Potenzialdifferenz galvanischer Zellen: Spannung berechnen

Lerne Schritt für Schritt, wie du die Potenzialdifferenz galvanischer Zellen berechnest. Mit der Nernst-Gleichung und anschaulichen Beispielen.

📅 Aktualisiert 1. September 20263 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Potenzialdifferenz galvanischer Zellen: Spannung berechnen

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Hast du dich jemals gefragt, warum die Spannung einer Batterie langsam sinkt, je länger du dein Smartphone benutzt? Die chemische Kraft im Inneren verändert sich, wenn die Stoffe verbraucht werden! In diesem Artikel geht es um die Berechnung der Potenzialdifferenz galvanischer Zellen.

Batterie mit abnehmender Ladung
Batterie mit abnehmender Ladung

Wir lernen, wie man die genaue Spannung einer galvanischen Zelle berechnet, auch wenn sie nicht mehr „frisch“ ist. Du wirst sehen, wie man mit einer einfachen Formel vorhersagen kann, wie viel elektrische Kraft noch in der Zelle steckt.

Vorwissen

  • Redoxreaktionen: Eine Kombination aus Elektronenabgabe (Oxidation) und Elektronenaufnahme (Reduktion).

    Beispiel: Zink gibt Elektronen ab: ZnZn2++2e\text{Zn} \to \text{Zn}^{2+} + 2\,\text{e}^-

  • Standardpotenziale (E0E^0): Tabellenwerte, die angeben, wie stark ein Stoff Elektronen anzieht, gemessen bei einer Standardkonzentration von 1mol/l1\,\text{mol/l}.

    Beispiel: Das Standardpotenzial von Kupfer ist E0(Cu/Cu2+)=+0,34VE^0(\text{Cu}/\text{Cu}^{2+}) = +0,34\,\text{V}.

Aufgabentyp 1: Spannung einer galvanischen Zelle berechnen

Um die Berechnung der Potenzialdifferenz galvanischer Zellen zu meistern, müssen wir zunächst die Halbzellen verstehen. Eine galvanische Zelle besteht aus zwei getrennten Räumen, den sogenannten Halbzellen. Wenn wir diese mit einem Kabel verbinden, fließt elektrischer Strom. Um das zu berechnen, müssen wir die Rollen der beiden Halbzellen genau kennen:

  • Die Anode (Minuspol): Hier findet die Oxidation statt. Das Metall löst sich auf und gibt Elektronen ab. Weil sie Elektronen liefert, nennt man sie auch Donator-Halbzelle.

  • Die Kathode (Pluspol): Hier findet die Reduktion statt. Die Metallionen aus der Lösung nehmen Elektronen auf und werden zu festem Metall. Weil sie Elektronen empfängt, heißt sie Akzeptor-Halbzelle.

Aufbau einer galvanischen Zelle
Aufbau einer galvanischen Zelle

Die Elektronen fließen immer durch das äußere Kabel von der Anode zur Kathode.

Die Standardpotenziale (E0E^0) aus dem Tafelwerk gelten nur, wenn die Konzentration der gelösten Metallionen genau 1mol/l1\,\text{mol/l} beträgt. In der Realität ändert sich diese Konzentration jedoch. Um das tatsächliche Potenzial (EE) einer Halbzelle bei einer beliebigen Konzentration zu berechnen, nutzen wir die vereinfachte Nernst-Gleichung:

E=E0+0,059Vzlg(c)E = E^0 + \frac{0,059\,\text{V}}{z} \cdot \lg(c)

  • E0E^0: Das Standardpotenzial aus der Tabelle.

  • zz: Die Anzahl der Elektronen, die pro Atom ausgetauscht werden (z. B. bei Cu2+\text{Cu}^{2+} ist z=2z=2).

  • cc: Die Konzentration der gelösten Metallionen in mol/l\text{mol/l}.

  • lg\lg: Der Zehnerlogarithmus (eine Taste auf deinem Taschenrechner).

Das feste Metall selbst hat immer eine festgelegte Konzentration von 11 und taucht in dieser vereinfachten Formel nicht mehr auf.

Wenn du die tatsächlichen Potenziale (EE) für beide Halbzellen mit der Nernst-Gleichung berechnet hast, musst du entscheiden, welche Halbzelle welche Rolle übernimmt. Dafür gibt es eine ganz einfache Regel:

  • Die Halbzelle mit dem niedrigeren (negativeren) Potenzial ist immer die Anode (Donator, Oxidation).

  • Die Halbzelle mit dem höheren (positiveren) Potenzial ist immer die Kathode (Akzeptor, Reduktion).

Vergleich der Potenziale auf Zahlengerade
Vergleich der Potenziale auf Zahlengerade

Stell dir vor, wir haben ein Potenzial von +0,35V\textcolor{#08BFFF}{+0,35\,\text{V}} für Kupfer und 0,81V\textcolor{#CE5331}{-0,81\,\text{V}} für Zink berechnet. Weil 0,81V-0,81\,\text{V} die kleinere Zahl ist, ist Zink die Anode. Kupfer hat die größere Zahl und ist die Kathode.

Daraus ergeben sich die Reaktionsgleichungen:

  • Oxidation (Anode): ZnZn2++2e\text{Zn} \to \text{Zn}^{2+} + 2\,\text{e}^-

  • Reduktion (Kathode): Cu2++2eCu\text{Cu}^{2+} + 2\,\text{e}^- \to \text{Cu}

  • Gesamtreaktion: Zn+Cu2+Zn2++Cu\text{Zn} + \text{Cu}^{2+} \to \text{Zn}^{2+} + \text{Cu}

Die gesamte Potenzialdifferenz einer galvanischen Zelle nennen wir auch Spannung (UU oder ΔE\Delta E). Sie gibt an, wie viel elektrische Kraft die Zelle insgesamt liefert.

Um die Spannung zu berechnen, ziehen wir einfach das Potenzial der Anode vom Potenzial der Kathode ab:

U=E(Kathode)E(Anode)U = E(\text{Kathode}) - E(\text{Anode})

Merke dir einfach: Großer Wert minus kleiner Wert! Das Ergebnis für die Spannung einer funktionierenden Batterie muss immer eine positive Zahl sein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Potenziale berechnen: Nutze die Nernst-Gleichung für beide Metalle, um ihre tatsächlichen Potenziale zu finden.
  2. Pole identifizieren: Vergleiche die berechneten Werte. Der kleinere Wert gehört zur Anode, der größere zur Kathode.
  3. Spannung berechnen: Setze die Werte in die Formel ein und berechne das Endergebnis der Potenzialdifferenz.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Berechne die Spannung (UU) eines Daniell-Elements (Zink/Kupfer-Zelle) bei folgenden Konzentrationen:

  • Kupfer-Halbzelle: c(Cu2+)=2,8mol/lc(\text{Cu}^{2+}) = 2,8\,\text{mol/l}
  • Zink-Halbzelle: c(Zn2+)=0,02mol/lc(\text{Zn}^{2+}) = 0,02\,\text{mol/l}

Gegebene Standardpotenziale:

  • E0(Cu/Cu2+)=+0,34VE^0(\text{Cu}/\text{Cu}^{2+}) = +0,34\,\text{V}
  • E0(Zn/Zn2+)=0,76VE^0(\text{Zn}/\text{Zn}^{2+}) = -0,76\,\text{V}

Beide Metalle tauschen jeweils 22 Elektronen aus (z=2z=2).

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Potenziale der Halbzellen berechnen

    Für die Kupfer-Halbzelle: E(Cu/Cu2+)=+0,34V+0,059V2lg(2,8)E(\text{Cu}/\text{Cu}^{2+}) = +0,34\,\text{V} + \frac{0,059\,\text{V}}{2} \cdot \lg(2,8) E(Cu/Cu2+)=+0,34V+0,0295V0,447E(\text{Cu}/\text{Cu}^{2+}) = +0,34\,\text{V} + 0,0295\,\text{V} \cdot 0,447 E(Cu/Cu2+)+0,35VE(\text{Cu}/\text{Cu}^{2+}) \approx +0,35\,\text{V}

    Für die Zink-Halbzelle: E(Zn/Zn2+)=0,76V+0,059V2lg(0,02)E(\text{Zn}/\text{Zn}^{2+}) = -0,76\,\text{V} + \frac{0,059\,\text{V}}{2} \cdot \lg(0,02) E(Zn/Zn2+)=0,76V+0,0295V(1,70)E(\text{Zn}/\text{Zn}^{2+}) = -0,76\,\text{V} + 0,0295\,\text{V} \cdot (-1,70) E(Zn/Zn2+)0,81VE(\text{Zn}/\text{Zn}^{2+}) \approx -0,81\,\text{V}

  2. Schritt 2
    Anode und Kathode identifizieren

    Wir vergleichen die Werte: 0,81V-0,81\,\text{V} ist kleiner als +0,35V+0,35\,\text{V}.

    • Anode = Zink (kleinerer Wert)
    • Kathode = Kupfer (größerer Wert)
  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Gesamtspannung berechnen

    Wir setzen die Werte in die Formel ein: U=E(Kathode)E(Anode)U = E(\text{Kathode}) - E(\text{Anode}) U=+0,35V(0,81V)U = +0,35\,\text{V} - (-0,81\,\text{V}) U=1,16VU = 1,16\,\text{V}

Ergebnis:

Die Spannung der galvanischen Zelle beträgt 1,16V1,16\,\text{V}. Da das Ergebnis positiv ist, ergibt dies physikalisch Sinn.


Quiz zu Potenzialdifferenz galvanischer Zellen: Teste dein Wissen

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Quizfrage 1 zu Potenzialdifferenz galvanischer Zellen

Unter welcher Bedingung gelten die Standardpotenziale (E0E^0) aus dem Tafelwerk?

Quizfrage 2 zu Potenzialdifferenz galvanischer Zellen

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Welcher Vorgang findet an der Kathode einer galvanischen Zelle statt?

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Übungsaufgabe zu Potenzialdifferenz galvanischer Zellen

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Wichtige Erkenntnisse

  • Anode: Minuspol, Oxidation, Donator (niedrigeres Potenzial).
  • Kathode: Pluspol, Reduktion, Akzeptor (höheres Potenzial).
  • Die Nernst-Gleichung passt das Standardpotenzial an die tatsächliche Konzentration der Lösung an.
  • Die Gesamtspannung berechnet sich immer aus: U=E(Kathode)E(Anode)U = E(\text{Kathode}) - E(\text{Anode}).

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Häufige Fragen

Was ist die Potenzialdifferenz einer galvanischen Zelle?

Die Potenzialdifferenz (auch Spannung genannt) gibt an, wie viel elektrische Kraft eine galvanische Zelle insgesamt liefert. Sie entsteht durch den Unterschied der Potenziale zwischen der Anode und der Kathode und treibt den Elektronenfluss im äußeren Stromkreis an.

Wie berechnet man die Potenzialdifferenz?

Du berechnest sie, indem du das Potenzial der Anode vom Potenzial der Kathode abziehst: U = E(Kathode) − E(Anode). Merke dir als Faustregel: Ziehe immer den kleineren Wert vom größeren Wert ab, sodass das Ergebnis positiv ist.

Wofür braucht man die Nernst-Gleichung?

Die Nernst-Gleichung nutzt du, wenn die Konzentration der gelösten Metallionen nicht genau 1 mol/l beträgt. Mit ihr kannst du das tatsächliche Potenzial einer Halbzelle bei jeder beliebigen Konzentration berechnen, anstatt nur die Standardpotenziale aus dem Tafelwerk zu verwenden.

Was ist der Unterschied zwischen Anode und Kathode?

Die Anode ist der Minuspol, an dem die Oxidation (Elektronenabgabe) stattfindet. Sie hat das niedrigere Potenzial. Die Kathode ist der Pluspol, an dem die Reduktion (Elektronenaufnahme) abläuft. Sie hat stets das höhere Potenzial.

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