Elektromagnetische Schwingungen einfach erklärt: LC-Schwingkreis

Lerne, wie elektromagnetische Schwingungen in einem LC-Schwingkreis funktionieren. Mit Thomson-Formel, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Beispielen.

📅 Aktualisiert 28. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Elektromagnetische Schwingungen einfach erklärt: LC-Schwingkreis

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Hast du dich jemals gefragt, wie ein Radio genau den einen Sender aus hunderten von unsichtbaren Signalen in der Luft herausfiltert?

Radio mit unsichtbaren Signalen
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Das Geheimnis dahinter sind elektromagnetische Schwingungen in einem sogenannten elektrischen Schwingkreis. Genau wie ein mechanisches Pendel auf dem Spielplatz hin und her schwingt, können auch elektrische Ladungen in einem Stromkreis „schwingen“. In diesem Artikel lernst du, wie dieses elektrische Pendel funktioniert, wie man berechnet, wie schnell es schwingt, und warum die Schwingung irgendwann aufhört, wenn man nicht nachhilft!

Vorwissen

Bevor wir uns den Schwingkreis genauer ansehen, solltest du diese drei Begriffe kennen:

  • Kondensator (CC): Ein Bauteil, das elektrische Ladung und damit elektrische Energie speichern kann. Beispiel: Ein Blitzgerät in einer Kamera nutzt einen Kondensator, um Energie für den hellen Blitz zu speichern.
  • Spule (LL): Ein aufgewickelter Draht, der ein Magnetfeld aufbaut, wenn Strom hindurchfließt, und so magnetische Energie speichert. Beispiel: Ein Elektromagnet auf dem Schrottplatz ist eine große Spule.
  • Mechanische Schwingung: Ein Vorgang, bei dem sich Energie ständig umwandelt. Beispiel: Bei einem Pendel wandelt sich die Energie ständig von potenzieller Energie (Höhe) in kinetische Energie (Geschwindigkeit) um.

Aufgabentyp 1: Eigenfrequenz und Dämpfung im Schwingkreis berechnen

Ein elektrischer Schwingkreis ist im Grunde das elektrische Gegenstück zu einem mechanischen Pendel. Er besteht aus zwei Hauptbauteilen: einem Kondensator (CC) und einer Spule (LL).

Schaltplan eines LC-Schwingkreises
Schaltplan eines LC-Schwingkreises

Stell dir vor, wir laden den Kondensator auf. Jetzt ist er voller elektrischer Energie. Die Spannung ist auf dem Maximum, aber es fließt noch kein Strom. Das ist wie ein Pendel, das du ganz nach oben gezogen hast und festhältst.

Wenn wir den Stromkreis schließen, passiert Folgendes:

  1. Der Kondensator entlädt sich. Der Strom beginnt durch die Spule zu fließen.
  2. Die Spule baut ein Magnetfeld auf. Wenn der Kondensator komplett leer ist (die Spannung ist null), ist das Magnetfeld der Spule am stärksten. Die Stromstärke ist jetzt auf dem Maximum. (Das ist wie das Pendel am tiefsten Punkt, wo es am schnellsten ist).
  3. Die Spule will das Magnetfeld aufrechterhalten und drückt den Strom weiter in die gleiche Richtung. Dadurch wird der Kondensator wieder aufgeladen, aber diesmal andersherum!

Dieser Vorgang wiederholt sich immer wieder. Weil die Spannung immer dann null ist, wenn die Stromstärke maximal ist (und umgekehrt), sagt man: Sie schwingen mit einer Phasenverschiebung von 90° zueinander.

Diagramm Phasenverschiebung Spannung und Strom
Diagramm Phasenverschiebung Spannung und Strom

Die Thomsonsche Schwingungsgleichung

Jeder Schwingkreis hat eine bestimmte Geschwindigkeit, mit der er hin und her schwingt. Das nennt man die Eigenfrequenz (ff). Man kann sie mit der Thomsonschen Schwingungsgleichung berechnen:

f=12πLCf = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot \sqrt{L \cdot C}}

Hierbei ist LL die Induktivität der Spule (in Henry, H\text{H}) und CC die Kapazität des Kondensators (in Farad, F\text{F}).

Dämpfung

In der Realität haben die Drähte und die Spule einen elektrischen Widerstand. Bei jedem Hin- und Herschwingen geht ein bisschen Energie als Wärme verloren. Wenn wir dem Schwingkreis keine neue Energie von außen zuführen, wird die Schwingung immer schwächer. Die Amplitude (der höchste Ausschlag der Spannung) nimmt im Laufe der Zeit exponentiell ab. Das nennt man eine gedämpfte Schwingung.

Diagramm einer gedämpften Schwingung
Diagramm einer gedämpften Schwingung

Schritt-für-Schritt-Anleitung

So gehst du vor, um die Eigenfrequenz eines Schwingkreises zu berechnen:

  1. Werte notieren und Einheiten umwandeln: Schreibe dir die Werte für die Spule (LL) und den Kondensator (CC) auf. Wandle sie zwingend in die Grundeinheiten Henry (H\text{H}) und Farad (F\text{F}) um. Tipp: 1 mH=0.001 H1 \text{ mH} = 0.001 \text{ H} und 1μF=0.000001 F1 \mu \text{F} = 0.000001 \text{ F}.
  2. Thomsonsche Gleichung aufstellen: Notiere die Formel: f=12πLCf = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot \sqrt{L \cdot C}}.
  3. Werte einsetzen: Setze deine umgewandelten Werte in die Formel ein. Achte darauf, zuerst das Produkt unter der Wurzel zu berechnen, dann die Wurzel zu ziehen und am Ende den Bruch auszurechnen.
  4. Ergebnis berechnen: Berechne das Endergebnis. Die Einheit für die Frequenz ist Hertz (Hz\text{Hz}).

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein elektrischer Schwingkreis besteht aus einer Spule mit einer Induktivität von 20 mH20 \text{ mH} und einem Kondensator mit einer Kapazität von 5μF5 \mu \text{F}. Berechne die Eigenfrequenz des Schwingkreises.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Werte notieren und Einheiten umwandeln

    Gegeben: Induktivität (LL) = 20 mH=0.02 H20 \text{ mH} = 0.02 \text{ H} Kapazität (CC) = 5μF=0.000005 F5 \mu \text{F} = 0.000005 \text{ F} Gesucht: Eigenfrequenz (ff) = ?

  2. Schritt 2
    Thomsonsche Gleichung aufstellen

    f=12πLCf = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot \sqrt{L \cdot C}}

  3. Schritt 3
    Werte einsetzen

    f=12π0.02 H0.000005 Ff = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot \sqrt{0.02 \text{ H} \cdot 0.000005 \text{ F}}} Wir berechnen zuerst den Wert unter der Wurzel: f=12π0.0000001 s2f = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot \sqrt{0.0000001 \text{ s}^{2}}} Dann ziehen wir die Wurzel: f=12π0.0003162 sf = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot 0.0003162 \text{ s}}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    f10.001986 sf \approx \frac{1}{0.001986 \text{ s}} f503.5 Hzf \approx 503.5 \text{ Hz}

Ergebnis:

Die Eigenfrequenz des Schwingkreises beträgt etwa 503.5 Hz503.5 \text{ Hz}. (Realitätscheck: Eine Frequenz von rund 500 Hz500 \text{ Hz} ist für einen typischen Schwingkreis im Labor ein realistischer Wert.)

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Radio-Schwingkreis soll auf eine Frequenz von 1000 Hz1000 \text{ Hz} eingestellt werden. Die eingebaute Spule hat eine Induktivität von 10 mH10 \text{ mH}. Berechne, welche Kapazität der Kondensator haben muss.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Werte notieren und Einheiten umwandeln

    Gegeben: Frequenz (ff) = 1000 Hz1000 \text{ Hz} Induktivität (LL) = 10 mH=0.01 H10 \text{ mH} = 0.01 \text{ H} Gesucht: Kapazität (CC) = ?

  2. Schritt 2
    Thomsonsche Gleichung aufstellen und umstellen

    Da wir CC suchen, müssen wir die Formel umstellen. Zuerst quadrieren wir beide Seiten, um die Wurzel wegzubekommen: f2=14π2LCf^{2} = \frac{1}{4 \cdot \pi^{2} \cdot L \cdot C} Jetzt multiplizieren wir mit CC und teilen durch f2f^{2}: C=14π2Lf2C = \frac{1}{4 \cdot \pi^{2} \cdot L \cdot f^{2}}

  3. Schritt 3
    Werte einsetzen

    C=14π20.01 H(1000 Hz)2C = \frac{1}{4 \cdot \pi^{2} \cdot 0.01 \text{ H} \cdot (1000 \text{ Hz})^{2}} Wir berechnen das Quadrat der Frequenz: C=14π20.01 H1000000 Hz2C = \frac{1}{4 \cdot \pi^{2} \cdot 0.01 \text{ H} \cdot 1000000 \text{ Hz}^{2}}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis berechnen

    C=1394784.17 H/s2C = \frac{1}{394784.17 \text{ H}/\text{s}^{2}} C0.00000253 FC \approx 0.00000253 \text{ F}

Ergebnis:

Das entspricht 2.53μF2.53 \mu \text{F}. Der Kondensator muss eine Kapazität von 2.53μF2.53 \mu \text{F} haben.

Wichtige Erkenntnisse

  • Ein elektrischer Schwingkreis besteht aus einem Kondensator und einer Spule.
  • Die Spannung am Kondensator und die Stromstärke in der Spule schwingen mit einer Phasenverschiebung von 90° zueinander.
  • Die Eigenfrequenz wird mit der Thomsonschen Schwingungsgleichung berechnet: f=12πLCf = \frac{1}{2 \cdot \pi \cdot \sqrt{L \cdot C}}.
  • Durch elektrischen Widerstand geht Energie als Wärme verloren. Ohne neue Energie nimmt die Amplitude exponentiell ab (gedämpfte Schwingung).

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Häufige Fragen

Was sind elektromagnetische Schwingungen?

Elektromagnetische Schwingungen entstehen in einem Schwingkreis, wenn sich elektrische Energie (im Kondensator) und magnetische Energie (in der Spule) periodisch ineinander umwandeln. Das ist vergleichbar mit einem mechanischen Pendel, bei dem sich Lageenergie und Bewegungsenergie abwechseln.

Wie berechnet man die Eigenfrequenz eines Schwingkreises?

Die Eigenfrequenz berechnest du mit der Thomsonschen Schwingungsgleichung: f = 1 / (2 · π · √(L · C)). Dabei steht L für die Induktivität der Spule in Henry und C für die Kapazität des Kondensators in Farad.

Was ist eine gedämpfte Schwingung?

Von einer gedämpften Schwingung spricht man, wenn die Amplitude (der höchste Ausschlag der Spannung) im Laufe der Zeit abnimmt. In einem realen Schwingkreis passiert das durch den elektrischen Widerstand der Bauteile, wodurch ein Teil der Energie als Wärme verloren geht.

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