Massenwirkungsgesetz einfach erklärt: Grundlagen & Beispiele
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Wenn du die Grundlagen des Massenwirkungsgesetzes verstehen möchtest, stell dir zunächst ein Tauziehen vor, bei dem sich das Seil keinen Millimeter bewegt. Es herrscht ein perfektes Gleichgewicht. Aber das bedeutet nicht zwingend, dass auf beiden Seiten gleich viele Personen ziehen! Vielleicht ziehen links zwei sehr starke Personen und rechts vier etwas schwächere.

In der Chemie ist das ganz ähnlich: Bei einer Gleichgewichtsreaktion liegen am Ende oft nicht gleich viele Edukte (Ausgangsstoffe) und Produkte vor. Um genau zu beschreiben, auf welcher Seite das chemische „Tauziehen“ seinen Schwerpunkt hat, nutzen Chemiker einen speziellen mathematischen Wert: die Gleichgewichtskonstante. In dieser Lektion lernst du, wie du die Formel für diesen Wert aus jeder beliebigen Reaktionsgleichung aufstellen kannst.
Vorwissen
Bevor wir das Massenwirkungsgesetz aufstellen, solltest du diese Grundlagen kennen:
- Dynamisches Gleichgewicht: Eine chemische Reaktion, die in beide Richtungen abläuft (Hin- und Rückreaktion sind gleich schnell). Man erkennt sie am Gleichgewichtspfeil ().
- Stöchiometrische Koeffizienten: Die großen Zahlen vor den Molekülen in einer Reaktionsgleichung, die das Zahlenverhältnis angeben. Beispiel: Bei ist die der Koeffizient.
- Konzentration (): Gibt an, wie viel von einem Stoff in einem bestimmten Volumen gelöst ist. Die Einheit ist meistens .
Aufgabentyp 1: Das Massenwirkungsgesetz aufstellen
Das Aufstellen der Formel ist der wichtigste Schritt, um die Grundlagen des Massenwirkungsgesetzes anzuwenden. Das Massenwirkungsgesetz (kurz MWG) ist eine mathematische Formel. Das Ergebnis dieser Formel ist die Gleichgewichtskonstante . Sie verrät uns das genaue Verhältnis von Produkten zu Edukten im Gleichgewichtszustand.
Diese Formel darf man anwenden, wenn ein homogenes System vorliegt. Das bedeutet einfach, dass alle beteiligten Stoffe im gleichen Zustand sind (zum Beispiel alle gasförmig oder alle in Wasser gelöst).
Die Grundregel für das Aufstellen der Formel lautet immer: Produkte geteilt durch Edukte.
Schauen wir uns eine allgemeine Reaktion an:
Um daraus das Massenwirkungsgesetz zu machen, befolgen wir zwei einfache Schritte:
- Die Konzentrationen der Produkte (rechte Seite) kommen oben in den Zähler, die der Edukte (linke Seite) unten in den Nenner.
- Die großen Zahlen vor den Stoffen (Koeffizienten) werden zu kleinen Hochzahlen (Exponenten).
Das sieht dann so aus:

Wichtig: Im Bruch werden die Konzentrationen immer mit einem Malzeichen () multipliziert, niemals addiert!
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Bruchstrich vorbereiten: Schreibe und ziehe einen großen Bruchstrich.
- Produkte und Edukte einsetzen: Schreibe die Konzentrationen der Produkte (rechte Seite der Reaktion) in den Zähler (oben). Schreibe die Konzentrationen der Edukte (linke Seite) in den Nenner (unten). Verbinde alles mit Malzeichen ().
- Exponenten hinzufügen: Prüfe die großen Zahlen (Koeffizienten) in der Reaktionsgleichung. Schreibe sie als kleine Hochzahlen an die jeweilige Konzentration im Bruch. (Wenn keine Zahl vor einem Stoff steht, ist es eine 1. Die Hochzahl 1 darfst du weglassen).
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Stelle das Massenwirkungsgesetz für die Synthese von Schwefeltrioxid auf. Alle Stoffe sind gasförmig (homogenes System).
Reaktionsgleichung:
- Schritt 1Bruchstrich vorbereiten
Wir beginnen mit
- Schritt 2Produkte und Edukte einsetzen
Das Produkt ist (kommt nach oben). Die Edukte sind und (kommen nach unten).
- Schritt 3 · ErgebnisExponenten hinzufügen
Vor dem steht eine . Vor dem steht ebenfalls eine . Vor dem steht nichts (also eine 1).
Das Massenwirkungsgesetz für die Synthese von Schwefeltrioxid lautet .
Beispiel 2
Stelle das Massenwirkungsgesetz für die Ammoniaksynthese auf.
Reaktionsgleichung:
- Schritt 1Bruchstrich vorbereiten
- Schritt 2Produkte und Edukte einsetzen
Das Produkt ist . Die Edukte sind und .
- Schritt 3 · ErgebnisExponenten hinzufügen
Vor dem steht eine . Vor dem steht eine .
Das Massenwirkungsgesetz für die Ammoniaksynthese lautet .
Aufgabentyp 2: Eigenschaften und Einheiten von Kc bestimmen
Neben dem Aufstellen der Formel gehört auch das Bestimmen der Einheit zu den Grundlagen des Massenwirkungsgesetzes. Die Gleichgewichtskonstante hat einige besondere Eigenschaften, die du für Prüfungen wissen musst:
- Temperaturabhängig: Der Wert von gilt immer nur für eine ganz bestimmte Temperatur. Erhitzt oder kühlt man das System, ändert sich der Wert von .
- Druck- und Konzentrationsunabhängig: Es ist völlig egal, mit wie viel Edukt du dein Experiment startest oder wie hoch der Druck ist. Solange die Temperatur gleich bleibt, pendelt sich das System immer so ein, dass am Ende exakt derselbe -Wert herauskommt.
Die Einheit von
In der Physik haben Größen meistens eine feste Einheit (z. B. Masse immer in ). Bei der Gleichgewichtskonstante ist das anders! Die Einheit von ändert sich von Reaktion zu Reaktion.
Warum ist das so? Die Konzentration hat die Einheit . Da wir im Massenwirkungsgesetz je nach Reaktion unterschiedliche Hochzahlen (Exponenten) haben, stehen mal mehr und mal weniger im Zähler und Nenner.
Um die Einheit zu finden, ersetzt du in deiner fertigen Formel einfach jedes durch und kürzt den Bruch so weit wie möglich. Manchmal kürzt sich sogar alles weg, dann ist komplett einheitenlos!
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- MWG aufstellen: Stelle das Massenwirkungsgesetz für die gegebene Reaktion auf.
- Einheiten einsetzen: Ersetze jedes durch die Einheit .
- Zusammenfassen und Kürzen: Fasse die Einheiten im Zähler und Nenner zusammen und kürze den Bruch so weit wie möglich.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Bestimme die Einheit der Gleichgewichtskonstante für die folgende Reaktion:
- Schritt 1MWG aufstellen
- Schritt 2Einheiten einsetzen
Wir ersetzen jedes durch die Einheit .
- Schritt 3 · ErgebnisZusammenfassen und Kürzen
Im Nenner (unten) multiplizieren wir die beiden Einheiten zusammen:
Da oben und unten exakt das Gleiche steht, kürzt sich alles weg.
Die Konstante ist für diese Reaktion einheitenlos (oder hat die Einheit 1).
Beispiel 2
Bestimme die Einheit der Gleichgewichtskonstante für die Schwefeltrioxid-Synthese:
Das MWG lautet:
- Schritt 1Einheiten einsetzen
Wir ersetzen wieder jedes durch .
- Schritt 2Kürzen
Wir können im Zähler (oben) und im Nenner (unten) direkt wegkürzen. Oben bleibt dann nur eine 1 stehen.
- Schritt 3 · ErgebnisDoppelbruch auflösen
Eins geteilt durch einen Bruch bedeutet, dass man den Bruch einfach umdreht (Kehrwert bilden).
Die Einheit für bei dieser Reaktion ist .
Wichtige Erkenntnisse
- Die Grundregel: Beim Massenwirkungsgesetz stehen die Produkte immer oben (Zähler) und die Edukte unten (Nenner).
- Die Exponenten: Die großen Zahlen aus der Reaktionsgleichung werden zu kleinen Hochzahlen an den Konzentrationen.
- Temperatur: Der Wert von ändert sich nur, wenn sich die Temperatur ändert.
- Einheiten: hat keine feste Einheit. Du musst sie für jede Reaktion neu berechnen, indem du einsetzt und kürzt.
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Häufige Fragen
Was ist das Massenwirkungsgesetz?
Das Massenwirkungsgesetz (MWG) ist eine mathematische Formel in der Chemie, die das Verhältnis von Produkten zu Edukten im chemischen Gleichgewicht beschreibt. Das Ergebnis dieser Formel ist die Gleichgewichtskonstante Kc. Sie zeigt an, auf welcher Seite das chemische Gleichgewicht liegt.
Wie stellt man das Massenwirkungsgesetz auf?
Die Grundregel lautet: Produkte geteilt durch Edukte. Du schreibst die Konzentrationen der Produkte in den Zähler und die der Edukte in den Nenner. Die stöchiometrischen Koeffizienten (die großen Zahlen aus der Reaktionsgleichung) werden dabei zu den Exponenten (Hochzahlen) der jeweiligen Konzentrationen.
Welche Einheit hat die Gleichgewichtskonstante Kc?
Die Gleichgewichtskonstante Kc hat keine feste Einheit. Sie ändert sich von Reaktion zu Reaktion. Um die Einheit zu bestimmen, setzt du für jede Konzentration mol/L in das Massenwirkungsgesetz ein und kürzt den Bruch so weit wie möglich. Manchmal ist Kc sogar komplett einheitenlos.
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