Grundlagen der Löslichkeitsgleichgewichte einfach erklärt
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Hast du schon einmal so viel Salz oder Zucker in ein Glas Wasser gerührt, dass sich am Ende ein kleiner Haufen am Boden gebildet hat, egal wie lange du umgerührt hast? Du hast in diesem Moment eine gesättigte Lösung hergestellt! Wenn du die Grundlagen der Löslichkeitsgleichgewichte verstehen möchtest, bist du hier genau richtig.

In dieser Lektion werden wir lernen, was genau auf mikroskopischer Ebene in einer solchen Lösung passiert und wie wir dieses chemische Gleichgewicht als mathematische Formel aufschreiben können.
Vorwissen
- Massenwirkungsgesetz (MWG): Beschreibt das Verhältnis von Produkten zu Edukten im chemischen Gleichgewicht. Beispiel: Für die Reaktion lautet die Formel .
- Hydratisierung: Wassermoleküle umhüllen Ionen und ziehen sie in die wässrige Lösung. Beispiel: Festes Kochsalz () zerfällt im Wasser zu - und -Ionen, die jeweils von einer Wasserhülle umgeben sind.
Aufgabentyp 1: Löslichkeitsprodukt aufstellen
Um die Grundlagen der Löslichkeitsgleichgewichte anzuwenden, schauen wir uns gesättigte Lösungen und heterogene Gleichgewichte an. Wenn du ein Salz in Wasser gibst, lösen sich die Ionen auf. Die Wassermoleküle ziehen die Ionen aus dem festen Kristallgitter und umhüllen sie (Hydratisierung). Irgendwann ist das Wasser jedoch "voll". Es kann keine weiteren Ionen mehr aufnehmen. Eine solche Lösung nennen wir gesättigte Lösung. Das überschüssige Salz bleibt als fester Haufen am Boden liegen (der sogenannte Bodenkörper).

Auch wenn es von außen so aussieht, als würde nichts mehr passieren, herrscht auf mikroskopischer Ebene ein reges Treiben: Es lösen sich ständig Ionen aus dem Feststoff und gehen in die Lösung über (Lösungsvorgang). Gleichzeitig kehren genauso viele gelöste Ionen wieder in das feste Kristallgitter zurück (Kristallisationsvorgang).

Weil beide Vorgänge exakt gleich schnell ablaufen, bleibt die Menge des gelösten Salzes konstant. Das nennt man ein dynamisches Gleichgewicht. Da die beteiligten Stoffe in unterschiedlichen Aggregatzuständen vorliegen – nämlich fest (s) am Boden und gelöst (aq) im Wasser – sprechen wir von einem heterogenen Gleichgewicht.
Da wir nun wissen, dass es sich um ein Gleichgewicht handelt, können wir das Massenwirkungsgesetz (MWG) anwenden. Schauen wir uns ein allgemeines Salz an, das in seine Ionen zerfällt:
Nach dem normalen MWG würden wir die Produkte durch die Edukte teilen:
Jetzt kommt der entscheidende Trick: Der Stoff im Nenner () ist ein reiner Feststoff am Boden des Glases. Die "Konzentration" eines reinen Feststoffs ändert sich nicht, sie hängt nur von seiner Dichte ab. Weil dieser Wert konstant ist, können wir ihn einfach mit der Gleichgewichtskonstanten verrechnen. Der Nenner fällt also in unserer Formel komplett weg!
Das neue, vereinfachte Gesetz nennen wir das Löslichkeitsprodukt ():
Der Wert von verrät uns, wie gut sich ein Salz löst: Ein großer -Wert bedeutet, dass viele Ionen in der Lösung sind (das Salz ist gut löslich). Ein sehr kleiner -Wert bedeutet, dass fast alles als Feststoff am Boden bleibt (das Salz ist schwerlöslich).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Reaktionsgleichung aufstellen: Schreibe das feste Salz auf die linke Seite und die gelösten Ionen auf die rechte Seite. Achte darauf, die Gleichung auszugleichen.
- Ionenkonzentrationen multiplizieren: Schreibe und multipliziere die Konzentrationen der Ionen auf der rechten Seite miteinander. Der Feststoff wird ignoriert.
- Exponenten hinzufügen: Die Koeffizienten (Zahlen), die in der Reaktionsgleichung vor den Ionen stehen, werden in der Formel zu Exponenten (Hochzahlen).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
Stelle das Löslichkeitsprodukt für das schwerlösliche Salz Silberchlorid () auf.
- Schritt 1Reaktionsgleichung aufstellen
Silberchlorid zerfällt in ein Silber-Ion und ein Chlorid-Ion:
- Schritt 2Ionenkonzentrationen multiplizieren
Wir ignorieren den Feststoff und multiplizieren die Konzentrationen der Ionen:
- Schritt 3 · ErgebnisExponenten hinzufügen
Da vor beiden Ionen in der Gleichung eine gedachte 1 steht, benötigen wir keine zusätzlichen Hochzahlen. Die Formel aus Schritt 2 ist bereits das fertige Löslichkeitsprodukt.
Das Löslichkeitsprodukt lautet .
Beispiel 1
Stelle das Löslichkeitsprodukt für Blei(II)-iodid () auf.
- Schritt 1Reaktionsgleichung aufstellen
Blei(II)-iodid enthält zwei Iodid-Ionen für jedes Blei-Ion. Wir müssen eine 2 vor das Iodid schreiben, um die Gleichung auszugleichen:
- Schritt 2Ionenkonzentrationen multiplizieren
Wir multiplizieren die Konzentrationen der beiden Ionen auf der rechten Seite:
- Schritt 3 · ErgebnisExponenten hinzufügen
Die 2 vor dem Iodid-Ion wird in der Formel zum Exponenten (Hochzahl) für die Iodid-Konzentration:
Das Löslichkeitsprodukt lautet .
Wichtige Erkenntnisse
- Eine gesättigte Lösung enthält die maximale Menge an gelösten Ionen; der Rest bleibt als fester Bodenkörper zurück.
- Es herrscht ein heterogenes, dynamisches Gleichgewicht: Lösungsvorgang und Kristallisation laufen exakt gleich schnell ab.
- Beim Löslichkeitsprodukt () fällt der Feststoff im Nenner weg, da seine Konzentration konstant bleibt.
- Die Vorzahlen aus der Reaktionsgleichung werden in der -Formel immer zu Exponenten.
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Häufige Fragen
Was sind die Grundlagen der Löslichkeitsgleichgewichte?
Die Grundlagen der Löslichkeitsgleichgewichte beschreiben, was passiert, wenn sich ein Feststoff in einem Lösungsmittel löst, bis die Lösung gesättigt ist. Es entsteht ein dynamisches Gleichgewicht, bei dem sich genauso viele Ionen lösen, wie wieder zu festem Salz kristallisieren.
Was ist eine gesättigte Lösung?
Eine gesättigte Lösung ist eine Lösung, die die maximale Menge an gelösten Ionen aufgenommen hat. Gibst du noch mehr Salz hinzu, löst es sich nicht mehr auf, sondern bleibt als fester Bodenkörper am Boden des Gefäßes liegen.
Wie stellt man das Löslichkeitsprodukt auf?
Um das Löslichkeitsprodukt aufzustellen, formulierst du zuerst die Reaktionsgleichung. Dann multiplizierst du die Konzentrationen der gelösten Ionen miteinander. Der Feststoff wird ignoriert. Die Vorzahlen aus der Gleichung werden dabei zu den Exponenten der Konzentrationen.
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