Verbrennung von Alkanen einfach erklärt: Flammen & Ruß
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Hast du dich schon einmal gefragt, warum ein Gasherd mit einer sauberen, blauen Flamme brennt, während eine Kerze gelb flackert und schwarze Flecken auf einem Glas hinterlässt?

Die Antwort liegt in der Chemie! Sowohl das Gas im Herd als auch das Wachs der Kerze bestehen aus Alkanen. Der Unterschied liegt nur darin, wie lang ihre Kohlenstoffketten sind und wie viel Sauerstoff sie beim Brennen bekommen. In dieser Lektion lernst du, warum manche Alkane sauber verbrennen, warum andere stark rußen und warum bestimmte Flüssigkeiten schon bei Raumtemperatur extrem feuergefährlich sind.
Vorwissen
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Alkane: Kohlenwasserstoffe, die nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen.
Beispiel: Methan () ist das einfachste Alkan und Hauptbestandteil von Erdgas.
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Siedepunkt und Kettenlänge: Je kürzer die Kohlenstoffkette eines Moleküls, desto schwächer sind die Anziehungskräfte zwischen den Molekülen und desto niedriger ist sein Siedepunkt.
Beispiel: Butan (4 C-Atome) ist bei Raumtemperatur ein Gas, während Octan (8 C-Atome) flüssig ist.
Aufgabentyp 1: Vollständige vs. unvollständige Verbrennung
Wenn Alkane verbrennen, reagieren sie mit dem Sauerstoff aus der Luft. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie diese chemische Reaktion ablaufen kann:
1. Die vollständige Verbrennung: Wenn mehr als genug Sauerstoff vorhanden ist, verbrennt das Alkan komplett. Dabei entstehen immer genau zwei unsichtbare Gase: Kohlenstoffdioxid () und Wasserdampf (). Die Flamme ist dabei meist bläulich und sehr heiß.
2. Die unvollständige Verbrennung: Wenn nicht genug Sauerstoff an das Alkan gelangt, kann es nicht komplett verbrennen. Statt Kohlenstoffdioxid entsteht dann feiner, schwarzer Ruß (reiner Kohlenstoff, ).

Warum leuchtet eine Flamme oft orange? Die winzigen Rußpartikel werden in der Flamme extrem heiß. Sie fangen an zu glühen und strahlen ein helles, orangefarbenes Licht aus. Das Leuchten einer Kerze ist also eigentlich glühender Ruß!
Der Einfluss der Kettenlänge: Je länger die Kohlenstoffkette eines Alkans ist, desto mehr Sauerstoffmoleküle werden benötigt, um ein einziges Alkanmolekül vollständig zu verbrennen. Wenn die Luftzufuhr im Raum gleich bleibt, reicht der Sauerstoff für lange Alkane (wie in Kerzenwachs) oft nicht mehr aus. Daher neigen langkettige Alkane viel stärker zur Rußbildung und brennen mit einer leuchtenderen Flamme als kurzkettige Alkane.
Rußbildung bei verschiedenen Alkanen (Experiment)
Zweck: Wir beobachten, wie die Kettenlänge die Rußbildung bei der Verbrennung beeinflusst.
Materialien: 2 feuerfeste Porzellanschalen, flüssiges Hexan (kurzkettig), dickflüssiges Paraffinöl (langkettig), Feuerzeug.
⚠️ Sicherheitshinweis: Hexan ist leicht entzündlich. Das Experiment muss unter einem Abzug oder im Freien durch eine Lehrkraft durchgeführt werden. Schutzbrille tragen und Haare zusammenbinden.
Durchführung:
- Fünf Tropfen Hexan in die erste Porzellanschale geben.
- Fünf Tropfen Paraffinöl in die zweite Porzellanschale geben.
- Beide Flüssigkeiten vorsichtig mit dem Feuerzeug entzünden.

Beobachtung: Sobald die Flüssigkeiten entzündet werden, brennt das kurzkettige Hexan sofort mit einer bläulich-gelben Flamme ab, ohne sichtbaren Ruß zu hinterlassen. Das langkettige Paraffinöl hingegen brennt von Anfang an mit einer sehr hellen, orangefarbenen Flamme, aus der kontinuierlich dicke, schwarze Rußwolken aufsteigen.

Erklärung: Das langkettige Paraffinöl benötigt für eine vollständige Verbrennung viel mehr Sauerstoff als das kurzkettige Hexan. Da die normale Luftzufuhr im Raum für das Paraffinöl nicht ausreicht, verbrennt es unvollständig. Dabei entsteht reiner Kohlenstoff (Ruß), der in der Hitze orange glüht.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schreibe das Alkan und Sauerstoff () auf die linke Seite, und auf die rechte Seite.
- Zähle die Kohlenstoffatome (C) im Alkan und setze genau diese Zahl als Faktor vor das .
- Halbiere die Anzahl der Wasserstoffatome (H) im Alkan und setze das Ergebnis vor das .
- Zähle alle Sauerstoffatome (O) rechts, teile die Zahl durch zwei und setze sie vor das links.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Stelle die ausgeglichene Reaktionsgleichung für die vollständige Verbrennung von Propan () auf.
- Schritt 1Edukte und Produkte notieren
Propan reagiert mit Sauerstoff zu Kohlenstoffdioxid und Wasser:
- Schritt 2Kohlenstoffatome ausgleichen
Propan hat -Atome. Wir brauchen also :
- Schritt 3Wasserstoffatome ausgleichen
Propan hat -Atome. Da jedes Wassermolekül H-Atome hat, brauchen wir die Hälfte, also :
- Schritt 4 · ErgebnisSauerstoffatome ausgleichen
Auf der rechten Seite haben wir -Atome. Da Sauerstoff als vorkommt, brauchen wir die Hälfte, also :
Ein kurzer Check zeigt: Auf beiden Seiten sind nun C-Atome, H-Atome und O-Atome. Die Gleichung ist physikalisch sinnvoll und korrekt ausgeglichen!
Aufgabentyp 2: Flammpunkte und Entzündlichkeitsgefahren
Hast du dich schon einmal gefragt, warum Benzin so gefährlich ist, während Speiseöl kaum brennt? Das liegt daran, dass Flüssigkeiten selbst gar nicht brennen können! Es brennen immer nur die unsichtbaren Dämpfe (Gase), die über der Flüssigkeit schweben und sich mit dem Sauerstoff der Luft vermischen.
Hier kommt der Flammpunkt (oder die Flammtemperatur) ins Spiel: Der Flammpunkt ist die Temperatur, bei der ein Stoff genug Dampf abgibt, um mit der Luft ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch zu bilden. Wenn diese Temperatur erreicht ist, reicht ein winziger Funke, und das Gemisch fängt Feuer.

Warum sind kurzkettige Alkane (mit 1 bis 8 Kohlenstoffatomen) so extrem gefährlich? Weil sie sehr kurze Ketten haben, sind sie bei Raumtemperatur entweder schon Gase oder leichtflüchtige Flüssigkeiten, die extrem schnell verdampfen. Ihr Flammpunkt liegt oft weit unter Raumtemperatur. Das bedeutet: Sie bilden im Alltag ständig explosive Dampfwolken!
Um sicher mit diesen Stoffen umzugehen, teilt man entzündbare Flüssigkeiten anhand ihres Flammpunktes und Siedepunktes in Gefahrenkategorien ein:
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Gefahrenkategorie 1: Flammpunkt und Siedepunkt . Diese Stoffe verdampfen schon an warmen Tagen fast von selbst und sind extrem gefährlich. (Beispiel: 2-Methylbutan).
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Gefahrenkategorie 2: Flammpunkt und Siedepunkt . (Beispiel: Pentan).
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Gefahrenkategorie 3: Flammpunkt und . Diese Stoffe müssen meist erst leicht erwärmt werden, bevor sie sich entzünden lassen. (Beispiel: Nonan).
Wichtige Erkenntnisse
- Bei ausreichender Sauerstoffzufuhr verbrennen Alkane vollständig zu Kohlenstoffdioxid () und Wasser ().
- Je länger die Kohlenstoffkette eines Alkans, desto mehr Sauerstoff wird benötigt. Bei Luftmangel entsteht Ruß und eine leuchtend orange Flamme (unvollständige Verbrennung).
- Der Flammpunkt ist die Temperatur, bei der ein Stoff ein zündfähiges Dampf-Luft-Gemisch bildet.
- Kurzkettige Alkane (C1 bis C8) sind extrem gefährlich, da sie schon bei Raumtemperatur leicht verdampfen und explosive Gemische bilden.
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Häufige Fragen
Was ist die Verbrennung von Alkanen?
Die Verbrennung von Alkanen ist eine chemische Reaktion, bei der Alkane mit Sauerstoff reagieren. Bei ausreichend Sauerstoff verbrennen sie vollständig zu Kohlenstoffdioxid und Wasser. Fehlt Sauerstoff, kommt es zu einer unvollständigen Verbrennung, bei der Ruß entsteht.
Was ist der Unterschied zwischen vollständiger und unvollständiger Verbrennung?
Bei der vollständigen Verbrennung ist genug Sauerstoff vorhanden, sodass nur Kohlenstoffdioxid und Wasser entstehen. Die Flamme ist bläulich. Bei der unvollständigen Verbrennung fehlt Sauerstoff, weshalb feiner schwarzer Ruß entsteht, der die Flamme orange leuchten lässt.
Was sagt der Flammpunkt über ein Alkan aus?
Der Flammpunkt ist die niedrigste Temperatur, bei der ein Stoff genug Dämpfe abgibt, um mit der Luft ein zündfähiges Gemisch zu bilden. Kurzkettige Alkane haben einen sehr niedrigen Flammpunkt und sind daher schon bei Raumtemperatur leicht entzündlich.
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