Graphen transformieren mit Spiegelung einfach erklärt

Spiegelungen und Verschiebungen von Funktionsgraphen Schritt für Schritt verstehen: x-Achse, y-Achse, Ursprung und mehr – mit Beispielen und Regeln für die Klausur.

📅 Aktualisiert 15. Juni 202623 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Wenn du weißt, wie Spiegelungen und Verschiebungen von Graphen funktionieren, kannst du aus einer einzigen Funktion wie f(x)=x2f(x) = x^2 unendlich viele neue Graphen erstellen – ohne jeden Punkt neu berechnen zu müssen. Graphen transformieren mit Spiegelung ist nicht nur ein wichtiges Thema in der Schule, sondern auch die Grundlage für Computergrafiken, Animationen und sogar Instagram-Filter. Stell dir vor, du bist Game-Designer: Statt jedes Monster einzeln neu zu zeichnen, nimmst du das Original, kopierst es, verschiebst es, spiegelst es und veränderst seine Größe. Genau das machen wir hier mit Funktionen – lass uns diesen Cheat-Code freischalten!

Schnellantwort

Eine Transformation eines Funktionsgraphen beschreibt, wie ein Graph durch Spiegelung oder Verschiebung aus einem anderen hervorgeht. Die drei wichtigsten Spiegelungen sind: Spiegelung an der x-Achse (g(x)=f(x)g(x) = -f(x)), Spiegelung an der y-Achse (g(x)=f(x)g(x) = f(-x)) und Spiegelung am Ursprung (g(x)=f(x)g(x) = -f(-x)). Verschiebungen entlang der Achsen ergänzen diese Regeln und ermöglichen es dir, jeden transformierten Graphen direkt am Funktionsterm abzulesen.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz die Grundlagen:

  • Funktionsgraph: Die sichtbare Darstellung einer Funktion im Koordinatensystem. Jeder Punkt auf dem Graphen erfüllt die Funktionsgleichung.

    • Beispiel: Der Graph der Funktion f(x)=x2f(x) = x^2 ist eine nach oben geöffnete Parabel.
  • Koordinatensystem: Ein System mit einer horizontalen x-Achse und einer vertikalen y-Achse, das uns hilft, Punkte zu verorten.

    • Beispiel: Der Punkt P(34)P(3|4) liegt 3 Einheiten rechts und 4 Einheiten oben vom Ursprung.
  • Funktionsterm: Der mathematische Ausdruck, der die Rechenvorschrift einer Funktion beschreibt.

    • Beispiel: Bei f(x)=2x+5f(x) = 2x + 5 ist 2x+52x + 5 der Funktionsterm.

Aufgabentyp 1: Spiegelungen am Graphen erkennen

Wenn ein Graph gespiegelt wird, ändert sich seine Ausrichtung im Koordinatensystem. Um Spiegelungen am Graphen zu erkennen, unterscheiden wir drei Haupttypen, die man direkt am Graphen ablesen kann.

1. Spiegelung an der x-Achse Der Graph wird quasi „nach oben" oder „nach unten" geklappt. Jeder Punkt (xy)(x|y) wird zu (xy)(x|-y).

  • Regel: g(x)=f(x)g(x) = -f(x)
  • Merkmal: Das Vorzeichen des gesamten Funktionsterms ändert sich.
Spiegelung eines Graphen an der x-Achse
Spiegelung eines Graphen an der x-Achse

2. Spiegelung an der y-Achse Der Graph wird „seitlich" von links nach rechts (oder umgekehrt) geklappt. Jeder Punkt (xy)(x|y) wird zu (xy)(-x|y).

  • Regel: g(x)=f(x)g(x) = f(-x)
  • Merkmal: Das Vorzeichen von jedem xx im Funktionsterm ändert sich.
Spiegelung eines Graphen an der y-Achse
Spiegelung eines Graphen an der y-Achse

3. Spiegelung am Ursprung (Punktspiegelung) Dies ist eine Kombination aus beiden Spiegelungen. Der Graph wird diagonal durch den Ursprung geklappt. Jeder Punkt (xy)(x|y) wird zu (xy)(-x|-y).

  • Regel: g(x)=f(x)g(x) = -f(-x)
  • Merkmal: Beide Vorzeichen (vom ganzen Term und von xx) ändern sich.
Spiegelung eines Graphen am Ursprung
Spiegelung eines Graphen am Ursprung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Graphen visuell vergleichen: Schau dir den blauen Graphen (ff) und den roten Graphen (gg) an und beurteile, wie sich die Form verändert hat.
  2. Einen markanten Punkt prüfen: Wähle einen gut ablesbaren Punkt P(xfyf)P(x_f | y_f) auf dem Graphen von ff und suche den entsprechenden Punkt Q(xgyg)Q(x_g | y_g) auf dem Graphen von gg.
  3. Koordinaten vergleichen und Regel bestimmen: Prüfe, welche Koordinaten gleich geblieben sind und welche ihr Vorzeichen gewechselt haben.
  4. Antwort formulieren: Gib die Art der Spiegelung in Worten an und notiere den Funktionsterm von gg in Abhängigkeit von ff.

Beim Koordinatenvergleich gilt:

  • Wenn xg=xfx_g = x_f und yg=yfy_g = -y_f → Spiegelung an der x-Achse: g(x)=f(x)g(x) = -f(x)
  • Wenn xg=xfx_g = -x_f und yg=yfy_g = y_f → Spiegelung an der y-Achse: g(x)=f(x)g(x) = f(-x)
  • Wenn xg=xfx_g = -x_f und yg=yfy_g = -y_f → Spiegelung am Ursprung: g(x)=f(x)g(x) = -f(-x)

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der blaue Graph gehört zur Funktion ff, der rote zur Funktion gg. Beschreibe, wie gg aus ff entsteht, und gib den Funktionsterm von gg an.

Blauer und roter Parabelgraph im Koordinatensystem
Blauer und roter Parabelgraph im Koordinatensystem
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Graphen visuell vergleichen

    Der rote Graph gg ist eine nach unten geöffnete Parabel, während der blaue Graph ff nach oben geöffnet ist. Es sieht aus wie eine Klappung nach unten, also eine Spiegelung an der x-Achse.

  2. Schritt 2
    Einen markanten Punkt prüfen

    Wir wählen den Punkt P(24)P(2|4) auf dem Graphen von ff. Der entsprechende Punkt auf dem Graphen von gg ist Q(24)Q(2|-4).

  3. Schritt 3
    Koordinaten vergleichen und Regel bestimmen

    Die x-Koordinate bleibt gleich (222 \to 2), die y-Koordinate kehrt ihr Vorzeichen um (444 \to -4). Das bestätigt die Spiegelung an der x-Achse.

    Die Regel lautet: g(x)=f(x)g(x) = -f(x).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von gg entsteht durch Spiegelung des Graphen von ff an der x-Achse. Der Funktionsterm lautet g(x)=f(x)g(x) = -f(x).

Ergebnis:

g(x)=f(x)g(x) = -f(x) – Spiegelung an der x-Achse.

Beispiel 2

Aufgabe

Der blaue Graph gehört zur Funktion ff, der rote zur Funktion gg. Beschreibe, wie gg aus ff entsteht, und gib den Funktionsterm von gg an.

Blauer und roter Graph mit Spiegelung an der y-Achse
Blauer und roter Graph mit Spiegelung an der y-Achse
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Graphen visuell vergleichen

    Der rote Graph gg sieht aus wie der blaue Graph ff, der seitlich an der y-Achse gespiegelt wurde. Der steigende Ast von ff wird zu einem fallenden Ast von gg.

  2. Schritt 2
    Einen markanten Punkt prüfen

    Wir wählen den Punkt P(34)P(3|4) auf dem Graphen von ff. Der entsprechende Punkt auf dem Graphen von gg ist Q(34)Q(-3|4).

  3. Schritt 3
    Koordinaten vergleichen und Regel bestimmen

    Die x-Koordinate kehrt ihr Vorzeichen um (333 \to -3), die y-Koordinate bleibt gleich (444 \to 4). Das ist eine Spiegelung an der y-Achse.

    Die Regel lautet: g(x)=f(x)g(x) = f(-x).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von gg entsteht durch Spiegelung des Graphen von ff an der y-Achse. Der Funktionsterm lautet g(x)=f(x)g(x) = f(-x).

Ergebnis:

g(x)=f(x)g(x) = f(-x) – Spiegelung an der y-Achse.

Beispiel 3

Aufgabe

Der blaue Graph gehört zur Funktion ff, der rote zur Funktion gg. Beschreibe, wie gg aus ff entsteht, und gib den Funktionsterm von gg an.

Graph mit Spiegelung am Koordinatenursprung
Graph mit Spiegelung am Koordinatenursprung
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Graphen visuell vergleichen

    Der rote Graph gg scheint diagonal durch den Ursprung gespiegelt zu sein. Er liegt im dritten Quadranten, während der blaue Graph ff im ersten liegt.

  2. Schritt 2
    Einen markanten Punkt prüfen

    Wir wählen den Endpunkt P(42)P(4|2) auf dem Graphen von ff. Der entsprechende Endpunkt auf dem Graphen von gg ist Q(42)Q(-4|-2).

  3. Schritt 3
    Koordinaten vergleichen und Regel bestimmen

    Beide Koordinaten kehren ihr Vorzeichen um (444 \to -4 und 222 \to -2). Das ist eine Spiegelung am Ursprung.

    Die Regel lautet: g(x)=f(x)g(x) = -f(-x).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von gg entsteht durch Spiegelung des Graphen von ff am Koordinatenursprung. Der Funktionsterm lautet g(x)=f(x)g(x) = -f(-x).

Ergebnis:

g(x)=f(x)g(x) = -f(-x) – Spiegelung am Ursprung.

Beispiel 4

Aufgabe

Der blaue Graph gehört zur Funktion ff, der rote zur Funktion gg. Beschreibe, wie gg aus ff entsteht, und gib den Funktionsterm von gg an.

Blauer und roter Graph, Wendepunkt verschoben an y-Achse
Blauer und roter Graph, Wendepunkt verschoben an y-Achse
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Graphen visuell vergleichen

    Der rote Graph gg ist die seitlich gespiegelte Version des blauen Graphen ff. Der Wendepunkt hat sich von der rechten auf die linke Seite der y-Achse bewegt.

  2. Schritt 2
    Einen markanten Punkt prüfen

    Der Wendepunkt von ff liegt bei P(20)P(2|0). Der Wendepunkt von gg liegt bei Q(20)Q(-2|0).

  3. Schritt 3
    Koordinaten vergleichen und Regel bestimmen

    Die x-Koordinate kehrt ihr Vorzeichen um (222 \to -2), die y-Koordinate bleibt gleich (000 \to 0). Dies entspricht einer Spiegelung an der y-Achse.

    Die Regel lautet: g(x)=f(x)g(x) = f(-x).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von gg entsteht durch Spiegelung des Graphen von ff an der y-Achse. Der Funktionsterm lautet g(x)=f(x)g(x) = f(-x).

Ergebnis:

g(x)=f(x)g(x) = f(-x) – Spiegelung an der y-Achse.

Beispiel 5

Aufgabe

Der blaue Graph gehört zur Funktion ff, der rote zur Funktion gg. Beschreibe, wie gg aus ff entsteht, und gib den Funktionsterm von gg an.

Graph nach unten an x-Achse gespiegelt
Graph nach unten an x-Achse gespiegelt
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Graphen visuell vergleichen

    Der rote Graph gg ist eine exakte Kopie des blauen Graphen ff, aber nach unten über die x-Achse geklappt.

  2. Schritt 2
    Einen markanten Punkt prüfen

    Wir wählen den Punkt P(43)P(4|3) auf dem Graphen von ff. Der entsprechende Punkt auf dem Graphen von gg ist Q(43)Q(4|-3).

  3. Schritt 3
    Koordinaten vergleichen und Regel bestimmen

    Die x-Koordinate bleibt gleich (444 \to 4), die y-Koordinate kehrt ihr Vorzeichen um (333 \to -3). Das ist eine Spiegelung an der x-Achse.

    Die Regel lautet: g(x)=f(x)g(x) = -f(x).

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Antwort formulieren

    Der Graph von gg entsteht durch Spiegelung des Graphen von ff an der x-Achse. Der Funktionsterm lautet g(x)=f(x)g(x) = -f(x).

Ergebnis:

g(x)=f(x)g(x) = -f(x) – Spiegelung an der x-Achse.

Aufgabentyp 2: Transformationen aus dem Funktionsterm ableiten

Manchmal hast du nicht die Graphen, sondern die Funktionsterme gegeben und musst die Transformation erkennen. Der Trick ist, den neuen Term g(x)g(x) so umzuformen, dass du den alten Term f(x)f(x) darin wiederfindest. Diese Methode – Transformationen aus Funktionstermen ableiten – ist besonders prüfungsrelevant.

Hier sind die wichtigsten Regeln im Überblick:

  • Spiegelung an der x-Achse: g(x)=f(x)g(x) = -f(x)

    • Beispiel: Wenn f(x)=x2+3f(x) = x^2+3, dann ist f(x)=(x2+3)=x23-f(x) = -(x^2+3) = -x^2-3.
  • Spiegelung an der y-Achse: g(x)=f(x)g(x) = f(-x)

    • Beispiel: Wenn f(x)=x2+3xf(x) = x^2+3x, dann ist f(x)=(x)2+3(x)=x23xf(-x) = (-x)^2+3(-x) = x^2-3x.
  • Verschiebung nach oben/unten: g(x)=f(x)+dg(x) = f(x) + d

    • Beispiel: Wenn f(x)=x2f(x) = x^2, dann ist f(x)+2=x2+2f(x)+2 = x^2+2 eine Verschiebung um 2 nach oben.
  • Verschiebung nach links/rechts: g(x)=f(xc)g(x) = f(x - c)

    • Beispiel: Wenn f(x)=x2f(x) = x^2, dann ist f(x3)=(x3)2f(x-3) = (x-3)^2 eine Verschiebung um 3 nach rechts. Achtung: Minus in der Formel bedeutet Verschiebung nach rechts!

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Terme analysieren: Schreibe die Terme von f(x)f(x) und g(x)g(x) nebeneinander auf und identifiziere die offensichtlichen Unterschiede (z. B. Vorzeichen, zusätzliche Zahlen, Terme in Klammern).
  2. Transformationstyp vermuten und algebraisch testen: Stelle eine Vermutung auf und berechne, ob das Ergebnis mit g(x)g(x) übereinstimmt.
  3. Transformation in Worten beschreiben: Übersetze die gefundene Regel in eine Beschreibung, z. B. „g(x)=f(x)g(x) = -f(x) bedeutet eine Spiegelung an der x-Achse."
  4. Passenden Graphen finden: Suche unter den gegebenen Graphen denjenigen, der genau diese visuelle Veränderung im Vergleich zum Graphen von ff zeigt.

Beim Testen gilt:

  • Sind alle Vorzeichen von g(x)g(x) entgegengesetzt zu f(x)f(x)? Teste, ob g(x)=f(x)g(x) = -f(x) gilt.
  • Sind die Vorzeichen der Terme mit xx anders? Teste, ob g(x)=f(x)g(x) = f(-x) gilt.
  • Ist eine Konstante addiert/subtrahiert? Teste f(x)+df(x) + d.
  • Ist xx durch (xc)(x-c) ersetzt? Teste f(xc)f(x-c).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=x22xf(x) = x^2 - 2x. Ordne dem Funktionsterm g(x)=x2+2xg(x) = -x^2 + 2x den passenden Graphen (1) oder (2) zu und beschreibe die Transformation.

Drei Parabeln im Koordinatensystem, blau f und zwei rote Graphen
Drei Parabeln im Koordinatensystem, blau f und zwei rote Graphen
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Terme analysieren

    f(x)=x22xf(x) = x^2 - 2x g(x)=x2+2xg(x) = -x^2 + 2x

    Wir sehen, dass jedes Vorzeichen in g(x)g(x) das Gegenteil von dem in f(x)f(x) ist.

  2. Schritt 2
    Transformation testen

    Wir vermuten eine Spiegelung an der x-Achse, also g(x)=f(x)g(x) = -f(x).

    Testen wir das: f(x)=(x22x)-f(x) = -(x^2 - 2x)

    =x2+2x= -x^2 + 2x

    Das Ergebnis ist exakt der Term von g(x)g(x). Unsere Vermutung war richtig.

  3. Schritt 3
    Transformation beschreiben

    Die Regel g(x)=f(x)g(x) = -f(x) bedeutet eine Spiegelung an der x-Achse.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Passenden Graphen finden

    Wir suchen den Graphen, bei dem die blaue Parabel nach unten geklappt wird. Der Scheitelpunkt von ff bei (11)(1|-1) muss bei gg zu (11)(1|1) werden. Das ist bei Graph (2) der Fall.

Ergebnis:

Der Term g(x)g(x) gehört zu Graph (2). Er entsteht durch eine Spiegelung von f(x)f(x) an der x-Achse.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=x3+1f(x) = x^3 + 1. Ordne dem Funktionsterm g(x)=x3+1g(x) = -x^3 + 1 den passenden Graphen (1) oder (2) zu und beschreibe die Transformation.

Blaue kubische Funktion und zwei rote kubische Graphen
Blaue kubische Funktion und zwei rote kubische Graphen
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Terme analysieren

    f(x)=x3+1f(x) = x^3 + 1 g(x)=x3+1g(x) = -x^3 + 1

    Der einzige Unterschied ist das Vorzeichen vor dem x3x^3. Das deutet auf eine Spiegelung hin, bei der das xx betroffen ist.

  2. Schritt 2
    Transformation testen

    Wir vermuten eine Spiegelung an der y-Achse, also g(x)=f(x)g(x) = f(-x).

    Testen wir das: f(x)=(x)3+1f(-x) = (-x)^3 + 1

    =x3+1= -x^3 + 1

    Das Ergebnis ist exakt der Term von g(x)g(x).

  3. Schritt 3
    Transformation beschreiben

    Die Regel g(x)=f(x)g(x) = f(-x) bedeutet eine Spiegelung an der y-Achse.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Passenden Graphen finden

    Wir suchen den Graphen, der seitlich gespiegelt ist. Der steigende Verlauf von ff muss bei gg zu einem fallenden Verlauf werden. Der Punkt (01)(0|1) bleibt bei dieser Spiegelung fest. Das trifft auf Graph (1) zu.

Ergebnis:

Der Term g(x)g(x) gehört zu Graph (1). Er entsteht durch eine Spiegelung von f(x)f(x) an der y-Achse.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=xf(x) = |x|. Ordne dem Funktionsterm g(x)=x3g(x) = |x-3| den passenden Graphen (1) oder (2) zu und beschreibe die Transformation.

Betragsfunktion und verschobene Betragsfunktion im Vergleich
Betragsfunktion und verschobene Betragsfunktion im Vergleich
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Terme analysieren

    f(x)=xf(x) = |x| g(x)=x3g(x) = |x-3|

    Das xx aus der Funktion f(x)f(x) wurde durch den Ausdruck (x3)(x-3) ersetzt.

  2. Schritt 2
    Transformation testen

    Wir vermuten eine Verschiebung entlang der x-Achse, also g(x)=f(xc)g(x) = f(x - c).

    Wenn wir c=3c=3 setzen, erhalten wir: f(x3)=x3f(x-3) = |x-3|

    Das ist genau der Term von g(x)g(x).

  3. Schritt 3
    Transformation beschreiben

    Die Regel g(x)=f(x3)g(x) = f(x-3) bedeutet eine Verschiebung um 3 Einheiten nach rechts.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Passenden Graphen finden

    Wir suchen den Graphen, bei dem die V-Spitze von (00)(0|0) nach (30)(3|0) verschoben wurde. Das ist bei Graph (2) der Fall.

Ergebnis:

Der Term g(x)g(x) gehört zu Graph (2). Er entsteht durch eine Verschiebung von f(x)f(x) um 3 Einheiten nach rechts.

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=2xf(x) = 2^x. Ordne dem Funktionsterm g(x)=2xg(x) = -2^x den passenden Graphen (1) oder (2) zu und beschreibe die Transformation.

Blaue Exponentialfunktion und zwei rote gespiegelte Kurven
Blaue Exponentialfunktion und zwei rote gespiegelte Kurven
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Terme analysieren

    f(x)=2xf(x) = 2^x g(x)=2xg(x) = -2^x

    Der Term von g(x)g(x) ist einfach der Term von f(x)f(x) mit einem Minus davor.

  2. Schritt 2
    Transformation testen

    Wir vermuten eine Spiegelung an der x-Achse: g(x)=f(x)g(x) = -f(x).

    Test: f(x)=(2x)=2x-f(x) = -(2^x) = -2^x

    Das stimmt mit g(x)g(x) überein.

  3. Schritt 3
    Transformation beschreiben

    Die Regel g(x)=f(x)g(x) = -f(x) bedeutet eine Spiegelung an der x-Achse.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Passenden Graphen finden

    Wir suchen den Graphen, bei dem die blaue Kurve nach unten geklappt wird. Der Punkt (01)(0|1) auf ff muss zu (01)(0|-1) auf gg werden. Das ist bei Graph (1) der Fall.

Ergebnis:

Der Term g(x)g(x) gehört zu Graph (1). Er entsteht durch eine Spiegelung von f(x)f(x) an der x-Achse.

Beispiel 5

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=x2f(x) = x^2. Ordne dem Funktionsterm g(x)=(x)2+1g(x) = (-x)^2 + 1 den passenden Graphen (1) oder (2) zu und beschreibe die Transformation.

Blaue Parabel und zwei rote verschobene oder gespiegelte Parabeln
Blaue Parabel und zwei rote verschobene oder gespiegelte Parabeln
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Terme analysieren

    f(x)=x2f(x) = x^2 g(x)=(x)2+1g(x) = (-x)^2 + 1

    Hier sind zwei Dinge passiert: Das xx wurde durch x-x ersetzt und eine 1 wurde addiert. Vereinfachen wir zuerst g(x)g(x): g(x)=(x)2+1=x2+1g(x) = (-x)^2 + 1 = x^2 + 1

  2. Schritt 2
    Transformation testen

    Der vereinfachte Term g(x)=x2+1g(x) = x^2 + 1 sieht aus wie f(x)+1f(x) + 1. Wir vermuten eine Verschiebung nach oben.

    Test: f(x)+1=x2+1f(x) + 1 = x^2 + 1

    Das stimmt mit dem vereinfachten g(x)g(x) überein. Die Spiegelung an der y-Achse (f(x)=(x)2=x2f(-x) = (-x)^2 = x^2) ist bei einer symmetrischen Funktion wie x2x^2 nicht sichtbar.

  3. Schritt 3
    Transformation beschreiben

    Die Regel g(x)=f(x)+1g(x) = f(x) + 1 bedeutet eine Verschiebung um 1 Einheit nach oben.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Passenden Graphen finden

    Wir suchen den Graphen, bei dem die blaue Parabel um 1 nach oben verschoben wurde. Der Scheitelpunkt muss von (00)(0|0) zu (01)(0|1) wandern. Das ist bei Graph (1) der Fall.

Ergebnis:

Der Term g(x)g(x) gehört zu Graph (1). Er entsteht durch eine Verschiebung von f(x)f(x) um 1 Einheit nach oben.

Wichtige Erkenntnisse

  • Spiegelung an der x-Achse (klappt hoch/runter): g(x)=f(x)g(x) = -f(x)
  • Spiegelung an der y-Achse (klappt seitlich): g(x)=f(x)g(x) = f(-x)
  • Spiegelung am Ursprung (klappt diagonal): g(x)=f(x)g(x) = -f(-x)
  • Verschiebung nach oben/unten: g(x)=f(x)+dg(x) = f(x) + d – bei d>0d > 0 nach oben, bei d<0d < 0 nach unten
  • Verschiebung nach links/rechts: g(x)=f(xc)g(x) = f(x - c) – bei c>0c > 0 nach rechts (z. B. f(x2)f(x-2)), bei c<0c < 0 nach links (z. B. f(x+2)f(x+2))

Häufige Fragen

Was ist eine Transformation eines Funktionsgraphen?

Eine Transformation eines Funktionsgraphen beschreibt, wie ein Graph durch Spiegelung oder Verschiebung aus einem anderen hervorgeht. Die drei häufigsten Spiegelungen sind: an der x-Achse (g(x) = -f(x)), an der y-Achse (g(x) = f(-x)) und am Ursprung (g(x) = -f(-x)). Zusätzlich gibt es Verschiebungen entlang der Achsen. Mit diesen Regeln kannst du aus einer einzigen Funktion viele neue Graphen erzeugen, ohne jeden Punkt neu zu berechnen.

Wie erkennst du eine Spiegelung an der x-Achse am Graphen?

Eine Spiegelung an der x-Achse erkennst du daran, dass der Graph nach oben oder unten geklappt wurde. Prüfe einen markanten Punkt: Bleibt die x-Koordinate gleich, während die y-Koordinate ihr Vorzeichen wechselt (z. B. von 4 zu −4), handelt es sich um eine Spiegelung an der x-Achse. Die zugehörige Regel lautet g(x) = −f(x) – das gesamte Vorzeichen des Funktionsterms ändert sich.

Was ist der Unterschied zwischen Spiegelung an der y-Achse und Spiegelung am Ursprung?

Bei der Spiegelung an der y-Achse wechselt nur die x-Koordinate ihr Vorzeichen, die y-Koordinate bleibt gleich: Aus P(3|4) wird Q(−3|4). Die Regel lautet g(x) = f(−x). Bei der Spiegelung am Ursprung wechseln beide Koordinaten ihr Vorzeichen: Aus P(3|4) wird Q(−3|−4). Die Regel lautet g(x) = −f(−x). Der entscheidende Unterschied ist also, ob nur x, nur y oder beide Koordinaten gespiegelt werden.

Wie leitest du eine Transformation aus dem Funktionsterm ab?

Schreibe die Terme von f(x) und g(x) nebeneinander und suche nach Unterschieden: Vorzeichen getauscht deutet auf eine Spiegelung hin, eine addierte Konstante auf eine Verschiebung nach oben/unten, ein ersetzendes (x−c) auf eine Verschiebung entlang der x-Achse. Stelle dann eine Vermutung auf, setze den Term von f(x) in die Transformationsregel ein und prüfe, ob das Ergebnis exakt dem Term von g(x) entspricht.

Warum bedeutet ein Minus vor dem x eine Spiegelung an der y-Achse?

Das Minus vor dem x im Argument der Funktion – also f(−x) – bewirkt, dass jeder Punkt (x|y) auf dem Graphen zu (−x|y) wird: Die x-Koordinate wechselt ihr Vorzeichen, die y-Koordinate bleibt unverändert. Das entspricht genau einer Spiegelung an der y-Achse. Im Gegensatz dazu bewirkt ein Minus vor dem gesamten Term (−f(x)) eine Spiegelung an der x-Achse, weil dort die y-Koordinate gespiegelt wird.

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