Löslichkeit von Alkanen einfach erklärt: Regeln & Beispiele

Warum mischen sich Öl und Wasser nicht? Lerne alles über die Löslichkeit von Alkanen, Polarität und die Regel „Ähnliches löst sich in Ähnlichem“.

📅 Aktualisiert 29. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Löslichkeit von Alkanen einfach erklärt: Regeln & Beispiele

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Hast du schon einmal versucht, eine fettige Pfanne oder ölige Hände nur mit klarem Wasser abzuwaschen? Das funktioniert fast gar nicht! Das Wasser perlt einfach ab und das Fett bleibt kleben. Auch bei einem Salatdressing trennen sich Öl und Essig (der größtenteils aus Wasser besteht) immer wieder in zwei Schichten auf, egal wie stark du schüttelst.

Öl und Wasser in zwei Schichten
Öl und Wasser in zwei Schichten

Öle und Fette bestehen chemisch gesehen zu einem großen Teil aus Alkanen. In diesem Artikel werden wir das Geheimnis der Löslichkeit von Alkanen lüften, warum sich Alkane und Wasser so hartnäckig weigern, sich zu mischen, und welche einfache Grundregel der Chemie dahintersteckt.

Vorwissen

  • Unpolare Moleküle (Alkane): Sie haben keine geladenen Enden. Zwischen ihnen wirken nur sehr schwache London-Kräfte.

    Beispiel: In flüssigem Butan halten sich die Moleküle nur durch diese schwachen Kräfte zusammen.

  • Polare Moleküle (Wasser): Sie haben leicht positiv und negativ geladene Enden (Dipole). Zwischen ihnen wirken starke Wasserstoffbrückenbindungen (H-Brücken).

    Beispiel: Wassermoleküle ziehen sich gegenseitig stark an, fast wie kleine Magnete.

Aufgabentyp 1: Löslichkeit von Alkanen vorhersagen

In der Chemie gibt es eine goldene Regel für das Mischen von Stoffen: „Ähnliches löst sich in Ähnlichem“. Das bedeutet, dass sich Stoffe gut miteinander mischen, wenn ihre Teilchen ähnliche Eigenschaften haben – genauer gesagt, wenn sie eine ähnliche Polarität besitzen.

Daher gilt:

  • Unpolare Stoffe (wie Alkane) mischen sich hervorragend mit anderen unpolaren Stoffen.

  • Polare Stoffe (wie Wasser) mischen sich hervorragend mit anderen polaren Stoffen.

Aber was passiert, wenn wir ein unpolares Alkan mit polarem Wasser mischen? Sie trennen sich in zwei Schichten. Um zu verstehen, warum das so ist, müssen wir uns die Teilchen ansehen:

Die Wassermoleküle ziehen sich durch ihre starken Wasserstoffbrückenbindungen gegenseitig extrem stark an. Stell dir vor, sie halten sich alle fest an den Händen und bilden eine sehr enge Gruppe. Die Alkanmoleküle haben nur schwache London-Kräfte zu bieten. Wenn ein Alkanmolekül versucht, sich zwischen die Wassermoleküle zu drängen, lassen die Wassermoleküle einander nicht los. Die Anziehung der Wassermoleküle untereinander ist einfach viel stärker als die schwachen Kräfte, die sie zu den Alkanen aufbauen könnten.

Wassermoleküle und Alkanmoleküle im Vergleich
Wassermoleküle und Alkanmoleküle im Vergleich

Weil sich Alkane und Wasser so unterschiedlich verhalten, nutzen Chemiker spezielle Fachbegriffe, um diese Eigenschaften zu beschreiben. Diese Begriffe klingen kompliziert, lassen sich aber leicht übersetzen („phil“ bedeutet liebend, „phob“ bedeutet meidend/fürchtend):

  • Hydrophil (wasserliebend): Stoffe, die sich gut in Wasser lösen (z. B. Salz oder Zucker).

  • Hydrophob (wassermeidend): Stoffe, die sich schlecht in Wasser lösen.

  • Lipophil (fettliebend): Stoffe, die sich gut in Fetten oder Ölen lösen.

  • Lipophob (fettmeidend): Stoffe, die sich schlecht in Fetten lösen.

Da Alkane unpolar sind, mischen sie sich gut mit Fetten, aber nicht mit Wasser. Daher ordnen wir Alkane so ein: Sie sind lipophil und gleichzeitig hydrophob.

Das Schüttel-Experiment

Zweck: Sichtbarmachen der Unlöslichkeit von Alkanen in Wasser.

Materialien: 10 mL Wasser, 1 Tropfen blaue Lebensmittelfarbe, 10 mL Heptan (ein flüssiges Alkan), ein Reagenzglas mit Stopfen.

⚠️ Sicherheitshinweis: Heptan ist leicht entzündlich. Von offenen Flammen fernhalten. Schutzbrille tragen.

Durchführung:

  1. Fülle 10 mL Wasser in das Reagenzglas und färbe es mit einem Tropfen blauer Lebensmittelfarbe ein.
  2. Gib 10 mL Heptan hinzu.
  3. Verschließe das Reagenzglas mit dem Stopfen und schüttle es für 10 Sekunden kräftig.
  4. Stelle das Reagenzglas ab und warte eine Minute.

Beobachtung: Direkt nach dem Schütteln sieht die Flüssigkeit trüb und vermischt aus. Nach kurzer Zeit trennt sich das Gemisch jedoch wieder vollständig in zwei klare Schichten auf. Das blaue Wasser sammelt sich unten, das farblose Heptan schwimmt oben.

Reagenzglas mit Wasser und Heptan
Reagenzglas mit Wasser und Heptan

Erklärung: Das unpolare Heptan und das polare Wasser mischen sich nicht, da „Ähnliches sich nur in Ähnlichem löst“. Die starken Wasserstoffbrückenbindungen des Wassers drängen die Heptanmoleküle heraus. Da Heptan eine geringere Dichte als Wasser hat, schwimmt es oben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Bestimme die Polarität von Stoff A (Alkane sind unpolar).
  2. Bestimme die Polarität von Stoff B (Wasser ist polar).
  3. Wende die Regel an: Gleich mischt sich gut, unterschiedlich mischt sich nicht.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Mechaniker hat Motoröl (ein Gemisch aus langkettigen Alkanen) an den Händen. Er versucht, es mit reinem flüssigen Hexan abzuwaschen. Erkläre, ob sich das Motoröl im Hexan löst.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Polarität von Stoff A bestimmen

    Motoröl besteht aus Alkanen. Alkane sind unpolar.

  2. Schritt 2
    Polarität von Stoff B bestimmen

    Hexan ist ebenfalls ein Alkan. Es ist also auch unpolar.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Die Regel anwenden

    Da beide Stoffe unpolar sind, gilt die Regel „Ähnliches löst sich in Ähnlichem“. Das Motoröl löst sich sehr gut im Hexan, die beiden Stoffe mischen sich problemlos.

Ergebnis:

Das Motoröl löst sich im Hexan, da beide Stoffe unpolar sind.

Beispiel 2

Aufgabe

In einem Labor wird flüssiges Octan versehentlich in ein Becherglas mit Wasser gegossen. Beurteile, ob eine homogene (einheitliche) Mischung entsteht, und begründe deine Antwort mit den passenden Fachbegriffen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Polarität von Stoff A bestimmen

    Octan ist ein Alkan und somit unpolar. Es ist hydrophob (wassermeidend).

  2. Schritt 2
    Polarität von Stoff B bestimmen

    Wasser ist ein stark polarer Stoff, der Wasserstoffbrückenbindungen ausbildet.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Die Regel anwenden

    Da Octan unpolar und Wasser polar ist, sind sie zu unterschiedlich. Es entsteht keine homogene Mischung, sondern die Flüssigkeiten trennen sich in zwei Schichten. Octan ist hydrophob und löst sich nicht in Wasser.

Ergebnis:

Es entsteht keine homogene Mischung, da das unpolare Octan hydrophob ist und sich nicht im polaren Wasser löst.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Grundregel: „Ähnliches löst sich in Ähnlichem“ (Polare Stoffe in polaren, unpolare in unpolaren).
  • Alkane und Wasser: Mischen sich nicht. Die starken H-Brücken des Wassers lassen die unpolaren Alkanmoleküle nicht dazwischen.
  • Fachbegriffe für Alkane: Sie sind hydrophob (wassermeidend) und lipophil (fettliebend).

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Häufige Fragen

Was ist die Löslichkeit von Alkanen?

Die Löslichkeit von Alkanen beschreibt, wie gut sich Alkane in anderen Stoffen lösen. Da Alkane unpolare Moleküle sind, lösen sie sich nach dem Prinzip „Ähnliches löst sich in Ähnlichem“ nur in anderen unpolaren Stoffen, wie zum Beispiel in Fetten oder Ölen.

Warum mischen sich Alkane und Wasser nicht?

Alkane und Wasser mischen sich nicht, weil sie unterschiedliche Polaritäten haben. Wasser ist polar und bildet starke Wasserstoffbrückenbindungen. Alkane sind unpolar und haben nur schwache London-Kräfte. Die Wassermoleküle ziehen sich so stark an, dass sie die Alkanmoleküle nicht dazwischenlassen.

Was bedeuten die Begriffe hydrophob und lipophil?

Hydrophob bedeutet „wassermeidend“ – diese Stoffe lösen sich schlecht in Wasser. Lipophil bedeutet „fettliebend“ – diese Stoffe lösen sich gut in Fetten und Ölen. Alkane sind typische Beispiele für Stoffe, die sowohl hydrophob als auch lipophil sind.

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