Abiturvorbereitung: Mechanische Schwingungen einfach erklärt

Bereite dich optimal auf das Abitur vor: Lerne alles über mechanische Schwingungen, Linearisierung von Messdaten und die Berechnung der Fallbeschleunigung.

📅 Aktualisiert 28. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Abiturvorbereitung: Mechanische Schwingungen einfach erklärt

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Student thinking

Stell dir vor, du bist auf einem fremden Planeten gestrandet und möchtest die dortige Schwerkraft messen. Alles, was du hast, ist ein Schnürsenkel, ein Stein und eine Stoppuhr. Reicht das? Ja!

Pendel mit Stein und Stoppuhr
Pendel mit Stein und Stoppuhr

Mit einem einfachen Pendel und einem mathematischen Trick – der sogenannten Linearisierung – kannst du die Fallbeschleunigung extrem genau bestimmen. In dieser Lektion zur Abiturvorbereitung: Mechanische Schwingungen lernst du, wie du Messdaten aus dem Labor so auswertest, dass du am Ende echte physikalische Konstanten wie ein Profi berechnen kannst.

Vorwissen

  • Schwingungsdauer eines Fadenpendels: Die Zeit für eine volle Hin- und Herbewegung. Formel: T=2πlgT = 2\pi \cdot \sqrt{\frac{l}{g}} Beispiel: Ein Pendel mit 1 m1 \text{ m} Länge braucht auf der Erde etwa 2 s2 \text{ s} für eine Schwingung.

  • Allgemeine Schwingungsgleichung: Gilt für alle harmonischen Schwingungen. Formel: T=2πmDT = 2\pi \cdot \sqrt{\frac{m}{D}} Beispiel: Eine Masse mm an einer Feder mit der Härte DD schwingt mit dieser Periodendauer.

  • Ursprungsgerade: Eine gerade Linie im Diagramm, die im Punkt (00)(0|0) startet. Formel: y=kxy = k \cdot x (wobei kk die Steigung ist) Beispiel: Wenn yy immer doppelt so groß wie xx ist, ist die Steigung k=2k = 2.

Aufgabentyp 1: Messdaten linearisieren und Konstanten bestimmen

Ein zentraler Bestandteil der Abiturvorbereitung für mechanische Schwingungen ist die Auswertung von Experimenten. Wenn wir im Labor die Länge ll eines Pendels verändern und die Schwingungsdauer TT messen, erhalten wir im Diagramm eine Kurve. Das liegt an der Wurzel in der Pendelformel. Kurven sind schwer auszuwerten, da man ihre genaue Form nicht auf einen Blick ablesen kann.

Hier hilft ein mathematischer Trick: Die Linearisierung.

Anstatt TT gegen ll aufzutragen, berechnen wir für jeden Messwert die Wurzel der Länge (l\textcolor{#9570FF}{\sqrt{l}}) und tragen TT gegen l\textcolor{#9570FF}{\sqrt{l}} auf.

Diagramm T gegen Wurzel l
Diagramm T gegen Wurzel l

Warum machen wir das? Schauen wir uns die Pendelformel an und ziehen die Wurzel mathematisch auseinander:

T=2πlg\textcolor{#08BFFF}{T} = 2\pi \cdot \sqrt{\frac{l}{g}}

T=2πgl\textcolor{#08BFFF}{T} = \textcolor{#53E5D6}{\frac{2\pi}{\sqrt{g}}} \cdot \textcolor{#9570FF}{\sqrt{l}}

Das entspricht exakt der mathematischen Gleichung für eine Ursprungsgerade (y=kx\textcolor{#08BFFF}{y} = \textcolor{#53E5D6}{k} \cdot \textcolor{#9570FF}{x}):

  • y\textcolor{#08BFFF}{y} ist unsere Schwingungsdauer T\textcolor{#08BFFF}{T}.
  • x\textcolor{#9570FF}{x} ist die Wurzel der Länge l\textcolor{#9570FF}{\sqrt{l}}.
  • Die Steigung k\textcolor{#53E5D6}{k} der Geraden ist der gesamte Vorfaktor 2πg\textcolor{#53E5D6}{\frac{2\pi}{\sqrt{g}}}.

Wenn wir also die Steigung k\textcolor{#53E5D6}{k} aus unserem Diagramm ablesen, können wir die Fallbeschleunigung gg berechnen, indem wir die Formel umstellen:

k=2πg\textcolor{#53E5D6}{k} = \frac{2\pi}{\sqrt{g}}

k2=4π2g\textcolor{#53E5D6}{k}^{2} = \frac{4\pi^{2}}{g}

g=4π2k2g = \frac{4\pi^{2}}{\textcolor{#53E5D6}{k}^{2}}

Die Richtgröße DD des Pendels

Jedes schwingende System hat eine Rückstellkraft, die es in die Ruhelage zurückzieht. Bei einer Feder ist das die Federhärte, beim Pendel nennt man es die Richtgröße DD.

Wir können DD ganz einfach finden, indem wir die allgemeine Schwingungsformel mit der Pendelformel vergleichen:

Allgemein: T=2πmDT = 2\pi \cdot \sqrt{\frac{m}{D}}

Pendel: T=2πlgT = 2\pi \cdot \sqrt{\frac{l}{g}}

Da beide Formeln TT berechnen, muss der Bruch unter der Wurzel das gleiche Verhältnis haben:

mD=lg\frac{m}{D} = \frac{l}{g}

Wenn wir das nach DD umstellen, erhalten wir die Formel für die Richtgröße eines Pendels:

D=mglD = \frac{m \cdot g}{l}

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Messdaten linearisieren Berechne für jede gemessene Pendellänge ll den Wert l\sqrt{l}.
  2. Schritt 2: Diagramm zeichnen und Steigung bestimmen Zeichne ein Diagramm mit l\sqrt{l} auf der x-Achse und TT auf der y-Achse. Zeichne eine Ausgleichsgerade durch die Punkte und bestimme ihre Steigung k=ΔTΔlk = \frac{\Delta T}{\Delta \sqrt{l}}.
  3. Schritt 3: Fallbeschleunigung berechnen Setze die ermittelte Steigung kk in die umgestellte Formel ein: g=4π2k2g = \frac{4\pi^{2}}{k^{2}}.
  4. Schritt 4: Richtgröße berechnen Nutze die Masse mm des Pendelkörpers, die Länge ll und dein berechnetes gg, um die Richtgröße zu bestimmen: D=mglD = \frac{m \cdot g}{l}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Ein Fadenpendel mit einer Masse von m=50 gm = 50 \text{ g} wird im Experiment untersucht. Du hast die Messwerte bereits linearisiert und ein Diagramm gezeichnet, in dem die Schwingungsdauer TT gegen l\sqrt{l} aufgetragen ist. Die Steigung der Ausgleichsgeraden beträgt k=2,0smk = 2{,}0 \frac{\text{s}}{\sqrt{\text{m}}}.

Berechne die Fallbeschleunigung gg an diesem Ort.

Berechne anschließend die Richtgröße DD des Pendels für eine Fadenlänge von l=40 cml = 40 \text{ cm}.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Gegebene Werte notieren und Einheiten anpassen

    Masse m=50 g=0,05 kgm = 50 \text{ g} = 0{,}05 \text{ kg} Länge l=40 cm=0,4 ml = 40 \text{ cm} = 0{,}4 \text{ m} Steigung k=2,0smk = 2{,}0 \frac{\text{s}}{\sqrt{\text{m}}}

  2. Schritt 2
    Fallbeschleunigung berechnen

    Wir nutzen die Formel für die Fallbeschleunigung und setzen die Steigung ein: g=4π2k2g = \frac{4\pi^{2}}{k^{2}} g=4π2(2,0sm)2g = \frac{4\pi^{2}}{\left(2{,}0 \frac{\text{s}}{\sqrt{\text{m}}}\right)^{2}} g=4π24,0s2mg = \frac{4\pi^{2}}{4{,}0 \frac{\text{s}^{2}}{\text{m}}} g9,87ms2g \approx 9{,}87 \frac{\text{m}}{\text{s}^{2}}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Richtgröße berechnen

    Wir nutzen die Formel für die Richtgröße: D=mglD = \frac{m \cdot g}{l} Wir setzen die bekannten Werte ein: D=0,05 kg9,87ms20,4 mD = \frac{0{,}05 \text{ kg} \cdot 9{,}87 \frac{\text{m}}{\text{s}^{2}}}{0{,}4 \text{ m}} D1,23NmD \approx 1{,}23 \frac{\text{N}}{\text{m}} (Hinweis: Die Einheit kgms2\text{kg} \cdot \frac{\text{m}}{\text{s}^{2}} ist genau das Gleiche wie Newton N\text{N}.)

Ergebnis:

Die Fallbeschleunigung beträgt 9,87ms29{,}87 \frac{\text{m}}{\text{s}^{2}} und die Richtgröße des Pendels ist 1,23Nm1{,}23 \frac{\text{N}}{\text{m}}. Realitäts-Check: Der Wert für die Fallbeschleunigung liegt sehr nah am Literaturwert für die Erde (9,81ms29{,}81 \frac{\text{m}}{\text{s}^{2}}). Das Ergebnis ist also physikalisch absolut sinnvoll.

Wichtige Erkenntnisse

  • Linearisierung: Wenn man TT gegen l\sqrt{l} aufträgt, wird aus der Kurve eine Ursprungsgerade. Das macht die Auswertung viel einfacher.
  • Steigung nutzen: Die Steigung kk dieser Geraden entspricht dem Vorfaktor 2πg\frac{2\pi}{\sqrt{g}}.
  • Fallbeschleunigung: Mit der umgestellten Formel g=4π2k2g = \frac{4\pi^{2}}{k^{2}} lässt sich die Schwerkraft aus dem Experiment berechnen.
  • Richtgröße: Die Rückstellkraft eines Pendels wird durch die Richtgröße D=mglD = \frac{m \cdot g}{l} beschrieben.

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Häufige Fragen

Was sind mechanische Schwingungen im Abitur?

Mechanische Schwingungen sind periodische Bewegungen um eine Ruhelage, wie bei einem Fadenpendel oder Federpendel. In der Abiturvorbereitung geht es oft darum, die Schwingungsdauer T zu berechnen und aus Messdaten physikalische Konstanten wie die Fallbeschleunigung g oder die Richtgröße D zu ermitteln.

Wie linearisiert man Messdaten bei einem Pendel?

Um die Messdaten eines Fadenpendels zu linearisieren, trägst du nicht die Schwingungsdauer T gegen die Länge l auf, sondern T gegen die Wurzel der Länge √l. Dadurch entsteht im Diagramm eine Ursprungsgerade, deren Steigung du leicht ablesen und für weitere Berechnungen nutzen kannst.

Wie berechnet man die Fallbeschleunigung aus der Schwingungsdauer?

Aus dem linearisierten Diagramm (T gegen √l) bestimmst du die Steigung k der Ursprungsgeraden. Diese Steigung entspricht dem Vorfaktor der Pendelformel. Mit der umgestellten Formel g = 4π² / k² kannst du dann die Fallbeschleunigung direkt berechnen.

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