Lineare Ungleichungen lösen ist eine der wichtigsten Fähigkeiten im Bereich der linearen Funktionen – und dabei gar nicht so schwer, wie es klingt. Stell dir vor, du vergleichst zwei Handyverträge: Vertrag A kostet 20 € Grundgebühr plus 10 Cent pro Gigabyte, Vertrag B hat keine Grundgebühr, aber 50 Cent pro Gigabyte. Ab wie vielen Gigabyte ist Vertrag A günstiger? Genau solche Fragen – wann ist eine Option besser, günstiger oder schneller als eine andere – löst du mit Ungleichungen. Das ist kein abstrakter Mathe-Kram, sondern ein echtes Werkzeug, um im Alltag klügere Entscheidungen zu treffen. In diesem Artikel lernst du alle drei Aufgabentypen: rechnerisch lösen, graphisch lösen und zu einer gegebenen Lösungsmenge passende Ungleichungen finden.
Schnellantwort
Eine lineare Ungleichung ist eine Ungleichung, bei der die Variable nur in der ersten Potenz vorkommt – zum Beispiel . Sie wird fast genauso wie eine lineare Gleichung gelöst: durch Umformungen, bis alleine steht. Der entscheidende Unterschied ist die Krokodil-Regel: Multiplizierst oder dividierst du mit einer negativen Zahl, musst du das Ungleichheitszeichen umdrehen. Das Ergebnis ist keine einzelne Zahl, sondern eine Lösungsmenge .
Vorwissen
Bevor wir starten, solltest du diese Grundlagen draufhaben:
-
Terme umformen: Du solltest wissen, wie man Klammern auflöst und Terme zusammenfasst.
- Beispiel: wird zu , was ergibt.
-
Gleichungen lösen: Du solltest eine einfache lineare Gleichung nach x auflösen können.
- Beispiel: Um zu lösen, rechnest du und dann , um zu erhalten.
-
Geraden zeichnen: Du solltest eine lineare Funktion in ein Koordinatensystem zeichnen können, z. B. indem du zwei Punkte berechnest.
- Beispiel: Für kannst du die Punkte und einzeichnen und verbinden.
Aufgabentyp 1: Ungleichungen rechnerisch lösen
Eine Ungleichung zu lösen, funktioniert fast genauso wie das Lösen einer Gleichung. Du formst sie so um, dass am Ende alleine auf einer Seite steht. Es gibt dabei aber eine extrem wichtige Regel, die neu ist:
Die Krokodil-Regel: Immer wenn du eine Ungleichung mit einer negativen Zahl multiplizierst oder durch sie dividierst, musst du das Ungleichheitszeichen umdrehen. Stell dir vor, das Krokodil (das Ungleichheitszeichen) erschreckt sich und dreht sich um!
- Aus wird
- Aus wird
- Aus wird
- Aus wird
Beispiel:
Wir wollen nach auflösen, also teilen wir durch . Da negativ ist, dreht sich das Zeichen um:
Alle anderen Umformungen (addieren, subtrahieren, multiplizieren/dividieren mit positiven Zahlen) funktionieren genau wie bei Gleichungen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Terme vereinfachen: Löse alle Klammern auf und fasse die Terme auf beiden Seiten so weit wie möglich zusammen.
- Variablen auf eine Seite bringen: Bringe alle Terme mit auf die eine Seite und alle Zahlen auf die andere Seite, indem du addierst oder subtrahierst.
- Nach x auflösen (Die Krokodil-Regel!): Teile durch die Zahl, die vor dem steht. Achtung: Wenn diese Zahl negativ ist, musst du das Ungleichheitszeichen umdrehen!
- Lösungsmenge aufschreiben: Gib das Ergebnis als Lösungsmenge an. Die Lösungsmenge enthält alle Zahlen, die die ursprüngliche Ungleichung wahr machen.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Bestimme die Lösungsmenge der Ungleichung rechnerisch.
- Schritt 1Terme vereinfachen
Wir lösen zuerst die Klammer auf der linken Seite auf.
- Schritt 2Variablen auf eine Seite bringen
Wir bringen die auf die rechte Seite, indem wir sie subtrahieren.
- Schritt 3Nach x auflösen (Die Krokodil-Regel!)
Jetzt teilen wir durch , um zu isolieren. Da eine negative Zahl ist, müssen wir das Ungleichheitszeichen von zu umdrehen.
Das ist dasselbe wie .
- Schritt 4 · ErgebnisLösungsmenge aufschreiben
Die Lösungsmenge sind alle Zahlen, die kleiner als sind.
Beispiel 2
Löse die Ungleichung .
- Schritt 1Terme vereinfachen
Die Terme sind bereits so einfach wie möglich.
- Schritt 2Variablen auf eine Seite bringen
Wir bringen die 7 auf die rechte Seite.
- Schritt 3Nach x auflösen (Die Krokodil-Regel!)
Wir teilen durch . Da negativ ist, drehen wir das Zeichen von zu um.
- Schritt 4 · ErgebnisLösungsmenge aufschreiben
Beispiel 3
Bestimme die Lösungsmenge für .
- Schritt 1Terme vereinfachen
Wir lösen die Klammer auf.
- Schritt 2Variablen auf eine Seite bringen
Wir bringen nach links und nach rechts.
- Schritt 3Nach x auflösen
Wir teilen durch 2. Da 2 positiv ist, ändert sich das Zeichen nicht.
- Schritt 4 · ErgebnisLösungsmenge aufschreiben
Beispiel 4
Löse die Ungleichung .
- Schritt 1Terme vereinfachen
Die Terme sind bereits vereinfacht.
- Schritt 2Variablen auf eine Seite bringen
Wir subtrahieren auf beiden Seiten.
- Schritt 3Ergebnis interpretieren
Die Variable ist weggefallen und wir haben die Aussage . Diese Aussage ist immer falsch. Das bedeutet, es gibt keine Zahl für , die die Ungleichung wahr machen kann.
- Schritt 4 · ErgebnisLösungsmenge aufschreiben
Die Lösungsmenge ist leer.
oder
Beispiel 5
Finde die Lösungsmenge von .
- Schritt 1Terme vereinfachen
Wir lösen die Klammer auf.
- Schritt 2Variablen auf eine Seite bringen
Wir subtrahieren auf beiden Seiten.
- Schritt 3Ergebnis interpretieren
Die Variable ist weggefallen und wir haben die Aussage . Diese Aussage ist immer wahr. Das bedeutet, jede reelle Zahl für macht die Ungleichung wahr.
- Schritt 4 · ErgebnisLösungsmenge aufschreiben
Die Lösungsmenge sind alle reellen Zahlen.
Aufgabentyp 2: Ungleichungen graphisch lösen
Man kann Ungleichungen auch zeichnerisch lösen – und das ist eine besonders anschauliche Methode. Die Idee ist, die linke Seite und die rechte Seite der Ungleichung als zwei separate Geraden zu betrachten.
Nehmen wir die Ungleichung .
Wir definieren zwei Funktionen:
- Gerade 1:
- Gerade 2:
Die Frage „Wann ist ?" bedeutet graphisch: „Für welche x-Werte liegt die erste Gerade unterhalb der zweiten Gerade?"
Der Punkt, an dem sich die Geraden schneiden, ist die entscheidende Grenze. Links oder rechts von diesem Schnittpunkt ist eine Gerade über der anderen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Zwei Geradengleichungen aufstellen: Schreibe die linke Seite der Ungleichung als eine Geradengleichung und die rechte Seite als eine zweite Geradengleichung .
- Beide Geraden zeichnen: Berechne für jede Gerade zwei Punkte (z. B. mit einer Wertetabelle) und zeichne sie in ein Koordinatensystem.
- Schnittpunkt finden: Markiere den Schnittpunkt der beiden Geraden. Der x-Wert dieses Punktes ist deine kritische Grenze.
- Lösungsbereich ablesen: Schau dir die Ungleichung an. Wenn das Zeichen oder ist, suchst du den x-Bereich, in dem die erste Gerade unter der zweiten liegt. Wenn das Zeichen oder ist, suchst du den x-Bereich, in dem die erste Gerade über der zweiten liegt.
- Lösungsmenge angeben: Schreibe den abgelesenen x-Bereich als Lösungsmenge auf.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Bestimme die Lösungsmenge der Ungleichung graphisch.
- Schritt 1Zwei Geradengleichungen aufstellen
- Gerade 1:
- Gerade 2:
- Schritt 2Beide Geraden zeichnen
Wir berechnen für jede Gerade zwei Punkte:
- Für : Wenn , ist . Wenn , ist . Punkte: und .
- Für : Wenn , ist . Wenn , ist . Punkte: und .
Wir zeichnen die Geraden.

Zwei Geraden im Koordinatensystem mit Schnittpunkt - Schritt 3Schnittpunkt finden
Aus der Zeichnung lesen wir den Schnittpunkt ab. Er liegt bei ungefähr .
- Schritt 4Lösungsbereich ablesen
Wir suchen den Bereich, wo gilt, also wo die erste Gerade unter der zweiten liegt. Das ist für alle x-Werte links vom Schnittpunkt der Fall.
- Schritt 5 · ErgebnisLösungsmenge angeben
Der Lösungsbereich ist .
Beispiel 2
Löse die Ungleichung graphisch.
- Schritt 1Zwei Geradengleichungen aufstellen
- Gerade 1:
- Gerade 2:
- Schritt 2Beide Geraden zeichnen
- Für : Punkte und .
- Für : Punkte und .

Zwei Geraden mit Schnittpunkt bei x gleich 1 - Schritt 3Schnittpunkt finden
Der Schnittpunkt liegt exakt bei .
- Schritt 4Lösungsbereich ablesen
Wir suchen, wo die erste Gerade über der zweiten liegt (wegen ). Das ist für alle x-Werte rechts vom Schnittpunkt der Fall.
- Schritt 5 · ErgebnisLösungsmenge angeben
Beispiel 3
Bestimme die Lösungsmenge von graphisch.
- Schritt 1Zwei Geradengleichungen aufstellen
- Gerade 1: (eine waagerechte Gerade)
- Gerade 2:
- Schritt 2Beide Geraden zeichnen
- Für : Eine horizontale Linie auf der Höhe .
- Für : Punkte und .

Waagerechte Gerade und ansteigende Gerade mit Schnittpunkt - Schritt 3Schnittpunkt finden
Der Schnittpunkt liegt bei .
- Schritt 4Lösungsbereich ablesen
Wir suchen, wo die erste Gerade unter oder auf der zweiten liegt (wegen ). Das ist für alle x-Werte rechts vom Schnittpunkt (einschließlich des Schnittpunkts) der Fall.
- Schritt 5 · ErgebnisLösungsmenge angeben
Beispiel 4
Löse graphisch.
- Schritt 1Zwei Geradengleichungen aufstellen
- Gerade 1:
- Gerade 2:
- Schritt 2Beide Geraden zeichnen
Beide Geraden haben die gleiche Steigung (). Sie sind parallel.

Zwei parallele Geraden ohne Schnittpunkt - Schritt 3Schnittpunkt finden
Parallele Geraden schneiden sich nie. Es gibt keinen Schnittpunkt.
- Schritt 4Lösungsbereich ablesen
Wir suchen, wo die erste Gerade unter der zweiten liegt. Wenn wir die Graphen betrachten, sehen wir, dass die Gerade immer über der Gerade liegt. Es gibt also keinen x-Wert, der die Bedingung erfüllt.
- Schritt 5 · ErgebnisLösungsmenge angeben
Die Lösungsmenge ist leer.
Beispiel 5
Löse graphisch.
- Schritt 1Zwei Geradengleichungen aufstellen
- Gerade 1:
- Gerade 2:
- Schritt 2Beide Geraden zeichnen
Beide Gleichungen beschreiben dieselbe Gerade.

Zwei identische Geraden übereinander im Koordinatensystem - Schritt 3Schnittpunkt finden
Die Geraden sind identisch, sie liegen also überall aufeinander. Jeder Punkt ist ein „Schnittpunkt".
- Schritt 4Lösungsbereich ablesen
Wir suchen, wo die erste Gerade über oder auf der zweiten liegt. Da die Geraden identisch sind, ist die Bedingung „auf" für alle x-Werte erfüllt.
- Schritt 5 · ErgebnisLösungsmenge angeben
Die Lösungsmenge sind alle reellen Zahlen.
Aufgabentyp 3: Ungleichungen zu einer Lösungsmenge finden
Manchmal hast du die Antwort (die Lösungsmenge) und musst die passende Frage (die Ungleichung) dazu finden. Das ist wie „Jeopardy" für Mathe!
Der Trick ist, bei der einfachsten möglichen Ungleichung zu starten und sie dann durch erlaubte Umformungen zu „verkleiden".
Wenn die Lösungsmenge ist, dann ist die einfachste Ungleichung, die du aufschreiben kannst, genau das:
Von hier aus kannst du neue, kompliziertere Ungleichungen erstellen, die aber genau dieselbe Lösungsmenge haben. Du kannst zum Beispiel:
- Auf beiden Seiten die gleiche Zahl addieren:
- Beide Seiten mit der gleichen positiven Zahl multiplizieren:
Alle diese Ungleichungen (, , ) sehen unterschiedlich aus, haben aber exakt die gleiche Lösungsmenge.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Einfachste Ungleichung notieren: Schreibe die Ungleichung direkt aus der Mengenschreibweise ab. Das ist deine erste, einfachste Lösung.
- Eine Äquivalenzumformung wählen: Denke dir eine einfache Rechenoperation aus, die du auf beide Seiten anwenden kannst – z. B. addiere eine Zahl, subtrahiere eine Zahl, multipliziere mit einer positiven Zahl oder dividiere durch eine positive Zahl.
- Umformung durchführen: Wende die gewählte Operation auf beide Seiten der Ungleichung an und vereinfache das Ergebnis. Das ist deine zweite Ungleichung.
- Weitere Umformungen finden: Wiederhole die Schritte 2 und 3 mit anderen Operationen, um so viele Ungleichungen zu finden, wie du brauchst.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Wir betrachten die Lösungsmenge . Gib drei verschiedene Ungleichungen an, welche als Lösungsmenge besitzen.
- Schritt 1Einfachste Ungleichung notieren
Die einfachste Ungleichung ist direkt aus der Lösungsmenge ablesbar.
1. Ungleichung:
- Schritt 2 & 3 · ErgebnisUmformungen durchführen
Wir nehmen unsere erste Ungleichung und formen sie um.
Operation: Multipliziere mit 3 (positiv)
2. Ungleichung:
Operation: Addiere 5
Wir nehmen wieder die einfachste Form .
3. Ungleichung:
Drei gültige Ungleichungen: , ,
Beispiel 2
Gib drei Ungleichungen an, die die Lösungsmenge haben.
- Schritt 1Einfachste Ungleichung notieren
1. Ungleichung:
- Schritt 2 & 3 · ErgebnisUmformungen durchführen
Operation: Subtrahiere 10
2. Ungleichung:
Operation: Multipliziere mit -2 (negativ!)
Wir nehmen . Da wir mit einer negativen Zahl multiplizieren, müssen wir das Zeichen umdrehen!
3. Ungleichung:
Drei gültige Ungleichungen: , ,
Beispiel 3
Finde drei Ungleichungen für die Lösungsmenge .
- Schritt 1Einfachste Ungleichung notieren
1. Ungleichung:
- Schritt 2 & 3 · ErgebnisUmformungen durchführen
Operation: Addiere 7
2. Ungleichung:
Operation: Dividiere durch 5 (positiv)
3. Ungleichung:
Drei gültige Ungleichungen: , ,
Beispiel 4
Gib drei Ungleichungen an, die die Lösungsmenge haben.
- Schritt 1Einfachste Ungleichung notieren
1. Ungleichung:
- Schritt 2 & 3 · ErgebnisUmformungen durchführen
Operation: Multipliziere mit 2
2. Ungleichung:
Operation: Addiere 3 (zur zweiten Ungleichung)
3. Ungleichung:
Drei gültige Ungleichungen: , ,
Beispiel 5
Finde drei Ungleichungen für die Lösungsmenge (alle reellen Zahlen).
- Schritt 1Eine wahre Aussage aufschreiben
Wir starten mit einer einfachen wahren Aussage, z. B. .
- Schritt 2x-Terme hinzufügen, die sich aufheben
Wir addieren auf beiden Seiten den gleichen -Term. Er wird sich später wieder aufheben.
1. Ungleichung:
- Schritt 3 · ErgebnisWeitere Umformungen
Wir können auch mit einer wahren Aussage starten und diese verändern.
Start:
Addiere auf beiden Seiten:
2. Ungleichung:
Start:
Addiere eine wahre Ungleichung, z. B. :
3. Ungleichung:
Drei gültige Ungleichungen: , ,
Wichtige Erkenntnisse
- Ungleichungen werden fast wie Gleichungen gelöst: addieren, subtrahieren, etc. auf beiden Seiten.
- Die wichtigste Regel: Wenn du mit einer negativen Zahl multiplizierst oder dividierst, musst du das Ungleichheitszeichen umdrehen ( wird zu , wird zu usw.).
- Graphisch lösen bedeutet, beide Seiten der Ungleichung als Geraden zu zeichnen und zu schauen, in welchem x-Bereich eine Gerade über oder unter der anderen liegt.
- Die Lösungsmenge gibt alle Zahlen an, für die die Ungleichung stimmt.
Häufige Fragen
Was sind lineare Ungleichungen?
Eine lineare Ungleichung ist eine Ungleichung, bei der die Variable x nur in der ersten Potenz vorkommt – zum Beispiel 3x + 5 < 11. Sie funktioniert ähnlich wie eine lineare Gleichung, liefert aber als Ergebnis keine einzelne Zahl, sondern eine Lösungsmenge 𝕃, die alle Zahlen enthält, für die die Ungleichung wahr ist. Lineare Ungleichungen helfen dir, Vergleiche zu beschreiben – etwa ab wann ein Handyvertrag günstiger ist als ein anderer.
Was ist die Krokodil-Regel beim Lösen von Ungleichungen?
Die Krokodil-Regel ist die wichtigste Sonderregel beim Lösen von Ungleichungen: Immer wenn du beide Seiten einer Ungleichung mit einer negativen Zahl multiplizierst oder durch sie dividierst, musst du das Ungleichheitszeichen umdrehen. Aus < wird >, aus ≤ wird ≥ und umgekehrt. Bei Addition, Subtraktion oder Multiplikation mit positiven Zahlen bleibt das Zeichen unverändert.
Wie löst du eine Ungleichung graphisch?
Beim graphischen Lösen schreibst du die linke und die rechte Seite der Ungleichung je als eine Geradengleichung y = …. Dann zeichnest du beide Geraden in ein Koordinatensystem und findest ihren Schnittpunkt. Je nach Ungleichheitszeichen liest du ab, für welche x-Werte die eine Gerade unter oder über der anderen liegt – dieser x-Bereich ist deine Lösungsmenge.
Wann ist die Lösungsmenge einer Ungleichung leer?
Die Lösungsmenge ist leer (𝕃 = ∅), wenn bei der Umformung die Variable x wegfällt und eine immer falsche Aussage übrig bleibt – zum Beispiel −5 > 3. Graphisch bedeutet das: Die beiden Geraden sind parallel, und die gesuchte Gerade liegt niemals auf der richtigen Seite. Es gibt dann keine reelle Zahl, die die Ungleichung erfüllt.
Wie findest du Ungleichungen zu einer gegebenen Lösungsmenge?
Schreibe zuerst die einfachste Ungleichung direkt aus der Mengenschreibweise ab – etwa x > −2. Wende dann Äquivalenzumformungen an: addiere oder subtrahiere eine Zahl auf beiden Seiten, oder multipliziere mit einer positiven Zahl. Achtung: Multiplizierst du mit einer negativen Zahl, dreht sich das Ungleichheitszeichen um. Jede so erzeugte Ungleichung hat exakt dieselbe Lösungsmenge wie die ursprüngliche.