Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen einfach erklärt

Erfahre, wie Kunststoffe durch Fügen und Umformen weiterverarbeitet werden. Wir erklären dir anschaulich die Unterschiede zwischen Schweißen, Kleben und Tiefziehen.

📅 Aktualisiert 4. September 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen einfach erklärt

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In der Chemie und Werkstofftechnik spielt das Thema Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, aus einfachen Rohmaterialien komplexe Alltagsgegenstände herzustellen. Hast du dich schon einmal gefragt, wie aus einer flachen Kunststoffplatte ein Joghurtbecher wird? Oder wie man ein zerbrochenes Plastikteil repariert, sodass es wieder bombenfest hält? Genau hier kommen die verschiedenen Techniken der Weiterverarbeitung ins Spiel.

Joghurtbecher und Plastikreparatur
Joghurtbecher und Plastikreparatur

In dieser Lektion schauen wir uns an, wie bereits fertige Kunststoffe weiterverarbeitet werden. Du wirst lernen, wie man verschiedene Plastikteile dauerhaft miteinander verbindet (Fügen) und wie man sie durch Wärme in völlig neue Formen bringt (Umformen). Diese Prozesse sind in der Industrie unverzichtbar und begegnen uns jeden Tag in Form von Verpackungen, Bauteilen und Gebrauchsgegenständen. Wenn du die Prinzipien hinter der Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen verstehst, fällt es dir viel leichter, die Eigenschaften der verschiedenen Kunststoffarten im Chemieunterricht nachzuvollziehen.

Vorwissen

Bevor wir uns die Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen im Detail ansehen, solltest du die wichtigsten Kunststoffarten kennen. Ihre grundlegenden chemischen und physikalischen Eigenschaften bestimmen nämlich, welche Verfahren überhaupt möglich sind und welche nicht.

  • Thermoplaste: Kunststoffe, die beim Erhitzen weich und flüssig (schmelzbar) werden.

    Beispiel: Eine PET-Flasche verformt sich, wenn man kochendes Wasser einfüllt.

  • Duroplaste und Elastomere: Kunststoffe, die beim Erhitzen nicht schmelzen, sondern sich zersetzen oder verbrennen.

    Beispiel: Ein Autoreifen (Elastomer) schmilzt nicht in der Sonne, er behält seine Form.

Aufgabentyp 1: Fügeverfahren: Kunststoffe verbinden

Das erste wichtige Thema im Bereich Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen ist das Verbinden von Materialien. Wenn wir zwei Kunststoffteile dauerhaft miteinander verbinden wollen, nennen wir das in der Fachsprache Fügen. Es gibt in der Chemie und Technik zwei Hauptmethoden, um dieses Ziel zu erreichen: Schweißen und Kleben. Beide Methoden haben spezifische Vor- und Nachteile, je nachdem, welchen Kunststoff man vorliegen hat.

Schweißen

Beim Schweißen werden die Ränder der Kunststoffteile erhitzt, bis sie schmelzen, und dann fest aneinandergepresst. Beim Abkühlen verschmelzen sie zu einem einzigen, festen Teil. Da das Material dafür schmelzen muss, funktioniert Schweißen ausschließlich bei Thermoplasten. Duroplaste und Elastomere würden beim Erhitzen nur verbrennen und können daher nicht geschweißt werden.

Zwei Thermoplaste beim Schweißen
Zwei Thermoplaste beim Schweißen

Kleben

Kleben ist ein Fügeverfahren, das bei allen Kunststoffen funktioniert, auch bei Duroplasten und Elastomeren. Hierbei wird ein zusätzlicher Stoff (der Klebstoff) zwischen die Teile gebracht. Wir unterscheiden zwei Mechanismen:

  • Physikalisches Kleben: Der Klebstoff enthält ein Lösungsmittel (eine Flüssigkeit). Wenn dieses Lösungsmittel an der Luft verdampft, bleibt der feste Klebstoff zurück und hält die Teile zusammen. Das ist wie bei Schlamm, der in der Sonne trocknet und hart wird.

  • Chemisches Kleben: Hier trägt man Stoffe auf (Edukte), die chemisch miteinander reagieren. Durch diese chemische Reaktion entsteht ein völlig neues, festes Material, das die Bauteile verbindet. Das ist vergleichbar mit dem Backen eines Kuchens, bei dem aus flüssigem Teig durch eine Reaktion etwas Festes entsteht.

Physikalisches und chemisches Kleben
Physikalisches und chemisches Kleben

Aufgabentyp 2: Umformverfahren: Kunststoffe in Form bringen

Neben dem Verbinden ist die Formgebung ein essenzieller Schritt der Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen. Da Thermoplaste beim Erhitzen zuerst weich (plastisch) und dann flüssig werden, kann man ihre Form durch thermische Verfahren verändern. Diesen Vorgang nennt man Umformen (Thermoformen). Es ist eines der wichtigsten Verfahren in der modernen Kunststoffindustrie.

Ein sehr wichtiges und häufiges Umformverfahren ist das Tiefziehen. Stell dir vor, du hast eine flache, bereits fertige Kunststoffplatte (oft eine extrudierte Folie). Der Prozess läuft in zwei einfachen Schritten ab:

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Erweichen: Die Kunststoffplatte wird durch Wärme erhitzt, bis sie weich und dehnbar wie Kaugummi ist.

  2. Formgebung durch Unterdruck: Die weiche Platte wird über eine Form gelegt (zum Beispiel in Form eines Bechers). Dann wird von unten die Luft abgesaugt. Durch diesen Unterdruck (Vakuum) wird der weiche Kunststoff tief in die Form gezogen. Er schmiegt sich exakt an die Wände der Form an.

Tiefziehen einer Kunststoffplatte
Tiefziehen einer Kunststoffplatte

Sobald der Kunststoff abkühlt, wird er wieder hart und behält seine neue Form. Auf diese Weise werden massenhaft Alltagsgegenstände wie Joghurtbecher, Blisterverpackungen für Tabletten oder Einsätze für Pralinenschachteln hergestellt. Das Tiefziehen ist somit ein Paradebeispiel für die effiziente Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen.

Wichtige Erkenntnisse

Zum Abschluss fassen wir die wichtigsten Punkte zum Thema Weiterverarbeitung: Fügen und Umformen noch einmal zusammen. Diese Übersicht hilft dir dabei, die zentralen Konzepte für deine nächste Prüfung im Fach Chemie im Gedächtnis zu behalten.

  • Schweißen: Funktioniert nur bei Thermoplasten, da das Material aufgeschmolzen werden muss.

  • Kleben: Funktioniert bei allen Kunststoffen. Man unterscheidet physikalisches Kleben (Lösungsmittel verdampft) und chemisches Kleben (Edukte reagieren zu einem festen Material).

  • Tiefziehen: Ein Umformverfahren für Thermoplaste, bei dem eine erhitzte, weiche Kunststoffplatte durch ein Vakuum (Unterdruck) in eine Form gezogen wird.

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Häufige Fragen

Was ist die Weiterverarbeitung durch Fügen und Umformen bei Kunststoffen?

Die Weiterverarbeitung umfasst Verfahren, um bereits fertige Kunststoffe in neue Formen zu bringen oder dauerhaft zu verbinden. Beim Fügen (wie Schweißen oder Kleben) werden Teile zusammengefügt. Beim Umformen (wie Tiefziehen) wird die Form eines Kunststoffteils durch Wärme und Druck verändert.

Warum kann man nur Thermoplaste schweißen?

Beim Schweißen müssen die Ränder der Kunststoffteile erhitzt werden, bis sie schmelzen und sich verbinden. Da nur Thermoplaste beim Erhitzen schmelzen, funktioniert dieses Verfahren ausschließlich bei ihnen. Duroplaste und Elastomere würden verbrennen oder sich zersetzen.

Was ist der Unterschied zwischen physikalischem und chemischem Kleben?

Beim physikalischen Kleben verdampft ein Lösungsmittel an der Luft, wodurch der Klebstoff fest wird. Beim chemischen Kleben reagieren verschiedene Stoffe (Edukte) miteinander und bilden durch eine chemische Reaktion ein völlig neues, festes Material, das die Teile verbindet.

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