Prinzipien und Wirkungsgrad von Brennstoffzellen erklärt

Lerne die Prinzipien und den Wirkungsgrad von Brennstoffzellen kennen. Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Berechnung der Faraday-Effizienz mit Beispielen.

📅 Aktualisiert 2. September 20264 Min. Lesezeit✍️ Rocket Tutor Redaktion
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Prinzipien und Wirkungsgrad von Brennstoffzellen erklärt

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Stell dir vor, du fährst ein Auto, das absolut keine schädlichen Abgase produziert. Das Einzige, was aus dem Auspuff tropft, ist reines, sauberes Wasser! Genau das machen Wasserstoffautos möglich.

Auto mit Wasserstoffantrieb
Auto mit Wasserstoffantrieb

Das Herzstück dieser Technologie ist die Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle. Sie funktioniert wie eine Batterie, die niemals leer wird, solange man ihr Treibstoff gibt. In diesem Artikel schauen wir uns die Prinzipien und Wirkungsgrad von Brennstoffzellen genau an, wie diese Zelle chemische Energie direkt in Strom umwandelt, welche Reaktionen dabei ablaufen und wie wir berechnen können, wie effizient sie wirklich arbeitet.

Vorwissen

  • Oxidation und Reduktion:

    • Regel: Oxidation ist die Abgabe von Elektronen, Reduktion ist die Aufnahme von Elektronen.
    • Beispiel: Wenn Zink Elektronen abgibt (ZnZn2++2 e\text{Zn} \to \text{Zn}^{2+} + 2 \text{ e}^-), wird es oxidiert.
  • Galvanische Zelle vs. Elektrolyse:

    • Regel: Eine galvanische Zelle erzeugt Strom durch eine freiwillige chemische Reaktion. Eine Elektrolyse erzwingt eine chemische Reaktion durch das Anlegen von Strom.
    • Beispiel: Eine Batterie, die eine Taschenlampe zum Leuchten bringt, ist eine galvanische Zelle. Das Aufladen eines Akkus an der Steckdose ist eine Elektrolyse.

Aufgabentyp 1: Funktionsweise und Teilreaktionen der Brennstoffzelle

In Schulexperimenten verwenden wir oft eine reversible Brennstoffzelle. Das bedeutet, wir können sie zuerst wie einen Akku „aufladen“ (Elektrolysephase) und sie danach Strom liefern lassen (Entladephase).

Reversible Brennstoffzelle Aufbau
Reversible Brennstoffzelle Aufbau

Phase 1: Die Elektrolysephase (Laden)

In dieser Phase legen wir eine äußere Spannung an. Der elektrische Strom zwingt das Wasser (H2O\text{H}_2\text{O}), sich in seine Bestandteile zu spalten. Wir erzeugen unseren Brennstoff!

  • Oxidation (am Pluspol): Wasser wird zu Sauerstoffgas oxidiert. Dabei werden Elektronen (e\text{e}^-) und Protonen (H+\text{H}^+) frei.

    2 H2OO2+4 H++4 e2 \text{ H}_2\text{O} \to \textcolor{#53E5D6}{\text{O}_2} + 4 \text{ H}^+ + 4 \text{ e}^-

  • Reduktion (am Minuspol): Die Protonen nehmen die Elektronen auf und werden zu Wasserstoffgas reduziert.

    4 H++4 e2H24 \text{ H}^+ + 4 \text{ e}^- \to 2 \textcolor{#08BFFF}{\text{H}_2}

Phase 2: Die Entladephase (Brennstoffzelle)

Jetzt klemmen wir die Stromquelle ab und schließen einen Verbraucher (z. B. einen kleinen Motor) an. Die Zelle arbeitet nun als galvanisches Element. Die Gase reagieren freiwillig wieder zu Wasser zurück und liefern dabei elektrischen Strom.

  • Oxidation (am Minuspol): Das Wasserstoffgas gibt Elektronen ab.

    2H24 H++4 e2 \textcolor{#08BFFF}{\text{H}_2} \to 4 \text{ H}^+ + 4 \text{ e}^-

  • Reduktion (am Pluspol): Der Sauerstoff nimmt diese Elektronen auf und reagiert mit den Protonen wieder zu Wasser.

    O2+4 H++4 e2 H2O\textcolor{#53E5D6}{\text{O}_2} + 4 \text{ H}^+ + 4 \text{ e}^- \to 2 \text{ H}_2\text{O}

[Real-World Context]: In echten Wasserstoffautos entfällt die Elektrolysephase im Auto selbst. Man tankt den fertigen Wasserstoff direkt an der Tankstelle und die Zelle führt nur die Entladephase durch.

Aufgabentyp 2: Berechnung der Faraday-Effizienz

In der Theorie liefert jedes Molekül Wasserstoff genau zwei Elektronen. In der Praxis ist jedoch keine Maschine perfekt. Manchmal entweicht ein wenig Gas durch die Schläuche, oder ein Teil des Stroms geht als Wärme verloren. Deshalb verbraucht eine Brennstoffzelle im Experiment oft mehr Wasserstoff, als sie theoretisch für den gelieferten Strom bräuchte.

Faraday-Wirkungsgrad berechnen
Faraday-Wirkungsgrad berechnen

Um zu bewerten, wie gut die Zelle arbeitet, berechnen wir den Faraday-Wirkungsgrad (ηFaraday\eta_{\text{Faraday}}). Er vergleicht das theoretisch nötige Volumen mit dem tatsächlich verbrauchten Volumen.

Dafür benötigen wir drei Schritte und Formeln:

  1. Elektrische Ladung (QQ): Wie viel Strom ist insgesamt geflossen?

    Q=ItQ = I \cdot t

    (II = Stromstärke in Ampere, tt = Zeit in Sekunden)

  2. Theoretisches Volumen (VtheoretischV_{\text{theoretisch}}): Wie viel Wasserstoff hätte laut den Faradayschen Gesetzen verbraucht werden dürfen?

    Vtheoretisch=QVmzFV_{\text{theoretisch}} = \frac{Q \cdot V_m}{z \cdot F}

    (VmV_m = molares Volumen von Gasen, meist 24000 mL/mol24000 \text{ mL/mol} bei Raumtemperatur; z=2z = 2 für Wasserstoff; F=96485 C/molF = 96485 \text{ C/mol} ist die Faraday-Konstante).

  3. Faraday-Wirkungsgrad (ηFaraday\eta_{\text{Faraday}}): Das Verhältnis der beiden Volumina.

    ηFaraday=V(Wasserstoff)theoretischV(Wasserstoff)experimentell\eta_{\text{Faraday}} = \frac{V(\text{Wasserstoff})_{\text{theoretisch}}}{V(\text{Wasserstoff})_{\text{experimentell}}}

Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Elektrische Ladung berechnen: Wandle die Zeit tt immer in Sekunden (s\text{s}) um. Multipliziere sie dann mit der Stromstärke II (in Ampere), um die Ladung QQ in Coulomb (C\text{C}) zu erhalten: Q=ItQ = I \cdot t.
  2. Theoretisches Volumen berechnen: Setze QQ in das Faradaysche Gesetz ein: Vtheoretisch=QVmzFV_{\text{theoretisch}} = \frac{Q \cdot V_m}{z \cdot F}. Nutze für Wasserstoff immer z=2z = 2. Achte darauf, dass die Einheit von VmV_m (z.B. mL/mol\text{mL/mol}) bestimmt, in welcher Einheit dein Ergebnis herauskommt.
  3. Wirkungsgrad berechnen: Teile das theoretische Volumen durch das in der Aufgabe gegebene experimentelle Volumen: ηFaraday=VtheoretischVexperimentell\eta_{\text{Faraday}} = \frac{V_{\text{theoretisch}}}{V_{\text{experimentell}}}. Multipliziere das Ergebnis mit 100100, um einen Prozentwert zu erhalten.

Durchgerechnete Beispiele

Beispiel 1

Aufgabe

Eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle liefert über einen Zeitraum von 10 Minuten10 \text{ Minuten} einen konstanten Strom von 0.5 A0.5 \text{ A}. An den Messzylindern wird abgelesen, dass in dieser Zeit experimentell 45 mL45 \text{ mL} Wasserstoff verbraucht wurden. Berechne den Faraday-Wirkungsgrad der Zelle in Prozent.

Gegeben: F=96485 C/molF = 96485 \text{ C/mol}, Vm=24000 mL/molV_m = 24000 \text{ mL/mol}, z=2z = 2.

Fortschritt
3 / 3
  1. Schritt 1
    Elektrische Ladung berechnen

    Zuerst wandeln wir die Zeit in Sekunden um:

    t=10 min60 s/min=600 st = 10 \text{ min} \cdot 60 \text{ s/min} = 600 \text{ s}

    Nun berechnen wir die Ladung QQ:

    Q=0.5 A600 sQ = 0.5 \text{ A} \cdot 600 \text{ s}

    Q=300 CQ = 300 \text{ C}

  2. Schritt 2
    Theoretisches Volumen berechnen

    Wir setzen die Werte in das Faradaysche Gesetz ein:

    Vtheoretisch=300 C24000 mL/mol296485 C/molV_{\text{theoretisch}} = \frac{300 \text{ C} \cdot 24000 \text{ mL/mol}}{2 \cdot 96485 \text{ C/mol}}

    Vtheoretisch=7200000192970 mLV_{\text{theoretisch}} = \frac{7200000}{192970} \text{ mL}

    Vtheoretisch37.31 mLV_{\text{theoretisch}} \approx 37.31 \text{ mL}

  3. Schritt 3 · Ergebnis
    Wirkungsgrad berechnen

    Nun vergleichen wir das theoretische Volumen mit dem tatsächlichen (experimentellen) Verbrauch von 45 mL45 \text{ mL}:

    ηFaraday=37.31 mL45 mL\eta_{\text{Faraday}} = \frac{37.31 \text{ mL}}{45 \text{ mL}}

    ηFaraday0.829\eta_{\text{Faraday}} \approx 0.829

Ergebnis:

Der Faraday-Wirkungsgrad der Brennstoffzelle beträgt 82.9%82.9 \%. Das macht physikalisch Sinn, da der Wirkungsgrad unter 100%100 \% liegen muss (es wurde mehr Gas verbraucht als theoretisch nötig).

Wichtige Erkenntnisse

  • Elektrolysephase: Wandelt elektrische Energie in chemische Energie um (Wasser wird zu H2\text{H}_2 und O2\text{O}_2 gespalten).
  • Brennstoffzellenphase: Wandelt chemische Energie direkt in elektrische Energie um (H2\text{H}_2 und O2\text{O}_2 reagieren zu Wasser).
  • Faraday-Wirkungsgrad: Zeigt, wie effizient die Zelle arbeitet. Er ist das Verhältnis aus dem theoretisch berechneten Wasserstoffverbrauch und dem tatsächlich gemessenen Verbrauch.
  • Wichtige Formel: Vergiss nie, die Zeit tt für die Formel Q=ItQ = I \cdot t in Sekunden umzurechnen!

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Häufige Fragen

Was sind die Prinzipien und der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen?

Die Prinzipien und der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen beruhen auf der direkten Umwandlung von chemischer in elektrische Energie. Wasserstoff und Sauerstoff reagieren zu Wasser, wobei Strom fließt. Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient diese Umwandlung in der Praxis abläuft, da oft ein Teil der Energie als Wärme verloren geht.

Was ist der Unterschied zwischen Elektrolyse und Brennstoffzelle?

Eine Elektrolyse erzwingt eine chemische Reaktion durch das Anlegen von Strom (z. B. Wasser wird in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten). Eine Brennstoffzelle (galvanische Zelle) erzeugt hingegen Strom durch eine freiwillige chemische Reaktion, bei der die Gase wieder zu Wasser reagieren.

Wie berechnet man den Faraday-Wirkungsgrad?

Den Faraday-Wirkungsgrad berechnest du in drei Schritten: Zuerst bestimmst du die elektrische Ladung Q = I · t. Dann berechnest du das theoretische Volumen des verbrauchten Gases mit dem Faradayschen Gesetz. Zuletzt teilst du das theoretische Volumen durch das experimentell gemessene Volumen.

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