Wertemenge bestimmen einfach erklärt: Graphen & Beispiele

Lerne, wie du die Wertemenge einer Funktion bestimmst, Graphen zeichnest und Asymptoten abliest. Mit einfachen Schritt-für-Schritt-Erklärungen und Beispielen.

📅 Aktualisiert 13. Oktober 2026⏱ 5 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Wertemenge bestimmen einfach erklärt: Graphen & Beispiele

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Student thinking

Wenn du die Wertemenge bestimmen möchtest, hilft ein einfacher Vergleich: Stell dir ein Außenthermometer vor. Egal wie heiß oder kalt es wird, das Thermometer kann nur Temperaturen zwischen −30∘C-30^\circ\text{C} und +50∘C+50^\circ\text{C} anzeigen. Das ist sein absoluter Spielraum. Alles, was darüber oder darunter liegt, kann es nicht darstellen.

In der Mathematik haben Funktionen auch so einen Spielraum. Wir stecken Zahlen hinein und bekommen Ergebnisse heraus. Aber nicht jede Funktion kann jedes beliebige Ergebnis liefern! Die Menge aller Ergebnisse, die eine Funktion tatsächlich erreichen kann, nennen wir die Wertemenge. In diesem Artikel lernst du, wie du Graphen zeichnest, ihre Wertemenge abliest und verstehst, wie kleine Änderungen an der Funktion diesen Spielraum beeinflussen.

Schnellantwort

Was ist die Wertemenge? Die Wertemenge ist die Menge aller Ergebnisse (y-Werte), die eine Funktion tatsächlich erreichen kann, wenn man alle erlaubten x-Werte einsetzt.

Vorwissen

  • Definitionsmenge (D\text{D}): Die Menge aller xx-Werte, die man in eine Funktion einsetzen darf. Beispiel: Bei f(x)=1xf(x) = \frac{1}{x} darf man die 00 nicht einsetzen, also ist D=R∖{0}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{0\}.
  • Funktionswerte berechnen: Man setzt einen konkreten xx-Wert in die Funktionsgleichung ein, um den zugehörigen yy-Wert zu erhalten. Beispiel: Für f(x)=2x+1f(x) = 2x + 1 und x=3x = 3 rechnet man f(3)=2⋅3+1=7f(3) = 2 \cdot 3 + 1 = 7.

Aufgabentyp 1: Berechnen und Einzeichnen der Wertetabelle

Bevor wir den Spielraum einer Funktion untersuchen können, müssen wir sie oft erst einmal sichtbar machen. Das tun wir, indem wir ihren Graphen zeichnen.

Um einen Graphen zu zeichnen, berechnen wir für verschiedene x\textcolor{#08BFFF}{x}-Werte die passenden y\textcolor{#9570FF}{y}-Werte (die Funktionswerte). Diese Wertepaare tragen wir übersichtlich in eine Wertetabelle ein. Jedes Paar (x∣y)(x|y) aus der Tabelle entspricht einem Punkt im Koordinatensystem. Wenn wir diese Punkte einzeichnen und verbinden, entsteht der Graph der Funktion.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Funktionswerte berechnen – Setze die vorgegebenen xx-Werte nacheinander in die Funktionsgleichung ein und berechne das Ergebnis. Das ist dein yy-Wert.
  2. Schritt 2: Wertetabelle ausfüllen – Trage die berechneten yy-Werte in die untere Zeile der Tabelle unter den passenden xx-Wert ein.
  3. Schritt 3: Punkte einzeichnen und verbinden – Zeichne jedes Wertepaar als Punkt in ein Koordinatensystem ein. Verbinde die Punkte anschließend in einer flüssigen Linie.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=1,5x2−1f(x) = 1{,}5x^2 - 1. Berechne die fehlenden Werte für die Wertetabelle für x=−2,−1,0,1,2x = -2, -1, 0, 1, 2 und zeichne anschließend den Graphen.

Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1 & 2
    Funktionswerte berechnen und Tabelle ausfüllen

    Wir setzen die xx-Werte in f(x)=1,5x2−1f(x) = 1{,}5x^2 - 1 ein:

    Für x=−2x = -2: f(−2)=1,5⋅(−2)2−1=1,5⋅4−1=5f(-2) = 1{,}5 \cdot (-2)^2 - 1 = 1{,}5 \cdot 4 - 1 = 5

    Für x=−1x = -1: f(−1)=1,5⋅(−1)2−1=1,5⋅1−1=0,5f(-1) = 1{,}5 \cdot (-1)^2 - 1 = 1{,}5 \cdot 1 - 1 = 0{,}5

    Für x=0x = 0: f(0)=1,5⋅02−1=0−1=−1f(0) = 1{,}5 \cdot 0^2 - 1 = 0 - 1 = -1

    Für x=1x = 1: f(1)=1,5⋅12−1=1,5⋅1−1=0,5f(1) = 1{,}5 \cdot 1^2 - 1 = 1{,}5 \cdot 1 - 1 = 0{,}5

    Für x=2x = 2: f(2)=1,5⋅22−1=1,5⋅4−1=5f(2) = 1{,}5 \cdot 2^2 - 1 = 1{,}5 \cdot 4 - 1 = 5

    Die fertige Wertetabelle sieht so aus:

    x−2−1012y50,5−10,55\begin{array}{l|c|c|c|c|c} x & -2 & -1 & 0 & 1 & 2 \\ \hline y & 5 & 0{,}5 & -1 & 0{,}5 & 5 \end{array}
  2. Schritt 3 · Ergebnis
    Punkte einzeichnen und verbinden

    Wir zeichnen die Punkte (−2∣5)(-2|5), (−1∣0,5)(-1|0{,}5), (0∣−1)(0|-1), (1∣0,5)(1|0{,}5) und (2∣5)(2|5) in ein Koordinatensystem ein und verbinden sie zu einer Kurve.

    Graph einer nach oben geöffneten Parabel
    Graph einer nach oben geöffneten Parabel
Ergebnis:

Der Graph ist gezeichnet und die Wertetabelle ist vollständig ausgefüllt.

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Welche Werte bilden laut dem Artikel die Wertemenge einer mathematischen Funktion?

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Welchen Funktionswert erhält man, wenn man den Wert x=−1x = -1 in die Funktion f(x)=1,5x2−1f(x) = 1{,}5x^2 - 1 einsetzt?

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Aufgabentyp 2: Ablesen der Wertemenge

Jetzt, wo wir Graphen zeichnen können, schauen wir uns ihren Spielraum an, um die Wertemenge bestimmen zu können.

Erinnerung: Die Definitionsmenge (D)\textcolor{#08BFFF}{\text{Definitionsmenge (D)}} sagt uns, welche Werte wir auf der xx-Achse ablesen können (was hineingeht). Die Wertemenge (W)\textcolor{#9570FF}{\text{Wertemenge (W)}} sagt uns, welche Werte der Graph auf der yy-Achse annimmt (was herauskommt).

Definitionsmenge und Wertemenge am Graphen
Definitionsmenge und Wertemenge am Graphen

Wenn eine Funktion alle möglichen Kommazahlen als Ergebnis liefern kann, ist die Wertemenge die Menge aller reellen Zahlen: W=R\text{W} = \mathbb{R}.

Oft gibt es aber yy-Werte, die der Graph niemals erreicht. Das passiert häufig bei Brüchen. Der Graph nähert sich dann einer unsichtbaren waagerechten Linie an, berührt sie aber nie. Diese Linie nennt man Asymptote. Den yy-Wert dieser Linie müssen wir aus der Wertemenge ausschließen. Dafür nutzen wir das Zeichen ∖\setminus (gelesen als „ohne").

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Schritt 1: Die y-Achse scannen – Betrachte den Graphen und wandere mit den Augen die yy-Achse von unten nach oben ab. Gibt es einen yy-Wert, auf dessen Höhe der Graph eine Lücke hat oder den er nie berührt?
  2. Schritt 2: Den fehlenden Wert identifizieren – Lies die Zahl auf der yy-Achse ab, die der Graph auslässt (z. B. eine waagerechte Asymptote).
  3. Schritt 3: Wertemenge notieren – Schreibe die Wertemenge auf. Wenn der Wert 11 fehlt, schreibst du: W=R∖{1}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{1\}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 2

Aufgabe

Gegeben ist der Graph der Funktion f(x)=2x+1f(x) = \frac{2}{x} + 1. Bestimme die Wertemenge W\text{W} von ff.

Graph mit waagerechter Asymptote bei y=1
Graph mit waagerechter Asymptote bei y=1
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1 & 2
    Die y-Achse scannen und fehlenden Wert identifizieren

    Wir betrachten den Graphen und achten auf die yy-Achse. Wir sehen, dass der Graph nach links und rechts immer flacher wird und sich einer waagerechten Linie annähert. Diese Linie liegt genau auf der Höhe y=1\textcolor{#9570FF}{y = 1}. Der Graph berührt diesen Wert niemals.

  2. Schritt 3 · Ergebnis
    Wertemenge notieren

    Da der Funktionswert 11 nie erreicht wird, schließen wir ihn aus der Menge aller reellen Zahlen aus.

Ergebnis:

Die Wertemenge ist somit W=R∖{1}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#9570FF}{1}\}.

Aufgabentyp 3: Einfluss der Funktionsanpassung

Was passiert, wenn wir die Funktionsgleichung leicht verändern? Betrachten wir Funktionen, die einen Parameter (einen Platzhalter) im Nenner haben, wie zum Beispiel f(x)=1x−af(x) = \frac{1}{x - a}.

Wenn wir für aa verschiedene Zahlen einsetzen, verschieben wir den gesamten Graphen im Koordinatensystem nach links oder rechts.

  • Einfluss auf die Definitionsmenge: Da man nicht durch Null teilen darf, ist der Wert x=ax = a verboten. Wenn wir aa ändern, verschiebt sich die Lücke auf der xx-Achse (die senkrechte Asymptote). Die Definitionsmenge ändert sich also: D=R∖{a}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#08BFFF}{a}\}.
  • Einfluss auf die Wertemenge: Wenn wir den Graphen nur nach links oder rechts schieben, bleibt seine Höhe völlig gleich. Die waagerechte Lücke auf der yy-Achse bewegt sich nicht! Die Wertemenge bleibt also unbeeinflusst.
Verschiebung des Graphen und Einfluss auf Mengen
Verschiebung des Graphen und Einfluss auf Mengen

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 3

Aufgabe

Gegeben ist die Funktion f(x)=1x−af(x) = \frac{1}{x - a}. Bestimme die Definitionsmenge D\text{D} und die Wertemenge W\text{W} für a=2a = 2 und für a=5a = 5. Beschreibe den Einfluss von aa auf die beiden Mengen.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Mengen für a = 2 bestimmen

    Für a=2a = 2 lautet die Funktion f(x)=1x−2f(x) = \frac{1}{x - 2}. Der Nenner wird Null, wenn x=2x = 2 ist. Dieser Wert ist verboten. D=R∖{2}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#08BFFF}{2}\}

    Ein Bruch mit 11 im Zähler kann niemals exakt 00 ergeben. Der Graph nähert sich der xx-Achse (y=0y=0), berührt sie aber nie. W=R∖{0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#9570FF}{0}\}

  2. Schritt 2
    Mengen für a = 5 bestimmen

    Für a=5a = 5 lautet die Funktion f(x)=1x−5f(x) = \frac{1}{x - 5}. Der Nenner wird nun Null, wenn x=5x = 5 ist. D=R∖{5}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#08BFFF}{5}\}

    Auch dieser Bruch kann niemals 00 ergeben. W=R∖{0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{\textcolor{#9570FF}{0}\}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Einfluss beschreiben

    Der Parameter aa bestimmt direkt, welcher xx-Wert aus der Definitionsmenge ausgeschlossen wird (D=R∖{a}\text{D} = \mathbb{R} \setminus \{a\}).

Ergebnis:

Die Wertemenge (W=R∖{0}\text{W} = \mathbb{R} \setminus \{0\}) bleibt jedoch für jedes aa gleich und wird nicht beeinflusst.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die Definitionsmenge (D\text{D}) bezieht sich auf die xx-Achse (Was darf ich einsetzen?).
  • Die Wertemenge (W\text{W}) bezieht sich auf die yy-Achse (Welche Ergebnisse kommen heraus?).
  • Fehlende Werte in der Wertemenge erkennst du im Graphen oft an waagerechten Asymptoten.
  • Bei Funktionen der Form f(x)=1x−af(x) = \frac{1}{x - a} verschiebt der Parameter aa den Graphen nur seitlich. Das ändert die Definitionsmenge, aber nicht die Wertemenge.

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Häufige Fragen

Was ist die Wertemenge einer Funktion?

Die Wertemenge (oft mit W abgekürzt) ist die Menge aller Ergebnisse, die eine Funktion tatsächlich erreichen kann. Wenn du alle erlaubten x-Werte in eine Funktion einsetzt, bilden alle daraus berechneten y-Werte zusammen die Wertemenge.

Was ist der Unterschied zwischen Definitionsmenge und Wertemenge?

Die Definitionsmenge bezieht sich auf die x-Achse und gibt an, welche Werte du in die Funktion einsetzen darfst. Die Wertemenge bezieht sich auf die y-Achse und zeigt, welche Ergebnisse (y-Werte) dabei herauskommen können.

Wie kann ich die Wertemenge am Graphen ablesen?

Um die Wertemenge abzulesen, scannst du die y-Achse von unten nach oben. Achte darauf, ob es y-Werte gibt, die der Graph niemals berührt — oft erkennst du das an waagerechten Asymptoten. Diese fehlenden Werte schließt du dann aus der Menge der reellen Zahlen aus.

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