Wahrscheinlichkeiten abschätzen einfach erklärt: So geht's

Lerne, wie du Wahrscheinlichkeiten richtig abschätzen kannst. Mit anschaulichen Beispielen, dem Gesetz der großen Zahlen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

📅 Aktualisiert 24. September 20268 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Wahrscheinlichkeiten abschätzen einfach erklärt: So geht's

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Student thinking

Wirst du bei einem Spiel über den Tisch gezogen? Ist die Wetter-App vertrauenswürdig? Das Leben ist voller Zufälle, aber nicht alles ist reines Glück. Oft versuchen Leute, uns mit Zahlen zu überzeugen, die besser aussehen, als sie sind. Wenn du verstehst, wie man Wahrscheinlichkeiten richtig einschätzt, entwickelst du einen eingebauten Lügen-Detektor. Du kannst selbstbewusst entscheiden, ob sich eine Wette lohnt, ob eine Statistik Sinn ergibt oder ob du wirklich einen Regenschirm einpacken solltest. Dieses Wissen hilft dir, klügere Entscheidungen zu treffen und dich nicht von scheinbar überzeugenden Zahlen täuschen zu lassen.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz ein paar Grundlagen:

  • Zufallsexperiment: Ein Vorgang mit ungewissem Ausgang, der aber unter gleichen Bedingungen wiederholt werden kann.

    • Beispiel: Das Werfen einer Münze. Wir wissen nicht, ob Kopf oder Zahl kommt, aber wir können es immer wieder tun.
  • Ergebnis: Ein möglicher Ausgang eines Zufallsexperiments.

    • Beispiel: Beim Würfeln ist das Werfen einer 4 ein Ergebnis.
  • Ereignis: Eine Zusammenfassung von einem oder mehreren Ergebnissen.

    • Beispiel: Beim Würfeln ist das Ereignis „eine gerade Zahl werfen“ eine Zusammenfassung der Ergebnisse 2, 4 und 6.
  • Bruch- und Dezimalzahlen: Wahrscheinlichkeiten werden oft als Brüche oder Dezimalzahlen angegeben.

    • Beispiel: Der Bruch 14\frac{1}{4} ist dasselbe wie die Dezimalzahl 0,250,25.

Aufgabentyp 1: Wahrscheinlichkeiten vergleichen und bewerten

Oft müssen wir nicht die genaue Wahrscheinlichkeit berechnen, sondern nur entscheiden, was wahrscheinlicher, was sicher und was unmöglich ist.

1. Wahrscheinlichkeiten vergleichen Um zwei Ereignisse zu vergleichen, überlegen wir, auf wie viele Arten sie eintreten können. Das Ereignis mit mehr möglichen Ergebnissen ist wahrscheinlicher.

Beispiel: Beim Wurf von zwei Würfeln vergleichen wir die Ereignisse „Augensumme 3“ und „Augensumme 4“.

  • Für die Augensumme 3 gibt es nur zwei Möglichkeiten: (1, 2) und (2, 1).
  • Für die Augensumme 4 gibt es drei Möglichkeiten: (1, 3), (3, 1) und (2, 2). Da es mehr Möglichkeiten für die Augensumme 4 gibt, ist dieses Ereignis wahrscheinlicher.

2. Sichere und unmögliche Ereignisse

  • Ein sicheres Ereignis tritt zu 100% ein. Es gibt keine andere Möglichkeit.
    • Beispiel: Aus einer Urne, die nur rote Kugeln enthält, eine rote Kugel ziehen.
  • Ein unmögliches Ereignis kann niemals eintreten. Die Wahrscheinlichkeit ist 0%.
    • Beispiel: Mit einem normalen sechsseitigen Würfel eine 7 würfeln.

Wichtig: Eine hohe Wahrscheinlichkeit (z.B. 95%) bedeutet „sehr wahrscheinlich“, aber nicht „sicher“! Es gibt immer noch eine kleine Chance, dass das Ereignis nicht eintritt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Ereignisse verstehen Lies die Aufgabenstellung genau und identifiziere die Ereignisse, die du vergleichen oder bewerten sollst.

Schritt 2: Möglichkeiten für jedes Ereignis auflisten

  • Zum Vergleichen: Zähle für jedes Ereignis alle möglichen Ergebnisse, die dazu gehören. Das Ereignis mit den meisten Ergebnissen ist das wahrscheinlichere.
  • Zum Bewerten: Überlege, ob es Ergebnisse gibt, die dem Ereignis widersprechen.

Schritt 3: Schlussfolgerung ziehen

  • Vergleich: Entscheide, welches Ereignis wahrscheinlicher ist.
  • Bewertung:
    • Wenn es kein Gegenereignis gibt (es kann nichts anderes passieren), ist das Ereignis sicher.
    • Wenn es kein einziges passendes Ergebnis gibt, ist das Ereignis unmöglich.
    • Wenn es Gegenereignisse gibt (auch wenn sie selten sind), ist das Ereignis nicht sicher.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Beim Werfen von zwei Würfeln: Ist die Augensumme 5 wahrscheinlicher als die Augensumme 10? Begründe deine Antwort.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse verstehen

    Wir vergleichen zwei Ereignisse:

    • Ereignis A: Die Augensumme ist 5.
    • Ereignis B: Die Augensumme ist 10.
  2. Schritt 2
    Möglichkeiten auflisten
    • Möglichkeiten für Augensumme 5: (1, 4), (4, 1), (2, 3), (3, 2) Es gibt 4 Möglichkeiten.
    • Möglichkeiten für Augensumme 10: (4, 6), (6, 4), (5, 5) Es gibt 3 Möglichkeiten.
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Schlussfolgerung ziehen

    Da es für die Augensumme 5 (4 Möglichkeiten) mehr Möglichkeiten gibt als für die Augensumme 10 (3 Möglichkeiten), ist das Werfen der Augensumme 5 wahrscheinlicher.

Ergebnis:

Ja, die Augensumme 5 ist wahrscheinlicher als die Augensumme 10.

Quiz zu Wahrscheinlichkeiten abschätzen: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Wahrscheinlichkeiten abschätzen

Welche Dezimalzahl entspricht laut dem Text genau dem Bruch 14\frac{1}{4}?

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Wie stellt man fest, welches von zwei Ereignissen das wahrscheinlichere ist?

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Übungsaufgabe zu Wahrscheinlichkeiten abschätzen

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Beispiel 2

Aufgabe

In einer Kiste liegen 12 Äpfel, die alle grün sind. Ist die Aussage „Ich ziehe mit Sicherheit einen grünen Apfel“ wahr?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignis verstehen

    Das Ereignis ist: „einen grünen Apfel ziehen“.

  2. Schritt 2
    Möglichkeiten bewerten

    Wir prüfen, ob es eine andere Möglichkeit gibt, als einen grünen Apfel zu ziehen. Da sich nur grüne Äpfel in der Kiste befinden, ist es unmöglich, einen Apfel mit einer anderen Farbe zu ziehen.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Schlussfolgerung ziehen

    Es gibt kein Gegenereignis. Man kann nur einen grünen Apfel ziehen. Daher ist das Ereignis sicher.

Ergebnis:

Die Aussage ist wahr.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Glücksrad hat 10 gleich große Felder, nummeriert von 1 bis 10. Ist das Ereignis „eine Zahl größer als 10 drehen“ sicher, wahrscheinlich oder unmöglich?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignis verstehen

    Das Ereignis ist: „eine Zahl größer als 10 drehen“.

  2. Schritt 2
    Möglichkeiten bewerten

    Die Felder sind von 1 bis 10 nummeriert. Es gibt also kein Feld mit einer Zahl, die größer als 10 ist.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Schlussfolgerung ziehen

    Es gibt kein einziges passendes Ergebnis für dieses Ereignis. Daher ist das Ereignis unmöglich.

Ergebnis:

Das Ereignis ist unmöglich.

Beispiel 4

Aufgabe

Eine Wetter-App zeigt eine Regenwahrscheinlichkeit von 99% an. Kannst du mit Sicherheit sagen, dass es regnen wird?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignis verstehen

    Das Ereignis ist: „Es wird regnen“.

  2. Schritt 2
    Möglichkeiten bewerten

    Eine Wahrscheinlichkeit von 99% ist sehr hoch, aber es ist nicht 100%. Es gibt eine 1%-ige Chance (100%99%=1%100\% - 99\% = 1\%), dass es nicht regnet. Ein Gegenereignis („es regnet nicht“) ist also möglich, wenn auch unwahrscheinlich.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Schlussfolgerung ziehen

    Da ein Gegenereignis existiert, ist das Ereignis „Es wird regnen“ nicht sicher. Es ist nur sehr wahrscheinlich.

Ergebnis:

Nein, man kann nicht mit Sicherheit sagen, dass es regnen wird.

Beispiel 5

Aufgabe

Aus dem Wort „SOMMERFERIEN“ wird zufällig ein Buchstabe gezogen. Ist es wahrscheinlicher, einen Vokal (A, E, I, O, U) oder einen Konsonanten zu ziehen?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse verstehen

    Wir vergleichen zwei Ereignisse:

    • Ereignis A: Einen Vokal ziehen.
    • Ereignis B: Einen Konsonanten ziehen.
  2. Schritt 2
    Möglichkeiten auflisten

    Das Wort „SOMMERFERIEN“ hat 12 Buchstaben.

    • Vokale im Wort: O, E, E, I, E Es gibt 5 Vokale.
    • Konsonanten im Wort: S, M, M, R, F, R, N Es gibt 7 Konsonanten.
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Schlussfolgerung ziehen

    Da es mehr Konsonanten (7) als Vokale (5) gibt, ist es wahrscheinlicher, einen Konsonanten zu ziehen.

Ergebnis:

Es ist wahrscheinlicher, einen Konsonanten zu ziehen.

Aufgabentyp 2: Wahrscheinlichkeit mit relativer Häufigkeit schätzen

Manchmal kennen wir die theoretische Wahrscheinlichkeit nicht (z.B. wie wahrscheinlich es ist, dass eine Reißzwecke auf dem Kopf landet). In solchen Fällen führen wir ein Experiment oft durch und nutzen die Ergebnisse, um die Wahrscheinlichkeit zu schätzen.

Absolute und Relative Häufigkeit

  • Absolute Häufigkeit: Die reine Anzahl, wie oft ein Ereignis bei einem Experiment auftritt.
    • Beispiel: Du wirfst 100 Mal eine Münze und bekommst 48 Mal „Kopf“. Die absolute Häufigkeit von „Kopf“ ist 48.
  • Relative Häufigkeit: Der Anteil der absoluten Häufigkeit an der Gesamtzahl der Versuche. Sie ist unsere Schätzung für die Wahrscheinlichkeit.
    • Formel: Relative Ha¨ufigkeit=Absolute Ha¨ufigkeitGesamtzahl der Versuche\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{\text{Absolute Häufigkeit}}}{\text{Gesamtzahl der Versuche}}
    • Beispiel: Bei 48 Mal „Kopf“ in 100 Würfen ist die relative Häufigkeit 48100=0,48\frac{\textcolor{#08BFFF}{48}}{100} = 0,48 oder 48%.

Das Gesetz der großen Zahlen Dies ist ein sehr wichtiges Prinzip: Je öfter ein Zufallsexperiment durchgeführt wird, desto näher liegt die relative Häufigkeit an der wahren, theoretischen Wahrscheinlichkeit.

Das bedeutet: Eine Schätzung, die auf 10.000 Versuchen basiert, ist viel zuverlässiger als eine, die auf nur 10 Versuchen basiert.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

Schritt 1: Gegebene Daten identifizieren Lies die Aufgabe und finde für jede Versuchsreihe die absolute Häufigkeit (Anzahl der Treffer) und die Gesamtzahl der Versuche.

Schritt 2: Relative Häufigkeiten berechnen Wende für jede Versuchsreihe die Formel an: Relative Ha¨ufigkeit=Absolute Ha¨ufigkeitGesamtzahl der Versuche\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{\text{Absolute Häufigkeit}}}{\text{Gesamtzahl der Versuche}} Berechne das Ergebnis als Dezimalzahl.

Schritt 3: Beste Schätzung auswählen Vergleiche die Gesamtzahl der Versuche für jede Reihe. Nach dem Gesetz der großen Zahlen ist die relative Häufigkeit aus der Reihe mit den meisten Versuchen die beste Schätzung für die tatsächliche Wahrscheinlichkeit.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Basketballspieler übt Freiwürfe. An Tag 1 trifft er 8 von 10 Würfen. Über die Woche trifft er 65 von 100 Würfen. Über den ganzen Monat trifft er 285 von 500 Würfen. Berechne die relativen Häufigkeiten und bestimme die beste Schätzung für seine Trefferwahrscheinlichkeit.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Daten identifizieren
    • Tag 1: Absolute Häufigkeit = 8, Gesamtzahl = 10
    • Woche: Absolute Häufigkeit = 65, Gesamtzahl = 100
    • Monat: Absolute Häufigkeit = 285, Gesamtzahl = 500
  2. Schritt 2
    Relative Häufigkeiten berechnen
    • Tag 1: Relative Ha¨ufigkeit=810=0,80\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{8}}{10} = 0,80
    • Woche: Relative Ha¨ufigkeit=65100=0,65\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{65}}{100} = 0,65
    • Monat: Relative Ha¨ufigkeit=285500=0,57\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{285}}{500} = 0,57
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Beste Schätzung auswählen

    Die meisten Versuche wurden über den Monat gemacht (500 Würfe). Nach dem Gesetz der großen Zahlen ist die relative Häufigkeit von 0,57 die zuverlässigste Schätzung.

Ergebnis:

Die relativen Häufigkeiten sind 0,80 (Tag), 0,65 (Woche) und 0,57 (Monat). Die beste Schätzung für die Trefferwahrscheinlichkeit ist 0,57.

Beispiel 2

Aufgabe

In einer Fabrik werden Glühbirnen getestet. In einer kleinen Stichprobe von 50 Stück waren 2 defekt. Bei einer größeren Prüfung von 400 Stück waren 12 defekt. Bei der Jahresinspektion von 10.000 Stück waren 240 defekt. Welche ist die beste Schätzung für die Wahrscheinlichkeit, eine defekte Glühbirne zu erhalten?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Daten identifizieren
    • Stichprobe 1: Absolute Häufigkeit (defekt) = 2, Gesamtzahl = 50
    • Stichprobe 2: Absolute Häufigkeit (defekt) = 12, Gesamtzahl = 400
    • Jahresinspektion: Absolute Häufigkeit (defekt) = 240, Gesamtzahl = 10.000
  2. Schritt 2
    Relative Häufigkeiten berechnen
    • Stichprobe 1: Relative Ha¨ufigkeit=250=0,04\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{2}}{50} = 0,04
    • Stichprobe 2: Relative Ha¨ufigkeit=12400=0,03\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{12}}{400} = 0,03
    • Jahresinspektion: Relative Ha¨ufigkeit=24010.000=0,024\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{240}}{10.000} = 0,024
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Beste Schätzung auswählen

    Die Jahresinspektion hat mit 10.000 Stück die mit Abstand größte Versuchsanzahl. Daher liefert sie laut Gesetz der großen Zahlen die beste Schätzung.

Ergebnis:

Die beste Schätzung für die Wahrscheinlichkeit einer defekten Glühbirne ist 0,024 oder 2,4%.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein YouTuber analysiert die Kommentare unter seinen Videos. Bei einem Video mit 200 Kommentaren waren 30 positiv. Bei einem anderen Video mit 1.500 Kommentaren waren 210 positiv. Berechne die relative Häufigkeit positiver Kommentare für beide Videos und entscheide, welcher Wert die Situation besser beschreibt.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Daten identifizieren
    • Video 1: Absolute Häufigkeit (positiv) = 30, Gesamtzahl = 200
    • Video 2: Absolute Häufigkeit (positiv) = 210, Gesamtzahl = 1.500
  2. Schritt 2
    Relative Häufigkeiten berechnen
    • Video 1: Relative Ha¨ufigkeit=30200=0,15\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{30}}{200} = 0,15
    • Video 2: Relative Ha¨ufigkeit=2101.500=0,14\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{210}}{1.500} = 0,14
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Beste Schätzung auswählen

    Video 2 hat mit 1.500 Kommentaren eine deutlich größere Datenbasis als Video 1 mit 200 Kommentaren. Das Gesetz der großen Zahlen besagt, dass diese Schätzung genauer ist.

Ergebnis:

Die relativen Häufigkeiten sind 0,15 und 0,14. Der Wert 0,14 (von Video 2) ist die bessere Schätzung für den Anteil positiver Kommentare.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Forscher wirft eine Reißzwecke. Nach 20 Würfen landete sie 12 Mal mit der Spitze nach oben. Nach 100 Würfen war dies 55 Mal der Fall. Nach 500 Würfen war es 280 Mal der Fall. Was ist die beste Schätzung für die Wahrscheinlichkeit, dass die Reißzwecke mit der Spitze nach oben landet?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Daten identifizieren
    • Serie 1: Absolute Häufigkeit (Spitze oben) = 12, Gesamtzahl = 20
    • Serie 2: Absolute Häufigkeit (Spitze oben) = 55, Gesamtzahl = 100
    • Serie 3: Absolute Häufigkeit (Spitze oben) = 280, Gesamtzahl = 500
  2. Schritt 2
    Relative Häufigkeiten berechnen
    • Serie 1: Relative Ha¨ufigkeit=1220=0,60\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{12}}{20} = 0,60
    • Serie 2: Relative Ha¨ufigkeit=55100=0,55\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{55}}{100} = 0,55
    • Serie 3: Relative Ha¨ufigkeit=280500=0,56\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{280}}{500} = 0,56
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Beste Schätzung auswählen

    Die dritte Serie hat mit 500 Würfen die größte Anzahl an Versuchen. Ihre relative Häufigkeit ist daher die zuverlässigste Schätzung gemäß dem Gesetz der großen Zahlen.

Ergebnis:

Die beste Schätzung für die Wahrscheinlichkeit ist 0,56.

Beispiel 5

Aufgabe

An einer Kreuzung wird der Verkehr gezählt. An einem Vormittag (100 Autos) bogen 25 links ab. Über den ganzen Tag (800 Autos) bogen 184 links ab. Welche Schätzung für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Auto links abbiegt, ist genauer?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Daten identifizieren
    • Vormittag: Absolute Häufigkeit (links) = 25, Gesamtzahl = 100
    • Ganzer Tag: Absolute Häufigkeit (links) = 184, Gesamtzahl = 800
  2. Schritt 2
    Relative Häufigkeiten berechnen
    • Vormittag: Relative Ha¨ufigkeit=25100=0,25\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{25}}{100} = 0,25
    • Ganzer Tag: Relative Ha¨ufigkeit=184800=0,23\text{Relative Häufigkeit} = \frac{\textcolor{#08BFFF}{184}}{800} = 0,23
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Beste Schätzung auswählen

    Die Zählung über den ganzen Tag umfasst 800 Autos, was deutlich mehr ist als die 100 Autos vom Vormittag. Die Schätzung, die auf mehr Daten beruht, ist nach dem Gesetz der großen Zahlen genauer.

Ergebnis:

Die Schätzung von 0,23 (basierend auf 800 Autos) ist genauer.

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein Ereignis ist wahrscheinlicher als ein anderes, wenn es auf mehr Arten eintreten kann.
  • Ein sicheres Ereignis tritt immer ein (100% Wahrscheinlichkeit). Ein unmögliches Ereignis tritt niemals ein (0% Wahrscheinlichkeit).
  • Relative Häufigkeit ist die Schätzung einer Wahrscheinlichkeit aus einem Experiment: Anzahl der TrefferAnzahl der Versuche\frac{\text{Anzahl der Treffer}}{\text{Anzahl der Versuche}}.
  • Gesetz der großen Zahlen: Je mehr Versuche, desto besser und zuverlässiger ist die Schätzung durch die relative Häufigkeit.

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Häufige Fragen

Was ist das Abschätzen von Wahrscheinlichkeiten?

Beim Abschätzen von Wahrscheinlichkeiten geht es darum, ohne komplexe Rechnungen zu beurteilen, wie oft ein Ereignis eintritt. Man vergleicht mögliche Ergebnisse oder nutzt die relative Häufigkeit aus vergangenen Versuchen, um Vorhersagen für die Zukunft zu treffen.

Was ist der Unterschied zwischen einem sicheren und einem unmöglichen Ereignis?

Ein sicheres Ereignis tritt zu 100 % ein, weil es keine anderen Möglichkeiten oder Gegenereignisse gibt. Ein unmögliches Ereignis hat eine Wahrscheinlichkeit von 0 %, da kein einziges passendes Ergebnis existiert — wie etwa das Würfeln einer 7 mit einem normalen Spielwürfel.

Wie hilft die relative Häufigkeit beim Schätzen von Wahrscheinlichkeiten?

Wenn die genaue Wahrscheinlichkeit unbekannt ist, führt man ein Experiment oft durch. Die relative Häufigkeit (Treffer geteilt durch Gesamtversuche) dient dann als Schätzwert. Nach dem Gesetz der großen Zahlen wird diese Schätzung umso genauer, je öfter das Experiment wiederholt wird.

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