Funktionsgraphen transformieren einfach erklärt

Funktionsgraphen transformieren leicht gemacht: Verschiebung, Streckung, Stauchung und Spiegelung Schritt für Schritt erklärt – mit vielen Beispielen für Parabel, Hyperbel und mehr.

📅 Aktualisiert 1. August 202642 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Funktionsgraphen transformieren einfach erklärt

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Student thinking

Funktionsgraphen transformieren ist der ultimative „Cheat Code" fürs Graphen zeichnen in der Schule. Statt für jede neue Funktion mühsam eine Wertetabelle zu erstellen, nimmst du einen bekannten Graphen – zum Beispiel die Normalparabel – und formst ihn blitzschnell um: verschieben, strecken, stauchen, spiegeln. Das spart nicht nur Zeit, sondern gibt dir auch ein tiefes Verständnis dafür, wie Mathe-Formeln und ihre grafische Darstellung zusammenhängen. In diesem Artikel lernst du alle vier Transformationstypen kennen: Verschiebung in x-Richtung, Verschiebung in y-Richtung, Streckung und Stauchung in y-Richtung sowie kombinierte Transformationen – jeweils mit Schema und durchgerechneten Beispielen.

Vorwissen

Bevor wir Graphen wie Profis umformen, wiederholen wir kurz die Grundlagen:

  • Funktionsgraph: Die sichtbare Darstellung einer Funktion in einem Koordinatensystem. Jeder Punkt auf dem Graphen erfüllt die Funktionsgleichung.

    • Beispiel: Der Graph der Funktion f(x)=xf(x) = x ist eine gerade Linie, die durch den Ursprung geht.
  • Wertetabelle: Eine Tabelle, die zu bestimmten x-Werten die zugehörigen y-Werte einer Funktion auflistet. Sie hilft beim Zeichnen des Graphen.

    • Beispiel: Für f(x)=x2f(x) = x^2 gehört zu x=3x=3 der y-Wert y=9y=9. Das Wertepaar ist (39)(3|9).
  • Koordinatensystem: Das zweidimensionale System mit einer horizontalen x-Achse und einer vertikalen y-Achse, in das wir Graphen einzeichnen.

    • Beispiel: Der Punkt P(25)P(2|5) befindet sich 2 Einheiten rechts und 5 Einheiten oben vom Ursprung (00)(0|0).

Aufgabentyp 1: Verschiebung in x-Richtung (links/rechts)

Wenn wir einen Funktionsgraphen nach links oder rechts verschieben wollen, müssen wir das xx direkt in der Funktionsgleichung verändern. Die Regel lautet:

  • Ersetzt man xx durch (xc)(x - c), verschiebt sich der Graph um cc Einheiten nach rechts.
  • Ersetzt man xx durch (x+c)(x + c), verschiebt sich der Graph um cc Einheiten nach links.

Wichtiger Merksatz: Bei der Verschiebung in x-Richtung passiert immer das Gegenteil von dem, was das Vorzeichen vermuten lässt! Ein Minus bedeutet nach rechts (+ Richtung), ein Plus bedeutet nach links (- Richtung).

Verschiebung eines Graphen in x-Richtung
Verschiebung eines Graphen in x-Richtung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Analysiere die Funktionsgleichungen: Vergleiche f(x)f(x) mit g(x)g(x) und finde heraus, ob xx durch (xc)(x-c) oder (x+c)(x+c) ersetzt wurde.
  2. Bestimme Verschiebungsrichtung und -weite: (xc)(x - c)cc Einheiten nach rechts; (x+c)(x + c)cc Einheiten nach links.
  3. Verschiebe markante Punkte: Wähle leicht ablesbare Punkte (z. B. Scheitelpunkt, Nullstellen) und verschiebe jeden um cc Einheiten in x-Richtung. Der y-Wert bleibt unverändert.
  4. Zeichne den neuen Graphen: Verbinde die neu positionierten Punkte. Die Form des Graphen muss exakt dieselbe bleiben.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion g(x)=(x3)2g(x) = (x-3)^2.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x2f(x) = x^2. In der neuen Funktion g(x)=(x3)2g(x) = (x-3)^2 wurde das xx durch (x3)(x-3) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Die Form ist (xc)(x - c) mit c=3c=3. Das bedeutet eine Verschiebung um 33 Einheiten nach rechts.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Wir nehmen den Scheitelpunkt S(00)S(0|0) von f(x)f(x). Wir verschieben ihn um 3 nach rechts: S(0+30)=(30)S'(0+3 | 0) = (3|0). Ein weiterer Punkt ist P(11)P(1|1). Wir verschieben ihn um 3 nach rechts: P(1+31)=(41)P'(1+3 | 1) = (4|1). Noch ein Punkt: Q(24)Q(-2|4). Wir verschieben ihn um 3 nach rechts: Q(2+34)=(14)Q'(-2+3 | 4) = (1|4).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte SS', PP' und QQ' zu einer Parabel.

    Parabel nach rechts verschoben um 3 Einheiten
    Parabel nach rechts verschoben um 3 Einheiten
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=(x3)2g(x) = (x-3)^2 ist die um 3 Einheiten nach rechts verschobene Normalparabel.

Beispiel 2

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x3f(x) = x^3 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion h(x)=(x+2)3h(x) = (x+2)^3.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x3f(x) = x^3. In der neuen Funktion h(x)=(x+2)3h(x) = (x+2)^3 wurde das xx durch (x+2)(x+2) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Die Form ist (x+c)(x + c) mit c=2c=2. Das bedeutet eine Verschiebung um 22 Einheiten nach links.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Wir nehmen den Wendepunkt W(00)W(0|0) von f(x)f(x). Verschiebung um 2 nach links: W(020)=(20)W'(0-2 | 0) = (-2|0). Ein weiterer Punkt ist P(11)P(1|1). Verschiebung um 2 nach links: P(121)=(11)P'(1-2 | 1) = (-1|1). Noch ein Punkt: Q(11)Q(-1|-1). Verschiebung um 2 nach links: Q(121)=(31)Q'(-1-2 | -1) = (-3|-1).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte WW', PP' und QQ' zur neuen kubischen Funktion.

    Kubische Funktion um 2 nach links verschoben
    Kubische Funktion um 2 nach links verschoben
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=(x+2)3h(x) = (x+2)^3 ist die um 2 Einheiten nach links verschobene kubische Funktion.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist der Graph von f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x}. Skizziere den Graphen von t(x)=1x+3t(x) = \frac{1}{x+3}.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x}. In der neuen Funktion t(x)=1x+3t(x) = \frac{1}{x+3} wurde xx durch (x+3)(x+3) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Die Form ist (x+c)(x + c) mit c=3c=3. Das bedeutet eine Verschiebung um 33 Einheiten nach links.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte/Asymptoten verschieben

    Die Funktion f(x)f(x) hat eine senkrechte Asymptote bei x=0x=0. Wir verschieben sie um 3 nach links, die neue Asymptote ist bei x=3x=-3. Wir nehmen den Punkt P(11)P(1|1). Verschiebung um 3 nach links: P(131)=(21)P'(1-3 | 1) = (-2|1). Wir nehmen den Punkt Q(11)Q(-1|-1). Verschiebung um 3 nach links: Q(131)=(41)Q'(-1-3 | -1) = (-4|-1).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir zeichnen die neue Asymptote und die verschobenen Punkte und skizzieren die Hyperbel.

    Hyperbel mit senkrechter Asymptote bei x gleich minus drei
    Hyperbel mit senkrechter Asymptote bei x gleich minus drei
Ergebnis:

Der Graph von t(x)=1x+3t(x) = \frac{1}{x+3} ist die um 3 Einheiten nach links verschobene Hyperbel mit neuer Asymptote bei x=3x = -3.

Beispiel 4

Aufgabe

Der Graph der Wurzelfunktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x} ist gegeben. Skizziere den Graphen von g(x)=x1g(x) = \sqrt{x-1}.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=xf(x) = \sqrt{x}. In g(x)=x1g(x) = \sqrt{x-1} wurde xx durch (x1)(x-1) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Die Form ist (xc)(x - c) mit c=1c=1. Das bedeutet eine Verschiebung um 11 Einheit nach rechts.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Der Startpunkt von f(x)f(x) ist S(00)S(0|0). Wir verschieben ihn um 1 nach rechts: S(0+10)=(10)S'(0+1 | 0) = (1|0). Ein weiterer Punkt ist P(42)P(4|2). Wir verschieben ihn um 1 nach rechts: P(4+12)=(52)P'(4+1 | 2) = (5|2).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte SS' und PP' zur verschobenen Wurzelfunktion.

    Wurzelfunktion um 1 Einheit nach rechts verschoben
    Wurzelfunktion um 1 Einheit nach rechts verschoben
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=x1g(x) = \sqrt{x-1} startet bei x=1x = 1 statt bei x=0x = 0.

Beispiel 5

Aufgabe

Gegeben ist der Graph der linearen Funktion f(x)=2xf(x) = -2x. Skizziere den Graphen von h(x)=2(x+1)h(x) = -2(x+1).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=2xf(x) = -2x. In h(x)=2(x+1)h(x) = -2(x+1) wurde xx durch (x+1)(x+1) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Die Form ist (x+c)(x + c) mit c=1c=1. Das bedeutet eine Verschiebung um 11 Einheit nach links.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Wir nehmen den Ursprung P(00)P(0|0). Verschiebung um 1 nach links: P(010)=(10)P'(0-1 | 0) = (-1|0). Ein weiterer Punkt ist Q(12)Q(1|-2). Verschiebung um 1 nach links: Q(112)=(02)Q'(1-1 | -2) = (0|-2).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir zeichnen eine Gerade durch die neuen Punkte PP' und QQ'.

    Lineare Funktion um 1 Einheit nach links verschoben
    Lineare Funktion um 1 Einheit nach links verschoben
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=2(x+1)h(x) = -2(x+1) ist die um 1 Einheit nach links verschobene Gerade.

Aufgabentyp 2: Verschiebung in y-Richtung (hoch/runter)

Eine Verschiebung entlang der y-Achse ist direkter und einfacher zu erkennen. Hier wird eine Konstante an die gesamte Funktion angehängt.

  • Addiert man eine positive Zahl dd, also f(x)+df(x) + d, verschiebt sich der Graph um dd Einheiten nach oben.
  • Subtrahiert man eine positive Zahl dd (oder addiert eine negative), also f(x)df(x) - d, verschiebt sich der Graph um dd Einheiten nach unten.

Merksatz: Bei der y-Verschiebung entspricht die Richtung genau dem Vorzeichen: Plus ist hoch, Minus ist runter. Ganz intuitiv!

Verschiebung eines Graphen in y-Richtung nach oben und unten
Verschiebung eines Graphen in y-Richtung nach oben und unten

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Analysiere die Funktionsgleichungen: Vergleiche f(x)f(x) mit g(x)g(x) und finde heraus, ob eine Konstante dd am Ende addiert oder subtrahiert wird.
  2. Bestimme Verschiebungsrichtung und -weite: +d+ ddd Einheiten nach oben; d- ddd Einheiten nach unten.
  3. Verschiebe markante Punkte: Wähle leicht ablesbare Punkte auf dem Graphen von f(x)f(x) und verschiebe jeden in y-Richtung. Der x-Wert bleibt unverändert.
  4. Zeichne den neuen Graphen: Verbinde die neu positionierten Punkte. Die Form des Graphen bleibt exakt erhalten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=2x2f(x) = 2x^2 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion g(x)=2x2+3g(x) = 2x^2 + 3.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=2x2f(x) = 2x^2. Die neue Funktion ist g(x)=f(x)+3g(x) = f(x) + 3.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Es wird die Konstante d=3d=3 addiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 33 Einheiten nach oben.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Wir nehmen den Scheitelpunkt S(00)S(0|0) von f(x)f(x). Wir verschieben ihn um 3 nach oben: S(00+3)=(03)S'(0 | 0+3) = (0|3). Ein weiterer Punkt ist P(12)P(1|2). Wir verschieben ihn um 3 nach oben: P(12+3)=(15)P'(1 | 2+3) = (1|5). Noch ein Punkt: Q(12)Q(-1|2). Wir verschieben ihn um 3 nach oben: Q(12+3)=(15)Q'(-1 | 2+3) = (-1|5).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte SS', PP' und QQ' zur verschobenen Parabel.

    Parabel um 3 Einheiten nach oben verschoben
    Parabel um 3 Einheiten nach oben verschoben
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=2x2+3g(x) = 2x^2 + 3 ist die um 3 Einheiten nach oben verschobene Parabel.

Beispiel 2

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x3f(x) = x^3 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion h(x)=x32h(x) = x^3 - 2.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x3f(x) = x^3. Die neue Funktion ist h(x)=f(x)2h(x) = f(x) - 2.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Es wird die Konstante d=2d=2 subtrahiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 22 Einheiten nach unten.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Wir nehmen den Wendepunkt W(00)W(0|0) von f(x)f(x). Verschiebung um 2 nach unten: W(002)=(02)W'(0 | 0-2) = (0|-2). Ein weiterer Punkt ist P(11)P(1|1). Verschiebung um 2 nach unten: P(112)=(11)P'(1 | 1-2) = (1|-1). Noch ein Punkt: Q(11)Q(-1|-1). Verschiebung um 2 nach unten: Q(112)=(13)Q'(-1 | -1-2) = (-1|-3).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte WW', PP' und QQ' zur neuen kubischen Funktion.

    Kubische Funktion um 2 Einheiten nach unten verschoben
    Kubische Funktion um 2 Einheiten nach unten verschoben
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=x32h(x) = x^3 - 2 ist die um 2 Einheiten nach unten verschobene kubische Funktion.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben sind die Funktionen f(x)=2x23f(x)=2x^2-3 und h(x)=2x2+1h(x)=2x^2+1. Skizziere h(x)h(x) mithilfe des Graphen von f(x)f(x).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=2x23f(x) = 2x^2-3. Wir können h(x)h(x) umschreiben, um f(x)f(x) zu verwenden: h(x)=2x2+1=(2x23)+4=f(x)+4h(x) = 2x^2+1 = (2x^2-3) + 4 = f(x) + 4.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Es wird die Konstante d=4d=4 addiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 44 Einheiten nach oben.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Der Scheitelpunkt von f(x)f(x) ist S(03)S(0|-3). Wir verschieben ihn um 4 nach oben: S(03+4)=(01)S'(0 | -3+4) = (0|1). Ein Punkt ist P(11)P(1|-1). Verschiebung um 4 nach oben: P(11+4)=(13)P'(1 | -1+4) = (1|3). Ein Punkt ist Q(25)Q(-2|5). Verschiebung um 4 nach oben: Q(25+4)=(29)Q'(-2 | 5+4) = (-2|9).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte zur Parabel von h(x)h(x).

    Parabel von h(x) aus f(x) um 4 nach oben verschoben
    Parabel von h(x) aus f(x) um 4 nach oben verschoben
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=2x2+1h(x) = 2x^2+1 entsteht aus f(x)f(x) durch eine Verschiebung um 4 Einheiten nach oben.

Beispiel 4

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=xf(x) = -x ist gegeben. Skizziere den Graphen von g(x)=x+5g(x) = -x + 5.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=xf(x) = -x. Die neue Funktion ist g(x)=f(x)+5g(x) = f(x) + 5.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Es wird die Konstante d=5d=5 addiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 55 Einheiten nach oben.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte verschieben

    Wir nehmen den Ursprung P(00)P(0|0). Verschiebung um 5 nach oben: P(00+5)=(05)P'(0 | 0+5) = (0|5). Ein weiterer Punkt ist Q(22)Q(2|-2). Verschiebung um 5 nach oben: Q(22+5)=(23)Q'(2 | -2+5) = (2|3).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir zeichnen eine Gerade durch die neuen Punkte PP' und QQ'.

    Gerade f(x) gleich minus x um 5 nach oben verschoben
    Gerade f(x) gleich minus x um 5 nach oben verschoben
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=x+5g(x) = -x + 5 ist die um 5 Einheiten nach oben verschobene Gerade.

Beispiel 5

Aufgabe

Gegeben ist der Graph von f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x}. Skizziere den Graphen von t(x)=1x1t(x) = \frac{1}{x} - 1.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x}. Die neue Funktion ist t(x)=f(x)1t(x) = f(x) - 1.

  2. Schritt 2
    Verschiebungsrichtung und -weite bestimmen

    Es wird die Konstante d=1d=1 subtrahiert. Das bedeutet eine Verschiebung um 11 Einheit nach unten.

  3. Schritt 3
    Markante Punkte/Asymptoten verschieben

    Die Funktion f(x)f(x) hat eine waagerechte Asymptote bei y=0y=0. Wir verschieben sie um 1 nach unten, die neue Asymptote ist bei y=1y=-1. Wir nehmen den Punkt P(11)P(1|1). Verschiebung um 1 nach unten: P(111)=(10)P'(1 | 1-1) = (1|0). Wir nehmen den Punkt Q(11)Q(-1|-1). Verschiebung um 1 nach unten: Q(111)=(12)Q'(-1 | -1-1) = (-1|-2).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir zeichnen die neue Asymptote und die verschobenen Punkte und skizzieren die Hyperbel.

    Hyperbel mit waagerechter Asymptote bei y gleich minus eins
    Hyperbel mit waagerechter Asymptote bei y gleich minus eins
Ergebnis:

Der Graph von t(x)=1x1t(x) = \frac{1}{x} - 1 ist die um 1 Einheit nach unten verschobene Hyperbel mit neuer waagerechter Asymptote bei y=1y = -1.

Aufgabentyp 3: Streckung/Stauchung in y-Richtung

Wenn wir die gesamte Funktion mit einem Faktor aa multiplizieren, wird der Graph in y-Richtung gestreckt oder gestaucht. Die x-Achse wirkt dabei wie ein Gummiband, das fixiert ist.

  • Ist a>1|a| > 1, wird der Graph von der x-Achse weggestreckt. Er wird steiler.
  • Ist 0<a<10 < |a| < 1, wird der Graph zur x-Achse hingestaucht. Er wird flacher.
  • Ist aa negativ, wird der Graph zusätzlich an der x-Achse gespiegelt.

Jeder y-Wert eines Punktes auf dem Graphen wird mit diesem Faktor aa multipliziert. Die x-Werte bleiben unverändert.

Streckung und Stauchung eines Graphen in y-Richtung
Streckung und Stauchung eines Graphen in y-Richtung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Analysiere die Funktionsgleichungen: Vergleiche f(x)f(x) mit g(x)g(x) und finde den Faktor aa, mit dem f(x)f(x) multipliziert wird, um g(x)=af(x)g(x) = a \cdot f(x) zu erhalten.
  2. Bestimme die Art der Transformation: a>1|a| > 1 → Streckung; 0<a<10 < |a| < 1 → Stauchung; a<0a < 0 → zusätzliche Spiegelung an der x-Achse.
  3. Passe die y-Werte markanter Punkte an: Berechne die neuen Punkte (xay)(x | a \cdot y). Der x-Wert bleibt gleich, der y-Wert wird mit aa multipliziert.
  4. Zeichne den neuen Graphen: Verbinde die neu berechneten Punkte zum transformierten Graphen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion g(x)=2x2g(x) = 2x^2.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x2f(x) = x^2. Die neue Funktion ist g(x)=2f(x)g(x) = 2 \cdot f(x). Der Faktor ist a=2a=2.

  2. Schritt 2
    Art der Transformation bestimmen

    Da 2>1|2| > 1, handelt es sich um eine Streckung in y-Richtung.

  3. Schritt 3
    y-Werte von markanten Punkten anpassen

    Der Scheitelpunkt S(00)S(0|0) bleibt, da 20=02 \cdot 0 = 0. Neuer Punkt: S(00)S'(0|0). Ein Punkt ist P(11)P(1|1). Neuer y-Wert: 21=22 \cdot 1 = 2. Neuer Punkt: P(12)P'(1|2). Ein Punkt ist Q(24)Q(2|4). Neuer y-Wert: 24=82 \cdot 4 = 8. Neuer Punkt: Q(28)Q'(2|8).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte zu einer schmaleren Parabel.

    Parabel gestreckt mit Faktor 2 in y-Richtung
    Parabel gestreckt mit Faktor 2 in y-Richtung
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=2x2g(x) = 2x^2 ist eine schmalere Parabel, entstanden durch Streckung mit dem Faktor 2.

Beispiel 2

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion h(x)=0.5x2h(x) = 0.5x^2.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x2f(x) = x^2. Die neue Funktion ist h(x)=0.5f(x)h(x) = 0.5 \cdot f(x). Der Faktor ist a=0.5a=0.5.

  2. Schritt 2
    Art der Transformation bestimmen

    Da 0<0.5<10 < |0.5| < 1, handelt es sich um eine Stauchung in y-Richtung.

  3. Schritt 3
    y-Werte von markanten Punkten anpassen

    Der Scheitelpunkt S(00)S(0|0) bleibt. Neuer Punkt: S(00)S'(0|0). Ein Punkt ist P(11)P(1|1). Neuer y-Wert: 0.51=0.50.5 \cdot 1 = 0.5. Neuer Punkt: P(10.5)P'(1|0.5). Ein Punkt ist Q(24)Q(2|4). Neuer y-Wert: 0.54=20.5 \cdot 4 = 2. Neuer Punkt: Q(22)Q'(2|2).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte zu einer breiteren Parabel.

    Parabel gestaucht mit Faktor 0,5 in y-Richtung
    Parabel gestaucht mit Faktor 0,5 in y-Richtung
Ergebnis:

Der Graph von h(x)=0.5x2h(x) = 0.5x^2 ist eine breitere Parabel, entstanden durch Stauchung mit dem Faktor 0.5.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben sind die Funktionen k(x)=0,5x3+2k(x)=-0,5x^3+2 und l(x)=x3+4l(x)=-x^3+4. Skizziere l(x)l(x) mithilfe des Graphen von k(x)k(x).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Wir versuchen, l(x)l(x) als Vielfaches von k(x)k(x) darzustellen. l(x)=x3+4=2(0,5x3+2)=2k(x)l(x) = -x^3+4 = 2 \cdot (-0,5x^3+2) = 2 \cdot k(x). Der Faktor ist a=2a=2.

  2. Schritt 2
    Art der Transformation bestimmen

    Da 2>1|2| > 1, handelt es sich um eine Streckung in y-Richtung um den Faktor 2.

  3. Schritt 3
    y-Werte von markanten Punkten anpassen

    Wir nehmen Punkte von k(x)k(x): P(02)P(0|2). Neuer y-Wert: 22=42 \cdot 2 = 4. Neuer Punkt: P(04)P'(0|4). Ein Punkt ist Q(22)Q(2|-2). Neuer y-Wert: 2(2)=42 \cdot (-2) = -4. Neuer Punkt: Q(24)Q'(2|-4). Ein Punkt ist R(26)R(-2|6). Neuer y-Wert: 26=122 \cdot 6 = 12. Neuer Punkt: R(212)R'(-2|12).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte zum Graphen von l(x)l(x).

    Kubische Funktion l(x) aus k(x) gestreckt mit Faktor 2
    Kubische Funktion l(x) aus k(x) gestreckt mit Faktor 2
Ergebnis:

Der Graph von l(x)=x3+4l(x) = -x^3+4 entsteht aus k(x)k(x) durch Streckung mit dem Faktor 2 in y-Richtung.

Beispiel 4

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=x1f(x) = x-1 ist gegeben. Skizziere den Graphen der Funktion g(x)=2(x1)g(x) = -2(x-1).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=x1f(x) = x-1. Die neue Funktion ist g(x)=2f(x)g(x) = -2 \cdot f(x). Der Faktor ist a=2a=-2.

  2. Schritt 2
    Art der Transformation bestimmen

    Da 2>1|-2| > 1, ist es eine Streckung. Da aa negativ ist, ist es zusätzlich eine Spiegelung an der x-Achse.

  3. Schritt 3
    y-Werte von markanten Punkten anpassen

    Ein Punkt auf f(x)f(x) ist die Nullstelle N(10)N(1|0). Neuer y-Wert: 20=0-2 \cdot 0 = 0. Der Punkt N(10)N'(1|0) bleibt fix (da er auf der Spiegelachse liegt). Ein Punkt ist P(21)P(2|1). Neuer y-Wert: 21=2-2 \cdot 1 = -2. Neuer Punkt: P(22)P'(2|-2). Ein Punkt ist Q(01)Q(0|-1). Neuer y-Wert: 2(1)=2-2 \cdot (-1) = 2. Neuer Punkt: Q(02)Q'(0|2).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir zeichnen eine Gerade durch die neuen Punkte NN', PP' und QQ'.

    Gerade gestreckt mit Faktor minus 2 und an x-Achse gespiegelt
    Gerade gestreckt mit Faktor minus 2 und an x-Achse gespiegelt
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=2(x1)g(x) = -2(x-1) ist gestreckt und an der x-Achse gespiegelt.

Beispiel 5

Aufgabe

Der Graph der Funktion f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} ist gegeben. Skizziere den Graphen von g(x)=3xg(x) = \frac{3}{x}.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Funktionsgleichungen analysieren

    Die Ausgangsfunktion ist f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x}. Die neue Funktion ist g(x)=31x=3f(x)g(x) = 3 \cdot \frac{1}{x} = 3 \cdot f(x). Der Faktor ist a=3a=3.

  2. Schritt 2
    Art der Transformation bestimmen

    Da 3>1|3| > 1, handelt es sich um eine Streckung in y-Richtung.

  3. Schritt 3
    y-Werte von markanten Punkten anpassen

    Ein Punkt ist P(11)P(1|1). Neuer y-Wert: 31=33 \cdot 1 = 3. Neuer Punkt: P(13)P'(1|3). Ein Punkt ist Q(31/3)Q(3|1/3). Neuer y-Wert: 3(1/3)=13 \cdot (1/3) = 1. Neuer Punkt: Q(31)Q'(3|1). Ein Punkt ist R(11)R(-1|-1). Neuer y-Wert: 3(1)=33 \cdot (-1) = -3. Neuer Punkt: R(13)R'(-1|-3).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Neuen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die neuen Punkte zur gestreckten Hyperbel. Sie ist weiter von den Achsen entfernt.

    Hyperbel gestreckt mit Faktor 3 in y-Richtung
    Hyperbel gestreckt mit Faktor 3 in y-Richtung
Ergebnis:

Der Graph von g(x)=3xg(x) = \frac{3}{x} ist eine gestreckte Hyperbel, die weiter von den Achsen entfernt liegt.

Aufgabentyp 4: Kombinierte Transformationen

In vielen Aufgaben werden Graphen mehrfach transformiert, also verschoben und gestreckt. Die allgemeine Form lautet oft:

g(x)=af(xc)+dg(x) = a \cdot f(x - c) + d

  • aa: Streckung/Stauchung in y-Richtung
  • cc: Verschiebung in x-Richtung
  • dd: Verschiebung in y-Richtung

Das Wichtigste ist die Reihenfolge! Wenn die Aufgabe eine Reihenfolge vorgibt (z. B. „erst verschieben, dann strecken"), musst du dich exakt daran halten. Wenn du die Transformationen aus der Formel abliest, ist eine gängige und sichere Reihenfolge:

  1. Verschiebung in x-Richtung (links/rechts).
  2. Streckung/Stauchung in y-Richtung.
  3. Verschiebung in y-Richtung (hoch/runter).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Lege die Transformations-Reihenfolge fest: Lies die Aufgabe genau. Ist eine Reihenfolge vorgegeben? Wenn nicht, wähle eine feste Reihenfolge, z. B. erst x-Verschiebung, dann y-Streckung, dann y-Verschiebung.
  2. Wähle markante Punkte des Ausgangsgraphen: Suche dir 3–4 leicht ablesbare Punkte (xy)(x|y) auf dem ursprünglichen Graphen.
  3. Wende die erste Transformation auf die Punkte an. Das Ergebnis sind „Hilfspunkte 1".
  4. Wende die nächste Transformation auf die Hilfspunkte an. Das Ergebnis sind „Hilfspunkte 2".
  5. Wiederhole, bis alle Transformationen durchgeführt sind. Am Ende hast du deine finalen Punkte.
  6. Zeichne den finalen Graphen: Verbinde die finalen Punkte zum Graphen der neuen Funktion.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph von f(x)=x2f(x)=x^2 wird (1) um 2 Einheiten nach rechts verschoben und (2) anschließend um 3 Einheiten nach oben verschoben. Skizziere den finalen Graphen.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Transformations-Reihenfolge festlegen

    Die Reihenfolge ist vorgegeben: (1) 2 nach rechts, (2) 3 nach oben.

  2. Schritt 2
    Markante Punkte des Ausgangsgraphen wählen

    Wir wählen S(00)S(0|0), P(11)P(1|1) und Q(11)Q(-1|1) von f(x)=x2f(x)=x^2.

  3. Schritt 3
    Erste Transformation anwenden (2 nach rechts)
    • S(00)S(0+20)=(20)S(0|0) \to S'(0+2|0) = (2|0)
    • P(11)P(1+21)=(31)P(1|1) \to P'(1+2|1) = (3|1)
    • Q(11)Q(1+21)=(11)Q(-1|1) \to Q'(-1+2|1) = (1|1)
  4. Schritt 4
    Nächste Transformation anwenden (3 nach oben)

    Wir nehmen die Hilfspunkte SS', PP', QQ':

    • S(20)S(20+3)=(23)S'(2|0) \to S''(2|0+3) = (2|3)
    • P(31)P(31+3)=(34)P'(3|1) \to P''(3|1+3) = (3|4)
    • Q(11)Q(11+3)=(14)Q'(1|1) \to Q''(1|1+3) = (1|4)
  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Finalen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die finalen Punkte SS'', PP'' und QQ'' zur neuen Parabel.

    Parabel zweimal verschoben nach rechts und nach oben
    Parabel zweimal verschoben nach rechts und nach oben
Ergebnis:

Der finale Graph ist eine Parabel mit Scheitelpunkt bei (23)(2|3).

Beispiel 2

Aufgabe

Der Graph von f(x)=x3f(x)=x^3 wird (1) mit dem Faktor 2 in y-Richtung gestreckt und (2) anschließend um 1 Einheit nach unten verschoben. Skizziere den finalen Graphen.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Transformations-Reihenfolge festlegen

    Die Reihenfolge ist: (1) Streckung mit Faktor 2, (2) 1 nach unten.

  2. Schritt 2
    Markante Punkte des Ausgangsgraphen wählen

    Wir wählen W(00)W(0|0), P(11)P(1|1) und Q(11)Q(-1|-1) von f(x)=x3f(x)=x^3.

  3. Schritt 3
    Erste Transformation anwenden (Streckung mit 2)
    • W(00)W(020)=(00)W(0|0) \to W'(0|2 \cdot 0) = (0|0)
    • P(11)P(121)=(12)P(1|1) \to P'(1|2 \cdot 1) = (1|2)
    • Q(11)Q(12(1))=(12)Q(-1|-1) \to Q'(-1|2 \cdot (-1)) = (-1|-2)
  4. Schritt 4
    Nächste Transformation anwenden (1 nach unten)

    Wir nehmen die Hilfspunkte WW', PP', QQ':

    • W(00)W(001)=(01)W'(0|0) \to W''(0|0-1) = (0|-1)
    • P(12)P(121)=(11)P'(1|2) \to P''(1|2-1) = (1|1)
    • Q(12)Q(121)=(13)Q'(-1|-2) \to Q''(-1|-2-1) = (-1|-3)
  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Finalen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die finalen Punkte WW'', PP'' und QQ''.

    Kubische Funktion gestreckt und nach unten verschoben
    Kubische Funktion gestreckt und nach unten verschoben
Ergebnis:

Der finale Graph ist eine gestreckte und nach unten verschobene kubische Funktion mit Wendepunkt bei (01)(0|-1).

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=x2+2x4f(x)=-x^2+2x-4. Der Graph wird (1) um 3 nach oben, (2) um 5 nach rechts verschoben und (3) anschließend um den Faktor 3 in y-Richtung gestreckt. Skizziere den finalen Graphen.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Transformations-Reihenfolge festlegen

    Die Reihenfolge ist: (1) 3 hoch, (2) 5 rechts, (3) Streckung mit Faktor 3.

  2. Schritt 2
    Markante Punkte des Ausgangsgraphen wählen

    Wir berechnen einige Punkte für f(x)f(x): Der Scheitelpunkt ist bei S(13)S(1|-3). Weitere Punkte sind P(04)P(0|-4) und Q(24)Q(2|-4).

  3. Schritt 3
    Erste Transformation anwenden (3 nach oben)
    • S(13)S(13+3)=(10)S(1|-3) \to S'(1|-3+3) = (1|0)
    • P(04)P(04+3)=(01)P(0|-4) \to P'(0|-4+3) = (0|-1)
    • Q(24)Q(24+3)=(21)Q(2|-4) \to Q'(2|-4+3) = (2|-1)
  4. Schritt 4
    Nächste Transformation anwenden (5 nach rechts)
    • S(10)S(1+50)=(60)S'(1|0) \to S''(1+5|0) = (6|0)
    • P(01)P(0+51)=(51)P'(0|-1) \to P''(0+5|-1) = (5|-1)
    • Q(21)Q(2+51)=(71)Q'(2|-1) \to Q''(2+5|-1) = (7|-1)
  5. Schritt 5
    Dritte Transformation anwenden (Streckung mit 3)
    • S(60)S(630)=(60)S''(6|0) \to S'''(6|3 \cdot 0) = (6|0)
    • P(51)P(53(1))=(53)P''(5|-1) \to P'''(5|3 \cdot (-1)) = (5|-3)
    • Q(71)Q(73(1))=(73)Q''(7|-1) \to Q'''(7|3 \cdot (-1)) = (7|-3)
  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Finalen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die finalen Punkte SS''', PP''' und QQ''' zur neuen, gestreckten und verschobenen Parabel.

    Parabel dreifach transformiert gestreckt und verschoben
    Parabel dreifach transformiert gestreckt und verschoben
Ergebnis:

Der finale Graph ist eine gestreckte und zweifach verschobene Parabel mit Scheitelpunkt bei (60)(6|0).

Beispiel 4

Aufgabe

Der Graph von f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} wird (1) um 1 nach links verschoben und (2) dann an der x-Achse gespiegelt. Skizziere den finalen Graphen.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Transformations-Reihenfolge festlegen

    Die Reihenfolge ist: (1) 1 nach links, (2) Spiegelung an der x-Achse (Streckung mit a=1a=-1).

  2. Schritt 2
    Markante Punkte/Asymptoten wählen

    Wir wählen P(11)P(1|1), Q(11)Q(-1|-1) und die senkrechte Asymptote x=0x=0.

  3. Schritt 3
    Erste Transformation anwenden (1 nach links)
    • Asymptote x=0x=1x=0 \to x'=-1
    • P(11)P(111)=(01)P(1|1) \to P'(1-1|1) = (0|1)
    • Q(11)Q(111)=(21)Q(-1|-1) \to Q'(-1-1|-1) = (-2|-1)
  4. Schritt 4
    Nächste Transformation anwenden (Spiegelung)
    • Asymptote x=1x'=-1 bleibt unverändert.
    • P(01)P(011)=(01)P'(0|1) \to P''(0|-1 \cdot 1) = (0|-1)
    • Q(21)Q(21(1))=(21)Q'(-2|-1) \to Q''(-2|-1 \cdot (-1)) = (-2|1)
  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Finalen Graphen zeichnen

    Wir zeichnen die Asymptote bei x=1x=-1 und die Hyperbel durch PP'' und QQ''.

    Hyperbel nach links verschoben und an x-Achse gespiegelt
    Hyperbel nach links verschoben und an x-Achse gespiegelt
Ergebnis:

Der finale Graph ist eine verschobene und gespiegelte Hyperbel mit senkrechter Asymptote bei x=1x = -1.

Beispiel 5

Aufgabe

Der Graph von f(x)=xf(x)=|x| wird (1) um 3 nach rechts verschoben, (2) dann mit Faktor 0.5 gestaucht und (3) um 1 nach unten verschoben. Skizziere den finalen Graphen.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Transformations-Reihenfolge festlegen

    Reihenfolge: (1) 3 rechts, (2) Stauchung mit 0.5, (3) 1 runter.

  2. Schritt 2
    Markante Punkte wählen

    Wir wählen die Spitze S(00)S(0|0) und die Punkte P(22)P(2|2) und Q(22)Q(-2|2).

  3. Schritt 3
    Erste Transformation (3 nach rechts)
    • S(00)S(30)S(0|0) \to S'(3|0)
    • P(22)P(52)P(2|2) \to P'(5|2)
    • Q(22)Q(12)Q(-2|2) \to Q'(1|2)
  4. Schritt 4
    Zweite Transformation (Stauchung mit 0.5)
    • S(30)S(30.50)=(30)S'(3|0) \to S''(3|0.5 \cdot 0) = (3|0)
    • P(52)P(50.52)=(51)P'(5|2) \to P''(5|0.5 \cdot 2) = (5|1)
    • Q(12)Q(10.52)=(11)Q'(1|2) \to Q''(1|0.5 \cdot 2) = (1|1)
  5. Schritt 5
    Dritte Transformation (1 nach unten)
    • S(30)S(301)=(31)S''(3|0) \to S'''(3|0-1) = (3|-1)
    • P(51)P(511)=(50)P''(5|1) \to P'''(5|1-1) = (5|0)
    • Q(11)Q(111)=(10)Q''(1|1) \to Q'''(1|1-1) = (1|0)
  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Finalen Graphen zeichnen

    Wir verbinden die finalen Punkte zu einer flacheren, verschobenen V-Form.

    Betragsfunktion dreifach transformiert flacher und verschoben
    Betragsfunktion dreifach transformiert flacher und verschoben
Ergebnis:

Der finale Graph ist eine flachere, nach rechts und unten verschobene V-Form mit Spitze bei (31)(3|-1).

Wichtige Erkenntnisse

  • Verschiebung in x-Richtung: f(xc)f(x - c) verschiebt nach rechts, f(x+c)f(x + c) verschiebt nach links. (Umgekehrt denken!)
  • Verschiebung in y-Richtung: f(x)+df(x) + d verschiebt nach oben, f(x)df(x) - d verschiebt nach unten. (Intuitiv!)
  • Streckung/Stauchung in y-Richtung: af(x)a \cdot f(x). Wenn a>1|a| > 1, wird der Graph gestreckt (steiler). Wenn 0<a<10 < |a| < 1, wird er gestaucht (flacher).
  • Spiegelung: Ein negatives Vorzeichen bei aa (z. B. g(x)=f(x)g(x) = -f(x)) spiegelt den Graphen an der x-Achse.
  • Kombinationen: Die Reihenfolge der Transformationen ist entscheidend. Arbeite sie Schritt für Schritt an einzelnen Punkten ab.

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Häufige Fragen

Was sind Transformationen von Funktionsgraphen?

Transformationen von Funktionsgraphen sind Umformungen, mit denen du einen bekannten Graphen verschiebst, streckst, stauchst oder spiegelst, ohne eine neue Wertetabelle erstellen zu müssen. Die vier Grundtypen sind: Verschiebung in x-Richtung, Verschiebung in y-Richtung, Streckung bzw. Stauchung in y-Richtung und Spiegelung an der x-Achse. Sie lassen sich durch die allgemeine Form g(x) = a · f(x − c) + d beschreiben.

Wie erkennst du eine Verschiebung in x-Richtung?

Eine Verschiebung in x-Richtung erkennst du daran, dass x in der Funktionsgleichung durch (x − c) oder (x + c) ersetzt wurde. Steht (x − c), verschiebt sich der Graph um c Einheiten nach rechts. Steht (x + c), verschiebt er sich um c Einheiten nach links. Der Trick: Das Vorzeichen wirkt immer umgekehrt, als man vermuten würde.

Was ist der Unterschied zwischen Streckung und Stauchung in y-Richtung?

Bei einer Streckung in y-Richtung ist der Faktor |a| > 1 — jeder y-Wert wird größer, der Graph wird steiler. Bei einer Stauchung gilt 0 < |a| < 1 — die y-Werte werden kleiner, der Graph wird flacher. In beiden Fällen bleiben die x-Werte unverändert; nur die y-Koordinaten der Punkte werden mit dem Faktor a multipliziert.

Wie gehst du bei kombinierten Transformationen vor?

Bei kombinierten Transformationen legst du zuerst die Reihenfolge fest — entweder aus der Aufgabenstellung oder nach dem Schema: (1) x-Verschiebung, (2) y-Streckung, (3) y-Verschiebung. Dann wählst du 3–4 markante Punkte des Ausgangsgraphen und wendest jede Transformation nacheinander an. Am Ende verbindest du die finalen Punkte zum neuen Graphen.

Warum wirkt das Vorzeichen bei der x-Verschiebung umgekehrt?

Bei der x-Verschiebung beschreibt c den Abstand vom Ursprung zum neuen Referenzpunkt. Wenn du x durch (x − c) ersetzt, wird der Eingabewert x = c so behandelt, als wäre er x = 0 — der Graph „startet" also bei x = c, also weiter rechts. Deswegen bedeutet Minus nach rechts und Plus nach links: genau das Gegenteil des Vorzeichens.

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