Wiensches Verschiebungsgesetz einfach erklärt: Formel & Beispiele
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Stell dir vor, du beobachtest einen Schmied, der ein Stück Eisen im Feuer erhitzt. Zuerst spürst du nur die Hitze, aber das Eisen bleibt dunkel. Wird es heißer, beginnt es plötzlich tiefrot zu glühen. Erhitzt er es noch weiter, wird das Leuchten orange, dann gelb und schließlich grellweiß.

Hast du dich jemals gefragt, warum sich die Farbe mit der Temperatur ändert? In dieser Lektion werden wir das Geheimnis des Lichts entschlüsseln. Du wirst lernen, aus welchen unsichtbaren und sichtbaren Teilen das elektromagnetische Spektrum besteht und wie du mit dem Wienschen Verschiebungsgesetz die Temperatur von Sternen nur anhand ihrer Farbe berechnen kannst!
Vorwissen
-
Wellenlänge (): Der Abstand zwischen zwei Wellenbergen einer Lichtwelle. Sie bestimmt die Farbe des Lichts. Einheiten: Oft gemessen in Nanometern () oder Mikrometern (). Umrechnung: .
-
Absolute Temperatur (): In der Physik rechnen wir oft nicht in Grad Celsius (), sondern in Kelvin (). Formel: Beispiel: 20 \, ^\circ\text{C} entsprechen .
Aufgabentyp 1: Lichtspektrum und Glühemission
Licht ist eine Form von Energie, die sich in Wellen ausbreitet. Das gesamte Spektrum (die Bandbreite) dieser Wellen nennen wir das elektromagnetische Spektrum. Das menschliche Auge kann jedoch nur einen winzigen Teil davon sehen.
Wir teilen das Spektrum anhand der Wellenlänge () in drei wichtige Bereiche ein:
- Ultraviolett (UV): Wellenlängen unter . Diese Strahlung ist unsichtbar, hat viel Energie und verursacht Sonnenbrand.
- Sichtbares Licht: Der Bereich von etwa (Violett) bis (Rot). Das sind alle Farben, die wir sehen können.
- Infrarot (IR): Wellenlängen über . Diese Strahlung ist ebenfalls unsichtbar. Wir spüren sie jedoch als Wärme.

Alltagsbezug: Eine klassische Glühlampe leuchtet zwar, aber sie ist eigentlich ein sehr schlechter Lichtmacher. Warum? Weil sie den allergrößten Teil ihrer Energie im unsichtbaren Infrarotbereich (über ) abgibt. Diese Energie geht als reine Wärme an die Umgebung verloren. Nur ein kleiner Teil wird als sichtbares Licht ausgestrahlt.
Aufgabentyp 2: Wiensches Verschiebungsgesetz anwenden
Jeder Gegenstand, der eine Temperatur hat, strahlt Energie ab. In der Physik nutzen wir oft das Modell des Schwarzen Körpers – das ist ein idealisierter Gegenstand, der Strahlung perfekt aufnimmt und abhängig von seiner Temperatur wieder abgibt.
Wenn ein Körper wärmer wird, strahlt er nicht nur insgesamt mehr Energie ab, sondern die Farbe seines hellsten Lichts verändert sich. Das beschreibt das Wiensche Verschiebungsgesetz:
- Kühlt ein Körper ab, verschiebt sich seine stärkste Strahlung zu längeren Wellenlängen (Richtung Rot und Infrarot).
- Erwärmt sich ein Körper, verschiebt sich seine stärkste Strahlung zu kürzeren Wellenlängen (Richtung Blau und UV).

Wir können genau berechnen, bei welcher Wellenlänge () der Körper am stärksten strahlt. Die Formel lautet:
- ist die Wellenlänge mit der höchsten Strahlungsleistung (in Mikrometern, ).
- ist eine feste Konstante.
- ist die absolute Temperatur des Körpers (in Kelvin, ).
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Identifiziere gegebene und gesuchte Werte: Lies die Aufgabe genau und prüfe, ob Temperatur oder Wellenlänge gesucht ist.
- Passe die Einheiten an: Rechne Celsius in Kelvin () und Nanometer in Mikrometer () um.
- Stelle die Formel auf: Nutze die Gleichung und setze die Werte ein.
- Löse nach der Unbekannten auf: Berechne das Ergebnis und achte darauf, dass sich die Einheiten korrekt wegkürzen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein gesunder Mensch hat eine Körpertemperatur von etwa 37 \, ^\circ\text{C}. Berechne die Wellenlänge , bei der der menschliche Körper die meiste Strahlung abgibt. In welchem Bereich des Spektrums liegt diese Strahlung?
- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte identifizieren
Gegeben: Temperatur T = 37 \, ^\circ\text{C} Gesucht: Wellenlänge
- Schritt 2Einheiten anpassen
Wir müssen Celsius in Kelvin umrechnen:
- Schritt 3Formel aufstellen und Werte einsetzen
- Schritt 4 · ErgebnisNach der Unbekannten auflösen
Das kürzt sich oben und unten weg:
Um zu wissen, welcher Bereich das ist, rechnen wir in Nanometer um ():
Der menschliche Körper strahlt am stärksten bei einer Wellenlänge von (oder ). Da dieser Wert weit über liegt, befindet sich die Strahlung im unsichtbaren Infrarotbereich (Wärmestrahlung). Realitätscheck: Das macht Sinn! Wir leuchten nicht im Dunkeln, aber Wärmebildkameras können unsere Infrarotstrahlung sehen.
Quiz zu Wiensches Verschiebungsgesetz: Teste dein Wissen
Löse eine kostenlose Quizfrage zu Wiensches Verschiebungsgesetz und prüfe, ob du die wichtigsten Schritte verstanden hast.
Quizfrage 1 zu Wiensches Verschiebungsgesetz
Wie viel Kelvin entsprechen einer Temperatur von 20 \, ^\circ\text{C}?
Quizfrage 2 zu Wiensches Verschiebungsgesetz
Nur mit AccountWarum gilt eine klassische Glühlampe als sehr schlechter Lichtmacher?
Übungsaufgabe zu Wiensches Verschiebungsgesetz
Nur mit AccountBeispiel 2
Die Sonne strahlt das meiste Licht bei einer Wellenlänge von etwa ab (das entspricht einem blau-grünen Licht, auch wenn die Sonne für uns weiß-gelb aussieht). Berechne die Oberflächentemperatur der Sonne in Kelvin.
- Schritt 1Gegebene und gesuchte Werte identifizieren
Gegeben: Wellenlänge Gesucht: Temperatur
- Schritt 2Einheiten anpassen
Die Konstante in der Formel nutzt Mikrometer (). Wir müssen also die Nanometer umrechnen:
- Schritt 3Formel aufstellen und Werte einsetzen
- Schritt 4 · ErgebnisNach der Unbekannten auflösen
Wir multiplizieren beide Seiten mit :
Nun teilen wir durch :
Die Einheit kürzt sich weg:
Die Oberflächentemperatur der Sonne beträgt etwa .
Wichtige Erkenntnisse
- Sichtbares Licht liegt zwischen und .
- Strahlung unter ist Ultraviolett (UV), Strahlung über ist Infrarot (IR) (Wärmestrahlung).
- Eine Glühlampe gibt die meiste Energie als unsichtbare Infrarotstrahlung ab.
- Wiensches Verschiebungsgesetz: Je heißer ein Körper ist, desto weiter verschiebt sich seine stärkste Strahlung zu kürzeren Wellenlängen.
- Achte bei der Formel immer darauf, dass die Temperatur in Kelvin und die Wellenlänge in Mikrometern () steht!
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Häufige Fragen
Was ist das Wiensche Verschiebungsgesetz?
Das Wiensche Verschiebungsgesetz beschreibt, wie sich die Farbe der stärksten Lichtabstrahlung eines Körpers mit seiner Temperatur verändert. Je heißer ein Körper wird, desto weiter verschiebt sich seine stärkste Strahlung zu kürzeren Wellenlängen, also von Rot in Richtung Blau oder Ultraviolett.
Was ist das elektromagnetische Spektrum?
Das elektromagnetische Spektrum umfasst alle Arten von Lichtwellen, geordnet nach ihrer Wellenlänge. Es reicht von unsichtbarer, energiereicher Strahlung wie Ultraviolett (UV) über das für uns sichtbare Licht (Violett bis Rot) bis hin zu langwelliger Infrarotstrahlung (Wärme).
Wie rechne ich Celsius in Kelvin um?
Um eine Temperatur von Grad Celsius in die absolute Temperatur Kelvin umzurechnen, addierst du einfach den Wert 273.15. Eine Temperatur von 20 °C entspricht also 293.15 K. Diese Umrechnung ist für viele physikalische Formeln zwingend notwendig.
Warum leuchtet eine Glühlampe schlecht?
Eine klassische Glühlampe ist ein schlechter Lichtmacher, weil sie den Großteil ihrer Energie im unsichtbaren Infrarotbereich (über 750 nm) abgibt. Diese Energie spüren wir nur als Wärme, während nur ein kleiner Bruchteil als sichtbares Licht abgestrahlt wird.
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