Prinzipien der Interferenz am Doppelspalt einfach erklärt
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Stell dir vor, du wirfst zwei Steine gleichzeitig in einen ruhigen See. Die kreisförmigen Wellen breiten sich aus und treffen aufeinander. An manchen Stellen schaukeln sich die Wellen zu riesigen Bergen auf, an anderen Stellen löschen sie sich gegenseitig aus und das Wasser bleibt völlig flach.

Genau dieses faszinierende Phänomen nennt man Interferenz. In diesem Artikel schauen wir uns die Prinzipien der Interferenz am Doppelspalt an. Wir werden entdecken, dass Licht sich ganz ähnlich verhält wie diese Wasserwellen. Wir klären, was passiert, wenn Licht durch zwei winzige Spalte fällt, und wie wir vorhersagen können, wo es hell und wo es dunkel wird!
Vorwissen
- Wellenlänge (): Der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Wellenbergen. Beispiel: Rotes Licht hat eine Wellenlänge von ca. .
- Huygens'sches Prinzip: Jeder Punkt einer Wellenfront ist der Ausgangspunkt einer neuen, kreisförmigen Elementarwelle. Beispiel: Trifft eine gerade Wasserwelle auf ein kleines Loch in einer Mauer, breitet sie sich dahinter kreisförmig aus.
- Zeigermodell: Ein Pfeil (Zeiger), der den aktuellen Zustand (die Phase) einer Schwingung darstellt. Beispiel: Zeigen zwei Zeiger in die gleiche Richtung, schwingen die Wellen im gleichen Takt (in Phase).
Aufgabentyp 1: Maxima und Minima am Doppelspalt bestimmen
Um die Prinzipien der Interferenz am Doppelspalt zu verstehen, betrachten wir zunächst das Huygens'sche Prinzip. Wenn wir eine Lichtwelle auf eine Blende mit zwei winzigen Schlitzen (den Doppelspalt) schicken, hilft uns das Huygens'sche Prinzip zu verstehen, was passiert.
Sobald die gerade Wellenfront auf die Blende trifft, wird jeder der beiden Spalte zur Quelle einer neuen, kugelförmigen Sekundärwelle (Elementarwelle). Da die ursprüngliche Welle beide Spalte exakt zur gleichen Zeit erreicht, starten die beiden neuen Wellen perfekt im gleichen Takt. Man sagt: Sie schwingen in Phase.

Merksatz: Beim Doppelspaltexperiment verhalten sich die beiden Spalte so, als wären sie zwei reale, perfekt phasengleiche Sender. Dieses Verhalten lässt sich bei Wasserwellen, Ultraschall und eben auch bei Licht beobachten.
Die beiden Wellen aus den Spalten reisen nun weiter zu einem Schirm. Je nachdem, welchen Punkt auf dem Schirm wir betrachten, hat eine Welle einen etwas längeren Weg zurückgelegt als die andere. Diesen Längenunterschied der Wege nennt man Gangunterschied ().
Ob es auf dem Schirm hell oder dunkel wird, hängt davon ab, wie der Gangunterschied im Verhältnis zur Wellenlänge () steht.
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Maximum (Konstruktive Interferenz - Hell): Ein Maximum entsteht, wenn der Gangunterschied ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge ist (z. B. , , ). Die Wellen kommen im gleichen Takt an. Im Zeigermodell zeigen die Zeiger beider Wellen in dieselbe Richtung (sie sind in Phase) und addieren sich zu einer maximalen Gesamtlänge. Das 0. Maximum liegt genau in der Mitte (), das 1. Maximum bei .
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Minimum (Destruktive Interferenz - Dunkel): Ein Minimum entsteht, wenn der Gangunterschied ein ungerades Vielfaches der halben Wellenlänge ist (z. B. , ). Die Wellen kommen genau versetzt an. Im Zeigermodell zeigen die Zeiger in entgegengesetzte Richtungen (Gegenphase, 180° verschoben) und heben sich gegenseitig auf. Das 1. Minimum liegt bei (oder ).

Dass wir dieses Experiment überhaupt mit Licht durchführen können, ist der ultimative Beweis dafür, dass Licht Welleneigenschaften besitzt. Aber warum benutzen wir im Physikraum dafür immer einen Laser und keine normale Taschenlampe oder LED? Um ein stabiles, sichtbares Muster aus hellen und dunklen Streifen zu erhalten, müssen die Lichtwellen extrem geordnet sein. Sie müssen eine konstante Phasenbeziehung zueinander haben – wie Tänzer, die perfekt im Takt bleiben. Diese Eigenschaft nennt man Kohärenz.

Normale Lampen senden ein chaotisches Durcheinander von kurzen Wellen aus. Ein Laser hingegen sendet eine einzige, ununterbrochene und perfekt geordnete (kohärente) Welle aus.
Merksatz: Interferenzerscheinungen beim Doppelspaltexperiment können mit Licht beobachtet werden, vorausgesetzt man nutzt eine kohärente Lichtquelle (wie einen Laser) und die Spaltbreite sowie der Spaltabstand sind klein genug.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte identifizieren: Notiere die Wellenlänge () und den Gangunterschied ().
- Verhältnis berechnen: Teile den Gangunterschied durch die Wellenlänge: .
- Ergebnis interpretieren: Ist das Ergebnis eine ganze Zahl (0, 1, 2, 3...)? Es ist ein Maximum (konstruktive Interferenz). Ist das Ergebnis eine Zahl mit ,5 (0.5, 1.5, 2.5...)? Es ist ein Minimum (destruktive Interferenz).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 0
In einem Doppelspaltexperiment wird Licht mit einer Wellenlänge von verwendet. An einem bestimmten Punkt auf dem Schirm beträgt der Gangunterschied der beiden Wellen . Bestimme, ob an diesem Punkt ein Maximum (hell) oder ein Minimum (dunkel) entsteht.

- Schritt 1Werte identifizieren
Wellenlänge () = Gangunterschied () =
- Schritt 2Verhältnis berechnen
Wir teilen den Gangunterschied durch die Wellenlänge:
- Schritt 3 · ErgebnisErgebnis interpretieren
Das Ergebnis ist . Da dies keine ganze Zahl ist, sondern auf ,5 endet (ein ungerades Vielfaches der halben Wellenlänge), entsteht an diesem Punkt ein Minimum (destruktive Interferenz). Es ist dort dunkel.
An diesem Punkt entsteht ein Minimum (destruktive Interferenz). Ein Gangunterschied von bedeutet, dass die zweite Welle genau zweieinhalb Wellenlängen hinterherhinkt. Dadurch trifft ein Wellenberg der einen Welle exakt auf ein Wellental der anderen Welle, was zur Auslöschung führt.
Wichtige Erkenntnisse
- Nach dem Huygens'schen Prinzip wirken die beiden Spalte wie zwei perfekt im Takt schwingende (phasengleiche) Sender.
- Ein Maximum (hell) entsteht, wenn der Gangunterschied ein ganzzahliges Vielfaches der Wellenlänge ist (). Die Zeiger sind in Phase.
- Ein Minimum (dunkel) entsteht, wenn der Gangunterschied ein ungerades Vielfaches der halben Wellenlänge ist. Die Zeiger sind in Gegenphase.
- Für das Experiment benötigt man kohärentes Licht (z. B. einen Laser), damit die Wellen geordnet und im Takt bleiben.
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Häufige Fragen
Was sind die Prinzipien der Interferenz am Doppelspalt?
Die Prinzipien der Interferenz am Doppelspalt beschreiben, wie sich Lichtwellen überlagern. Nach dem Huygens'schen Prinzip wirken die beiden Spalte wie zwei phasengleiche Sender. Treffen die Wellenberge aufeinander, verstärken sie sich zu einem Maximum (hell). Treffen Wellenberg und Wellental aufeinander, löschen sie sich zu einem Minimum (dunkel) aus.
Wie berechnet man Maxima und Minima am Doppelspalt?
Du teilst den Gangunterschied durch die Wellenlänge. Ist das Ergebnis eine ganze Zahl (z. B. 1, 2, 3), entsteht ein Maximum durch konstruktive Interferenz. Ist das Ergebnis eine Zahl mit ,5 (z. B. 0,5 oder 1,5), entsteht ein Minimum durch destruktive Interferenz.
Warum braucht man für das Doppelspaltexperiment einen Laser?
Ein Laser erzeugt kohärentes Licht. Das bedeutet, die Lichtwellen sind extrem geordnet und haben eine konstante Phasenbeziehung zueinander. Nur mit solchen geordneten Wellen entsteht ein stabiles und sichtbares Interferenzmuster aus hellen und dunklen Streifen auf dem Schirm.
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