Das zweite Faradaysche Gesetz einfach erklärt: Elektrolyse

Lerne, wie das zweite Faradaysche Gesetz funktioniert und wie du die abgeschiedenen Stoffmengen bei der Elektrolyse in einer Reihenschaltung berechnest.

📅 Aktualisiert 2. September 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Das zweite Faradaysche Gesetz einfach erklärt: Elektrolyse

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Student thinking

Stell dir vor, eine Fabrik möchte gleichzeitig Schmuckstücke versilbern und Rohre verkupfern. Um Strom zu sparen, schließt sie beide Tauchbäder hintereinander an dieselbe Stromquelle an. Aber woher weiß die Fabrik, wie viel Metall in jedem Becken landet, wenn überall exakt derselbe Strom fließt? Das zweite Faradaysche Gesetz liefert dir genau darauf die Antwort.

Tauchbäder in Reihenschaltung
Tauchbäder in Reihenschaltung

In dieser Lektion lernst du, wie man Elektrolysezellen in einer Reihenschaltung vergleicht. Du wirst sehen, dass die abgeschiedene Menge eines Metalls direkt davon abhängt, wie viele Elektronen seine Ionen benötigen, um zu festem Metall zu werden.

Vorwissen

  • Das erste Faradaysche Gesetz: Verknüpft die elektrische Ladung QQ mit der Stoffmenge nn. Formel: Q=nzFQ = n \cdot z \cdot F.

    Beispiel: Um 1 mol1 \text{ mol} Silber abzuscheiden, benötigt man eine ganz bestimmte Ladung QQ.

  • Reihenschaltung (Physik): In einem unverzweigten Stromkreis fließt überall die gleiche elektrische Ladung.

    Beispiel: Wenn zwei Lampen in Reihe geschaltet sind, fließt durch beide exakt die gleiche Anzahl an Elektronen.

Aufgabentyp 1: Anwendung des zweiten Faradayschen Gesetzes bei der simultanen Elektrolyse

Wenn wir das zweite Faradaysche Gesetz anwenden, betrachten wir oft zwei Elektrolysezellen in einer Reihenschaltung. Hier fließt durch beide Zellen exakt dieselbe elektrische Ladung QQ. Das bedeutet, beiden Zellen steht die gleiche Anzahl an Elektronen zur Verfügung.

Zwei Elektrolysezellen in Reihenschaltung
Zwei Elektrolysezellen in Reihenschaltung

Schauen wir uns an, was passiert, wenn wir eine Zelle mit Silberionen (Ag+\textcolor{#9570FF}{\text{Ag}^+}) und eine Zelle mit Kupferionen (Cu2+\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}^{2+}}) in Reihe schalten:

  • Um ein Silberatom herzustellen, braucht das Ion genau ein Elektron: Ag++1eAg\textcolor{#9570FF}{\text{Ag}^+} + 1 e^- \to \textcolor{#9570FF}{\text{Ag}}

  • Um ein Kupferatom herzustellen, braucht das Ion zwei Elektronen: Cu2++2eCu\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}^{2+}} + 2 e^- \to \textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}}

Wenn nun beispielsweise zwei Elektronen durch den Stromkreis fließen, reichen diese aus, um zwei Silberatome zu bilden. Für Kupfer reichen diese zwei Elektronen aber nur für genau ein einziges Atom!

Das zweite Faradaysche Gesetz fasst diese Beobachtung in einer einfachen Regel zusammen: Wenn die gleiche Ladung fließt, verhalten sich die abgeschiedenen Stoffmengen (nn) umgekehrt proportional zu ihren Ladungszahlen (zz). Ein Ion, das doppelt so viele Elektronen braucht, wird nur halb so oft abgeschieden.

Mathematisch können wir die Ladung QQ für beide Zellen gleichsetzen: n1z1F=n2z2Fn_1 \cdot z_1 \cdot F = n_2 \cdot z_2 \cdot F. Wenn wir das umstellen und die Faraday-Konstante FF wegkürzen, erhalten wir die praktische Verhältnisformel:

n1n2=z2z1\frac{n_1}{n_2} = \frac{z_2}{z_1}

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Finde heraus, welche Ionen in den Zellen reagieren, und notiere ihre Ladungszahlen (z1z_1 und z2z_2).
  2. Wandle die gegebene Masse mit der molaren Masse in die Stoffmenge um: n=mMn = \frac{m}{M}.
  3. Setze die Werte in das zweite Faradaysche Gesetz ein: n1n2=z2z1\frac{n_1}{n_2} = \frac{z_2}{z_1} und stelle nach der gesuchten Stoffmenge um.
  4. Wandle die berechnete Stoffmenge wieder in eine Masse um: m=nMm = n \cdot M.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

In einer Reihenschaltung sind eine Zelle mit Silbernitrat-Lösung (enthält Ag+\text{Ag}^+) und eine Zelle mit Kupfersulfat-Lösung (enthält Cu2+\text{Cu}^{2+}) verbunden. Nach einer bestimmten Zeit haben sich 10,8 g10{,}8 \text{ g} Silber an der Kathode abgeschieden. Berechne die Masse des Kupfers, das in der gleichen Zeit in der anderen Zelle abgeschieden wurde. (Molare Massen: M(Ag)=108 g/molM(\text{Ag}) = 108 \text{ g/mol}, M(Cu)=63,5 g/molM(\text{Cu}) = 63{,}5 \text{ g/mol}).

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ionen und Ladungszahlen bestimmen

    Silberionen: Ag+z1=1\textcolor{#9570FF}{\text{Ag}^+} \to z_1 = 1

    Kupferionen: Cu2+z2=2\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}^{2+}} \to z_2 = 2

  2. Schritt 2
    Gegebene Masse in Stoffmenge umrechnen

    Wir berechnen die Stoffmenge des Silbers:

    n(Ag)=mMn(\textcolor{#9570FF}{\text{Ag}}) = \frac{m}{M}

    =10,8 g108 g/mol= \frac{10{,}8 \text{ g}}{108 \text{ g/mol}}

    =0,1 mol= 0{,}1 \text{ mol}

  3. Schritt 3
    Verhältnisgleichung anwenden

    Wir setzen die Werte in die Formel ein und stellen nach der Stoffmenge des Kupfers um:

    n(Cu)n(Ag)=z1z2\frac{n(\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}})}{n(\textcolor{#9570FF}{\text{Ag}})} = \frac{z_1}{z_2}

    n(Cu)0,1 mol=12\frac{n(\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}})}{0{,}1 \text{ mol}} = \frac{1}{2}

    n(Cu)=0,1 mol0,5=0,05 moln(\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}}) = 0{,}1 \text{ mol} \cdot 0{,}5 = 0{,}05 \text{ mol}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Gesuchte Masse berechnen

    Nun wandeln wir die Stoffmenge des Kupfers in die Masse um:

    m(Cu)=nMm(\textcolor{#FF7D57}{\text{Cu}}) = n \cdot M

    =0,05 mol63,5 g/mol= 0{,}05 \text{ mol} \cdot 63{,}5 \text{ g/mol}

    =3,175 g= 3{,}175 \text{ g}

Ergebnis:

Es werden 3,175 g3{,}175 \text{ g} Kupfer abgeschieden. Das macht physikalisch Sinn: Da Kupfer doppelt so viele Elektronen pro Atom benötigt, entsteht nur die halbe Stoffmenge im Vergleich zu Silber.

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Quizfrage 1 zu Das zweite Faradaysche Gesetz

Welche physikalische Größe ist in einer Reihenschaltung von Elektrolysezellen überall gleich groß?

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Wie lautet die Formel für das erste Faradaysche Gesetz?

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Wichtige Erkenntnisse

  • In einer Reihenschaltung fließt durch alle Elektrolysezellen die gleiche elektrische Ladung.
  • Das zweite Faradaysche Gesetz vergleicht die Stoffmengen in solchen hintereinandergeschalteten Zellen.
  • Ionen, die mehr Elektronen benötigen (höhere Ladungszahl zz), werden in geringerer Stoffmenge abgeschieden.
  • Die praktische Formel lautet: n1n2=z2z1\frac{n_1}{n_2} = \frac{z_2}{z_1}.

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Häufige Fragen

Was ist das zweite Faradaysche Gesetz?

Das zweite Faradaysche Gesetz besagt, dass bei einer Elektrolyse in Reihenschaltung die abgeschiedenen Stoffmengen umgekehrt proportional zu den Ladungszahlen der Ionen sind. Fließt die gleiche elektrische Ladung durch mehrere Zellen, wird von einem Ion, das mehr Elektronen benötigt, entsprechend weniger Stoffmenge abgeschieden.

Wie lautet die Formel für das zweite Faradaysche Gesetz?

Die praktische Verhältnisformel lautet n₁ / n₂ = z₂ / z₁. Dabei sind n die Stoffmengen der abgeschiedenen Metalle und z die jeweiligen Ladungszahlen der Ionen. Diese Formel entsteht, wenn man die Ladung Q für beide Zellen gleichsetzt und die Faraday-Konstante wegkürzt.

Warum ist die Reihenschaltung bei der Elektrolyse wichtig?

In einer Reihenschaltung fließt durch alle verbundenen Elektrolysezellen exakt dieselbe elektrische Ladung. Das bedeutet, dass in jedem Becken die gleiche Anzahl an Elektronen für die chemischen Reaktionen zur Verfügung steht. Das macht es einfach, die abgeschiedenen Massen verschiedener Metalle direkt miteinander zu vergleichen.

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