Eindimensionaler unendlicher Potenzialtopf einfach erklärt
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Stell dir vor, du zupfst eine Gitarrensaite. Weil die Saite an beiden Enden fest eingespannt ist, kann sie nicht beliebig schwingen. Sie bildet ganz bestimmte, harmonische Schwingungen – sogenannte stehende Wellen.

In der Quantenphysik passiert etwas Erstaunliches, wenn wir ein Elektron in einen winzigen, undurchdringlichen Käfig einsperren: Das Modell des eindimensionalen unendlichen Potenzialtopfs beschreibt genau dieses Phänomen. Da sich Elektronen wie Wellen verhalten, benehmen sie sich genau wie die Gitarrensaite! In diesem Artikel entdecken wir, warum ein eingesperrtes Elektron nur ganz bestimmte Wellenformen annehmen kann und wie du berechnen kannst, wie viel Energie es dabei besitzt.
Vorwissen
-
De-Broglie-Wellenlänge: Bewegte Teilchen (wie Elektronen) haben eine Wellenlänge , die von ihrer Masse und Geschwindigkeit abhängt.
Formel: (wobei das Plancksche Wirkungsquantum ist).
Beispiel: Ein schnelles Elektron hat eine kürzere Wellenlänge als ein langsames Elektron.
-
Kinetische Energie (): Die Bewegungsenergie eines Objekts.
Formel:
Beispiel: Ein Auto mit der Masse , das sich mit bewegt, hat eine kinetische Energie von .
Aufgabentyp 1: Energieniveaus im Potenzialtopf berechnen
Wir betrachten ein Modell, das eindimensionaler unendlicher Potenzialtopf genannt wird. Stell dir eine winzige Strecke der Länge vor. An den Rändern ( und ) gibt es unendlich hohe Wände. Das bedeutet: Das Elektron kann diese Wände unmöglich durchdringen. Außerhalb des Topfes ist das Elektron niemals zu finden.
Weil das Elektron nicht entkommen kann, wird seine Materiewelle an den Wänden reflektiert. Es überlagern sich hin- und rücklaufende Wellen, und es entstehen stehende Wellen. Genau wie bei der Gitarrensaite passen nur bestimmte Wellen in den Topf: Es muss immer ein ganzzahliges Vielfaches der halben Wellenlänge hineinpassen.
Die erlaubten Wellenlängen berechnen sich so:
Die Wellenfunktion und die Wahrscheinlichkeit
In der Quantenphysik beschreiben wir diese stehende Welle mit einer mathematischen Funktion, der Wellenfunktion (griechischer Buchstabe Psi). Außerhalb des Topfes ist . Innerhalb des Topfes sieht sie aus wie eine Sinuswelle.
Aber was bedeutet diese Welle physikalisch? Die Welle selbst sagt uns noch nicht, wo das Elektron ist. Erst wenn wir die Wellenfunktion quadrieren (), erhalten wir die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte. Sie verrät uns, wie wahrscheinlich es ist, das Elektron an einem bestimmten Ort zu finden.

Wenn du dir den Zustand ansiehst, fällt etwas Verrücktes auf: In der Mitte der Box ist die Wahrscheinlichkeit exakt null! Solche Stellen nennt man Knotenpunkte. Das Elektron kann sich links oder rechts aufhalten, aber niemals genau in der Mitte.
Quantisierung der Energie im Potenzialtopf
Da das Elektron im Topf keine potenzielle Energie besitzt (es gibt keine Kräfte im Inneren), besteht seine gesamte Energie nur aus seiner kinetischen Energie (Bewegungsenergie).
Klassisch gilt:
Wir wissen aus der De-Broglie-Gleichung, dass die Geschwindigkeit mit der Wellenlänge zusammenhängt: . Wenn wir das in die Energieformel einsetzen, erhalten wir:
Jetzt kommt der entscheidende Schritt: Wir haben gelernt, dass nur ganz bestimmte Wellenlängen in den Topf passen (). Wenn wir das für einsetzen, erhalten wir die Formel für die Energieniveaus:
Weil nur ganze Zahlen () annehmen kann, kann das Elektron nicht jede beliebige Energie haben. Die Energie ist gequantelt. Das Elektron kann sich auf dem Energieniveau oder befinden, aber es kann niemals eine Energie dazwischen haben. Es ist wie auf einer Leiter: Du kannst auf der ersten oder zweiten Sprosse stehen, aber nicht in der Luft dazwischen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Gegebene Werte identifizieren: Notiere die Masse des Teilchens (für Elektronen meist ), die Breite des Topfes (in Metern!) und die Quantenzahl .
- Werte in die Energieformel einsetzen: Nutze die Formel: . Setze das Plancksche Wirkungsquantum ein und berechne das Ergebnis. Das Ergebnis hat die Einheit Joule ().
- In Elektronenvolt (eV) umrechnen (falls gefordert): In der Quantenphysik sind Energien in Joule extrem klein. Daher nutzt man oft Elektronenvolt (). Teile dein Ergebnis in Joule durch die Elementarladung .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Berechne die Energie des Niveaus für ein Elektron () in einem eindimensionalen unendlichen Potenzialtopf der Breite . Gib das Ergebnis in Joule und in Elektronenvolt (eV) an. Verwende .
- Schritt 1Gegebene Werte identifizieren
Gegeben:
- Masse
- Breite (Wichtig: Umrechnung in Meter!)
- Quantenzahl
- Plancksches Wirkungsquantum
Gesucht: Energie in und .
- Schritt 2Werte in die Energieformel einsetzen
Wir nutzen die Formel:
Wir setzen die Werte für ein:
Zuerst berechnen wir die Quadrate:
Nun fassen wir den Nenner zusammen ( und ):
- Schritt 3 · ErgebnisIn Elektronenvolt (eV) umrechnen
Um von Joule in eV umzurechnen, teilen wir durch :
Die Energie des Elektrons im Niveau beträgt , was etwa entspricht. (Realitätscheck: Energien von Elektronen in Nanometer-großen Töpfen liegen typischerweise im Bereich von wenigen Elektronenvolt. Das Ergebnis von ist physikalisch absolut sinnvoll.)
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Quizfrage 1 zu Eindimensionaler unendlicher Potenzialtopf
Wie berechnet sich die De-Broglie-Wellenlänge eines bewegten Teilchens?
Quizfrage 2 zu Eindimensionaler unendlicher Potenzialtopf
Nur mit AccountWelche kinetische Energie hat ein Auto mit einer Masse von , das sich mit bewegt?
Übungsaufgabe zu Eindimensionaler unendlicher Potenzialtopf
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Ein Elektron in einem unendlichen Potenzialtopf bildet stehende Materiewellen.
- Das Quadrat der Wellenfunktion () gibt die Aufenthaltswahrscheinlichkeit an. An den Knotenpunkten der Welle ist die Wahrscheinlichkeit, das Elektron zu finden, gleich null.
- Weil nur bestimmte Wellenlängen in den Topf passen, ist die Energie des Elektrons gequantelt. Es kann nur bestimmte, diskrete Energiewerte annehmen: .
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Häufige Fragen
Was ist der eindimensionale unendliche Potenzialtopf?
Der eindimensionale unendliche Potenzialtopf ist ein Modell der Quantenphysik. Es beschreibt ein Teilchen, wie ein Elektron, das in einem winzigen Bereich eingesperrt ist. An den Rändern gibt es unendlich hohe Wände, die das Teilchen nicht durchdringen kann. Dadurch verhält es sich wie eine stehende Welle.
Warum ist die Energie im Potenzialtopf gequantelt?
Weil das Elektron im Topf als Welle beschrieben wird, passen nur ganz bestimmte stehende Wellen hinein – ähnlich wie bei einer eingespannten Gitarrensaite. Jede dieser erlaubten Wellenlängen entspricht einem bestimmten Energiezustand. Energien zwischen diesen Zuständen sind nicht möglich, weshalb die Energie gequantelt ist.
Was sagt die Wellenfunktion über das Elektron aus?
Die Wellenfunktion selbst beschreibt den Zustand des Elektrons. Quadriert man sie, erhält man die Aufenthaltswahrscheinlichkeitsdichte. Diese gibt an, wie wahrscheinlich es ist, das Elektron an einem bestimmten Ort im Topf zu finden. An sogenannten Knotenpunkten ist diese Wahrscheinlichkeit exakt null.
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