Delokalisierte Elektronensysteme: Lichtabsorption erklärt
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Hast du dich jemals gefragt, warum eine Karotte leuchtend orange ist, während Wasser völlig farblos ist? Das Geheimnis liegt in der unsichtbaren Struktur der Moleküle! In diesem Artikel geht es um delokalisierte Elektronensysteme und Lichtabsorption. Du lernst, wie eine bestimmte Anordnung von Bindungen in einem Molekül wie eine Antenne für Licht wirkt. Wir schauen uns an, wie Moleküle Licht „schlucken“ (absorbieren) und warum allein die Größe des Moleküls bestimmt, welche Farbe wir am Ende sehen.

Vorwissen
- Kovalente Bindungen: Atome teilen sich Elektronen. Es gibt Einfachbindungen (ein Strich) und Doppelbindungen (zwei Striche).
- Beispiel: Im Ethylen-Molekül () gibt es eine C=C Doppelbindung.
- Licht und Energie: Licht besteht aus kleinen Energiepaketen, den Photonen. Die Energie hängt direkt von der Wellenlänge ab.
- Beispiel: Kurzwelliges UV-Licht hat sehr viel Energie, während langwelliges rotes Licht deutlich weniger Energie hat.
Aufgabentyp 1: Konjugierte Systeme und Photonenanregung
Damit ein organischer Stoff farbig ist, braucht er eine besondere Struktur: konjugierte Doppelbindungen. Das bedeutet, dass sich in der Kohlenstoffkette Einfach- und Doppelbindungen genau abwechseln (Doppel-Einfach-Doppel-Einfach...).

In so einem System sind die Elektronen der Doppelbindungen nicht mehr fest an einem Ort eingesperrt. Sie verschmelzen zu einer großen "Elektronen-Wolke" und können sich über den gesamten abwechselnden Bereich frei bewegen. Man nennt dies ein delokalisiertes Elektronensystem.
Wenn nun Licht auf das Molekül trifft, kann ein Photon (ein Lichtteilchen) seine Energie an das Molekül abgeben. Das Photon wird dabei "verschluckt" (absorbiert). Die Energie des Photons kickt das delokalisierte Elektronensystem aus seinem normalen, ruhigen Grundzustand in einen energiereicheren angeregten Zustand.

Jetzt kommt die wichtigste Regel für die Farbe: Je länger das delokalisierte Elektronensystem ist, desto weniger Energie wird für diesen Sprung benötigt. Stell dir vor, die Elektronen haben auf einer langen "Autobahn" mehr Platz und sind lockerer gebunden. Weil weniger Energie für die Anregung nötig ist, absorbiert das Molekül Licht mit einer längeren Wellenlänge.
Ein gutes Beispiel sind die sogenannten Diphenylpolyene (Moleküle mit Ringen an den Enden und einer Kette dazwischen).
- Hat die Kette nur konjugierte Doppelbindungen, braucht sie viel Energie zur Anregung. Sie absorbiert unsichtbares UV-Licht bei einem Maximum von und ist farblos.
- Verlängert man die Kette auf konjugierte Doppelbindungen, sinkt die benötigte Energie. Das Molekül absorbiert nun sichtbares Licht bei (blau-violett) und erscheint für uns farbig!

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Prüfe, ob das Molekül abwechselnde Einfach- und Doppelbindungen hat. Nur diese bilden das delokalisierte System.
- Zähle, über wie viele Bindungen sich das abwechselnde Muster ununterbrochen erstreckt.
- Wende den Merksatz an: Ein größeres System braucht weniger Energie zur Anregung und absorbiert daher Licht mit einer längeren Wellenlänge.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Gegeben sind zwei Moleküle: Molekül A hat konjugierte Doppelbindungen. Molekül B hat konjugierte Doppelbindungen.
Welches der beiden Moleküle absorbiert Licht mit einer längeren Wellenlänge? Begründe deine Antwort.

- Schritt 1Konjugierte Doppelbindungen suchen
Beide Moleküle besitzen abwechselnde Einfach- und Doppelbindungen, die ein delokalisiertes System bilden.
- Schritt 2Größe des Systems bestimmen
Molekül A hat ein kurzes System ( konjugierte Doppelbindungen). Molekül B hat ein langes System ( konjugierte Doppelbindungen).
- Schritt 3 · ErgebnisRegel anwenden
Molekül B hat das ausgedehntere delokalisierte Elektronensystem. Daher benötigt es weniger Energie, um in den angeregten Zustand zu gelangen.
Molekül B absorbiert folglich Licht mit einer längeren Wellenlänge als Molekül A.
Quiz zu Delokalisierte Elektronensysteme: Teste dein Wissen
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Quizfrage 1 zu Delokalisierte Elektronensysteme
Wie hängen die Energie und die Wellenlänge von Licht zusammen?
Quizfrage 2 zu Delokalisierte Elektronensysteme
Nur mit AccountWas versteht man unter konjugierten Doppelbindungen in einer Kohlenstoffkette?
Übungsaufgabe zu Delokalisierte Elektronensysteme
Nur mit AccountWichtige Erkenntnisse
- Konjugierte Doppelbindungen (abwechselnde Einfach- und Doppelbindungen) bilden ein delokalisiertes Elektronensystem.
- Ein Photon gibt seine Energie ab und versetzt das Molekül vom Grundzustand in den angeregten Zustand.
- Die wichtigste Regel: Je größer das delokalisierte System, desto weniger Energie wird zur Anregung benötigt und desto länger ist die Wellenlänge des absorbierten Lichts.
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Häufige Fragen
Was sind delokalisierte Elektronensysteme und Lichtabsorption?
Ein delokalisiertes Elektronensystem entsteht, wenn sich in einem Molekül Einfach- und Doppelbindungen abwechseln (konjugierte Doppelbindungen). Die Elektronen können sich dabei über den gesamten Bereich frei bewegen. Bei der Lichtabsorption nimmt dieses System die Energie eines Photons auf und die Elektronen springen in einen angeregten Zustand.
Wie hängt die Molekülgröße mit der Farbe zusammen?
Je länger das delokalisierte Elektronensystem ist, desto weniger Energie wird benötigt, um die Elektronen anzuregen. Da weniger Energie gebraucht wird, absorbiert das Molekül Licht mit einer längeren Wellenlänge. Ein kurzes System absorbiert oft unsichtbares UV-Licht, während ein langes System sichtbares Licht absorbiert und farbig erscheint.
Was passiert bei der Photonenanregung genau?
Wenn Licht auf das Molekül trifft, gibt ein Photon (Lichtteilchen) seine Energie an das Molekül ab und wird absorbiert. Diese Energie kickt das delokalisierte Elektronensystem aus seinem ruhigen Grundzustand in einen energiereicheren angeregten Zustand.
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