Direkt proportionale Funktionen aufstellen – einfach erklärt

Direkt proportionale Funktionen aufstellen leicht gemacht: Lerne, wie du f(x) = k·x aus einem Graphen, einer Wertetabelle oder einem Sachtext bestimmst – mit klaren Schritt-für-Schritt-Anleitungen und vielen Beispielen.

📅 Aktualisiert 1. Juni 202630 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion

Stell dir vor, du willst wissen, wie viel Geld du für 3 Stunden Arbeit bekommst, wenn du den Stundenlohn kennst. Oder wie weit du in 30 Minuten kommst, wenn du deine Geschwindigkeit kennst. Das ist keine Hexerei, sondern simple, direkte Proportionalität! Wenn du einmal verstanden hast, wie man die „Geheimformel" f(x)=kxf(x) = k \cdot x aufstellt, kannst du unzählige Alltags- und Prüfungsaufgaben blitzschnell lösen. Es ist wie ein Cheat-Code für Mathe: Einmal den Code – den Faktor kk – knacken, und du kannst sofort alles berechnen, was du wissen musst. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du direkt proportionale Funktionen aufstellen kannst, egal ob du einen Graphen, eine Wertetabelle oder einen Sachtext vor dir hast.

Schnellantwort

Eine direkt proportionale Funktion hat immer die Form f(x)=kxf(x) = k \cdot x. Ihr Graph ist eine Gerade, die durch den Ursprung (0|0) geht. Der Wert kk heißt Proportionalitätsfaktor und gibt gleichzeitig die Steigung der Geraden an. Du findest kk immer, indem du einen y-Wert durch den zugehörigen x-Wert teilst: k=yxk = \frac{y}{x}.

Vorwissen

Bevor wir starten, wiederholen wir kurz ein paar Grundlagen:

  • Funktionsgleichung: Eine Regel, die jedem x-Wert genau einen y-Wert zuordnet.

    • Beispiel: Bei f(x)=2xf(x) = 2x wird der Zahl 33 der Wert f(3)=23=6f(3) = 2 \cdot 3 = 6 zugeordnet.
  • Gleichungen umstellen: Eine Gleichung nach einer Unbekannten auflösen, indem man auf beiden Seiten die gleiche Rechenoperation durchführt.

    • Beispiel: Um 12=3x12 = 3 \cdot x nach xx aufzulösen, teilt man beide Seiten durch 3: x=123=4x = \frac{12}{3} = 4.
  • Einheiten umrechnen: Größen von einer Einheit in eine andere umwandeln.

    • Beispiel: 10001000 Milliliter (ml) sind 11 Liter (l). Also sind 750 ml=0,75 l750 \text{ ml} = 0{,}75 \text{ l}.

Aufgabentyp 1: Funktionsgleichung aus einem Graphen aufstellen

Eine direkt proportionale Funktion hat immer die Form f(x)=kxf(x) = k \cdot x. Ihr Graph ist eine Gerade, die durch den Ursprung (0|0) geht. Der Wert kk ist der Proportionalitätsfaktor, der auch die Steigung der Geraden angibt.

Um kk aus einem Graphen zu bestimmen, benutzen wir ein Steigungsdreieck. Wir suchen uns einen gut ablesbaren Punkt (xy)(x|y) auf der Geraden und bilden den Quotienten:

k=A¨nderung in y-RichtungA¨nderung in x-Richtung=yxk = \frac{\text{Änderung in y-Richtung}}{\text{Änderung in x-Richtung}} = \frac{y}{x}

Steigungsdreieck einer proportionalen Funktion im Koordinatensystem
Steigungsdreieck einer proportionalen Funktion im Koordinatensystem

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Punkt ablesen: Suche auf dem Graphen einen Punkt (außer dem Ursprung), dessen Koordinaten du exakt ablesen kannst, z. B. wo die Linie genau durch ein Gitterkreuz geht.
  2. Steigungsdreieck bilden: Zeichne (oder denke dir) ein Dreieck vom Ursprung (00)(0|0) zu deinem gewählten Punkt (xy)(x|y). Lies die Länge der horizontalen Seite (xx) und der vertikalen Seite (yy) ab.
  3. Proportionalitätsfaktor k berechnen: Setze die abgelesenen Werte in die Formel ein: k=yxk = \frac{y}{x}.
  4. Funktionsgleichung aufstellen: Setze den berechneten Wert für kk in die allgemeine Form f(x)=kxf(x) = k \cdot x ein.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Stelle die Funktionsgleichung der gezeigten Funktion ff auf.

Graph einer proportionalen Funktion f im Koordinatensystem
Graph einer proportionalen Funktion f im Koordinatensystem
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Einen gut lesbaren Punkt finden

    Wir wählen den Punkt P(23)\text{P}(2|3), da er gut auf dem Gitter ablesbar ist.

  2. Schritt 2
    Steigungsdreieck bilden und Werte ablesen

    Für den Punkt P gilt:

    • Der x-Wert ist x=2x = 2.
    • Der y-Wert ist y=3y = 3.
    Steigungsdreieck zum Punkt P(2|3) auf Graph f
    Steigungsdreieck zum Punkt P(2|3) auf Graph f
  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    Wir setzen die Werte in die Formel ein:

    k=yxk = \frac{y}{x}

    k=32=1,5k = \frac{3}{2} = 1{,}5

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Funktionsgleichung aufstellen

    Wir setzen k=1,5k = 1{,}5 in die allgemeine Form f(x)=kxf(x) = k \cdot x ein:

    f(x)=1,5xf(x) = 1{,}5x

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet f(x)=1,5xf(x) = 1{,}5x.

Beispiel 2

Aufgabe

Bestimme die Funktionsgleichung der Geraden gg, die im Koordinatensystem dargestellt ist.

Graph der Geraden g im Koordinatensystem
Graph der Geraden g im Koordinatensystem
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Einen gut lesbaren Punkt finden

    Wir wählen den Punkt P(41)\text{P}(4|1).

  2. Schritt 2
    Steigungsdreieck bilden und Werte ablesen
    • Der x-Wert ist x=4x = 4.
    • Der y-Wert ist y=1y = 1.
  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=yxk = \frac{y}{x}

    k=14=0,25k = \frac{1}{4} = 0{,}25

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Funktionsgleichung aufstellen

    Wir setzen k=0,25k = 0{,}25 in die allgemeine Form ein:

    g(x)=0,25xg(x) = 0{,}25x

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet g(x)=0,25xg(x) = 0{,}25x.

Beispiel 3

Aufgabe

Gib die Funktionsgleichung für die abgebildete Funktion hh an.

Graph der proportionalen Funktion h im Koordinatensystem
Graph der proportionalen Funktion h im Koordinatensystem
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Einen gut lesbaren Punkt finden

    Wir wählen den Punkt P(15)\text{P}(1|5).

  2. Schritt 2
    Steigungsdreieck bilden und Werte ablesen
    • Der x-Wert ist x=1x = 1.
    • Der y-Wert ist y=5y = 5.
  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=yxk = \frac{y}{x}

    k=51=5k = \frac{5}{1} = 5

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Funktionsgleichung aufstellen

    Wir setzen k=5k = 5 in die allgemeine Form ein:

    h(x)=5xh(x) = 5x

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet h(x)=5xh(x) = 5x.

Beispiel 4

Aufgabe

Stelle die Funktionsgleichung der gezeigten Funktion ff auf.

Graph einer proportionalen Funktion mit negativer Steigung
Graph einer proportionalen Funktion mit negativer Steigung
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Einen gut lesbaren Punkt finden

    Wir wählen den Punkt P(32)\text{P}(3|-2).

  2. Schritt 2
    Steigungsdreieck bilden und Werte ablesen
    • Der x-Wert ist x=3x = 3.
    • Der y-Wert ist y=2y = -2.
  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=yxk = \frac{y}{x}

    k=23=23k = \frac{-2}{3} = -\frac{2}{3}

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Funktionsgleichung aufstellen

    Wir setzen k=23k = -\frac{2}{3} in die allgemeine Form ein:

    f(x)=23xf(x) = -\frac{2}{3}x

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet f(x)=23xf(x) = -\frac{2}{3}x.

Beispiel 5

Aufgabe

Bestimme die Funktionsgleichung der Geraden gg.

Graph der Geraden g mit besonderer Achsenskalierung
Graph der Geraden g mit besonderer Achsenskalierung
Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Einen gut lesbaren Punkt finden

    Wir wählen den Punkt P(5020)\text{P}(50|20). Achte auf die Skalierung der Achsen!

  2. Schritt 2
    Steigungsdreieck bilden und Werte ablesen
    • Der x-Wert ist x=50x = 50.
    • Der y-Wert ist y=20y = 20.
  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=yxk = \frac{y}{x}

    k=2050=25=0,4k = \frac{20}{50} = \frac{2}{5} = 0{,}4

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Funktionsgleichung aufstellen

    Wir setzen k=0,4k = 0{,}4 in die allgemeine Form ein:

    g(x)=0,4xg(x) = 0{,}4x

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet g(x)=0,4xg(x) = 0{,}4x.

Aufgabentyp 2: Funktionsgleichung aus einer Wertetabelle aufstellen

Auch bei einer Wertetabelle gilt: Für eine direkt proportionale Funktion ist der Proportionalitätsfaktor kk konstant. Das bedeutet, der Quotient yx\frac{y}{x} ist für jedes Wertepaar in der Tabelle gleich.

Um die Funktionsgleichung aufzustellen, suchen wir uns einfach ein vollständiges Wertepaar (xy)(x|y) aus der Tabelle, berechnen damit kk und stellen die Gleichung f(x)=kxf(x) = k \cdot x auf. Mit dieser Gleichung können wir dann alle Lücken in der Tabelle füllen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Vollständiges Wertepaar finden: Suche in der Tabelle eine Spalte, in der sowohl der xx-Wert als auch der zugehörige yy-Wert angegeben sind.
  2. Proportionalitätsfaktor k berechnen: Teile den yy-Wert durch den xx-Wert: k=yxk = \frac{y}{x}.
  3. Funktionsgleichung aufstellen: Setze den berechneten Wert für kk in die allgemeine Form f(x)=kxf(x) = k \cdot x ein.
  4. Lücken füllen (falls nötig): Fehlenden y-Wert durch Einsetzen des x-Werts berechnen; fehlenden x-Wert durch Umstellen finden: x=ykx = \frac{y}{k}.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Die Wertetabelle gehört zu einer proportionalen Funktion ff. Bestimme den Funktionsterm und fülle die Lücken aus.

Zeit t in h0,250,75?Strecke f(t) in m?1740029000\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } t \text{ in h} & 0{,}25 & 0{,}75 & ? \\ \hline \text{Strecke } f(t) \text{ in m} & ? & 17400 & 29000 \\ \hline \end{array}

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ein vollständiges Wertepaar finden

    Aus der mittleren Spalte lesen wir das Paar ab: t=0,75 ht = 0{,}75 \text{ h} und f(t)=17400 mf(t) = 17400 \text{ m}.

  2. Schritt 2
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=f(t)tk = \frac{f(t)}{t}

    k=17400 m0,75 h=23200mhk = \frac{17400 \text{ m}}{0{,}75 \text{ h}} = 23200 \frac{\text{m}}{\text{h}}

  3. Schritt 3
    Funktionsgleichung aufstellen

    Mit k=23200k = 23200 lautet die Gleichung:

    f(t)=23200tf(t) = 23200 \cdot t

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Lücken in der Tabelle füllen
    • Erste Lücke (y-Wert gesucht): Wir setzen t=0,25 ht = 0{,}25 \text{ h} ein: f(0,25)=232000,25=5800 mf(0{,}25) = 23200 \cdot 0{,}25 = 5800 \text{ m}
    • Zweite Lücke (x-Wert gesucht): Wir setzen f(t)=29000 mf(t) = 29000 \text{ m} ein und lösen nach tt auf: 29000=23200t29000 = 23200 \cdot t, also t=2900023200=1,25 ht = \frac{29000}{23200} = 1{,}25 \text{ h}

    Die ausgefüllte Tabelle:

    Zeit t in h0,250,751,25Strecke f(t) in m58001740029000\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } t \text{ in h} & 0{,}25 & 0{,}75 & 1{,}25 \\ \hline \text{Strecke } f(t) \text{ in m} & 5800 & 17400 & 29000 \\ \hline \end{array}

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet f(t)=23200tf(t) = 23200 \cdot t, die fehlenden Werte sind 5800 m5800 \text{ m} und 1,25 h1{,}25 \text{ h}.

Beispiel 2

Aufgabe

Eine Bäckerei verkauft Brötchen nach Gewicht. Die Tabelle zeigt eine proportionale Zuordnung. Bestimme die Funktionsgleichung und fülle die Lücken.

Anzahl x5?12Preis f(x) in €2,003,20?\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Anzahl } x & 5 & ? & 12 \\ \hline \text{Preis } f(x) \text{ in €} & 2{,}00 & 3{,}20 & ? \\ \hline \end{array}

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ein vollständiges Wertepaar finden

    Wir nehmen das Paar aus der ersten Spalte: x=5x = 5 und f(x)=2,00 €f(x) = 2{,}00 \text{ €}.

  2. Schritt 2
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=2,00 €5=0,40Stu¨ckk = \frac{2{,}00 \text{ €}}{5} = 0{,}40 \frac{\text{€}}{\text{Stück}}

  3. Schritt 3
    Funktionsgleichung aufstellen

    f(x)=0,40xf(x) = 0{,}40x

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Lücken in der Tabelle füllen
    • Erste Lücke (x-Wert gesucht): 3,20=0,40x3{,}20 = 0{,}40 \cdot x, also x=3,200,40=8x = \frac{3{,}20}{0{,}40} = 8
    • Zweite Lücke (y-Wert gesucht): f(12)=0,4012=4,80 €f(12) = 0{,}40 \cdot 12 = 4{,}80 \text{ €}

    Die ausgefüllte Tabelle:

    Anzahl x5812Preis f(x) in €2,003,204,80\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Anzahl } x & 5 & 8 & 12 \\ \hline \text{Preis } f(x) \text{ in €} & 2{,}00 & 3{,}20 & 4{,}80 \\ \hline \end{array}

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet f(x)=0,40xf(x) = 0{,}40x, die fehlenden Werte sind 88 Brötchen und 4,80 €4{,}80 \text{ €}.

Beispiel 3

Aufgabe

Die Füllmenge eines Pools ist proportional zur Zeit. Vervollständige die Tabelle und gib die Funktionsgleichung an.

Zeit t in min?6090Volumen V(t) in l5001500?\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } t \text{ in min} & ? & 60 & 90 \\ \hline \text{Volumen } V(t) \text{ in l} & 500 & 1500 & ? \\ \hline \end{array}

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ein vollständiges Wertepaar finden

    Wir nehmen die mittlere Spalte: t=60 mint = 60 \text{ min} und V(t)=1500 lV(t) = 1500 \text{ l}.

  2. Schritt 2
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=1500 l60 min=25lmink = \frac{1500 \text{ l}}{60 \text{ min}} = 25 \frac{\text{l}}{\text{min}}

  3. Schritt 3
    Funktionsgleichung aufstellen

    V(t)=25tV(t) = 25t

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Lücken in der Tabelle füllen
    • Erste Lücke (x-Wert gesucht): 500=25t500 = 25 \cdot t, also t=50025=20 mint = \frac{500}{25} = 20 \text{ min}
    • Zweite Lücke (y-Wert gesucht): V(90)=2590=2250 lV(90) = 25 \cdot 90 = 2250 \text{ l}

    Die ausgefüllte Tabelle:

    Zeit t in min206090Volumen V(t) in l50015002250\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } t \text{ in min} & 20 & 60 & 90 \\ \hline \text{Volumen } V(t) \text{ in l} & 500 & 1500 & 2250 \\ \hline \end{array}

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet V(t)=25tV(t) = 25t, die fehlenden Werte sind 20 min20 \text{ min} und 2250 l2250 \text{ l}.

Beispiel 4

Aufgabe

Eine Maschine produziert Schrauben. Die produzierte Menge ist proportional zur Laufzeit. Bestimme die Funktionsgleichung und fülle die Lücken.

Zeit x in s10?60Anzahl f(x)?150300\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } x \text{ in s} & 10 & ? & 60 \\ \hline \text{Anzahl } f(x) & ? & 150 & 300 \\ \hline \end{array}

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ein vollständiges Wertepaar finden

    Wir nehmen die letzte Spalte: x=60 sx = 60 \text{ s} und f(x)=300f(x) = 300.

  2. Schritt 2
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=30060 s=5Stu¨cksk = \frac{300}{60 \text{ s}} = 5 \frac{\text{Stück}}{\text{s}}

  3. Schritt 3
    Funktionsgleichung aufstellen

    f(x)=5xf(x) = 5x

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Lücken in der Tabelle füllen
    • Erste Lücke (y-Wert gesucht): f(10)=510=50f(10) = 5 \cdot 10 = 50
    • Zweite Lücke (x-Wert gesucht): 150=5x150 = 5 \cdot x, also x=1505=30 sx = \frac{150}{5} = 30 \text{ s}

    Die ausgefüllte Tabelle:

    Zeit x in s103060Anzahl f(x)50150300\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } x \text{ in s} & 10 & 30 & 60 \\ \hline \text{Anzahl } f(x) & 50 & 150 & 300 \\ \hline \end{array}

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet f(x)=5xf(x) = 5x, die fehlenden Werte sind 5050 Schrauben und 30 s30 \text{ s}.

Beispiel 5

Aufgabe

Der Downloadfortschritt einer Datei ist proportional zur Zeit. Vervollständige die Tabelle und gib die Funktionsgleichung an.

Zeit t in s410?Datenmenge D(t) in MB18?90\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } t \text{ in s} & 4 & 10 & ? \\ \hline \text{Datenmenge } D(t) \text{ in MB} & 18 & ? & 90 \\ \hline \end{array}

Fortschritt
4 / 4
  1. Schritt 1
    Ein vollständiges Wertepaar finden

    Wir nehmen die erste Spalte: t=4 st = 4 \text{ s} und D(t)=18 MBD(t) = 18 \text{ MB}.

  2. Schritt 2
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=18 MB4 s=4,5MBsk = \frac{18 \text{ MB}}{4 \text{ s}} = 4{,}5 \frac{\text{MB}}{\text{s}}

  3. Schritt 3
    Funktionsgleichung aufstellen

    D(t)=4,5tD(t) = 4{,}5t

  4. Schritt 4 · Ergebnis
    Lücken in der Tabelle füllen
    • Erste Lücke (y-Wert gesucht): D(10)=4,510=45 MBD(10) = 4{,}5 \cdot 10 = 45 \text{ MB}
    • Zweite Lücke (x-Wert gesucht): 90=4,5t90 = 4{,}5 \cdot t, also t=904,5=20 st = \frac{90}{4{,}5} = 20 \text{ s}

    Die ausgefüllte Tabelle:

    Zeit t in s41020Datenmenge D(t) in MB184590\begin{array}{|c|c|c|c|} \hline \text{Zeit } t \text{ in s} & 4 & 10 & 20 \\ \hline \text{Datenmenge } D(t) \text{ in MB} & 18 & 45 & 90 \\ \hline \end{array}

Ergebnis:

Die Funktionsgleichung lautet D(t)=4,5tD(t) = 4{,}5t, die fehlenden Werte sind 45 MB45 \text{ MB} und 20 s20 \text{ s}.

Aufgabentyp 3: Funktionsgleichung aus einem Sachkontext aufstellen

Viele Alltagssituationen lassen sich durch direkte Proportionalität beschreiben: Je mehr, desto mehr. Zum Beispiel: Je länger du fährst, desto weiter kommst du. Je mehr du kaufst, desto mehr zahlst du.

Der Schlüssel ist, den Text sorgfältig zu lesen und die beiden Größen zu identifizieren, die voneinander abhängen. Eine ist die unabhängige Variable (meist xx), die andere die abhängige Variable (meist yy oder f(x)f(x)). Im Text ist immer ein Wertepaar versteckt, mit dem du den Proportionalitätsfaktor kk berechnen kannst.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Variablen und Einheiten definieren: Lies den Text und bestimme, welche Größe von welcher abhängt. Lege fest, was xx und was f(x)f(x) ist. Achte genau auf die geforderten Einheiten (z. B. ml oder l, kg oder g).
  2. Wertepaar aus dem Text entnehmen: Finde die Stelle im Text, die ein konkretes Beispiel nennt, z. B. „aus 1 kg Äpfeln erhält man 750 ml Saft". Wandle die Einheiten bei Bedarf um.
  3. Proportionalitätsfaktor k berechnen: Berechne kk mit der Formel k=abha¨ngige Gro¨ßeunabha¨ngige Gro¨ße=yxk = \frac{\text{abhängige Größe}}{\text{unabhängige Größe}} = \frac{y}{x}.
  4. Funktionsgleichung aufstellen: Setze den Wert für kk in die allgemeine Form f(x)=kxf(x) = k \cdot x ein.
  5. Weitere Fragen beantworten (falls nötig): Nutze die aufgestellte Funktionsgleichung, um die gestellten Fragen zu beantworten, indem du den gegebenen Wert für xx oder f(x)f(x) einsetzt.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Janas neuer Entsafter liefert aus 1 kg1 \text{ kg} Äpfeln etwa 750 ml750 \text{ ml} Saft. Stelle die Funktionsgleichung der Funktion ff auf, die dem Gewicht in kg\text{kg} die Saftmenge in l\text{l} zuordnet. Berechne dann, wie viel Saft Jana aus 4,5 kg4{,}5 \text{ kg} Äpfeln erhält.

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Variablen und Einheiten definieren
    • Unabhängige Variable xx: Gewicht der Äpfel in kg\text{kg}.
    • Abhängige Variable f(x)f(x): Saftmenge in l\text{l}.
  2. Schritt 2
    Wertepaar aus dem Text entnehmen

    Gegeben ist: 1 kg1 \text{ kg} Äpfel ergeben 750 ml750 \text{ ml} Saft. Wir müssen die Saftmenge in Liter umrechnen: 750 ml=0,75 l750 \text{ ml} = 0{,}75 \text{ l}. Unser Wertepaar ist also (1 kg0,75 l)(1 \text{ kg} | 0{,}75 \text{ l}).

  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=0,75 l1 kg=0,75lkgk = \frac{0{,}75 \text{ l}}{1 \text{ kg}} = 0{,}75 \frac{\text{l}}{\text{kg}}

  4. Schritt 4
    Funktionsgleichung aufstellen

    f(x)=0,75xf(x) = 0{,}75x

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Weitere Fragen beantworten

    Wir sollen die Saftmenge für 4,5 kg4{,}5 \text{ kg} Äpfel berechnen. Wir setzen x=4,5x = 4{,}5 in die Funktion ein:

    f(4,5)=0,754,5f(4{,}5) = 0{,}75 \cdot 4{,}5

    f(4,5)=3,375 lf(4{,}5) = 3{,}375 \text{ l}

Ergebnis:

Aus 4,5 kg4{,}5 \text{ kg} Äpfeln erhält Jana 3,375 l3{,}375 \text{ l} Saft.

Beispiel 2

Aufgabe

Ein Auto fährt mit einer konstanten Geschwindigkeit von 90 km/h90 \text{ km/h}. Stelle eine Funktion s(t)s(t) auf, die der Zeit tt in Stunden die zurückgelegte Strecke ss in Kilometern zuordnet. Wie weit kommt das Auto in 2,52{,}5 Stunden?

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Variablen und Einheiten definieren
    • Unabhängige Variable tt: Zeit in Stunden (h).
    • Abhängige Variable s(t)s(t): Strecke in Kilometern (km).
  2. Schritt 2
    Wertepaar aus dem Text entnehmen

    Die Geschwindigkeit 90 km/h90 \text{ km/h} bedeutet „90 Kilometer pro 1 Stunde". Unser Wertepaar ist also (1 h90 km)(1 \text{ h} | 90 \text{ km}).

  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=90 km1 h=90kmhk = \frac{90 \text{ km}}{1 \text{ h}} = 90 \frac{\text{km}}{\text{h}}

  4. Schritt 4
    Funktionsgleichung aufstellen

    s(t)=90ts(t) = 90t

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Weitere Fragen beantworten

    Wir setzen t=2,5t = 2{,}5 Stunden ein:

    s(2,5)=902,5s(2{,}5) = 90 \cdot 2{,}5

    s(2,5)=225 kms(2{,}5) = 225 \text{ km}

Ergebnis:

In 2,52{,}5 Stunden kommt das Auto 225 km225 \text{ km} weit.

Beispiel 3

Aufgabe

Ein Mobilfunktarif kostet 0,15 €0{,}15 \text{ €} pro Gesprächsminute. Stelle eine Funktion K(m)K(m) auf, die die Kosten in Euro in Abhängigkeit von den Gesprächsminuten mm beschreibt. Was kostet ein Telefonat von 22 Minuten?

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Variablen und Einheiten definieren
    • Unabhängige Variable mm: Gesprächsminuten.
    • Abhängige Variable K(m)K(m): Kosten in Euro (€).
  2. Schritt 2
    Wertepaar aus dem Text entnehmen

    Der Preis ist „0,15 € pro 1 Minute". Unser Wertepaar ist also (1 min0,15 €)(1 \text{ min} | 0{,}15 \text{ €}).

  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=0,15 €1 min=0,15mink = \frac{0{,}15 \text{ €}}{1 \text{ min}} = 0{,}15 \frac{\text{€}}{\text{min}}

  4. Schritt 4
    Funktionsgleichung aufstellen

    K(m)=0,15mK(m) = 0{,}15m

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Weitere Fragen beantworten

    Wir setzen m=22m = 22 Minuten ein:

    K(22)=0,1522K(22) = 0{,}15 \cdot 22

    K(22)=3,30 €K(22) = 3{,}30 \text{ €}

Ergebnis:

Ein Telefonat von 22 Minuten kostet 3,30 €3{,}30 \text{ €}.

Beispiel 4

Aufgabe

Für ein Pfannkuchenrezept benötigt man für 4 Pfannkuchen 250 g250 \text{ g} Mehl. Stelle eine Funktion f(x)f(x) auf, die die benötigte Mehlmenge in Gramm für xx Pfannkuchen angibt. Wie viel Mehl braucht man für 10 Pfannkuchen?

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Variablen und Einheiten definieren
    • Unabhängige Variable xx: Anzahl der Pfannkuchen.
    • Abhängige Variable f(x)f(x): Mehlmenge in Gramm (g).
  2. Schritt 2
    Wertepaar aus dem Text entnehmen

    Unser Wertepaar ist (4 Pfannkuchen250 g Mehl)(4 \text{ Pfannkuchen} | 250 \text{ g Mehl}).

  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=250 g4=62,5gPfannkuchenk = \frac{250 \text{ g}}{4} = 62{,}5 \frac{\text{g}}{\text{Pfannkuchen}}

  4. Schritt 4
    Funktionsgleichung aufstellen

    f(x)=62,5xf(x) = 62{,}5x

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Weitere Fragen beantworten

    Wir setzen x=10x = 10 Pfannkuchen ein:

    f(10)=62,510f(10) = 62{,}5 \cdot 10

    f(10)=625 gf(10) = 625 \text{ g}

Ergebnis:

Für 10 Pfannkuchen braucht man 625 g625 \text{ g} Mehl.

Beispiel 5

Aufgabe

Eine Solaranlage erzeugt an einem sonnigen Tag in 3 Stunden eine Energiemenge von 12 kWh12 \text{ kWh}. Stelle eine Funktion E(t)E(t) auf, die die erzeugte Energie in kWh in Abhängigkeit von der Zeit tt in Stunden beschreibt. Wie lange dauert es, bis die Anlage 30 kWh30 \text{ kWh} erzeugt hat?

Fortschritt
5 / 5
  1. Schritt 1
    Variablen und Einheiten definieren
    • Unabhängige Variable tt: Zeit in Stunden (h).
    • Abhängige Variable E(t)E(t): Energie in Kilowattstunden (kWh).
  2. Schritt 2
    Wertepaar aus dem Text entnehmen

    Unser Wertepaar ist (3 h12 kWh)(3 \text{ h} | 12 \text{ kWh}).

  3. Schritt 3
    Proportionalitätsfaktor k berechnen

    k=12 kWh3 h=4kWhhk = \frac{12 \text{ kWh}}{3 \text{ h}} = 4 \frac{\text{kWh}}{\text{h}}

  4. Schritt 4
    Funktionsgleichung aufstellen

    E(t)=4tE(t) = 4t

  5. Schritt 5 · Ergebnis
    Weitere Fragen beantworten

    Wir wollen wissen, wie lange es für 30 kWh30 \text{ kWh} dauert. Wir setzen E(t)=30E(t) = 30 ein und lösen nach tt auf:

    30=4t30 = 4 \cdot t

    t=304=7,5 ht = \frac{30}{4} = 7{,}5 \text{ h}

Ergebnis:

Es dauert 7,5 Stunden, bis die Anlage 30 kWh30 \text{ kWh} erzeugt hat.

Wichtige Erkenntnisse

  • Die allgemeine Form einer direkt proportionalen Funktion ist immer f(x)=kxf(x) = k \cdot x.
  • Der Graph ist immer eine Gerade durch den Ursprung (0|0).
  • Den Proportionalitätsfaktor (die Steigung) kk findest du immer, indem du einen y-Wert durch den zugehörigen x-Wert teilst: k=yxk = \frac{y}{x}.
  • Egal ob Graph, Wertetabelle oder Text: Der erste Schritt ist immer, ein zusammengehöriges Wertepaar (xy)(x|y) zu finden, um kk zu berechnen.

Häufige Fragen

Was ist eine direkt proportionale Funktion?

Eine direkt proportionale Funktion hat immer die Form f(x) = k · x. Ihr Graph ist eine Gerade, die durch den Ursprung (0|0) geht. Der Wert k heißt Proportionalitätsfaktor und gibt die Steigung der Geraden an. Direkt proportionale Funktionen beschreiben alle Situationen nach dem Prinzip „je mehr, desto mehr" – zum Beispiel Stundenlohn, Geschwindigkeit oder Füllmengen.

Wie berechnest du den Proportionalitätsfaktor k?

Den Proportionalitätsfaktor k berechnest du, indem du einen y-Wert durch den zugehörigen x-Wert teilst: k = y / x. Dieses Verhältnis ist bei einer direkt proportionalen Funktion für alle Wertepaare gleich. Du brauchst also nur ein einziges vollständiges Wertepaar – aus einem Graphen, einer Tabelle oder einem Sachtext.

Wie stellst du eine proportionale Funktion aus einem Graphen auf?

Suche zunächst einen gut ablesbaren Punkt auf der Geraden (außer dem Ursprung), z. B. wo die Linie genau durch ein Gitterkreuz geht. Dann teilst du den abgelesenen y-Wert durch den x-Wert: k = y / x. Diesen Wert setzt du in f(x) = k · x ein – fertig ist deine Funktionsgleichung. Achte bei ungewöhnlicher Achsenskalierung besonders auf die tatsächlichen Koordinatenwerte.

Wie füllst du Lücken in einer Wertetabelle bei proportionalen Funktionen?

Stelle zuerst die Funktionsgleichung auf, indem du aus einem vollständigen Wertepaar k = y / x berechnest. Fehlende y-Werte findest du, indem du den bekannten x-Wert einsetzt: y = k · x. Fehlende x-Werte berechnest du durch Umstellen: x = y / k. So kannst du jede Lücke in der Tabelle Schritt für Schritt schließen.

Wann erkennst du, dass eine Funktion direkt proportional ist?

Eine Funktion ist direkt proportional, wenn ihr Graph eine Gerade durch den Ursprung (0|0) ist und der Quotient y / x für alle Wertepaare konstant bleibt. Im Sachtext erkennst du sie an Formulierungen wie „pro Stunde", „pro Kilogramm" oder „pro Stück" – es gibt immer einen festen Faktor zwischen zwei Größen, ohne einen zusätzlichen Startwert.

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