Definitionsmenge bestimmen einfach erklärt: So geht's

Lerne, wie du die Definitionsmenge einer Funktion rechnerisch und graphisch bestimmst. Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Beispielen und Graphen.

📅 Aktualisiert 3. Oktober 2026⏱ 4 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Definitionsmenge bestimmen einfach erklärt: So geht's

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Student thinking

Stell dir einen Snackautomaten vor. Du kannst 1-Euro- oder 2-Euro-Münzen einwerfen, und er funktioniert perfekt. Aber wenn du einen Hosenknopf einwirfst, blockiert die Maschine!

Snackautomat veranschaulicht Definitionsmenge
Snackautomat veranschaulicht Definitionsmenge

Der Automat hat also eine ganz bestimmte Menge an „erlaubten“ Dingen, die man hineinstecken darf. Beim Umgehen mit Definitionsmengen bei mathematischen Funktionen ist das genauso. Die Definitionsmenge ist quasi die Liste aller Zahlen, die wir in eine Funktion „einwerfen“ dürfen, ohne dass die Mathematik kaputtgeht. Lass uns herausfinden, wie wir die verbotenen Zahlen aufspüren – sowohl durch Rechnen als auch durch Anschauen eines Graphen!

Vorwissen

  • Lineare Gleichungen lösen: Man bringt Zahlen mit der Gegenoperation auf die andere Seite. Beispiel: Aus x−3=0x - 3 = 0 wird durch +3+ 3 auf beiden Seiten x=3x = 3.
  • Mengen-Schreibweise: Q\mathbb{Q} steht für alle rationalen Zahlen (alle Brüche und Kommazahlen). Das Zeichen ∖\setminus bedeutet „ohne“. Beispiel: Q∖5\mathbb{Q} \setminus \\{5\\} bedeutet „alle rationalen Zahlen außer der 5“.

Aufgabentyp 1: Bestimmen der Definitionsmenge: Rechnerisch

Bevor wir rechnen, müssen wir klären: Was ist überhaupt eine Definitionsmenge? Kurz gesagt ist die Definitionsmenge die Liste aller xx-Werte, die wir in eine Funktion einsetzen dürfen, ohne dass es zu einem mathematischen Fehler kommt.

Wenn wir eine Funktion mit einem Bruch haben, gibt es eine eiserne Regel: Man darf niemals durch Null teilen!

Wenn wir also eine Funktion wie f(x)=5x−3f(x) = \frac{5}{\textcolor{#08BFFF}{x - 3}} haben, müssen wir aufpassen. Der untere Teil des Bruchs (der Nenner) darf nicht Null werden. Wenn wir für xx die Zahl 33 einsetzen würden, stünde dort 53−3=50\frac{5}{3 - 3} = \frac{5}{0}. Das würde einen Fehler auf dem Taschenrechner erzeugen!

Um die Definitionsmenge zu bestimmen, suchen wir also wie Detektive nach der „verbotenen“ Zahl. Wir nehmen einfach den Nenner, setzen ihn gleich Null und rechnen aus, welches xx den Bruch kaputtmachen würde. Diese Zahl schließen wir dann aus unserer Menge aus.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Nenner gleich Null setzen: Nimm nur den unteren Teil des Bruchs (den Nenner) und schreibe eine Gleichung: Nenner=0\text{Nenner} = 0. Der Zähler (oben) ist uns dabei völlig egal!
  2. Gleichung nach xx auflösen: Bringe alle Zahlen auf die andere Seite, sodass xx alleine steht. Das ist unsere verbotene Zahl (die Definitionslücke).
  3. Definitionsmenge aufschreiben: Schreibe die Menge aller Zahlen (meistens Q\mathbb{Q} oder R\mathbb{R}) auf und ziehe die verbotene Zahl mit dem „ohne“-Zeichen ab: D=Q∖Zahl\mathbb{D} = \mathbb{Q} \setminus \\{\text{Zahl}\\}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Bestimme rechnerisch die maximale Definitionsmenge der Funktion z(x)=1+xx−3z(x) = \frac{1+x}{x-3}. Gehe davon aus, dass die Grundmenge alle rationalen Zahlen Q\mathbb{Q} sind.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Nenner gleich Null setzen

    Wir schauen uns nur den Nenner an und setzen ihn gleich Null: x−3=0\textcolor{#08BFFF}{x - 3} = 0

  2. Schritt 2
    Gleichung nach $x$ auflösen

    Wir addieren auf beiden Seiten 33, damit das xx alleine steht: x−3=0∣+3x - 3 = 0 \quad | + 3 x=3x = 3 Die verbotene Zahl ist also die 33.

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Definitionsmenge aufschreiben

    Wir erlauben alle rationalen Zahlen, außer der 33. Die maximale Definitionsmenge ist: Dz=Q∖3\mathbb{D}_z = \mathbb{Q} \setminus \\{3\\}

Ergebnis:

Die maximale Definitionsmenge ist Dz=Q∖3\mathbb{D}_z = \mathbb{Q} \setminus \\{3\\}.


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Quizfrage 1 zu Definitionsmenge bestimmen

Was bedeutet das Zeichen ∖\setminus in der Mengenschreibweise?

Quizfrage 2 zu Definitionsmenge bestimmen

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Welcher Teil eines Bruchs wird bei einer Funktion zur Bestimmung der Definitionslücke gleich Null gesetzt?

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Aufgabentyp 2: Bestimmen der Definitionsmenge: Graphisch

Manchmal haben wir keine Funktionsgleichung zum Rechnen, sondern nur ein Bild der Funktion (den Graphen). Auch hier können wir die verbotenen Zahlen erkennen!

Wenn eine Zahl nicht in die Funktion eingesetzt werden darf, gibt es an dieser Stelle keinen Punkt auf dem Graphen. Das nennt man eine Definitionslücke. Im Graphen sieht das oft aus wie eine unsichtbare Wand (eine sogenannte Asymptote). Der Graph nähert sich dieser Wand von beiden Seiten an und schießt steil nach oben oder unten ab, aber er berührt oder kreuzt sie niemals.

Graph mit unsichtbarer Wand
Graph mit unsichtbarer Wand

Um die Definitionsmenge herauszufinden, müssen wir nur auf der xx-Achse schauen, bei welcher Zahl sich diese unsichtbare Wand befindet.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Graphen entlang der xx-Achse absuchen: Schau dir den Verlauf der Kurve an. Suche nach einer Stelle, an der die Kurve unterbrochen ist und steil nach oben oder unten weggeht.
  2. Lücke auf der xx-Achse ablesen: Lies genau ab, bei welchem xx-Wert diese „unsichtbare Wand“ steht. Das ist die Definitionslücke.
  3. Definitionsmenge aufschreiben: Schreibe wieder die Grundmenge auf und schließe die abgelesene Zahl aus: D=Q∖Zahl\mathbb{D} = \mathbb{Q} \setminus \\{\text{Zahl}\\}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Gegeben ist der Graph der Funktion gg. Bestimme die maximale Definitionsmenge von gg anhand des Graphen. Gehe davon aus, dass die Grundmenge alle rationalen Zahlen Q\mathbb{Q} sind.

Graph der Funktion g
Graph der Funktion g
Fortschritt
2 / 2
  1. Schritt 1 & 2
    Lücke auf der $x$-Achse ablesen

    Wir betrachten den Graphen und suchen nach der Stelle, wo die Kurve unterbrochen ist.

    Graph mit markierter Asymptote
    Graph mit markierter Asymptote

    Wie im Bild an der markierten Linie zu sehen ist, hat der Graph bei x=2\textcolor{#08BFFF}{x = 2} eine unsichtbare Wand. Die Kurve geht dort steil nach oben und unten, berührt die Linie bei x=2x = 2 aber nie. Die verbotene Zahl ist also die 22.

  2. Schritt 3 · Ergebnis
    Definitionsmenge aufschreiben

    Wir schließen die 22 aus unserer Menge aus. Die maximale Definitionsmenge ist: Dmax=Q∖2\mathbb{D}_{\text{max}} = \mathbb{Q} \setminus \\{2\\}

Ergebnis:

Die maximale Definitionsmenge ist Dmax=Q∖2\mathbb{D}_{\text{max}} = \mathbb{Q} \setminus \\{2\\}.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die goldene Regel: Bei Brüchen darf der Nenner (unten) niemals Null sein!
  • Rechnerisch: Setze den Nenner gleich Null, um die verbotene Zahl (Definitionslücke) zu finden. Der Zähler ist dabei egal.
  • Graphisch: Eine Definitionslücke erkennst du im Graphen oft als „unsichtbare Wand“ (Asymptote), an der die Kurve unterbrochen ist.
  • Schreibweise: D=Q∖x\mathbb{D} = \mathbb{Q} \setminus \\{x\\} bedeutet „Alle Zahlen aus Q\mathbb{Q}, außer xx“.

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Häufige Fragen

Was ist eine Definitionsmenge?

Die Definitionsmenge (oder der Definitionsbereich) ist die Menge aller Zahlen, die du für x in eine Funktion einsetzen darfst, ohne dass ein mathematischer Fehler entsteht. Bei Brüchen darf der Nenner beispielsweise niemals Null werden.

Wie berechne ich die Definitionsmenge bei einem Bruch?

Um die Definitionsmenge bei einem Bruch zu bestimmen, setzt du den Nenner gleich Null. Löse die Gleichung nach x auf. Der berechnete Wert ist die Definitionslücke und wird aus der Grundmenge (z. B. den rationalen oder reellen Zahlen) ausgeschlossen.

Wie erkenne ich die Definitionsmenge an einem Graphen?

Im Graphen erkennst du eine Definitionslücke oft als unsichtbare Wand (Asymptote). Die Kurve nähert sich dieser Stelle an und verläuft steil nach oben oder unten, berührt oder kreuzt die Linie aber nie. Den zugehörigen x-Wert schließt du aus der Definitionsmenge aus.

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