Methoden der Wasserstoffherstellung einfach erklärt
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Wasserstoff ist ein unsichtbares Gas, aber in den Nachrichten hat er oft Farben: Man spricht von „grauem“ oder „grünem“ Wasserstoff. Warum ist das so?

Die Farbe beschreibt nicht das Gas selbst, sondern wie umweltfreundlich es hergestellt wurde. Wasserstoff gilt als der Treibstoff der Zukunft für Autos, Flugzeuge und die Industrie. Da er auf der Erde aber fast nur gebunden vorkommt (zum Beispiel in Wasser oder Erdgas), müssen wir ihn erst herstellen. In diesem Artikel lernst du die verschiedenen Methoden der Wasserstoffherstellung kennen – von den klassischen Verfahren der Industrie, die leider viel produzieren, bis hin zu den sauberen Alternativen, die unsere Energieversorgung revolutionieren könnten.
Vorwissen
- Chemisches Gleichgewicht: Reaktionen können in beide Richtungen ablaufen. Dies wird mit einem Doppelpfeil () dargestellt. Beispiel: Wasser verdampft und kondensiert in einem geschlossenen Topf gleichzeitig.
- Oxidation und Reduktion: Oxidation ist die Abgabe von Elektronen, Reduktion ist die Aufnahme von Elektronen. Beispiel: Wenn Eisen rostet, gibt es Elektronen ab (Oxidation).
- Elektroden bei der Elektrolyse: Die Anode ist der Pluspol (hier findet die Oxidation statt), die Kathode ist der Minuspol (hier findet die Reduktion statt). Beispiel: An der Kathode (Minuspol) nehmen Ionen Elektronen auf.
Aufgabentyp 1: Konventionelle Wasserstoffgewinnung aus Kohlenwasserstoffen
Der meiste Wasserstoff wird heute noch aus fossilem Erdgas (hauptsächlich Methan, ) gewonnen. Dieser Wasserstoff wird oft „grauer Wasserstoff“ genannt, weil dabei klimaschädliches Kohlenstoffdioxid () entsteht. Das wichtigste Verfahren dafür ist die Dampfreformierung.
Dieser Prozess nutzt die heterogene Katalyse. Das bedeutet: Die reagierenden Stoffe sind Gase, aber sie reagieren an der Oberfläche eines festen Katalysators (meist ein Metall), der die Reaktion beschleunigt. Der Prozess läuft in drei Schritten ab:
Schritt 1: Der Primärreformer Methan reagiert mit heißem Wasserdampf. Dabei entsteht Kohlenstoffmonoxid () und unser gewünschter Wasserstoff. (Hinweis: Das „g“ steht für gasförmig)
Schritt 2: Der Sekundärreformer Da im ersten Schritt nicht das gesamte Methan reagiert hat, wird nun etwas Sauerstoff () hinzugegeben. Das restliche Methan reagiert zu weiterem Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff.
Schritt 3: Die Wassergas-Shift-Reaktion Das giftige Kohlenstoffmonoxid () aus den ersten beiden Schritten wird genutzt, um noch mehr Wasserstoff zu gewinnen. Es reagiert mit weiterem Wasserdampf zu Kohlenstoffdioxid und Wasserstoff.

Die Alternative: Pyrolyse Um das klimaschädliche zu vermeiden, gibt es eine Alternative: Die Pyrolyse. Hierbei wird Methan unter extremer Hitze (ohne Sauerstoff) direkt gespalten. Der große Vorteil: Der Kohlenstoff wird nicht zu gasförmigem , sondern fällt als reiner, fester Kohlenstoff () an, den man einfach lagern oder industriell nutzen kann. (Hinweis: Das „s“ steht für solid/fest)
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Chemieunternehmen möchte Wasserstoff aus Methan herstellen, ohne dass dabei gasförmiges Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre gelangt. Welche Methode sollten sie wählen? Begründe deine Antwort mit der entsprechenden Reaktionsgleichung.
- Schritt 1Methoden vergleichen
Bei der Dampfreformierung entsteht am Ende (in der Wassergas-Shift-Reaktion) gasförmiges . Das Unternehmen möchte dies vermeiden.
- Schritt 2Alternative identifizieren
Die Alternative zur Dampfreformierung ist die Pyrolyse.
- Schritt 3 · ErgebnisReaktionsgleichung aufstellen
Das Unternehmen sollte die Pyrolyse wählen. Bei extremer Hitze wird Methan gespalten, wobei der Kohlenstoff als Feststoff anfällt und nicht als klimaschädliches Gas:
Die Pyrolyse ist die geeignete Methode, da der Kohlenstoff als Feststoff () und nicht als anfällt.
Quiz zu Methoden der Wasserstoffherstellung: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Methoden der Wasserstoffherstellung und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Methoden der Wasserstoffherstellung
Was passiert bei der chemischen Reaktion der Oxidation?
Quizfrage 2 zu Methoden der Wasserstoffherstellung
Nur mit AccountWelcher Stoff entsteht neben Wasserstoffgas bei der Pyrolyse von Methan?
Übungsaufgabe zu Methoden der Wasserstoffherstellung
Nur mit AccountAufgabentyp 2: Herstellung von grünem Wasserstoff durch Elektrolyse
Grüner Wasserstoff ist der Star der Energiewende. Er wird durch Elektrolyse hergestellt. Dabei wird Wasser mithilfe von elektrischem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wenn dieser Strom aus erneuerbaren Energien (wie Wind oder Sonne) stammt, ist der Prozess komplett klimaneutral – es werden keine fossilen Brennstoffe verbrannt und es entsteht kein .
Die alkalische Elektrolyse Reines Wasser leitet elektrischen Strom sehr schlecht. Deshalb gibt man in der Industrie ein Salz oder eine Base hinzu, meistens Kaliumhydroxid (Kalilauge). Die Elektroden (die Stromleiter im Wasser) sind oft mit Nickel oder Ruthenium beschichtet.
Wenn der Strom fließt, passieren zwei Dinge gleichzeitig:
1. Am Minuspol (Kathode): Hier findet die Reduktion statt. Die Wassermoleküle nehmen Elektronen () auf. Dabei entsteht unser Wasserstoffgas und Hydroxid-Ionen ().
2. Am Pluspol (Anode): Hier findet die Oxidation statt. Die Hydroxid-Ionen geben Elektronen ab. Dabei entsteht Sauerstoffgas und Wasser.

Fasst man beide Teilgleichungen zusammen (die Elektronen und einige Wassermoleküle kürzen sich weg), erhält man die Gesamtreaktion der Wasserzerlegung:
Die PEM-Elektrolyse Eine moderne Alternative ist der PEM-Elektrolyseur (Protonen-Austausch-Membran). Er funktioniert im Grunde wie eine umgekehrte Brennstoffzelle. Anstatt flüssiger Lauge verwendet man hier destilliertes Wasser und eine spezielle, feste Membran, die mit Edelmetallen (wie Platin) beschichtet ist. Diese Membran lässt nur positiv geladene Protonen () hindurch. PEM-Elektrolyseure sind extrem effizient und können schnell auf Stromschwankungen (z. B. bei Windkraft) reagieren, sind aber aufgrund der Edelmetalle teurer.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Wenn du in einer Prüfung die Gleichungen für die alkalische Elektrolyse aufstellen sollst, gehe so vor:
- Pole und Reaktionen zuordnen: Merke dir: Oma Anna (Oxidation an der Anode = Pluspol) und Rote Katze (Reduktion an der Kathode = Minuspol).
- Kathode (Minuspol) formulieren: Wasser nimmt Elektronen auf. Schreibe:
- Anode (Pluspol) formulieren: Die entstandenen -Ionen wandern zur Anode und geben Elektronen ab. Schreibe:
- Gesamtreaktion bilden: Streiche alles weg, was auf beiden Seiten der Pfeile in gleicher Menge steht (die , die und ). Übrig bleibt immer: .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Bei der alkalischen Elektrolyse von Wasser entsteht an einer Elektrode Sauerstoffgas. Benenne diese Elektrode (Anode oder Kathode), gib ihre Polung an und notiere die dazugehörige Teilreaktionsgleichung.
- Schritt 1Elektrode und Polung bestimmen
Sauerstoff () entsteht durch die Abgabe von Elektronen (Oxidation). Die Oxidation findet immer an der Anode statt. Bei der Elektrolyse ist die Anode der Pluspol (+).
- Schritt 2 · ErgebnisTeilgleichung aufstellen
An der Anode reagieren die Hydroxid-Ionen () aus der Kalilauge zu Sauerstoff und Wasser:
Die gesuchte Elektrode ist die Anode (Pluspol) und die Teilgleichung lautet .
Wichtige Erkenntnisse
- Dampfreformierung: Erzeugt Wasserstoff aus Erdgas in drei Schritten, produziert aber klimaschädliches .
- Pyrolyse: Spaltet Methan in Wasserstoff und festen Kohlenstoff (), wodurch direkte -Emissionen vermieden werden.
- Grüner Wasserstoff: Wird durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom hergestellt (klimaneutral).
- Alkalische Elektrolyse: Wasser wird gespalten. An der Kathode (-) entsteht Wasserstoff, an der Anode (+) entsteht Sauerstoff.
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Häufige Fragen
Was sind die Methoden der Wasserstoffherstellung?
Die wichtigsten Methoden der Wasserstoffherstellung sind die Dampfreformierung, die Pyrolyse und die Elektrolyse. Bei der Dampfreformierung wird Erdgas unter CO₂-Ausstoß umgewandelt (grauer Wasserstoff). Die Elektrolyse spaltet Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff (grüner Wasserstoff).
Was ist der Unterschied zwischen grauem und grünem Wasserstoff?
Grauer Wasserstoff wird aus fossilen Brennstoffen wie Erdgas gewonnen, wobei klimaschädliches CO₂ in die Atmosphäre gelangt. Grüner Wasserstoff hingegen wird durch die Elektrolyse von Wasser mit Strom aus erneuerbaren Energien hergestellt und ist somit komplett klimaneutral.
Wie funktioniert die Elektrolyse von Wasser?
Bei der Elektrolyse wird Wasser durch elektrischen Strom in seine Bestandteile zerlegt. An der Kathode (Minuspol) nehmen Wassermoleküle Elektronen auf und es entsteht Wasserstoff. An der Anode (Pluspol) geben Ionen Elektronen ab, wodurch Sauerstoff entsteht.
Warum nutzt man bei der alkalischen Elektrolyse Kalilauge?
Reines (destilliertes) Wasser leitet elektrischen Strom sehr schlecht. Durch die Zugabe von Kalilauge (Kaliumhydroxid) entstehen frei bewegliche Ionen im Wasser, die den Stromfluss ermöglichen und so die Spaltung in Wasserstoff und Sauerstoff erleichtern.
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