Wertemengen einfach erklärt: Definitions- & Wertemenge

Wertemengen und Definitionsmengen Schritt für Schritt erklärt: Wertetabellen erstellen, Wertemengen aus Graphen ablesen und den Einfluss von Parametern verstehen – mit vielen Beispielen.

📅 Aktualisiert 1. Juni 202626 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Beim Umgehen mit Wertemengen lernst du, welche Eingaben eine Funktion erlaubt und welche Ergebnisse sie liefern kann. Stell dir eine Funktion wie einen Getränkeautomaten vor: Was du hineinwirfst (die Münzen, die er akzeptiert), ist die Definitionsmenge – was herauskommt (die verfügbaren Getränke), ist die Wertemenge. Wenn du verstehst, wie diese „Maschinen" funktionieren, kannst du genau vorhersagen, was sie tun. Du lernst, welche Eingaben erlaubt sind und welche Ergebnisse möglich sind. Das ist nicht nur in der Matheprüfung nützlich, sondern auch die Grundlage dafür, wie Apps, Spiele und sogar digitale Systeme funktionieren.

Schnellantwort

Die Wertemenge (Symbol: W\text{W}) einer Funktion umfasst alle y-Werte, die die Funktion tatsächlich annehmen kann. Die Definitionsmenge (Symbol: D\text{D}) umfasst alle x-Werte, die man in die Funktion einsetzen darf. Beide Mengen bestimmen gemeinsam, wie sich eine Funktion verhält und wie ihr Graph aussieht.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz ein paar Grundlagen:

  • Funktionsgleichung: Eine Regel, die jedem x-Wert genau einen y-Wert zuordnet.

    • Beispiel: Bei f(x)=x+5f(x) = x + 5 wird der Zahl x=3x=3 der Wert y=3+5=8y = 3 + 5 = 8 zugeordnet.
  • Koordinatensystem: Ein System mit einer x-Achse (waagerecht) und einer y-Achse (senkrecht), in das man Punkte und Graphen einzeichnet.

    • Beispiel: Der Punkt P(23)P(2|3) liegt 2 Einheiten rechts und 3 Einheiten oben vom Ursprung.
  • Funktionswert berechnen: Einen gegebenen x-Wert in die Funktionsgleichung einsetzen, um den y-Wert zu erhalten.

    • Beispiel: Für f(x)=2x1f(x) = 2x - 1 ist der Funktionswert an der Stelle x=4x=4 gleich f(4)=241=7f(4) = 2 \cdot 4 - 1 = 7.

Aufgabentyp 1: Wertetabelle erstellen und Graph zeichnen

Eine Wertetabelle ist eine einfache Tabelle, die zusammengehörige x-Werte und y-Werte einer Funktion auflistet. Jeder x-Wert ist die Eingabe, und der berechnete y-Wert (auch Funktionswert f(x) genannt) ist die Ausgabe.

Jedes Wertepaar (xy)(x|y) aus der Tabelle entspricht einem Punkt im Koordinatensystem. Wenn du diese Punkte verbindest, erhältst du den Graphen der Funktion.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Nimm den ersten x-Wert aus der Wertetabelle.
  2. Berechne den Funktionswert: Setze den x-Wert in die Funktionsgleichung f(x)f(x) ein und berechne das Ergebnis. Das ist der zugehörige y-Wert.
  3. Fülle die Wertetabelle aus: Trage den berechneten y-Wert ein. Wiederhole die Schritte 1–3 für alle gegebenen x-Werte.
  4. Zeichne die Punkte: Trage für jedes Wertepaar (xy)(x|y) einen Punkt in ein Koordinatensystem ein.
  5. Zeichne den Graphen: Verbinde die eingezeichneten Punkte in der richtigen Reihenfolge zu einer glatten Kurve.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=1,5x21f(x)=1{,}5x^2-1. Ergänze die fehlenden Werte der Wertetabelle und zeichne anschließend den Graphen von ff.

x3210123y=f(x)??0,51???\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|c|c|} \hline x & -3 & -2 & -1 & 0 & 1 & 2 & 3 \\ \hline y=f(x) & ? & ? & 0{,}5 & -1 & ? & ? & ? \\ \hline \end{array}

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Funktionswerte berechnen

    Wir berechnen die fehlenden y-Werte, indem wir die x-Werte in die Funktion f(x)=1,5x21f(x)=1{,}5x^2-1 einsetzen.

    Für x=3x = -3: f(3)=1,5(3)21f(-3) = 1{,}5 \cdot (-3)^2 - 1 =1,591= 1{,}5 \cdot 9 - 1 =13,51=12,5= 13{,}5 - 1 = 12{,}5

    Für x=2x = -2: f(2)=1,5(2)21f(-2) = 1{,}5 \cdot (-2)^2 - 1 =1,541= 1{,}5 \cdot 4 - 1 =61=5= 6 - 1 = 5

    Für x=1x = 1: f(1)=1,5(1)21f(1) = 1{,}5 \cdot (1)^2 - 1 =1,511= 1{,}5 \cdot 1 - 1 =1,51=0,5= 1{,}5 - 1 = 0{,}5

    Für x=2x = 2: f(2)=1,5(2)21f(2) = 1{,}5 \cdot (2)^2 - 1 =1,541= 1{,}5 \cdot 4 - 1 =61=5= 6 - 1 = 5

    Für x=3x = 3: f(3)=1,5(3)21f(3) = 1{,}5 \cdot (3)^2 - 1 =1,591= 1{,}5 \cdot 9 - 1 =13,51=12,5= 13{,}5 - 1 = 12{,}5

  2. Schritt 3
    Wertetabelle ausfüllen

    x3210123y=f(x)12,550,510,5512,5\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|c|c|} \hline x & -3 & -2 & -1 & 0 & 1 & 2 & 3 \\ \hline y=f(x) & 12{,}5 & 5 & 0{,}5 & -1 & 0{,}5 & 5 & 12{,}5 \\ \hline \end{array}

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte einzeichnen und Graphen zeichnen

    Wir tragen die Punkte (312,5)(-3|12{,}5), (25)(-2|5), (10,5)(-1|0{,}5), (01)(0|-1), (10,5)(1|0{,}5), (25)(2|5) und (312,5)(3|12{,}5) ein und verbinden sie.

    Parabelgraph der Funktion f(x) = 1,5x² − 1
    Parabelgraph der Funktion f(x) = 1,5x² − 1
Ergebnis:

Die vervollständigte Wertetabelle zeigt eine nach oben geöffnete Parabel mit Scheitelpunkt bei (01)(0|-1).

Beispiel 2

Aufgabe

Erstelle eine Wertetabelle für die Funktion g(x)=2x+3g(x) = -2x + 3 für die x-Werte von -2 bis 2 in Einerschritten und zeichne den Graphen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Funktionswerte berechnen

    Die Funktion ist g(x)=2x+3g(x) = -2x + 3. Die x-Werte sind -2, -1, 0, 1, 2.

    g(2)=2(2)+3=4+3=7g(-2) = -2 \cdot (-2) + 3 = 4 + 3 = 7

    g(1)=2(1)+3=2+3=5g(-1) = -2 \cdot (-1) + 3 = 2 + 3 = 5

    g(0)=2(0)+3=0+3=3g(0) = -2 \cdot (0) + 3 = 0 + 3 = 3

    g(1)=2(1)+3=2+3=1g(1) = -2 \cdot (1) + 3 = -2 + 3 = 1

    g(2)=2(2)+3=4+3=1g(2) = -2 \cdot (2) + 3 = -4 + 3 = -1

  2. Schritt 3
    Wertetabelle ausfüllen

    x21012y=g(x)75311\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|} \hline x & -2 & -1 & 0 & 1 & 2 \\ \hline y=g(x) & 7 & 5 & 3 & 1 & -1 \\ \hline \end{array}

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte einzeichnen und Graphen zeichnen

    Wir tragen die Punkte (27)(-2|7), (15)(-1|5), (03)(0|3), (11)(1|1) und (21)(2|-1) ein und verbinden sie zu einer Geraden.

    Graph der linearen Funktion g(x) = −2x + 3
    Graph der linearen Funktion g(x) = −2x + 3
Ergebnis:

Der Graph ist eine fallende Gerade mit Steigung 2-2 und y-Achsenabschnitt 33.

Beispiel 3

Aufgabe

Vervollständige die Wertetabelle für die Funktion h(x)=x32xh(x) = x^3 - 2x und skizziere den Graphen für die x-Werte -2, -1, 0, 1, 2.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Funktionswerte berechnen

    Die Funktion ist h(x)=x32xh(x) = x^3 - 2x.

    h(2)=(2)32(2)=8+4=4h(-2) = (-2)^3 - 2 \cdot (-2) = -8 + 4 = -4

    h(1)=(1)32(1)=1+2=1h(-1) = (-1)^3 - 2 \cdot (-1) = -1 + 2 = 1

    h(0)=(0)32(0)=00=0h(0) = (0)^3 - 2 \cdot (0) = 0 - 0 = 0

    h(1)=(1)32(1)=12=1h(1) = (1)^3 - 2 \cdot (1) = 1 - 2 = -1

    h(2)=(2)32(2)=84=4h(2) = (2)^3 - 2 \cdot (2) = 8 - 4 = 4

  2. Schritt 3
    Wertetabelle ausfüllen

    x21012y=h(x)41014\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|} \hline x & -2 & -1 & 0 & 1 & 2 \\ \hline y=h(x) & -4 & 1 & 0 & -1 & 4 \\ \hline \end{array}

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte einzeichnen und Graphen zeichnen

    Wir tragen die Punkte (24)(-2|-4), (11)(-1|1), (00)(0|0), (11)(1|-1) und (24)(2|4) ein und verbinden sie zu einer Kurve.

    Graph der kubischen Funktion h(x) = x³ − 2x
    Graph der kubischen Funktion h(x) = x³ − 2x
Ergebnis:

Der Graph ist eine S-förmige kubische Kurve, die durch den Ursprung verläuft.

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion k(x)=(x1)2k(x) = (x-1)^2. Erstelle eine Wertetabelle für xx von -1 bis 3 und zeichne den Graphen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1 & 2
    Funktionswerte berechnen

    Die Funktion ist k(x)=(x1)2k(x) = (x-1)^2.

    k(1)=(11)2=(2)2=4k(-1) = (-1-1)^2 = (-2)^2 = 4

    k(0)=(01)2=(1)2=1k(0) = (0-1)^2 = (-1)^2 = 1

    k(1)=(11)2=(0)2=0k(1) = (1-1)^2 = (0)^2 = 0

    k(2)=(21)2=(1)2=1k(2) = (2-1)^2 = (1)^2 = 1

    k(3)=(31)2=(2)2=4k(3) = (3-1)^2 = (2)^2 = 4

  2. Schritt 3
    Wertetabelle ausfüllen

    x10123y=k(x)41014\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|} \hline x & -1 & 0 & 1 & 2 & 3 \\ \hline y=k(x) & 4 & 1 & 0 & 1 & 4 \\ \hline \end{array}

  3. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte einzeichnen und Graphen zeichnen

    Wir tragen die Punkte (14)(-1|4), (01)(0|1), (10)(1|0), (21)(2|1) und (34)(3|4) ein und verbinden sie zu einer Parabel.

    Parabel der Funktion k(x) = (x−1)²
    Parabel der Funktion k(x) = (x−1)²
Ergebnis:

Der Graph ist eine nach oben geöffnete Parabel mit Scheitelpunkt bei (10)(1|0).

Beispiel 5

Aufgabe

Zeichne den Graphen der Funktion m(x)=4m(x) = 4 mithilfe einer Wertetabelle für xx-Werte von -3 bis 3.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1, 2 & 3
    Wertetabelle erstellen

    Die Funktion ist m(x)=4m(x) = 4. Das bedeutet, für jeden x-Wert ist der y-Wert immer 4.

    x3210123y=m(x)4444444\begin{array}{|c|c|c|c|c|c|c|c|} \hline x & -3 & -2 & -1 & 0 & 1 & 2 & 3 \\ \hline y=m(x) & 4 & 4 & 4 & 4 & 4 & 4 & 4 \\ \hline \end{array}

  2. Schritt 4 & 5 · Ergebnis
    Punkte einzeichnen und Graphen zeichnen

    Wir tragen einige Punkte ein, z.B. (34)(-3|4), (04)(0|4) und (34)(3|4), und verbinden sie. Es entsteht eine waagerechte Gerade.

    Waagerechte Gerade der konstanten Funktion m(x) = 4
    Waagerechte Gerade der konstanten Funktion m(x) = 4
Ergebnis:

Der Graph ist eine waagerechte Gerade auf der Höhe y=4y = 4.

Aufgabentyp 2: Wertemenge aus einem Graphen ablesen

Die Wertemenge (Symbol: W\text{W}) einer Funktion umfasst alle y-Werte, die die Funktion tatsächlich annehmen kann. Beim Ablesen der Wertemenge aus einem Graphen stellst du dir vor, du quetschst den gesamten Graphen von links und rechts auf die y-Achse. Der Bereich, der dabei auf der y-Achse markiert wird, ist die Wertemenge.

Manchmal gibt es Wertlücken. Das sind y-Werte, die vom Graphen niemals erreicht werden. Oft erkennt man sie an einer waagerechten Asymptote – einer Linie, der sich der Graph annähert, sie aber nie berührt.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Fokussiere die y-Achse: Betrachte die senkrechte y-Achse – hier liest du die Wertemenge ab.
  2. Prüfe den Graphenverlauf von unten nach oben: Frage dich bei jedem y-Wert: „Wird dieser y-Wert vom Graphen irgendwo getroffen?"
  3. Identifiziere Lücken oder Grenzen: Gibt es einen y-Wert, den der Graph auslässt (z.B. eine waagerechte Asymptote)? Beginnt oder endet der Graph bei einem bestimmten y-Wert (z.B. dem Scheitelpunkt einer Parabel)?
  4. Notiere die Wertemenge in der richtigen Schreibweise: Wenn alle Zahlen außer einer Zahl cc angenommen werden: W=Q{c}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{c\}. Wenn nur Werte größer oder gleich cc angenommen werden: W={yQyc}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge c\}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist der Graph der Funktion f(x)=2x+1f(x)=\frac{2}{x}+1. Bestimme die Wertemenge W\text{W}.

Graph der Funktion f(x) = 2/x + 1 mit Asymptote
Graph der Funktion f(x) = 2/x + 1 mit Asymptote
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    y-Achse fokussieren

    Wir schauen uns die y-Achse an, um zu sehen, welche Werte angenommen werden.

  2. Schritt 2 & 3
    Graphenverlauf prüfen und Lücke identifizieren

    Wir sehen, dass der Graph sich der waagerechten Linie bei y=1y=1 annähert, sie aber niemals berührt oder kreuzt. Der Graph verläuft sowohl oberhalb als auch unterhalb dieser Linie. Alle anderen y-Werte werden angenommen.

    Asymptote bei y = 1 im Graphen von f(x) = 2/x + 1
    Asymptote bei y = 1 im Graphen von f(x) = 2/x + 1
  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Wertemenge notieren

    Der Wert 11 wird ausgelassen. Die Wertemenge ist also die Menge aller rationalen Zahlen ohne die 1.

    W=Q{1}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{1\}

Ergebnis:

Die Wertemenge ist W=Q{1}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{1\}.

Beispiel 2

Aufgabe

Bestimme die Wertemenge der Funktion g(x)=(x2)2+1g(x) = (x-2)^2 + 1, deren Graph abgebildet ist.

Parabelgraph von g(x) = (x−2)² + 1 mit Scheitelpunkt
Parabelgraph von g(x) = (x−2)² + 1 mit Scheitelpunkt
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    y-Achse fokussieren

    Wir betrachten die y-Achse.

  2. Schritt 2 & 3
    Graphenverlauf prüfen und Grenze identifizieren

    Der tiefste Punkt des Graphen ist der Scheitelpunkt bei (21)(2|1). Der y-Wert ist hier 11. Alle anderen Punkte des Graphen liegen darüber. Es werden also nur y-Werte angenommen, die größer oder gleich 1 sind.

    Scheitelpunkt der Parabel g(x) bei y = 1 markiert
    Scheitelpunkt der Parabel g(x) bei y = 1 markiert
  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Wertemenge notieren

    Die Wertemenge enthält alle Zahlen, die größer oder gleich 11 sind.

    W={yQy1}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 1\}

Ergebnis:

Die Wertemenge ist W={yQy1}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 1\}.

Beispiel 3

Aufgabe

Der Graph der Funktion h(x)=x2+3h(x) = -x^2 + 3 ist gegeben. Gib die Wertemenge an.

Nach unten geöffnete Parabel h(x) = −x² + 3
Nach unten geöffnete Parabel h(x) = −x² + 3
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    y-Achse fokussieren

    Wir schauen auf die y-Achse.

  2. Schritt 2 & 3
    Graphenverlauf prüfen und Grenze identifizieren

    Der höchste Punkt des Graphen ist der Scheitelpunkt bei (03)(0|3). Der y-Wert ist hier 33. Alle anderen Punkte des Graphen liegen darunter. Es werden also nur y-Werte angenommen, die kleiner oder gleich 3 sind.

    Scheitelpunkt der nach unten geöffneten Parabel bei y = 3
    Scheitelpunkt der nach unten geöffneten Parabel bei y = 3
  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Wertemenge notieren

    Die Wertemenge enthält alle Zahlen, die kleiner oder gleich 33 sind.

    W={yQy3}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \le 3\}

Ergebnis:

Die Wertemenge ist W={yQy3}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \le 3\}.

Beispiel 4

Aufgabe

Bestimme die Wertemenge der abgebildeten linearen Funktion k(x)=0,5x1k(x) = 0{,}5x - 1.

Graph der linearen Funktion k(x) = 0,5x − 1
Graph der linearen Funktion k(x) = 0,5x − 1
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    y-Achse fokussieren

    Wir betrachten die y-Achse.

  2. Schritt 2 & 3
    Graphenverlauf prüfen und Lücken/Grenzen identifizieren

    Die Gerade läuft ohne Unterbrechung von links unten nach rechts oben. Sie steigt und fällt unendlich weiter. Es gibt keine Lücken und keine Start- oder Endpunkte. Jeder y-Wert wird irgendwann vom Graphen erreicht.

  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Wertemenge notieren

    Da alle y-Werte angenommen werden, ist die Wertemenge die Menge aller rationalen Zahlen.

    W=Q\text{W} = \mathbb{Q}

Ergebnis:

Die Wertemenge ist W=Q\text{W} = \mathbb{Q}.

Beispiel 5

Aufgabe

Gib die Wertemenge für den Graphen der Funktion m(x)=2m(x) = -2 an.

Waagerechte Gerade der konstanten Funktion m(x) = −2
Waagerechte Gerade der konstanten Funktion m(x) = −2
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    y-Achse fokussieren

    Wir schauen auf die y-Achse.

  2. Schritt 2 & 3
    Graphenverlauf prüfen und Lücken/Grenzen identifizieren

    Der Graph ist eine waagerechte Gerade. Der einzige y-Wert, der jemals angenommen wird, ist 2-2.

  3. Schritt 4 · Ergebnis
    Wertemenge notieren

    Die Wertemenge besteht nur aus der Zahl 2-2.

    W={2}\text{W} = \{-2\}

Ergebnis:

Die Wertemenge ist W={2}\text{W} = \{-2\}.

Aufgabentyp 3: Einfluss von Parametern auf Definitions- und Wertemenge

Die Definitionsmenge (Symbol: D\text{D}) einer Funktion umfasst alle x-Werte, die man in die Funktion einsetzen darf. Meistens darf man alle Zahlen einsetzen. Die wichtigste Ausnahme ist: Man darf niemals durch Null teilen!

Wenn eine Funktion einen Bruch hat, müssen wir die x-Werte finden, für die der Nenner Null wird. Diese Werte müssen wir aus der Definitionsmenge ausschließen. Man spricht von einer Definitionslücke.

Ein Parameter (z.B. der Buchstabe aa) ist eine veränderliche Zahl in der Funktionsgleichung. Wenn wir den Parameter ändern, kann sich die Definitions- und/oder die Wertemenge der Funktion ändern.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Bestimme die Definitionsmenge: Suche nach einem Bruch in der Funktion und setze den Nenner gleich Null. Löse nach x auf – das Ergebnis ist die Definitionslücke. Notiere: D=Q{Lu¨cke}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{\text{Lücke}\}.
  2. Bestimme die Wertemenge: Analysiere den Graphen wie in Aufgabentyp 2. Suche nach waagerechten Asymptoten oder Scheitelpunkten.
  3. Beschreibe den Einfluss des Parameters: Wie ändert sich die Definitionslücke, wenn sich aa ändert? Wie ändert sich die Wertemenge?

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=1xaf(x)=\frac{1}{x-a}. Bestimme für a=2a=2 die Definitions- und Wertemenge. Beschreibe dann den Einfluss von aa auf D\text{D} und W\text{W}.

Graph von f(x) = 1/(x−a) mit Definitionslücke
Graph von f(x) = 1/(x−a) mit Definitionslücke
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Funktion lautet f(x)=1x2f(x)=\frac{1}{x-2}.

    • Bedingung: Der Nenner darf nicht Null sein. x2=0x-2 = 0
    • Gleichung lösen: x=2x = 2. Die Definitionslücke ist bei x=2x=2.
    • Notieren: D=Q{2}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{2\}
  2. Schritt 2
    Wertemenge bestimmen

    Der Graph nähert sich der x-Achse (y=0y=0), berührt sie aber nie. Ein Bruch der Form 1etwas\frac{1}{\text{etwas}} kann niemals Null werden.

    W=Q{0}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{0\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Einfluss von a beschreiben
    • Definitionsmenge: Die Definitionslücke liegt immer dort, wo der Nenner Null wird: xa=0x-a=0, also bei x=ax=a. Wenn sich aa ändert, verschiebt sich die Definitionslücke mit. D=Q{a}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{a\}.
    • Wertemenge: Der Parameter aa verschiebt den Graphen nur nach links oder rechts. Die Höhe (also die y-Werte) wird nicht beeinflusst. Die Wertemenge W=Q{0}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{0\} bleibt für jeden Wert von aa gleich.
Ergebnis:

Für a=2a=2: D=Q{2}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{2\} und W=Q{0}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{0\}.

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=1x+af(x) = \frac{1}{x} + a. Bestimme für a=3a=3 die Definitions- und Wertemenge. Beschreibe den Einfluss von aa auf D\text{D} und W\text{W}.

Graph von f(x) = 1/x + a mit verschobener Asymptote
Graph von f(x) = 1/x + a mit verschobener Asymptote
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Funktion lautet f(x)=1x+3f(x)=\frac{1}{x}+3.

    • Bedingung: Der Nenner xx darf nicht Null sein. x=0x = 0.
    • Gleichung lösen: Die Lücke ist bei x=0x = 0.
    • Notieren: D=Q{0}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{0\}
  2. Schritt 2
    Wertemenge bestimmen

    Der Teil 1x\frac{1}{x} kann nie Null werden. Daher kann der ganze Ausdruck f(x)=1x+3f(x) = \frac{1}{x} + 3 niemals genau 33 werden. Der Graph hat eine waagerechte Asymptote bei y=3y=3.

    W=Q{3}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{3\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Einfluss von a beschreiben
    • Definitionsmenge: Der Parameter aa steht nicht im Nenner. Die Definitionslücke ist immer bei x=0x=0, egal was aa ist. D\text{D} wird von aa nicht beeinflusst.
    • Wertemenge: Der Parameter aa verschiebt den Graphen nach oben oder unten. Die Wertlücke liegt immer bei y=ay=a. W=Q{a}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{a\}.
Ergebnis:

Für a=3a=3: D=Q{0}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{0\} und W=Q{3}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{3\}.

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=(x+a)2f(x) = (x+a)^2. Bestimme für a=1a=-1 die Definitions- und Wertemenge. Beschreibe den Einfluss von aa auf D\text{D} und W\text{W}.

Parabelgraph von f(x) = (x+a)² mit verschobenem Scheitelpunkt
Parabelgraph von f(x) = (x+a)² mit verschobenem Scheitelpunkt
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Funktion lautet f(x)=(x1)2f(x) = (x-1)^2.

    • Bedingung: Es gibt keinen Bruch und keine Wurzel. Man darf jede Zahl für xx einsetzen.
    • Notieren: D=Q\text{D} = \mathbb{Q}
  2. Schritt 2
    Wertemenge bestimmen

    Das Ergebnis einer quadrierten Zahl (...)2(...)^2 ist immer größer oder gleich Null. Der kleinste Wert, den die Funktion annehmen kann, ist 00 (beim Scheitelpunkt).

    W={yQy0}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 0\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Einfluss von a beschreiben
    • Definitionsmenge: Die Definitionsmenge ist immer Q\mathbb{Q}, egal was aa ist. Sie wird nicht beeinflusst.
    • Wertemenge: Der Parameter aa verschiebt die Parabel nach links oder rechts. Der Scheitelpunkt bleibt aber immer auf der x-Achse. Die Wertemenge W={yQy0}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 0\} bleibt für jeden Wert von aa gleich.
Ergebnis:

Für a=1a=-1: D=Q\text{D} = \mathbb{Q} und W={yQy0}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 0\}.

Beispiel 4

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=x2+af(x) = x^2 + a. Bestimme für a=4a=4 die Definitions- und Wertemenge. Beschreibe den Einfluss von aa auf D\text{D} und W\text{W}.

Parabelgraph von f(x) = x² + a nach oben verschoben
Parabelgraph von f(x) = x² + a nach oben verschoben
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Funktion lautet f(x)=x2+4f(x) = x^2 + 4.

    • Bedingung: Kein Bruch, keine Wurzel. Alle x-Werte sind erlaubt.
    • Notieren: D=Q\text{D} = \mathbb{Q}
  2. Schritt 2
    Wertemenge bestimmen

    Der Teil x2x^2 ist immer 0\ge 0. Der kleinste Wert von x2x^2 ist 0. Der kleinste Wert der gesamten Funktion ist also 0+4=40 + 4 = 4.

    W={yQy4}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 4\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Einfluss von a beschreiben
    • Definitionsmenge: Die Definitionsmenge ist immer Q\mathbb{Q} und wird von aa nicht beeinflusst.
    • Wertemenge: Der Parameter aa verschiebt die Parabel nach oben oder unten. Der Scheitelpunkt liegt bei (0a)(0|a). Die Wertemenge hängt also direkt von aa ab: W={yQya}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge a\}.
Ergebnis:

Für a=4a=4: D=Q\text{D} = \mathbb{Q} und W={yQy4}\text{W} = \{y \in \mathbb{Q} \mid y \ge 4\}.

Beispiel 5

Aufgabe

Gegeben ist f(x)=axf(x) = \frac{a}{x}. Bestimme für a=2a=2 die Definitions- und Wertemenge. Beschreibe den Einfluss von aa auf D\text{D} und W\text{W}.

Graph von f(x) = a/x als Hyperbel
Graph von f(x) = a/x als Hyperbel
Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Definitionsmenge bestimmen

    Die Funktion lautet f(x)=2xf(x) = \frac{2}{x}.

    • Bedingung: Der Nenner darf nicht Null sein: x=0x = 0.
    • Lücke: Die Lücke ist bei x=0x = 0.
    • Notieren: D=Q{0}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{0\}
  2. Schritt 2
    Wertemenge bestimmen

    Ein Bruch mit einer Zahl ungleich Null im Zähler (hier 2) kann niemals den Wert 00 annehmen. Die x-Achse ist eine Asymptote.

    W=Q{0}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{0\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Einfluss von a beschreiben
    • Definitionsmenge: Der Parameter aa steht im Zähler. Die Definitionslücke bei x=0x=0 bleibt immer gleich, solange der Nenner xx ist. D\text{D} wird von aa nicht beeinflusst.
    • Wertemenge: Solange a0a \neq 0 ist, kann der Bruch niemals Null werden. Die Wertemenge W=Q{0}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{0\} bleibt also für jedes a0a \neq 0 gleich. (Wenn a=0a=0 wäre, wäre die Funktion f(x)=0f(x)=0 und die Wertemenge wäre nur {0}\{0\}.)
Ergebnis:

Für a=2a=2: D=Q{0}\text{D} = \mathbb{Q} \setminus \{0\} und W=Q{0}\text{W} = \mathbb{Q} \setminus \{0\}.

Wichtige Erkenntnisse

  • Wertetabelle: Setze die x-Werte in die Funktion ein, um die y-Werte zu berechnen. Jedes Paar (xy)(x|y) ist ein Punkt auf dem Graphen.
  • Definitionsmenge (D\text{D}): Alle erlaubten x-Werte. Hauptregel: Der Nenner eines Bruchs darf nie Null sein!
  • Wertemenge (W\text{W}): Alle möglichen y-Werte. Lies sie am Graphen ab, indem du nach dem tiefsten/höchsten Punkt oder nach waagerechten Lücken (Asymptoten) suchst.
  • Parameter: Ändert sich ein Parameter, kann sich die Definitionslücke verschieben (wenn er im Nenner steht) oder die Wertemenge verschieben (wenn er eine Asymptote oder den Scheitelpunkt beeinflusst).

Häufige Fragen

Was ist eine Wertemenge bei Funktionen?

Die Wertemenge (Symbol: W) einer Funktion umfasst alle y-Werte, die die Funktion tatsächlich annehmen kann. Du kannst sie dir vorstellen, indem du den gesamten Graphen von links und rechts auf die y-Achse „quetschst" – der markierte Bereich auf der y-Achse ist die Wertemenge. Bei einer nach oben geöffneten Parabel mit Scheitelpunkt bei y = 1 gilt zum Beispiel W = {y ∈ ℚ | y ≥ 1}.

Wie liest du die Wertemenge aus einem Graphen ab?

Betrachte die y-Achse und gehe gedanklich von unten nach oben. Frage dich bei jedem y-Wert: „Trifft der Graph diese Höhe irgendwo?" Suche nach Scheitelpunkten (Parabel beginnt oder endet dort) und nach waagerechten Asymptoten (Wertlücken). Notiere das Ergebnis als Menge, z. B. W = ℚ \ {1} oder W = {y ∈ ℚ | y ≤ 3}.

Was ist eine Definitionslücke und wie findest du sie?

Eine Definitionslücke entsteht, wenn ein x-Wert nicht in die Funktion eingesetzt werden darf – meistens weil der Nenner eines Bruchs Null werden würde. Um sie zu finden, setzt du den Nenner gleich Null und löst nach x auf. Für f(x) = 1/(x − 2) gilt: x − 2 = 0, also x = 2. Die Definitionsmenge ist dann D = ℚ \ {2}.

Wie beeinflusst ein Parameter die Definitions- und Wertemenge?

Ein Parameter (z. B. a) ist eine veränderliche Zahl in der Funktionsgleichung. Steht a im Nenner, verschiebt sich die Definitionslücke mit a. Steht a als Addition außerhalb (z. B. f(x) = 1/x + a), verschiebt sich die Wertlücke auf y = a. Steht a nur im Zähler, bleibt die Definitionsmenge unverändert.

Wie erstellst du eine Wertetabelle Schritt für Schritt?

Gehe in fünf Schritten vor: 1. Nimm den ersten x-Wert. 2. Setze ihn in die Funktionsgleichung ein und berechne den y-Wert. 3. Trage den y-Wert in die Tabelle ein – wiederhole für alle x-Werte. 4. Zeichne jeden Punkt (x|y) im Koordinatensystem ein. 5. Verbinde die Punkte zu einer glatten Kurve oder Geraden.

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