Funktionsanpassungen am Funktionsterm einfach erklärt
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Stell dir vor, du programmierst ein Videospiel. Dein Charakter springt, aber er landet immer knapp vor der rettenden Plattform. Anstatt den gesamten Code für den Sprung komplett neu zu schreiben, kannst du die mathematische Formel des Sprungs einfach ein wenig anpassen: Du lässt den Sprung ein bisschen weiter rechts starten, setzt ihn etwas höher an und streckst ihn vielleicht ein wenig.

Genau das machen wir in der Mathematik mit Funktionen! Wir können einen bestehenden Funktionsgraphen nehmen und ihn durch kleine Änderungen an seiner Formel beliebig verschieben und verformen. Lass uns herausfinden, wie wir diese Funktionsanpassungen direkt am Funktionsterm ablesen können, ohne den Graphen zeichnen zu müssen.
Vorwissen
- Funktionsschreibweise: Wir benennen Funktionen oft mit Buchstaben wie oder . Beispiel:
- Terme in Funktionen einsetzen: Wenn wir das in der Klammer durch einen anderen Ausdruck ersetzen, müssen wir das überall im Funktionsterm tun. Beispiel: Wenn ist, dann ist .
Aufgabentyp 1: Ablesen der Verschiebung und Streckung am Term
Wenn wir eine Ausgangsfunktion haben, können wir ihren Graphen verändern, indem wir Zahlen addieren oder multiplizieren. Jede dieser Zahlen hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Die allgemeine Formel für eine angepasste Funktion sieht so aus:
Lass uns die drei Bausteine einzeln betrachten:
1. Die horizontale Verschiebung (links/rechts) Diese Veränderung passiert direkt beim , meistens innerhalb einer Klammer: .
- Steht dort , wird der Graph um Einheiten nach rechts verschoben.
- Steht dort , wird der Graph um Einheiten nach links verschoben.
Achtung: Das Vorzeichen ist hier genau umgekehrt, als man intuitiv denkt! Ein Minus bedeutet rechts, ein Plus bedeutet links.
2. Die vertikale Verschiebung (oben/unten) Diese Veränderung passiert außerhalb der eigentlichen Funktion: .
- Steht dort , rückt der Graph um Einheiten nach oben.
- Steht dort , rückt der Graph um Einheit nach unten.
3. Die Streckung und Stauchung Diese Veränderung passiert durch Multiplikation mit der gesamten Funktion: .
- Ist die Zahl größer als (z.B. ), wird der Graph in -Richtung gestreckt (er wirkt steiler und schmaler).
- Liegt die Zahl zwischen und (z.B. oder ), wird der Graph in -Richtung gestaucht (er wirkt flacher und breiter).

Oft sehen wir alle drei Anpassungen gleichzeitig, manchmal sogar mit zusätzlichen Klammern: . Um hier nicht den Überblick zu verlieren, gibt es einen einfachen Trick: Wir schreiben den langen, komplizierten Term wieder mit dem Namen der Ausgangsfunktion um.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Ausgangsfunktion bestimmen: Schreibe dir die Ausgangsfunktion klar auf. Das ist dein Startpunkt.
- Horizontale Verschiebung analysieren: Vergleiche die Zielfunktion mit der Ausgangsfunktion. Untersuche, wie sich das im Term verändert hat.
- Zielfunktion umschreiben: Ersetze den komplizierten Teil der Zielfunktion durch den Namen der Ausgangsfunktion und lies die vertikale Verschiebung ab.
- Streckung oder Stauchung ablesen: Prüfe an deiner umgeschriebenen Zielfunktion, ob der gesamte Term mit einem Faktor multipliziert wird.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Gegeben sind die Funktionsterme und . Gib konkret an, wie der Graph von angepasst werden muss, damit er mit dem Graphen von übereinstimmt.
- Schritt 1Bestimmen der Ausgangsfunktion
Die Ausgangsfunktion ist .
- Schritt 2Analyse der horizontalen Verschiebung
Wir untersuchen die Veränderung der -Variable in der Zielfunktion : Wir sehen, dass jedes durch ersetzt wurde. Es gilt also . Die Ausgangsfunktion wurde um Einheit nach links (wegen ) verschoben.
- Schritt 3Zielfunktion umschreiben & vertikale Verschiebung ablesen
Wir vereinfachen nun die Zielfunktion, indem wir den Teil, der wie aussieht, durch ersetzen: Wir sehen in der Klammer das . Es gilt also . Die Funktion wurde zudem um Einheiten nach unten verschoben.
- Schritt 4 · ErgebnisAnalyse der vertikalen Streckung/Stauchung
Wir sehen an unserer umgeschriebenen Funktion , dass der gesamte verschobene Term mit multipliziert wurde. Der Graph wurde zusätzlich um den Faktor in -Richtung gestreckt.
Verschieben des Graphen von um Einheit nach links sowie Einheiten nach unten und anschließendes Strecken um den Faktor in -Richtung liefert den Graphen von .
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Quizfrage 1 zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm
Wie lautet der Funktionsterm für , wenn die Ausgangsfunktion ist?
Quizfrage 2 zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm
Nur mit AccountWelche Auswirkung hat die Anpassung auf den Graphen der Funktion?
Übungsaufgabe zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm
Nur mit AccountBeispiel 2
Gegeben sind die Funktionsterme und . Gib konkret an, wie der Graph von angepasst werden muss, damit er mit dem Graphen von übereinstimmt.
- Schritt 1Bestimmen der Ausgangsfunktion
Die Ausgangsfunktion ist .
- Schritt 2Analyse der horizontalen Verschiebung
Wir untersuchen die Veränderung der -Variable: Wir sehen, dass in der Zielfunktion gilt. Die Ausgangsfunktion wurde um Einheit nach rechts (wegen ) verschoben.
- Schritt 3Zielfunktion umschreiben & vertikale Verschiebung ablesen
Damit wir sehen können, ob zum Funktionsterm eine Konstante addiert oder subtrahiert wurde, vereinfachen wir nun die Zielfunktion: Wir sehen in der großen Klammer, dass gilt. Die Funktion wurde zudem um Einheiten nach oben verschoben.
- Schritt 4 · ErgebnisAnalyse der vertikalen Streckung/Stauchung
Wir sehen in , dass der verschobene Term mit multipliziert wurde. Der verschobene Funktionsterm wurde zusätzlich um den Faktor in -Richtung gestaucht.
Verschieben des Graphen von um Einheit nach rechts sowie Einheiten nach oben und anschließendes Stauchen um den Faktor in -Richtung liefert den Graphen von .
Wichtige Erkenntnisse
- : Verschiebung nach rechts (Achtung: Minus bedeutet rechts!).
- : Verschiebung nach links.
- : Verschiebung nach oben.
- : Verschiebung nach unten.
- : Streckung (wenn ) oder Stauchung (wenn zwischen und liegt).
- Tipp: Schreibe komplizierte Zielfunktionen immer erst mit dem Namen der Ausgangsfunktion (z.B. oder ) um. Das macht die Struktur sofort sichtbar!
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Häufige Fragen
Was sind Funktionsanpassungen am Funktionsterm?
Funktionsanpassungen sind Veränderungen an der Formel einer Funktion, die den zugehörigen Graphen im Koordinatensystem verschieben, strecken oder stauchen. Anstatt den Graphen neu zu zeichnen, kannst du durch Addition oder Multiplikation von Zahlen direkt am Term ablesen, wie sich die Funktion verändert hat.
Wie erkenne ich eine Verschiebung nach links oder rechts?
Die horizontale Verschiebung erkennst du direkt beim x, meist innerhalb einer Klammer. Steht dort f(x - c), wird der Graph nach rechts verschoben. Steht dort f(x + c), verschiebt er sich nach links. Das Vorzeichen ist hier also genau umgekehrt zur intuitiven Denkweise.
Was ist der Unterschied zwischen Streckung und Stauchung?
Eine Streckung oder Stauchung passiert, wenn die gesamte Funktion mit einem Faktor a multipliziert wird. Ist a > 1, wird der Graph in y-Richtung gestreckt und wirkt steiler. Liegt a zwischen 0 und 1, wird der Graph gestaucht und wirkt flacher.
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