Aktivität und Halbwertszeit beim radioaktiven Zerfall einfach erklärt
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Stell dir vor, du machst Popcorn in einem Topf. Du weißt ganz sicher, dass die Körner aufplatzen werden, aber du kannst unmöglich vorhersagen, wann ein ganz bestimmtes Korn poppt. Am Anfang poppen sehr viele Körner gleichzeitig, dann wird das Knallen immer seltener.

Genau so verhalten sich radioaktive Atomkerne beim Thema Aktivität und Halbwertszeit beim radioaktiven Zerfall! Wir können nicht vorhersagen, wann ein einzelner Kern zerfällt. Aber wenn wir Milliarden davon haben, wird das Chaos berechenbar. In diesem Artikel lernen wir, wie wir messen können, wie schnell diese Kerne „zerplatzen“ (die Aktivität) und wie lange es dauert, bis die Hälfte von ihnen verschwunden ist (die Halbwertszeit).
Vorwissen
- Instabile Atomkerne: Manche Atomkerne haben zu viel Energie und sind instabil. Beispiel: Ein instabiler Uran-Kern wandelt sich irgendwann spontan um.
- Radioaktiver Zerfall: Der Prozess, bei dem ein instabiler Kern energiereiche Strahlung (Alpha, Beta oder Gamma) aussendet und sich dabei verändert. Beispiel: Ein Geigerzähler knackt, wenn er diese ausgesendete Strahlung registriert.
Aufgabentyp 1: Die Aktivität einer radioaktiven Substanz
Wenn wir ein Stück radioaktives Material haben, zerfallen darin ständig Atomkerne. Um zu beschreiben, wie stark das Material strahlt, nutzen wir die Aktivität. Sie gibt an, wie viele Kerne in einer bestimmten Zeitspanne zerfallen.
Stell dir das Knacken eines Geigerzählers vor: Jedes Knacken bedeutet, dass ein Kern zerfallen ist. Die Aktivität ist quasi die Anzahl der „Knacks“ pro Sekunde.
Wir berechnen die Aktivität mit dieser Formel:
- ist die Anzahl der zerfallenen Kerne. (Die Betragsstriche sorgen dafür, dass die Zahl positiv ist, auch wenn die Anzahl der Kerne abnimmt).
- ist die vergangene Zeit in Sekunden.
Die Einheit der Aktivität heißt Becquerel (Bq).
Wenn ein Material also eine Aktivität von hat, zerfallen dort genau 500 Kerne in jeder einzelnen Sekunde.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Werte identifizieren: Finde im Text heraus, wie viele Kerne zerfallen sind () und wie viel Zeit vergangen ist ().
- Zeit in Sekunden umrechnen: Da die Einheit Becquerel auf Sekunden basiert, musst du Minuten, Stunden oder Tage immer in Sekunden umrechnen (z. B. ).
- Formel anwenden: Setze die Werte in die Formel ein und berechne das Ergebnis in der Einheit Becquerel ().
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
In einer Probe eines radioaktiven Isotops zerfallen innerhalb von genau . Berechne die Aktivität der Probe in Becquerel.
- Schritt 1Werte identifizieren
Zerfallene Kerne: Vergangene Zeit:
- Schritt 2Zeit in Sekunden umrechnen
- Schritt 3 · ErgebnisFormel anwenden
Die Aktivität der Probe beträgt . Das bedeutet, es finden 100 Zerfälle pro Sekunde statt.
Aufgabentyp 2: Die Halbwertszeit
Wir können nicht vorhersagen, wann ein einzelner, bestimmter Atomkern zerfällt. Das ist reiner Zufall! Wenn wir aber Milliarden von Kernen haben, wird das Chaos berechenbar.
Hier kommt die Halbwertszeit ins Spiel. Die Halbwertszeit ist genau die Zeitspanne, in der genau die Hälfte aller ursprünglich vorhandenen instabilen Atomkerne zerfallen ist.

Jedes radioaktive Material hat seine eigene, feste Halbwertszeit. Bei manchen Stoffen (wie Uran-238) dauert es Milliarden Jahre, bis die Hälfte zerfallen ist. Bei anderen (wie Radon-220) dauert es nur knapp eine Minute.
Wichtig: Nach einer Halbwertszeit ist die Hälfte weg. Nach einer zweiten Halbwertszeit zerfällt wieder die Hälfte vom Rest (also bleibt noch ein Viertel übrig), und so weiter. Die Menge wird immer kleiner, aber theoretisch nie sofort null.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Startmenge und Halbwertszeit notieren: Schreibe auf, wie viele Kerne am Anfang da sind und wie lange eine einzelne Halbwertszeit dauert.
- Anzahl der Halbwertszeiten berechnen: Teile die gesamte vergangene Zeit durch die Dauer einer einzelnen Halbwertszeit. So weißt du, wie oft sich die Menge halbiert hat.
- Menge schrittweise halbieren: Teile die Startmenge für jede vergangene Halbwertszeit durch 2.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 2
Ein radioaktives Isotop hat eine Halbwertszeit von . Zu Beginn hast du eine Probe mit . Berechne, wie viele instabile Kerne nach noch übrig sind.
- Schritt 1Startmenge und Halbwertszeit notieren
Startmenge = Halbwertszeit = Gesamtzeit =
- Schritt 2Anzahl der Halbwertszeiten berechnen
Anzahl der Halbierungen = Es sind also genau 3 Halbwertszeiten vergangen.
- Schritt 3 · ErgebnisMenge schrittweise halbieren
Wir teilen die Startmenge dreimal durch 2: Start: Nach 1. Halbwertszeit (8 Tage): Nach 2. Halbwertszeit (16 Tage): Nach 3. Halbwertszeit (24 Tage):

Verbleibende Kerne nach 24 Tagen
Nach sind noch genau übrig.
Wichtige Erkenntnisse
- Die Aktivität gibt an, wie viele Atomkerne pro Sekunde zerfallen.
- Die Formel lautet . Die Einheit ist Becquerel (Bq) ().
- Die Halbwertszeit ist die Zeitspanne, in der genau die Hälfte der ursprünglich vorhandenen instabilen Kerne zerfällt.
- Nach jeder weiteren Halbwertszeit halbiert sich die noch verbleibende Menge erneut.
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Häufige Fragen
Was ist die Aktivität und Halbwertszeit beim radioaktiven Zerfall?
Die Aktivität gibt an, wie viele instabile Atomkerne in einer bestimmten Zeitspanne zerfallen. Sie wird in Becquerel (Bq) gemessen. Die Halbwertszeit ist die Zeit, nach der genau die Hälfte der ursprünglich vorhandenen Kerne zerfallen ist. Beide Größen helfen dabei, den radioaktiven Zerfall berechenbar zu machen.
Wie berechnet man die Aktivität?
Du berechnest die Aktivität mit der Formel A = |ΔN| / Δt. Dabei ist ΔN die Anzahl der zerfallenen Kerne und Δt die vergangene Zeit in Sekunden. Das Ergebnis hat die Einheit Becquerel (Bq), wobei 1 Bq genau einem Zerfall pro Sekunde entspricht.
Was passiert nach zwei Halbwertszeiten?
Nach einer Halbwertszeit ist noch die Hälfte der ursprünglichen Atomkerne vorhanden. Nach einer zweiten Halbwertszeit halbiert sich dieser Rest erneut. Es bleibt also noch ein Viertel (25 %) der ursprünglichen Menge übrig. Die Menge wird immer kleiner, erreicht aber theoretisch nie ganz null.
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