Der photoelektrische Effekt einfach erklärt: Photonen & Formel

Lerne alles über den photoelektrischen Effekt und Photonen. Wir erklären dir die Einstein-Gleichung Schritt für Schritt mit einem durchgerechneten Beispiel.

📅 Aktualisiert 29. August 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Der photoelektrische Effekt einfach erklärt: Photonen & Formel

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Student thinking

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Solarzelle wandelt Sonnenlicht um
Solarzelle wandelt Sonnenlicht um

Die Antwort liegt in einem faszinierenden Phänomen: Der photoelektrische Effekt zeigt, dass Licht nicht nur eine sanfte Welle ist, sondern sich wie ein Hagel aus winzigen Energie-Geschossen, den Photonen, verhalten kann! Wenn diese Geschosse auf ein Metall treffen, können sie Elektronen wie beim Billard aus dem Material herausschießen. In diesem Artikel lernst du den photoelektrischen Effekt kennen und erfährst, wie man mit einer berühmten Gleichung von Albert Einstein genau berechnen kann, wie schnell diese Elektronen davonfliegen.

Vorwissen

  • Energieerhaltung: Energie kann weder erschaffen noch vernichtet, sondern nur umgewandelt werden. Beispiel: Die chemische Energie in einer Batterie wird in Lichtenergie einer Taschenlampe umgewandelt.
  • Kinetische Energie (EkinE_{\text{kin}}): Die Energie der Bewegung. Formel: Ekin=12mv2E_{\text{kin}} = \frac{1}{2} \cdot m \cdot v^2 Beispiel: Ein fahrendes Auto hat kinetische Energie, weil es sich bewegt.
  • Frequenz (ff): Gibt an, wie viele Schwingungen eine Welle pro Sekunde macht. Die Einheit ist Hertz (Hz\text{Hz}). Beispiel: Ein Radiosender sendet Wellen mit einer bestimmten Frequenz aus.

Aufgabentyp 1: Der photoelektrische Effekt und die Einstein-Gleichung

Wenn man bestimmtes Licht auf eine Metallplatte strahlt, fliegen plötzlich Elektronen aus dem Metall heraus. Dieses Phänomen nennt man den photoelektrischen Effekt. Lange Zeit war das ein Rätsel, denn man dachte, Licht sei nur eine kontinuierliche Welle.

Albert Einstein löste dieses Rätsel mit einer genialen Idee: Das Photonenmodell. Er schlug vor, dass Licht aus einem Strom von winzigen Teilchen besteht, den sogenannten Photonen. Jedes Photon trägt eine ganz bestimmte Menge an Energie. Diese Energie hängt nur von der Frequenz des Lichts ab: Je höher die Frequenz (also je „blauer“ das Licht), desto mehr Energie hat das einzelne Photon.

Die Energie eines Photons berechnet sich so:

EPhot=hf\textcolor{#FFCE51}{E_{\text{Phot}}} = \textcolor{#FFCE51}{h \cdot f}

Dabei ist hh das Plancksche Wirkungsquantum (eine feste Naturkonstante, h6,631034 Jsh \approx 6{,}63 \cdot 10^{-34} \text{ Js}) und ff die Frequenz des Lichts.

Was passiert nun im Metall?

Stell dir vor, ein Photon trifft auf ein Elektron im Metall. Das Photon gibt seine gesamte Energie auf einen Schlag an das Elektron ab und verschwindet dabei. Das Elektron möchte nun aus dem Metall entkommen. Dafür muss es aber eine Art „Klebstoff“ überwinden, der es im Metall festhält. Diese benötigte Mindestenergie nennt man die Austrittsarbeit (WAW_A).

Photon trifft auf Elektron
Photon trifft auf Elektron

Wenn das Photon genug Energie hatte, nutzt das Elektron einen Teil davon, um sich zu befreien (Austrittsarbeit). Der ganze Rest der Energie wird zur Bewegungsenergie des Elektrons, also zu seiner maximalen kinetischen Energie (EkinE_{\text{kin}}). Solche herausgeschlagenen Elektronen nennt man auch emittierte Elektronen.

Das ist reine Energieerhaltung! Einstein hat das in seiner berühmten Einstein-Gleichung (auch Lichtelektrische Gleichung genannt) zusammengefasst:

hf=Ekin+WA\textcolor{#FFCE51}{h \cdot f} = \textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} + \textcolor{#CE5331}{W_A}

In Worten: Die Energie des einfallenden Photons entspricht der Bewegungsenergie des Elektrons plus der Energie, die für das Verlassen des Metalls nötig war.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Gegebene und gesuchte Werte identifizieren: Notiere dir die Frequenz (ff), die Austrittsarbeit (WAW_A) oder die kinetische Energie (EkinE_{\text{kin}}). Notiere auch die Konstante h=6,631034 Jsh = 6{,}63 \cdot 10^{-34} \text{ Js}.
  2. Die Gleichung aufstellen: Schreibe die Einstein-Gleichung auf: hf=Ekin+WAh \cdot f = E_{\text{kin}} + W_A.
  3. Nach der gesuchten Größe umstellen: Wenn du die kinetische Energie suchst, ziehe die Austrittsarbeit auf beiden Seiten ab: Ekin=hfWAE_{\text{kin}} = h \cdot f - W_A.
  4. Werte einsetzen und ausrechnen: Setze die Zahlen mit ihren Einheiten ein. Achte darauf, dass alle Energien in der Einheit Joule (J\text{J}) stehen. Berechne das Endergebnis.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Licht mit einer Frequenz von f=1,01015 Hzf = 1{,}0 \cdot 10^{15} \text{ Hz} fällt auf eine Kalium-Metallplatte. Die Austrittsarbeit von Kalium beträgt WA=3,61019 JW_A = 3{,}6 \cdot 10^{-19} \text{ J}. Berechne die maximale kinetische Energie der herausgeschlagenen Elektronen. Verwende für das Plancksche Wirkungsquantum h=6,631034 Jsh = 6{,}63 \cdot 10^{-34} \text{ Js}.

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Gegebene und gesuchte Werte identifizieren

    Gegeben: Frequenz f=1,01015 Hzf = 1{,}0 \cdot 10^{15} \text{ Hz} (Hinweis: Hz\text{Hz} ist dasselbe wie 1/s1/\text{s}) Austrittsarbeit WA=3,61019 J\textcolor{#CE5331}{W_A} = \textcolor{#CE5331}{3{,}6 \cdot 10^{-19} \text{ J}} Planck-Konstante h=6,631034 Jsh = 6{,}63 \cdot 10^{-34} \text{ Js} Gesucht: Kinetische Energie Ekin=?\textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} = ?

  2. Schritt 2
    Die Gleichung aufstellen

    Die Einstein-Gleichung lautet: hf=Ekin+WA\textcolor{#FFCE51}{h \cdot f} = \textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} + \textcolor{#CE5331}{W_A}

  3. Schritt 3
    Nach der gesuchten Größe umstellen

    Wir suchen Ekin\textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}}, also ziehen wir WA\textcolor{#CE5331}{W_A} auf beiden Seiten ab: Ekin=hfWA\textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} = \textcolor{#FFCE51}{h \cdot f} - \textcolor{#CE5331}{W_A}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Werte einsetzen und ausrechnen

    Zuerst berechnen wir die Energie des Photons (hf\textcolor{#FFCE51}{h \cdot f}): EPhot=6,631034 Js1,010151s\textcolor{#FFCE51}{E_{\text{Phot}}} = 6{,}63 \cdot 10^{-34} \text{ Js} \cdot 1{,}0 \cdot 10^{15} \frac{1}{\text{s}} EPhot=6,631019 J\textcolor{#FFCE51}{E_{\text{Phot}}} = \textcolor{#FFCE51}{6{,}63 \cdot 10^{-19} \text{ J}} Nun setzen wir alles in die umgestellte Gleichung ein: Ekin=6,631019 J3,61019 J\textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} = \textcolor{#FFCE51}{6{,}63 \cdot 10^{-19} \text{ J}} - \textcolor{#CE5331}{3{,}6 \cdot 10^{-19} \text{ J}} Ekin=3,031019 J\textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} = \textcolor{#08BFFF}{3{,}03 \cdot 10^{-19} \text{ J}}

Ergebnis:

Die maximale kinetische Energie der herausgeschlagenen Elektronen beträgt 3,031019 J\textcolor{#08BFFF}{3{,}03 \cdot 10^{-19} \text{ J}}. (Realitätscheck: Die Einheit ist Joule (J\text{J}), was für Energie korrekt ist. Der Wert ist extrem klein, was für einzelne Elektronen physikalisch absolut sinnvoll ist.)


Wichtige Erkenntnisse

  • Photoelektrischer Effekt: Licht kann Elektronen aus einer Metalloberfläche herausschlagen.
  • Photonenmodell: Licht besteht aus Energieteilchen (Photonen). Die Energie eines Photons hängt von seiner Frequenz ab: E=hfE = h \cdot f.
  • Einstein-Gleichung: Die Energie des Photons teilt sich auf. Ein Teil wird benötigt, um das Elektron zu befreien (Austrittsarbeit), der Rest wird zur Bewegungsenergie: hf=Ekin+WA\textcolor{#FFCE51}{h \cdot f} = \textcolor{#08BFFF}{E_{\text{kin}}} + \textcolor{#CE5331}{W_A}.

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Häufige Fragen

Was ist der photoelektrische Effekt?

Der photoelektrische Effekt (oder Photoeffekt) beschreibt das Phänomen, dass Licht Elektronen aus einer Metalloberfläche herausschlagen kann. Dies geschieht, wenn das einfallende Licht eine ausreichend hohe Frequenz besitzt, um die Elektronen aus ihrer Bindung im Metall zu lösen. Lange Zeit war das ein Rätsel, bis Albert Einstein es mit dem Photonenmodell erklärte, wofür er den Nobelpreis erhielt.

Was sind Photonen?

Photonen sind die winzigen Energie-Teilchen, aus denen Licht besteht. Nach dem Photonenmodell von Albert Einstein ist Licht keine rein kontinuierliche Welle, sondern ein Strom aus diesen Geschossen. Die Energie eines einzelnen Photons hängt nur von seiner Frequenz ab: Je höher die Frequenz (also je blauer das Licht), desto mehr Energie trägt das Photon in sich.

Wie lautet die Einstein-Gleichung für den photoelektrischen Effekt?

Die Einstein-Gleichung (auch lichtelektrische Gleichung) lautet h · f = E_kin + W_A. Sie besagt, dass die Energie des einfallenden Photons (h · f) exakt der Summe aus der maximalen kinetischen Energie des herausgeschlagenen Elektrons (E_kin) und der benötigten Austrittsarbeit (W_A) entspricht. Das ist ein perfektes Beispiel für die Energieerhaltung in der Quantenphysik.

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