Erzwungene Schwingungen und Eigenfrequenz einfach erklärt
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Stell dir vor, du schubst ein Kind auf einer Schaukel an. Wenn du gar nichts tust, wird die Schaukel nach einer Weile von selbst immer langsamer und bleibt schließlich stehen.

Um das zu verhindern, musst du die Schaukel immer wieder anschubsen. Aber hast du schon einmal bemerkt, dass du genau im richtigen Moment schubsen musst, damit die Schaukel richtig hoch fliegt? Wenn du wild und im falschen Rhythmus schubst, bremst du die Schaukel eher ab. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie erzwungene Schwingungen und Eigenfrequenz zusammenhängen, wie äußere Kräfte eine Schwingung am Leben erhalten und wie du genau berechnen kannst, welchen Rhythmus ein System am liebsten mag!
Vorwissen
- Dämpfung: Der Energieverlust eines schwingenden Systems (meist durch Reibung oder Luftwiderstand), der dazu führt, dass die Schwingung mit der Zeit kleiner wird und stoppt. Beispiel: Ein Pendel, das man loslässt, schwingt nicht ewig, sondern kommt irgendwann zur Ruhe.
- Periodendauer (): Die Zeit in Sekunden, die ein System für eine komplette Hin- und Herbewegung benötigt. Beispiel: Eine Schaukel braucht für einmal vor und zurück.
- Frequenz (): Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde, gemessen in Hertz (). Sie ist der Kehrwert der Periodendauer: . Beispiel: Wenn ein Pendel für eine Schwingung braucht, ist seine Frequenz .
Aufgabentyp 1: Eigenfrequenz eines Feder-Masse-Systems berechnen
Wenn du ein Objekt (wie ein Pendel oder eine Feder) anstößt und dann sich selbst überlässt, führt es eine freie Schwingung aus. Es schwingt ganz natürlich mit seiner eigenen, festen Frequenz. Diese Frequenz nennen wir die Eigenfrequenz (). Wegen der Dämpfung (Reibung) wird die Bewegung jedoch immer kleiner, bis das System stillsteht.
Um die Schwingung am Laufen zu halten, müssen wir von außen kontinuierlich Energie zuführen. Das nennt man eine erzwungene Schwingung.

Bei einer erzwungenen Schwingung gibt es einen äußeren Antrieb (zum Beispiel einen Motor oder deine Hand), der das System in einem bestimmten Rhythmus bewegt. Dieser Antrieb hat seine eigene Erregerfrequenz ().
Das Wichtigste, was du dir merken musst:
- Das System schwingt jetzt nicht mehr mit seiner Eigenfrequenz ().
- Es wird gezwungen, exakt mit der Erregerfrequenz () des Antriebs zu schwingen!
Was ist Resonanz? Stell dir vor, du passt den Rhythmus deines Antriebs genau an das System an. Wenn sich die Erregerfrequenz () der Eigenfrequenz () nähert (), passiert etwas Erstaunliches: Das System nimmt die zugeführte Energie optimal auf. Die Auslenkung (Amplitude) der Schwingung wird plötzlich extrem groß. Dieses Phänomen nennen wir Resonanz.
Jedes schwingende System hat seine eigene Eigenfrequenz (). Bei einem Federpendel (einer Masse, die an einer Feder hängt) hängt diese Frequenz von genau zwei Dingen ab:
- Der Masse (): Ein schwererer Gegenstand ist träger. Er schwingt langsamer.
- Der Federkonstante (): Sie gibt an, wie hart oder weich die Feder ist. Eine sehr harte, straffe Feder zieht den Gegenstand schneller zurück. Er schwingt schneller.

Um die Eigenfrequenz () zu berechnen, gehen wir in zwei Schritten vor. Zuerst berechnen wir die Periodendauer (), also die Zeit für eine ganze Schwingung. Dafür nutzen wir diese Formel:
Sobald wir die Zeit haben, können wir die Frequenz ganz einfach berechnen, indem wir den Kehrwert bilden:
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte notieren und Einheiten prüfen: Schreibe die Masse () und die Federkonstante () aus der Aufgabe auf. Die Masse muss immer in Kilogramm () stehen!
- Periodendauer (T) berechnen: Setze die Werte in die Formel ein. Das Ergebnis ist die Zeit in Sekunden ().
- Eigenfrequenz () berechnen: Teile durch dein Ergebnis aus Schritt 2: . Das Endergebnis ist die Frequenz in Hertz ().
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Alltagsbezug: In der Aufhängung einer Maschine verhält sich ein Bauteil wie ein Federpendel. Die Feder hat eine Federkonstante von . Das daran hängende Bauteil hat eine Masse von . Berechne die Eigenfrequenz dieses Systems.
- Schritt 1Werte notieren und Einheiten prüfen
Gegeben: Federkonstante Masse
Wir müssen die Masse in Kilogramm umrechnen:
- Schritt 2Periodendauer (T) berechnen
Wir setzen die Werte in die Formel ein:
Wir berechnen zuerst den Bruch unter der Wurzel ():
Die Wurzel aus ist :
- Schritt 3 · ErgebnisEigenfrequenz ($f_{0}$) berechnen
Nun berechnen wir die Frequenz als Kehrwert der Periodendauer:
Die Eigenfrequenz des Bauteils beträgt ca. . Ein Wert von knapp unter bedeutet, dass das System etwas weniger als eine volle Schwingung pro Sekunde macht, was für ein mechanisches Bauteil dieser Größe physikalisch absolut sinnvoll ist.
Wichtige Erkenntnisse
- Freie Schwingung: Das System schwingt mit seiner Eigenfrequenz (), wird aber durch Dämpfung immer schwächer.
- Erzwungene Schwingung: Ein äußerer Antrieb führt kontinuierlich Energie zu. Das System schwingt nun zwingend mit der Erregerfrequenz () des Antriebs.
- Resonanz: Wenn die Erregerfrequenz () fast genau der Eigenfrequenz () entspricht, wird die Schwingung extrem stark (maximale Amplitude).
- Formeln für das Federpendel: Zuerst die Zeit berechnen mit , danach die Frequenz mit .
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Häufige Fragen
Was sind erzwungene Schwingungen und Eigenfrequenz?
Eine erzwungene Schwingung entsteht, wenn ein System von außen durch einen Antrieb kontinuierlich mit Energie versorgt wird. Es schwingt dann zwingend mit der sogenannten Erregerfrequenz des Antriebs. Die Eigenfrequenz ist hingegen die natürliche Frequenz, mit der das System schwingen würde, wenn man es nur einmal anstößt und sich selbst überlässt.
Was passiert bei der Resonanz?
Resonanz tritt auf, wenn die Erregerfrequenz des äußeren Antriebs fast genau der Eigenfrequenz des schwingenden Systems entspricht. In diesem Fall nimmt das System die zugeführte Energie optimal auf, und die Auslenkung (Amplitude) der Schwingung wird extrem groß.
Wie berechnet man die Eigenfrequenz eines Federpendels?
Du berechnest zuerst die Periodendauer T mit der Formel T = 2 · π · √(m/D), wobei m die Masse in Kilogramm und D die Federkonstante ist. Anschließend bildest du den Kehrwert, um die Eigenfrequenz zu erhalten: f = 1/T.
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