Strahlungsgesetze des schwarzen Körpers einfach erklärt
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Hast du schon einmal gesehen, wie ein Schmied ein Stück Eisen erhitzt? Zuerst spürst du nur die Hitze, dann beginnt das Metall tiefrot zu glühen und schließlich leuchtet es blendend weiß.

Warum ändert das Eisen seine Farbe und warum wird die Hitze plötzlich so extrem? Die Antwort liegt in den Gesetzen der Wärmestrahlung. In diesem Artikel lernst du, wie man die enorme Strahlungsleistung heißer Objekte berechnet und warum Sterne in unterschiedlichen Farben leuchten!
Vorwissen
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Absolute Temperatur (Kelvin): Die wissenschaftliche Temperaturskala beginnt beim absoluten Nullpunkt.
Formel:
Beispiel: Eine Raumtemperatur von entspricht .
-
Elektromagnetisches Spektrum: Licht ist eine Welle. Die Farbe hängt von der Wellenlänge ab.
Beispiel: Sichtbares Licht liegt etwa zwischen (Violett) und (Rot). Infrarotstrahlung (Wärme) hat größere Wellenlängen.
Aufgabentyp 1: Das Stefan-Boltzmann-Gesetz
Ein idealer schwarzer Körper ist ein Objekt, das alle auftreffende Strahlung schluckt (absorbiert) und bei Erhitzung die maximal mögliche Wärmestrahlung abgibt. Ein gutes Modell dafür ist ein Hohlraum mit einer winzigen Öffnung.

Wenn dieser Körper erhitzt wird, strahlt er Energie ab. Das Stefan-Boltzmann-Gesetz beschreibt, wie die abgestrahlte Leistung (in Watt) von der absoluten Temperatur (in Kelvin) abhängt. Die Regel lautet: Die Leistung steigt extrem schnell an, nämlich mit der vierten Potenz der Temperatur!
Formel:
Dabei ist die Oberfläche und (Sigma) die Stefan-Boltzmann-Konstante. Um dieses Gesetz im Experiment zu überprüfen, misst man und . Wenn man den Quotienten berechnet, muss das Ergebnis für alle Messungen konstant sein.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Messwerte erfassen: Notiere die gemessene Strahlungsleistung und die Temperatur.
- Temperatur in Kelvin umrechnen: Falls die Temperatur in Celsius gegeben ist, addiere .
- Quotienten berechnen: Berechne für jedes Messwertpaar den Wert .
- Konstanz prüfen: Vergleiche die Ergebnisse. Sind sie (im Rahmen der Messgenauigkeit) gleich, ist das Gesetz bestätigt.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Ofen mit einer winzigen Öffnung von verhält sich wie ein schwarzer Körper. Bei einer Temperatur von wird eine Strahlungsleistung von gemessen. Bei sind es . Zeige, dass der Quotient konstant ist, und berechne daraus die Stefan-Boltzmann-Konstante .
- Schritt 1Messwerte erfassen
Messung 1: , Messung 2: ,
- Schritt 2Temperatur in Kelvin umrechnen
Die Temperaturen sind bereits in Kelvin gegeben.
- Schritt 3Quotienten berechnen
Für Messung 1:
Für Messung 2:
- Schritt 4Konstanz prüfen
Beide Quotienten sind exakt gleich. Das Gesetz ist bestätigt!
- Schritt 5 · ErgebnisKonstante berechnen
Wir wissen, dass . Umgestellt nach : Da wir schon berechnet haben, teilen wir das Ergebnis nur noch durch die Fläche :
Der Quotient ist konstant, und die Stefan-Boltzmann-Konstante beträgt .
Aufgabentyp 2: Das Wiensche Verschiebungsgesetz
Warum ändert glühendes Eisen seine Farbe von Rot zu Weiß? Das erklärt das Wiensche Verschiebungsgesetz. Es besagt: Je heißer ein Körper ist, desto kürzer ist die Wellenlänge , bei der er die meiste Strahlung abgibt.

Die Formel lautet:
Dabei ist die Wiensche Verschiebungskonstante (). Wenn die Temperatur steigt, muss kleiner werden, damit das Produkt konstant bleibt. So verschiebt sich die Hauptstrahlung von langwelligem Infrarot über Rot bis hin zu kurzwelligem Blau oder UV-Licht. Reale Strahler (wie Wolfram in einer Glühlampe) weichen oft minimal von dieser idealen Konstanten ab.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Temperatur in Kelvin ermitteln: Stelle sicher, dass die Temperatur in Kelvin gegeben ist.
- Formel umstellen: Nutze das Wiensche Verschiebungsgesetz und stelle es nach der Wellenlänge um: .
- Wellenlänge berechnen: Setze und ein.
- Spektralbereich zuordnen: Vergleiche das Ergebnis mit dem elektromagnetischen Spektrum (z.B. Sichtbares Licht: bis ).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Der Stern Sirius hat eine Oberflächentemperatur von etwa . Berechne die Wellenlänge , bei der Sirius die maximale Leistung abstrahlt, und ordne sie dem passenden Spektralbereich zu.
- Schritt 1Temperatur in Kelvin ermitteln
Gegeben ist .
- Schritt 2Formel umstellen
- Schritt 3Wellenlänge berechnen
Um das besser lesen zu können, rechnen wir in Nanometer () um ():
- Schritt 4 · ErgebnisSpektralbereich zuordnen
Sichtbares Licht beginnt erst bei ca. (Violett). Da kleiner (also kurzwelliger) als ist, liegt diese Strahlung im ultravioletten Bereich (UV-Strahlung).
Die maximale Wellenlänge beträgt . Diese Strahlung liegt im UV-Bereich. (Reality Check: Sehr heiße Sterne leuchten bläulich-weiß und strahlen viel unsichtbare UV-Strahlung ab. Das Ergebnis ist physikalisch sinnvoll.)
Aufgabentyp 3: Reale Strahler im Vergleich zum schwarzen Körper
In der Realität ist kein Material ein perfekter schwarzer Körper. Reale Strahler, wie der Wolframdraht in einer alten Glühlampe, strahlen bei gleicher Temperatur immer etwas weniger Energie ab.

Wenn wir ein Diagramm zeichnen, das die Strahlungsleistung für jede einzelne Wellenlänge zeigt, erhalten wir eine Kurve. Die gesamte Fläche unter dieser Kurve entspricht der gesamten abgestrahlten Leistung (das ist das Prinzip der Integralrechnung).
Da die Kurve des realen Strahlers immer unter der Kurve des idealen schwarzen Körpers liegt, ist auch seine Fläche kleiner. Wenn wir die Fläche des realen Strahlers durch die Fläche des schwarzen Körpers teilen, erhalten wir den Gesamtabsorptionsgrad (auch Emissionsgrad genannt). Er gibt an, wie viel Prozent der idealen Leistung der reale Körper tatsächlich abstrahlt.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Ein Diagramm zeigt die Emissionskurven eines schwarzen Körpers und von Wolfram bei auf Kästchenpapier.
Durch Zählen der Kästchen unter den Kurven schätzt du ab: Die Fläche unter der Kurve des schwarzen Körpers beträgt ca. Kästchen. Die Fläche unter der Wolfram-Kurve beträgt ca. Kästchen. Berechne den Gesamtabsorptionsgrad von Wolfram bei dieser Temperatur.

- Schritt 1Flächen identifizieren
Fläche (Schwarzer Körper) = Kästchen Kästchen
- Schritt 2Verhältnis aufstellen
Der Gesamtabsorptionsgrad ist das Verhältnis der beiden Flächen:
- Schritt 3 · ErgebnisBerechnen
Der Gesamtabsorptionsgrad von Wolfram bei beträgt (oder ). Das bedeutet, Wolfram strahlt nur der Leistung eines idealen schwarzen Körpers ab.
Wichtige Erkenntnisse
- Stefan-Boltzmann-Gesetz: Die Strahlungsleistung wächst extrem stark mit der Temperatur ().
- Wiensches Verschiebungsgesetz: Je heißer ein Körper, desto kurzwelliger (bläulicher) ist seine Hauptstrahlung ().
- Fläche unter der Kurve: In einem Strahlungsdiagramm entspricht die Fläche unter der Kurve der gesamten abgestrahlten Leistung.
- Reale Strahler: Sie strahlen immer weniger Energie ab als ein idealer schwarzer Körper bei gleicher Temperatur.
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Häufige Fragen
Was sind die Strahlungsgesetze des schwarzen Körpers?
Die Strahlungsgesetze des schwarzen Körpers beschreiben, wie ein idealisiertes Objekt (der schwarze Körper) Wärmestrahlung abgibt. Ein schwarzer Körper absorbiert alle auftreffende Strahlung komplett und strahlt bei Erhitzung die maximal mögliche Energie ab. Die wichtigsten Gesetze hierzu sind das Stefan-Boltzmann-Gesetz und das Wiensche Verschiebungsgesetz.
Was besagt das Stefan-Boltzmann-Gesetz?
Das Stefan-Boltzmann-Gesetz besagt, dass die abgestrahlte Leistung eines schwarzen Körpers extrem schnell mit seiner Temperatur ansteigt. Genauer gesagt wächst die Leistung mit der vierten Potenz der absoluten Temperatur (P = σ · A · T⁴). Verdoppelt sich die Temperatur, steigt die Strahlungsleistung also um das 16-fache.
Wie funktioniert das Wiensche Verschiebungsgesetz?
Das Wiensche Verschiebungsgesetz erklärt, warum heiße Objekte ihre Farbe ändern. Es besagt: Je heißer ein Körper ist, desto kürzer ist die Wellenlänge, bei der er die meiste Strahlung abgibt. Deshalb leuchtet Eisen erst rot (längere Wellenlänge) und bei stärkerer Hitze weiß oder bläulich (kürzere Wellenlänge).
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