Die Redoxreihe einfach erklärt: Metalle & Nichtmetalle
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Hast du dich jemals gefragt, warum ein eiserner Nagel, der in eine bestimmte blaue Flüssigkeit fällt, plötzlich aussieht, als bestünde er aus Kupfer? Hat sich das Eisen magisch verwandelt?

Keine Sorge, das ist keine Magie, sondern ein chemischer Wettkampf um Elektronen! In der Chemie gibt es stärkere und schwächere Elemente, wenn es darum geht, Elektronen abzugeben. In dieser Lektion lernst du die sogenannte Redoxreihe kennen. Sie ist wie eine Rangliste, mit der du genau vorhersagen kannst, welches Element in diesem Wettkampf gewinnt und ob eine Reaktion überhaupt stattfindet.
Vorwissen
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Oxidation: Ein Teilchen gibt Elektronen ab.
Beispiel:
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Reduktion: Ein Teilchen nimmt Elektronen auf.
Beispiel:
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Reduktionsmittel: Der Stoff, der Elektronen abgibt (und dabei selbst oxidiert wird).
Beispiel: Das Eisenatom () zwingt dem Kupferion Elektronen auf.
Aufgabentyp 1: Reaktionen mit der Redoxreihe der Metalle vorhersagen
Nicht jedes Metall gibt seine Elektronen gleich gerne ab. Manche Metalle sind wie sehr großzügige Spender: Sie trennen sich extrem leicht von ihren Elektronen. Diese Metalle nennen wir starke Reduktionsmittel.
Andere Metalle halten ihre Elektronen lieber fest und geben sie nur schwer ab. Sie sind schwache Reduktionsmittel.
Wenn wir nun ein Metall (z. B. Eisen) und die Ionen eines anderen Metalls (z. B. Kupferionen) mischen, kommt es zu einem Kräftemessen. Wenn das Eisen seine Elektronen leichter abgibt als das Kupfer, dann wird das Eisen seine Elektronen an die Kupferionen abgeben. Die Reaktion läuft freiwillig (spontan) ab.
Aus diesem Verhalten ergibt sich eine sehr wichtige chemische Regel für das Redoxpaar (das Paar aus einem Metall und seinem passenden Ion, z. B. ):
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Wenn ein Metall ein sehr starkes Reduktionsmittel ist (es gibt Elektronen leicht ab), dann ist sein korrespondierendes Ion ein sehr schwaches Oxidationsmittel (es will die Elektronen nicht wieder zurückhaben).
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Umgekehrt: Wenn ein Metall ein schwaches Reduktionsmittel ist, ist sein Ion ein starkes Oxidationsmittel.
Der Nagel im Kupferbad
Zweck: Wir wollen experimentell herausfinden, ob Eisen oder Kupfer das stärkere Reduktionsmittel ist.
Materialien: Ein grauer Eisennagel, 50 mL blaue Kupfer(II)-sulfat-Lösung (enthält -Ionen), ein Becherglas.
⚠️ Sicherheitshinweis: Kupfer(II)-sulfat ist gesundheitsschädlich und umweltgefährlich. Schutzbrille tragen und die Lösung nach dem Versuch im Schwermetallabfall entsorgen.
Durchführung:
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Fülle 50 mL der blauen Kupfer(II)-sulfat-Lösung in das Becherglas.
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Stelle den Eisennagel in die Lösung und warte einige Minuten.

Beobachtung: Nach kurzer Zeit überzieht sich der Teil des Nagels, der in der Flüssigkeit steckt, mit einer rötlich-braunen Schicht. Die blaue Farbe der Lösung verblasst langsam und wird leicht grünlich.

Erklärung: Die rötliche Schicht ist elementares Kupfer. Das Eisen hat freiwillig Elektronen an die Kupferionen abgegeben. Das beweist: Eisen ist ein stärkeres Reduktionsmittel als Kupfer.
Chemiker haben viele solcher Experimente durchgeführt und die Metalle nach ihrer Stärke als Reduktionsmittel sortiert. Das Ergebnis ist die Redoxreihe der Metalle.
Eine vereinfachte Redoxreihe (vom stärksten zum schwächsten Reduktionsmittel) sieht so aus:
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Zink ()
-
Eisen ()
-
Kupfer ()
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Silber ()
Mit dieser Liste kannst du Reaktionen vorhersagen, ohne sie im Labor durchzuführen. Dafür musst du dir nur einen einzigen Merksatz einprägen:
Ein Metallatom kann nur die Ionen eines Metalls reduzieren, das in der Redoxreihe UNTER ihm steht.

Schauen wir uns das an unserem Experiment an: Eisen steht in der Liste über Kupfer. Daher kann das Eisenatom seine Elektronen 'nach unten' an das Kupferion abgeben. Die Reaktion findet statt!
Würden wir umgekehrt ein Stück Kupfer in eine Lösung mit Eisenionen () legen, würde nichts passieren. Kupfer steht unter Eisen und kann seine Elektronen nicht 'nach oben' abgeben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Identifiziere die Ausgangsstoffe: Finde heraus, welches Element als neutrales Atom (potenzielles Reduktionsmittel) und welches als Ion (potenzielles Oxidationsmittel) vorliegt.
- Prüfe die Position in der Redoxreihe: Suche beide Elemente in der Redoxreihe. Steht das neutrale Atom über dem Ion, findet die Reaktion statt.
- Stelle die Teilgleichungen auf: Schreibe die Oxidation für das obere Element (gibt Elektronen ab) und die Reduktion für das untere Element (nimmt Elektronen auf) auf.
- Bilde die Redox-Gesamtgleichung: Fasse beide Teilgleichungen zusammen. Achte darauf, dass die Anzahl der abgegebenen und aufgenommenen Elektronen gleich ist.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Zinkblech wird in eine Silbernitrat-Lösung (enthält -Ionen) getaucht. Sage mithilfe der Redoxreihe voraus, ob eine Reaktion stattfindet. Wenn ja, stelle die Oxidations-, Reduktions- und Redox-Gesamtgleichung auf.
- Schritt 1Identifiziere die Ausgangsstoffe
Wir haben neutrales Zink () und Silberionen ().
- Schritt 2Prüfe die Position in der Redoxreihe
In der Redoxreihe steht Zink ganz oben und Silber ganz unten. Das Zinkatom steht also über dem Silberion. Die Reaktion findet statt!
- Schritt 3Stelle die Teilgleichungen auf
Das Zink wird oxidiert (gibt 2 Elektronen ab):
Das Silberion wird reduziert (nimmt 1 Elektron auf):
- Schritt 4 · ErgebnisBilde die Redox-Gesamtgleichung
Da Zink 2 Elektronen abgibt, Silber aber nur 1 Elektron aufnehmen kann, müssen wir die Reduktionsgleichung mit 2 multiplizieren, damit die Elektronenbilanz stimmt:
Nun addieren wir die Oxidation und die angepasste Reduktion zur Gesamtgleichung:
Quiz zu Die Redoxreihe: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Die Redoxreihe und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Die Redoxreihe
Was passiert bei einer Oxidation laut dem Artikel?
Quizfrage 2 zu Die Redoxreihe
Nur mit AccountWelche Eigenschaft hat das korrespondierende Ion eines Metalls, das ein sehr starkes Reduktionsmittel ist?
Übungsaufgabe zu Die Redoxreihe
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Die Redoxreihe der Nichtmetalle
Das Prinzip der Redoxreihe funktioniert nicht nur bei Metallen, sondern auch bei Nichtmetallen, wie den Halogenen (Elemente der 17. Hauptgruppe).
Achtung, hier gibt es einen wichtigen Unterschied zu den Metallen: Bei den Metallen waren die neutralen Atome die Reduktionsmittel (Elektronenspender). Bei den Nichtmetallen ist es genau umgekehrt! Hier haben die Ionen (z. B. ) ein Elektron zu viel und wollen es loswerden. Daher sind bei den Nichtmetallen die Ionen die Reduktionsmittel, und die neutralen Moleküle (z. B. ) sind die Oxidationsmittel.
Die Redoxreihe der wichtigsten Halogene sieht (vom stärksten zum schwächsten Reduktionsmittel) so aus:
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Iod ()
-
Brom ()
-
Chlor ()
Der Merksatz bleibt aber von der Logik her genau gleich:
Ein Nichtmetall-Ion kann die Atome eines in der Redoxreihe UNTER ihm stehenden Nichtmetall-Moleküls reduzieren.

Das bedeutet: Ein Iodid-Ion () steht ganz oben. Es ist ein starkes Reduktionsmittel und kann seine Elektronen 'nach unten' an ein Brom-Molekül () oder ein Chlor-Molekül () abgeben.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Eine Lösung mit Bromid-Ionen () wird mit Chlorgas () gemischt. Finde heraus, ob eine Reaktion stattfindet, und stelle die Redox-Gesamtgleichung auf.
- Schritt 1Identifiziere die Ausgangsstoffe
Wir haben Bromid-Ionen (, das potenzielle Reduktionsmittel) und Chlor-Moleküle (, das potenzielle Oxidationsmittel).
- Schritt 2Prüfe die Position in der Redoxreihe
In der Nichtmetall-Reihe steht Brom () über Chlor (). Die Abwärtsregel greift, die Reaktion findet statt!
- Schritt 3Stelle die Teilgleichungen auf
Die Bromid-Ionen werden oxidiert (geben Elektronen ab). Da Halogene als zweiatomige Moleküle vorkommen, brauchen wir zwei Ionen:
Das Chlor-Molekül wird reduziert (nimmt Elektronen auf):
- Schritt 4 · ErgebnisBilde die Redox-Gesamtgleichung
Die Anzahl der Elektronen (2) ist bereits auf beiden Seiten gleich. Wir können sie direkt addieren:
Wichtige Erkenntnisse
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Die Redoxreihe ordnet Elemente nach ihrer Stärke als Reduktionsmittel (Elektronenspender).
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Die Abwärtsregel: Ein Stoff kann nur mit einem Stoff reagieren, der in der Redoxreihe unter ihm steht.
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Metalle: Das neutrale Atom (z. B. ) ist das Reduktionsmittel, das Ion (z. B. ) das Oxidationsmittel.
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Nichtmetalle: Hier ist es umgekehrt! Das Ion (z. B. ) ist das Reduktionsmittel, das Molekül (z. B. ) das Oxidationsmittel.
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Häufige Fragen
Was ist die Redoxreihe?
Die Redoxreihe ist eine sortierte Liste von chemischen Elementen, die nach ihrer Stärke als Reduktionsmittel geordnet sind. Sie zeigt dir auf einen Blick, welche Stoffe ihre Elektronen leicht abgeben und welche sie lieber behalten. So kannst du vorhersagen, ob eine Redoxreaktion freiwillig abläuft.
Wie funktioniert die Abwärtsregel in der Redoxreihe?
Die Abwärtsregel besagt, dass ein Teilchen nur dann Elektronen an ein anderes Teilchen abgeben kann, wenn es in der Redoxreihe weiter oben steht. Ein Metallatom kann also nur die Ionen eines Metalls reduzieren, das in der Liste unter ihm steht.
Was ist der Unterschied zwischen der Redoxreihe der Metalle und Nichtmetalle?
Bei den Metallen sind die neutralen Atome (wie Eisen oder Zink) die Reduktionsmittel, die Elektronen abgeben. Bei den Nichtmetallen (wie den Halogenen) ist es genau umgekehrt: Hier haben die Ionen (wie Iodid oder Bromid) überschüssige Elektronen und fungieren als Reduktionsmittel.
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