Periodische Vorgänge modellieren: Sinusfunktion

Periodische Vorgänge modellieren mit der Sinusfunktion – alle vier Parameter Schritt für Schritt erklärt, mit Beispielen zu Gezeiten, Sonnenhöchststand und Pendel.

📅 Aktualisiert 15. Juni 202618 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Periodische Vorgänge modellieren – das klingt abstrakt, steckt aber hinter Alltagsphänomenen wie Ebbe und Flut, dem Sonnenhöchststand oder einem schwingenden Pendel. Wenn sich etwas rhythmisch wiederholt, lässt es sich mit der allgemeinen Sinusfunktion beschreiben und sogar vorhersagen. In diesem Artikel lernst du Schritt für Schritt, wie du aus einem Graphen, einer Wertetabelle oder einem Sachtext einen passenden Funktionsterm der Form f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b \cdot (x - c)) + d aufstellst – und wie du damit konkrete Fragen beantwortest.

Schnellantwort

Beim Modellieren periodischer Vorgänge beschreibst du eine sich wiederholende Größe (z. B. Wasserstand, Sonnenhöhe, Pendelauslenkung) durch die allgemeine Sinusfunktion f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b \cdot (x - c)) + d. Die vier Parameter stehen für Amplitude (aa), Frequenz (bb), horizontale Verschiebung (cc) und Ruhelage (dd). Du berechnest sie immer aus den Koordinaten des höchsten und tiefsten Punktes der Schwingung.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz ein paar Grundlagen:

  • Koordinatensystem: Ein Punkt wird immer mit einem x-Wert (rechts/links) und einem y-Wert (hoch/runter) angegeben.

    • Beispiel: Der Punkt P(35)P(3|5) liegt 3 Einheiten rechts und 5 Einheiten oben vom Ursprung.
  • Mittelwert zweier Zahlen: Du addierst die beiden Zahlen und teilst das Ergebnis durch 2.

    • Beispiel: Der Mittelwert von 10 und 20 ist 10+202=15\frac{10+20}{2} = 15.
  • Abstand zweier Zahlen: Du subtrahierst die kleinere von der größeren Zahl.

    • Beispiel: Der Abstand zwischen 63 und 15 ist 6315=4863 - 15 = 48.

Aufgabentyp 1: Die allgemeine Sinusfunktion und ihre Parameter

Periodische Vorgänge, also Dinge, die sich regelmäßig wiederholen, können wir mit der allgemeinen Sinusfunktion beschreiben:

f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b \cdot (x - c)) + d

Jeder Buchstabe (Parameter) verändert das Aussehen der Welle auf eine bestimmte Weise. Um eine Funktion aufzustellen, müssen wir die Werte für diese vier Parameter finden. Der Schlüssel dazu sind immer der höchste Punkt (Hochpunkt H) und der tiefste Punkt (Tiefpunkt T) der Schwingung.

Allgemeine Sinusfunktion mit eingezeichneten Parametern
Allgemeine Sinusfunktion mit eingezeichneten Parametern

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Hoch- und Tiefpunkte finden: Bestimme die Koordinaten von mindestens einem Hochpunkt H(xHyH)H(x_H | y_H) und einem Tiefpunkt T(xTyT)T(x_T | y_T) – durch Ablesen, Skizzieren oder Übersetzen aus dem Text.
  2. Parameter d und a berechnen: Berechne Ruhelage d=yH+yT2d = \frac{y_H + y_T}{2} und Amplitude a=yHyT2a = \frac{y_H - y_T}{2}.
  3. Parameter p und b berechnen: Bestimme die Periodenlänge pp als x-Abstand zweier aufeinanderfolgender Hochpunkte (oder Tiefpunkte), dann b=2πpb = \frac{2\pi}{p}.
  4. Parameter c berechnen: Berechne c=xT+xH2c = \frac{x_T + x_H}{2} als x-Wert genau in der Mitte zwischen einem Tiefpunkt und dem darauffolgenden Hochpunkt.
  5. Funktionsterm aufstellen: Setze aa, bb, cc und dd in f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b \cdot (x - c)) + d ein.
  6. Anwendungsfrage beantworten: Setze den gegebenen x-Wert in deine fertige Funktion ein und berechne das Ergebnis.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Der Graph zeigt den höchsten Sonnenstand (als Winkel in Grad) am ersten Tag des jeweiligen Monats in Köln. Januar ist Monat 1. Stelle einen passenden Funktionsterm der Form f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b\cdot(x-c))+d auf und berechne den Sonnenhöchststand Mitte August (Monat 8,5).

Diagramm Sonnenhöchststand in Köln nach Monat
Diagramm Sonnenhöchststand in Köln nach Monat
Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Hoch- und Tiefpunkte finden

    Wir lesen die Koordinaten der Extrempunkte aus dem Graphen ab:

    • Hochpunkt: H(6,663)H(6{,}6 | 63)
    • Tiefpunkt: T(0,615)T(0{,}6 | 15)
    • Nächster Tiefpunkt: T2(12,815)T_2(12{,}8 | 15)
  2. Schritt 2
    Parameter d und a berechnen
    • Ruhelage d: Wir berechnen den Mittelwert der y-Werte von H und T. d=63+152=782=39d = \frac{63 + 15}{2} = \frac{78}{2} = 39

    • Amplitude a: Wir berechnen den halben Abstand der y-Werte von H und T. a=63152=482=24a = \frac{63 - 15}{2} = \frac{48}{2} = 24

  3. Schritt 3
    Parameter p und b berechnen
    • Periodenlänge p: Wir berechnen den Abstand der x-Werte der beiden Tiefpunkte T2T_2 und TT. p=12,80,6=12,2p = 12{,}8 - 0{,}6 = 12{,}2

    • Frequenz b: Wir setzen p=12,2p=12{,}2 in die Formel ein. b=2π12,20,515b = \frac{2\pi}{12{,}2} \approx 0{,}515

  4. Schritt 4
    Parameter c berechnen
    • Verschiebung c: Wir berechnen den Mittelwert der x-Werte von T und H. c=0,6+6,62=7,22=3,6c = \frac{0{,}6 + 6{,}6}{2} = \frac{7{,}2}{2} = 3{,}6
  5. Schritt 5
    Funktionsterm aufstellen

    Wir setzen die Werte a=24a=24, b0,515b \approx 0{,}515, c=3,6c=3{,}6 und d=39d=39 ein: f(x)=24sin(0,515(x3,6))+39f(x) = 24 \cdot \sin(0{,}515 \cdot (x - 3{,}6)) + 39

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Anwendungsfrage beantworten

    Wir berechnen den Sonnenhöchststand für Mitte August, also für x=8,5x=8{,}5.

    f(8,5)=24sin(0,515(8,53,6))+39f(8{,}5) = 24 \cdot \sin(0{,}515 \cdot (8{,}5 - 3{,}6)) + 39

    f(8,5)=24sin(0,5154,9)+39f(8{,}5) = 24 \cdot \sin(0{,}515 \cdot 4{,}9) + 39

    f(8,5)=24sin(2,5235)+39f(8{,}5) = 24 \cdot \sin(2{,}5235) + 39

    f(8,5)240,58+3913,92+39=52,92f(8{,}5) \approx 24 \cdot 0{,}58 + 39 \approx 13{,}92 + 39 = 52{,}92

Ergebnis:

Der Sonnenhöchststand Mitte August beträgt ungefähr 53 Grad.

Aufgabentyp 2: Modellieren aus einer Wertetabelle

Manchmal bekommst du die Daten nicht als fertigen Graphen, sondern als eine Tabelle mit Werten. Das Vorgehen ist fast dasselbe. Der einzige zusätzliche Schritt am Anfang ist, die Werte aus der Tabelle als Punkte in ein Koordinatensystem zu zeichnen. Sobald du die Punkte siehst, kannst du eine Welle durch sie skizzieren und die Hoch- und Tiefpunkte wie gewohnt finden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Punkte aus der Wertetabelle zeichnen: Übertrage jedes Wertepaar (z. B. Uhrzeit und Wasserstand) als einen Punkt in ein Koordinatensystem. Verbinde die Punkte grob zu einer Welle, um den Verlauf zu sehen.
  2. Hoch- und Tiefpunkte finden: Lies die Koordinaten der höchsten und tiefsten Punkte aus deiner Zeichnung ab. Manchmal kannst du sie auch direkt aus der Tabelle als größten und kleinsten Wert entnehmen.
  3. Parameter berechnen und Funktion aufstellen: Folge nun exakt den Schritten 2 bis 6 aus dem vorherigen Schema, um die Parameter a, b, c, d zu berechnen, die Funktion aufzustellen und die Anwendungsfrage zu beantworten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die gegebene Wertetabelle zeigt den Wasserstand im Hamburger Hafen über einen Tag.

Uhrzeit (h)0369131619Wasserstand (cm)610451400505760685400\begin{array}{l|c|c|c|c|c|c|c} \text{Uhrzeit (h)} & 0 & 3 & 6 & 9 & 13 & 16 & 19 \\ \hline \text{Wasserstand (cm)} & 610 & 451 & 400 & 505 & 760 & 685 & 400 \end{array}

Stelle für die Funktion f:Uhrzeit (in h)Wasserstand (in m)f: \text{Uhrzeit (in h)} \mapsto \text{Wasserstand (in m)} einen Funktionsterm auf. Bestimme dann den Tidenhub (Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser).

Diagramm Wasserstand Hamburger Hafen über den Tag
Diagramm Wasserstand Hamburger Hafen über den Tag
Fortschritt
7 / 7
  1. Schritt 1
    Punkte aus der Wertetabelle zeichnen

    Wir wandeln die Wasserstände von cm in m um (z. B. 400 cm=4 m400 \text{ cm} = 4 \text{ m}) und zeichnen die Punkte. Die Zeichnung ist oben in der Aufgabenstellung dargestellt.

  2. Schritt 2
    Hoch- und Tiefpunkte finden

    Aus der Zeichnung (und der Tabelle) lesen wir die Extrempunkte ab:

    • Hochpunkt: H(137,6)H(13 | 7{,}6)
    • Tiefpunkt: T1(64)T_1(6 | 4)
    • Nächster Tiefpunkt: T2(194)T_2(19 | 4)
  3. Schritt 3
    Parameter d und a berechnen
    • Ruhelage d: d=7,6+42=11,62=5,8d = \frac{7{,}6 + 4}{2} = \frac{11{,}6}{2} = 5{,}8

    • Amplitude a: a=7,642=3,62=1,8a = \frac{7{,}6 - 4}{2} = \frac{3{,}6}{2} = 1{,}8

  4. Schritt 4
    Parameter p und b berechnen
    • Periodenlänge p: p=196=13p = 19 - 6 = 13

    • Frequenz b: b=2π130,483b = \frac{2\pi}{13} \approx 0{,}483

  5. Schritt 5
    Parameter c berechnen
    • Verschiebung c: Wir nehmen den Tiefpunkt T1T_1 und den Hochpunkt HH. c=6+132=192=9,5c = \frac{6 + 13}{2} = \frac{19}{2} = 9{,}5
  6. Schritt 6
    Funktionsterm aufstellen

    Wir setzen die Werte a=1,8a=1{,}8, b0,483b \approx 0{,}483, c=9,5c=9{,}5 und d=5,8d=5{,}8 ein: f(x)=1,8sin(0,483(x9,5))+5,8f(x) = 1{,}8 \cdot \sin(0{,}483 \cdot (x - 9{,}5)) + 5{,}8

  7. Schritt 7 · Ergebnis
    Anwendungsfrage beantworten

    Der Tidenhub ist der Unterschied zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wasserstand. Das ist genau der Abstand zwischen dem y-Wert des Hoch- und Tiefpunkts.

    Tidenhub = yHyT=7,6 m4 m=3,6 my_H - y_T = 7{,}6 \text{ m} - 4 \text{ m} = 3{,}6 \text{ m}

    Alternativ ist der Tidenhub immer das Doppelte der Amplitude: 2a=21,8=3,6 m2 \cdot a = 2 \cdot 1{,}8 = 3{,}6 \text{ m}.

Ergebnis:

Der Wasserstand wird durch die Funktion f(x)=1,8sin(0,483(x9,5))+5,8f(x) = 1{,}8 \cdot \sin(0{,}483 \cdot (x-9{,}5)) + 5{,}8 beschrieben. Der Tidenhub beträgt 3,6 m.

Aufgabentyp 3: Modellieren aus einem Sachkontext

Die schwierigste Variante beim Modellieren periodischer Vorgänge ist, wenn du nur einen Text hast. Hier musst du zum Detektiv werden und die entscheidenden Informationen aus den Sätzen herausfiltern. Deine Aufgabe ist es, den Text in die Koordinaten von Hoch- und Tiefpunkten zu übersetzen. Oft musst du dabei logische Annahmen treffen.

Wichtige Signalwörter:

  • „maximal", „höchster Punkt", „größte Auslenkung" → y-Wert des Hochpunkts (yHy_H)
  • „minimal", „tiefster Punkt" → y-Wert des Tiefpunkts (yTy_T)
  • „eine volle Schwingung dauert", „wiederholt sich alle" → Periodenlänge (pp)
  • „startet bei", „zum Zeitpunkt Null" → Informationen über einen Punkt bei x=0x=0

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Informationen in Hoch- und Tiefpunkte übersetzen: Lies den Text sorgfältig und extrahiere alle Zahlen. Ordne sie den Eigenschaften der Welle zu: Was ist der höchste Wert (yHy_H) und zu welchem Zeitpunkt (xHx_H) wird er erreicht? Was ist der tiefste Wert (yTy_T) zum Zeitpunkt (xTx_T)? Wie lange dauert eine Periode (pp)? Annahme treffen: Oft ist die Ruhelage (Mittellinie) nicht direkt gegeben. Eine typische Annahme bei Schwingungen (z. B. einem Pendel) ist, dass die Ruhelage bei d=0d=0 liegt, wenn nichts anderes gesagt wird.
  2. Parameter berechnen und Funktion aufstellen: Sobald du die Koordinaten für mindestens einen Hoch- und einen Tiefpunkt hast, folgst du wieder exakt den bekannten Schritten 2 bis 6, um die Funktion aufzustellen und die Frage zu beantworten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein reibungsfreies Fadenpendel wird zum Zeitpunkt t=0t=0 um 5 cm5 \text{ cm} ausgelenkt und losgelassen. Nach einer vollen Schwingung von 2,8 s2{,}8 \text{ s} erreicht es wieder die maximale Auslenkung. Die Funktion ff beschreibt die Auslenkung (in cm) in Abhängigkeit von der Zeit (in s). Stelle einen Funktionsterm der Form f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b\cdot(x-c))+d auf. Berechne dann die Auslenkung des Pendels nach 10 s10 \text{ s}.

Fortschritt
6 / 6
  1. Schritt 1
    Informationen in Hoch- und Tiefpunkte übersetzen
    • „...wird zum Zeitpunkt t=0t=0 um 5 cm5 \text{ cm} ausgelenkt..." → Das ist die maximale Auslenkung am Anfang. Also haben wir einen Hochpunkt bei H1(05)H_1(0 | 5).
    • „Nach einer vollen Schwingung von 2,8 s2{,}8 \text{ s} erreicht es wieder die maximale Auslenkung." → Die Periodenlänge ist p=2,8p = 2{,}8. Der nächste Hochpunkt ist bei H2(2,85)H_2(2{,}8 | 5).
    • Annahme: Ein Pendel schwingt symmetrisch um die Ruhelage. Wenn die maximale Auslenkung +5+5 cm ist, ist die minimale Auslenkung 5-5 cm. Also yT=5y_T = -5.
    • Der Tiefpunkt liegt genau in der Mitte zwischen zwei Hochpunkten. Der x-Wert des Tiefpunkts ist also: xT=0+2,82=1,4x_T = \frac{0 + 2{,}8}{2} = 1{,}4. Damit ist der Tiefpunkt T(1,45)T(1{,}4 | -5).
  2. Schritt 2
    Parameter d und a berechnen
    • Ruhelage d: d=5+(5)2=02=0d = \frac{5 + (-5)}{2} = \frac{0}{2} = 0. Das passt zu unserer Annahme.

    • Amplitude a: a=5(5)2=102=5a = \frac{5 - (-5)}{2} = \frac{10}{2} = 5.

  3. Schritt 3
    Parameter p und b berechnen
    • Periodenlänge p: Haben wir schon aus dem Text: p=2,8p = 2{,}8.

    • Frequenz b: b=2π2,82,244b = \frac{2\pi}{2{,}8} \approx 2{,}244.

  4. Schritt 4
    Parameter c berechnen
    • Verschiebung c: Wir nehmen den Tiefpunkt T(1,45)T(1{,}4 | -5) und den Hochpunkt H2(2,85)H_2(2{,}8 | 5). c=1,4+2,82=4,22=2,1c = \frac{1{,}4 + 2{,}8}{2} = \frac{4{,}2}{2} = 2{,}1
  5. Schritt 5
    Funktionsterm aufstellen

    Wir setzen die Werte a=5a=5, b2,244b \approx 2{,}244, c=2,1c=2{,}1 und d=0d=0 ein:

    f(x)=5sin(2,244(x2,1))+0f(x) = 5 \cdot \sin(2{,}244 \cdot (x - 2{,}1)) + 0

    f(x)=5sin(2,244(x2,1))f(x) = 5 \cdot \sin(2{,}244 \cdot (x - 2{,}1))

  6. Schritt 6 · Ergebnis
    Anwendungsfrage beantworten

    Wir berechnen die Auslenkung für x=10x=10.

    f(10)=5sin(2,244(102,1))f(10) = 5 \cdot \sin(2{,}244 \cdot (10 - 2{,}1))

    f(10)=5sin(2,2447,9)f(10) = 5 \cdot \sin(2{,}244 \cdot 7{,}9)

    f(10)=5sin(17,7276)f(10) = 5 \cdot \sin(17{,}7276)

    f(10)4,56f(10) \approx -4{,}56

Ergebnis:

Die Auslenkung wird durch die Funktion f(x)=5sin(2,244(x2,1))f(x) = 5 \cdot \sin(2{,}244 \cdot (x - 2{,}1)) beschrieben. Nach 10 Sekunden ist das Pendel um ca. -4,56 cm ausgelenkt (also fast am Umkehrpunkt auf der anderen Seite).

Wichtige Erkenntnisse

  • Die allgemeine Sinusfunktion lautet: f(x)=asin(b(xc))+df(x) = a \cdot \sin(b \cdot (x - c)) + d.
  • Dein erster Schritt ist immer, die Koordinaten von Hoch- (HH) und Tiefpunkten (TT) zu finden.
  • Die Parameter berechnest du mit diesen Formeln:
    • d=yH+yT2d = \frac{y_H + y_T}{2} (Mittlere Höhe / Ruhelage)
    • a=yHyT2a = \frac{y_H - y_T}{2} (Halbe Schwingungshöhe / Amplitude)
    • pp ist der x-Abstand zwischen zwei Hochpunkten, daraus folgt b=2πpb = \frac{2\pi}{p}.
    • c=xT+xH2c = \frac{x_T + x_H}{2} (x-Wert des aufsteigenden Nulldurchgangs)

Häufige Fragen

Was sind periodische Vorgänge in der Mathematik?

Periodische Vorgänge sind Ereignisse, die sich in gleichmäßigen Abständen wiederholen – zum Beispiel Ebbe und Flut, der Sonnenhöchststand im Jahresverlauf oder das Schwingen eines Pendels. In der Mathematik beschreibst du solche Vorgänge mit der allgemeinen Sinusfunktion f(x) = a · sin(b · (x − c)) + d. Die vier Parameter bestimmen dabei Höhe, Breite und Lage der Schwingung.

Wie berechnest du die vier Parameter der allgemeinen Sinusfunktion?

Du bestimmst zuerst einen Hochpunkt H und einen Tiefpunkt T der Schwingung. Dann gilt: d = (y_H + y_T) / 2 (Ruhelage), a = (y_H − y_T) / 2 (Amplitude), b = 2π / p mit der Periodenlänge p und c = (x_T + x_H) / 2 (horizontale Verschiebung). Danach setzt du alle vier Werte in die allgemeine Sinusfunktion ein.

Wie gehst du vor, wenn du periodische Vorgänge aus einer Wertetabelle modellieren sollst?

Übertrage zuerst alle Wertepaare als Punkte in ein Koordinatensystem und verbinde sie grob zu einer Welle. Dann liest du den höchsten und tiefsten Punkt ab – entweder aus der Zeichnung oder direkt aus der Tabelle als größten und kleinsten Wert. Anschließend berechnest du die Parameter a, b, c und d genauso wie beim Ablesen aus einem Graphen.

Wie modellierst du einen periodischen Vorgang aus einem Sachtext?

Suche im Text nach Signalwörtern: „maximal" oder „größte Auslenkung" gibt den y-Wert des Hochpunkts, „minimal" den y-Wert des Tiefpunkts, „wiederholt sich alle" die Periodenlänge. Fehlt die Ruhelage, triffst du eine begründete Annahme – bei einem Pendel ohne weitere Angabe ist d = 0 typisch. Danach folgst du dem bekannten Berechnungsschema.

Was ist der Unterschied zwischen Amplitude und Ruhelage?

Die Amplitude a ist die halbe Schwingungshöhe – also der Abstand von der Mittellinie zum höchsten oder tiefsten Punkt: a = (y_H − y_T) / 2. Die Ruhelage d ist die Mittellinie selbst, um die die Schwingung symmetrisch verläuft: d = (y_H + y_T) / 2. Beide Werte zusammen legen fest, zwischen welchen y-Werten die Schwingung stattfindet.

4.62 / 5.0 · 100.000+ Schüler verbessern bereits ihre Noten mit uns

Schneller zu besseren Mathe-Noten — starte heute kostenlos.

Kostenlos testen. Keine Kreditkarte. In wenigen Klicks bist du dabei.