Das erste Faradaysche Gesetz einfach erklärt: Elektrolyse
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Stell dir vor, du arbeitest in einer Schmuckwerkstatt und sollst einen Ring vergolden. Du tauchst den Ring in ein Elektrolysebad und schaltest den Strom ein. Aber woher weißt du, wann genau Gold auf dem Ring gelandet ist? Wenn du ihn zu früh herausnimmst, ist die Schicht zu dünn. Wartest du zu lange, verschwendest du teures Gold.

Genau hier hilft uns die Chemie und das erste Faradaysche Gesetz! In dieser Lektion lernst du, wie man den genauen Zusammenhang zwischen der Stromstärke, der Zeit und der Menge des hergestellten Stoffes bei der quantitativen Elektrolyse berechnet. So kannst du am Ende exakt vorhersagen, wie viel Gramm eines Metalls entstehen.
Vorwissen
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Elektrische Ladung (): Berechnet sich aus Stromstärke () mal Zeit (). Die Formel lautet . Die Einheit ist Amperesekunde ().
Beispiel: Fließt ein Strom von für , beträgt die Ladung .
-
Stoffmenge () und Molare Masse (): Ein Mol ist eine feste Anzahl von Teilchen. Die Masse eines Stoffes berechnet sich mit .
Beispiel: Kohlenstoff () haben eine Masse von .
-
Ionen: Geladene Teilchen, die bei der Elektrolyse zu den Elektroden wandern und dort Elektronen aufnehmen oder abgeben, um wieder neutral zu werden.
Aufgabentyp 1: Berechnung der Abscheidungsmasse
Um das erste Faradaysche Gesetz anzuwenden, müssen wir zunächst die Elektrolysekonstanten und Ladungsproportionalitäten verstehen. Bei der Elektrolyse fließen Elektronen durch die Kabel. Um genau rechnen zu können, müssen wir wissen, wie viel Ladung diese Elektronen transportieren. Dafür nutzen Chemiker drei wichtige Konstanten:
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Die Elementarladung (): Das ist die winzige Ladung eines einzigen Elektrons. Sie beträgt .
-
Die Avogadro-Konstante (): Sie gibt an, wie viele Teilchen in einem Mol stecken. .
-
Die Faraday-Konstante (): Wenn wir die Ladung eines einzelnen Elektrons () mit der riesigen Anzahl an Elektronen in einem Mol () multiplizieren, erhalten wir die Ladung für genau ein Mol Elektronen.

Die Formel dafür lautet . Der Wert ist . Merke dir: Die Faraday-Konstante ist einfach die Gesamtladung von einem Mol Elektronen.
Je länger der Strom fließt und je stärker er ist, desto mehr Elektronen werden transportiert. Das bedeutet: Die Menge des hergestellten Stoffes (Stoffmenge oder Volumen ) ist direkt proportional zur geflossenen elektrischen Gesamtladung ().
- (bei konstanter Stromstärke)
- (bei konstanter Zeit)
- Daraus folgt: oder
Ein gutes Beispiel ist die Elektrolyse von verdünnter Schwefelsäure. Hierbei entstehen Gase an den Elektroden:
- Anode (Pluspol):
- Kathode (Minuspol):
Wenn du die Elektrolyse doppelt so lange laufen lässt, entsteht exakt doppelt so viel Wasserstoff- und Sauerstoffgas, weil doppelt so viele Elektronen geflossen sind.
Wie berechnen wir nun genau, wie viel Stoff entsteht? Das hängt davon ab, wie viele Elektronen ein einzelnes Ion benötigt, um neutral zu werden. Diese Anzahl nennen wir die Ladungszahl ().
Ein Kupfer-Ion () benötigt zum Beispiel genau Elektronen, um zu neutralem Kupfer zu werden.

Wenn ein einzelnes Ion Elektronen braucht, dann braucht dieser Ionen genau Mol Elektronen. Da wir wissen, dass Elektronen die Ladung besitzt, lautet die Formel für die benötigte Gesamtladung ():
Wir wissen aus unserem Vorwissen auch, dass die Ladung durch den Strom und die Zeit bestimmt wird (). Wenn wir das einsetzen, erhalten wir:
Wenn wir diese Gleichung nun nach der Stoffmenge () umstellen, erhalten wir das erste Faradaysche Gesetz:
Mit dieser Stoffmenge () kannst du nun alles Weitere berechnen:
- Willst du die Masse eines festen Metalls wissen, rechnest du: (Molare Masse).
- Willst du das Volumen eines Gases wissen, rechnest du: (Molares Volumen).
In Prüfungen wird oft direkt nach der Masse () eines Metalls gefragt, das sich an einer Elektrode ablagert (abscheidet). Anstatt in zwei Schritten zu rechnen, können wir die Formel für die Stoffmenge () direkt in die Massenformel () einsetzen.
Die komplette Formel lautet dann:
Um diese Formel erfolgreich anzuwenden, musst du auf zwei typische Stolperfallen achten:
- Die Ladungszahl (): Du musst wissen, welches Ion vorliegt. Bei Silber () ist . Bei Kupfer(II) () ist .
- Die Zeit (): Die Faraday-Konstante hat die Einheit Amperesekunde (). Daher muss die Zeit in der Formel immer in Sekunden eingesetzt werden! Wenn die Zeit in Minuten gegeben ist, musst du sie zwingend mit multiplizieren.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Notiere alle Werte: Schreibe Stromstärke, Zeit und Molare Masse auf und wandle die Zeit sofort in Sekunden um.
- Bestimme die Ladungszahl: Finde heraus, welche Ladung das Metallion hat, um den Wert z festzulegen.
- Setze die Werte ein: Setze alle Werte in die kombinierte Formel für die Masse ein.
- Berechne das Ergebnis: Rechne den Wert aus und prüfe, ob sich die Einheiten korrekt zu Gramm wegkürzen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Kupfer(II)-sulfatlösung wird an Kupferelektroden elektrolysiert. Die Stromstärke beträgt und der Strom fließt für genau . Berechne die Masse des an der Kathode abgeschiedenen Kupfers. (Molare Masse von Kupfer: ).
- Schritt 1Werte notieren und Einheiten anpassen
- . Wir rechnen um: .
- (Konstante)
- Schritt 2Ladungszahl bestimmen
Es handelt sich um Kupfer(II)-sulfat. Das römische (II) verrät uns, dass Kupfer als Ion vorliegt. Daher ist die Ladungszahl .
- Schritt 3Werte in die Formel einsetzen
Wir nutzen die Formel und setzen ein:
- Schritt 4 · ErgebnisAusrechnen und Einheit prüfen
Wir tippen die Werte in den Taschenrechner ein. Die Einheiten , und kürzen sich komplett weg, sodass nur übrig bleibt.
Es scheiden sich Kupfer an der Kathode ab. Das Ergebnis ist eine kleine, realistische Menge für ein kurzes Laborexperiment.
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Quizfrage 1 zu Das erste Faradaysche Gesetz
Wie groß ist die elektrische Ladung, wenn ein Strom von für fließt?
Quizfrage 2 zu Das erste Faradaysche Gesetz
Nur mit AccountWas gibt die Faraday-Konstante an?
Übungsaufgabe zu Das erste Faradaysche Gesetz
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Die Faraday-Konstante () entspricht der elektrischen Ladung von genau einem Mol Elektronen.
- Das erste Faradaysche Gesetz lautet: .
- Die Ladungszahl () gibt an, wie viele Elektronen ein Ion aufnehmen oder abgeben muss (z. B. für ).
- Achtung: Rechne die Zeit () für diese Formeln immer in Sekunden um!
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Häufige Fragen
Was ist das erste Faradaysche Gesetz?
Das erste Faradaysche Gesetz beschreibt den Zusammenhang zwischen der elektrischen Ladung, die bei einer Elektrolyse fließt, und der Stoffmenge, die an den Elektroden abgeschieden wird. Es besagt, dass die abgeschiedene Stoffmenge direkt proportional zur geflossenen elektrischen Ladung ist. Die Formel lautet n = (I · t) / (z · F).
Was ist die Faraday-Konstante?
Die Faraday-Konstante (F) gibt die elektrische Gesamtladung von genau einem Mol Elektronen an. Sie wird berechnet, indem man die Elementarladung eines Elektrons mit der Avogadro-Konstante multipliziert. Ihr Wert beträgt 96485 A·s·mol⁻¹ und sie ist zentral für alle Berechnungen der quantitativen Elektrolyse.
Wie berechne ich die Masse bei der Elektrolyse?
Um die Abscheidungsmasse zu berechnen, nutzt du die erweiterte Formel des ersten Faradayschen Gesetzes: m = (I · t · M) / (z · F). Setze die Stromstärke I, die Zeit t in Sekunden, die Molare Masse M und die Ladungszahl z des Ions ein. Achte immer darauf, die Zeit in Sekunden umzurechnen!
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