Funktionsanpassungen am Funktionsterm einfach erklärt

Wie liest man die Verschiebung und Streckung einer Funktion am Term ab? Hier lernst du einfach und verständlich, wie du Funktionsanpassungen erkennst.

📅 Aktualisiert 18. Oktober 2026⏱ 4 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Funktionsanpassungen am Funktionsterm einfach erklärt

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Student thinking

Stell dir vor, du programmierst ein Videospiel. Dein Charakter springt, aber er landet immer knapp vor der rettenden Plattform. Anstatt den gesamten Code für den Sprung komplett neu zu schreiben, kannst du die mathematische Formel des Sprungs einfach ein wenig anpassen: Du lässt den Sprung ein bisschen weiter rechts starten, setzt ihn etwas höher an und streckst ihn vielleicht ein wenig.

Videospiel Charakter Sprung Parabel
Videospiel Charakter Sprung Parabel

Genau das machen wir in der Mathematik mit Funktionen! Wir können einen bestehenden Funktionsgraphen nehmen und ihn durch kleine Änderungen an seiner Formel beliebig verschieben und verformen. Lass uns herausfinden, wie wir diese Funktionsanpassungen direkt am Funktionsterm ablesen können, ohne den Graphen zeichnen zu müssen.

Vorwissen

  • Funktionsschreibweise: Wir benennen Funktionen oft mit Buchstaben wie f(x)f(x) oder g(x)g(x). Beispiel: f(x)=x2+3f(x) = x^2 + 3
  • Terme in Funktionen einsetzen: Wenn wir das xx in der Klammer durch einen anderen Ausdruck ersetzen, müssen wir das überall im Funktionsterm tun. Beispiel: Wenn f(x)=x2+3f(x) = x^2 + 3 ist, dann ist f(x−1)=(x−1)2+3f(x-1) = (x-1)^2 + 3.

Aufgabentyp 1: Ablesen der Verschiebung und Streckung am Term

Wenn wir eine Ausgangsfunktion f(x)f(x) haben, können wir ihren Graphen verändern, indem wir Zahlen addieren oder multiplizieren. Jede dieser Zahlen hat eine ganz bestimmte Aufgabe. Die allgemeine Formel für eine angepasste Funktion h(x)h(x) sieht so aus:

h(x)=a⋅f(x−c)+dh(x) = \textcolor{#9570FF}{a} \cdot f(x - \textcolor{#08BFFF}{c}) + \textcolor{#53E5D6}{d}

Lass uns die drei Bausteine einzeln betrachten:

1. Die horizontale Verschiebung (links/rechts) Diese Veränderung passiert direkt beim xx, meistens innerhalb einer Klammer: f(x−c)f(x - \textcolor{#08BFFF}{c}).

  • Steht dort f(x−3)f(x - \textcolor{#08BFFF}{3}), wird der Graph um 33 Einheiten nach rechts verschoben.
  • Steht dort f(x+2)f(x + \textcolor{#08BFFF}{2}), wird der Graph um 22 Einheiten nach links verschoben.

Achtung: Das Vorzeichen ist hier genau umgekehrt, als man intuitiv denkt! Ein Minus bedeutet rechts, ein Plus bedeutet links.

2. Die vertikale Verschiebung (oben/unten) Diese Veränderung passiert außerhalb der eigentlichen Funktion: f(x)+df(x) + \textcolor{#53E5D6}{d}.

  • Steht dort f(x)+4f(x) + \textcolor{#53E5D6}{4}, rückt der Graph um 44 Einheiten nach oben.
  • Steht dort f(x)−1f(x) - \textcolor{#53E5D6}{1}, rückt der Graph um 11 Einheit nach unten.

3. Die Streckung und Stauchung Diese Veränderung passiert durch Multiplikation mit der gesamten Funktion: a⋅f(x)\textcolor{#9570FF}{a} \cdot f(x).

  • Ist die Zahl größer als 11 (z.B. 33), wird der Graph in yy-Richtung gestreckt (er wirkt steiler und schmaler).
  • Liegt die Zahl zwischen 00 und 11 (z.B. 0,50{,}5 oder 12\frac{1}{2}), wird der Graph in yy-Richtung gestaucht (er wirkt flacher und breiter).
Graphen Streckung und Stauchung
Graphen Streckung und Stauchung

Oft sehen wir alle drei Anpassungen gleichzeitig, manchmal sogar mit zusätzlichen Klammern: h(x)=a⋅(f(x−c)+d)h(x) = \textcolor{#9570FF}{a} \cdot (f(x - \textcolor{#08BFFF}{c}) + \textcolor{#53E5D6}{d}). Um hier nicht den Überblick zu verlieren, gibt es einen einfachen Trick: Wir schreiben den langen, komplizierten Term wieder mit dem Namen der Ausgangsfunktion um.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ausgangsfunktion bestimmen: Schreibe dir die Ausgangsfunktion klar auf. Das ist dein Startpunkt.
  2. Horizontale Verschiebung analysieren: Vergleiche die Zielfunktion mit der Ausgangsfunktion. Untersuche, wie sich das xx im Term verändert hat.
  3. Zielfunktion umschreiben: Ersetze den komplizierten Teil der Zielfunktion durch den Namen der Ausgangsfunktion und lies die vertikale Verschiebung ab.
  4. Streckung oder Stauchung ablesen: Prüfe an deiner umgeschriebenen Zielfunktion, ob der gesamte Term mit einem Faktor multipliziert wird.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben sind die Funktionsterme f(x)=2x2−xf(x) = 2x^2 - x und g(x)=3⋅(2(x+1)2−(x+1)−4)g(x) = 3 \cdot (2(x+1)^2 - (x+1) - 4). Gib konkret an, wie der Graph von ff angepasst werden muss, damit er mit dem Graphen von gg übereinstimmt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bestimmen der Ausgangsfunktion

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=2x2−xf(x) = 2x^2 - x.

  2. Schritt 2
    Analyse der horizontalen Verschiebung

    Wir untersuchen die Veränderung der xx-Variable in der Zielfunktion g(x)g(x): Wir sehen, dass jedes xx durch (x+1)(x+1) ersetzt wurde. Es gilt also x→x+1x \to x+1. ⇒\Rightarrow Die Ausgangsfunktion wurde um 11 Einheit nach links (wegen +1+1) verschoben.

  3. Schritt 3
    Zielfunktion umschreiben & vertikale Verschiebung ablesen

    Wir vereinfachen nun die Zielfunktion, indem wir den Teil, der wie f(x)f(x) aussieht, durch f(x+1)f(x+1) ersetzen: g(x)=3⋅(f(x+1)−4)g(x) = 3 \cdot (f(x+1) - 4) Wir sehen in der Klammer das −4-4. Es gilt also f(x+1)→f(x+1)−4f(x+1) \to f(x+1) - 4. ⇒\Rightarrow Die Funktion wurde zudem um 44 Einheiten nach unten verschoben.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Analyse der vertikalen Streckung/Stauchung

    Wir sehen an unserer umgeschriebenen Funktion g(x)=3⋅(f(x+1)−4)g(x) = 3 \cdot (f(x+1) - 4), dass der gesamte verschobene Term mit 33 multipliziert wurde. ⇒\Rightarrow Der Graph wurde zusätzlich um den Faktor 33 in yy-Richtung gestreckt.

Ergebnis:

Verschieben des Graphen von ff um 11 Einheit nach links sowie 44 Einheiten nach unten und anschließendes Strecken um den Faktor 33 in yy-Richtung liefert den Graphen von gg.

Quiz zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm: Teste dein Wissen

Löse eine kostenlose Quizfrage zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.

Quizfrage 1 zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm

Wie lautet der Funktionsterm für f(x−1)f(x-1), wenn die Ausgangsfunktion f(x)=x2+3f(x) = x^2 + 3 ist?

Quizfrage 2 zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm

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Welche Auswirkung hat die Anpassung f(x−3)f(x - 3) auf den Graphen der Funktion?

Quizfrage 2 zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm ist nur mit einem kostenlosen Account verfügbar.

Übungsaufgabe zu Funktionsanpassungen am Funktionsterm

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Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben sind die Funktionsterme g(x)=4x3−2xg(x) = 4x^3 - 2x und h(x)=12⋅(4(x−1)3−2(x−1)+5)h(x) = \frac{1}{2} \cdot \left(4(x-1)^3 - 2(x-1) + 5\right). Gib konkret an, wie der Graph von gg angepasst werden muss, damit er mit dem Graphen von hh übereinstimmt.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Bestimmen der Ausgangsfunktion

    Die Ausgangsfunktion ist g(x)=4x3−2xg(x) = 4x^3 - 2x.

  2. Schritt 2
    Analyse der horizontalen Verschiebung

    Wir untersuchen die Veränderung der xx-Variable: Wir sehen, dass in der Zielfunktion x→x−1x \to x-1 gilt. ⇒\Rightarrow Die Ausgangsfunktion g(x)g(x) wurde um 11 Einheit nach rechts (wegen −1-1) verschoben.

  3. Schritt 3
    Zielfunktion umschreiben & vertikale Verschiebung ablesen

    Damit wir sehen können, ob zum Funktionsterm eine Konstante addiert oder subtrahiert wurde, vereinfachen wir nun die Zielfunktion: h(x)=12⋅(g(x−1)+5)h(x) = \frac{1}{2} \cdot \left(g(x-1) + 5\right) Wir sehen in der großen Klammer, dass g(x−1)→g(x−1)+5g(x-1) \to g(x-1) + 5 gilt. ⇒\Rightarrow Die Funktion wurde zudem um 55 Einheiten nach oben verschoben.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Analyse der vertikalen Streckung/Stauchung

    Wir sehen in h(x)=12⋅(g(x−1)+5)h(x) = \frac{1}{2} \cdot \left(g(x-1) + 5\right), dass der verschobene Term mit 12\frac{1}{2} multipliziert wurde. ⇒\Rightarrow Der verschobene Funktionsterm wurde zusätzlich um den Faktor 12\frac{1}{2} in yy-Richtung gestaucht.

Ergebnis:

Verschieben des Graphen von gg um 11 Einheit nach rechts sowie 55 Einheiten nach oben und anschließendes Stauchen um den Faktor 12\frac{1}{2} in yy-Richtung liefert den Graphen von hh.

Wichtige Erkenntnisse

  • f(x−c)f(x - c): Verschiebung nach rechts (Achtung: Minus bedeutet rechts!).
  • f(x+c)f(x + c): Verschiebung nach links.
  • f(x)+df(x) + d: Verschiebung nach oben.
  • f(x)−df(x) - d: Verschiebung nach unten.
  • a⋅f(x)a \cdot f(x): Streckung (wenn a>1a > 1) oder Stauchung (wenn aa zwischen 00 und 11 liegt).
  • Tipp: Schreibe komplizierte Zielfunktionen immer erst mit dem Namen der Ausgangsfunktion (z.B. ff oder gg) um. Das macht die Struktur sofort sichtbar!

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Häufige Fragen

Was sind Funktionsanpassungen am Funktionsterm?

Funktionsanpassungen sind Veränderungen an der Formel einer Funktion, die den zugehörigen Graphen im Koordinatensystem verschieben, strecken oder stauchen. Anstatt den Graphen neu zu zeichnen, kannst du durch Addition oder Multiplikation von Zahlen direkt am Term ablesen, wie sich die Funktion verändert hat.

Wie erkenne ich eine Verschiebung nach links oder rechts?

Die horizontale Verschiebung erkennst du direkt beim x, meist innerhalb einer Klammer. Steht dort f(x - c), wird der Graph nach rechts verschoben. Steht dort f(x + c), verschiebt er sich nach links. Das Vorzeichen ist hier also genau umgekehrt zur intuitiven Denkweise.

Was ist der Unterschied zwischen Streckung und Stauchung?

Eine Streckung oder Stauchung passiert, wenn die gesamte Funktion mit einem Faktor a multipliziert wird. Ist a > 1, wird der Graph in y-Richtung gestreckt und wirkt steiler. Liegt a zwischen 0 und 1, wird der Graph gestaucht und wirkt flacher.

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