Prinzipien und Wirkungsgrad von Brennstoffzellen erklärt
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Stell dir vor, du fährst ein Auto, das absolut keine schädlichen Abgase produziert. Das Einzige, was aus dem Auspuff tropft, ist reines, sauberes Wasser! Genau das machen Wasserstoffautos möglich.

Das Herzstück dieser Technologie ist die Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle. Sie funktioniert wie eine Batterie, die niemals leer wird, solange man ihr Treibstoff gibt. In diesem Artikel schauen wir uns die Prinzipien und Wirkungsgrad von Brennstoffzellen genau an, wie diese Zelle chemische Energie direkt in Strom umwandelt, welche Reaktionen dabei ablaufen und wie wir berechnen können, wie effizient sie wirklich arbeitet.
Vorwissen
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Oxidation und Reduktion:
- Regel: Oxidation ist die Abgabe von Elektronen, Reduktion ist die Aufnahme von Elektronen.
- Beispiel: Wenn Zink Elektronen abgibt (), wird es oxidiert.
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Galvanische Zelle vs. Elektrolyse:
- Regel: Eine galvanische Zelle erzeugt Strom durch eine freiwillige chemische Reaktion. Eine Elektrolyse erzwingt eine chemische Reaktion durch das Anlegen von Strom.
- Beispiel: Eine Batterie, die eine Taschenlampe zum Leuchten bringt, ist eine galvanische Zelle. Das Aufladen eines Akkus an der Steckdose ist eine Elektrolyse.
Aufgabentyp 1: Funktionsweise und Teilreaktionen der Brennstoffzelle
In Schulexperimenten verwenden wir oft eine reversible Brennstoffzelle. Das bedeutet, wir können sie zuerst wie einen Akku „aufladen“ (Elektrolysephase) und sie danach Strom liefern lassen (Entladephase).

Phase 1: Die Elektrolysephase (Laden)
In dieser Phase legen wir eine äußere Spannung an. Der elektrische Strom zwingt das Wasser (), sich in seine Bestandteile zu spalten. Wir erzeugen unseren Brennstoff!
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Oxidation (am Pluspol): Wasser wird zu Sauerstoffgas oxidiert. Dabei werden Elektronen () und Protonen () frei.
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Reduktion (am Minuspol): Die Protonen nehmen die Elektronen auf und werden zu Wasserstoffgas reduziert.
Phase 2: Die Entladephase (Brennstoffzelle)
Jetzt klemmen wir die Stromquelle ab und schließen einen Verbraucher (z. B. einen kleinen Motor) an. Die Zelle arbeitet nun als galvanisches Element. Die Gase reagieren freiwillig wieder zu Wasser zurück und liefern dabei elektrischen Strom.
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Oxidation (am Minuspol): Das Wasserstoffgas gibt Elektronen ab.
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Reduktion (am Pluspol): Der Sauerstoff nimmt diese Elektronen auf und reagiert mit den Protonen wieder zu Wasser.
[Real-World Context]: In echten Wasserstoffautos entfällt die Elektrolysephase im Auto selbst. Man tankt den fertigen Wasserstoff direkt an der Tankstelle und die Zelle führt nur die Entladephase durch.
Aufgabentyp 2: Berechnung der Faraday-Effizienz
In der Theorie liefert jedes Molekül Wasserstoff genau zwei Elektronen. In der Praxis ist jedoch keine Maschine perfekt. Manchmal entweicht ein wenig Gas durch die Schläuche, oder ein Teil des Stroms geht als Wärme verloren. Deshalb verbraucht eine Brennstoffzelle im Experiment oft mehr Wasserstoff, als sie theoretisch für den gelieferten Strom bräuchte.

Um zu bewerten, wie gut die Zelle arbeitet, berechnen wir den Faraday-Wirkungsgrad (). Er vergleicht das theoretisch nötige Volumen mit dem tatsächlich verbrauchten Volumen.
Dafür benötigen wir drei Schritte und Formeln:
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Elektrische Ladung (): Wie viel Strom ist insgesamt geflossen?
( = Stromstärke in Ampere, = Zeit in Sekunden)
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Theoretisches Volumen (): Wie viel Wasserstoff hätte laut den Faradayschen Gesetzen verbraucht werden dürfen?
( = molares Volumen von Gasen, meist bei Raumtemperatur; für Wasserstoff; ist die Faraday-Konstante).
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Faraday-Wirkungsgrad (): Das Verhältnis der beiden Volumina.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Elektrische Ladung berechnen: Wandle die Zeit immer in Sekunden () um. Multipliziere sie dann mit der Stromstärke (in Ampere), um die Ladung in Coulomb () zu erhalten: .
- Theoretisches Volumen berechnen: Setze in das Faradaysche Gesetz ein: . Nutze für Wasserstoff immer . Achte darauf, dass die Einheit von (z.B. ) bestimmt, in welcher Einheit dein Ergebnis herauskommt.
- Wirkungsgrad berechnen: Teile das theoretische Volumen durch das in der Aufgabe gegebene experimentelle Volumen: . Multipliziere das Ergebnis mit , um einen Prozentwert zu erhalten.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Wasserstoff-Sauerstoff-Brennstoffzelle liefert über einen Zeitraum von einen konstanten Strom von . An den Messzylindern wird abgelesen, dass in dieser Zeit experimentell Wasserstoff verbraucht wurden. Berechne den Faraday-Wirkungsgrad der Zelle in Prozent.
Gegeben: , , .
- Schritt 1Elektrische Ladung berechnen
Zuerst wandeln wir die Zeit in Sekunden um:
Nun berechnen wir die Ladung :
- Schritt 2Theoretisches Volumen berechnen
Wir setzen die Werte in das Faradaysche Gesetz ein:
- Schritt 3 · ErgebnisWirkungsgrad berechnen
Nun vergleichen wir das theoretische Volumen mit dem tatsächlichen (experimentellen) Verbrauch von :
Der Faraday-Wirkungsgrad der Brennstoffzelle beträgt . Das macht physikalisch Sinn, da der Wirkungsgrad unter liegen muss (es wurde mehr Gas verbraucht als theoretisch nötig).
Wichtige Erkenntnisse
- Elektrolysephase: Wandelt elektrische Energie in chemische Energie um (Wasser wird zu und gespalten).
- Brennstoffzellenphase: Wandelt chemische Energie direkt in elektrische Energie um ( und reagieren zu Wasser).
- Faraday-Wirkungsgrad: Zeigt, wie effizient die Zelle arbeitet. Er ist das Verhältnis aus dem theoretisch berechneten Wasserstoffverbrauch und dem tatsächlich gemessenen Verbrauch.
- Wichtige Formel: Vergiss nie, die Zeit für die Formel in Sekunden umzurechnen!
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Häufige Fragen
Was sind die Prinzipien und der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen?
Die Prinzipien und der Wirkungsgrad von Brennstoffzellen beruhen auf der direkten Umwandlung von chemischer in elektrische Energie. Wasserstoff und Sauerstoff reagieren zu Wasser, wobei Strom fließt. Der Wirkungsgrad gibt an, wie effizient diese Umwandlung in der Praxis abläuft, da oft ein Teil der Energie als Wärme verloren geht.
Was ist der Unterschied zwischen Elektrolyse und Brennstoffzelle?
Eine Elektrolyse erzwingt eine chemische Reaktion durch das Anlegen von Strom (z. B. Wasser wird in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten). Eine Brennstoffzelle (galvanische Zelle) erzeugt hingegen Strom durch eine freiwillige chemische Reaktion, bei der die Gase wieder zu Wasser reagieren.
Wie berechnet man den Faraday-Wirkungsgrad?
Den Faraday-Wirkungsgrad berechnest du in drei Schritten: Zuerst bestimmst du die elektrische Ladung Q = I · t. Dann berechnest du das theoretische Volumen des verbrauchten Gases mit dem Faradayschen Gesetz. Zuletzt teilst du das theoretische Volumen durch das experimentell gemessene Volumen.
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