Rationale Zahlen: Textaufgaben und Potenzen erklärt

Textaufgaben mit rationalen Zahlen lösen und Potenzen von Brüchen und Dezimalzahlen berechnen – mit klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen und vielen durchgerechneten Beispielen.

📅 Aktualisiert 19. Juli 202621 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Rationale Zahlen: Textaufgaben und Potenzen erklärt

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Anwendungen und Potenzen von rationalen Zahlen begegnen dir ständig im Alltag – ob beim Umrechnen von Zutaten, beim Planen einer Wandertour oder beim Berechnen von Wachstumsprozessen. Wer Textaufgaben mit rationalen Zahlen sicher lösen und Potenzen von Brüchen sowie Dezimalzahlen korrekt berechnen kann, hat ein mächtiges Werkzeug in der Hand. In diesem Artikel lernst du beide Aufgabentypen Schritt für Schritt kennen – mit konkreten Beispielen, die dir zeigen, wie die Mathematik hinter alltäglichen Situationen steckt.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz ein paar Grundlagen:

  • Rationale Zahlen: Das sind alle Zahlen, die du als Bruch schreiben kannst. Dazu gehören ganze Zahlen, Dezimalzahlen und natürlich Brüche.

    • Beispiel: 55, 0,75-0{,}75, 23\frac{2}{3} sind alles rationale Zahlen.
  • Brüche multiplizieren: Du multiplizierst Zähler mit Zähler und Nenner mit Nenner.

    • Formel: abcd=acbd\frac{a}{b} \cdot \frac{c}{d} = \frac{a \cdot c}{b \cdot d}
    • Beispiel: 2345=2435=815\frac{2}{3} \cdot \frac{4}{5} = \frac{2 \cdot 4}{3 \cdot 5} = \frac{8}{15}
  • Dezimalzahlen multiplizieren: Multipliziere die Zahlen zuerst ohne Komma. Zähle dann die Nachkommastellen der beiden ursprünglichen Zahlen zusammen. Das Ergebnis muss genau so viele Nachkommastellen haben.

    • Beispiel: 1,20,31{,}2 \cdot 0{,}3 \to Rechne 123=3612 \cdot 3 = 36. Die Zahlen 1,21{,}2 (1 Stelle) und 0,30{,}3 (1 Stelle) haben zusammen 2 Nachkommastellen. Das Ergebnis ist also 0,360{,}36.
  • Einheiten umrechnen (Gewicht): Die wichtigste Umrechnung für Gewichte ist zwischen Tonnen (t) und Kilogramm (kg).

    • Formel: 1 t=1000 kg1 \text{ t} = 1000 \text{ kg}
    • Beispiel: 0,5 t=0,51000 kg=500 kg0{,}5 \text{ t} = 0{,}5 \cdot 1000 \text{ kg} = 500 \text{ kg}

Aufgabentyp 1: Textaufgaben mit rationalen Zahlen und Einheiten

Textaufgaben (auch Sachaufgaben genannt) beschreiben ein Problem aus dem echten Leben mit Zahlen und Wörtern. Deine Aufgabe ist es, die richtigen Informationen aus dem Text zu fischen und sie mathematisch zu lösen.

Die größte Falle bei diesen Aufgaben sind oft die Einheiten. Du kannst nicht einfach Längen mit Gewichten oder Euro mit Dollar zusammenrechnen. Genauso wenig kannst du Werte addieren, die zwar die gleiche Art von Größe beschreiben (z.B. Gewicht), aber unterschiedliche Einheiten haben (z.B. Tonnen und Kilogramm).

Die goldene Regel lautet: Bevor du rechnest, musst du sicherstellen, dass alle Werte in der gleichen Einheit vorliegen. Meistens ist es am einfachsten, alles in die kleinste vorkommende Einheit umzurechnen (z.B. Gramm statt Kilogramm, oder Zentimeter statt Meter).

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Aufgabe analysieren: Lies den Text sorgfältig durch. Was ist die genaue Frage? Markiere alle Zahlen und ihre Einheiten. Achte darauf, ob es unterschiedliche Einheiten für die gleiche Größe gibt.
  2. Einheiten umwandeln: Wähle eine gemeinsame Einheit für alle deine Berechnungen. Wandle alle Werte, die nicht in dieser Einheit sind, entsprechend um. Schreibe dir die Umrechnung auf.
  3. Rechenweg aufstellen und lösen: Überlege dir, welche Rechenschritte nötig sind, um die Frage zu beantworten. Schreibe deine Rechnung klar und schrittweise auf.
  4. Ergebnis prüfen und Antwortsatz formulieren: Ist dein Ergebnis sinnvoll? Passt es zur Frage? Formuliere einen klaren Antwortsatz, der die Frage aus dem Text beantwortet.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Ein Aufzug hat eine maximale Tragkraft von 0,5 t0{,}5 \text{ t}. Drei Personen steigen ein, die 75 kg75 \text{ kg}, 82 kg82 \text{ kg} und 68 kg68 \text{ kg} wiegen. Sie haben Gepäck dabei, das zusammen 0,28 t0{,}28 \text{ t} wiegt. Ist die maximale Tragkraft des Aufzugs überschritten?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Aufgabe analysieren
    • Maximale Tragkraft: 0,5 t0{,}5 \text{ t}
    • Person 1: 75 kg75 \text{ kg}
    • Person 2: 82 kg82 \text{ kg}
    • Person 3: 68 kg68 \text{ kg}
    • Gepäck: 0,28 t0{,}28 \text{ t}
    • Frage: Ist die Tragkraft überschritten?
    • Wir sehen zwei verschiedene Einheiten für das Gewicht: Tonnen (t) und Kilogramm (kg).
  2. Schritt 2
    Einheiten umwandeln

    Wir wandeln alles in Kilogramm (kg) um. Wir wissen: 1 t=1000 kg1 \text{ t} = 1000 \text{ kg}.

    • Maximale Tragkraft: 0,5 t1000=500 kg0{,}5 \text{ t} \cdot 1000 = 500 \text{ kg}
    • Gepäck: 0,28 t1000=280 kg0{,}28 \text{ t} \cdot 1000 = 280 \text{ kg}
  3. Schritt 3
    Rechenweg aufstellen und lösen

    Wir addieren das Gewicht der Personen und des Gepäcks, um das Gesamtgewicht zu erhalten.

    Gesamtgewicht=75 kg+82 kg+68 kg+280 kg\text{Gesamtgewicht} = 75 \text{ kg} + 82 \text{ kg} + 68 \text{ kg} + 280 \text{ kg}

    75+82=15775 + 82 = 157

    157+68=225157 + 68 = 225

    225+280=505 kg225 + 280 = 505 \text{ kg}

    Das Gesamtgewicht im Aufzug beträgt 505 kg505 \text{ kg}.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis prüfen und Antwortsatz formulieren

    Wir vergleichen das Gesamtgewicht mit der maximalen Tragkraft.

    505 kg>500 kg505 \text{ kg} > 500 \text{ kg}

    Das Gesamtgewicht ist höher als die erlaubte Tragkraft.

Ergebnis:

Ja, die maximale Tragkraft des Aufzugs ist überschritten.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Bäcker braucht für einen großen Kuchen 1,5 kg1{,}5 \text{ kg} Mehl. Er hat noch einen angefangenen Sack mit 0,45 kg0{,}45 \text{ kg} Mehl und eine neue Packung mit 1000 g1000 \text{ g}. Reicht das Mehl für den Kuchen?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Aufgabe analysieren
    • Benötigtes Mehl: 1,5 kg1{,}5 \text{ kg}
    • Vorrat 1: 0,45 kg0{,}45 \text{ kg}
    • Vorrat 2: 1000 g1000 \text{ g}
    • Frage: Reicht das Mehl?
    • Wir haben die Einheiten Kilogramm (kg) und Gramm (g).
  2. Schritt 2
    Einheiten umwandeln

    Wir wandeln alles in Kilogramm (kg) um. Wir wissen: 1000 g=1 kg1000 \text{ g} = 1 \text{ kg}.

    • Vorrat 2: 1000 g=1 kg1000 \text{ g} = 1 \text{ kg}
  3. Schritt 3
    Rechenweg aufstellen und lösen

    Wir addieren die beiden Vorräte, um die Gesamtmenge an Mehl zu berechnen.

    Gesamtmehl=0,45 kg+1 kg=1,45 kg\text{Gesamtmehl} = 0{,}45 \text{ kg} + 1 \text{ kg} = 1{,}45 \text{ kg}

    Der Bäcker hat insgesamt 1,45 kg1{,}45 \text{ kg} Mehl.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis prüfen und Antwortsatz formulieren

    Wir vergleichen die vorhandene Menge mit der benötigten Menge.

    1,45 kg<1,5 kg1{,}45 \text{ kg} < 1{,}5 \text{ kg}

    Die vorhandene Menge ist geringer als die benötigte Menge.

Ergebnis:

Nein, das Mehl reicht nicht für den Kuchen.

Beispiel 3

Aufgabe

Eine Wandergruppe plant eine Strecke von 12,5 km12{,}5 \text{ km}. Am ersten Tag schaffen sie ein Drittel der Strecke. Am zweiten Tag legen sie 4500 m4500 \text{ m} zurück. Wie viele Kilometer müssen sie am dritten Tag noch wandern?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Aufgabe analysieren
    • Gesamtstrecke: 12,5 km12{,}5 \text{ km}
    • Strecke Tag 1: 13\frac{1}{3} der Gesamtstrecke
    • Strecke Tag 2: 4500 m4500 \text{ m}
    • Frage: Wie viele km bleiben für Tag 3?
    • Wir haben die Einheiten Kilometer (km) und Meter (m).
  2. Schritt 2
    Einheiten umwandeln

    Wir wandeln alles in Kilometer (km) um. Wir wissen: 1000 m=1 km1000 \text{ m} = 1 \text{ km}.

    • Strecke Tag 2: 4500 m=4500:1000 km=4,5 km4500 \text{ m} = 4500 : 1000 \text{ km} = 4{,}5 \text{ km}
  3. Schritt 3
    Rechenweg aufstellen und lösen

    Zuerst berechnen wir die Strecke von Tag 1.

    Strecke Tag 1=1312,5 km=12,5:34,17 km\text{Strecke Tag 1} = \frac{1}{3} \cdot 12{,}5 \text{ km} = 12{,}5 : 3 \approx 4{,}17 \text{ km}

    Jetzt addieren wir die Strecken der ersten beiden Tage.

    Strecke bisher=4,17 km+4,5 km=8,67 km\text{Strecke bisher} = 4{,}17 \text{ km} + 4{,}5 \text{ km} = 8{,}67 \text{ km}

    Nun ziehen wir die bereits zurückgelegte Strecke von der Gesamtstrecke ab.

    Reststrecke=12,5 km8,67 km=3,83 km\text{Reststrecke} = 12{,}5 \text{ km} - 8{,}67 \text{ km} = 3{,}83 \text{ km}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis prüfen und Antwortsatz formulieren

    Die Rechnung ist schlüssig. Die Reststrecke ist kleiner als die Gesamtstrecke.

Ergebnis:

Die Wandergruppe muss am dritten Tag noch ca. 3,83 km3{,}83 \text{ km} wandern.

Beispiel 4

Aufgabe

Ein Aquarium fasst 120 Liter120 \text{ Liter} Wasser. Es ist bereits zu drei Vierteln gefüllt. Wie viele Flaschen mit je 750 ml750 \text{ ml} Wasser können noch vollständig hineingegossen werden, ohne dass es überläuft?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Aufgabe analysieren
    • Fassungsvermögen: 120 l120 \text{ l}
    • Füllstand: 34\frac{3}{4} voll
    • Flaschengröße: 750 ml750 \text{ ml}
    • Frage: Wie viele Flaschen passen noch rein?
    • Wir haben die Einheiten Liter (l) und Milliliter (ml).
  2. Schritt 2
    Einheiten umwandeln

    Wir wandeln alles in Liter (l) um. Wir wissen: 1000 ml=1 l1000 \text{ ml} = 1 \text{ l}.

    • Flaschengröße: 750 ml=750:1000 l=0,75 l750 \text{ ml} = 750 : 1000 \text{ l} = 0{,}75 \text{ l}
  3. Schritt 3
    Rechenweg aufstellen und lösen

    Zuerst berechnen wir, wie viel Platz noch im Aquarium ist. Wenn es zu 34\frac{3}{4} voll ist, ist noch 14\frac{1}{4} frei.

    Freier Platz=14120 l=120:4 l=30 l\text{Freier Platz} = \frac{1}{4} \cdot 120 \text{ l} = 120 : 4 \text{ l} = 30 \text{ l}

    Jetzt teilen wir den freien Platz durch das Volumen einer Flasche.

    Anzahl Flaschen=Freier PlatzFlaschengro¨ße=30 l0,75 l\text{Anzahl Flaschen} = \frac{\text{Freier Platz}}{\text{Flaschengröße}} = \frac{30 \text{ l}}{0{,}75 \text{ l}}

    30:0,75=3000:75=4030 : 0{,}75 = 3000 : 75 = 40

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis prüfen und Antwortsatz formulieren

    Die Berechnung ergibt eine ganze Zahl, was sinnvoll ist. 400,75=3040 \cdot 0{,}75 = 30. Das passt.

Ergebnis:

Es können noch 40 Flaschen vollständig hineingegossen werden.

Beispiel 5

Aufgabe

Ein Sprinter läuft die 100100-Meter-Strecke in 12,512{,}5 Sekunden. Ein Auto fährt mit einer konstanten Geschwindigkeit von 30ms30 \frac{\text{m}}{\text{s}}. Wie viele Meter Vorsprung hätte das Auto auf der 100100-Meter-Strecke, wenn beide gleichzeitig starten und der Sprinter die Ziellinie überquert?

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Aufgabe analysieren
    • Strecke: 100 m100 \text{ m}
    • Zeit Sprinter: 12,5 s12{,}5 \text{ s}
    • Geschwindigkeit Auto: 30ms30 \frac{\text{m}}{\text{s}}
    • Frage: Wie groß ist der Vorsprung des Autos in Metern?
    • Alle Einheiten (Meter und Sekunden) sind bereits konsistent. Wir müssen nichts umwandeln.
  2. Schritt 2
    Einheiten umwandeln

    Keine Umwandlung nötig.

  3. Schritt 3
    Rechenweg aufstellen und lösen

    Wir müssen berechnen, welche Strecke das Auto in der Zeit zurücklegt, die der Sprinter für die 100 m100 \text{ m} benötigt.

    Die Zeit beträgt 12,5 s12{,}5 \text{ s}. Die Geschwindigkeit des Autos ist 30 m30 \text{ m} pro Sekunde.

    Strecke Auto=GeschwindigkeitZeit\text{Strecke Auto} = \text{Geschwindigkeit} \cdot \text{Zeit}

    Strecke Auto=30ms12,5 s=375 m\text{Strecke Auto} = 30 \frac{\text{m}}{\text{s}} \cdot 12{,}5 \text{ s} = 375 \text{ m}

    Das Auto hat nach 12,512{,}5 Sekunden also 375 m375 \text{ m} zurückgelegt. Der Sprinter ist bei 100 m100 \text{ m}.

    Um den Vorsprung zu berechnen, ziehen wir die Strecke des Sprinters von der Strecke des Autos ab.

    Vorsprung=375 m100 m=275 m\text{Vorsprung} = 375 \text{ m} - 100 \text{ m} = 275 \text{ m}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis prüfen und Antwortsatz formulieren

    Das Auto ist viel schneller, also ist ein großer Vorsprung zu erwarten. Das Ergebnis ist plausibel.

Ergebnis:

Das Auto hätte einen Vorsprung von 275275 Metern.

Aufgabentyp 2: Potenzen mit rationalen Zahlen

Potenzen mit rationalen Zahlen kommen in vielen Schulaufgaben vor – hier lernst du, wie du sie sicher berechnest. Eine Potenz wie ana^n ist eine Kurzschreibweise für wiederholtes Multiplizieren. Dabei ist aa die Basis (die Zahl, die multipliziert wird) und nn der Exponent (die Anzahl, wie oft multipliziert wird).

Wenn die Basis eine rationale Zahl ist (also ein Bruch oder eine Dezimalzahl), gelten ein paar einfache Regeln.

1. Potenzen von Brüchen Um einen Bruch zu potenzieren, potenzierst du einfach den Zähler und den Nenner getrennt.

(ab)n=anbn\left(\frac{a}{b}\right)^n = \frac{a^n}{b^n}

Beispiel: (23)3=2333=222333=827\left(\frac{2}{3}\right)^3 = \frac{2^3}{3^3} = \frac{2 \cdot 2 \cdot 2}{3 \cdot 3 \cdot 3} = \frac{8}{27}

2. Potenzen von Dezimalzahlen Multipliziere die Dezimalzahl so oft mit sich selbst, wie der Exponent angibt. Achte auf die Nachkommastellen (siehe Vorwissen).

Beispiel: (0,4)2=0,40,4=0,16(0{,}4)^2 = 0{,}4 \cdot 0{,}4 = 0{,}16

3. Die Vorzeichen-Regel (super wichtig!) Wenn die Basis negativ ist, entscheidet der Exponent über das Vorzeichen des Ergebnisses:

  • Gerader Exponent (2, 4, 6, ...): Das Ergebnis ist immer positiv.

    • Beispiel: (2)4=(2)(2)(2)(2)=+16(-2)^4 = (-2) \cdot (-2) \cdot (-2) \cdot (-2) = +16
  • Ungerader Exponent (1, 3, 5, ...): Das Ergebnis ist immer negativ.

    • Beispiel: (2)3=(2)(2)(2)=8(-2)^3 = (-2) \cdot (-2) \cdot (-2) = -8

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Basis und Exponent anschauen: Identifiziere die Basis (die Zahl in der Klammer) und den Exponenten (die hochgestellte Zahl).
  2. Vorzeichen des Ergebnisses bestimmen: Ist die Basis positiv? Das Ergebnis ist immer positiv. Ist die Basis negativ? Schau auf den Exponenten: gerade → positiv, ungerade → negativ.
  3. Betrag berechnen: Rechne nun ohne das Vorzeichen der Basis. Bei einem Bruch: Potenziere Zähler und Nenner einzeln. Bei einer Dezimalzahl: Multipliziere die Zahl entsprechend oft mit sich selbst.
  4. Ergebnis zusammensetzen: Füge das in Schritt 2 bestimmte Vorzeichen und den in Schritt 3 berechneten Betrag zusammen.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Berechne den Wert von (34)3\left(\frac{3}{4}\right)^3.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Basis und Exponent anschauen
    • Basis: 34\frac{3}{4}
    • Exponent: 33
  2. Schritt 2
    Vorzeichen des Ergebnisses bestimmen

    Die Basis 34\frac{3}{4} ist positiv. Daher ist das Ergebnis auch positiv.

  3. Schritt 3
    Betrag berechnen

    Wir potenzieren Zähler und Nenner getrennt mit 3.

    (34)3=3343\left(\frac{3}{4}\right)^3 = \frac{3^3}{4^3}

    33=333=273^3 = 3 \cdot 3 \cdot 3 = 27

    43=444=644^3 = 4 \cdot 4 \cdot 4 = 64

    Der Betrag ist also 2764\frac{27}{64}.

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis zusammensetzen

    Das Vorzeichen ist positiv, der Betrag ist 2764\frac{27}{64}.

Ergebnis:

(34)3=2764\left(\frac{3}{4}\right)^3 = \frac{27}{64}

Beispiel 2

Aufgabe

Berechne den Wert von (25)2\left(-\frac{2}{5}\right)^2.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Basis und Exponent anschauen
    • Basis: 25-\frac{2}{5}
    • Exponent: 22
  2. Schritt 2
    Vorzeichen des Ergebnisses bestimmen

    Die Basis ist negativ. Der Exponent 22 ist gerade. Daher wird das Ergebnis positiv.

  3. Schritt 3
    Betrag berechnen

    Wir potenzieren den Bruch ohne Vorzeichen.

    (25)2=2252=2255=425\left(\frac{2}{5}\right)^2 = \frac{2^2}{5^2} = \frac{2 \cdot 2}{5 \cdot 5} = \frac{4}{25}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis zusammensetzen

    Das Vorzeichen ist positiv, der Betrag ist 425\frac{4}{25}.

Ergebnis:

(25)2=425\left(-\frac{2}{5}\right)^2 = \frac{4}{25}

Beispiel 3

Aufgabe

Berechne den Wert von (0,3)3(-0{,}3)^3.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Basis und Exponent anschauen
    • Basis: 0,3-0{,}3
    • Exponent: 33
  2. Schritt 2
    Vorzeichen des Ergebnisses bestimmen

    Die Basis ist negativ. Der Exponent 33 ist ungerade. Daher wird das Ergebnis negativ.

  3. Schritt 3
    Betrag berechnen

    Wir berechnen 0,330{,}3^3 ohne Vorzeichen.

    0,33=0,30,30,30{,}3^3 = 0{,}3 \cdot 0{,}3 \cdot 0{,}3

    Rechne zuerst 333=273 \cdot 3 \cdot 3 = 27. Die Zahl 0,30{,}3 hat eine Nachkommastelle. Da wir dreimal multiplizieren, hat das Ergebnis 1+1+1=31+1+1=3 Nachkommastellen.

    0,33=0,0270{,}3^3 = 0{,}027

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis zusammensetzen

    Das Vorzeichen ist negativ, der Betrag ist 0,0270{,}027.

Ergebnis:

(0,3)3=0,027(-0{,}3)^3 = -0{,}027

Beispiel 4

Aufgabe

Berechne den Wert von (1,1)2(1{,}1)^2.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Basis und Exponent anschauen
    • Basis: 1,11{,}1
    • Exponent: 22
  2. Schritt 2
    Vorzeichen des Ergebnisses bestimmen

    Die Basis ist positiv, also ist das Ergebnis auch positiv.

  3. Schritt 3
    Betrag berechnen

    Wir berechnen 1,121{,}1^2.

    1,12=1,11,11{,}1^2 = 1{,}1 \cdot 1{,}1

    Rechne zuerst 1111=12111 \cdot 11 = 121. Die Zahl 1,11{,}1 hat eine Nachkommastelle. Da wir zweimal multiplizieren, hat das Ergebnis 1+1=21+1=2 Nachkommastellen.

    1,12=1,211{,}1^2 = 1{,}21

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis zusammensetzen

    Das Ergebnis ist positiv.

Ergebnis:

(1,1)2=1,21(1{,}1)^2 = 1{,}21

Beispiel 5

Aufgabe

Berechne den Wert von (110)4\left(-\frac{1}{10}\right)^4.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Basis und Exponent anschauen
    • Basis: 110-\frac{1}{10}
    • Exponent: 44
  2. Schritt 2
    Vorzeichen des Ergebnisses bestimmen

    Die Basis ist negativ. Der Exponent 44 ist gerade. Daher wird das Ergebnis positiv.

  3. Schritt 3
    Betrag berechnen

    Wir potenzieren den Bruch ohne Vorzeichen.

    (110)4=14104=111110101010=110000\left(\frac{1}{10}\right)^4 = \frac{1^4}{10^4} = \frac{1 \cdot 1 \cdot 1 \cdot 1}{10 \cdot 10 \cdot 10 \cdot 10} = \frac{1}{10000}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Ergebnis zusammensetzen

    Das Vorzeichen ist positiv, der Betrag ist 110000\frac{1}{10000}.

Ergebnis:

(110)4=110000\left(-\frac{1}{10}\right)^4 = \frac{1}{10000} oder 0,00010{,}0001.

Wichtige Erkenntnisse

  • Bei Textaufgaben: Immer zuerst alle Werte in die gleiche Einheit umrechnen, bevor du mit dem Rechnen beginnst.
  • Potenzen von Brüchen: Potenziere Zähler und Nenner getrennt. (ab)n=anbn\left(\frac{a}{b}\right)^n = \frac{a^n}{b^n}.
  • Vorzeichen-Regel für Potenzen: Negative Basis & gerader Exponent → Ergebnis ist positiv. Negative Basis & ungerader Exponent → Ergebnis ist negativ.

Häufige Fragen

Was sind rationale Zahlen und wie verwendest du sie in Textaufgaben?

Rationale Zahlen sind alle Zahlen, die du als Bruch schreiben kannst – dazu gehören ganze Zahlen, Dezimalzahlen und Brüche wie 5, -0,75 oder 2/3. In Textaufgaben tauchen sie oft als Maßangaben auf, z. B. 0,5 t oder 1,5 kg. Deine Aufgabe ist es, die relevanten Zahlen aus dem Text zu identifizieren, Einheiten anzupassen und dann die passende Rechenoperation anzuwenden – Addition, Subtraktion, Multiplikation oder Division.

Wie berechnest du eine Potenz mit einem negativen Bruch?

Um eine Potenz mit einem negativen Bruch zu berechnen, gehst du in vier Schritten vor: Zuerst bestimmst du das Vorzeichen – bei geradem Exponenten wird das Ergebnis positiv, bei ungeradem negativ. Dann rechnest du den Betrag des Bruchs, indem du Zähler und Nenner getrennt potenzierst: (a/b)^n = a^n / b^n. Zuletzt setzt du Vorzeichen und Betrag zusammen. Beispiel: (-2/5)² = 4/25, weil der Exponent gerade ist.

Warum musst du bei Textaufgaben immer zuerst die Einheiten umrechnen?

Unterschiedliche Einheiten lassen sich nicht direkt addieren oder vergleichen – du kannst nicht einfach Tonnen und Kilogramm zusammenrechnen. Die goldene Regel lautet: Bevor du rechnest, wandelst du alle Werte in dieselbe Einheit um. Am einfachsten ist es, alles in die kleinste vorkommende Einheit zu bringen, z. B. Gramm statt Kilogramm. So vermeidest du Rechenfehler und dein Ergebnis ist direkt vergleichbar.

Wie potenzierst du Dezimalzahlen Schritt für Schritt?

Beim Potenzieren von Dezimalzahlen ignorierst du zunächst das Komma und multiplizierst die Ganzzahlen. Dann zählst du die Nachkommastellen aller Faktoren zusammen – das Ergebnis muss genau so viele Nachkommastellen haben. Beispiel: (0,3)³ = 0,3 · 0,3 · 0,3. Rechne 3 · 3 · 3 = 27. Da jede 0,3 eine Nachkommastelle hat, ergeben drei Faktoren drei Stellen: Das Ergebnis ist 0,027.

Was ist der Unterschied zwischen einem geraden und einem ungeraden Exponenten bei negativer Basis?

Bei einer negativen Basis entscheidet der Exponent über das Vorzeichen des Ergebnisses: Ein gerader Exponent (2, 4, 6 …) liefert immer ein positives Ergebnis, weil sich die negativen Vorzeichen paarweise aufheben. Ein ungerader Exponent (1, 3, 5 …) liefert immer ein negatives Ergebnis, weil ein negatives Vorzeichen übrig bleibt. Beispiel: (-2)⁴ = +16, aber (-2)³ = -8.

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