Lasersysteme, Anwendungen und Berechnungen einfach erklärt
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Stell dir vor, du könntest mit reinem Licht Metall durchschneiden, die Atmosphäre nach Schadstoffen absuchen oder sogar die Sehkraft eines menschlichen Auges korrigieren. All das ist keine Science-Fiction, sondern der alltägliche Einsatz von Lasern!

In dieser Lektion schauen wir uns an, wie ein echter Laser (der Helium-Neon-Laser) im Detail funktioniert und in welchen spannenden Berufsfeldern Laser heute unverzichtbar sind. Außerdem wirst du lernen, wie man genau berechnet, wie viel Energie und wie viele winzige Lichtteilchen (Photonen) in einem einzigen, kurzen Laserblitz stecken.
Vorwissen
- Besetzungsinversion: Ein unnatürlicher Zustand, bei dem sich mehr Atome in einem hohen Energieniveau befinden als in einem niedrigeren. Dies ist die Grundvoraussetzung für jeden Laser. Beispiel: In einem angeregten Gas sind mehr Elektronen im Zustand als im Zustand .
- Energie eines Photons: Die Energie eines einzelnen Lichtteilchens hängt von seiner Wellenlänge () ab. Formel: (mit Planckschem Wirkungsquantum und Lichtgeschwindigkeit ). Beispiel: Rotes Licht hat eine größere Wellenlänge und damit weniger Energie pro Photon als blaues Licht.
- Leistung und Energie: Leistung () ist die Energie (), die pro Zeitspanne () abgegeben wird. Formel: Beispiel: Eine Lampe, die lang leuchtet, verbraucht Energie.
Aufgabentyp 1: Der Helium-Neon-Laser-Mechanismus
Um in einem Gas eine Besetzungsinversion zu erzeugen, reicht es oft nicht aus, die Atome einfach nur unter Strom zu setzen. Der Helium-Neon-Laser nutzt dafür einen cleveren Umweg: Er verwendet Helium als "Helfer" und Neon als das eigentliche Material, das leuchtet.
Der Prozess läuft in vier klaren Schritten ab:
- Anregung des Helfers: In der Glasröhre des Lasers fliegen freie Elektronen umher. Diese stoßen mit den Heliumatomen zusammen und geben ihre Energie an sie ab. Das Helium ist nun angeregt.
- Energieübertragung durch Stoß: Die angeregten Heliumatome prallen nun gegen die Neonatome. Dabei übertragen sie ihre Energie perfekt auf das Neon. Dadurch sammeln sich extrem viele Neonatome im oberen Energieniveau (wir nennen es ).
- Der Laserübergang (Stimulierte Emission): Da nun das obere Niveau viel stärker besetzt ist als das Zwischenniveau , haben wir unsere Besetzungsinversion erreicht! Wenn nun ein Photon vorbeifliegt, löst es die stimulierte Emission aus. Die Neonatome fallen von auf und senden dabei das typische rote Laserlicht mit einer Wellenlänge von aus.

- Der schnelle Zerfall: Damit sich das Zwischenniveau nicht verstopft (was die Besetzungsinversion zerstören würde), entleert es sich extrem schnell. Die Atome fallen durch spontane Emission sofort weiter in den Grundzustand und sind bereit für eine neue Runde.
Aufgabentyp 2: Anwendungen von Lasern
Weil Laserlicht extrem intensiv ist und nur aus einer einzigen, reinen Farbe (Monochromasie) besteht, ist es das perfekte Werkzeug für viele Branchen:
- Materialbearbeitung: Hochintensive Laser bündeln so viel Energie auf einen winzigen Punkt, dass sie mühelos dicke Metallplatten schneiden, präzise Löcher bohren oder Oberflächen härten können.
- Umwelttechnologie (Lidar-Verfahren): Lidar steht für "Light Detection and Ranging". Hierbei schießt man kurze Laserpulse in den Himmel. Staub- und Gasmoleküle in der Luft werfen einen Teil des Lichts zurück (Rückstreuung). Forscher fangen dieses Licht auf und können so genau berechnen, welche Schadstoffe in welcher Konzentration in der Atmosphäre schweben.
- Medizin (Ophthalmologie & Haut): In der Augenheilkunde sind Laser unverzichtbar. Sie können eine abgelöste Netzhaut durch winzige, gezielte Verbrennungen wieder am Augapfel "festschweißen". Außerdem können sie die Hornhaut millimetergenau abtragen, um Kurzsichtigkeit oder Hornhautverkrümmungen zu heilen. Auch in der Hautmedizin werden Laser genutzt, um Farbpigmente von Tätowierungen unter der Haut zu zertrümmern, sodass der Körper sie abbauen kann.
Aufgabentyp 3: Energie- und Photonenberechnungen für Laserpulse
Viele Laser leuchten nicht dauerhaft, sondern feuern extrem kurze, aber heftige Lichtblitze ab – sogenannte Laserpulse.
Um zu verstehen, was in so einem Puls steckt, betrachten wir zwei Ebenen:
- Die makroskopische Ebene (Gesamtenergie): Wenn wir die durchschnittliche Leistung () des Lasers und die Dauer des Pulses () kennen, können wir die gesamte transportierte Energie berechnen. Die Formel lautet: .
- Die mikroskopische Ebene (Photonen): Dieser gesamte Energiepuls besteht aus unzähligen winzigen Lichtteilchen, den Photonen. Jedes Photon trägt eine winzige Portion Energie (), die von der Wellenlänge abhängt.
Wenn du wissen willst, wie viele Photonen () in einem Puls stecken, kannst du dir das wie einen Eimer Wasser vorstellen: Wenn du weißt, wie viel Wasser insgesamt im Eimer ist () und wie groß ein einzelner Wassertropfen ist (), musst du nur die Gesamtmenge durch die Tropfengröße teilen.
Die Formel lautet also:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gesamtenergie des Pulses berechnen: Wandle die Leistung in Watt () und die Zeit in Sekunden () um. Berechne dann die Gesamtenergie mit der Formel .
- Energie eines einzelnen Photons berechnen: Wandle die Wellenlänge in Meter () um. Nutze die Formel . (Du benötigst das Plancksche Wirkungsquantum und die Lichtgeschwindigkeit ).
- Anzahl der Photonen berechnen: Teile die Gesamtenergie durch die Energie eines einzelnen Photons: .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Ein von einem Rubinlaser emittierter Impuls hat eine Wellenlänge von . Der Impuls hat eine durchschnittliche Leistung von und eine Dauer von .
a) Berechne die im Laserimpuls transportierte Gesamtenergie. b) Schätze die Anzahl der Photonen in diesem Impuls ab.
(Nutze und )
- Schritt 1Gesamtenergie des Pulses berechnen
Gegeben: Leistung Zeit
Wir setzen die Werte in die Formel ein:
- Schritt 2Energie eines einzelnen Photons berechnen
Gegeben: Wellenlänge
Wir setzen die Werte in die Photonen-Formel ein:
- Schritt 3 · ErgebnisAnzahl der Photonen berechnen
Nun teilen wir die Gesamtenergie durch die Energie eines einzelnen Photons:
a) Die im Laserimpuls transportierte Gesamtenergie beträgt . b) In diesem Impuls sind etwa Photonen enthalten. Reality Check: Die Energie von klingt klein, wird aber in extrem kurzer Zeit () freigesetzt, was die enorme Leistung von erklärt. Die Anzahl der Photonen ist gigantisch groß (eine Zahl mit 17 Nullen), was physikalisch absolut Sinn macht, da einzelne Photonen winzige Energiemengen tragen.
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Quizfrage 1 zu Lasersysteme, Anwendungen und Berechnungen
Was ist die Grundvoraussetzung für jeden Laser, die als Besetzungsinversion bezeichnet wird?
Quizfrage 2 zu Lasersysteme, Anwendungen und Berechnungen
Nur mit AccountWelche Funktion erfüllt das Helium im Helium-Neon-Laser?
Übungsaufgabe zu Lasersysteme, Anwendungen und Berechnungen
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Helium-Neon-Laser: Helium wird durch Elektronen angeregt und überträgt diese Energie durch Stöße auf Neon. Das Neon erzeugt dann durch stimulierte Emission das rote Laserlicht.
- Vielseitigkeit: Laser werden zum Schneiden von Metall, zur Schadstoffmessung in der Luft (Lidar) und für präzise medizinische Eingriffe (z.B. Augen-OPs) genutzt.
- Photonen zählen: Um die Anzahl der Photonen in einem Laserpuls zu finden, berechnet man zuerst die Gesamtenergie () und teilt diese dann durch die Energie eines einzelnen Photons ().
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Häufige Fragen
Was sind Lasersysteme und wie funktionieren sie?
Ein Lasersystem erzeugt extrem gebündeltes, einfarbiges Licht. Die Grundlage dafür ist die sogenannte Besetzungsinversion, bei der sich mehr Atome in einem hohen Energieniveau befinden als in einem niedrigeren. Durch stimulierte Emission wird dann ein intensiver Lichtstrahl freigesetzt.
Wo werden Laser im Alltag angewendet?
Laser haben viele praktische Anwendungen. In der Industrie schneiden sie dicke Metallplatten, in der Umwelttechnik messen sie Schadstoffe in der Luft (Lidar-Verfahren) und in der Medizin werden sie für präzise Augenoperationen oder zur Entfernung von Tätowierungen genutzt.
Wie berechnet man die Energie eines Laserpulses?
Die Gesamtenergie eines Laserpulses berechnest du, indem du die Leistung P mit der Dauer des Pulses t multiplizierst. Die Formel lautet: E = P · t. Die Energie eines einzelnen Photons hängt hingegen von der Wellenlänge ab und wird mit E = (h · c) / λ berechnet.
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