Produktregel Wahrscheinlichkeit einfach erklärt

Die Produktregel der Wahrscheinlichkeitsrechnung erklärt: mit und ohne Zurücklegen sowie unabhängige Ereignisse – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und vielen Beispielen.

📅 Aktualisiert 14. Juni 202625 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Die Produktregel ist so etwas wie ein „Cheat Code" für die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Hast du dich jemals gefragt, wie hoch die Chance ist, in einem Videospiel zweimal hintereinander einen super seltenen Gegenstand zu bekommen? Oder warum es so unwahrscheinlich ist, im Lotto zu gewinnen? Das ist keine Magie, sondern reine Mathematik! Die Produktregel lässt dich die genauen Chancen für eine Kette von Ereignissen berechnen. Wenn du diese Regel kennst, verstehst du die verborgenen Spielregeln hinter vielen Zufällen – im Spiel und im echten Leben. In diesem Artikel lernst du, die Produktregel Wahrscheinlichkeit Schritt für Schritt anzuwenden – für Ziehen mit Zurücklegen, ohne Zurücklegen und für stochastisch unabhängige Ereignisse.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz drei wichtige Grundlagen:

  • Baumdiagramm: Ein Baumdiagramm zeigt alle möglichen Ergebnisse eines mehrstufigen Zufallsexperiments. Jede Stufe ist ein Zug, jeder Ast ein mögliches Ergebnis.

    • Beispiel: Ein Münzwurf hat zwei Äste (Kopf, Zahl). Wirft man zweimal, hat das Baumdiagramm zwei Stufen.
  • Wahrscheinlichkeit als Bruch: Die Chance, dass ein Ereignis eintritt.

    • Formel: P(Ereignis)=Anzahl der gu¨nstigen ErgebnisseAnzahl aller mo¨glichen ErgebnisseP(\text{Ereignis}) = \frac{\text{Anzahl der günstigen Ergebnisse}}{\text{Anzahl aller möglichen Ergebnisse}}
    • Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, eine 6 mit einem normalen Würfel zu würfeln, ist 16\frac{1}{6}.
  • Multiplikation von Brüchen: Zähler mal Zähler und Nenner mal Nenner.

    • Formel: abcd=acbd\frac{a}{b} \cdot \frac{c}{d} = \frac{a \cdot c}{b \cdot d}
    • Beispiel: 2314=2134=212\frac{2}{3} \cdot \frac{1}{4} = \frac{2 \cdot 1}{3 \cdot 4} = \frac{2}{12}

Aufgabentyp 1: Wahrscheinlichkeit mit Zurücklegen berechnen

Mit der Produktregel kannst du Wahrscheinlichkeiten beim Ziehen mit Zurücklegen besonders einfach berechnen. Stell dir eine Urne mit Kugeln vor. „Mit Zurücklegen" bedeutet, dass du nach jedem Zug die gezogene Kugel wieder in die Urne zurücklegst. Das ist super wichtig, denn dadurch bleibt die Ausgangssituation für den nächsten Zug exakt gleich.

  • Die Gesamtzahl der Kugeln ändert sich nicht.
  • Die Anzahl der Kugeln jeder Farbe ändert sich nicht.

Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeiten für jedes Ergebnis bleiben bei jedem Zug konstant.

Um die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Abfolge von Zügen (einen „Pfad" im Baumdiagramm) zu berechnen, verwenden wir die 1. Pfadregel (Produktregel). Sie besagt:

Die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses ist das Produkt der Wahrscheinlichkeiten entlang des zugehörigen Pfades.

Produktregel Baumdiagramm mit Zurücklegen
Produktregel Baumdiagramm mit Zurücklegen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Lies die Aufgabe genau. Finde das Schlüsselwort „mit Zurücklegen". Notiere die gegebenen Wahrscheinlichkeiten oder die Anzahlen der Objekte, um sie zu berechnen.
  2. Zeichne das Baumdiagramm. Zeichne für jeden Zug eine Stufe im Baumdiagramm. Beschrifte die Äste mit den Ereignissen (z. B. „blaue Kugel") und den zugehörigen Wahrscheinlichkeiten. Da es „mit Zurücklegen" ist, sind die Wahrscheinlichkeiten auf jeder Stufe identisch.
  3. Finde den gesuchten Pfad. Markiere den Pfad im Baumdiagramm, der dem gesuchten Ereignis entspricht. Zum Beispiel den Pfad „weiß – weiß", wenn nach zwei weißen Kugeln gefragt ist.
  4. Multipliziere die Wahrscheinlichkeiten (1. Pfadregel). Nimm die Wahrscheinlichkeiten, die auf den Ästen deines markierten Pfades stehen, und multipliziere sie miteinander. Das Ergebnis ist die gesuchte Wahrscheinlichkeit.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

In einer Urne befinden sich 3 rote und 7 blaue Kugeln. Es wird zweimal eine Kugel gezogen und nach jedem Zug wieder zurückgelegt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, zweimal hintereinander eine rote Kugel zu ziehen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Es wird „mit Zurücklegen" gezogen. Die Wahrscheinlichkeiten ändern sich also nicht.
    • Es gibt insgesamt 3+7=103+7=10 Kugeln.
    • Wahrscheinlichkeit für Rot: P(R)=310P(R) = \frac{3}{10}
    • Wahrscheinlichkeit für Blau: P(B)=710P(B) = \frac{7}{10}
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm zeichnen

    Wir zeichnen ein Baumdiagramm mit zwei Stufen. Die Wahrscheinlichkeiten sind auf beiden Stufen gleich.

    Baumdiagramm Urne mit Zurücklegen rot und blau
    Baumdiagramm Urne mit Zurücklegen rot und blau
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Wir suchen die Wahrscheinlichkeit für „zweimal rot". Das ist der Pfad Rot – Rot.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeiten entlang des markierten Pfades.

    P(Rot, dann Rot)=P(R)P(R)P(\text{Rot, dann Rot}) = P(R) \cdot P(R)

    =310310= \frac{3}{10} \cdot \frac{3}{10}

    =9100=0,09= \frac{9}{100} = 0{,}09

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zweimal eine rote Kugel zu ziehen, beträgt 9 %.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Glücksrad ist in 4 gleich große Sektoren unterteilt: Gelb, Grün, Rot und Blau. Das Rad wird dreimal gedreht. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit für die Reihenfolge Rot – Rot – Blau?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Jede Drehung ist unabhängig von der vorigen. Das ist wie „mit Zurücklegen".
    • Es gibt 4 gleich große Sektoren, also ist die Wahrscheinlichkeit für jede Farbe 14\frac{1}{4}.
    • P(R)=14P(R) = \frac{1}{4}, P(G)=14P(G) = \frac{1}{4}, P(Y)=14P(Y) = \frac{1}{4}, P(B)=14P(B) = \frac{1}{4}.
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm zeichnen

    Ein Baumdiagramm hätte 3 Stufen mit jeweils 4 Ästen. Zur Vereinfachung stellen wir uns nur den relevanten Pfad vor.

  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Der gesuchte Pfad ist Rot – Rot – Blau.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    Wir multiplizieren die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Ereignisse in der Kette.

    P(Rot, Rot, Blau)=P(R)P(R)P(B)P(\text{Rot, Rot, Blau}) = P(R) \cdot P(R) \cdot P(B)

    =141414= \frac{1}{4} \cdot \frac{1}{4} \cdot \frac{1}{4}

    =164= \frac{1}{64}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit für die Reihenfolge Rot-Rot-Blau beträgt 164\frac{1}{64}.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein fairer Würfel wird zweimal geworfen. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, erst eine Zahl kleiner als 3 und dann eine 5 zu würfeln?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Zwei Würfe sind unabhängige Ereignisse, also wie „mit Zurücklegen".
    • Ereignis A: „Zahl kleiner als 3". Die günstigen Ergebnisse sind {1, 2}. Es gibt 2 günstige Ergebnisse.
      • P(A)=26=13P(A) = \frac{2}{6} = \frac{1}{3}
    • Ereignis B: „eine 5 würfeln". Das günstige Ergebnis ist {5}. Es gibt 1 günstiges Ergebnis.
      • P(B)=16P(B) = \frac{1}{6}
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm zeichnen

    Wir können uns den relevanten Teil des Baumdiagramms vorstellen: Ein Ast für Ereignis A im ersten Wurf und ein Ast für Ereignis B im zweiten Wurf.

  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Der gesuchte Pfad ist Ereignis A – Ereignis B.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(A, dann B)=P(A)P(B)P(A, \text{ dann } B) = P(A) \cdot P(B)

    =1316= \frac{1}{3} \cdot \frac{1}{6}

    =118= \frac{1}{18}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 118\frac{1}{18}.

Beispiel 4

Aufgabe

In einem Multiple-Choice-Test gibt es bei jeder Frage 4 Antwortmöglichkeiten, von denen nur eine richtig ist. Ein Schüler rät bei zwei Fragen rein zufällig. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er beide Fragen falsch beantwortet?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Das Raten bei beiden Fragen sind unabhängige Ereignisse (wie „mit Zurücklegen").
    • Pro Frage gibt es 1 richtige und 3 falsche Antworten.
    • Wahrscheinlichkeit für „richtig": P(R)=14P(R) = \frac{1}{4}
    • Wahrscheinlichkeit für „falsch": P(F)=34P(F) = \frac{3}{4}
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm zeichnen

    Das Baumdiagramm hat zwei Stufen (für jede Frage eine) mit den Ästen „Richtig" und „Falsch".

    Baumdiagramm Multiple-Choice Richtig und Falsch
    Baumdiagramm Multiple-Choice Richtig und Falsch
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Wir suchen die Wahrscheinlichkeit für „zweimal falsch". Das ist der Pfad Falsch – Falsch.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Falsch, dann Falsch)=P(F)P(F)P(\text{Falsch, dann Falsch}) = P(F) \cdot P(F)

    =3434= \frac{3}{4} \cdot \frac{3}{4}

    =916= \frac{9}{16}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, beide Fragen falsch zu beantworten, liegt bei 916\frac{9}{16}.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Basketballspieler hat eine Freiwurfquote von 80 %. Er wirft zweimal. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er beide Male trifft?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Man geht davon aus, dass die Würfe voneinander unabhängig sind. Die Trefferquote bleibt also gleich.
    • Wahrscheinlichkeit für einen Treffer: P(T)=80%=0,8P(T) = 80\% = 0{,}8
    • Wahrscheinlichkeit für einen Fehlwurf: P(F)=10,8=0,2P(F) = 1 - 0{,}8 = 0{,}2
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm zeichnen

    Wir stellen uns ein Baumdiagramm mit zwei Stufen (für jeden Wurf) und den Ästen „Treffer" und „Fehlwurf" vor.

  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Gesucht ist der Pfad Treffer – Treffer.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Treffer, dann Treffer)=P(T)P(T)P(\text{Treffer, dann Treffer}) = P(T) \cdot P(T)

    =0,80,8= 0{,}8 \cdot 0{,}8

    =0,64= 0{,}64

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, dass er beide Freiwürfe trifft, beträgt 64 %.

Aufgabentyp 2: Wahrscheinlichkeit ohne Zurücklegen berechnen

Auch beim Ziehen ohne Zurücklegen bleibt die Produktregel dein wichtigstes Werkzeug – du musst nur die sich ändernden Wahrscheinlichkeiten im Blick behalten. „Ohne Zurücklegen" bedeutet, dass ein gezogenes Objekt nicht wieder in den Behälter zurückgelegt wird. Das ist der entscheidende Unterschied! Jedes Mal, wenn du etwas entnimmst, verändert sich die Situation für den nächsten Zug:

  • Die Gesamtzahl der Objekte verringert sich um eins.
  • Die Anzahl der gezogenen Sorte verringert sich ebenfalls um eins.

Dadurch ändern sich die Wahrscheinlichkeiten auf jeder Stufe des Baumdiagramms. Die 1. Pfadregel (Produktregel) gilt aber weiterhin: Du multiplizierst die Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfades – du musst nur darauf achten, die richtigen, angepassten Wahrscheinlichkeiten zu verwenden!

Produktregel Baumdiagramm ohne Zurücklegen
Produktregel Baumdiagramm ohne Zurücklegen

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Lies die Aufgabe genau. Finde das Schlüsselwort „ohne Zurücklegen" oder eine Beschreibung, die das impliziert (z. B. „isst die Gummibärchen"). Notiere die anfängliche Anzahl aller Objekte.
  2. Zeichne das Baumdiagramm Stufe für Stufe. Erste Stufe: Zeichne die Äste für den ersten Zug und berechne die Wahrscheinlichkeiten basierend auf der Anfangssituation. Zweite Stufe: Gehe jeden Ast der ersten Stufe durch. Überlege, was sich geändert hat. Die Gesamtzahl im Nenner ist jetzt um 1 kleiner. Der Zähler der gezogenen Sorte ist auch um 1 kleiner. Berechne die neuen Wahrscheinlichkeiten und zeichne die Äste der zweiten Stufe.
  3. Finde den gesuchten Pfad. Markiere den Pfad im Baumdiagramm, der zum gesuchten Ergebnis führt.
  4. Multipliziere die Wahrscheinlichkeiten (1. Pfadregel). Multipliziere die Wahrscheinlichkeiten entlang des markierten Pfades. Achte darauf, die korrekten, sich ändernden Wahrscheinlichkeiten von jeder Stufe zu verwenden.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

In einer Schublade liegen 5 schwarze und 3 weiße Socken. Du ziehst blind zwei Socken nacheinander heraus, ohne sie zurückzulegen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, zwei schwarze Socken zu ziehen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Es wird „ohne Zurücklegen" gezogen.
    • Anfangs sind es 5+3=85+3=8 Socken insgesamt.
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm Stufe für Stufe zeichnen
    • 1. Stufe:
      • P(1. Socke schwarz)=58P(\text{1. Socke schwarz}) = \frac{5}{8}
      • P(1. Socke weiß)=38P(\text{1. Socke weiß}) = \frac{3}{8}
    • 2. Stufe (nachdem eine schwarze Socke gezogen wurde):
      • Es sind nur noch 7 Socken übrig.
      • Es sind nur noch 4 schwarze Socken übrig.
      • P(2. Socke schwarz | 1. war schwarz)=47P(\text{2. Socke schwarz | 1. war schwarz}) = \frac{4}{7}
    Baumdiagramm schwarze und weiße Socken ohne Zurücklegen
    Baumdiagramm schwarze und weiße Socken ohne Zurücklegen
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Wir suchen den Pfad Schwarz – Schwarz.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Schwarz, dann Schwarz)=P(1. Socke schwarz)P(2. Socke schwarz | 1. war schwarz)P(\text{Schwarz, dann Schwarz}) = P(\text{1. Socke schwarz}) \cdot P(\text{2. Socke schwarz | 1. war schwarz})

    =5847= \frac{5}{8} \cdot \frac{4}{7}

    =2056=514= \frac{20}{56} = \frac{5}{14}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zwei schwarze Socken zu ziehen, beträgt 514\frac{5}{14}.

Beispiel 2

Aufgabe

Aus einem Kartenspiel mit 32 Karten (Skatblatt) werden zwei Karten gezogen, ohne die erste zurückzulegen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, zwei Asse zu ziehen? (Es gibt 4 Asse im Spiel.)

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • „Ohne zurückzulegen" ist explizit genannt.
    • Anfangs sind es 32 Karten, davon 4 Asse.
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm Stufe für Stufe zeichnen
    • 1. Stufe:
      • P(1. Karte ist Ass)=432P(\text{1. Karte ist Ass}) = \frac{4}{32}
    • 2. Stufe (nachdem ein Ass gezogen wurde):
      • Es sind nur noch 31 Karten im Spiel.
      • Es sind nur noch 3 Asse im Spiel.
      • P(2. Karte ist Ass | 1. war Ass)=331P(\text{2. Karte ist Ass | 1. war Ass}) = \frac{3}{31}
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Der gesuchte Pfad ist Ass – Ass.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Ass, dann Ass)=P(1. Ass)P(2. Ass | 1. war Ass)P(\text{Ass, dann Ass}) = P(\text{1. Ass}) \cdot P(\text{2. Ass | 1. war Ass})

    =432331= \frac{4}{32} \cdot \frac{3}{31}

    =12992=3248= \frac{12}{992} = \frac{3}{248}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zwei Asse zu ziehen, beträgt 3248\frac{3}{248}.

Beispiel 3

Aufgabe

In einer Klasse sind 12 Mädchen und 8 Jungen. Zwei Schüler werden zufällig ausgewählt, um die Tafel zu wischen. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Jungen ausgewählt werden?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Wenn eine Person ausgewählt ist, kann sie nicht nochmal ausgewählt werden. Das ist „ohne Zurücklegen".
    • Anfangs sind es 12+8=2012+8=20 Schüler.
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm Stufe für Stufe zeichnen
    • 1. Stufe:
      • P(1. Schu¨ler ist Junge)=820P(\text{1. Schüler ist Junge}) = \frac{8}{20}
    • 2. Stufe (nachdem ein Junge ausgewählt wurde):
      • Es sind nur noch 19 Schüler übrig.
      • Es sind nur noch 7 Jungen übrig.
      • P(2. Schu¨ler ist Junge | 1. war Junge)=719P(\text{2. Schüler ist Junge | 1. war Junge}) = \frac{7}{19}
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Der gesuchte Pfad ist Junge – Junge.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Junge, dann Junge)=P(1. Junge)P(2. Junge | 1. war Junge)P(\text{Junge, dann Junge}) = P(\text{1. Junge}) \cdot P(\text{2. Junge | 1. war Junge})

    =820719= \frac{8}{20} \cdot \frac{7}{19}

    =56380=1495= \frac{56}{380} = \frac{14}{95}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zwei Jungen auszuwählen, beträgt 1495\frac{14}{95}.

Beispiel 4

Aufgabe

Eine Schale enthält 4 rote und 2 grüne Gummibärchen. Sophia isst nacheinander zwei Gummibärchen. Berechne die Wahrscheinlichkeit, dass sie zuerst ein rotes und dann ein grünes Gummibärchen isst.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • „Essen" bedeutet „ohne Zurücklegen".
    • Anfangs sind es 4+2=64+2=6 Gummibärchen.
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm Stufe für Stufe zeichnen
    • 1. Stufe:
      • P(1. ist rot)=46P(\text{1. ist rot}) = \frac{4}{6}
    • 2. Stufe (nachdem ein rotes gegessen wurde):
      • Es sind nur noch 5 Gummibärchen übrig.
      • Die Anzahl der grünen Gummibärchen ist immer noch 2.
      • P(2. ist gru¨n | 1. war rot)=25P(\text{2. ist grün | 1. war rot}) = \frac{2}{5}
    Baumdiagramm rote und grüne Gummibärchen ohne Zurücklegen
    Baumdiagramm rote und grüne Gummibärchen ohne Zurücklegen
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Der gesuchte Pfad ist Rot – Grün.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Rot, dann Gru¨n)=P(1. Rot)P(2. Gru¨n | 1. war Rot)P(\text{Rot, dann Grün}) = P(\text{1. Rot}) \cdot P(\text{2. Grün | 1. war Rot})

    =4625= \frac{4}{6} \cdot \frac{2}{5}

    =830=415= \frac{8}{30} = \frac{4}{15}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 415\frac{4}{15}.

Beispiel 5

Aufgabe

Bei einer Tombola sind 100 Lose im Topf. 10 davon sind Gewinne, der Rest Nieten. Du ziehst zwei Lose nacheinander. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, zwei Nieten zu ziehen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Situation verstehen
    • Gezogene Lose werden nicht zurückgelegt.
    • Anfangs sind es 100 Lose, davon 10010=90100-10=90 Nieten.
  2. Schritt 2
    Baumdiagramm Stufe für Stufe zeichnen
    • 1. Stufe:
      • P(1. Los ist Niete)=90100P(\text{1. Los ist Niete}) = \frac{90}{100}
    • 2. Stufe (nachdem eine Niete gezogen wurde):
      • Es sind nur noch 99 Lose im Topf.
      • Es sind nur noch 89 Nieten im Topf.
      • P(2. Los ist Niete | 1. war Niete)=8999P(\text{2. Los ist Niete | 1. war Niete}) = \frac{89}{99}
  3. Schritt 3
    Gesuchten Pfad finden

    Der gesuchte Pfad ist Niete – Niete.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren (1. Pfadregel)

    P(Niete, dann Niete)=P(1. Niete)P(2. Niete | 1. war Niete)P(\text{Niete, dann Niete}) = P(\text{1. Niete}) \cdot P(\text{2. Niete | 1. war Niete})

    =901008999= \frac{90}{100} \cdot \frac{89}{99}

    =9108999=1108911=89110= \frac{9}{10} \cdot \frac{89}{99} = \frac{1}{10} \cdot \frac{89}{11} = \frac{89}{110}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zwei Nieten zu ziehen, beträgt 89110\frac{89}{110}.

Aufgabentyp 3: Wahrscheinlichkeit für unabhängige Ereignisse berechnen

Die Produktregel lässt sich auch direkt auf stochastisch unabhängige Ereignisse anwenden – ganz ohne Urne oder Baumdiagramm. Manchmal hast du es mit Ereignissen zu tun, die absolut nichts miteinander zu tun haben. Man nennt sie stochastisch unabhängig. Das Ergebnis des einen Experiments hat keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des anderen.

Beispiele:

  • Einen Würfel werfen und eine Münze werfen.
  • Aus einer Kiste einen Computer auswählen und aus einer anderen Kiste einen Bildschirm auswählen.

In solchen Fällen brauchst du nicht unbedingt ein Baumdiagramm. Du kannst die Produktregel direkt anwenden:

Wenn zwei Ereignisse A und B unabhängig sind, gilt: P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B)

Du berechnest einfach die Wahrscheinlichkeit für jedes einzelne Ereignis und multiplizierst die Ergebnisse. Das ist die schnellste Methode für solche Aufgaben!

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Ereignisse identifizieren. Lies die Aufgabe und erkenne, dass zwei oder mehr voneinander unabhängige Dinge passieren. Formuliere die einzelnen Ereignisse klar (z. B. Ereignis A: „einen funktionierenden Computer ziehen", Ereignis B: „einen funktionierenden Bildschirm ziehen").
  2. Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen. Berechne für jedes Ereignis separat die Wahrscheinlichkeit. Nutze dafür die Formel: P(Ereignis)=Anzahl gu¨nstige ErgebnisseAnzahl mo¨gliche ErgebnisseP(\text{Ereignis}) = \frac{\text{Anzahl günstige Ergebnisse}}{\text{Anzahl mögliche Ergebnisse}}
  3. Wahrscheinlichkeiten multiplizieren. Multipliziere die im Schritt 2 berechneten Einzelwahrscheinlichkeiten miteinander, um die Gesamtwahrscheinlichkeit zu erhalten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Verein erhält eine Lieferung. Von 10 Computern sind 7 funktionstüchtig. Von 15 Bildschirmen sind 12 funktionstüchtig. Jemand wählt zufällig einen Computer und einen Bildschirm aus. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Geräte funktionieren?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse identifizieren
    • Ereignis A: „Der ausgewählte Computer funktioniert."
    • Ereignis B: „Der ausgewählte Bildschirm funktioniert."

    Die Auswahl des Computers und des Bildschirms sind voneinander unabhängig.

  2. Schritt 2
    Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen
    • Für Ereignis A (Computer):

      • Mögliche Ergebnisse: 10 Computer
      • Günstige Ergebnisse: 7 funktionierende Computer
      • P(A)=710P(A) = \frac{7}{10}
    • Für Ereignis B (Bildschirm):

      • Mögliche Ergebnisse: 15 Bildschirme
      • Günstige Ergebnisse: 12 funktionierende Bildschirme
      • P(B)=1215=45P(B) = \frac{12}{15} = \frac{4}{5}
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren

    P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B)

    =71045= \frac{7}{10} \cdot \frac{4}{5}

    =2850=1425= \frac{28}{50} = \frac{14}{25}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, dass beide Geräte funktionieren, beträgt 1425\frac{14}{25}.

Beispiel 2

Aufgabe

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, mit einem normalen Würfel eine 6 zu würfeln und gleichzeitig mit einer Münze „Kopf" zu werfen?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse identifizieren
    • Ereignis A: „Eine 6 würfeln."
    • Ereignis B: „Kopf werfen."

    Diese Ereignisse sind unabhängig.

  2. Schritt 2
    Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen
    • Für Ereignis A (Würfel):

      • P(A)=16P(A) = \frac{1}{6}
    • Für Ereignis B (Münze):

      • P(B)=12P(B) = \frac{1}{2}
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren

    P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B)

    =1612= \frac{1}{6} \cdot \frac{1}{2}

    =112= \frac{1}{12}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit beträgt 112\frac{1}{12}.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Wettervorhersage sagt für Samstag eine Regenwahrscheinlichkeit von 40 % und für Sonntag von 70 % voraus. Angenommen, das Wetter an beiden Tagen ist voneinander unabhängig. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass es am ganzen Wochenende regnet?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse identifizieren
    • Ereignis A: „Es regnet am Samstag."
    • Ereignis B: „Es regnet am Sonntag."

    Die Ereignisse werden als unabhängig angenommen.

  2. Schritt 2
    Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen
    • Für Ereignis A (Samstag):

      • P(A)=40%=0,4P(A) = 40\% = 0{,}4
    • Für Ereignis B (Sonntag):

      • P(B)=70%=0,7P(B) = 70\% = 0{,}7
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren

    P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B)

    =0,40,7= 0{,}4 \cdot 0{,}7

    =0,28= 0{,}28

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit für Regen am ganzen Wochenende beträgt 28 %.

Beispiel 4

Aufgabe

Du ziehst eine Karte aus einem 32er-Skatblatt und legst sie zurück. Dann ziehst du eine Karte aus einem zweiten, vollständigen 32er-Skatblatt. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass beide Karten ein Herz sind? (Ein Skatblatt hat 8 Herzkarten.)

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse identifizieren
    • Ereignis A: „Aus dem ersten Stapel ein Herz ziehen."
    • Ereignis B: „Aus dem zweiten Stapel ein Herz ziehen."

    Da es zwei verschiedene Stapel sind, sind die Ereignisse unabhängig.

  2. Schritt 2
    Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen
    • Für Ereignis A (Stapel 1):

      • P(A)=832=14P(A) = \frac{8}{32} = \frac{1}{4}
    • Für Ereignis B (Stapel 2):

      • P(B)=832=14P(B) = \frac{8}{32} = \frac{1}{4}
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren

    P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B)

    =1414= \frac{1}{4} \cdot \frac{1}{4}

    =116= \frac{1}{16}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zwei Herzkarten zu ziehen, beträgt 116\frac{1}{16}.

Beispiel 5

Aufgabe

In einem Restaurant wählst du zufällig eine von 3 Vorspeisen und ein von 5 Hauptgerichten. Deine Lieblingsvorspeise ist eine davon, und dein Lieblingshauptgericht ist auch eines davon. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass du zufällig genau deine beiden Lieblingsgerichte bekommst?

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Ereignisse identifizieren
    • Ereignis A: „Die Lieblingsvorspeise wird gewählt."
    • Ereignis B: „Das Lieblingshauptgericht wird gewählt."

    Die Wahl der Vorspeise und des Hauptgerichts sind unabhängig.

  2. Schritt 2
    Einzelwahrscheinlichkeiten berechnen
    • Für Ereignis A (Vorspeise):

      • Es gibt 1 günstige aus 3 möglichen.
      • P(A)=13P(A) = \frac{1}{3}
    • Für Ereignis B (Hauptgericht):

      • Es gibt 1 günstiges aus 5 möglichen.
      • P(B)=15P(B) = \frac{1}{5}
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wahrscheinlichkeiten multiplizieren

    P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B)

    =1315= \frac{1}{3} \cdot \frac{1}{5}

    =115= \frac{1}{15}

Ergebnis:

Die Wahrscheinlichkeit, zufällig das Lieblingsmenü zu erhalten, beträgt 115\frac{1}{15}.

Wichtige Erkenntnisse

  • 1. Pfadregel (Produktregel): Die Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Pfad im Baumdiagramm erhältst du, indem du alle Wahrscheinlichkeiten entlang dieses Pfades multiplizierst.
  • Mit Zurücklegen: Die Wahrscheinlichkeiten auf den Ästen bleiben in jeder Stufe gleich.
  • Ohne Zurücklegen: Die Wahrscheinlichkeiten ändern sich in jeder Stufe. Sowohl der Zähler (Anzahl der Sorte) als auch der Nenner (Gesamtzahl) werden nach jedem Zug kleiner.
  • Unabhängige Ereignisse: Wenn Ereignisse sich nicht gegenseitig beeinflussen, multipliziere einfach ihre Einzelwahrscheinlichkeiten: P(A und B)=P(A)P(B)P(A \text{ und } B) = P(A) \cdot P(B).

Häufige Fragen

Was ist die Produktregel in der Wahrscheinlichkeitsrechnung?

Die Produktregel (auch 1. Pfadregel genannt) besagt: Die Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses in einem mehrstufigen Zufallsexperiment ist das Produkt der Wahrscheinlichkeiten entlang des zugehörigen Pfades im Baumdiagramm. Für zwei unabhängige Ereignisse A und B gilt: P(A und B) = P(A) · P(B). Die Regel funktioniert sowohl beim Ziehen mit als auch ohne Zurücklegen – du musst nur die jeweils richtigen Wahrscheinlichkeiten verwenden.

Wie berechnest du die Wahrscheinlichkeit mit der Produktregel Schritt für Schritt?

Gehe in vier Schritten vor:

  1. Situation verstehen: Notiere alle gegebenen Wahrscheinlichkeiten oder berechne sie aus den Anzahlen.
  2. Baumdiagramm zeichnen: Trage für jede Stufe die passenden Wahrscheinlichkeiten an die Äste.
  3. Gesuchten Pfad finden: Markiere den Pfad, der dem gesuchten Ergebnis entspricht.
  4. Wahrscheinlichkeiten multiplizieren: Multipliziere alle Astwahrscheinlichkeiten entlang des markierten Pfades miteinander.
Was ist der Unterschied zwischen Ziehen mit und ohne Zurücklegen?

Beim Ziehen mit Zurücklegen kehrt das entnommene Objekt nach jedem Zug zurück – die Gesamtzahl und die Anzahl jeder Sorte bleiben gleich, sodass die Wahrscheinlichkeiten auf jeder Stufe konstant bleiben. Beim Ziehen ohne Zurücklegen bleibt das Objekt draußen: Die Gesamtzahl sinkt um 1 und die Anzahl der gezogenen Sorte ebenfalls um 1 – die Wahrscheinlichkeiten ändern sich von Stufe zu Stufe.

Wann sind zwei Ereignisse stochastisch unabhängig?

Zwei Ereignisse heißen stochastisch unabhängig, wenn das Ergebnis des einen Ereignisses keinerlei Einfluss auf das Ergebnis des anderen hat. Typische Beispiele: einen Würfel werfen und eine Münze werfen, oder aus zwei verschiedenen Kisten je ein Gerät auswählen. In diesen Fällen kannst du die Produktregel direkt anwenden: P(A und B) = P(A) · P(B), ohne ein vollständiges Baumdiagramm zeichnen zu müssen.

Warum ändert sich die Wahrscheinlichkeit beim Ziehen ohne Zurücklegen?

Wenn du ohne Zurücklegen ziehst, verändert sich nach jedem Zug der Inhalt des Behälters. Hast du z. B. eine schwarze Socke aus 8 Socken gezogen, liegen danach nur noch 7 Socken im Stapel – und nur noch 4 schwarze statt 5. Der Nenner (Gesamtzahl) und der Zähler (Anzahl der gezogenen Sorte) werden kleiner, weshalb du für jede weitere Stufe im Baumdiagramm neue, angepasste Wahrscheinlichkeiten berechnen musst.

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