Experimentelle Bestimmungen der Planck-Konstante: Erklärung

Lerne, wie du die Planck-Konstante experimentell bestimmen kannst. Einfache Erklärungen zur LED-Methode und Gegenfeldmethode mit durchgerechneten Beispielen.

📅 Aktualisiert 29. August 20265 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Experimentelle Bestimmungen der Planck-Konstante: Erklärung

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Student thinking

Hast du dich jemals gefragt, wie Physiker winzige Naturkonstanten messen, die das gesamte Universum zusammenhalten? Die experimentelle Bestimmung der Planck-Konstante ist ein faszinierendes Thema in der Physik. Du brauchst dafür keinen riesigen Teilchenbeschleuniger – eine einfache Leuchtdiode (LED) aus einer Lichterkette reicht oft schon aus! In diesem Artikel lernen wir, wie wir mit zwei genialen Experimenten das Plancksche Wirkungsquantum hh bestimmen können. Wir schauen uns an, wie LEDs und spezielle Vakuumröhren uns einen direkten Blick in die verrückte Welt der Quantenphysik ermöglichen.

Leuchtdiode und Quantenphysik
Leuchtdiode und Quantenphysik

Vorwissen

  • Photonenenergie: Die Energie eines Lichtteilchens hängt von seiner Frequenz ab. Formel: E=hfE = h \cdot f Beispiel: Ein Photon von blauem Licht hat eine höhere Frequenz und damit mehr Energie als ein rotes Photon.
  • Wellengleichung: Verknüpft Lichtgeschwindigkeit, Wellenlänge und Frequenz. Formel: c=λfc = \lambda \cdot f Beispiel: Wenn du die Wellenlänge λ\lambda kennst, kannst du die Frequenz ff berechnen.
  • Elektrische Energie: Die Energie, die ein Elektron in einem elektrischen Feld gewinnt oder verliert. Formel: Eelektr=eUE_{elektr} = e \cdot U Beispiel: Ein Elektron, das eine Spannung von 2 V2 \text{ V} durchläuft, erhält eine bestimmte Energiemenge.
  • Photoelektrischer Effekt: Licht schlägt Elektronen aus einem Metall. Formel: Ekin=hfWAE_{kin} = h \cdot f - W_A Beispiel: Die Energie des Photons (hfh \cdot f) wird genutzt, um das Elektron zu befreien (WAW_A), der Rest wird zur Bewegungsenergie (EkinE_{kin}).

Aufgabentyp 1: Umkehrung des photoelektrischen Effekts mit LEDs

Beim photoelektrischen Effekt trifft Licht auf ein Metall und schlägt Elektronen heraus. In einer Leuchtdiode (LED) passiert genau das Gegenteil! Ein Elektron fällt von einem hohen Energiezustand in einen niedrigeren. Die Energie, die es dabei verliert, verschwindet nicht, sondern wird als Lichtteilchen (Photon) ausgesendet.

Energieniveau in einer LED
Energieniveau in einer LED

Damit die LED überhaupt leuchtet, müssen wir die Elektronen mit einer elektrischen Spannung quasi "anschieben". Die minimale Spannung, bei der die LED gerade anfängt zu leuchten, nennen wir Schwellenspannung (USU_S).

Genau an diesem Punkt entspricht die hineingesteckte elektrische Energie exakt der Energie des ausgesendeten Photons:

eUS=hf\textcolor{#9570FF}{e \cdot U_S} = \textcolor{#08BFFF}{h \cdot f}

Wenn wir nun LEDs in verschiedenen Farben (also mit verschiedenen Frequenzen ff) nehmen und ihre Schwellenspannung messen, können wir die Werte in ein Diagramm eintragen. Tragen wir die elektrische Energie auf der y-Achse und die Frequenz auf der x-Achse auf, erhalten wir eine gerade Linie. Die Steigung dieser Linie ist genau das Plancksche Wirkungsquantum hh!

Bestimmung von h mit LEDs

Zweck: Messung der Schwellenspannung verschiedenfarbiger LEDs zur Bestimmung der Planck-Konstante.

Materialien: Regelbare Spannungsquelle, Voltmeter, verschiedene LEDs (z. B. rot, grün, blau), Kabel.

Durchführung:

  1. Schließe eine LED an die Spannungsquelle an und schalte das Voltmeter parallel zur LED.
  2. Erhöhe die Spannung langsam von 0 V0 \text{ V} an aufwärts.
  3. Beobachte die LED genau. Sobald sie ganz schwach zu leuchten beginnt, notiere die angezeigte Spannung (das ist USU_S).
  4. Wiederhole den Vorgang für die anderen LEDs.
Schaltplan für das LED-Experiment
Schaltplan für das LED-Experiment

Beobachtung: Die rote LED beginnt schon bei einer niedrigen Spannung zu leuchten. Die grüne LED braucht mehr Spannung, und die blaue LED benötigt die höchste Spannung.

Erklärung: Blaues Licht hat eine höhere Frequenz als rotes Licht. Ein blaues Photon hat also mehr Energie. Daher müssen wir dem Elektron vorher mehr elektrische Energie (eine höhere Spannung) zuführen, damit es ein blaues Photon erzeugen kann.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Frequenz bestimmen: Rechne die Wellenlänge λ\lambda mit der Formel f=cλf = \frac{c}{\lambda} in die Frequenz um.
  2. Energien berechnen: Nutze Eelektr=eUSE_{elektr} = e \cdot U_S für das LED-Experiment.
  3. Gleichung aufstellen: Setze die Energien in die Hauptgleichung ein (eUS=hfe \cdot U_S = h \cdot f).
  4. Nach der gesuchten Größe auflösen: Stelle die Gleichung nach der Unbekannten (z. B. hh) um und setze die Zahlenwerte mit Einheiten ein.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 0

Aufgabe

Eine grüne LED (Wellenlänge λ=530 nm\lambda = 530 \text{ nm}) beginnt bei einer Schwellenspannung von US=2.34 VU_S = 2.34 \text{ V} zu leuchten. Berechne daraus das Plancksche Wirkungsquantum hh. (Gegeben: c=3.0108 m/sc = 3.0 \cdot 10^8 \text{ m/s}, e=1.601019 Ce = 1.60 \cdot 10^{-19} \text{ C})

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Frequenz bestimmen

    Wir wandeln zuerst die Wellenlänge in Meter um: 530 nm=530109 m530 \text{ nm} = 530 \cdot 10^{-9} \text{ m}. f=cλ\textcolor{#08BFFF}{f} = \frac{c}{\lambda} f=3.0108 m/s530109 m\textcolor{#08BFFF}{f} = \frac{3.0 \cdot 10^8 \text{ m/s}}{530 \cdot 10^{-9} \text{ m}} f5.661014 Hz\textcolor{#08BFFF}{f} \approx \textcolor{#08BFFF}{5.66 \cdot 10^{14} \text{ Hz}}

  2. Schritt 2
    Energien berechnen

    Wir berechnen die elektrische Energie, die das Elektron abgibt: Eelektr=eUS\textcolor{#9570FF}{E_{elektr}} = e \cdot U_S Eelektr=1.601019 C2.34 V\textcolor{#9570FF}{E_{elektr}} = 1.60 \cdot 10^{-19} \text{ C} \cdot 2.34 \text{ V} Eelektr3.741019 J\textcolor{#9570FF}{E_{elektr}} \approx \textcolor{#9570FF}{3.74 \cdot 10^{-19} \text{ J}}

  3. Schritt 3
    Gleichung aufstellen

    Beim LED-Experiment gilt: Eelektr=hf\textcolor{#9570FF}{E_{elektr}} = h \cdot \textcolor{#08BFFF}{f}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Nach der gesuchten Größe auflösen

    Wir stellen nach hh um: h=Eelektrfh = \frac{\textcolor{#9570FF}{E_{elektr}}}{\textcolor{#08BFFF}{f}} h=3.741019 J5.661014 Hzh = \frac{\textcolor{#9570FF}{3.74 \cdot 10^{-19} \text{ J}}}{\textcolor{#08BFFF}{5.66 \cdot 10^{14} \text{ Hz}}} h6.611034 Jsh \approx 6.61 \cdot 10^{-34} \text{ Js}

Ergebnis:

Das experimentell bestimmte Plancksche Wirkungsquantum beträgt 6.611034 Js6.61 \cdot 10^{-34} \text{ Js}. Der Literaturwert liegt bei etwa 6.631034 Js6.63 \cdot 10^{-34} \text{ Js}. Unser berechneter Wert ist extrem nah dran, das Ergebnis ist also physikalisch sehr sinnvoll.


Aufgabentyp 2: Die Gegenfeldmethode

Wir wissen bereits: Wenn Licht auf eine Metallplatte (Kathode) trifft, schlägt es Elektronen heraus. Diese fliegen zu einer zweiten Platte (Anode) und erzeugen einen Strom. Aber wie schnell sind diese Elektronen?

Stell dir vor, du rollst einen Ball einen Hügel hinauf. Je schneller der Ball am Anfang war, desto höher rollt er, bevor er stehen bleibt und zurückrollt. Wenn du weißt, wie hoch er gekommen ist, kennst du seine Startgeschwindigkeit. Genau diesen Trick nutzen Physiker bei der Gegenfeldmethode.

Aufbau der Gegenfeldmethode
Aufbau der Gegenfeldmethode

Wir legen eine Gegenspannung (UgU_g) an. Diese wirkt wie der Hügel: Sie erzeugt ein elektrisches Feld, das die Elektronen abbremst. Wir erhöhen die Spannung so lange, bis der Strommesser genau null anzeigt. Jetzt haben wir selbst die allerschnellsten Elektronen gestoppt!

Die kinetische Energie, die sie hatten, entspricht nun genau der elektrischen Arbeit, die wir zum Bremsen aufwenden mussten:

Ekin=eUg\textcolor{#53E5D6}{E_{kin}} = e \cdot U_g

Wenn wir dieses Experiment mit verschiedenen Lichtfarben wiederholen, können wir ein Diagramm zeichnen. Wir tragen die kinetische Energie auf der y-Achse und die Frequenz des Lichts auf der x-Achse auf.

E_kin-f-Diagramm der Gegenfeldmethode
E_kin-f-Diagramm der Gegenfeldmethode

Dieses EkinE_{kin}-ff-Diagramm verrät uns drei extrem wichtige Dinge:

  1. Die Steigung: Sie ist bei jedem Metall gleich und entspricht genau dem Planckschen Wirkungsquantum hh.
  2. Der x-Achsenabschnitt: Das ist die Grenzfrequenz (fgrf_{gr}). Licht mit einer geringeren Frequenz hat nicht genug Energie, um überhaupt ein Elektron aus dem Metall zu schlagen.
  3. Der y-Achsenabschnitt: Wenn wir die Linie nach unten verlängern, schneidet sie die y-Achse im Negativen. Dieser Wert ist die Austrittsarbeit (WA-W_A) – also die Energie, die das Elektron bezahlen musste, um das Metall zu verlassen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Frequenz bestimmen: Falls nur die Wellenlänge λ\lambda gegeben ist, rechne sie mit f=cλf = \frac{c}{\lambda} in die Frequenz um.
  2. Energien berechnen: Nutze Ekin=eUgE_{kin} = e \cdot U_g für die Gegenfeldmethode.
  3. Gleichung aufstellen: Setze die Energien in die Hauptgleichung ein (Ekin=hfWAE_{kin} = h \cdot f - W_A).
  4. Nach der gesuchten Größe auflösen: Stelle die Gleichung nach der Unbekannten (z. B. WAW_A) um und setze die Zahlenwerte mit Einheiten ein.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

In einem Fotozellen-Experiment mit der Gegenfeldmethode wird Licht der Frequenz f=1.01015 Hzf = 1.0 \cdot 10^{15} \text{ Hz} verwendet. Der Fotostrom stoppt bei einer Gegenspannung von Ug=2.0 VU_g = 2.0 \text{ V}. Berechne die Austrittsarbeit WAW_A des Kathodenmaterials in Joule. (Gegeben: h=6.631034 Jsh = 6.63 \cdot 10^{-34} \text{ Js}, e=1.601019 Ce = 1.60 \cdot 10^{-19} \text{ C})

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Frequenz bestimmen

    Die Frequenz ist bereits gegeben: f=1.01015 Hz\textcolor{#08BFFF}{f} = \textcolor{#08BFFF}{1.0 \cdot 10^{15} \text{ Hz}}.

  2. Schritt 2
    Energien berechnen

    Wir berechnen die maximale kinetische Energie der Elektronen aus der Gegenspannung: Ekin=eUg\textcolor{#53E5D6}{E_{kin}} = e \cdot U_g Ekin=1.601019 C2.0 V\textcolor{#53E5D6}{E_{kin}} = 1.60 \cdot 10^{-19} \text{ C} \cdot 2.0 \text{ V} Ekin=3.201019 J\textcolor{#53E5D6}{E_{kin}} = \textcolor{#53E5D6}{3.20 \cdot 10^{-19} \text{ J}}

    Nun berechnen wir die Energie der eintreffenden Photonen: EPhoton=hfE_{Photon} = h \cdot \textcolor{#08BFFF}{f} EPhoton=6.631034 Js1.01015 HzE_{Photon} = 6.63 \cdot 10^{-34} \text{ Js} \cdot \textcolor{#08BFFF}{1.0 \cdot 10^{15} \text{ Hz}} EPhoton=6.631019 JE_{Photon} = 6.63 \cdot 10^{-19} \text{ J}

  3. Schritt 3
    Gleichung aufstellen

    Die Einstein-Gleichung für den photoelektrischen Effekt lautet: Ekin=EPhotonWA\textcolor{#53E5D6}{E_{kin}} = E_{Photon} - W_A

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Nach der gesuchten Größe auflösen

    Wir stellen die Gleichung nach der Austrittsarbeit WAW_A um: WA=EPhotonEkinW_A = E_{Photon} - \textcolor{#53E5D6}{E_{kin}} WA=6.631019 J3.201019 JW_A = 6.63 \cdot 10^{-19} \text{ J} - \textcolor{#53E5D6}{3.20 \cdot 10^{-19} \text{ J}} WA=3.431019 JW_A = 3.43 \cdot 10^{-19} \text{ J}

Ergebnis:

Die Austrittsarbeit des Kathodenmaterials beträgt 3.431019 J3.43 \cdot 10^{-19} \text{ J}. Dieser Wert entspricht etwa 2.14 eV2.14 \text{ eV} (Elektronenvolt). Das ist ein typischer und realistischer Wert für Metalle wie Cäsium oder Kalium, die oft in Fotozellen verwendet werden.

Wichtige Erkenntnisse

  • LED-Experiment: Ist die Umkehrung des photoelektrischen Effekts. Elektrische Energie wird in Lichtenergie umgewandelt (eUS=hfe \cdot U_S = h \cdot f).
  • Gegenfeldmethode: Eine Gegenspannung bremst Elektronen ab, um ihre maximale kinetische Energie zu messen (Ekin=eUgE_{kin} = e \cdot U_g).
  • Das EkinE_{kin}-ff-Diagramm:
    • Die Steigung der Geraden ist immer das Plancksche Wirkungsquantum hh.
    • Der Schnittpunkt mit der x-Achse ist die Grenzfrequenz fgrf_{gr}.
    • Der Schnittpunkt mit der y-Achse (im Negativen) ist die Austrittsarbeit WA-W_A.

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Häufige Fragen

Was sind experimentelle Bestimmungen der Planck-Konstante?

Experimentelle Bestimmungen der Planck-Konstante sind Versuche, mit denen Physiker das Plancksche Wirkungsquantum h messen. Zwei der bekanntesten Methoden in der Schule sind das LED-Experiment (Umkehrung des photoelektrischen Effekts) und die Gegenfeldmethode mit einer Fotozelle.

Wie funktioniert die Gegenfeldmethode?

Bei der Gegenfeldmethode wird Licht auf eine Metallplatte gestrahlt, wodurch Elektronen herausgeschlagen werden. Eine angelegte Gegenspannung bremst diese Elektronen ab. Wenn der Strom genau null ist, entspricht die elektrische Bremsenergie exakt der maximalen kinetischen Energie der Elektronen. Daraus lässt sich h berechnen.

Was ist die Schwellenspannung bei einer LED?

Die Schwellenspannung U_S ist die minimale elektrische Spannung, bei der eine LED gerade anfängt zu leuchten. An diesem Punkt entspricht die zugeführte elektrische Energie genau der Energie des ausgesendeten Photons (e · U_S = h · f).

Wie liest man das E_kin-f-Diagramm ab?

Im E_kin-f-Diagramm trägst du die kinetische Energie der Elektronen gegen die Frequenz des Lichts auf. Die Steigung der entstehenden Geraden ist immer das Plancksche Wirkungsquantum h. Der x-Achsenabschnitt zeigt die Grenzfrequenz, und der y-Achsenabschnitt entspricht der negativen Austrittsarbeit.

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