Optimierungsprobleme einfach erklärt: Maxima & Minima

Optimierungsprobleme verständlich erklärt: So findest du maximale Steigung, größte Fläche und minimales Volumen – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und durchgerechneten Beispielen.

📅 Aktualisiert 1. Juli 202632 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Optimierungsprobleme begegnen dir überall: Ein Paketdienst sucht die kürzeste Route, ein Ingenieur will eine Konstruktion mit möglichst wenig Material möglichst stabil machen, und ein Hersteller möchte maximalen Gewinn bei minimalem Aufwand. Optimierungsprobleme sind Aufgaben, bei denen du aus unendlich vielen Möglichkeiten die eine, perfekte Lösung herausfilterst – das Maximum oder Minimum einer Größe. Mathematik gibt dir dafür einen echten „Cheat Code": Anstatt zu raten, kannst du die exakt beste Lösung berechnen. Mit den Techniken aus diesem Artikel lernst du, wie das funktioniert.

Schnellantwort

Ein Optimierungsproblem ist eine Aufgabe, bei der eine Größe (z. B. Fläche, Volumen, Steigung) unter gegebenen Bedingungen maximiert oder minimiert werden soll. Dazu stellst du eine Zielfunktion auf – eine Funktion, die nur noch von einer einzigen Variable abhängt – und berechnest deren Extremstellen mit der ersten und zweiten Ableitung.

Vorwissen

Bevor wir starten, solltest du diese Konzepte sicher beherrschen:

  • Lokale Extrema finden: Das sind die Hoch- und Tiefpunkte eines Graphen. Man findet sie, indem man die erste Ableitung null setzt und die zweite Ableitung zur Überprüfung nutzt.

    • Beispiel: Für f(x)=x2f(x) = x^2 ist f(x)=2xf'(x) = 2x. Setzt man f(x)=0f'(x)=0, erhält man x=0x=0. Da f(x)=2>0f''(x)=2 > 0 ist, liegt bei x=0x=0 ein Tiefpunkt.
  • Ableitungsregeln (Produkt- und Kettenregel): Diese Regeln sind entscheidend, um komplexere Funktionen ableiten zu können.

    • Beispiel (Produktregel): Für f(x)=xexf(x) = x \cdot e^x ist f(x)=1ex+xexf'(x) = 1 \cdot e^x + x \cdot e^x.
  • Randwertuntersuchung: Bei Funktionen, die nur in einem bestimmten Bereich (Intervall) betrachtet werden, müssen die Ränder des Bereichs extra überprüft werden, um das globale Maximum oder Minimum zu finden.

    • Beispiel: Das Maximum von f(x)=x2f(x)=x^2 im Intervall [1,2][-1, 2] liegt nicht beim Tiefpunkt (x=0x=0), sondern am rechten Rand bei x=2x=2, denn f(2)=4f(2)=4 ist der höchste Wert.

Aufgabentyp 1: Maximale Steigung finden

Manchmal suchen wir nicht den höchsten Punkt einer Funktion f(x)f(x), sondern die Stelle, an der die Funktion am steilsten ansteigt oder abfällt. Die Steigung einer Funktion wird durch ihre erste Ableitung f(x)f'(x) beschrieben.

Um die maximale Steigung zu finden, müssen wir also die Extremstellen (Hoch- und Tiefpunkte) der Ableitungsfunktion f(x)f'(x) finden. Das bedeutet, wir behandeln die Ableitung f(x)f'(x) wie eine neue, eigenständige Funktion und suchen deren Maxima und Minima.

Der Ablauf ist daher:

  1. Die Funktion, die wir optimieren wollen (unsere „Zielfunktion"), ist die Steigungsfunktion m(x)=f(x)m(x) = f'(x).
  2. Um die Extrema von m(x)m(x) zu finden, leiten wir sie ab: m(x)=f(x)m'(x) = f''(x).
  3. Wir setzen m(x)=0m'(x) = 0 (also f(x)=0f''(x)=0), um die Kandidaten für die steilsten Stellen zu finden.
  4. Wir prüfen mit m(x)=f(x)m''(x) = f'''(x), ob es sich um ein Maximum (steilster Anstieg) oder Minimum (steilster Abfall) der Steigung handelt.

Wichtig: Wenn nach der „steilsten Stelle" oder dem „Betrag der Steigung" gefragt wird, suchen wir den Wert, der am weitesten von Null entfernt ist – egal ob positiv oder negativ. Wir vergleichen also den Betrag des höchsten positiven Steigungswertes mit dem Betrag des niedrigsten negativen Steigungswertes.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Zielfunktion für die Steigung aufstellen: Die Steigung von f(x)f(x) ist ihre erste Ableitung. Unsere Zielfunktion ist also m(x)=f(x)m(x) = f'(x).
  2. Ableitungen der Zielfunktion bilden: Bilde m(x)=f(x)m'(x) = f''(x) und m(x)=f(x)m''(x) = f'''(x), um die Extrema von m(x)m(x) zu finden.
  3. Mögliche Extremstellen berechnen (Notwendige Bedingung): Setze m(x)=f(x)=0m'(x) = f''(x) = 0 und löse nach xx auf.
  4. Art der Extremstellen prüfen (Hinreichende Bedingung): Ist m(x)<0m''(x) < 0, liegt ein Maximum der Steigung vor; ist m(x)>0m''(x) > 0, ein Minimum.
  5. Randwerte des Intervalls prüfen: Berechne f(a)f'(a) und f(b)f'(b) an den Rändern des Intervalls [a,b][a, b].
  6. Globales Extremum finden und vergleichen: Vergleiche alle Steigungswerte; bei Betragsfragen nimm den Wert mit dem größten Betrag.
  7. Antwortsatz formulieren: Beantworte die Frage aus der Aufgabenstellung präzise.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=112x3xf(x) = \frac{1}{12}x^3 - x im Intervall [4,4][-4, 4]. An welcher Stelle ist die Steigung der Funktion maximal?

Fortschritt
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  1. Schritt 1
    Zielfunktion für die Steigung aufstellen

    Die Steigung wird durch die erste Ableitung von f(x)f(x) beschrieben. Unsere Zielfunktion ist also m(x)=f(x)m(x) = f'(x).

    f(x)=112x3xf(x) = \frac{1}{12}x^3 - x

    m(x)=f(x)=312x21=14x21m(x) = f'(x) = \frac{3}{12}x^2 - 1 = \frac{1}{4}x^2 - 1

  2. Schritt 2
    Ableitungen der Zielfunktion bilden

    Wir leiten m(x)m(x) ab, um ihre Extrema zu finden.

    m(x)=f(x)=12xm'(x) = f''(x) = \frac{1}{2}x

    m(x)=f(x)=12m''(x) = f'''(x) = \frac{1}{2}

  3. Schritt 3
    Mögliche Extremstellen berechnen

    Wir setzen m(x)=0m'(x) = 0.

    f(x)=12x=0f''(x) = \frac{1}{2}x = 0

    x=0x = 0

    Die einzige mögliche Extremstelle für die Steigung ist bei x=0x=0.

  4. Schritt 4
    Art der Extremstelle prüfen

    Wir setzen x=0x=0 in m(x)m''(x) ein.

    m(0)=f(0)=12m''(0) = f'''(0) = \frac{1}{2}

    Da m(0)>0m''(0) > 0 ist, hat die Steigungsfunktion bei x=0x=0 ein lokales Minimum.

  5. Schritt 5
    Randwerte des Intervalls prüfen

    Wir berechnen die Steigung m(x)=f(x)m(x) = f'(x) an den Rändern des Intervalls [4,4][-4, 4].

    Linker Rand: x=4x = -4 m(4)=f(4)=14(4)21=14(16)1=41=3m(-4) = f'(-4) = \frac{1}{4}(-4)^2 - 1 = \frac{1}{4}(16) - 1 = 4 - 1 = 3

    Rechter Rand: x=4x = 4 m(4)=f(4)=14(4)21=14(16)1=41=3m(4) = f'(4) = \frac{1}{4}(4)^2 - 1 = \frac{1}{4}(16) - 1 = 4 - 1 = 3

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Globales Extremum finden und vergleichen

    Wir vergleichen die Steigungswerte an den kritischen Stellen:

    • Lokales Minimum der Steigung bei x=0x=0: m(0)=f(0)=14(0)21=1m(0) = f'(0) = \frac{1}{4}(0)^2 - 1 = -1.
    • Steigung am Rand x=4x=-4: m(4)=3m(-4) = 3.
    • Steigung am Rand x=4x=4: m(4)=3m(4) = 3.

    Der größte Wert ist 3. Die maximale Steigung tritt also an den Rändern auf.

Ergebnis:

Die maximale Steigung der Funktion f(x)f(x) im Intervall [4,4][-4, 4] beträgt 3 und wird an den Stellen x=4x=-4 und x=4x=4 erreicht.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Designer entwirft eine geschwungene Kante, die durch die Funktion f(x)=x3+12xf(x) = -x^3 + 12x im Bereich x[0,3]x \in [0, 3] beschrieben wird. Aus Stabilitätsgründen darf der Betrag der Steigung nirgends größer als 10 sein. Überprüfe, ob diese Bedingung erfüllt ist.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Zielfunktion für die Steigung aufstellen

    Wir suchen die maximale und minimale Steigung von f(x)f(x). Die Zielfunktion ist die Steigung m(x)=f(x)m(x) = f'(x).

    f(x)=x3+12xf(x) = -x^3 + 12x

    m(x)=f(x)=3x2+12m(x) = f'(x) = -3x^2 + 12

  2. Schritt 2
    Ableitungen der Zielfunktion bilden

    m(x)=f(x)=6xm'(x) = f''(x) = -6x

    m(x)=f(x)=6m''(x) = f'''(x) = -6

  3. Schritt 3
    Mögliche Extremstellen berechnen

    Wir setzen m(x)=0m'(x) = 0.

    f(x)=6x=0f''(x) = -6x = 0

    x=0x = 0

    Die Stelle x=0x=0 ist eine mögliche Extremstelle der Steigung. Sie liegt am Rand unseres Intervalls [0,3][0, 3].

  4. Schritt 4
    Art der Extremstelle prüfen

    Wir setzen x=0x=0 in m(x)m''(x) ein.

    m(0)=f(0)=6m''(0) = f'''(0) = -6

    Da m(0)<0m''(0) < 0 ist, hat die Steigungsfunktion bei x=0x=0 ein lokales Maximum.

  5. Schritt 5
    Randwerte des Intervalls prüfen

    Wir müssen die Steigung an den Rändern des Intervalls [0,3][0, 3] berechnen.

    Linker Rand: x=0x = 0 m(0)=f(0)=3(0)2+12=12m(0) = f'(0) = -3(0)^2 + 12 = 12

    Rechter Rand: x=3x = 3 m(3)=f(3)=3(3)2+12=3(9)+12=27+12=15m(3) = f'(3) = -3(3)^2 + 12 = -3(9) + 12 = -27 + 12 = -15

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Globales Extremum finden und vergleichen

    Die Kandidaten für die extremsten Steigungen sind:

    • Steigung bei x=0x=0: 1212
    • Steigung bei x=3x=3: 15-15

    Wir betrachten die Beträge: 12=12|12| = 12 und 15=15|-15| = 15. Der größte Betrag ist 15.

Ergebnis:

Die steilste Stelle hat eine Steigung von -15 bei x=3x=3. Der Betrag der Steigung ist dort 15. Da 15>1015 > 10 ist, wird die Bedingung nicht erfüllt.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Flugbahn eines Balls wird durch h(t)=t4+8t2h(t) = -t^4 + 8t^2 für t[0,2]t \in [0, 2] beschrieben, wobei tt die Zeit ist. Finde den Zeitpunkt, zu dem der Ball am steilsten fällt.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Zielfunktion für die Steigung aufstellen

    „Am steilsten fallen" bedeutet, wir suchen das Minimum der Steigungsfunktion. Die Zielfunktion ist die Steigung (Geschwindigkeit) v(t)=h(t)v(t) = h'(t).

    h(t)=t4+8t2h(t) = -t^4 + 8t^2

    v(t)=h(t)=4t3+16tv(t) = h'(t) = -4t^3 + 16t

  2. Schritt 2
    Ableitungen der Zielfunktion bilden

    v(t)=h(t)=12t2+16v'(t) = h''(t) = -12t^2 + 16

    v(t)=h(t)=24tv''(t) = h'''(t) = -24t

  3. Schritt 3
    Mögliche Extremstellen berechnen

    Wir setzen v(t)=0v'(t) = 0.

    h(t)=12t2+16=0h''(t) = -12t^2 + 16 = 0

    12t2=1612t^2 = 16

    t2=1612=43t^2 = \frac{16}{12} = \frac{4}{3}

    t=±43=±23±1,15t = \pm \sqrt{\frac{4}{3}} = \pm \frac{2}{\sqrt{3}} \approx \pm 1{,}15

    Da wir das Intervall [0,2][0, 2] betrachten, ist nur t=43t = \sqrt{\frac{4}{3}} relevant.

  4. Schritt 4
    Art der Extremstelle prüfen

    Wir setzen t=43t = \sqrt{\frac{4}{3}} in v(t)v''(t) ein.

    v(43)=2443<0v''(\sqrt{\frac{4}{3}}) = -24 \cdot \sqrt{\frac{4}{3}} < 0

    Da das Ergebnis negativ ist, liegt hier ein lokales Maximum der Steigung vor (steilster Anstieg).

  5. Schritt 5
    Randwerte des Intervalls prüfen

    Wir berechnen die Steigung v(t)=h(t)v(t) = h'(t) an den Rändern des Intervalls [0,2][0, 2].

    Linker Rand: t=0t = 0 v(0)=h(0)=4(0)3+16(0)=0v(0) = h'(0) = -4(0)^3 + 16(0) = 0

    Rechter Rand: t=2t = 2 v(2)=h(2)=4(2)3+16(2)=4(8)+32=32+32=0v(2) = h'(2) = -4(2)^3 + 16(2) = -4(8) + 32 = -32 + 32 = 0

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Globales Extremum finden und vergleichen

    Wir vergleichen die Steigungswerte:

    • Steigung bei t=0t=0: 00
    • Steigung bei t=2t=2: 00
    • Lokales Maximum der Steigung bei t=43t = \sqrt{\frac{4}{3}}: v(43)=4(43)3+16(43)12,32v(\sqrt{\frac{4}{3}}) = -4(\sqrt{\frac{4}{3}})^3 + 16(\sqrt{\frac{4}{3}}) \approx 12{,}32.

    Die Frage ist, wann der Ball am steilsten fällt. Das bedeutet, wir suchen die negativste Steigung. In unserem Intervall gibt es keine Stelle mit negativer Steigung, die ein lokales Minimum ist. Die Steigung ist an den Rändern 0 und dazwischen positiv. Das bedeutet, der Ball steigt die ganze Zeit an und erreicht am Ende seine maximale Höhe. Mathematisch suchen wir das globale Minimum der Steigung. Das Minimum der Steigung ist 0 an den Rändern.

Ergebnis:

Im Intervall [0,2][0, 2] fällt der Ball nie. Die geringste Steigung (also der flachste Anstieg) ist 0 an den Zeitpunkten t=0t=0 und t=2t=2.

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=ex(x23)f(x) = e^x(x^2 - 3) im Intervall [4,2][-4, 2]. An welcher Stelle ist die Steigung minimal?

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Zielfunktion für die Steigung aufstellen

    Die Zielfunktion ist die Steigung m(x)=f(x)m(x) = f'(x). Wir verwenden die Produktregel.

    f(x)=ex(x23)f(x) = e^x(x^2 - 3)

    m(x)=f(x)=ex(x23)+ex(2x)=ex(x2+2x3)m(x) = f'(x) = e^x(x^2 - 3) + e^x(2x) = e^x(x^2 + 2x - 3)

  2. Schritt 2
    Ableitungen der Zielfunktion bilden

    Wir leiten m(x)m(x) ab (wieder mit der Produktregel).

    m(x)=f(x)=ex(x2+2x3)+ex(2x+2)=ex(x2+4x1)m'(x) = f''(x) = e^x(x^2 + 2x - 3) + e^x(2x + 2) = e^x(x^2 + 4x - 1)

    m(x)=f(x)=ex(x2+4x1)+ex(2x+4)=ex(x2+6x+3)m''(x) = f'''(x) = e^x(x^2 + 4x - 1) + e^x(2x + 4) = e^x(x^2 + 6x + 3)

  3. Schritt 3
    Mögliche Extremstellen berechnen

    Wir setzen m(x)=0m'(x) = 0.

    ex(x2+4x1)=0e^x(x^2 + 4x - 1) = 0

    Da exe^x niemals null ist, muss der Klammerausdruck null sein: x2+4x1=0x^2 + 4x - 1 = 0

    Mit der Mitternachtsformel: x=4±164(1)(1)2=4±202=2±5x = \frac{-4 \pm \sqrt{16 - 4(1)(-1)}}{2} = \frac{-4 \pm \sqrt{20}}{2} = -2 \pm \sqrt{5}

    x1=254,24x_1 = -2 - \sqrt{5} \approx -4{,}24 (liegt außerhalb des Intervalls [4,2][-4, 2])

    x2=2+50,24x_2 = -2 + \sqrt{5} \approx 0{,}24 (liegt im Intervall)

    Der einzige Kandidat im Intervall ist x0,24x \approx 0{,}24.

  4. Schritt 4
    Art der Extremstelle prüfen

    Wir setzen x2=2+5x_2 = -2 + \sqrt{5} in m(x)m''(x) ein.

    m(2+5)=e2+5((2+5)2+6(2+5)+3)m''(-2 + \sqrt{5}) = e^{-2 + \sqrt{5}} ((-2 + \sqrt{5})^2 + 6(-2 + \sqrt{5}) + 3)

    Der Term in der Klammer wird zu: (445+5)+(12+65)+3=25>0(4 - 4\sqrt{5} + 5) + (-12 + 6\sqrt{5}) + 3 = 2\sqrt{5} > 0. Da exe^x immer positiv ist, ist das Ergebnis positiv. Es liegt also ein lokales Minimum der Steigung vor.

  5. Schritt 5
    Randwerte des Intervalls prüfen

    Linker Rand: x=4x = -4 m(4)=f(4)=e4((4)2+2(4)3)=e4(1683)=5e40,09m(-4) = f'(-4) = e^{-4}((-4)^2 + 2(-4) - 3) = e^{-4}(16 - 8 - 3) = 5e^{-4} \approx 0{,}09

    Rechter Rand: x=2x = 2 m(2)=f(2)=e2((2)2+2(2)3)=e2(4+43)=5e236,95m(2) = f'(2) = e^{2}((2)^2 + 2(2) - 3) = e^{2}(4 + 4 - 3) = 5e^{2} \approx 36{,}95

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Globales Extremum finden und vergleichen
    • Steigung am Minimum bei x=2+5x = -2 + \sqrt{5}: m(2+5)=e2+5((2+5)2+2(2+5)3)4,85m(-2 + \sqrt{5}) = e^{-2+\sqrt{5}}((-2+\sqrt{5})^2 + 2(-2+\sqrt{5}) - 3) \approx -4{,}85
    • Steigung am Rand x=4x=-4: 0,09\approx 0{,}09
    • Steigung am Rand x=2x=2: 36,95\approx 36{,}95

    Der kleinste Wert ist ca. -4,85.

Ergebnis:

Die minimale Steigung tritt an der Stelle x=2+50,24x = -2 + \sqrt{5} \approx 0{,}24 auf.

Beispiel 5

Aufgabe

Eine Straße wird durch die Funktion f(x)=1100x523x3+5xf(x) = \frac{1}{100}x^5 - \frac{2}{3}x^3 + 5x modelliert. Finde die Stelle mit dem stärksten Gefälle (steilster Abfall).

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Zielfunktion für die Steigung aufstellen

    Wir suchen das globale Minimum der Steigungsfunktion m(x)=f(x)m(x) = f'(x).

    f(x)=1100x523x3+5xf(x) = \frac{1}{100}x^5 - \frac{2}{3}x^3 + 5x

    m(x)=f(x)=5100x463x2+5=120x42x2+5m(x) = f'(x) = \frac{5}{100}x^4 - \frac{6}{3}x^2 + 5 = \frac{1}{20}x^4 - 2x^2 + 5

  2. Schritt 2
    Ableitungen der Zielfunktion bilden

    m(x)=f(x)=420x34x=15x34xm'(x) = f''(x) = \frac{4}{20}x^3 - 4x = \frac{1}{5}x^3 - 4x

    m(x)=f(x)=35x24m''(x) = f'''(x) = \frac{3}{5}x^2 - 4

  3. Schritt 3
    Mögliche Extremstellen berechnen

    Wir setzen m(x)=0m'(x) = 0.

    15x34x=0\frac{1}{5}x^3 - 4x = 0

    x(15x24)=0x(\frac{1}{5}x^2 - 4) = 0

    Eine Lösung ist x1=0x_1 = 0. Für die anderen setzen wir die Klammer null:

    15x24=0\frac{1}{5}x^2 - 4 = 0

    15x2=4\frac{1}{5}x^2 = 4

    x2=20x^2 = 20

    x2,3=±20=±25±4,47x_{2,3} = \pm \sqrt{20} = \pm 2\sqrt{5} \approx \pm 4{,}47

    Wir haben drei Kandidaten: 00, 20\sqrt{20} und 20-\sqrt{20}.

  4. Schritt 4
    Art der Extremstellen prüfen

    Wir setzen die xx-Werte in m(x)=f(x)m''(x) = f'''(x) ein.

    • Für x1=0x_1 = 0: m(0)=35(0)24=4<0m''(0) = \frac{3}{5}(0)^2 - 4 = -4 < 0. Hier liegt ein lokales Maximum der Steigung vor.
    • Für x2=20x_2 = \sqrt{20}: m(20)=35(20)24=35(20)4=124=8>0m''(\sqrt{20}) = \frac{3}{5}(\sqrt{20})^2 - 4 = \frac{3}{5}(20) - 4 = 12 - 4 = 8 > 0. Hier liegt ein lokales Minimum der Steigung vor (stärkstes Gefälle).
    • Für x3=20x_3 = -\sqrt{20}: m(20)=35(20)24=35(20)4=124=8>0m''(-\sqrt{20}) = \frac{3}{5}(-\sqrt{20})^2 - 4 = \frac{3}{5}(20) - 4 = 12 - 4 = 8 > 0. Hier liegt ebenfalls ein lokales Minimum der Steigung vor.
  5. Schritt 5 & 6 · Ergebnis
    Randwerte und globales Extremum

    Da kein Intervall gegeben ist, betrachten wir das Verhalten für x±x \to \pm \infty. Die Steigungsfunktion m(x)=120x42x2+5m(x) = \frac{1}{20}x^4 - 2x^2 + 5 geht für x±x \to \pm \infty gegen ++\infty. Daher müssen die bei x=±20x = \pm \sqrt{20} gefundenen lokalen Minima auch die globalen Minima sein.

    Wir berechnen die Steigung an diesen Stellen: m(±20)=120(±20)42(±20)2+5=120(400)2(20)+5=2040+5=15m(\pm \sqrt{20}) = \frac{1}{20}(\pm \sqrt{20})^4 - 2(\pm \sqrt{20})^2 + 5 = \frac{1}{20}(400) - 2(20) + 5 = 20 - 40 + 5 = -15.

Ergebnis:

Das stärkste Gefälle tritt an den Stellen x=20x = \sqrt{20} und x=20x = -\sqrt{20} auf. Die Steigung beträgt dort jeweils -15.

Aufgabentyp 2: Fläche oder Volumen maximieren

Dies ist der klassische Typ von Optimierungsproblemen. Das Ziel ist es, eine geometrische Größe wie eine Fläche oder ein Volumen zu maximieren oder zu minimieren. Der schwierigste Teil ist oft der erste Schritt: das Problem in eine mathematische Funktion zu übersetzen.

Man geht dabei systematisch vor:

  1. Hauptbedingung: Was soll maximiert werden? Schreibe die allgemeine Formel dafür auf. Zum Beispiel die Fläche eines Rechtecks: A=abA = a \cdot b.

  2. Nebenbedingung(en): Welche Informationen sind im Text gegeben? Oft hängen die Variablen aus der Hauptbedingung (z.B. aa und bb) voneinander oder von einer anderen Variablen (z.B. xx) ab. Diese Beziehung ist die Nebenbedingung. Zum Beispiel könnte eine Seite des Rechtecks auf der x-Achse liegen und eine Ecke auf dem Graphen einer Funktion f(x)f(x). Dann wäre die Höhe des Rechtecks b=f(x)b = f(x).

  3. Zielfunktion: Setze die Nebenbedingung(en) in die Hauptbedingung ein. Das Ziel ist es, eine Funktion zu erhalten, die nur noch von einer einzigen Variablen abhängt. Diese Funktion nennen wir die Zielfunktion, z.B. A(x)=xf(x)A(x) = x \cdot f(x).

Sobald du die Zielfunktion hast, wendest du das Standardverfahren zum Finden von Extremwerten an: ableiten, null setzen und prüfen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Hauptbedingung formulieren: Schreibe die allgemeine Formel für die zu optimierende Größe auf (z.B. A=abA = a \cdot b).
  2. Nebenbedingung(en) finden: Analysiere Aufgabenstellung und Skizze, um Beziehungen zwischen den Variablen zu finden.
  3. Zielfunktion aufstellen: Setze die Nebenbedingungen ein, bis nur noch eine Variable übrig bleibt.
  4. Definitionsbereich festlegen: Überlege, welche Werte für deine Variable sinnvoll sind (z.B. Längen nicht negativ).
  5. Extremwert der Zielfunktion berechnen: Ableiten, null setzen, zweite Ableitung zur Überprüfung nutzen.
  6. Randwerte prüfen: Falls der Definitionsbereich Ränder hat, setze diese ein und vergleiche mit dem gefundenen Extremwert.
  7. Antwortsatz formulieren: Beantworte die Frage der Aufgabenstellung.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Rechteck liegt mit einer Seite auf der x-Achse. Seine oberen beiden Ecken liegen auf dem Graphen der Funktion f(x)=4x2f(x) = 4 - x^2. Welche Maße muss das Rechteck haben, damit sein Flächeninhalt maximal wird?

Rechteck unter Parabel mit Ecken auf f(x)
Rechteck unter Parabel mit Ecken auf f(x)
Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Hauptbedingung formulieren

    Der Flächeninhalt eines Rechtecks ist A=La¨ngeBreiteA = \text{Länge} \cdot \text{Breite}.

  2. Schritt 2
    Nebenbedingung(en) finden

    Aus der Skizze und der Symmetrie der Parabel erkennen wir:

    • Die Länge des Rechtecks ist 2x2x.
    • Die Breite (Höhe) des Rechtecks ist f(x)=4x2f(x) = 4 - x^2.
  3. Schritt 3
    Zielfunktion aufstellen

    Wir setzen die Nebenbedingungen in die Hauptbedingung ein:

    A(x)=(2x)(4x2)A(x) = (2x) \cdot (4 - x^2)

    A(x)=8x2x3A(x) = 8x - 2x^3

  4. Schritt 4
    Definitionsbereich festlegen

    Damit ein Rechteck existiert, muss x>0x > 0 sein. Außerdem muss die Höhe positiv sein, also 4x2>04 - x^2 > 0, was x2<4x^2 < 4 bedeutet. Da xx eine Länge ist, gilt 0<x<20 < x < 2.

  5. Schritt 5
    Extremwert der Zielfunktion berechnen

    Wir leiten die Zielfunktion ab:

    A(x)=86x2A'(x) = 8 - 6x^2

    Wir setzen die Ableitung null:

    86x2=08 - 6x^2 = 0

    6x2=86x^2 = 8

    x2=86=43x^2 = \frac{8}{6} = \frac{4}{3}

    x=43=231,15x = \sqrt{\frac{4}{3}} = \frac{2}{\sqrt{3}} \approx 1{,}15 (Die negative Lösung entfällt wegen des Definitionsbereichs).

    Wir prüfen mit der zweiten Ableitung:

    A(x)=12xA''(x) = -12x

    A(23)=1223<0A''(\frac{2}{\sqrt{3}}) = -12 \cdot \frac{2}{\sqrt{3}} < 0. Es handelt sich also um ein Maximum.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Randwerte prüfen

    Die Ränder sind x0x \to 0 und x2x \to 2. In beiden Fällen wird die Fläche null (A(0)=0A(0)=0, A(2)=0A(2)=0). Unser gefundener Wert ist also das globale Maximum.

Ergebnis:

Der Flächeninhalt wird für x=23x = \frac{2}{\sqrt{3}} maximal. Die Maße des Rechtecks sind:

  • Länge: 2x=223=432,312x = 2 \cdot \frac{2}{\sqrt{3}} = \frac{4}{\sqrt{3}} \approx 2{,}31
  • Breite: f(23)=4(23)2=443=832,67f(\frac{2}{\sqrt{3}}) = 4 - (\frac{2}{\sqrt{3}})^2 = 4 - \frac{4}{3} = \frac{8}{3} \approx 2{,}67

Beispiel 2

Aufgabe

Aus einem quadratischen Stück Pappe mit der Seitenlänge 12 cm sollen an den Ecken Quadrate ausgeschnitten werden, um eine offene Schachtel zu falten. Wie groß müssen die ausgeschnittenen Quadrate sein, damit das Volumen der Schachtel maximal wird?

Quadratische Pappe mit Ecken zum Ausschneiden
Quadratische Pappe mit Ecken zum Ausschneiden
Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Hauptbedingung formulieren

    Das Volumen eines Quaders (der Schachtel) ist V=La¨ngeBreiteHo¨heV = \text{Länge} \cdot \text{Breite} \cdot \text{Höhe}.

  2. Schritt 2
    Nebenbedingung(en) finden

    Wenn wir an den Ecken Quadrate der Seitenlänge xx ausschneiden:

    • Die Höhe der Schachtel ist h=xh = x.
    • Die Länge der Grundfläche ist l=122xl = 12 - 2x.
    • Die Breite der Grundfläche ist b=122xb = 12 - 2x.
  3. Schritt 3
    Zielfunktion aufstellen

    Wir setzen die Nebenbedingungen in die Hauptbedingung ein:

    V(x)=(122x)(122x)xV(x) = (12 - 2x) \cdot (12 - 2x) \cdot x

    V(x)=(14448x+4x2)xV(x) = (144 - 48x + 4x^2) \cdot x

    V(x)=4x348x2+144xV(x) = 4x^3 - 48x^2 + 144x

  4. Schritt 4
    Definitionsbereich festlegen

    Die Seitenlänge xx muss positiv sein. Außerdem muss die Länge der Grundfläche 122x12-2x positiv sein, also 12>2x12 > 2x, was x<6x < 6 bedeutet. Der Definitionsbereich ist 0<x<60 < x < 6.

  5. Schritt 5
    Extremwert der Zielfunktion berechnen

    Wir leiten die Zielfunktion ab:

    V(x)=12x296x+144V'(x) = 12x^2 - 96x + 144

    Wir setzen die Ableitung null und teilen durch 12:

    x28x+12=0x^2 - 8x + 12 = 0

    Mit der p-q-Formel: x=4±1612=4±4=4±2x = 4 \pm \sqrt{16 - 12} = 4 \pm \sqrt{4} = 4 \pm 2.

    x1=6x_1 = 6 (liegt am Rand des Definitionsbereichs, dort ist das Volumen 0)

    x2=2x_2 = 2 (liegt im Definitionsbereich)

    Wir prüfen mit der zweiten Ableitung:

    V(x)=24x96V''(x) = 24x - 96

    V(2)=24(2)96=4896=48<0V''(2) = 24(2) - 96 = 48 - 96 = -48 < 0. Es handelt sich also um ein Maximum.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Randwerte prüfen

    An den Rändern x=0x=0 und x=6x=6 ist das Volumen null. Unser Wert ist also das globale Maximum.

Ergebnis:

Die ausgeschnittenen Quadrate müssen eine Seitenlänge von 2 cm haben, um das Volumen der Schachtel zu maximieren.

Beispiel 3

Aufgabe

Eine zylinderförmige Konservendose soll ein Volumen von 1 Liter (1000 cm31000 \text{ cm}^3) haben. Bei welchen Maßen (Radius r und Höhe h) wird die Oberfläche (und damit der Materialverbrauch) minimal?

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Hauptbedingung formulieren

    Die Oberfläche eines Zylinders soll minimiert werden. Die Formel lautet: O=2πr2+2πrhO = 2\pi r^2 + 2\pi r h (Boden und Deckel + Mantelfläche).

  2. Schritt 2
    Nebenbedingung(en) finden

    Das Volumen ist fest vorgegeben: V=πr2h=1000V = \pi r^2 h = 1000. Wir können diese Gleichung nach hh auflösen, um eine Variable zu eliminieren.

    h=1000πr2h = \frac{1000}{\pi r^2}

  3. Schritt 3
    Zielfunktion aufstellen

    Wir setzen die Nebenbedingung für hh in die Hauptbedingung (Oberflächenformel) ein:

    O(r)=2πr2+2πr(1000πr2)O(r) = 2\pi r^2 + 2\pi r \left( \frac{1000}{\pi r^2} \right)

    O(r)=2πr2+2000rO(r) = 2\pi r^2 + \frac{2000}{r}

  4. Schritt 4
    Definitionsbereich festlegen

    Der Radius rr muss größer als 0 sein: r>0r > 0.

  5. Schritt 5
    Extremwert der Zielfunktion berechnen

    Wir leiten die Zielfunktion ab (beachte 1/r=r11/r = r^{-1}):

    O(r)=4πr2000r2O'(r) = 4\pi r - \frac{2000}{r^2}

    Wir setzen die Ableitung null:

    4πr2000r2=04\pi r - \frac{2000}{r^2} = 0

    4πr=2000r24\pi r = \frac{2000}{r^2}

    4πr3=20004\pi r^3 = 2000

    r3=20004π=500πr^3 = \frac{2000}{4\pi} = \frac{500}{\pi}

    r=500π35,42 cmr = \sqrt[3]{\frac{500}{\pi}} \approx 5{,}42 \text{ cm}

    Wir prüfen mit der zweiten Ableitung:

    O(r)=4π+4000r3O''(r) = 4\pi + \frac{4000}{r^3}

    Da r>0r > 0 ist, ist O(r)O''(r) immer positiv. Es handelt sich also um ein Minimum.

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Randwerte prüfen

    Für r0r \to 0 und rr \to \infty wird die Oberfläche unendlich groß. Unser Wert ist also das globale Minimum.

Ergebnis:

Der Radius muss r5,42 cmr \approx 5{,}42 \text{ cm} sein. Die zugehörige Höhe ist:

h=1000π(5,42)210,84 cmh = \frac{1000}{\pi (5{,}42)^2} \approx 10{,}84 \text{ cm}

Interessanterweise ist die optimale Dose eine, bei der die Höhe gleich dem Durchmesser ist (h=2rh = 2r).

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Fenster besteht aus einem Rechteck mit einem aufgesetzten Halbkreis. Der Gesamtumfang des Fensters soll 10 Meter betragen. Wie müssen die Maße (Breite des Rechtecks und Höhe des Rechtecks) gewählt werden, damit die Fensterfläche maximal wird?

Fenster aus Rechteck und Halbkreis mit Umfang 10 m
Fenster aus Rechteck und Halbkreis mit Umfang 10 m
Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Hauptbedingung formulieren

    Die Gesamtfläche AA soll maximiert werden. Sie setzt sich aus der Rechteckfläche und der Halbkreisfläche zusammen. A=ARechteck+AHalbkreisA = A_{Rechteck} + A_{Halbkreis} A=(2r)h+12πr2A = (2r) \cdot h + \frac{1}{2}\pi r^2

  2. Schritt 2
    Nebenbedingung(en) finden

    Der Umfang ist auf 10 m festgelegt. Der Umfang besteht aus den beiden senkrechten Seiten des Rechtecks, der unteren Seite und dem Bogen des Halbkreises. U=h+2r+h+πr=2h+2r+πr=10U = h + 2r + h + \pi r = 2h + 2r + \pi r = 10

    Wir lösen nach hh auf: 2h=102rπr2h = 10 - 2r - \pi r h=5rπ2rh = 5 - r - \frac{\pi}{2}r

  3. Schritt 3
    Zielfunktion aufstellen

    Wir setzen hh in die Flächenformel ein: A(r)=2r(5rπ2r)+12πr2A(r) = 2r(5 - r - \frac{\pi}{2}r) + \frac{1}{2}\pi r^2 A(r)=10r2r2πr2+12πr2A(r) = 10r - 2r^2 - \pi r^2 + \frac{1}{2}\pi r^2 A(r)=10r2r212πr2=10rr2(2+π2)A(r) = 10r - 2r^2 - \frac{1}{2}\pi r^2 = 10r - r^2(2 + \frac{\pi}{2})

  4. Schritt 4
    Definitionsbereich festlegen

    Radius rr und Höhe hh müssen positiv sein. r>0r>0.

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Extremwert der Zielfunktion berechnen

    Wir leiten die Zielfunktion ab: A(r)=102r(2+π2)=104rπrA'(r) = 10 - 2r(2 + \frac{\pi}{2}) = 10 - 4r - \pi r

    Wir setzen die Ableitung null: 104rπr=010 - 4r - \pi r = 0 10=r(4+π)10 = r(4 + \pi) r=104+π1,40 mr = \frac{10}{4 + \pi} \approx 1{,}40 \text{ m}

    Wir prüfen mit der zweiten Ableitung: A(r)=4π<0A''(r) = -4 - \pi < 0. Es handelt sich also um ein Maximum.

Ergebnis:

Der Radius des Halbkreises muss r1,40 mr \approx 1{,}40 \text{ m} sein. Die Maße des Fensters sind:

  • Breite: 2r=204+π2,80 m2r = \frac{20}{4 + \pi} \approx 2{,}80 \text{ m}
  • Höhe des Rechtecks: h=5rπ2r=5r(1+π2)51,40(1+1,57)1,40 mh = 5 - r - \frac{\pi}{2}r = 5 - r(1 + \frac{\pi}{2}) \approx 5 - 1{,}40(1+1{,}57) \approx 1{,}40 \text{ m}

Beispiel 5

Aufgabe

Welcher Punkt auf dem Graphen der Funktion f(x)=xf(x) = \sqrt{x} hat den geringsten Abstand zum Punkt P(2,0)P(2, 0)?

Graph von Wurzelfunktion mit Punkt P und nächstem Punkt Q
Graph von Wurzelfunktion mit Punkt P und nächstem Punkt Q
Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Hauptbedingung formulieren

    Der Abstand dd zwischen zwei Punkten (x1,y1)(x_1, y_1) und (x2,y2)(x_2, y_2) wird mit dem Satz des Pythagoras berechnet: d=(x2x1)2+(y2y1)2d = \sqrt{(x_2-x_1)^2 + (y_2-y_1)^2}.

    Trick: Es ist einfacher, das Quadrat des Abstandes, d2d^2, zu minimieren. Das Minimum von d2d^2 liegt an derselben Stelle wie das Minimum von dd. Unsere Hauptbedingung ist also D=d2=(x2x1)2+(y2y1)2D = d^2 = (x_2-x_1)^2 + (y_2-y_1)^2.

  2. Schritt 2
    Nebenbedingung(en) finden

    Der eine Punkt ist P(2,0)P(2, 0). Der andere Punkt liegt auf dem Graphen und hat die Koordinaten Q(x,x)Q(x, \sqrt{x}). Also: x1=2,y1=0x_1=2, y_1=0 und x2=x,y2=xx_2=x, y_2=\sqrt{x}.

  3. Schritt 3
    Zielfunktion aufstellen

    Wir setzen die Koordinaten in die Abstandsquadrat-Formel ein: D(x)=(x2)2+(x0)2D(x) = (x-2)^2 + (\sqrt{x}-0)^2 D(x)=(x24x+4)+xD(x) = (x^2 - 4x + 4) + x D(x)=x23x+4D(x) = x^2 - 3x + 4

  4. Schritt 4
    Definitionsbereich festlegen

    Die Funktion f(x)=xf(x)=\sqrt{x} ist für x0x \ge 0 definiert.

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Extremwert der Zielfunktion berechnen

    Wir leiten die Zielfunktion ab: D(x)=2x3D'(x) = 2x - 3

    Wir setzen die Ableitung null: 2x3=02x - 3 = 0 2x=32x = 3 x=1,5x = 1{,}5

    Wir prüfen mit der zweiten Ableitung: D(x)=2>0D''(x) = 2 > 0. Es handelt sich also um ein Minimum.

Ergebnis:

Der x-Wert des gesuchten Punktes ist x=1,5x=1{,}5. Der y-Wert ist f(1,5)=1,5f(1{,}5) = \sqrt{1{,}5}. Der Punkt auf dem Graphen mit dem geringsten Abstand zu P(2,0) ist Q(1,51,5)Q(1{,}5 \mid \sqrt{1{,}5}).

Wichtige Erkenntnisse

  • Optimierungsprobleme bedeuten, das Maximum oder Minimum einer Größe zu finden.
  • Der erste und wichtigste Schritt ist immer, eine Zielfunktion mit nur einer Variable aufzustellen.
  • Die Hauptbedingung ist die Formel für die zu optimierende Größe (z.B. A=abA=a \cdot b).
  • Die Nebenbedingung(en) sind die zusätzlichen Informationen aus der Aufgabe, die helfen, Variablen zu ersetzen.
  • Um die maximale Steigung zu finden, musst du die Ableitungsfunktion f(x)f'(x) als Zielfunktion nehmen und deren Extrema suchen (also f(x)=0f''(x)=0 setzen).
  • Vergiss nicht, die Ränder des Definitionsbereichs zu überprüfen, da dort oft das globale Maximum oder Minimum liegt.

Häufige Fragen

Was sind Optimierungsprobleme in der Mathematik?

Optimierungsprobleme sind Aufgaben, bei denen eine Größe – zum Beispiel eine Fläche, ein Volumen oder eine Steigung – unter gegebenen Bedingungen so groß oder so klein wie möglich gemacht werden soll. Du suchst also das Maximum oder Minimum einer Funktion. Typische Beispiele sind: die größte Schachtel aus einem Stück Pappe falten, die kürzeste Strecke zu einem Punkt finden oder den sparsamsten Materialverbrauch für eine Dose berechnen.

Wie stellst du eine Zielfunktion bei Optimierungsproblemen auf?

Du stellst die Zielfunktion in drei Schritten auf: Zuerst schreibst du die Hauptbedingung auf – die allgemeine Formel für die zu optimierende Größe, z. B. A = a · b. Dann suchst du die Nebenbedingung, die Beziehung zwischen den Variablen aus der Aufgabe. Schließlich setzt du die Nebenbedingung in die Hauptbedingung ein, bis die Funktion nur noch von einer Variable abhängt – das ist deine Zielfunktion.

Was ist der Unterschied zwischen Haupt- und Nebenbedingung?

Die Hauptbedingung ist die Formel für die Größe, die du optimieren willst, z. B. A = a · b für eine Fläche. Sie enthält meist mehrere Variablen. Die Nebenbedingung ist eine zusätzliche Information aus der Aufgabe, die eine Beziehung zwischen diesen Variablen herstellt – zum Beispiel, dass eine Ecke des Rechtecks auf einem bestimmten Graphen liegt. Durch Einsetzen der Nebenbedingung in die Hauptbedingung erhältst du die Zielfunktion mit nur einer Variable.

Wie findest du die maximale Steigung einer Funktion?

Um die maximale Steigung zu finden, behandelst du die Ableitungsfunktion f'(x) als eigenständige Zielfunktion. Du leitest sie ab: m'(x) = f''(x), setzt f''(x) = 0 und findest so die Kandidaten für die steilsten Stellen. Mit f'''(x) prüfst du, ob es sich um ein Maximum oder Minimum der Steigung handelt. Vergiss außerdem nicht, die Steigung an den Rändern des Intervalls zu berechnen und alle Werte zu vergleichen.

Warum musst du bei Optimierungsproblemen die Randwerte prüfen?

Extremstellen, die du durch f'(x) = 0 findest, sind nur lokale Extrema. Das globale Maximum oder Minimum kann aber auch an den Rändern des Definitionsbereichs liegen – besonders wenn die Funktion nur auf einem bestimmten Intervall [a, b] betrachtet wird. Setze deshalb immer auch die Randwerte in die Zielfunktion ein und vergleiche alle Ergebnisse miteinander, bevor du deine Antwort formulierst.

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