Synthese und Nomenklatur der Ester einfach erklärt: Regeln
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Hast du dich jemals gefragt, warum Gummibärchen oder Kaugummis so intensiv nach Erdbeere, Banane oder Apfel riechen, obwohl oft gar keine echte Frucht darin ist? Das Geheimnis liegt in der Chemie: Sogenannte Ester sind die Bausteine vieler künstlicher Aromen und Düfte.

In diesem Artikel lernst du alles über die Synthese und Nomenklatur der Ester. Wir zeigen dir, wie man diese Duftstoffe im Labor aus zwei alltäglichen Stoffklassen herstellt und wie man ihnen systematisch ihre chemischen Namen gibt.
Vorwissen
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Carbonsäuren: Organische Säuren, die eine Carboxylgruppe () besitzen.
Beispiel: Ethansäure (Essigsäure) ist der saure Bestandteil im Haushaltsessig.
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Alkohole: Organische Verbindungen, die eine Hydroxylgruppe () besitzen.
Beispiel: Ethanol ist der Alkohol, der in alkoholischen Getränken vorkommt.
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Katalysator: Ein Stoff, der eine chemische Reaktion beschleunigt, ohne dabei selbst verbraucht zu werden.
Beispiel: Ein Katalysator im Autoabgasstrang beschleunigt den Abbau von giftigen Gasen.
Aufgabentyp 1: Die Veresterung (Synthese der Ester)
Die Synthese der Ester erfolgt durch eine sogenannte Veresterung. Wenn eine Carbonsäure und ein Alkohol aufeinandertreffen, können sie sich zu einem neuen, größeren Molekül verbinden: dem Ester. Weil bei dieser Verbindung gleichzeitig ein kleines Molekül – nämlich Wasser () – abgespalten wird, nennt man diesen Vorgang eine Kondensationsreaktion.

Die Bildung von Estern (die sogenannte Veresterung) läuft von alleine extrem langsam ab, selbst wenn man die Mischung auf bis erhitzt. Damit wir im Labor nicht ewig warten müssen, geben wir einen Katalysator hinzu. Meistens nutzt man dafür ein paar Tropfen Schwefelsäure (). Sie wirkt wie ein chemischer Turbo und beschleunigt die Reaktion enorm.
Das allgemeine Schema der Veresterung sieht so aus:
Herstellung von Fruchtaroma im Labor
Zweck: Wir stellen einen Ester her und beobachten die Veränderung des Geruchs.
Materialien: Ethansäure (Essigsäure), Ethanol, 3 Tropfen konzentrierte Schwefelsäure, Reagenzglas, Becherglas mit heißem Wasser (Wasserbad).
⚠️ Sicherheitshinweis: Konzentrierte Schwefelsäure ist stark ätzend. Ethansäure und Ethanol sind brennbar. Schutzbrille tragen und Dämpfe nur vorsichtig durch Zufecheln riechen!
Durchführung:
- Gib die Ethansäure und das Ethanol in das Reagenzglas.
- Füge vorsichtig 3 Tropfen Schwefelsäure hinzu.
- Stelle das Reagenzglas für 10 Minuten in das heiße Wasserbad.

Beobachtung: Zu Beginn riecht die Mischung stechend nach Essig. Nach dem Erhitzen verschwindet der Essiggeruch und es entsteht ein neuer, süßlicher Geruch, der an Klebstoff oder fruchtigen Nagellackentferner erinnert.
Erklärung: Die Ethansäure und das Ethanol haben sich durch die Hitze und den Katalysator zu einem Ester verbunden. Der neue Geruch beweist, dass ein neuer Stoff entstanden ist.
Aufgabentyp 2: Ester erkennen und benennen
Bei der Nomenklatur der Ester folgst du klaren Regeln. Alle Ester haben ein gemeinsames Erkennungsmerkmal in ihrer Struktur: die Estergruppe. Sie sieht so aus: Ein Kohlenstoffatom ist über eine Doppelbindung an ein Sauerstoffatom und über eine Einfachbindung an ein weiteres Sauerstoffatom gebunden ().

Gemäß den IUPAC-Regeln werden Carbonsäureester ähnlich wie Salze benannt. Der deutsche Name wird einfach aus den beiden Bausteinen zusammengesetzt, aus denen der Ester entstanden ist:
- Zuerst nennen wir den Namen der Säure.
- Dann hängen wir den Namen des Alkylrests des Alkohols an (das ist der Name des Alkohols mit der Endung "-yl", z. B. aus Ethanol wird Ethyl).
- Zum Schluss fügen wir das Suffix "-ester" hinzu.
Beispiel: Wenn Ethansäure (auch Essigsäure genannt) und Ethanol reagieren, entsteht Ethansäureethylester. Ein anderer, sehr bekannter Name dafür ist Essigsäureethylester.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Den Säureteil finden: Suche das Kohlenstoffatom mit der Doppelbindung zum Sauerstoff (). Zähle die Kohlenstoffatome in dieser Kette, um die Säure zu benennen (z. B. 3 C-Atome = Propansäure).
- Den Alkoholteil finden: Suche die Kohlenstoffkette, die an das einzelne Sauerstoffatom () gebunden ist. Benenne diesen Alkylrest (z. B. 1 C-Atom = Methyl).
- Den Namen zusammensetzen: Kombiniere die Teile nach der festen Regel: Säure + Alkylrest + ester.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Benenne den Ester, der entsteht, wenn Propansäure und Methanol miteinander reagieren.
- Schritt 1Den Säureteil finden
Die Säure ist im Text vorgegeben: Es ist die Propansäure.
- Schritt 2Den Alkoholteil finden
Der Alkohol ist Methanol. Der Alkylrest von Methanol heißt Methyl.
- Schritt 3 · ErgebnisDen Namen zusammensetzen
Wir setzen die Teile zusammen: Propansäure + methyl + ester = Propansäuremethylester.
Der gesuchte Ester heißt Propansäuremethylester.
Beispiel 2
Gegeben ist die folgende chemische Strukturformel:
Bestimme den systematischen IUPAC-Namen dieses Esters.

- Schritt 1Den Säureteil finden
Der linke Teil mit der -Gruppe hat insgesamt 4 Kohlenstoffatome (). Eine Säure mit 4 C-Atomen ist die Butansäure.
- Schritt 2Den Alkoholteil finden
Der rechte Teil, der am einzelnen Sauerstoff hängt, hat 2 Kohlenstoffatome (). Dieser Rest heißt Ethyl.
- Schritt 3 · ErgebnisDen Namen zusammensetzen
Der vollständige Name lautet: Butansäureethylester.
Der systematische Name lautet Butansäureethylester.
Wichtige Erkenntnisse
- Eine Kondensationsreaktion verbindet zwei Moleküle unter Abspaltung von Wasser.
- Veresterung: .
- Die Reaktion benötigt Hitze und einen Katalysator (Schwefelsäure), um schnell abzulaufen.
- Der Name eines Esters wird gebildet aus: Säure + Alkylrest + ester (z. B. Ethansäureethylester).
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Häufige Fragen
Was sind Ester und wie werden sie synthetisiert?
Ester sind organische Verbindungen, die häufig als Duft- und Aromastoffe vorkommen. Sie werden durch eine Veresterung synthetisiert, bei der eine Carbonsäure und ein Alkohol unter Abspaltung von Wasser (Kondensationsreaktion) miteinander reagieren. Ein Katalysator wie Schwefelsäure beschleunigt diesen Vorgang.
Wie funktioniert die Nomenklatur der Ester?
Die Nomenklatur der Ester folgt einer festen Regel: Der Name setzt sich aus der eingesetzten Carbonsäure, dem Alkylrest des Alkohols (z. B. Methyl oder Ethyl) und der Endung -ester zusammen. Aus Ethansäure und Ethanol wird so beispielsweise Ethansäureethylester.
Woran erkennt man die Estergruppe?
Die Estergruppe ist das funktionelle Erkennungsmerkmal aller Ester. Sie besteht aus einem Kohlenstoffatom, das über eine Doppelbindung an ein Sauerstoffatom und über eine Einfachbindung an ein weiteres Sauerstoffatom gebunden ist (-COO-).
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