Vereinfachte Baumdiagramme sind dein Werkzeug, wenn ein Zufallsexperiment so viele Stufen oder so viele Äste hat, dass ein vollständiges Baumdiagramm schlicht nicht mehr praktikabel ist. Stell dir vor, du sollst die Wahrscheinlichkeit für 20 Münzwürfe berechnen – willst du wirklich ein Diagramm zeichnen, das über drei Seiten geht und wertvolle Klausurzeit kostet? Auf keinen Fall! Es gibt zwei simple Tricks, um riesige Baumdiagramme zu zähmen. Wenn du die draufhast, löst du diese Aufgaben in Rekordzeit, während andere noch am Zeichnen sind. Das ist dein unfairer Vorteil für eine bessere Note.
Vorwissen
Bevor wir die Abkürzungen lernen, wiederholen wir kurz die Grundlagen:
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Baumdiagramm: Eine grafische Darstellung eines Zufallsexperiments. Jede Stufe ist eine Durchführung (z. B. ein Wurf), jeder Ast ein mögliches Ergebnis.
- Beispiel: Ein zweimaliger Münzwurf. Das Diagramm hat 2 Stufen mit je 2 Ästen (Kopf/Zahl).
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1. Pfadregel (Produktregel): Die Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Ergebnis (einen Pfad) erhält man, indem man die Wahrscheinlichkeiten entlang der Äste multipliziert.
- Formel:
- Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, zweimal Kopf zu werfen (bei ), ist .
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Gegenereignis: Das Gegenereignis tritt genau dann ein, wenn das Ereignis nicht eintritt. Die Summe ihrer Wahrscheinlichkeiten ist immer 1.
- Formel:
- Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, eine 6 zu würfeln, ist . Die Wahrscheinlichkeit, keine 6 zu würfeln, ist .
Aufgabentyp 1: Baumdiagramm mit zu vielen Stufen (zu lang)
Manchmal wird ein Experiment sehr oft wiederholt, zum Beispiel 20 Elfmeterschüsse oder 10 Münzwürfe. Ein vollständiges Baumdiagramm hätte dann 20 oder 10 Stufen und wäre unmöglich zu zeichnen.
Der Trick: Wenn wir uns nur für einen bestimmten Pfad interessieren (z. B. „trifft immer" oder „immer Kopf"), zeichnen wir nur diesen einen Pfad für die ersten paar Stufen und deuten den Rest mit Punkten an.
Die Berechnung wird dann super einfach: Statt die Wahrscheinlichkeit ganz oft mit sich selbst zu multiplizieren, benutzen wir eine Potenz.
Wenn ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit insgesamt -mal hintereinander eintreten soll, lautet die Wahrscheinlichkeit dafür:

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 1: Problem analysieren – Identifiziere, wie oft das Experiment wiederholt wird (Anzahl der Stufen) und welche Wahrscheinlichkeit pro Stufe gilt.
- Schritt 2: Vereinfachtes Diagramm skizzieren – Zeichne nur den gesuchten Pfad, skizziere die ersten 2–3 Stufen und deute den Rest mit „..." und der letzten Stufennummer an.
- Schritt 3: Pfadwahrscheinlichkeit berechnen – Wende die 1. Pfadregel an und schreibe die wiederholte Multiplikation als Potenz: .
- Schritt 4: Ergebnis formulieren – Berechne den Wert der Potenz und schreibe einen Antwortsatz.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Justin hat beim Elfmeterschießen eine Trefferquote von 80%. In einem Training schießt er 20 Mal. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass Justin dabei immer trifft. Erstelle dafür ein geeignetes, vereinfachtes Baumdiagramm.
- Schritt 1Problem analysieren
- Anzahl der Stufen: Justin schießt 20 Mal.
- Ergebnisse: Treffer (T) oder Nicht-Treffer ().
- Wahrscheinlichkeit pro Stufe: .
- Schritt 2Vereinfachtes Diagramm skizzieren
Wir interessieren uns nur für den Pfad, bei dem Justin immer trifft. Wir zeichnen also nur den Pfad T-T-T-...

Vereinfachtes Baumdiagramm Elfmeter immer Treffer - Schritt 3Pfadwahrscheinlichkeit berechnen
Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades. Da es 20 Stufen sind, multiplizieren wir 0,8 zwanzigmal mit sich selbst.
Das schreiben wir als Potenz:
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis formulieren
Die Wahrscheinlichkeit, dass Justin alle 20 Elfmeter trifft, liegt bei ca. 1,15%.
Beispiel 2
Eine faire Münze wird 10 Mal geworfen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass immer „Kopf" fällt? Skizziere ein vereinfachtes Baumdiagramm.
- Schritt 1Problem analysieren
- Anzahl der Stufen: Die Münze wird 10 Mal geworfen.
- Ergebnisse: Kopf (K) oder Zahl (Z).
- Wahrscheinlichkeit pro Stufe: .
- Schritt 2Vereinfachtes Diagramm skizzieren
Wir zeichnen nur den Pfad für „immer Kopf".

Vereinfachtes Baumdiagramm Münzwurf immer Kopf - Schritt 3Pfadwahrscheinlichkeit berechnen
Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeit 0,5 insgesamt 10 Mal mit sich selbst.
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis formulieren
Die Wahrscheinlichkeit für 10-mal Kopf in Folge beträgt ungefähr 0,1%.
Beispiel 3
Ein Glücksrad hat 5 gleich große Sektoren, von denen einer rot ist. Das Rad wird 8 Mal gedreht. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es jedes Mal auf Rot stehen bleibt?
- Schritt 1Problem analysieren
- Anzahl der Stufen: Das Rad wird 8 Mal gedreht.
- Ergebnisse: Rot (R) oder Nicht-Rot ().
- Wahrscheinlichkeit pro Stufe: Es gibt 5 Sektoren, einer davon ist rot. .
- Schritt 2Vereinfachtes Diagramm skizzieren
Wir zeichnen den Pfad für „immer Rot".

Vereinfachtes Baumdiagramm Glücksrad immer Rot - Schritt 3Pfadwahrscheinlichkeit berechnen
Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeit 0,2 insgesamt 8 Mal mit sich selbst.
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis formulieren
Die Wahrscheinlichkeit, 8-mal hintereinander Rot zu drehen, ist extrem gering.
Beispiel 4
Eine Maschine produziert Schrauben mit einer Fehlerwahrscheinlichkeit von 10%. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten 15 geprüften Schrauben alle in Ordnung sind?
- Schritt 1Problem analysieren
- Anzahl der Stufen: Es werden 15 Schrauben geprüft.
- Ergebnisse: In Ordnung (O) oder Fehlerhaft (F).
- Wahrscheinlichkeit pro Stufe: . Wir brauchen aber die Wahrscheinlichkeit für „in Ordnung". Das ist das Gegenereignis: .
- Schritt 2Vereinfachtes Diagramm skizzieren
Wir zeichnen den Pfad für „immer in Ordnung".

Vereinfachtes Baumdiagramm Schrauben fehlerfrei - Schritt 3Pfadwahrscheinlichkeit berechnen
Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeit 0,9 insgesamt 15 Mal mit sich selbst.
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis formulieren
Die Wahrscheinlichkeit, dass die ersten 15 Schrauben fehlerfrei sind, liegt bei ca. 20,6%.
Beispiel 5
Bei einem Multiple-Choice-Test gibt es bei jeder Frage 4 Antwortmöglichkeiten, von denen nur eine richtig ist. Ein Schüler rät bei 5 Fragen komplett. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er alle 5 Fragen richtig beantwortet?
- Schritt 1Problem analysieren
- Anzahl der Stufen: Es gibt 5 Fragen.
- Ergebnisse: Richtig (R) oder Falsch (F).
- Wahrscheinlichkeit pro Stufe: Bei 4 Optionen ist die Wahrscheinlichkeit, richtig zu raten, .
- Schritt 2Vereinfachtes Diagramm skizzieren
Wir zeichnen den Pfad für „immer richtig".

Vereinfachtes Baumdiagramm Multiple Choice alle richtig - Schritt 3Pfadwahrscheinlichkeit berechnen
Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeit 0,25 insgesamt 5 Mal mit sich selbst.
- Schritt 4 · ErgebnisErgebnis formulieren
Die Wahrscheinlichkeit, durch Raten 5-mal richtig zu liegen, ist sehr gering (ca. 0,1%).
Aufgabentyp 2: Baumdiagramm mit zu vielen Ästen (zu breit)
Manchmal hat jede Stufe eines Experiments sehr viele mögliche Ergebnisse. Ein Würfel hat 6 Seiten, ein Kartenspiel 32 Karten. Ein Baumdiagramm mit 6 oder 32 Ästen pro Stufe wäre viel zu unübersichtlich.
Der Trick: Wir fassen die Ergebnisse in zwei Gruppen zusammen:
- Das Ereignis, das uns interessiert (z. B. „eine 1 würfeln").
- Das Gegenereignis, also „alles andere" (z. B. „keine 1 würfeln").
So reduzieren wir die Anzahl der Äste pro Stufe auf nur noch zwei. Die Wahrscheinlichkeit für das Gegenereignis berechnen wir ganz einfach:
Danach können wir ein übersichtliches Baumdiagramm zeichnen und den gesuchten Pfad berechnen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schritt 1: Problem analysieren – Erkenne, dass es pro Stufe sehr viele Ergebnisse gibt, und identifiziere das eine relevante Ergebnis.
- Schritt 2: Ereignisse zusammenfassen – Definiere das interessante Ereignis E und das Gegenereignis .
- Schritt 3: Wahrscheinlichkeiten berechnen – Berechne und daraus .
- Schritt 4: Vereinfachtes Diagramm zeichnen – Zeichne das Baumdiagramm mit nur den beiden Ästen für E und pro Stufe.
- Schritt 5: Pfad finden und berechnen – Markiere den gesuchten Pfad und berechne seine Wahrscheinlichkeit mit der Produktregel.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein fairer sechsseitiger Würfel wird viermal geworfen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass nur der dritte Wurf eine Eins zeigt. Nutze ein vereinfachtes Baumdiagramm.
- Schritt 1Problem analysieren
Ein Würfel hat 6 Seiten. Ein Baumdiagramm mit 6 Ästen pro Stufe wäre zu unübersichtlich. Das relevante Ergebnis ist „eine 1 würfeln".
- Schritt 2Ereignisse zusammenfassen
- Ereignis E: „Eine 1 wird gewürfelt" (kurz: 1)
- Gegenereignis : „Keine 1 wird gewürfelt" (kurz: )
- Schritt 3Wahrscheinlichkeiten berechnen
- Schritt 4Vereinfachtes Diagramm zeichnen
Wir zeichnen ein 4-stufiges Baumdiagramm mit den Ästen „1" und „".

Vereinfachtes Baumdiagramm Würfel nur dritter Wurf eine Eins - Schritt 5 · ErgebnisPfad finden und berechnen
Der gesuchte Pfad ist: - - 1 - . Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeiten entlang dieses Pfades:
Die Wahrscheinlichkeit beträgt ca. 9,6%.
Beispiel 2
In einer Urne liegen 10 Kugeln: 1 rote, 3 blaue und 6 grüne. Es wird dreimal eine Kugel mit Zurücklegen gezogen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass genau die erste gezogene Kugel rot ist?
- Schritt 1Problem analysieren
Es gibt 3 verschiedene Farben, aber die Frage bezieht sich nur auf „rot" oder „nicht rot".
- Schritt 2Ereignisse zusammenfassen
- Ereignis E: „Kugel ist rot" (R)
- Gegenereignis : „Kugel ist nicht rot" ()
- Schritt 3Wahrscheinlichkeiten berechnen
- Es gibt 1 rote Kugel von insgesamt 10.
- Schritt 4Vereinfachtes Diagramm zeichnen
Wir zeichnen ein 3-stufiges Baumdiagramm.

Vereinfachtes Baumdiagramm Urne erste Kugel rot - Schritt 5 · ErgebnisPfad finden und berechnen
Der gesuchte Pfad ist: R - - .
Die Wahrscheinlichkeit beträgt 8,1%.
Beispiel 3
Aus einem Skatspiel (32 Karten) wird zweimal mit Zurücklegen eine Karte gezogen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass keine der beiden Karten ein Ass ist? (Es gibt 4 Asse im Spiel.)
- Schritt 1Problem analysieren
Ein Deck hat 32 Karten. Wir interessieren uns nur dafür, ob eine Karte ein Ass ist oder nicht.
- Schritt 2Ereignisse zusammenfassen
- Ereignis E: „Karte ist ein Ass" (A)
- Gegenereignis : „Karte ist kein Ass" ()
- Schritt 3Wahrscheinlichkeiten berechnen
- Es gibt 4 Asse in 32 Karten.
- Schritt 4Vereinfachtes Diagramm zeichnen
Wir zeichnen ein 2-stufiges Baumdiagramm.

Vereinfachtes Baumdiagramm Skatspiel kein Ass - Schritt 5 · ErgebnisPfad finden und berechnen
Der gesuchte Pfad ist: - .
Die Wahrscheinlichkeit, kein Ass zu ziehen, liegt bei ca. 76,6%.
Beispiel 4
Ein Wetterdienst sagt für die nächsten 3 Tage die Regenwahrscheinlichkeit voraus. Für Freitag liegt sie bei 20%, für Samstag bei 60% und für Sonntag bei 30%. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nur am Samstag regnet?
- Schritt 1Problem analysieren
Wir haben 3 Tage (Stufen) und für jeden Tag zwei Möglichkeiten: Regen oder kein Regen.
- Schritt 2Ereignisse zusammenfassen
- Ereignis E: „Es regnet" (R)
- Gegenereignis : „Es regnet nicht" ()
- Schritt 3Wahrscheinlichkeiten berechnen
Die Wahrscheinlichkeiten sind hier für jede Stufe unterschiedlich!
- Freitag:
- Samstag:
- Sonntag:
- Schritt 4Vereinfachtes Diagramm zeichnen
Wir zeichnen ein 3-stufiges Baumdiagramm.

Vereinfachtes Baumdiagramm Wettervorhersage nur Samstag Regen - Schritt 5 · ErgebnisPfad finden und berechnen
Der gesuchte Pfad ist: - - .
Die Wahrscheinlichkeit, dass es nur am Samstag regnet, beträgt 33,6%.
Beispiel 5
In einer Klasse sind 25 Schüler, davon 10 Jungen. Für ein Referat werden nacheinander 2 Schüler zufällig ausgewählt (eine Person kann nicht zweimal gewählt werden). Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass zuerst ein Junge und dann ein Mädchen ausgewählt wird?
- Schritt 1Problem analysieren
Dies ist ein Ziehen ohne Zurücklegen. Die Wahrscheinlichkeiten ändern sich nach der ersten Ziehung. Wir interessieren uns nur für Junge/Mädchen.
- Schritt 2Ereignisse zusammenfassen
- Ereignis E: „Schüler ist ein Junge" (J)
- Gegenereignis : „Schüler ist ein Mädchen" (M)
- Schritt 3Wahrscheinlichkeiten berechnen
- 1. Ziehung: 10 Jungen, 15 Mädchen, 25 Schüler gesamt.
- 2. Ziehung (nachdem ein Junge gezogen wurde): 9 Jungen, 15 Mädchen, 24 Schüler gesamt.
- Schritt 4Vereinfachtes Diagramm zeichnen
Wir zeichnen ein 2-stufiges Baumdiagramm.

Vereinfachtes Baumdiagramm Schülerziehung Junge dann Mädchen - Schritt 5 · ErgebnisPfad finden und berechnen
Der gesuchte Pfad ist: - .
Die Wahrscheinlichkeit beträgt 25%.
Wichtige Erkenntnisse
- Zu viele Stufen (zu lang): Zeichne nur den relevanten Pfad für 2–3 Stufen, deute den Rest mit „..." an. Berechne die Wahrscheinlichkeit mit einer Potenz: .
- Zu viele Äste (zu breit): Fasse die Ergebnisse in zwei Gruppen zusammen: Ereignis und Gegenereignis. Zeichne ein einfaches Baumdiagramm mit nur zwei Ästen pro Stufe.
- Gegenereignis berechnen: Die Wahrscheinlichkeit für „alles andere" ist immer .
- Pfadregel gilt immer: Egal wie du vereinfachst, die Wahrscheinlichkeit eines Pfades ist immer das Produkt der Wahrscheinlichkeiten entlang der Äste.
Häufige Fragen
Was sind vereinfachte Baumdiagramme?
Vereinfachte Baumdiagramme sind eine Methode, um Zufallsexperimente mit sehr vielen Stufen oder sehr vielen Ergebnissen pro Stufe handhabbar zu machen. Statt ein vollständiges Diagramm zu zeichnen, zeigst du entweder nur den gesuchten Pfad (bei zu vielen Stufen) oder fasst alle Ergebnisse in zwei Gruppen – Ereignis und Gegenereignis – zusammen (bei zu vielen Ästen). So sparst du Zeit und behältst den Überblick.
Wie berechne ich die Wahrscheinlichkeit bei einem vereinfachten Baumdiagramm mit vielen Stufen?
Wenn ein Ereignis mit der Wahrscheinlichkeit p genau n-mal hintereinander eintreten soll, multiplizierst du p nicht mühsam n-mal, sondern schreibst es als Potenz: P = pn. Zeichne dazu nur die ersten 2–3 Stufen des gesuchten Pfades und deute den Rest mit „..." an. Die 1. Pfadregel liefert dann direkt das Ergebnis – schnell und fehlerfrei.
Wann nutze ich das Gegenereignis beim Baumdiagramm vereinfachen?
Das Gegenereignis kommt ins Spiel, wenn es pro Stufe sehr viele verschiedene Ergebnisse gibt (z. B. 6 Würfelseiten oder 32 Spielkarten). Du definierst dann nur zwei Gruppen: das eine relevante Ereignis E und alles andere als Ē. Die Wahrscheinlichkeit dafür berechnest du mit P(Ē) = 1 − P(E). So reduzierst du jede Verzweigung auf zwei Äste und das Diagramm bleibt übersichtlich.
Was ist der Unterschied zwischen zu vielen Stufen und zu vielen Ästen beim Baumdiagramm?
Bei zu vielen Stufen (z. B. 20 Münzwürfe) ist das Diagramm zu lang – du zeichnest deshalb nur den gesuchten Pfad und berechnest mit einer Potenz. Bei zu vielen Ästen (z. B. ein 6-seitiger Würfel) ist das Diagramm zu breit – du fasst alle Ergebnisse in Ereignis und Gegenereignis zusammen und zeichnest nur zwei Äste pro Stufe. Beide Tricks können auch kombiniert auftreten.
Warum gilt die Pfadregel auch bei vereinfachten Baumdiagrammen?
Die 1. Pfadregel (Produktregel) besagt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Pfades immer gleich dem Produkt der Einzelwahrscheinlichkeiten entlang seiner Äste ist. Das gilt unabhängig davon, wie du das Diagramm vereinfacht hast – ob du Äste zusammengefasst oder Stufen mit einer Potenz abgekürzt hast. Solange die Wahrscheinlichkeiten an den Ästen korrekt angegeben sind, liefert die Pfadregel das richtige Ergebnis.