Licht, Farbwahrnehmung und Photometrie einfach erklärt
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Hast du dich jemals gefragt, warum ein roter Apfel rot aussieht? Die Wahrheit ist: Der Apfel selbst hat gar keine Farbe! Er schluckt einfach alle Farben des Sonnenlichts, außer Rot. Das rote Licht wird in dein Auge reflektiert.

In diesem Artikel zum Thema Licht, Farbwahrnehmung und Photometrie lernen wir, was Licht eigentlich ist, wie unser Gehirn Farben erzeugt und wie Chemiker Licht nutzen, um genau herauszufinden, wie viel von einem Stoff in einer Lösung steckt.
Vorwissen
- Wellenlänge (): Der Abstand zwischen zwei Wellenbergen einer Welle. Beispiel: Rotes Licht hat eine größere Wellenlänge als blaues Licht.
- Frequenz (): Die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde. Beispiel: Je schneller eine Welle schwingt, desto höher ist ihre Frequenz.
Aufgabentyp 1: Energie des Lichts und Photonen
Licht ist ein Teil des elektromagnetischen Spektrums. Man kann sich Licht als eine Welle vorstellen, aber auch als einen Strom von winzigen Energiepaketen. Diese Energiepakete nennen wir Photonen.
Jedes Photon transportiert eine ganz bestimmte Menge an Energie. Wie viel Energie das ist, hängt von der Wellenlänge des Lichts ab.

Die Energie eines Photons berechnet sich mit dieser Formel:
- = Energie des Photons
- = Planck-Konstante (ein fester Wert in der Natur)
- = Lichtgeschwindigkeit
- = Wellenlänge
Wichtig: Je größer die Wellenlänge (z. B. rotes Licht bei ), desto kleiner ist die Energie. Violettes Licht () hat eine kurze Wellenlänge und daher viel mehr Energie.
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Rotes Licht hat eine Wellenlänge von (). Die Lichtgeschwindigkeit beträgt und die Planck-Konstante . Berechne die Energie eines einzelnen Photons dieses roten Lichts.
- Schritt 1Formel aufstellen und Werte einsetzen
Die Formel für die Energie lautet: Wir setzen die gegebenen Werte ein:
- Schritt 2 · ErgebnisEnergie berechnen
Die Energie eines Photons des roten Lichts beträgt .
Aufgabentyp 2: Farbwahrnehmung und Komplementärfarben
Das weiße Licht der Sonne oder einer Lampe enthält alle Farben des Regenbogens. Wenn dieses weiße Licht auf einen Farbstoff trifft, passiert etwas Spannendes: Der Stoff „schluckt“ (absorbiert) bestimmte Wellenlängen. Das restliche Licht, das nicht absorbiert wird, wird reflektiert oder durchgelassen und trifft auf unser Auge. Erst in unserem Gehirn entsteht daraus ein Farbeindruck.

Hier kommen die Komplementärfarben ins Spiel. Das sind Farbenpaare, die sich zusammen zu Weiß ergänzen (wie zwei perfekt passende Puzzleteile). Ein bekanntes Paar ist Blau und Gelb.
Wenn ein Stoff das blaue Licht aus dem weißen Licht absorbiert, erreicht nur noch das restliche Licht unser Auge. Dieses restliche Licht nehmen wir als die Komplementärfarbe Gelb wahr. Ein Stoff absorbiert also immer genau die Farbe, die der Komplementärfarbe seines eigenen Aussehens entspricht.
Aufgabentyp 3: Additive und subtraktive Farbmischung
Es gibt zwei völlig unterschiedliche Arten, wie Farben gemischt werden können, je nachdem, ob wir mit Lichtquellen oder mit Farbpigmenten arbeiten.
- Additive Farbmischung (Licht): Hier starten wir im Dunkeln und fügen Licht hinzu. Wenn wir rotes, grünes und blaues Licht (RGB) übereinanderlegen, addieren sich die Lichtwellen. Mischen wir alle drei in voller Stärke, sehen wir Weiß. Alltagsbezug: So funktionieren Bildschirme und Fernseher.
- Subtraktive Farbmischung (Pigmente): Hier starten wir mit weißem Licht (z. B. auf einem weißen Blatt Papier). Farbpigmente nehmen (subtrahieren) bestimmte Farben aus dem weißen Licht weg. Die Grundfarben hier sind Cyan (Blaugrün), Magenta (Purpur) und Gelb (CMY). Wenn wir diese drei Farben mischen, wird alles Licht absorbiert und wir sehen Schwarz. Alltagsbezug: So funktioniert dein Drucker zu Hause.

Aufgabentyp 4: Absorptionsspektren und Photometrie
Chemiker nutzen die Lichtabsorption, um Stoffe zu untersuchen. Ein Gerät namens Spektrophotometer strahlt Licht verschiedener Wellenlängen durch eine farbige Lösung und misst, wie viel Licht absorbiert wird. Dieser Wert heißt Extinktion.
Trägt man die Extinktion gegen die Wellenlänge in ein Diagramm ein, erhält man ein Absorptionsspektrum. Der höchste Punkt dieser Kurve ist das Absorptionsmaximum – hier schluckt der Stoff am meisten Licht.

Mit der Photometrie können wir herausfinden, wie stark konzentriert ein Farbstoff in einer Lösung ist. Je mehr Farbstoffteilchen in der Lösung sind, desto höher ist die Extinktion.
Dazu erstellt man eine Kalibriergerade: Man misst die Extinktion von Lösungen mit bekannter Konzentration und zeichnet eine Gerade in ein Diagramm (Extinktion auf der y-Achse, Konzentration auf der x-Achse). Die Steigung dieser Geraden nennt man den molaren dekadischen Extinktionskoeffizienten . Hat man eine unbekannte Probe, misst man einfach ihre Extinktion und kann mit der Steigung die genaue Konzentration berechnen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Steigung (Extinktionskoeffizient) ermitteln: Nutze einen bekannten Punkt der Kalibriergeraden. Teile die Extinktion durch die Konzentration, um die Steigung zu berechnen: .
- Konzentration der Probe berechnen: Teile die gemessene Extinktion der unbekannten Probe durch die berechnete Steigung , um die gesuchte Konzentration zu erhalten: .
Durchgerechnete Beispiele
Beispiel 1
Eine Kalibriergerade für einen blauen Farbstoff geht durch den Ursprung. Bei einer Konzentration von beträgt die Extinktion . Eine unbekannte Probe desselben Farbstoffs hat eine Extinktion von . Berechne den molaren dekadischen Extinktionskoeffizienten und bestimme die Konzentration der unbekannten Probe.
- Schritt 1Steigung (Extinktionskoeffizient) ermitteln
Wir nutzen den bekannten Punkt, um zu berechnen:
- Schritt 2 · ErgebnisKonzentration der Probe berechnen
Wir stellen die Formel um und teilen die Extinktion der unbekannten Probe durch :
Die Konzentration der unbekannten Probe beträgt .
Wichtige Erkenntnisse
- Licht überträgt Energie in Form von Photonen: .
- Wir sehen die Komplementärfarbe des Lichts, das von einem Stoff absorbiert wird.
- Additive Farbmischung (Licht) ergibt Weiß, subtraktive Farbmischung (Pigmente) ergibt Schwarz.
- Die Photometrie nutzt die Lichtabsorption (Extinktion), um die Konzentration einer Lösung mithilfe einer Kalibriergeraden zu bestimmen.
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Häufige Fragen
Was ist Licht und wie nehmen wir Farben wahr?
Licht ist ein Teil des elektromagnetischen Spektrums und besteht aus winzigen Energiepaketen, den sogenannten Photonen. Wenn weißes Licht auf einen Gegenstand trifft, absorbiert dieser bestimmte Wellenlängen. Das restliche Licht wird reflektiert und trifft auf unser Auge. Unser Gehirn verarbeitet dieses restliche Licht und erzeugt daraus einen Farbeindruck. Wir sehen dabei immer die Komplementärfarbe zu dem Licht, das vom Stoff geschluckt wurde.
Wie berechnet man die Energie eines Photons?
Die Energie eines Photons hängt direkt von seiner Wellenlänge ab. Du berechnest sie mit der Formel E = h · c / λ. Dabei ist h die Planck-Konstante, c die Lichtgeschwindigkeit und λ die Wellenlänge. Wichtig zu merken: Je größer die Wellenlänge (wie bei rotem Licht), desto kleiner ist die Energie. Kurzwelliges Licht (wie violettes Licht) hat dementsprechend viel mehr Energie.
Was ist der Unterschied zwischen additiver und subtraktiver Farbmischung?
Die additive Farbmischung arbeitet mit Lichtquellen (wie bei Bildschirmen). Hier addieren sich die Farben Rot, Grün und Blau (RGB) – mischst du alle zusammen, erhältst du Weiß. Die subtraktive Farbmischung arbeitet mit Pigmenten (wie bei einem Drucker). Hier werden bestimmte Farben aus dem weißen Licht herausgefiltert. Die Grundfarben sind Cyan, Magenta und Gelb (CMY). Mischen sich diese komplett, wird alles Licht absorbiert und du siehst Schwarz.
Wie funktioniert die Photometrie in der Chemie?
Mit der Photometrie bestimmen Chemiker, wie stark konzentriert ein Stoff in einer Lösung ist. Ein Spektrophotometer strahlt Licht durch die Probe und misst die sogenannte Extinktion (wie viel Licht geschluckt wird). Über eine Kalibriergerade mit bekannten Konzentrationen ermittelt man die Steigung (den Extinktionskoeffizienten). Mit diesem Wert lässt sich dann die Konzentration jeder unbekannten Probe ganz einfach berechnen.
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