Transformationen am Funktionsterm ablesen: einfach erklärt

Verschiebungen, Streckungen und Spiegelungen von Graphen direkt am Funktionsterm ablesen – mit Schritt-für-Schritt-Schema, vielen Beispielen und der allgemeinen Formel g(x) = a · f(x − c) + d.

📅 Aktualisiert 15. Juni 202623 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Stell dir vor, du könntest den Graphen einer komplizierten Funktion ansehen und sofort verstehen, wie er aufgebaut ist – fast so, als würdest du den Code hinter einer Website lesen. Genau das lernst du hier! Transformationen am Funktionsterm ablesen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten in der Kurvendiskussion: Statt mühsam Werte zu berechnen und Punkte zu zeichnen, erkennst du mit einem Blick, ob ein Graph verschoben, gestreckt oder gespiegelt wurde. Das spart dir in Klausuren extrem viel Zeit und hilft dir, die Logik hinter den Funktionen wirklich zu verstehen.

Schnellantwort

Transformationen am Funktionsterm ablesen bedeutet: Du vergleichst die Terme von f(x)f(x) und g(x)g(x) und liest direkt ab, ob der Graph verschoben, gestreckt, gestaucht oder gespiegelt wurde. Die allgemeine Formel lautet g(x)=af(xc)+dg(x) = a \cdot f(x - c) + d, wobei cc die horizontale Verschiebung, aa die Streckung/Stauchung/Spiegelung und dd die vertikale Verschiebung beschreibt.

Vorwissen

Bevor wir die Graphen transformieren, sollten wir uns an zwei Grundlagen erinnern:

  • Funktionsterm: Das ist die „Bauanleitung" oder Rechenvorschrift einer Funktion. Sie sagt uns, was wir mit einer Eingabe (x) machen sollen, um die Ausgabe (y) zu erhalten.

    • Beispiel: Beim Funktionsterm f(x)=x2+1f(x) = x^2 + 1 wird jede Zahl xx zuerst quadriert und dann wird 1 addiert.
  • Graph einer Funktion: Das ist die visuelle Darstellung aller Punkte (xy)(x|y), die zur Funktion gehören, in einem Koordinatensystem. Er zeigt uns das „Verhalten" einer Funktion auf einen Blick.

    • Beispiel: Der Graph der Funktion f(x)=xf(x) = x ist eine gerade Linie, die durch den Ursprung geht.
Koordinatensystem mit Graph einer linearen Funktion
Koordinatensystem mit Graph einer linearen Funktion

Aufgabentyp 1: Verschiebung in y-Richtung am Term ablesen

Die einfachste Veränderung ist die Verschiebung eines Graphen nach oben oder unten. Das passiert, wenn man eine Zahl am Ende des Funktionsterms addiert oder subtrahiert.

Die Regel lautet: g(x)=f(x)+dg(x) = f(x) + d

  • Wenn dd positiv ist, wird der Graph um dd Einheiten nach oben verschoben.
  • Wenn dd negativ ist, wird der Graph um dd Einheiten nach unten verschoben.

Stell dir vor, der Graph wird einfach am „y-Wert" gepackt und hoch- oder runtergezogen. Die Form des Graphen ändert sich dabei nicht.

Graph einer Funktion mit vertikaler Verschiebung
Graph einer Funktion mit vertikaler Verschiebung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Funktionsterme vergleichen: Sieh dir die Ausgangsfunktion f(x)f(x) und die neue Funktion g(x)g(x) an. Suche nach einer Zahl, die ganz am Ende zu f(x)f(x) addiert oder subtrahiert wird.
  2. Verschiebung identifizieren: Wird eine positive Zahl dd addiert? → Verschiebung um dd nach oben. Wird eine Zahl dd subtrahiert (oder eine negative addiert)? → Verschiebung um dd nach unten.
  3. Antwort formulieren: Beschreibe die Veränderung klar. Zum Beispiel: „Der Graph von f(x)f(x) wird um 3 Einheiten nach oben verschoben, um den Graphen von g(x)g(x) zu erhalten."

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x3f(x) = x^3 wird zum Graphen der Funktion g(x)=x34g(x) = x^3 - 4 verändert. Beschreibe die Veränderung.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktionsterme vergleichen

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x3f(x) = x^3. Die neue Funktion ist g(x)=x34g(x) = x^3 - 4.

  2. Schritt 2
    Verschiebung identifizieren

    Am Ende des Terms wird die Zahl 4 subtrahiert. Das entspricht einem d=4d = -4.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um 4 Einheiten nach unten verschoben.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=x3f(x) = x^3 verschiebt sich um 4 Einheiten nach unten.

Beispiel 2

Aufgabe

Wie entsteht der Graph von h(x)=x+1,5h(x) = \sqrt{x} + 1{,}5 aus dem Graphen von f(x)=xf(x) = \sqrt{x}?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktionsterme vergleichen

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=xf(x) = \sqrt{x}. Die neue Funktion ist h(x)=x+1,5h(x) = \sqrt{x} + 1{,}5.

  2. Schritt 2
    Verschiebung identifizieren

    Am Ende des Terms wird die Zahl 1,5 addiert. Das entspricht einem d=+1,5d = +1{,}5.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um 1,5 Einheiten nach oben verschoben.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=xf(x) = \sqrt{x} verschiebt sich um 1,5 Einheiten nach oben.

Beispiel 3

Aufgabe

Eine Parabel mit der Gleichung y=2x2xy = 2x^2 - x wird so verschoben, dass ihre neue Gleichung y=2x2x+5y = 2x^2 - x + 5 lautet. Gib die Verschiebung an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Funktionsterme vergleichen

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=2x2xf(x) = 2x^2 - x. Die neue Funktion ist g(x)=2x2x+5g(x) = 2x^2 - x + 5.

  2. Schritt 2
    Verschiebung identifizieren

    Am Ende des Terms wird die Zahl 5 addiert. Das entspricht einem d=+5d = +5.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph wird um 5 Einheiten nach oben verschoben.

Ergebnis:

Der Graph der Parabel verschiebt sich um 5 Einheiten nach oben.

Aufgabentyp 2: Verschiebung in x-Richtung am Term ablesen

Die Verschiebung nach links oder rechts ist etwas knifflig, weil sie „umgekehrt" zur Intuition funktioniert. Hier wird jedes xx im Funktionsterm durch einen Ausdruck (xc)(x - c) ersetzt.

Die Regel lautet: g(x)=f(xc)g(x) = f(x - c)

  • Wenn im Term (xc)(x - c) steht (also eine Zahl subtrahiert wird), verschiebt sich der Graph um cc Einheiten nach rechts (in positive x-Richtung).
  • Wenn im Term (x+c)(x + c) steht (also eine Zahl addiert wird), verschiebt sich der Graph um cc Einheiten nach links (in negative x-Richtung).

Wichtiger Merksatz: Bei der x-Verschiebung passiert immer das Gegenteil von dem, was das Rechenzeichen vermuten lässt!

Graph mit horizontaler Verschiebung nach rechts und links
Graph mit horizontaler Verschiebung nach rechts und links

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ersetzung von x identifizieren: Vergleiche die Funktionsterme f(x)f(x) und g(x)g(x). Finde heraus, wodurch jedes xx in f(x)f(x) ersetzt wurde. Der neue Ausdruck ist meistens eine Klammer wie (xc)(x - c) oder (x+c)(x + c).
  2. Richtung der Verschiebung bestimmen (Achtung: umgekehrt!): Steht da (xc)(x - c)? → Verschiebung um cc nach rechts. Steht da (x+c)(x + c)? → Verschiebung um cc nach links.
  3. Antwort formulieren: Beschreibe die Verschiebung präzise. Zum Beispiel: „Jedes xx wird durch (x5)(x-5) ersetzt, also wird der Graph um 5 Einheiten nach rechts verschoben."

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 wird zum Graphen von g(x)=(x5)2g(x) = (x - 5)^2 verändert. Beschreibe die Veränderung.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ersetzung von x identifizieren

    In der Ausgangsfunktion f(x)=x2f(x) = x^2 wird das xx durch den Ausdruck (x5)(x - 5) ersetzt, um g(x)g(x) zu erhalten.

  2. Schritt 2
    Richtung der Verschiebung bestimmen

    Der Ausdruck lautet (x5)(x - 5). Das Minuszeichen bedeutet eine Verschiebung nach rechts.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um 5 Einheiten nach rechts verschoben.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=x2f(x) = x^2 verschiebt sich um 5 Einheiten nach rechts.

Beispiel 2

Aufgabe

Wie entsteht der Graph von h(x)=1x+3h(x) = \frac{1}{x + 3} aus dem Graphen von f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x}?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ersetzung von x identifizieren

    In der Ausgangsfunktion f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} wird das xx durch den Ausdruck (x+3)(x + 3) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Richtung der Verschiebung bestimmen

    Der Ausdruck lautet (x+3)(x + 3). Das Pluszeichen bedeutet eine Verschiebung nach links.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um 3 Einheiten nach links verschoben.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} verschiebt sich um 3 Einheiten nach links.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben sind f(x)=3x32xf(x) = 3x^3 - 2x und g(x)=3(x+1)32(x+1)g(x) = 3(x + 1)^3 - 2(x + 1). Beschreibe die Transformation.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ersetzung von x identifizieren

    Jedes Vorkommen von xx in f(x)f(x) wird in g(x)g(x) durch den Ausdruck (x+1)(x + 1) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Richtung der Verschiebung bestimmen

    Der Ausdruck ist (x+1)(x + 1). Das Pluszeichen bedeutet eine Verschiebung nach links.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um 1 Einheit nach links verschoben.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=3x32xf(x) = 3x^3 - 2x verschiebt sich um 1 Einheit nach links.

Aufgabentyp 3: Streckung/Stauchung in y-Richtung am Term ablesen

Ein Graph kann auch in y-Richtung „auseinandergezogen" (gestreckt) oder „zusammengedrückt" (gestaucht) werden. Das passiert, wenn der gesamte Funktionsterm mit einem Faktor aa multipliziert wird.

Die Regel lautet: g(x)=af(x)g(x) = a \cdot f(x)

  • Wenn a>1|a| > 1 (z.B. 3 oder -2), wird der Graph in y-Richtung gestreckt. Er wird steiler.
  • Wenn 0<a<10 < |a| < 1 (z.B. 0,5 oder -1/3), wird der Graph in y-Richtung gestaucht. Er wird flacher.
  • Wenn aa negativ ist, wird der Graph zusätzlich an der x-Achse gespiegelt.

Stell dir vor, jeder y-Wert des Graphen wird mit diesem Faktor multipliziert. Punkte auf der x-Achse (wo y = 0 ist) bleiben an ihrem Platz.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Multiplikationsfaktor finden: Vergleiche f(x)f(x) und g(x)g(x). Suche nach einer Zahl aa, mit der der gesamte Term von f(x)f(x) multipliziert wird, um g(x)g(x) zu erhalten.
  2. Faktor analysieren: Ist der Betrag von aa größer als 1? → Streckung. Ist der Betrag von aa zwischen 0 und 1? → Stauchung. Ist aa negativ? → Zusätzliche Spiegelung an der x-Achse.
  3. Antwort formulieren: Beschreibe die Transformation genau. Zum Beispiel: „Der Graph wird mit dem Faktor 0,5 in y-Richtung gestaucht" oder „Der Graph wird mit dem Faktor 2 in y-Richtung gestreckt und an der x-Achse gespiegelt."

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x21f(x) = x^2 - 1 wird zu g(x)=3(x21)g(x) = 3 \cdot (x^2 - 1) verändert. Beschreibe die Transformation.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Multiplikationsfaktor finden

    Der gesamte Term von f(x)f(x) wird mit dem Faktor 33 multipliziert, um g(x)g(x) zu erhalten.

  2. Schritt 2
    Faktor analysieren

    Der Faktor ist a=3a = 3. Da 3>1|3| > 1, handelt es sich um eine Streckung. Das Vorzeichen ist positiv, also keine Spiegelung.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um den Faktor 3 in y-Richtung gestreckt.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=x21f(x) = x^2 - 1 wird mit dem Faktor 3 in y-Richtung gestreckt.

Beispiel 2

Aufgabe

Wie entsteht der Graph von h(x)=0,25sin(x)h(x) = 0{,}25 \cdot \sin(x) aus dem Graphen von f(x)=sin(x)f(x) = \sin(x)?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Multiplikationsfaktor finden

    Der Term von f(x)f(x) wird mit dem Faktor 0,250{,}25 multipliziert.

  2. Schritt 2
    Faktor analysieren

    Der Faktor ist a=0,25a = 0{,}25. Da 0<0,25<10 < |0{,}25| < 1, handelt es sich um eine Stauchung. Das Vorzeichen ist positiv.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von f(x)f(x) wird um den Faktor 0,25 in y-Richtung gestaucht.

Ergebnis:

Der Graph von f(x)=sin(x)f(x) = \sin(x) wird mit dem Faktor 0,25 in y-Richtung gestaucht.

Beispiel 3

Aufgabe

Der Graph von p(x)=1x2p(x) = \frac{1}{x-2} wird zu q(x)=51x2q(x) = -5 \cdot \frac{1}{x-2} transformiert. Gib die Transformation an.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Multiplikationsfaktor finden

    Der Term von p(x)p(x) wird mit dem Faktor 5-5 multipliziert.

  2. Schritt 2
    Faktor analysieren

    Der Faktor ist a=5a = -5. Da 5>1|-5| > 1, ist es eine Streckung. Da der Faktor negativ ist, gibt es auch eine Spiegelung.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von p(x)p(x) wird um den Faktor 5 in y-Richtung gestreckt und zusätzlich an der x-Achse gespiegelt.

Ergebnis:

Der Graph von p(x)p(x) wird mit dem Faktor 5 in y-Richtung gestreckt und an der x-Achse gespiegelt.

Aufgabentyp 4: Kombination von Transformationen ablesen

In den meisten Fällen treten mehrere Transformationen gleichzeitig auf. Um den Überblick zu behalten, analysiert man sie in einer festen Reihenfolge. Die allgemeine Form lautet:

g(x)=af(xc)+dg(x) = a \cdot f(x - c) + d

Eine sinnvolle Reihenfolge für die Beschreibung ist:

  1. Verschiebung in x-Richtung (links/rechts) basierend auf cc.
  2. Streckung/Stauchung/Spiegelung in y-Richtung basierend auf aa.
  3. Verschiebung in y-Richtung (oben/unten) basierend auf dd.

Indem du diese drei Schritte nacheinander abarbeitest, kannst du jede komplexe Transformation systematisch beschreiben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Horizontale Verschiebung (x-Richtung) analysieren: Vergleiche die Terme. Wurde xx durch (xc)(x - c) ersetzt? Beschreibe die Verschiebung nach links oder rechts.
  2. Vertikale Streckung/Stauchung (y-Richtung) analysieren: Suche den Faktor aa, der mit dem (verschobenen) Funktionsterm multipliziert wird. Beschreibe die Streckung, Stauchung und/oder Spiegelung.
  3. Vertikale Verschiebung (y-Richtung) analysieren: Suche die Konstante dd, die am Ende addiert oder subtrahiert wird. Beschreibe die Verschiebung nach oben oder unten.
  4. Gesamtbeschreibung formulieren: Fasse alle Transformationen in der richtigen Reihenfolge (Schritt 1, 2, 3) in einem Antwortsatz zusammen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Beschreibe, wie der Graph von g(x)=2(x3)2+4g(x) = 2(x - 3)^2 + 4 aus dem Graphen der Normalparabel f(x)=x2f(x) = x^2 hervorgeht.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Horizontale Verschiebung

    Das xx wird durch (x3)(x - 3) ersetzt. Das bedeutet eine Verschiebung um 3 Einheiten nach rechts.

  2. Schritt 2
    Vertikale Streckung

    Der Term (x3)2(x-3)^2 wird mit dem Faktor 22 multipliziert. Das bedeutet eine Streckung in y-Richtung um den Faktor 2.

  3. Schritt 3
    Vertikale Verschiebung

    Am Ende wird +4+4 addiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 4 Einheiten nach oben.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Gesamtbeschreibung

    Der Graph von f(x)=x2f(x)=x^2 wird um 3 Einheiten nach rechts verschoben, dann mit dem Faktor 2 in y-Richtung gestreckt und schließlich um 4 Einheiten nach oben verschoben.

Ergebnis:

Die Normalparabel wird um 3 nach rechts verschoben, mit Faktor 2 gestreckt und um 4 nach oben verschoben.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=xf(x) = \sqrt{x}. Der Graph wird zu g(x)=0,5x+12g(x) = -0{,}5\sqrt{x + 1} - 2 transformiert. Beschreibe die Schritte.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Horizontale Verschiebung

    Das xx wird durch (x+1)(x + 1) ersetzt. Das bedeutet eine Verschiebung um 1 Einheit nach links.

  2. Schritt 2
    Vertikale Stauchung und Spiegelung

    Die Wurzel wird mit dem Faktor 0,5-0{,}5 multipliziert. Das bedeutet eine Stauchung in y-Richtung um den Faktor 0,5 und eine Spiegelung an der x-Achse.

  3. Schritt 3
    Vertikale Verschiebung

    Am Ende wird 2-2 subtrahiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 2 Einheiten nach unten.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Gesamtbeschreibung

    Der Graph von f(x)=xf(x)=\sqrt{x} wird um 1 Einheit nach links verschoben, dann mit dem Faktor 0,5 in y-Richtung gestaucht, an der x-Achse gespiegelt und schließlich um 2 Einheiten nach unten verschoben.

Ergebnis:

Der Graph wird um 1 nach links verschoben, mit 0,5 gestaucht, an der x-Achse gespiegelt und um 2 nach unten verschoben.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben sind g(x)=4x32xg(x)=4x^3-2x und h(x)=12(4(x1)32(x1)+5)h(x)=\frac{1}{2} (4(x-1)^3-2(x-1)+5). Beschreibe, wie GhG_h aus GgG_g entsteht.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Horizontale Verschiebung

    Das xx in g(x)g(x) wird durch (x1)(x - 1) ersetzt. Das bedeutet eine Verschiebung um 1 Einheit nach rechts.

  2. Schritt 2
    Vertikale Stauchung

    Der verschobene Term g(x1)g(x-1) wird mit dem Faktor 12\frac{1}{2} multipliziert. Das bedeutet eine Stauchung in y-Richtung um den Faktor 0,5.

  3. Schritt 3
    Vertikale Verschiebung

    Am Ende wird 2,52{,}5 addiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 2,5 Einheiten nach oben.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Gesamtbeschreibung

    Der Graph von g(x)g(x) wird um 1 Einheit nach rechts verschoben, dann mit dem Faktor 0,5 in y-Richtung gestaucht und schließlich um 2,5 Einheiten nach oben verschoben.

Ergebnis:

Der Graph von g(x)g(x) verschiebt sich um 1 nach rechts, wird mit 0,5 gestaucht und um 2,5 nach oben verschoben.

Wichtige Erkenntnisse

Um zu beschreiben, wie ein Graph g(x)g(x) aus f(x)f(x) entsteht, schaust du dir die Veränderungen am Term an: g(x)=af(xc)+dg(x) = a \cdot f(x - c) + d

  • Verschiebung links/rechts (x-Richtung): f(xc)f(x - c) bedeutet Verschiebung um cc nach rechts; f(x+c)f(x + c) bedeutet Verschiebung um cc nach links.
  • Streckung/Stauchung (y-Richtung): af(x)a \cdot f(x): Wenn a>1|a| > 1, Streckung. Wenn 0<a<10 < |a| < 1, Stauchung. Wenn aa negativ ist, zusätzlich Spiegelung an der x-Achse.
  • Verschiebung oben/unten (y-Richtung): f(x)+df(x) + d bedeutet Verschiebung um dd nach oben; f(x)df(x) - d bedeutet Verschiebung um dd nach unten.

Häufige Fragen

Was sind Transformationen am Funktionsterm?

Transformationen am Funktionsterm ablesen bedeutet, dass du direkt am Term von g(x) erkennst, wie sich dessen Graph gegenüber dem Ursprungsgraphen f(x) verändert hat. Die allgemeine Form lautet g(x) = a · f(x − c) + d. Dabei beschreibt c die horizontale Verschiebung, a die Streckung, Stauchung oder Spiegelung und d die vertikale Verschiebung. So sparst du dir das mühsame Berechnen einzelner Punkte.

Wie erkennst du eine Verschiebung in x-Richtung am Term?

Schaue, ob jedes x in f(x) durch einen Ausdruck (x − c) oder (x + c) ersetzt wurde. Steht (x − c), wird der Graph um c Einheiten nach rechts verschoben. Steht (x + c), verschiebt er sich um c Einheiten nach links. Achtung: Die Richtung ist immer entgegengesetzt zum Rechenzeichen – das ist der häufigste Fehler bei der x-Verschiebung.

Was bedeutet der Faktor a in der Transformationsformel?

Der Faktor a in g(x) = a · f(x) bestimmt die Streckung oder Stauchung in y-Richtung. Ist |a| > 1, wird der Graph gestreckt (steiler). Ist 0 < |a| < 1, wird er gestaucht (flacher). Ist a negativ, kommt eine zusätzliche Spiegelung an der x-Achse hinzu. Punkte auf der x-Achse bleiben dabei unverändert.

Wie liest du eine Kombination von Transformationen ab?

Analysiere die allgemeine Form g(x) = a · f(x − c) + d in drei Schritten: Zuerst die horizontale Verschiebung durch c bestimmen, dann die Streckung/Stauchung/Spiegelung durch den Faktor a ablesen und zuletzt die vertikale Verschiebung durch d notieren. Fasse alle drei Transformationen anschließend in einem Satz zusammen.

Warum wirkt die x-Verschiebung umgekehrt zum Rechenzeichen?

Bei der x-Verschiebung gilt die Formel g(x) = f(x − c). Das Minus vor c erscheint irreführend, ergibt aber geometrisch Sinn: Ein Punkt mit dem x-Wert x₀ + c liefert denselben Funktionswert wie zuvor bei x₀ – der Graph wandert also nach rechts, obwohl ein Minus im Term steht. Merke: Bei der x-Verschiebung passiert immer das Gegenteil vom erwarteten Rechenzeichen.

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