Parameter von LC-Schwingkreisen einfach erklärt: Abitur

Lerne, wie du die Parameter von LC-Schwingkreisen für deine Abitur-Vorbereitung berechnest. Schritt-für-Schritt-Erklärungen und durchgerechnete Beispiele.

📅 Aktualisiert 28. August 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Parameter von LC-Schwingkreisen einfach erklärt: Abitur

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Student thinking

Stell dir vor, du hältst deine Bankkarte an ein Lesegerät an der Kasse und es piept sofort. Woher weiß das Gerät genau, welche Karte es lesen soll? Es nutzt einen elektrischen Schwingkreis, der auf eine ganz bestimmte „Resonanzfrequenz“ eingestellt ist. In deiner Abitur-Vorbereitung rund um die Parameter von LC-Schwingkreisen wirst du oft zum Detektiv: Du bekommst ein Diagramm eines solchen Signals und musst herausfinden, wie der Schaltkreis im Inneren aufgebaut ist. In dieser Lektion lernen wir, wie du die Thomsonsche Gleichung nutzt, um aus einer einfachen Kurve die versteckten Bauteile einer Schaltung zu berechnen!

Kartenlesegerät mit Schwingkreis
Kartenlesegerät mit Schwingkreis

Vorwissen

  • Thomsonsche Schwingungsgleichung: Berechnet die Resonanzfrequenz eines idealen LC-Schwingkreises. Formel: f0=12πLCf_0 = \frac{1}{2\pi \cdot \sqrt{L \cdot C}} Beispiel: Mit einer Spule (LL) und einem Kondensator (CC) lässt sich die Frequenz f0f_0 bestimmen.

  • Zusammenschaltung von Bauteilen: Spulen verhalten sich bei der Zusammenschaltung genau wie Widerstände. Formel: Reihenschaltung: Lges=L1+L2L_{ges} = L_1 + L_2. Parallelschaltung: Lges=11L1+1L2L_{ges} = \frac{1}{\frac{1}{L_1} + \frac{1}{L_2}} Beispiel: Zwei identische 10 mH10 \text{ mH} Spulen in Reihe ergeben 20 mH20 \text{ mH}. Parallel ergeben sie 5 mH5 \text{ mH}.

Aufgabentyp 1: Von der Resonanzkurve zur Schaltung

In Abituraufgaben zu den Parametern von LC-Schwingkreisen wird oft ein Diagramm gegeben, das die Spannung UU in Abhängigkeit von der Frequenz ff zeigt.

Der höchste Punkt in diesem Diagramm (der Peak) markiert die Resonanzfrequenz f0f_0. Bei dieser Frequenz schwingt der Kreis am stärksten.

Resonanzkurve mit Peak
Resonanzkurve mit Peak

Wenn wir diese Frequenz abgelesen haben und die Kapazität des Kondensators CC kennen, können wir die Thomsonsche Gleichung umstellen, um die unbekannte Induktivität LL der Spule zu berechnen.

Oft vergleicht man dann zwei verschiedene Schaltungen (z. B. Schaltung I mit einer Spule und Schaltung II mit zwei Spulen). Indem wir die berechnete Gesamtinduktivität der zweiten Schaltung mit der ersten vergleichen, können wir herausfinden, wie die Spulen verschaltet sind:

  • Ist die Gesamtinduktivität doppelt so groß (2L2 \cdot L), sind die Spulen in Reihe geschaltet.
  • Ist die Gesamtinduktivität halb so groß (L/2L/2), sind sie parallel geschaltet.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Resonanzfrequenzen ablesen: Finde den höchsten Punkt im U(f)U(f)-Diagramm und lies die Frequenz auf der x-Achse ab.
  2. Thomsonsche Gleichung umstellen: Löse die Formel nach der gesuchten Größe auf. Meistens ist das die Induktivität: L=14π2f02CL = \frac{1}{4\pi^2 \cdot f_0^2 \cdot C}.
  3. Induktivitäten berechnen: Setze die abgelesenen Frequenzen und die gegebene Kapazität in die umgestellte Formel ein. Achte auf die Einheiten (z. B. μF\mu\text{F} in F\text{F} umrechnen).
  4. Ergebnisse vergleichen: Vergleiche die berechneten Werte. Prüfe, ob sich der Wert verdoppelt (Reihenschaltung) oder halbiert (Parallelschaltung) hat.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Gegeben sind zwei Resonanzkurven für zwei verschiedene Schaltungen mit demselben Kondensator (C=1μFC = 1 \, \mu\text{F}).

Schaltung I enthält eine einzelne Spule. Das Diagramm zeigt ein Spannungsmaximum bei f0,I=870 Hzf_{0,\text{I}} = 870 \text{ Hz}.

Schaltung II enthält zwei identische Spulen der gleichen Bauart wie in Schaltung I. Das Diagramm zeigt ein Spannungsmaximum bei f0,II=1225 Hzf_{0,\text{II}} = 1225 \text{ Hz}.

Berechne die Induktivitäten für beide Schaltungen und begründe, ob die beiden Spulen in Schaltung II in Reihe oder parallel geschaltet sind.

Zwei Resonanzkurven im Diagramm
Zwei Resonanzkurven im Diagramm
Fortschritt
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  1. Schritt 1
    Resonanzfrequenzen ablesen

    Gegeben: Kapazität (CC) = 1μ F=1106 F1 \mu \text{ F} = 1 \cdot 10^{-6} \text{ F} Resonanzfrequenz I (f0,I\textcolor{#08BFFF}{f_{0,\text{I}}}) = 870 Hz\textcolor{#08BFFF}{870 \text{ Hz}} Resonanzfrequenz II (f0,II\textcolor{#08BFFF}{f_{0,\text{II}}}) = 1225 Hz\textcolor{#08BFFF}{1225 \text{ Hz}}

    Gesucht: Induktivitäten LI\textcolor{#9570FF}{L_{\text{I}}} und LII\textcolor{#9570FF}{L_{\text{II}}}, sowie die Schaltungsart.

  2. Schritt 2
    Thomsonsche Gleichung umstellen

    Wir starten mit der bekannten Formel: f0=12πLCf_0 = \frac{1}{2\pi \cdot \sqrt{L \cdot C}}

    Wir quadrieren beide Seiten, um die Wurzel zu entfernen: f02=14π2LCf_0^2 = \frac{1}{4\pi^2 \cdot L \cdot C}

    Nun multiplizieren wir mit LL und teilen durch f02f_0^2, um nach LL aufzulösen: L=14π2f02C\textcolor{#9570FF}{L} = \frac{1}{4\pi^2 \cdot \textcolor{#08BFFF}{f_0}^2 \cdot C}

  3. Schritt 3
    Induktivitäten berechnen

    Für Schaltung I setzen wir die Werte ein: LI=14π2(870 Hz)21106 F\textcolor{#9570FF}{L_{\text{I}}} = \frac{1}{4\pi^2 \cdot (\textcolor{#08BFFF}{870 \text{ Hz}})^2 \cdot 1 \cdot 10^{-6} \text{ F}} LI0.0335 H=33.5 mH\textcolor{#9570FF}{L_{\text{I}}} \approx 0.0335 \text{ H} = \textcolor{#9570FF}{33.5 \text{ mH}}

    Für Schaltung II setzen wir die Werte ein: LII=14π2(1225 Hz)21106 F\textcolor{#9570FF}{L_{\text{II}}} = \frac{1}{4\pi^2 \cdot (\textcolor{#08BFFF}{1225 \text{ Hz}})^2 \cdot 1 \cdot 10^{-6} \text{ F}} LII0.0169 H17 mH\textcolor{#9570FF}{L_{\text{II}}} \approx 0.0169 \text{ H} \approx \textcolor{#9570FF}{17 \text{ mH}}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnisse vergleichen

    Wir vergleichen die Gesamtinduktivität von Schaltung II mit der einzelnen Spule aus Schaltung I: 17 mH\textcolor{#9570FF}{17 \text{ mH}} ist ungefähr die Hälfte von 33.5 mH\textcolor{#9570FF}{33.5 \text{ mH}}.

    Da LIILI2\textcolor{#9570FF}{L_{\text{II}}} \approx \frac{\textcolor{#9570FF}{L_{\text{I}}}}{2} gilt, hat sich die Gesamtinduktivität halbiert. Dies entspricht genau der Regel für die Parallelschaltung von zwei identischen Spulen.

Ergebnis:

Die beiden Spulen in Schaltung II sind also parallel geschaltet. Realitäts-Check: Eine höhere Resonanzfrequenz bedeutet, dass der Nenner in der Thomsonschen Gleichung kleiner sein muss. Eine kleinere Gesamtinduktivität erreicht man durch eine Parallelschaltung. Das Ergebnis ist physikalisch absolut sinnvoll.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Resonanzfrequenz f0f_0 ist der höchste Punkt (Peak) im Spannungs-Frequenz-Diagramm.
  • Umgestellt nach der Induktivität lautet die Thomsonsche Gleichung: L=14π2f02CL = \frac{1}{4\pi^2 \cdot f_0^2 \cdot C}.
  • Zwei identische Spulen in Reihe verdoppeln die Gesamtinduktivität (2L2L).
  • Zwei identische Spulen parallel halbieren die Gesamtinduktivität (L/2L/2).

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Häufige Fragen

Was sind die Parameter von LC-Schwingkreisen?

Die Parameter von LC-Schwingkreisen sind im Wesentlichen die Induktivität L der Spule und die Kapazität C des Kondensators. Zusammen bestimmen sie die Resonanzfrequenz f₀ des Schwingkreises, also die Frequenz, bei der das System am stärksten schwingt. Diese Parameter sind entscheidend für Anwendungen wie Funkempfänger oder Kartenlesegeräte.

Wie berechnest du die Resonanzfrequenz eines Schwingkreises?

Du nutzt dafür die Thomsonsche Schwingungsgleichung: f₀ = 1 / (2π · √(L · C)). Setze einfach die Werte für die Induktivität L und die Kapazität C ein. Achte dabei unbedingt auf die korrekten Einheiten, wie Farad für den Kondensator und Henry für die Spule.

Was passiert, wenn du zwei Spulen in einem Schwingkreis in Reihe schaltest?

Wenn du zwei identische Spulen in Reihe schaltest, addieren sich ihre Induktivitäten. Die Gesamtinduktivität verdoppelt sich also (2L). Dadurch wird der Nenner in der Thomsonschen Gleichung größer, und die Resonanzfrequenz des Schwingkreises sinkt.

Wie verhält sich die Induktivität bei einer Parallelschaltung von Spulen?

Bei einer Parallelschaltung von zwei identischen Spulen halbiert sich die Gesamtinduktivität (L/2). Ein kleinerer Wert für L führt dazu, dass die Resonanzfrequenz des LC-Schwingkreises ansteigt. Das kannst du auch direkt im U(f)-Diagramm an einem nach rechts verschobenen Peak erkennen.

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