Hast du dich jemals gefragt, warum dein WLAN-Signal schwächer wird, je weiter du dich vom Router entfernst? Oder warum ein Gerücht sich anfangs super schnell verbreitet, aber dann an Fahrt verliert? Diese Phänomene lassen sich oft mit gebrochen-rationalen Funktionen beschreiben. Sie sind wie der „Quellcode" für viele Prozesse in der realen Welt, von der Technik bis zur Biologie. Wenn du verstehst, wie man diese Funktionen verschiebt und anpasst, kannst du nicht nur Graphen in der Schule richtig zuordnen, sondern auch die Logik hinter vielen alltäglichen Dingen knacken. Sieh es als einen Blick hinter die Kulissen der Mathematik, die unsere Welt formt!
Vorwissen
Bevor wir starten, wiederholen wir kurz drei wichtige Grundlagen:
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Funktion: Eine Regel, die jeder Zahl (x-Wert) genau eine andere Zahl (y-Wert) zuordnet.
- Beispiel: Bei der Funktion wird der Zahl der Wert zugeordnet.
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Koordinatensystem: Ein System mit einer x-Achse (horizontal) und einer y-Achse (vertikal), um Punkte darzustellen.
- Beispiel: Der Punkt liegt 2 Einheiten rechts und 3 Einheiten oben vom Ursprung.
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Division durch Null: Es ist mathematisch nicht erlaubt, durch null zu teilen. Ein solcher Ausdruck ist „nicht definiert".
- Beispiel: Der Term ist für nicht definiert, weil der Nenner dann wäre.
Aufgabentyp 1: Verschiebung der Hyperbel beschreiben
Die einfachste gebrochen-rationale Funktion ist die Standard-Hyperbel . Ihr Graph besteht aus zwei Ästen und hat ihren Mittelpunkt im Ursprung (0|0).

Wir können diese Standard-Hyperbel verschieben. Die allgemeine Form dafür lautet:
- Der Wert b im Nenner sorgt für eine Verschiebung nach links oder rechts.
- Der Wert c am Ende sorgt für eine Verschiebung nach oben oder unten.
Regeln für die Verschiebung:
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Horizontale Verschiebung (x-Richtung): Schau dir den Nenner an:
- Wenn b positiv ist (z. B. ), wird der Graph um 3 Einheiten nach links verschoben.
- Wenn b negativ ist (z. B. ), wird der Graph um 3 Einheiten nach rechts verschoben. (Achtung, hier ist es umgekehrt, als man denkt!)
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Vertikale Verschiebung (y-Richtung): Schau dir die Zahl am Ende an:
- Wenn c positiv ist (z. B. ), wird der Graph um 2 Einheiten nach oben verschoben.
- Wenn c negativ ist (z. B. ), wird der Graph um 2 Einheiten nach unten verschoben.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Identifiziere die einfache Ausgangsfunktion (z. B. ) und die verschobene Zielfunktion (z. B. ).
- Vergleiche den Nenner der beiden Funktionen. Die Veränderung von zu gibt die Verschiebung in x-Richtung an. Denke an die Vorzeichen-Umkehr: bedeutet eine Verschiebung nach rechts.
- Prüfe, ob eine Konstante addiert oder subtrahiert wird. Das ist die Verschiebung in y-Richtung.
- Formuliere beide Verschiebungen in einem Satz: „Der Graph wird um ... Einheiten nach ... und um ... Einheiten nach ... verschoben."
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Beschreibe, wie der Graph der Funktion aus dem Graphen der Funktion hervorgeht.
- Schritt 1Ausgangs- und Zielfunktion identifizieren
- Ausgangsfunktion:
- Zielfunktion:
- Schritt 2Horizontale Verschiebung analysieren
Im Nenner wird aus der Term .
Ein Minus im Nenner bedeutet eine Verschiebung nach rechts.
Verschiebung um 1 Einheit nach rechts.
- Schritt 3Vertikale Verschiebung analysieren
Am Ende des Terms wird die Zahl addiert.
Ein Plus am Ende bedeutet eine Verschiebung nach oben.
Verschiebung um 2 Einheiten nach oben.
- Schritt 4 · ErgebnisAntwort formulieren
Der Graph von geht aus dem Graphen von hervor, indem man ihn um 1 Einheit nach rechts und 2 Einheiten nach oben verschiebt.
Der Graph wird um 1 Einheit nach rechts und 2 Einheiten nach oben verschoben.
Beispiel 2
Beschreibe, wie der Graph der Funktion aus dem Graphen der Funktion hervorgeht.
- Schritt 1Ausgangs- und Zielfunktion identifizieren
- Ausgangsfunktion:
- Zielfunktion:
- Schritt 2Horizontale Verschiebung analysieren
Im Nenner steht .
Ein Plus im Nenner bedeutet eine Verschiebung nach links.
Verschiebung um 4 Einheiten nach links.
- Schritt 3Vertikale Verschiebung analysieren
Am Ende des Terms wird die Zahl subtrahiert.
Ein Minus am Ende bedeutet eine Verschiebung nach unten.
Verschiebung um 5 Einheiten nach unten.
- Schritt 4 · ErgebnisAntwort formulieren
Der Graph von geht aus dem Graphen von hervor, indem man ihn um 4 Einheiten nach links und 5 Einheiten nach unten verschiebt.
Der Graph wird um 4 Einheiten nach links und 5 Einheiten nach unten verschoben.
Beispiel 3
Beschreibe, wie der Graph der Funktion aus dem Graphen der Funktion hervorgeht.
- Schritt 1Ausgangs- und Zielfunktion identifizieren
- Ausgangsfunktion:
- Zielfunktion:
- Schritt 2Horizontale Verschiebung analysieren
Im Nenner steht .
Ein Minus im Nenner bedeutet eine Verschiebung nach rechts.
Verschiebung um 3 Einheiten nach rechts.
- Schritt 3Vertikale Verschiebung analysieren
Es wird keine Zahl am Ende addiert oder subtrahiert (man kann sich eine denken).
Keine vertikale Verschiebung.
- Schritt 4 · ErgebnisAntwort formulieren
Der Graph von geht aus dem Graphen von hervor, indem man ihn um 3 Einheiten nach rechts verschiebt.
Der Graph wird um 3 Einheiten nach rechts verschoben. Keine vertikale Verschiebung.
Beispiel 4
Beschreibe, wie der Graph der Funktion aus dem Graphen der Funktion hervorgeht.
- Schritt 1Ausgangs- und Zielfunktion identifizieren
- Ausgangsfunktion:
- Zielfunktion:
- Schritt 2Horizontale Verschiebung analysieren
Der Nenner ist nur . Er wurde nicht verändert (man kann sich denken).
Keine horizontale Verschiebung.
- Schritt 3Vertikale Verschiebung analysieren
Am Ende wird addiert.
Ein Plus am Ende bedeutet eine Verschiebung nach oben.
Verschiebung um 1.5 Einheiten nach oben.
- Schritt 4 · ErgebnisAntwort formulieren
Der Graph von geht aus dem Graphen von hervor, indem man ihn um 1.5 Einheiten nach oben verschiebt.
Der Graph wird um 1.5 Einheiten nach oben verschoben. Keine horizontale Verschiebung.
Beispiel 5
Der Graph von wird um 2 Einheiten nach links und 7 Einheiten nach unten verschoben. Gib den Term der neuen Funktion an.
- Schritt 1Horizontale Verschiebung umsetzen
Eine Verschiebung um 2 Einheiten nach links bedeutet, wir müssen im Nenner rechnen.
Aus wird .
- Schritt 2Vertikale Verschiebung umsetzen
Eine Verschiebung um 7 Einheiten nach unten bedeutet, wir müssen am Ende rechnen.
Aus wird .
- Schritt 3 · ErgebnisAntwort formulieren
Der Term der neuen Funktion lautet .
Aufgabentyp 2: Funktionsterm und Graph zuordnen
Um einen Funktionsterm einem Graphen zuzuordnen, sind die Asymptoten der Schlüssel. Eine Asymptote ist eine Linie, der sich der Graph annähert, sie aber nie berührt.
Bei einer Funktion der Form gibt es zwei Asymptoten:
-
Senkrechte Asymptote: Diese entsteht dort, wo der Nenner null wird (weil man nicht durch null teilen darf). Wir finden sie, indem wir den Nenner gleich null setzen. Die senkrechte Asymptote ist also eine senkrechte Linie bei .
-
Waagerechte Asymptote: Diese wird durch die Verschiebung nach oben oder unten bestimmt. Man kann sie direkt am Term ablesen. Die waagerechte Asymptote ist also eine waagerechte Linie bei .
Der Schnittpunkt der beiden Asymptoten bei ist der neue Mittelpunkt der Hyperbel.

Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Analysiere den Funktionsterm in der Form .
- Bestimme die senkrechte Asymptote: Setze den Nenner gleich null und löse nach x auf: .
- Bestimme die waagerechte Asymptote: Lies die Konstante am Ende des Terms ab: .
- Finde den passenden Graphen, dessen senkrechte und waagerechte Hilfslinien genau den berechneten Werten entsprechen. Wiederhole dies für alle Funktionsterme.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Weise die angegebenen Funktionsterme ihren zugehörigen Funktionsgraphen zu.
Funktionen: (I) (II) (III)

Wir bestimmen für jede Funktion die Asymptoten und suchen den passenden Graphen.
Schritt 1: Analyse von Funktion (I):
- Senkrechte Asymptote: Nenner null setzen: .
- Waagerechte Asymptote: Konstante ablesen: .
Wir suchen den Graphen mit den Asymptoten und . Das ist Graph C.
Schritt 2: Analyse von Funktion (II):
- Senkrechte Asymptote: Nenner null setzen: .
- Waagerechte Asymptote: Konstante ablesen: .
Wir suchen den Graphen mit den Asymptoten und . Das ist Graph B.
Schritt 3: Analyse von Funktion (III):
- Senkrechte Asymptote: Nenner null setzen: .
- Waagerechte Asymptote: Konstante ablesen: .
Wir suchen den Graphen mit den Asymptoten und . Das ist Graph A.
Die Zuordnung lautet: (I) C, (II) B, (III) A.
Beispiel 2
Welcher der folgenden Funktionsterme gehört zum abgebildeten Graphen?
a) b) c)

- Schritt 1Asymptoten aus dem Graphen ablesen
- Die senkrechte, gestrichelte Linie befindet sich bei .
- Die waagerechte, gestrichelte Linie befindet sich bei .
- Schritt 2Funktionsterm rekonstruieren
- Aus der senkrechten Asymptote folgt für den Nenner: .
- Aus der waagerechten Asymptote folgt für die Konstante am Ende: .
Der Term muss also die Form haben.
- Schritt 3 · ErgebnisAntwort auswählen
Wir vergleichen unser Ergebnis mit den Optionen: a) (Falscher Nenner) b) (Falsche Konstante) c) (Passt genau)
Der richtige Funktionsterm ist c).
Beispiel 3
Ordne den Funktionen und die passenden Graphen zu.

Schritt 1: Analyse von Funktion f(x):
- Senkrechte Asymptote: Nenner ist , also .
- Waagerechte Asymptote: Keine Konstante am Ende, also .
- Das negative Vorzeichen im Zähler bedeutet, dass die Hyperbel im 2. und 4. Quadranten liegt (oben links und unten rechts).
Das passt zu Graph B.
Schritt 2: Analyse von Funktion g(x):
- Senkrechte Asymptote: Nenner null setzen: .
- Waagerechte Asymptote: Keine Konstante am Ende, also .
Das passt zu Graph A.
gehört zu Graph B, gehört zu Graph A.
Beispiel 4
Bestimme die Gleichungen der Asymptoten für die Funktion .
- Schritt 1Senkrechte Asymptote bestimmen
Wir setzen den Nenner gleich null:
- Schritt 2 · ErgebnisWaagerechte Asymptote bestimmen
Wir lesen die Konstante am Ende ab:
Die senkrechte Asymptote lautet und die waagerechte Asymptote lautet .
Beispiel 5
Ein Graph einer verschobenen Normalhyperbel hat die Asymptoten und . Welchen Term könnte die zugehörige Funktion haben?
- Schritt 1Nenner aus senkrechter Asymptote bestimmen
Die senkrechte Asymptote ist bei . Die Regel lautet . Also ist , was bedeutet. Der Nenner muss also lauten.
- Schritt 2Konstante aus waagerechter Asymptote bestimmen
Die waagerechte Asymptote ist bei . Die Regel lautet . Also ist .
- Schritt 3 · ErgebnisFunktionsterm zusammensetzen
Wir setzen die Teile in die allgemeine Form ein. Der Zähler ist nicht festgelegt, für eine Normalhyperbel ist .
Ein möglicher Funktionsterm ist .
Wichtige Erkenntnisse
- Die allgemeine Form einer verschobenen Hyperbel ist .
- Horizontale Verschiebung: Der Wert im Nenner verschiebt den Graphen. Achtung: nach links, nach rechts.
- Vertikale Verschiebung: Die Konstante am Ende verschiebt den Graphen. nach oben, nach unten.
- Senkrechte Asymptote: Findest du, indem du den Nenner null setzt: .
- Waagerechte Asymptote: Kannst du direkt ablesen: .
Häufige Fragen
Was ist eine gebrochen-rationale Funktion?
Eine gebrochen-rationale Funktion ist eine Funktion, bei der ein Polynom durch ein anderes Polynom geteilt wird, zum Beispiel f(x) = a / (x + b) + c. Die einfachste Form ist die Standard-Hyperbel f(x) = a/x, deren Graph aus zwei Ästen besteht und den Ursprung als Mittelpunkt hat. Gebrochen-rationale Funktionen sind nicht für alle x-Werte definiert – nämlich nicht dort, wo der Nenner null wird.
Wie erkennst du die Verschiebung einer Hyperbel am Funktionsterm?
Die allgemeine Form lautet f(x) = a / (x + b) + c. Der Wert b im Nenner bestimmt die horizontale Verschiebung: Ein positives b (z. B. x+3) verschiebt den Graphen nach links, ein negatives b (z. B. x−3) nach rechts. Die Konstante c am Ende gibt die vertikale Verschiebung an: +c nach oben, −c nach unten.
Wie bestimmst du die Asymptoten einer gebrochen-rationalen Funktion?
Für eine Funktion der Form f(x) = a / (x + b) + c gilt: Die senkrechte Asymptote findest du, indem du den Nenner gleich null setzt – also x + b = 0, was x = −b ergibt. Die waagerechte Asymptote liest du direkt am Term ab: Sie lautet y = c. Beide Asymptoten zusammen bestimmen den neuen Mittelpunkt der verschobenen Hyperbel.
Was ist der Unterschied zwischen senkrechter und waagerechter Asymptote?
Die senkrechte Asymptote ist eine vertikale Linie bei x = −b. Sie entsteht dort, wo der Nenner null wird und die Funktion nicht definiert ist – der Graph nähert sich dieser Linie an, erreicht sie aber nie. Die waagerechte Asymptote ist eine horizontale Linie bei y = c. Sie zeigt, welchem Wert die Funktion für sehr große oder sehr kleine x-Werte zustrebt.
Wie ordnest du einen Funktionsterm einem Graphen zu?
Berechne zuerst die Asymptoten des Funktionsterms: Setze den Nenner gleich null für die senkrechte Asymptote (x = −b) und lies die Konstante für die waagerechte Asymptote ab (y = c). Suche dann den Graphen, dessen eingezeichnete Hilfslinien genau diesen Werten entsprechen. Bei mehreren Funktionen wiederholst du diesen Schritt für jeden Term einzeln.