Löslichkeitsprodukt berechnen einfach erklärt: Formeln & Beispiele
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Hast du dich jemals gefragt, wie schmerzhafte Nierensteine entstehen? Sie bilden sich, wenn bestimmte Salze in unserem Urin eine kritische Grenze überschreiten und plötzlich als feste Kristalle ausfallen.

In der Chemie nennen wir diese kritische Grenze das Löslichkeitsprodukt. In dieser Lektion wirst du lernen, wie man genau berechnet, wann eine Lösung „voll“ ist und wann ein Stoff als Feststoff ausfällt. Mit diesem Wissen kannst du chemische Reaktionen vorhersagen und steuern – genau wie Ärzte versuchen, die Bildung von Nierensteinen zu verhindern.
Vorwissen
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Stoffmengenkonzentration (): Gibt an, wie viele Teilchen in einem bestimmten Volumen gelöst sind. Formel: (Stoffmenge durch Volumen).
Beispiel: Wenn Salz in Wasser gelöst sind, ist die Konzentration .
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Stoffmenge () und molare Masse (): Um eine Masse in Gramm in eine Stoffmenge in Mol umzurechnen, nutzt man .
Beispiel: Kochsalz () entsprechen genau , da die molare Masse beträgt.
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Das Löslichkeitsprodukt (): Das Produkt der Konzentrationen der gelösten Ionen in einer gesättigten Lösung.
Beispiel für : .
Aufgabentyp 1: Berechnung von KL und Sättigungskonzentration
Oft kennen wir nur die Masse eines Salzes, das sich in einem bestimmten Volumen Wasser gelöst hat. Daraus können wir das Löslichkeitsprodukt () berechnen.
Besonders aufpassen musst du, wenn ein Salz aus unterschiedlich vielen Ionen besteht, wie zum Beispiel Blei(II)-chlorid (). Wenn sich ein Teilchen auflöst, entstehen ein Blei-Ion und zwei Chlorid-Ionen.

Das bedeutet: Die Konzentration der Chlorid-Ionen ist immer doppelt so hoch wie die der Blei-Ionen. Wenn wir die Konzentration des gelösten Salzes einfach nennen, dann gilt:
Setzen wir das nun in die Formel für das Löslichkeitsprodukt ein. Erinnerung: Die Hochzahl in der Formel entspricht der Anzahl der Ionen im Salz!
Jetzt ersetzen wir die Ionen durch unser und :
Wenn wir quadrieren, wird daraus . Multiplizieren wir das noch mit dem ersten , erhalten wir die fertige Zauberformel für alle Salze, die aus drei Ionen (1:2 Verhältnis) bestehen:
Mit dieser Formel kannst du berechnen, wenn du kennst, oder umgekehrt berechnen, wenn du kennst (indem du die dritte Wurzel ziehst).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Schreibe auf, wie das Salz in seine Ionen zerfällt. Achte auf die Anzahl der Ionen.
- Berechne zuerst die Stoffmenge mit und danach die Konzentration mit .
- Leite aus der Reaktionsgleichung ab, wie groß die Konzentration der einzelnen Ionen im Vergleich zum Salz ist.
- Stelle die Formel für auf, setze deine Werte ein und rechne das Ergebnis aus.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
100 ml einer gesättigten Blei(II)-chlorid-Lösung () werden eingedampft. Die Masse des zurückbleibenden Bleichlorids beträgt . Die molare Masse von ist . Berechne das Löslichkeitsprodukt .
- Schritt 1Reaktionsgleichung aufstellen
- Schritt 2Konzentration des Salzes berechnen
Wir setzen die Masse (), die molare Masse () und das Volumen () in die Formel ein:
- Schritt 3Ionenkonzentrationen bestimmen
Aus einem Teilchen entstehen ein und zwei . Daher gilt:
- Schritt 4 · ErgebnisIn das Massenwirkungsgesetz einsetzen
Das Löslichkeitsprodukt beträgt .
Beispiel 1
Wie groß ist die Sättigungskonzentration von Silberchlorid () in Wasser? Das Löslichkeitsprodukt ist .
- Schritt 1Reaktionsgleichung aufstellen
- Schritt 2Ionenkonzentrationen bestimmen
Hier zerfällt das Salz im Verhältnis 1:1. Wenn sich die Konzentration des Salzes auflöst, entstehen genau Silber-Ionen und Chlorid-Ionen.
- Schritt 3In das Massenwirkungsgesetz einsetzen
- Schritt 4 · ErgebnisNach der Konzentration auflösen
Wir kennen und suchen . Also ziehen wir die Wurzel:
Die Sättigungskonzentration von Silberchlorid beträgt .
Aufgabentyp 2: Der Gleichionige Effekt und Fällungsbedingungen
Stell dir vor, du hast eine gesättigte Lösung von Silberchlorid (). Die Lösung ist absolut "voll", es passt kein weiteres mehr hinein. Das Gleichgewicht sieht so aus:
Was passiert nun, wenn wir von außen eine andere Flüssigkeit dazugeben, die ebenfalls Chlorid-Ionen enthält (zum Beispiel ganz normales Kochsalz, )?

Wir haben nun plötzlich viel mehr Chlorid-Ionen im Wasser als vorher. Nach dem Prinzip von Le Chatelier weicht das System diesem Zwang aus. Es versucht, die überschüssigen Chlorid-Ionen wieder loszuwerden, indem es sie mit den Silber-Ionen verbindet. Das Ergebnis: Es bildet sich festes , das als Pulver auf den Boden sinkt. Diesen Vorgang nennt man Fällung.
Da das hinzugefügte Ion (Chlorid) bereits Teil unseres ursprünglichen Salzes war, nennt man dies den gleichionigen Effekt.
Um vorherzusagen, ob eine Fällung stattfindet, berechnen wir das Ionenprodukt. Das ist genau die gleiche Rechnung wie beim Löslichkeitsprodukt, nur mit den aktuellen Konzentrationen, die wir gerade im Becherglas haben:
- Ionenprodukt < : Die Lösung ist ungesättigt. Es fällt nichts aus.
- Ionenprodukt = : Die Lösung ist genau gesättigt.
- Ionenprodukt > : Es sind zu viele Ionen vorhanden. Das Salz fällt aus, bis das Ionenprodukt wieder genau auf den Wert von gesunken ist.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Berechne das aktuelle Ionenprodukt der Lösung mit den vorhandenen Konzentrationen.
- Vergleiche das berechnete Ionenprodukt mit dem bekannten Löslichkeitsprodukt .
- Sage die Fällung voraus: Ist das Ionenprodukt größer als das Löslichkeitsprodukt, fällt das Salz aus.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Beobachten, wie ein Salz ausfällt, wenn sein spezifisches Löslichkeitsprodukt überschritten wird. Materialien: gesättigte Silberchlorid-Lösung () mit etwas weißem Bodensatz, Kaliumiodid-Lösung (), Becherglas, Pipette. ⚠️ Sicherheitshinweis: Silber- und Iodverbindungen können gesundheitsschädlich sein und Flecken verursachen. Schutzbrille und Handschuhe tragen. Reste im Schwermetallabfall entsorgen.

- Schritt 1Durchführung
Betrachte das Becherglas mit der gesättigten Silberchlorid-Lösung. Am Boden liegt ein weißer Feststoff. Tropfe mit der Pipette langsam der Kaliumiodid-Lösung in das Becherglas.
- Schritt 2 · ErgebnisBeobachtung
Sobald die Tropfen das Wasser berühren, bildet sich sofort ein neuer, kräftig gelber Feststoff, der zu Boden sinkt.
Silberiodid () hat ein viel kleineres Löslichkeitsprodukt als Silberchlorid. Es ist also noch schwerer löslich. Sobald wir Iodid-Ionen hinzugeben, wird das extrem kleine von Silberiodid sofort überschritten. Die Silber-Ionen verbinden sich lieber mit den Iodid-Ionen und fallen als gelbes Silberiodid aus.
Wichtige Erkenntnisse
- Bei Salzen, die im Verhältnis 1:2 zerfallen (wie ), lautet die Formel für das Löslichkeitsprodukt immer .
- Der gleichionige Effekt besagt, dass die Zugabe eines Ions, das bereits im Salz vorhanden ist, zur Fällung führt.
- Eine Fällung findet immer genau dann statt, wenn das Ionenprodukt (die aktuell berechnete Konzentration) größer ist als das Löslichkeitsprodukt .
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Häufige Fragen
Was ist das Löslichkeitsprodukt?
Das Löslichkeitsprodukt ist ein Maß dafür, wie gut sich ein schwer lösliches Salz in Wasser löst. Es gibt die kritische Grenze an, ab der eine Lösung gesättigt ist. Wird dieser Wert überschritten, fällt der gelöste Stoff als fester Niederschlag aus.
Wie berechnet man das Löslichkeitsprodukt?
Du stellst zuerst die Reaktionsgleichung auf und bestimmst die Konzentrationen der einzelnen Ionen. Diese setzt du in das Massenwirkungsgesetz ein. Für ein Salz, das in drei Ionen zerfällt (wie Blei(II)-chlorid), lautet die vereinfachte Formel oft KL = 4c³.
Was besagt der gleichionige Effekt?
Der gleichionige Effekt tritt auf, wenn du einer gesättigten Lösung ein Ion hinzufügst, das bereits im gelösten Salz vorhanden ist. Dadurch wird das Löslichkeitsprodukt überschritten, und das Salz fällt aus, um das chemische Gleichgewicht wiederherzustellen.
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