechnen:
Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. 33,3%.
Beispiel 2
Bestimmen Sie die Konstante , sodass eine Dichtefunktion auf dem Intervall ist.
- Schritt 1Normierungsgleichung aufstellen
- Schritt 2Integral berechnen
Die Stammfunktion von ist .
- Schritt 3 · ErgebnisGleichung nach c auflösen
Die Konstante ist .
Beispiel 3
Für welchen Wert von ist eine Dichtefunktion auf dem Intervall ?
- Schritt 1Normierungsgleichung aufstellen
- Schritt 2Integral berechnen
Die Stammfunktion von ist .
Wir werten dies als Grenzwert aus:
Da und für unendlich groß wird, geht gegen 0. Außerdem ist .
- Schritt 3 · ErgebnisGleichung nach k auflösen
Der Parameter ist .
Beispiel 4
Gegeben ist auf dem Intervall . Finden Sie einen allgemeinen Ausdruck für in Abhängigkeit von und .
- Schritt 1Normierungsgleichung aufstellen
- Schritt 2Integral berechnen
Die Stammfunktion von 1 ist .
- Schritt 3 · ErgebnisGleichung nach k auflösen
Der Wert von ist der Kehrwert der Intervalllänge. Für das Beispiel auf war die Intervalllänge , also ist .
Beispiel 5
Die Funktion ist auf dem Intervall gegeben. Bestimmen Sie .
- Schritt 1Normierungsgleichung aufstellen
- Schritt 2Integral berechnen
Wir bilden die Stammfunktion von , was ist.
- Schritt 3 · ErgebnisGleichung nach k auflösen
Der Parameter ist .
Aufgabentyp 3: Dichte- und Verteilungsfunktion skizzieren
Neben der Dichtefunktion gibt es eine zweite wichtige Funktion: die Verteilungsfunktion (oft auch genannt).
- Die Dichtefunktion gibt an, wie „dicht" die Wahrscheinlichkeit an einem Punkt ist.
- Die Verteilungsfunktion gibt die kumulierte (angesammelte) Wahrscheinlichkeit an, dass die Zufallsvariable einen Wert annimmt, der kleiner oder gleich ist. Also .
Man erhält die Verteilungsfunktion, indem man die Dichtefunktion von der unteren Grenze des Intervalls bis zu einem Punkt integriert:
Geometrische Beziehung
Die beiden Funktionen sind über den Hauptsatz der Differential- und Integralrechnung direkt miteinander verbunden:
Das bedeutet:
- Die Dichtefunktion ist die Ableitung der Verteilungsfunktion .
- Geometrisch heißt das: Der Funktionswert von an einer Stelle ist genau die Steigung der Tangente an den Graphen von an derselben Stelle.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Verteilungsfunktion G(x) bestimmen: Berechne und definiere stückweise für , und .
- Wertetabellen erstellen: Trage wichtige Werte an den Intervallgrenzen und dazwischen für und ein.
- Graphen skizzieren: Zeichne beide Funktionen und achte auf unterschiedliche Kurvenformen.
- Geometrische Beziehung beschreiben: Die Steigung von an jeder Stelle ist gleich dem Wert .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Zufallsvariable hat die Dichtefunktion auf dem Intervall . a) Bestimmen Sie die zugehörige Verteilungsfunktion . b) Skizzieren Sie beide Graphen und beschreiben Sie die Beziehung.
- Schritt 1Verteilungsfunktion G(x) bestimmen
Wir integrieren von der unteren Grenze bis .
Die stückweise definierte Funktion lautet:
(Zur Kontrolle: . Das passt.)
- Schritt 2Wertetabellen erstellen
Für : Der Wert ist immer 0,5. Für :
- Schritt 3Graphen skizzieren

Dichte- und Verteilungsfunktion für konstante Dichtefunktion 0,5 - Schritt 4 · ErgebnisGeometrische Beziehung beschreiben
Die Dichtefunktion ist konstant. Das bedeutet, die Steigung der Verteilungsfunktion muss überall im Intervall konstant sein. Das sehen wir im Graphen: ist eine Gerade mit der Steigung .
Die konstante Steigung von entspricht dem konstanten Wert von .
Beispiel 2
Gegeben ist die Dichtefunktion auf dem Intervall . a) Bestimmen Sie die Verteilungsfunktion . b) Skizzieren Sie beide Graphen.
- Schritt 1Verteilungsfunktion G(x) bestimmen
Wir integrieren von bis .
Die stückweise Funktion lautet:
- Schritt 2Wertetabellen erstellen
Für : . Für : .
- Schritt 3Graphen skizzieren

Lineare Dichtefunktion und quadratische Verteilungsfunktion auf 0 bis 4 - Schritt 4 · ErgebnisGeometrische Beziehung beschreiben
Der Wert der Dichtefunktion steigt linear an. Entsprechend wird die Steigung der Verteilungsfunktion immer größer. Bei ist , also startet mit einer Steigung von 0 (waagerechte Tangente). Bei ist , also hat dort die Steigung 0,5.
Die zunehmende Steigung von spiegelt den linear wachsenden Wert von wider.
Beispiel 3
Eine Dichtefunktion ist auf . Bestimmen und skizzieren Sie die Verteilungsfunktion .
- Schritt 1Verteilungsfunktion G(x) bestimmen
Die stückweise Funktion lautet:
- Schritt 2 & 3Wertetabellen und Skizze
Für : . Für : .

Fallende Dichtefunktion und zugehörige Verteilungsfunktion auf 0 bis 1 - Schritt 4 · ErgebnisGeometrische Beziehung beschreiben
Die Dichtefunktion fällt linear. Entsprechend nimmt die Steigung von ab. Bei ist , also startet mit seiner größten Steigung von 2. Bei ist , also endet mit einer Steigung von 0 (waagerechte Tangente).
Die abnehmende Steigung von entspricht dem fallenden Verlauf von .
Beispiel 4
Skizzieren Sie die Dichte- und Verteilungsfunktion für auf dem Intervall .
- Schritt 1Verteilungsfunktion G(x) bestimmen
Die stückweise Funktion lautet:
- Schritt 2 & 3Wertetabellen und Skizze
Für : . Für : .

Quadratische Dichtefunktion und kubische Verteilungsfunktion auf 0 bis 1 - Schritt 4 · ErgebnisGeometrische Beziehung beschreiben
Die Dichtefunktion wächst quadratisch. Die Steigung der Verteilungsfunktion nimmt also ebenfalls zu. Sie startet bei mit Steigung und wird zum Ende bei mit Steigung sehr steil.
Die kubische Verteilungsfunktion hat überall genau den quadratischen Wert als Steigung.
Beispiel 5
Eine Zufallsvariable ist auf dem Intervall durch die Dichtefunktion verteilt. Bestimmen Sie die Verteilungsfunktion .
- Schritt 1 · ErgebnisVerteilungsfunktion G(x) bestimmen
Zuerst multiplizieren wir den Funktionsterm aus: .
Nun integrieren wir:
Die stückweise Funktion lautet:
Zur Kontrolle: . Passt.
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Dichtefunktion muss zwei Bedingungen erfüllen: (Nicht-Negativität) und (Normierung auf 1).
- Die Wahrscheinlichkeit für einen exakten Wert ist bei stetigen Variablen immer null: .
- Die Wahrscheinlichkeit für ein Intervall ist die Fläche unter der Kurve in diesem Bereich: .
- Die Verteilungsfunktion ist das Integral der Dichtefunktion: .
- Die Dichtefunktion ist die Ableitung der Verteilungsfunktion : . Der Wert von ist die Steigung von .
Häufige Fragen
Was ist eine Dichtefunktion?
Eine Dichtefunktion f(x) beschreibt die Wahrscheinlichkeitsverteilung einer stetigen Zufallsvariable auf einem Intervall [a, b]. Sie zeigt, wie „dicht" die Wahrscheinlichkeit an einem bestimmten Punkt ist. Typische Beispiele für stetige Zufallsvariablen sind Wartezeiten, Körpergrößen oder Temperaturen – also Größen, die jeden beliebigen Wert in einem Bereich annehmen können, nicht nur ganze Zahlen.
Wie prüfst du, ob eine Funktion eine Dichtefunktion ist?
Eine Funktion ist eine gültige Dichtefunktion, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind:
- Nicht-Negativität: f(x) ≥ 0 für alle x im Intervall – keine negativen Werte erlaubt.
- Normierung: Das Integral über das gesamte Intervall ergibt exakt 1: ∫f(x)dx = 1.
Ist eine der Bedingungen verletzt – zum Beispiel nimmt die Funktion negative Werte an –, scheidet sie als Dichtefunktion aus, ohne dass die zweite Bedingung geprüft werden muss.
Wie berechnest du Wahrscheinlichkeiten mit einer Dichtefunktion?
Wahrscheinlichkeiten bei stetigen Zufallsvariablen werden als Fläche unter der Kurve berechnet. Für ein Intervall (c, d) gilt: P(c < X < d) = ∫cd f(x) dx. Die Wahrscheinlichkeit für einen einzelnen exakten Wert ist dagegen immer null: P(X = c) = 0. Du bildest also die Stammfunktion der Dichtefunktion und wertest sie an den Grenzen aus.
Wie bestimmst du einen unbekannten Parameter k in einer Dichtefunktion?
Nutze die Normierungsbedingung: Setze das Integral der Funktion mit dem unbekannten Parameter k über das gegebene Intervall gleich 1. Ziehe k vor das Integral, berechne das verbleibende Integral und löse die entstehende Gleichung k · Zahl = 1 durch Division nach k auf. Mit dem gefundenen k kannst du anschließend Wahrscheinlichkeiten für beliebige Teilintervalle berechnen.
Was ist der Unterschied zwischen Dichtefunktion und Verteilungsfunktion?
Die Dichtefunktion f(x) gibt an, wie dicht die Wahrscheinlichkeit an einer Stelle x ist – ihr Wert entspricht der Steigung der Verteilungsfunktion. Die Verteilungsfunktion G(x) gibt die kumulierte Wahrscheinlichkeit P(X ≤ x) an und steigt von 0 auf 1. Es gilt: G(x) = ∫ax f(t) dt und G'(x) = f(x). Die Verteilungsfunktion ist also die Stammfunktion der Dichtefunktion.